-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung von Farbwerken
und/oder Feuchtwerken in Druckmaschinen, wobei das Farbwerk mehrere
Zonen aufweist.
-
Offsetdruckmaschinen
verfügen über mehrere
Druckwerke, wobei jedes Druckwerk ein Farbwerk und ein Feuchtwerk
aufweist. Zumindest die Farbwerke sind meist über die gesamte Druckbreite
gesehen in mehrere Zonen aufgeteilt, so dass der Farbauftrag zonenweise
dosiert werden kann und so Färbungsprobleme
präzise
ausgeregelt werden können. Diese
zonalen Farbwerke werden insbesondere in Bogenoffsetdruckmaschinen
eingesetzt. Um eine optimale Farbdosierung zu erreichen, muss jedoch nicht
nur das Farbwerk zonenweise richtig eingestellt sein, sondern es
muss auch die Feuchtmitteldosierung korrekt vorgenommen werden.
Diese beiden Einstellvorgänge
können
zudem mit weiteren Einstellvorgängen
in der Druckmaschine überlagert sein.
Für den
Bediener einer Druckmaschine ist es daher nicht so einfach, die
Ursachen einer möglichen Fehleinstellung
zu erkennen, wenn das Druckbild nicht das gewünschte Resultat liefert.
-
Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur
Steuerung von Farbwerken oder/und Feuchtwerken in Druckmaschinen
zu schaffen, wobei das Farbwerk mehrere Zonen aufweist, so dass
das Bedienpersonal die Ursachen von Färbungsproblemen leicht feststellen
kann und ihm gegebenenfalls Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen werden
können.
-
Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Patentanspruch
1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den
Zeichnungen zu entnehmen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl bei
Bogenoffsetdruckmaschinen als auch bei Rollenoffsetdruckmaschinen eingesetzt
werden, welche über
Farbwerke mit mehreren Farbzonen verfügen. Das Verfahren läuft dabei im
Zusammenspiel mit einem Steuerungsrechner der Druckmaschine, einem
Farbmessgerät und
einer Verstelleinrichtung im Farbwerk und Feuchtwerk ab. Zunächst werden
im Steuerungsrechner für
die Farbzonen im Farbwerk flächendeckungsabhängige Bezugswerte
ermittelt. Grundsätzlich
werden die Bezugswerte auf Basis der aktuellen zonalen Flächendeckungswerte
und entsprechender Farbzonenwerte ermittelt, d. h. sie sind orts-
und flächendeckungsabhängig. Auf
den in der Druckmaschine produzierten Bedruckstoffen oder außerhalb
der Druckmaschine werden Farbmesswerte erfasst, welche zweckmäßigerweise
für jede
Farbzone vorliegen. Der Steuerungsrechner ermittelt dann zwischen
den Bezugswerten und den erfassten Farbmesswerten etwaige Abweichungen,
welche ausgeregelt werden müssen. Die
so berechneten Abweichungen vergleicht der Steuerungsrechner dann
mit hinterlegten Daten, welche mit Ursachen von Färbungsproblemen
korrespondieren. Diese Daten können
zum Beispiel in Form von Kurven abgespeichert sein. Durch das Vergleichen
der berechneten Abweichungen mit den Daten werden die Ursachen für die Färbungsprobleme
ermittelt, so dass die richtigen Verstelllungen in Farbwerk und/oder
Feuchtwerk vorgenommen werden können.
Die Verstellungen kann der Rechner auch automatisch in der Druckmaschine
vornehmen.
-
Bei
einer Hinterlegung der abgespeicherten Daten in Form von Kurven
bilden die dazu berechneten Abweichungen ebenfalls eine Kurve. Anhand
des Erscheinungsbilds dieser Kurve kann dann zum Beispiel auf das
Färbungsproblem
geschlossen werden. Wenn sich eine waagrechte Ausgleichsgerade ergibt, so
ist alles in Ordnung. Stellt sich jedoch eine gekippte Ausgleichsgerade
ein, so wird einseitig mehr oder weniger Farbe auf das Papier gebracht,
und es muss zum Beispiel die Feuchtwerkswalze auf einer Seite geöffnet oder
gequetscht werden. Wenn der Vergleich der Kurven eine Badewannenform
ergibt, so muss die Feuchtwalzenschwenkung korrigiert werden. Auf
diese Art und Weise können
die Ursachen von Färbungsproblemen
anschaulich dargestellt und einer entsprechenden Korrektur zugeführt werden.
-
In
einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die
Daten, welche mit den Ursachen der Färbungsprobleme korrespondieren,
in einer Datenbank abgelegt sind, mit welcher der Rechner verbunden
ist. In der Datenbank sind die entsprechenden Ursachen, zum Beispiel
in Verbindung mit Kurven, hinterlegt, welche der Steuerungsrechner mit
ermittelten Abweichungen vergleichen kann, um so die Ursachen der
Abweichungen zu berücksichtigen.
Die Datenbank enthält
somit die Gesetzmäßigkeiten,
welche aufgrund in der Vergangenheit aufgetretener Färbungsprobleme
in Verbindung mit entsprechenden Abweichungswerten ermittelt worden sind.
Auf diese Datenbank können
dann mehrere Druckmaschinenrechner zugreifen. Außerdem kann die Datenbank jederzeit
mit neuen Erkenntnissen über
Zusammenhänge
zwischen Ursachen und Abweichungen angereichert werden.
-
In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die für
die Färbungsprobleme
ermittelten Ursachen auf einer Anzeigevorrichtung angezeigt werden.
Bei dieser Ausführungsform
wird dem Bedienpersonal zunächst
die Ursache für
das Färbungsproblem
auf einem Bildschirm angezeigt, so dass das Bedienpersonal selbst über entsprechende
Abhilfemaßnahmen
entscheiden kann. Wenn die Ursachen nicht eindeutig sind, so werden dem
Bedienpersonal mehrere Ursachen angezeigt. In einer bevorzugten
Ausführungsform
werden außerdem
entsprechende Abhilfemaßnahmen
vorgeschlagen, welche das Bedienpersonal durch seine Eingabe bestätigen und
auswählen
kann. Auf diese Art und Weise wird dem Bedienpersonal das Ermitteln
von Ursachen für
die Färbungsprobleme
abgenommen und es werden die möglichen
Ursachen eingegrenzt, so dass die Suche nach den Ursachen für die Färbungsprobleme
vereinfacht wird. Zudem können
Abhilfemaßnahmen
vorgeschlagen werden, so dass das Bedienpersonal nur noch zwischen
den vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen
auszuwählen braucht.
-
Vorteilhafterweise
ist außerdem
vorgesehen, dass die Bezugswerte dadurch ermittelt werden, dass
eine Clusterung der Eröffnungswerte
der jeweiligen Farbzonen in Flächendeckungsbereiche
mit einer Mittelung durchgeführt
wird. Im Allgemeinen liegt für
jede Farbzone ein unterschiedlicher Flächendeckungswert vor. Um eine
statistische Aussage treffen zu können, werden Farbzonen mit ähnlichen
Flächendeckungen
zu sogenannten Clustern zusammengefasst. Die Bereiche für die Clusterung
können beliebig
sein, bevorzugt sind die Bereiche aber gleichabständig oder
sensitivitätsabhängig. Bei Gleichabständigkeit
wird zum Beispiel der Flächendeckungs-bereich
von 0 bis 100 Prozent in 10 Teile unterteilt. Dabei werden alle
Flächendeckungen
von 0 bis 10 Prozent zum Beispiel einem 5 Prozent-Cluster, die von
11 bis 20 Prozent einem 15 Prozent-Cluster etc. zugeordnet. Im Extremfall
kann aber auch ein Cluster den gesamten Wertebereich von 0 bis 100 Prozent
Flächendeckung
umfassen, dann gibt es nur einen Teil. Bei einer sensitivitätsabhängigen Clusterung
werden bei niedrigen Flächendeckungen
deutlich ausgeprägte
Abhängigkeiten
im Vergleich zu hohen Flächendeckungen
berücksichtigt.
Dazu werden die Cluster bei niedrigen Flächendeckungen enger, bei hohen
Flächendeckungen
weiter gefasst. So können
die Werte von 0 bis 1 Prozent dem Ein-Prozent-Cluster zugeordnet werden, die
Werte von 2 bis 4 Prozent dem 3 Prozent-Cluster, die Werte von 4
bis 6 Prozent dem 5 Prozent-Cluster, die Werte von 6 bis 10 Prozent
dem 8 Prozent-Cluster, die Werte von 10 bis 14 Prozent dem 12 Prozent-Cluster
und die Werte von 15 bis 21 Prozent dem 18 Prozent-Cluster, bis am
anderen Ende der Skala die Werte von 80 bis 100 Prozent dem 90 Prozent-Cluster
zugeordnet werden. Es ist zu erkennen, dass die Cluster bei niedrigen Flächendeckungen
enger gefasst sind als bei hohen Flächendeckungen.
-
Zudem
kann es auch sinnvoll sein, die Clusterung an Stützstellen vorhandener Kennlinien
anzugleichen. Liegen zum Beispiel die Farbvoreinstellkennlinien
für 0,
1, 5, 10, 30, 70, 100 Prozent Flächendeckungswerte
vor, so können
die Cluster so gewählt
werden, dass diese mit den Stützstellen
zusammenfallen, d. h. dass folgende Clustereinteilung vorliegt:
0 bis 0,5 Prozent wird dem 0 Prozent-Cluster zugeordnet, 0,5 bis
2 Prozent dem 1 Prozent-Cluster, 2
bis 7 Prozent dem 5 Prozent-Cluster, 7 bis 20 Prozent dem 10 Prozent-Cluster,
20 bis 50 Prozent dem 30 Prozent-Cluster, 50 bis 80 Prozent dem
70 Prozent-Cluster und 80 bis 100 Prozent dem 100 Prozent-Cluster.
Um die Genauigkeit der Berechnung zu erhöhen, kann auch statt dem nominalen
Clusterwert ein echter Mittelwert aller Mitglieder des Clusters
verwendet werden. Dies bewirkt, dass die Cluster weiter gefasst
werden können,
ohne dass es zu größeren Ungenauigkeiten
wegen der Flächendeckungszuordnung
kommt. Zudem können
innerhalb eines Clusters die Werte zusätzlich analysiert werden. Es
kann ein Ausreißertest
vorgenommen werden, d. h. die Werte werden auf Ausreißer getestet,
so dass Messfehler herausgefiltert werden können. Zudem können auf
die Werte eines Clusters Standardabweichungen wie Mittelwertbildung
angewendet werden. Liegen bei der Standardabweichung genügend Werte
innerhalb eines Clusters vor und ist die Standardabweichung innerhalb
eines Clusters zu hoch, so deutet dies auf Druckprobleme hin.
-
Bei
der Mittelwertbildung kann eine Residuenanalyse durchgeführt werden.
Unter Residuen sind dabei die Abweichungen zu verstehen, welche sich
aus der Differenz zwischen geschätztem
Wert und empirischem Wert ergeben. Auch dies kann wieder clusterweise
geschehen. Liegen genügend
Werte innerhalb eines Clusters vor, so kann die Abweichung der einzelnen
Messwerte vom Mittelwert untersucht werden. Dies ist im Wesentlichen
die Standardabweichung der Messwerte innerhalb eines Clusters. Ist
diese Standardabweichung sehr hoch, so folgt eine detailliertere
Analyse. Wenn die Abweichung statistisch streut und keine Abhängigkeit
der Abweichungen von der Lage auf dem Bogen vorliegt, so deutet
das auf folgende Probleme hin. Wenn die Flächendeckungsbereiche keine
Auffälligkeiten
zeigen, ist der Druckprozess instabil und es wird zu viel Feuchtmittel
aufgenommen. Treten die Streuungen dagegen aufgrund von Flächendeckungssprüngen auf,
ist davon auszugehen, dass die seitliche Verreibung im Farbwerk
nicht korrekt eingestellt ist.
-
Die
Residuen lassen sich gut über
eine Funktion beschreiben, zum Beispiel als eine Gerade in Abhängigkeit
der Farbzone. Des Weiteren ist es möglich, eine Residuenanalyse
in Bezug auf den Bedruckstoff durchzuführen. Auch hier werden analoge Verfahren
wie innerhalb eines Clusters angewendet. Zudem können die Residuen entweder
zu einer virtuellen Kennlinie oder zu dem Mittelwert der einzelnen Cluster
zusammengefasst werden. Wie bei der Analyse innerhalb eines Clusters
werden auch hier drei Fälle
unterschieden. Es liegen statistische Streuungen vor, wobei große Werte
auf einen instabilen Druckprozess hindeuten. Es liegen Streuungen
aufgrund von Flächendeckungssprüngen innerhalb
der Druckform vor, was dazu führt,
dass zwar keine Fehleinstellung in der Maschine vorliegt, aber ein
Lernen von Kennlinien nur sehr schwer möglich ist. Falls die Residuen
eine Funktion der Farbzonen darstellen, liegen entsprechende Fehleinstellungen
vor. Handelt es sich zum Beispiel um eine schräge Gerade, so ist die Feuchte
auf einer Seite zu hoch. Handelt es sich bei der Funktion stattdessen
um eine Parabel, so ist die Feuchte auf beiden Seiten zu hoch oder
zu niedrig.
-
Selbstverständlich lassen
sich die genannten Verfahren zur Ermittlung der Bezugswerte und der
daraus folgenden Analyse auch miteinander kombinieren. So lässt sich
insbesondere die Clusterung der Öffnungswerte
der jeweiligen Farbzonen und die Ermittlung der Bezugswerte auf
Basis einer virtuellen Farbvoreinstellkennlinie miteinander verbinden.
Unter einer virtuellen Kennlinie ist eine Kennlinie zu verstehen,
bei der eine Filterung oder Mittelwertbildung vorgenommen worden
ist. Um das System robuster zu gestalten, ist es außerdem möglich, dass
die Filterung bzw. Mittelwertbildung über mehrere Druckjobs oder
Regelschritte hinweg erfolgt. Über
den zeitlichen Verlauf über
mehrere Druckjobs hinweg können
sujetbezogene Problemstellungen von Farb/-Feuchtwerksproblemen getrennt werden. So
kann z. B. über
eine Sprungstellenbehandlung die seitliche Verreibung im Farbwerk
herausgerechnet werden.
-
In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Abweichungen zu den ermittelten Bezugswerten für jede Farbzone
als prozentuale Öffnungsfehler
der jeweiligen Farbzone berechnet werden. In diesem Fall werden
die Abweichungen zu den ermittelten flächendeckungsabhängigen Bezugswerten
für jede
Farbzone nicht nur als absolute Werte, sondern auch in Relation
zu den Öffnungen
der jeweiligen Farbzone gesetzt. Es ist somit zu erkennen, wo besonders
hohe prozentuale Abweichungen auftreten.
-
Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben
und erläutert.
Es zeigen:
-
1 eine
Druckmaschine mit einem erfindungsgemäß programmierten Steuerungsrechner,
-
2 eine
korrekt eingestellte Kennlinie,
-
2a ein
Druckergebnis, bei dem kein Zusammenhang mit einer Fehlerursache
zu erkennen ist,
-
2b es
liegt ein Fehler zur Original-Kennlinie vor,
-
2c es
liegt ein Fehler zu einer virtuellen Kennlinie vor,
-
2d es
liegt kein Zusammenhang vor.
-
3 die
Kennlinie ist prozentual falsch,
-
3a es
besteht ein eindeutiger Zusammenhang bei Fehler über die Flächendeckung,
-
3b es
liegt ein Fehler zur Original-Kennlinie vor,
-
3c es
liegt ein Fehler zur virtuellen Kennlinie vor,
-
3d es
besteht ein eindeutiger Zusammenhang des Fehlers über die
Flächendeckung,
-
4 Kennlinie
und Feuchtedosierung sind falsch eingestellt,
-
4a es
liegt ein eindeutiger Zusammenhang der Fehler in Bezug auf die Flächendeckung vor,
-
4b es
liegt ein Fehler zur Original-Kennlinie vor,
-
4c es
liegt ein Fehler zur virtuellen Kennlinie vor,
-
4d es
besteht ein eindeutiger Zusammenhang der Fehler zur Flächendeckung.
-
5 zeigt
die Einstellwerte von 8 Farbzonen einer Druckmaschine in Bezug auf
die Flächendeckung
in Prozent und in Dioden auf einer Einstellskala,
-
5a zeigt
eine Clusterung mit einem 1 Prozent- und einem 5 Prozent-Cluster
und die daraus resultierende Standardabweichung,
-
6 zeigt
eine zweite Einstellung von 8 Farbzonen in einer Druckmaschine mit
der Einstellung der Flächendeckung
in Prozent bzw. der zugehörigen
Diodenwerte einer Einstellskala,
-
6a zeigt
wiederum ein Beispiel für
eine Clusterung in Form eines 1 Prozent- und eines 5 Prozent-Clusters
und die daraus resultierende Standardabweichung der Residuen innerhalb
eines Clusters,
-
6b zeigt
die Abweichung der Residuen, innerhalb der Cluster in 8 Zonen einer
Druckmaschine,
-
7 zeigt
eine weitere Einstellung von 8 Farbzonen einer Druckmaschine mit
Flächendeckungswerten
in Prozent und den dazugehörigen
Diodeneinstellungen einer Einstellungsskala,
-
7a zeigt
die Vornahme einer Clusterung in 1 Prozent- und 5-Prozent-Cluster
und die daraus resultierende Standardabweichung der Residuen innerhalb
eines Clusters und
-
7b die
Residuen aufgetragen über
die 8 Farbzonen einer Druckmaschine.
-
In 1 ist
eine Bogenoffsetdruckmaschine 1 abgebildet, welche beispielhaft über zwei
Druckwerke 3, 4 verfügt. Jedes der beiden Druckwerke 3, 4 weist
ein Farbwerk 16, 17 und ein Feuchtwerk 18, 19 auf.
In den Farbwerken 16, 17 wird die Druckfarbe für den Druck über die
gesamte Druckwerksbreite vergleichmäßigt mittels zahlreicher Verreiberwalzen. Des
Weiteren wird mittels der Feuchtwerke 18, 19 Feuchtmittel
zugeführt,
um die richtige Farbkonsistenz auf der Druckplatte der Plattenzylinder 11, 12 aufbringen
zu können.
Die Farbkästen
der beiden Farbwerke 16, 17 sind dabei jeweils
als zonale Farbkästen
ausgeführt,
wobei die Anzahl der Farbzonen in den Farbkästen vom Format der Maschine
abhängig
ist. Eine Bogenoffsetdruckmaschine 1 im Format 70 cm × 102 cm
verfügt üblicherweise über 64 Farbzonen.
Von den Plattenzylindern 11, 12 wird die Druckfarbe über Gummituchzylinder 13, 26 im
Druckspalt zwischen Gummituchzylindern 13, 26 und Druckzylindern 10, 28 auf
den Bedruckstoff 9 übertragen.
Die Druckbogen 9 werden den Druckwerken 3, 4 über einen
Saugbändertisch 24 zugeführt, welcher den
Anleger 2 mit dem ersten Druckwerk 3 verbindet. Im
Anleger 2 werden die Bogen 9 einem Anlegerstapel 8 entnommen.
Zwischen den beiden Druckwerken 3, 4 werden die
Bogen 9 mittels Transportzylindern 14 transportiert.
Nach dem Verlassen des letzten Druckwerks 4 werden die
Bogen 9 im Ausleger 6 auf einem Auslegerstapel 7 abgelegt.
Ausgangs des letzten Druckwerks 4 befindet sich ein Inline-Farbmessgerät 21,
welches ebenso wie ein externes Farbmessgerät 20 über eine
Kommunikationsverbindung 22 mit einem Steuerungsrechner 5 der
Druckmaschine 1 verbunden ist. Der Steuerungsrechner 5 steuert
die Antriebsmotoren und elektrischen Stellaggregate der Druckmaschine 1 und
ist zur Anzeige des Maschinenzustands und zur Bedienung der Maschine
mit einem Bildschirm 15 verbunden. Des Weiteren steht der
Steuerungsrechner 5 mit einer Datenbank 23 in
Verbindung.
-
Im
Steuerungsrechner 5 werden gemäß der vorliegenden Erfindung
für die
Farbzonen in den Farbwerken 16, 17 anhand der
Voreinstellung flächendeckungsabhängige Bezugswerte
ermittelt. Mittels der Farbmessgeräte 21, 20 werden
auf den Druckbogen 9 Farbmesswerte ermittelt und dem Steuerungsrechner 5 zugeführt. Der
Steuerungsrechner 5 berechnet dann die Abweichungen zwischen
den erfassten Farbmesswerten und den flächendeckungsabhängigen Bezugswerten.
Die so berechneten Abweichungen werden im Steuerungsrechner 5 mit
in der Datenbank 23 hinterlegten Daten verglichen, welche
mit Ursachen von Färbungsproblemen
korrespondieren. Der Steuerungsrechner 5 ermittelt dann
durch Vergleich mit den Daten der Datenbank 23 die Färbungsprobleme
und führt
ggf. Verstellungen an den Farbwerken 16, 17 und/oder Feuchtwerken 18, 19 durch.
-
In 2 ist
ein erstes Beispiel für
eine Analyse anhand einer Druckmaschine 1 mit 8 Farbzonen in
den Farbwerken 16, 17 dargestellt. Die Flächendeckungen
FIDe sind in Prozent angegeben, zudem sind die Werte der Farbzoneneinstellung
der Farbvoreinstellkennlinie in Dioden VE-Dio angegeben. Die Farbvoreinstellkennlinie
ist korrekt eingestellt. In einer ersten Nachführung werden die Farbzoneneinstellungen
im senkrecht schraffierten Bereich verändert. In 2a ist
die ursprüngliche
Farbvoreinstellkennlinie VE-DIO im Vergleich zu der nach der ersten Nachführung eingestellten
neuen Kennlinie DIO neu angezeigt. Die Geraden sind in dem Bereich
der Flächenbedeckung
FIDe für
20 bis 50 Prozent angegeben. In 2a ist
kein Fehler über
die Flächendeckung
zu erkennen. In 2b ist der sich aus 2a ergebende
Fehler nach der ersten Nachführung
in Prozent im Vergleich zur Originalkennlinie KL vor der ersten
Nachführung
aufgetragen. Hieraus ist abzulesen, dass es einen Anstieg der Farbdichten
in den Farbzonen 1 bis 8 gibt. In 2c ist
zudem der Fehler nach der ersten Nachführung in Bezug auf eine virtuelle
Kennlinie abgebildet, auch hier ist ein Anstieg der Farbdichten
von der Farbzone 1 zur Farbzone 8 zu erkennen. In 2d ist
der Fehler bezüglich der
Originalkennlinie KL in Prozent übe
den Flächendeckungswerten
in Prozent eingezeichnet, hieraus ist kein Zusammenhang zu erkennen.
Aus den vier 2a bis 2d kann
der Steuerungsrechner 5 schlussfolgern, dass die Kennlinie
zwar in Ordnung ist, aber ein Feuchte- bzw. Farbkastenproblem vorliegt.
Aufgrund der geneigten Geraden in 2b kann
der Steuerungsrechner 5 weiterhin daraus schließen, das
das Farbwerk auf der rechten Seite unterfärbt ist, so das mehr Farbe
geliefert werden muss, um dies zu kompensieren. Als Abhilfe kann
der Steuerungsrechner auf der rechten Seite die Feuchte reduzieren
und auf der linken Seite weiter öffnen.
-
Ein
weiteres Beispiel geht aus 3 hervor, hier
ist die Farbvoreinstellkennlinie prozentual falsch eingestellt.
In 3 sind ebenfalls die Flächendeckungen FIDe in Prozent
und die entsprechenden Diodenwerte VE-Dio aufgetragen, wobei der
senkrecht schraffierte Bereich wiederum die erste Nachführung darstellt.
In 3a sind die ursprüngliche Kennlinie VE-Dio und
die neue Kennlinie DIO neu aufgezeichnet, wobei eindeutig ein Fehler
in Bezug auf die Flächendeckung
festzustellen ist. In 3b ist der Fehler im Vergleich
zu der original Kennlinie KL vor der ersten Nachführung aufgetragen,
wobei hier jedoch kein eindeutiger Zusammenhang erkennbar ist. 3c zeigt
keinen Fehler zu einer virtuellen Kennlinie an. Gemäß 3d wiederum
besteht ein eindeutiger Fehler in Bezug auf die Flächendeckung.
Aus den Kurven 3a bis 3d folgert der Steuerungsrechner, dass
die Kennlinie falsch eingestellt ist, aber ansonsten Feuchtwerk 18, 19 und
Farbwerk 16, 17 korrekt eingestellt sind. In diesem
Fall muss folglich die Kennlinie neu gelernt werden.
-
Im
dritten Beispiel in 4 ist sowohl die Kennlinie falsch
als auch die Feuchtmitteldosierung falsch eingestellt. Nach der
wiederum senkrecht schraffiert eingezeichneten ersten Nachführung ergibt
sich gemäß der 4a und 4d eindeutig
ein Fehler in Bezug auf die Flächendeckung.
Aus 4b ist kein eindeutiger Fehler in Bezug auf die
Originalkennlinie KL zu erkennen. Dafür ergibt die Fehleranalyse
zur virtuellen Kennlinie KL in 4c wiederum einen
eindeutigen Zusammenhang. Aus diesen vier Kurven lässt sich
schlussfolgern, dass die Kennlinie falsch eingestellt ist und außerdem ein
Problem im Feuchtwerk 18, 19 und im Farbwerk 16, 17 vorliegt. In
diesem Fall muss der Steuerungsrechner 5 die Kennlinie
neu lernen und es muss die Unterfärbung auf der rechten Seite
behoben werden. Dazu muss auf der rechten Seite die Feuchtmitteldosierung
reduziert werden oder auf der linken Seite die Feuchtmitteldosierung
vergrößert werden.
-
Bei
der Ermittlung der flächendeckungsabhängigen Bezugswerte
im Steuerungsrechner 5 werden bevorzugt die Flächendeckungswerte
FIDe über mehrere
Farbzonen 1 bis 8 hinweg geclustert. Auch hier wird beispielhaft
eine Druckmaschine 1 mit 8 Farbzonen in den Farbwerken 16, 17 gezeigt.
In 5 ist die Ausgangssituation eines ersten Beispiels
abgebildet, wobei die Flächendeckungswerte einmal
in Prozent und einmal in Diodeneinstellungen angegeben sind. Gemäß 5a erfolgt
eine Clusterung in zwei Cluster, ein 1 Prozent-Cluster und ein 5 Prozent-Cluster. 5a zeigt
dazu die Standardabweichung der geclusterten Flächenbedeckungen FD als weiße Balken
und die Standardabweichung der ermittelten Messwerte als schwarze
Balken.
-
Eine
zweite Ausgangssituation geht aus 6 hervor.
Auch hier werden die Flächendeckungswerte
zu 1- und 5 Prozent-Clustern zusammengefasst, wobei zunächst die
Abweichungen, Residuen, gemäß 6b durch
die ermittelten Bezugswerte in geclusterter Form und die Messwerte
in geclusterter Form ermittelt werden. 6a zeigt
dann die Standardabweichung der Flächendeckungswerte und der Residuen
in Prozent, also die Abweichungen zwischen den Messwerten und den
ermittelten Bezugswerten.
-
6b zeigt,
dass die Standardabweichung innerhalb eines Clusters sehr groß ist. Die
Grafik in 6b zeigt außerdem, dass die Werte in den
Farbzonen 4 und 5 an den Flächendeckungssprüngen die Ursache
dafür sind.
-
Eine
dritte Ausgangssituation geht aus 7 hervor.
Hier sind ebenfalls die Flächendeckungen
in Prozent und in Dioden aufgetragen. In 7b sind wiederum
die Residuen, d. h. die Abweichungen der geclusterten Bezugswerte,
zu den Messwerten aufgezeichnet. Es zeigt sich, dass die Standardabweichung
innerhalb eines Clusters sehr groß ist. Die Analyse ergibt weiterhin,
dass die Residuen von der Farbzoneneinstellung abhängen, denn
es liegt ein deutlicher Abfall zu höheren Farbzonenwerten vor.
In diesem Fall hat die Druckmaschine 1 bei hohen Farbzonen
mehr Feuchtmittel als bei niedrigen Farbzonen, und das Feuchtwerk 18, 19 muss
entsprechend justiert werden. 7a zeigt
wiederum die Standardabweichung der Residuen innerhalb eines Clusters, wobei
zu erkennen ist, dass die Standardabweichung der Residuen der Messwerte
im 5 Prozent-Cluster wesentlich
geringer ist als im 1 Prozent-Cluster.
-
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Anleger
- 3,
4
- Druckwerk
- 5
- Steuerungsrechner
- 6
- Ausleger
- 7
- Auslegerstapel
- 8
- Anlegerstapel
- 9
- Bogen
- 10,
28
- Druckzylinder
- 11,
12
- Plattenzylinder
- 13,
26
- Gummituchzylinder
- 14
- Transportzylinder
- 15
- Bildschirm
- 16,
17
- Farbwerk
- 18,
19
- Feuchtwerk
- 20
- Farbmessgerät
- 21
- Inlinefarbmessgerät
- 22
- Kommunikationsverbindung
- 23
- Datenbank
- 24
- Anlegersaugband
- VE-Dio
- Farbzoneneinstellung
Voreinstellkennlinie
- DIO
- Diodeneinstellwerte
- KL
- Kennlinie
- FIDe
- Flächendeckung
in Prozent