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Die Erfindung betrifft eine Becherwerkskette mit den Merkmalen im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein Becherwerkskettensystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 4.
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Derartige Becherwerkskettensysteme umfassen Antriebsräder, Umlenkräder und Becherwerksketten, an denen Becherlaschen angeordnet sind. Die Becherwerksketten weisen in paarweise paralleler Zuordnung abwechselnd Innenlaschen und mit diesen endseitig verbundene Außenlaschen auf. Zudem sind Becherlaschen vorgesehen, auf welchen die Becher zum Transport des Schütt- oder Stückgutes montiert werden können.
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Zum Stand der Technik oben genannter Becherwerksketten zählt beispielsweise die in der
WO 2004/072508 A1 beschriebene Laschenkette, an deren Innen- und/oder Außenlaschen Becherlaschen angeordnet sind. Nachteilig ist hierbei, dass die Becherwerkskette nicht gewendet werden kann und sich somit einseitig abnutzt. Nach Verschleiß der Becherwerkskette muss diese mit den Becherlaschen komplett durch eine neue Becherwerkskette ersetzt werden. Zudem stellen die Innenlaschen auf Grund größerer Löcher an ihren Enden gegenüber den Außenlaschen die schwächeren Kettenglieder dar, welche die Festigkeit der Kette bestimmen.
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Aus der
DE 202 02 907 U1 geht eine Becherwerkskette hervor, welche paarweise gelenkig miteinander verbundene Innenlaschen und außenliegende Becherlaschen aufweist. Die Becherlaschen sind zu den Innenlaschen versetzt angeordnet. Innerhalb der Enden der Becherlasche angeordnete Löcher werden von Bolzen durchsetzt. Um die Enden der Bolzen aufnehmen zu können, sind rohrförmige Buchsen in die Löcher der Enden der Becherlaschen eingepresst. Der von den Innenlaschen abgewandte Endbereich der rohrförmigen Buchse ist über einen Deckel verschlossen. Die rohrförmigen Buchsen weisen einen Kragen auf, durch welchen die Becherlaschen von den Innenlaschen beabstandet sind.
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Die
EP 0 767 114 A1 offenbart eine Becherwerkskette, welche paarweise gelenkig miteinander verbundene Innenlaschen und Außenlaschen aufweist. Die Außenlaschen sind dabei zu den Innenlaschen versetzt angeordnet. Deckungsgleich zu den Innenlaschen sind winkelförmige Anschlussstege angeordnet, wobei die Enden der Außenlaschen zwischen den Innenlaschen und den winkelförmigen Anschlussstegen liegen. Die Außenlaschen sind unabhängig voneinander auf Enden eines Kettenbolzens gelagert, während die Lagerung der winkelförmigen Anschlussstege über in die Außenlaschen eingepresste Buchsen erfolgt, wobei die winkelförmigen Anschlussstege über Bohrungen auf die Buchsen aufgesteckt sind.
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Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine wendbare Becherwerkskette mit wieder verwendbaren Becherlaschen aufzuzeigen, deren Lagerungen der Becherlaschen gegenüber Verschleiß erhöhenden Einflüssen optimiert sind. Ferner soll ein Becherwerkskettensystem mit einer solchen Becherwerkskette aufgezeigt werden, das ebenfalls Verschleiß minimierend ausgelegt ist.
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Die Aufgabe wird durch eine Becherwerkskette mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch ein Becherwerkskettensystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 4 gelöst.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2, 3 sowie 5 und 6.
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Die erfindungsgemäße Becherwerkskette umfasst paarweise gelenkig miteinander verbundene Innenlaschen und Außenlaschen, wobei Becherlaschen deckungsgleich zu den Innenlaschen angeordnet sind. Dabei liegen Enden der Außenlaschen zwischen den Innenlaschen und den Becherlaschen.
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In den Enden der Becherlaschen sind Löcher vorgesehen, welche zu den Löchern in den Enden der Innenlaschen und Außenlaschen fluchtend angeordnet sind. Die Löcher der Becherlaschen werden ebenfalls von den Bolzen durchsetzt. In die Löcher in den Enden der Becherlaschen sind Topfbuchsen eingepresst, welche Enden der Bolzen aufnehmen. Die Topfbuchsen weisen an ihrem offenen Ende einen umlaufenden Kragen auf. Die Becherlaschen sind mit den Topfbuchsen derart an der Becherwerkskette angeordnet, dass der Kragen der Topfbuchsen zwischen den Enden der Becherlaschen und den Enden der Außenlaschen angeordnet ist. Die Becherlaschen werden durch den Kragen von den Außenlaschen beabstandet.
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Auf der nach außen weisenden Umfangsfläche des nach außen weisenden Kragens der Topfbuchse ist ein Dichtungssystem, beispielsweise eine Kunststoffdichtung angeordnet.
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Die paarweise angeordneten Außenlaschen sind jeweils mittels zweier Bolzen miteinander verbunden, welche Löcher in den Enden der Außenlaschen durchsetzen. Die Innenlaschen sind jeweils mittels zweier Buchsen zueinander distanziert und weisen an ihren Enden an den Außendurchmesser der Buchsen angepasste Löcher auf. Die Bolzen verlaufen in bekannter Weise innerhalb der Buchsen.
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Auf Grund des notwendigerweise größeren Außendurchmessers der Buchsen sind auch die Löcher in den Enden der Innenlaschen größer als die Löcher in den Enden der Außenlaschen. Dadurch weisen diese einen kleineren Restquerschnitt auf und stellen somit die gegenüber den Außenlaschen schwächeren Kettenglieder der Becherwerkskette dar. Durch die Anordnung der Becherlaschen deckungsgleich zu den Innenlaschen werden diese durch die Becherlaschen unterstützt.
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Das Spiel zwischen dem Bolzen und den Topfbuchsen der Becherlaschen entspricht in etwa dem Spiel zwischen dem Bolzen und der die Innenlaschen verbindenden Buchse. Dadurch ist gewährleistet, dass die beiden Kontaktpaare Buchse und Bolzen bzw. Topfbuchse und Bolzen gleichzeitig im Eingriff sind und somit eine gleichzeitige und gleichmäßig verteilte Kraftübertragung stattfindet. Die Kraftübertragung wird dabei über einen Formschluss von Bolzen und in die Becherlaschen eingepressten Topfbuchsen und zum anderen über einen Formschluss von Bolzen und die Innenlaschen verbindenden Buchsen im Sinne einer Belastungsreduzierung für die Innenlaschen aufgeteilt.
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Die Außen- und Innenlaschen sind in horizontaler und vertikaler Richtung spiegelsymmetrisch. Die Stirnflächen der Außen- und Innenlaschen weisen an den Enden der Außen- und Innenlaschen einen bogenförmigen Verlauf um die Löcher in den Enden auf. Vorzugsweise ist dieser Verlauf kreisbogenförmig. In einem mittleren Bereich zwischen den Enden ist der Verlauf der Stirnflächen konkav gekrümmt und zwar in der Art, dass die Krümmung an eine umfangsseitige Kontur eines Antriebsrades oder Umlenkrades angepasst ist, über welche die Becherwerkskette geführt wird.
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Die Kette ist symmetrisch aufgebaut und kann dadurch beidseitig eingesetzt werden. Sobald die Becherwerkskette ihre Verschleißgrenze erreicht hat, kann durch Wenden der Innenlaschen und Außenlaschen eine zweite Nutzungsperiode umgesetzt werden, bei welcher die Becherlaschen wieder verwendet werden. Um die Kette um 180° wenden zu können, werden die Becherlaschen gelöst. Nach dem Wenden werden die Becherlaschen über die Topfbuchsen wieder an den Enden der Bolzen montiert. Dadurch können die Innenlaschen und Außenlaschen sowie Buchsen der Becherwerkskette von beiden Seiten verschleißen, wodurch sich die Standzeit einer Becherwerkskette erhöht.
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Die Becherlaschen weisen an einer Längsseite eine Becherauflage zur Befestigung von Bechern auf. Die Stirnfläche der gegenüberliegenden Längsseite weist einen größeren Krümmungsradius auf als die Stirnseiten der Innen- und Außenlaschen. Die Stirnflächen weisen um die Löcher in den Enden der Becherlasche einen bogenförmigen Verlauf auf.
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Zwischen den Innenlaschen und den Außenlaschen befindet sich ein Dichtelement insbesondere in Form einer Metalldichtung.
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Das erfindungsgemäße Becherwerkskettensystem umfasst eine Becherwerkskette, welche Innenlaschen, Außenlaschen und Becherlaschen aufweist sowie ein Antriebsrad, welches schmaler ist, als ein lichter Abstand zwischen zwei einander gegenüberliegenden, d. h. deckungsgleich angeordneten Becherlaschen.
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Durch die Anordnung und Bauform der Becherlaschen und die entsprechend gewählte Breite des Antriebsrades wird verhindert, dass die Becherlaschen bei Verschleiß der Innenlaschen und Außenlaschen auf dem Antriebsrad oder Umlenkrad auflaufen und dabei beschädigt werden. So können die Becherlaschen auch nach Verschleiß einer Becherwerkskette mit einer neuen Becherwerkskette erneut verwendet werden.
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Das vorab benannte Becherwerkskettensystem kann auch in Form einer aus zwei parallelen Becherwerksketten mit an den Becherwerksketten befestigten Bechern sowie sich jeweils auf einer Achse befindlichen zwei Antriebs- und Umlenkrädern bestehen.
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Die Erfindung ist anhand eines in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Es zeigen:
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1 eine Becherwerkskette in perspektivischer Darstellung.
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2 eine Becherwerkskette in Seitenansicht und
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3 zeigt einen Querschnitt A-A der Becherwerkskette aus 2.
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1 zeigt ein erfindungsgemäßes Becherwerkskettensystem 1 mit einer Becherwerkskette 2 auf einem Antriebsrad 3 in perspektivischer Darstellung. Die dargestellte Ausführung bezieht sich zwar auf glatte unverzahnte Antriebs- oder Umlenkräder, eine Übertragung der Erfindung auf verzahnte Antriebs- oder Umlenkräder ist aber ebenso möglich. Die Becherwerkskette 2 umfasst jeweils paarweise gelenkig miteinander verbundene, parallele, d. h. deckungsgleich angeordnete Innenlaschen 4 und jeweils paarweise gelenkig miteinander verbundene, parallele, also ebenfalls deckungsgleich angeordnete Außenlaschen 5. Die Außenlaschen 5 sind versetzt zu den Innenlaschen 4 angeordnet, wobei sich Enden 6 der Innenlaschen 4 und Enden 7 der Außenlaschen 5 überdecken. Dabei sind Löcher in den Enden 6 der Innenlaschen 4 fluchtend zu Löchern in den Enden 7 der Außenlaschen 5 angeordnet.
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Parallel, d. h. deckungsgleich zu den Innenlaschen 4 sind Becherlaschen 8 angeordnet. Die Becherlaschen 8 sind derart an der Becherwerkskette 2 angeordnet, dass die Enden 7 der Außenlaschen 5 zwischen den Enden 6 der Innenlaschen 4 und Enden 9 der Becherlaschen 8 angeordnet sind.
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Die Innenlaschen 4 und die Außenlaschen 5 weisen Stirnflächen 10, 11 auf, welche an den Enden 6, 7 bogenförmig ausgestaltet sind. In ihren mittleren Bereichen 12, 13 weisen die Innenlaschen 4 und die Außenlaschen 5 einen an eine umfangsseitige Kontur 14 des Antriebsrades 3 angepassten Verlauf auf. Auch eine Stirnfläche 15 der Becherlaschen 8 ist entsprechend in einem Bogen ausgestaltet.
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3 zeigt in einem in seiner Lage aus 2 hervorgehenden Schnitt A-A, dass die Innenlaschen 4 der Becherwerkskette 2 über die Löcher 18 an ihren Enden 6 auf Buchsen 19 aufgepresst und durch die Buchsen 19 voneinander beabstandet sind. In den Buchsen 19 sind Bolzen 20 angeordnet. Auf diese Bolzen 20 sind die Außenlaschen 5 aufgepresst. Dabei durchsetzen die Bolzen 20 Löcher 21 in den Enden 7 der Außenlaschen 5 vollständig und ragen über Seitenflächen 22 der Außenlaschen 5 hinaus. Die Löcher 21 der Außenlaschen 5 weisen einen kleineren Durchmesser auf, als die Löcher 18 der Innenlaschen 4. Die inneren Seitenflächen 22 der Außenlaschen 5 weisen zu Stirnseiten 23 der Buchsen 19. Die Buchsen 19 stehen gegenüber einer zu den Außenlaschen 5 weisenden Seitenfläche 24 der Innenlaschen 4 hervor und können somit gleichzeitig zur Beabstandung der Außenlaschen 5 gegenüber den Innenlaschen 4 genutzt werden. In der abgebildeten Ausführungsform wird das Spiel zwischen den Seitenflächen 22 und den Stirnseiten 23 der Buchse 19 durch ein Dichtelement 25 überbrückt.
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Parallel zu den Innenlaschen 4 sind die Becherlaschen 8 angeordnet, welche an ihren Enden 9 ebenfalls Löcher 26 aufweisen. Diese sind zu den Löchern 21 der Außenlaschen 5 und den Löchern 18 der Innenlaschen 4 fluchtend angeordnet und werden ebenfalls von den Bolzen 20 durchsetzt.
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In die Becherlaschen 8 sind Topfbuchsen 27 eingepresst. Die Becherlaschen 8 sind in der dargestellten Ausführungsform L-förmig abgewinkelt. Die Topfbuchsen 27 weisen an ihrem offenen Ende einen radial nach außen gerichteten umlaufenden Kragen 28 auf. Bei der Anordnung der Becherlaschen 8 an der Becherwerkskette 2 weist dieser Kragen 28 mit seiner Stirnfläche 29 zu den Enden 7 der Außenlaschen 5 und beabstandet die Becherlaschen 8 von den Außenlaschen 5. Der Bolzen 20 ragt in die Topfbuchsen 27 hinein. Dabei ist das Spiel zwischen den Topfbuchsen 27 und dem Bolzen 20 in etwa so groß wie das Spiel zwischen den Buchsen 19 der Innenlaschen 4 und dem Bolzen 20. Zwischen den Außenlaschen 5 und den Becherlaschen 8 ist ein Dichtungssystem 30 umfangsseitig des Kragens 28 angeordnet.
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Die Becherwerkskette 2 läuft auf dem Antriebsrad 3, wobei die Buchsen 19 der Innenlaschen 4 auf einem Mittelsteg 31 des Antriebsrads 3 aufliegen. Die Stirnflächen 10, 11 der Innenlaschen 4 und der Außenlaschen 5 liegen auf einer Schulter 32 des Antriebsrads 3 auf, wodurch eine zusätzliche Stabilität und eine gleichmäßige Kraftverteilung erreicht wird.
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Durch Abnehmen der Becherlaschen 8 von der Becherwerkskette 2 werden die Topfbuchsen 27 ebenfalls gelöst und die Becherlaschen 8 können nach einer 180°-Drehung der Becherwerkskette 2 ebenso einfach wieder mit dieser verbunden werden. Dadurch kann die Becherwerkskette 2 zerlegt und komplett gewendet werden. Die Becherlaschen 8 werden dabei umgekehrt montiert.
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Die axiale Sicherung der Elemente erfolgt durch die Befestigung der Becher an den Becherlaschen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Becherwerkskettensystem
- 2
- Becherwerkskette
- 3
- Antriebsrad
- 4
- Innenlasche
- 5
- Außenlasche
- 6
- Ende v. 4
- 7
- Ende v. 5
- 8
- Becherlasche
- 9
- Ende v. 8
- 10
- Stirnfläche v. 4
- 11
- Stirnfläche v. 5
- 12
- mittlerer Bereich v. 4
- 13
- mittlerer Bereich v. 5
- 14
- Kontur
- 15
- Stirnfläche v. 9
- 16
- Becherauflage
- 17
- mittlerer Bereich v. 8
- 18
- Loch v. 4
- 19
- Buchse
- 20
- Bolzen
- 21
- Loch v. 5
- 22
- Seitenfläche v. 5
- 23
- Stirnseite v. 19
- 24
- Seitenfläche v. 4
- 25
- Dichtelement
- 26
- Loch v. 9
- 27
- Topfbuchse
- 28
- Kragen v. 27
- 29
- Stirnfläche v. 28
- 30
- Dichtungssystem
- 31
- Mittelsteg v. 3
- 32
- Schulter v. 3