DE102009032750A1 - Beschlag für einen Fahrzeugsitz - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft einen Beschlag mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1.
- Aus der
DE 103 34 089 B4 ist ein Beschlag dieser Art bekannt. Bei einem solchen Beschlag kann ein Spiel in Umfangsrichtung (Verdrehspiel), ein Lagerspiel zwischen den beiden Beschlagteilen und ein Spiel zwischen jedem Riegel und der zugeordneten Führung auftreten. Um das Verdrehspiel auszugleichen, wird bei diesem bekannten Beschlag vorgeschlagen, dass einer der drei Riegel parallel versetzt zu einer Achse durch den Mittelpunkt des ersten Beschlagteils geführt wird. Nachteilig hieran ist, dass diese Riegel dann nicht vollständig eingefallen ist, was zu einem Festigkeitsverlust gegenüber einem vollständigen Einfall führt. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Beschlag der eingangs genannten Art zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Beschlag mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Durch den Versatz der Mitten der Drehlagersitze und/oder der Schnittpunkte der Mittellinien der Führungen kann das Spiel (und etwaige Fertigungstoleranzen) zwischen den beiden Beschlagteilen und den Riegeln ausgeglichen werden. Dabei genügt ein kleiner Versatz in der Größenordnung des erwarteten Spiels, beispielsweise halb so groß wie dieses. Der Spielausgleich erfolgt durch Zusammenwirken der Riegel mit dem zweiten Beschlagteil, vorzugsweise mit einem Zahnkranz desselben, wobei die auftretenden Kräfte einen geometrischen Ausgleich in der Relativanordnung der Beschlagteile und der Riegel erzwingt. Die Richtung des Versatzes und die Anzahl der Riegel ist prinzipielle beliebig, jedoch können die Einbaulage des Beschlags und die erforderliche Festigkeit bestimmte Werte bevorzugen.
- Die Festigkeit des Beschlags gegen externe Belastungen, d. h. die Widerstandsfähigkeit gegen crashbedingte Fehlfunktionen, kann zum einen mit einer erhöhten Anzahl von Riegeln erhöht werden. Damit kann der Beschlag gut für Gurtintegralsitze mit gegebenenfalls besonders hohen Belastungen eingesetzt werden. Zum anderen kann der Zahneingriff verbessert werden, indem die vorgesehenen Riegel bei verriegeltem Beschlag im Normalfall, d. h. außerhalb des Crashfalls und gegebenenfalls Missbrauchsfalls, gekippt sind. Bei genau vier Riegeln, die vorzugsweise um jeweils 90° versetzt um den Exzenter herum angeordnet sind, kann jeder Riegel im Normalfall gegensinnig zu den jeweils benachbarten Riegeln kippen, so dass wenigstens zwei Riegel in eine Richtung und zwei weitere Riegel in die entgegengesetzte Richtung gekippt sind. Dann befinden sich unabhängig von der Belastungsrichtung, die sich als Drehmoment zwischen den Beschlagteilen auswirkt, wenigstens zwei Riegel bereits in einer Position, in welcher sie die Kräfte aus dieser Belastung sofort ableiten können. Um das Kippen zu bewirken, d. h. zu begünstigen oder zu erzwingen, können am Exzenter und/oder an den Riegeln radial unterschiedliche Nocken ausgebildet sein, und/oder am Riegel reduzierte (gegenüber dem Zahnkranz) Durchmesser von Kopfkreis und Fußkreis vorgesehen sein.
- Insgesamt bietet der erfindungsgemäße Beschlag somit sowohl einen Spielausgleich als auch eine verbesserte Festigkeit.
- Im folgenden ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels mit einer Abwandlung näher erläutert. Es zeigen
-
1A einen Schnitt durch das Ausführungsbeispiel mit einem Versatz der Mitten der Drehlagersitze, -
1B eine Vergrößerung der Kontaktstelle K5, -
1C eine Vergrößerung der Kontaktstelle K6, -
2A einen Schnitt durch das Ausführungsbeispiel mit einem Versatz der Schnittstellen der Mittellinien der Führungen, -
2B eine Vergrößerung der Kontaktstelle K5, -
2C eine Vergrößerung der gegenüberliegenden Kontaktstelle K5, -
2D eine Vergrößerung der Kontaktstelle K6, -
2E eine Vergrößerung der gegenüberliegenden Kontaktstelle K6, -
3A eine Darstellung des aufgrund radial unterschiedlicher Exzenternocken kippenden Riegels, -
3B eine Vergrößerung der Kontaktstelle K6 vor dem Kippen, -
3C eine Vergrößerung der Kontaktstelle K6 nach dem Kippen, -
4 eine Darstellung des aufgrund reduziertem Verzahnungsdurchmesser gekippten Riegels, -
5 eine Explosionsdarstellung des Ausführungsbeispiels, und -
6 eine schematische Darstellung eines Fahrzeugsitzes. - Ein Fahrzeugsitz
1 eines Kraftfahrzeuges weist ein Sitzteil3 und eine Lehne4 auf, welche mittels zweier Beschläge seitlich am Sitzteil3 angebracht, relativ zu diesem schwenkbar und mit unterschiedlichen Neigungseinstellungen verriegelbar ist. Die Ausrichtung des Fahrzeugsitzes1 im Kraftfahrzeug und dessen gewöhnliche Fahrtrichtung definieren die verwendeten Richtungsangaben. Der Fahrzeugsitz1 ist als Gurtintegralsitz ausgebildet, d. h. das obere Ende eines Sicherheitsgurtes ist an der Lehne4 befestigt, genauer gesagt an einem Gurtautomat an der Oberkante der Lehne4 . Die im Belastungsfall über den Sicherheitsgurt in die Lehne4 eingeleiteten Kräfte sind daher über die Beschläge ins Sitzteil3 weiterzuleiten, weshalb wenigstens der Beschlag5 auf der höherbelasteten Fahrzeugsitzseite, an welcher der Sicherheitsgurt angebracht ist, als Hochlastbeschlag ausgebildet ist. - Der Beschlag
5 beruht auf dem gleichen Prinzip, wie der in derDE 102 53 054 A1 beschriebene Beschlag, weshalb deren Offenbarung ausdrücklich einbezogen wird. Der Beschlag5 ist als Rastbeschlag in einer Scheibenform ausgebildet. Der Beschlag5 weist ein erstes Beschlagteil7 und ein relativ zu diesem um eine Achse A verdrehbares zweites Beschlagteil8 auf, welche zwischen sich einen Bauraum definieren. Ein reifenartiger Umklammerungsring9 übergreift das zweite Beschlagteil8 und ist mit dem ersten Beschlagteil7 verbunden, wodurch die beiden Beschlagteile7 und8 axial zusammengehalten werden. Vorliegend ist das erste Beschlagteil7 mit dem Sitzteil3 und das zweite Beschlagteil8 mit der Lehne4 verbunden. Die umgekehrte Anordnung ist aber auch möglich. - Im Zentrum des Beschlags
5 ist ein Mitnehmer10 angeordnet, welcher um die Achse A drehbar am zweiten Beschlagteil8 gelagert ist. Auf dem Mitnehmer10 sitzt drehfest oder wenigstens auf Mitnahme gekoppelt ein im Bauraum angeordneter Exzenter11 . Der Exzenter11 wirkt auf vier gleiche Riegel13 ein, welche um je 90° versetzt zueinander im Bauraum um den Exzenter11 herum angeordnet sind und auf ihrer radial (bezüglich der Achse A) außen liegenden Seite mit einer Verzahnung versehen sind, um mit einem Zahnkranz14 des als Hohlrad ausgebildeten zweiten Beschlagteils8 zusammenzuwirken. Die Riegel13 werden in radialer Richtung durch Führungssegmente15 des ersten Beschlagteils7 geführt. Das zweite Beschlagteil8 liegt mit dem Zahnkranz14 auf den vier Führungssegmenten15 auf, wodurch das zweite Beschlagteil8 am ersten Beschlagteil7 gelagert ist. - Eine Federanordnung
17 ist in einer zentralen Öffnung des ersten Beschlagteils7 angeordnet, was den vorhandenen Bauraum gut ausnützt. Um Querkräfte durch ein einseitiges Angreifen am Exzenter11 zu vermeiden, besteht die Federanordnung17 aus zwei einzelnen, jeweils für sich als Flachspiralfeder ausgebildeten Federn, welche um die Achse A herum um 180° verdreht zueinander angeordnet und ineinander geschachtelt sind, d. h. die Abstände der jeweiligen Windungen sind so groß gewählt, dass zwischen zwei Windungen der einen Feder eine Windung der anderen Feder und umgekehrt zu liegen kommt, und jeweils noch ein ausreichender Federweg für eine Kontraktion oder Expansion zur Verfügung steht. Vorliegend sind die beiden Federn der Federanordnung17 mittels ihrer äußeren Federenden am ersten Beschlagteil7 abgestüzt, und das Beaufschlagen des Exzenters11 erfolgt mittels der jeweiligen inneren Federenden. - Die Federanordnung
17 beaufschlagt den Exzenter11 , so dass dieser die Riegel13 radial nach außen drückt, d. h. in den Zahnkranz14 , womit der Beschlag5 verriegelt ist. Eine Steuerscheibe19 ist im Bauraum axial zwischen den Riegeln13 und dem zweiten Beschlagteil8 angeordnet und sitzt vorliegend drehfest auf dem Exzenter11 . Die Steuerscheibe19 weist vier Kulissen19' auf, von denen jede mit einer Nase13' je eines Riegels13 zusammenwirkt, wobei die Nasen13' in axialer Richtung von den Riegeln13 abstehen. Bei einer Drehung des Mitnehmers10 – und des damit angetriebenen Exzenters11 und der Steuerscheibe19 – entgegen der Kraft der Federanordnung17 zieht die Steuerscheibe19 die Riegel13 radial nach innen, d. h. aus dem Zahnkranz14 , womit der Beschlag5 entriegelt ist. - Der Mitnehmer
10 ist mittels einer Nabe in einer Öffnung des zweiten Beschlagteils8 gelagert. Zwei angeformte Rippen10' des Mitnehmers10 liegen in axialer Richtung an der Innenseite des zweiten Beschlagteils8 an, während ein auf der Außenseite des zweiten Beschlagteils8 angeordneter Sicherungsring20 – nach Aufclipsen beim Zusammenbau des Beschlags5 – fest auf der Nabe des Mitnehmers10 sitzt. Der Mitnehmer10 ist damit axial gesichert. - Die Führungssegmente
15 definieren mit ihren in Umfangsrichtung verlaufenden, das zweite Beschlagteil8 lagernden Flächen einen Drehlagersitz. Dieser Drehlagersitz ist Teil einer Zylinderfläche. Die Mitte des Drehlagersitzes der Führungssegmente15 sei mit M15 bezeichnet. Mittels der Drehlagersitze ist das zweite Beschlagteil8 auf dem ersten Beschlagteil7 gelagert. Die Führungssegmente15 definieren mit ihren in radialer Richtung verlaufenden, die Riegel13 führenden Flächen paarweise jeweils für genau einen Riegel13 eine Führung mit einer Mittellinie, von denen in2A einige Mittellinien mit L15 und der Übersichtlichkeit halber die dazu parallelen Mittellinien mit L15' bezeichnet sind. Der Zahnkranz14 definiert durch seinen Kopfkreis einen weiteren Drehlagersitz, der Teil einer Zylinderfläche ist. Die Mitte des Drehlagersitzes des Zahnkranzes14 sei mit M14 bezeichnet. - Zur Spielreduzierung ist erfindungsgemäß ein Versatz v der Beschlagteile
7 und8 vorgesehen. Die Mittellinien L15, L15' der Führungen schneiden sich in einem gemeinsamen Schnittpunkt, welcher mit der Mitte M14 des Drehlagersitzes des Zahnkranzes14 zusammenfällt (weil die Riegel13 den Zahnkranz14 zentrieren). Demgegenüber ist die Mitte M15 des Drehlagersitzes der Führungssegmente15 um den Versatz v versetzt. Die Achse A wird dann zum Momentanpol. Der Versatz v kann in eine beliebige Richtung ausgeführt werden. Er ist im Idealfall genau so groß wie die halbe Summe aus dem in Richtung des Versatzes v vorhandenen Passungsspiel zwischen den Riegeln13 und den Führungssegmenten15 . In1A ist der Versatz v beispielhaft in vertikaler Richtung gewählt, wobei seine Abmessung von beispielsweise etwa 0,15 bis 0,25 mm überproportional vergrößert dargestellt ist. Für die Spielreduzierung sind die sechs Kontaktstellen K1, K2, K3, K4, K5 und K6 interessant, nämlich K1 und K2 zwischen den beiden tragenden Führungssegmenten15 und dem Zahnkranz14 , K3 und K4 zwischen den besagten beiden Führungssegmenten15 und den beiden in Richtung des Versatzes v gelegenen Riegeln13 , und K5 und K6 zwischen den besagten beiden Riegeln13 dem Zahnkranz14 . Der Versatz v führt dazu, dass die Kräfte, die in den Kontaktstellen K5 (1B ) und K6 (1C ) zwischen den Riegeln13 und dem Zahnkranz14 wirken, sowohl den Zahnkranz14 an die Kontaktstellen K1, K2, mit den tragenden Führungssegmenten15 als auch die Riegel13 an die Kontaktstellen K3 und K4 mit denselben zwängen. Dadurch ist das freie Spiel vollständig ausgeglichen. - Zusätzlich oder alternativ können die Mittellinien L15 und L15' der diagonal gegenüberliegenden Führungen (also der jeweils gegenüber liegenden Paare von Führungssegmenten
15 ) parallel zueinander versetzt sein (2A ), d. h. jede Mittellinie L15 zu der hierzu parallelen Mittellinie L15'. Die Mittellinien L15, L15' definieren ein Schnitt-Viereck, dessen (größere) Diagonale den Versatz v bildet. Die Richtung des Versatzes v wird daher durch die Summe der (als Vektor aufzufassenden) Einzelwerte definiert, um den die Mittellinien L15, L15' zueinander versetzt sind. Diese Richtung kann beliebig gewählt werden. Die Funktionsweise des Versatzes v ist die gleiche wie zuvor beschrieben, d. h. die Kräfte in den Kontaktstellen K5 (2B und2C ) und K6 (2D und2E ) zwischen den Riegeln13 und den Zahnkranz14 zwingen die Riegel13 – in Richtung des Versatzes v – in den Kontaktstellen K3 und K4 in Anlage an die Führungssegmente15 (und den Zahnkranz14 in Anlage an die Führungssegmente15 ). Der Versatz v zwischen den Mittellinien L15 beträgt im Idealfall die Summe des auszugleichenden Spiels der Riegel13 zu den Führungssegmenten15 in Richtung des Versatzes v, beispielsweise etwa 0,1 bis 0,15 mm, was wiederum überproportional vergrößert dargestellt ist. - Der erfindungsgemäße Spielausgleich führt dazu, dass der Zahneingriff zwischen Riegel
13 und Zahnkranz14 nicht bei allen Riegeln13 vollständig ist. Um die Festigkeit, insbesondere für den Crashfall, zu steigern, wird der Zahneingriff verbessert. Hierzu ist bei verriegeltem Beschlag5 vorgesehen, dass die Riegel13 bezüglich der Mittellinien L15 verkippen können, und zwar bereits im Normalfall durch den Zahneingriff zwischen Riegel13 und Zahnkranz14 . Am Exzenter11 sind erste Exzenternocken21 und zweite Exzenternocken22 ausgebildet. Die vier ersten Exzenternocken21 und die vier zweiten Exzenternocken22 bilden vier Paare, wobei in Umfangsrichtung des Exzenters11 betrachtet die Reihenfolge innerhalb eines Paares von Paar zu Paar wechselt, d. h. auf zwei zueinander benachbarte erste Exzenternocken21 folgen zwei zueinander benachbarte zweite Exzenternocken22 und umgekehrt. Jedes Paar ist genau einem Riegel13 zugeordnet. An jedem Riegel13 sind auf der dem Exzenter11 zugewandten Seite und versetzt zur Mittellinie L15 zwei Riegelnocken23 angeformt, von denen einer auf einen ersten Exzenternocken21 und einer auf einen zweiten Exzenternocken22 ausgerichtet und diesem zugeordnet ist. Beim Kippen des Riegels13 würde zwischen einem der beiden Exzenternocken21 und22 und dem zugeordneten Riegelnocken23 ein Spalt entstehen. Um diesen Spalt auszugleichen bzw. zu verhindern, sind die Exzenternocken21 und22 radial unterschiedlich ausgebildet, d. h vorliegend stehen die ersten Exzenternocken21 radial etwas (beispielsweise etwa 0,1 mm) über die zweiten Exzenternocken22 über, während die Riegelnocken radial gleich ausgebildet sind. Diese Lösung erlaubt die Verwendung ausschließlich gleicher Riegel13 . Alternativ sind die Riegelnocken23 radial unterschiedlich und die Exzenternocken21 und22 radial gleich ausgebildet. Dann bestehen allerdings – zur Beibehaltung der abwechselnden Reihenfolge – höhere Anforderungen an die Montage. - Wenn der Exzenter
11 die Riegel13 beaufschlagt, bedeutet dies im Normalfall, dass zunächst nur der jeweils erste Exzenternocken21 den ihm zugeordneten Riegelnocken23 beaufschlagt, und damit den Riegel13 radial nach außen bewegt, während zwischen dem jeweils zweiten Exzenternocken22 und dem ihm zugeordneten Riegelnocken23 ein Spalt besteht. Sobald der Riegel13 in den Zahnkranz14 greift (3B ), kippt der Riegel13 , d. h. dreht sich etwas, in einer in3A mit einem gekrümmten Pfeil angedeuteten Richtung, bis das Spiel ausgeglichen ist (3C ). Der Riegel13 wirkt dann als Druckstrebe und steht an drei Punkten in Kontakt mit jeweils einem anderen Bauteil des Beschlags5 , nämlich mit dem zugeordneten ersten Exzenternocken21 , d. h. dem Exzenter11 , dem benachbart nächstgelegenen Führungssegment15 , d. h. dem ersten Beschlagteil7 , und dem Zahnkranz14 , d. h. dem zweiten Beschlagteil8 . Aufgrund der abwechselnden Reihenfolge in den Paaren der Exzenternocken21 und22 kippen die Riegel13 in abwechselnder Richtung, d. h. jeweils gegensinnig zu ihren jeweiligen Nachbarn. Je zwei einander gegenüberliegenden Riegel13 kippen damit in die gleiche Richtung, welche gegensinnig zu derjenigen der jeweils anderen zwei Riegel13 ist. - Wird nun auf die Lehne
4 eine Kraft ausgeübt, insbesondere im Crashfall, beispielsweise über den Sicherheitsgurt, erfährt das zweite Beschlagteil8 ein Drehmoment. Das zweite Beschlagteil8 übt dadurch mit dem Zahnkranz14 eine Kraft in Umfangsrichtung auf die vier Riegel13 aus. Für zwei Riegel13 wirkt diese Kraft, d. h. Belastung, in die Richtung, in der sie gekippt sind, so dass sie zum einen die Kraft sofort weiterleiten können und zum anderen – gegebenenfalls unter elastischer und/oder plastischer Materialverformung – noch etwas weiter kippen, bis jeweils der bislang freie Riegelnocken23 in Anlage an den zweiten Exzenternocken22 gelangt, also kein Spalt mehr vorhanden ist. Diese kleine Bewegung der Riegel13 führt allerdings zu einer geringfügig reduzierten Festigkeit. Bei einer weiteren Krafterhöhung wird die Kraft nun im wesentlichen über den bislang freien Riegelnocken23 auf den Exzenter11 weitergeleitet. Für die anderen beiden Riegel13 wirkt die Kraft, d. h. Belastung, entgegen der Richtung, in der sie gekippt sind. Diese beiden Riegel13 kippen daher entgegen der ursprünglichen Kipprichtung und leiten dabei die Kraft direkt über den jeweiligen ersten Exzenternocken21 in den Exzenter11 ein. In diesem Fall setzen diese beiden Riegel13 der Belastung eine erhöhte Festigkeit entgegen. - Aufgrund des gegensinnigen Kippens der Riegel
13 im Normalfall stellt sich für Frontcrash und Heckcrash die gleiche Situation dar, d. h. der Kraftfluss geht jeweils durch ein Paar Riegel13 mit zwei abgestützten Riegelnocken23 (und dabei vorrangig über den zuvor freien Riegelnocken23 ) und durch ein Paar Riegel, bei dem (weiterhin) nur ein Riegelnocken23 abgestützt ist. Damit erhöht sich insgesamt die Festigkeit deutlich gegenüber einer Anordnung mit nur zwei Riegeln, aber auch gegenüber einer Anordnung, bei der alle Riegel in die gleiche Richtung kippen, womit einer Belastungsrichtung eine geringere Festigkeit entgegengesetzt würde. - Alternativ oder zusätzlich zum Kippen der Riegel
13 aufgrund der radial unterschiedlichen Nocken kann der Zahneingriff durch eine geänderte Verzahnung verbessert werden. Hierbei werden der Kopfkreis und der Fußkreis der Zähne der Riegel13 gegenüber dem Fußkreis und dem Kopfkreis des Zahnkranzes14 im Durchmesser reduziert, um ein Kippen zu erzwingen oder zumindest zu begünstigen. Gegenüber einem Zahneingriff bei ungekipptem Riegel13 , der vorrangig im Bereich der Kontaktstellen K5 und K6 stattfindet, und gegenüber einem Zahneingriff bei gleich großen Durchmessern und gekipptem Riegel13 , haben die reduzierten Durchmesser den Vorteil, dass mehr Zähne vollständig in Eingriff kommen, beispielsweise die Hälfte. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Fahrzeugsitz
- 3
- Sitzteil
- 4
- Lehne
- 5
- Beschlag
- 7
- erstes Beschlagteil
- 8
- zweites Beschlagteil
- 9
- Umklammerungsring
- 10
- Mitnehmer
- 10'
- Rippe
- 11
- Exzenter
- 13
- Riegel
- 13'
- Nase
- 14
- Zahnkranz
- 15
- Führungssegment
- 17
- Federanordnung
- 19
- Steuerscheibe
- 19'
- Kulisse
- 20
- Sicherungsring
- 21
- erster Exzenternocken
- 22
- zweiter Exzenternocken
- 23
- Riegelnocken
- A
- Achse
- K1, K2, K3, K4, K5, K6
- Kontaktstellen
- L15, L15'
- Mittellinien
- M14
- Mitte des Drehlagersitzes des Zahnkranzes
- M15
- Mitte des Drehlagersitzes der Führungssegmente
- v
- Versatz
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10334089 B4 [0002]
- - DE 10253054 A1 [0023]
Claims (11)
- Beschlag für einen Fahrzeugsitz, insbesondere einen Kraftfahrzeugsitz, mit einem ersten Beschlagteil (
7 ), einem relativ zum ersten Beschlagteil (7 ) um eine Achse (A) verdrehbaren zweiten Beschlagteil (8 ), einem beaufschlagbaren und um die Achse (A) drehbar gelagerten Exzenter (11 ) und mehreren Riegeln (13 ), welche vom ersten Beschlagteil (7 ) mittels Führungen in bezüglich der Achse (A) radialer Richtung geführt, vom Exzenter (11 ) beaufschlagt radial nach außen bewegbar sind, und welche zum Verriegeln des Beschlags (5 ) radial außen mit dem zweiten Beschlagteil (8 ) zusammenwirken, wobei das erste Beschlagteil (7 ) einen Drehlagersitz mit einer Mitte (M15), das zweite Beschlagteil (8 ) einen Drehlagersitz mit einer Mitte (M14) und die Führungen jeweils eine Mittellinie (L15, L15') definieren, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Mitten (M14, M15) der Drehlagersitze und/oder den Schnittpunkten der Mittellinien (L15, L15') ein Versatz (v) vorgesehen ist. - Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Versatz (v) kleine als 1 mm ist, insbesondere kleiner als 0,3 mm.
- Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Beschlagteil (
7 ) Führungssegmente (15 ) aufweist, welche paarweise jeweils eine Führung für genau einen Riegel (13 ) und insbesondere den Drehlagersitz des ersten Beschlagteils (7 ), mittels dessen das zweite Beschlagteil (8 ) gelagert ist, definieren. - Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Beschlagteil (
8 ) einen Zahnkranz (14 ) aufweist, dessen Kopfkreis den Drehlagersitz des zweiten Beschlagteils (8 ) definiert, mittels dessen das zweite Beschlagteil (8 ) auf dem ersten Beschlagteil (7 ) gelagert ist. - Beschlag nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei verriegeltem Beschlag (
5 ) die zwischen den Riegeln (13 ) und dem Zahnkranz (14 ) wirkenden Kräfte den Zahnkranz (14 ) und die Riegel (13 ) an die Führungssegmente (15 ) zwingen. - Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass genau vier Riegel (
13 ) vorgesehen sind. - Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegel (
13 ) in den Führungen kippbar sind, wobei im Normalfall bei verriegeltem Beschlag (5 ) jeder Riegel (13 ) gegensinnig zu den jeweils benachbarten Riegeln (13 ) kippt. - Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Exzenter (
11 ) für jeden Riegel (13 ) einen ersten Exzenternocken (21 ) und einen zweiten Exzenternocken (22 ) aufweist, die radial unterschiedlich ausgebildet sind und die zwei Riegelnocken (23 ) des zugeordneten Riegels (13 ) beaufschlagen. - Beschlag nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Crashfall die in Belastungsrichtung gekippten Riegel (
13 ) sich mit ihren Riegelnocken (23 ) wenigstens zeitweise auf beiden zugeordneten Exzenternocken (21 ,22 ) abstützen, und die entgegen der Belastungsrichtung gekippten Riegel (13 ) auf die andere Seite kippen und sich wenigstens mit jeweils einem Riegelnocken (23 ) auf den zugeordneten ersten Exzenternocken (21 ) abstützen. - Beschlag nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchmesser von Kopfkreis und Fußkreis der Zähne der Riegel (
13 ) gegenüber den Durchmessern von Fußkreis und Kopfkreis des Zahnkranzes (14 ) reduziert sind. - Fahrzeugsitz (
1 ) mit einem Sitzteil (3 ) und einer Lehne (4 ), welche mittels wenigstens eines Beschlags (5 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 am Sitzteil (3 ) angebracht, relativ zu diesem schwenkbar und mit unterschiedlichen Neigungseinstellungen verriegelbar ist.
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|---|---|---|---|
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