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Die
Erfindung betrifft eine Befestigungsanordnung mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
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Eine
derartige Befestigungsanordnung ist beispielsweise aus der Druckschrift
EP 1 610 004 A1 bekannt.
Die Druckschrift zeigt eine Befestigungsanordnung mit einem Hohlprofil,
einem Anbauteil und einem ersten Verbindungselement, mit dem das
Anbauteil mit dem Hohlprofil verbindbar ist. Das Hohlprofil ist
beispielsweise ein stranggepresstes Aluminiumprofil, wie es für
Fenster oder Türen verwendet wird. Das Hohlprofil weist
außenliegende Wände und innenliegende Stege auf,
die das Hohlprofil in einzelne Kammern unterteilt. Mit dem Verbindungselement wird
beispielsweise ein Beschlag als Anbauteil an einem Fensterrahmen
befestigt.
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In
das Hohlprofil ist eine erste Bohrung eingebracht, die eine erste
Wand und einen ersten Steg des Hohlprofils durchdringt. In die erste
Bohrung ist das Widerlager des Verbindungselements einbringbar.
Das Verbindungselement zum Verbinden des Anbauteils mit dem Hohlprofil
ist zweiteilig aufgebaut. Es umfasst ein stiftartiges Befestigungselement
und ein Widerlager. Das Widerlager wird zunächst axial
in die Bohrung eingeführt, so weit, dass ein Bund des Widerlagers über
die erste Wand des Profils übersteht. Das Anbauteil weist
eine zweite Bohrung auf, in die der Bund des Widerlagers nach dem
Aufsetzen des Anbauteils auf die erste Wand des Hohlprofils eingreift.
Hierdurch wird das Anbauteil an dem Hohlprofil positioniert. Die
erste und die zweite Bohrung sind zueinander konzentrisch.
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Das
stiftartige Befestigungselement ist eine Schraube, die nach dem
Aufsetzen des Beschlags auf das Hohlprofil in das Widerlager eingedreht
wird. Das Widerlager ist als hohlzylindrische, geschlitzte Spreizhülse
ausgeführt, die durch das Einbringen der Schraube aufspreizt,
wodurch die Spreizhülse an der außenliegenden
ersten Wand beziehungsweise an dem innenliegenden ersten Steg des
Hohlprofils form- und reibschlüssig befestigt wird. Zudem
wird durch das Eindrehen der Schraube der Beschlag gegen das Fensterprofil
verspannt.
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Aufgabe
der Erfindung ist, eine alternative Befestigungsanordnung zu schaffen,
mit der ein Anbauteil an einem Hohlprofil befestigbar ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Befestigungsanordnung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die erfindungsgemäße
Befestigungsanordnung weist ein Hohlprofil, ein Anbauteil und ein
erstes Verbindungselement zum Verbinden des Anbauteils mit dem Hohlprofil
auf. Das erste Verbindungselement umfasst ein erstes Befestigungselement
und ein erstes Widerlager. Das erste Befestigungselement kann stiftartig
ausgeführt sein. Beispielsweise ist das erste Befestigungselement
eine Schraube und das erste Widerlager eine Mutter zum Verschrauben
mit der Schraube. Das Hohlprofil weist eine erste Bohrung zur Aufnahme
des ersten Verbindungselements auf, in die das erste Widerlager
einbringbar ist. Unter „Bohrung” ist insbesondere
eine zylindrische Bohrung mit kreisförmigem Querschnitt zu
verstehen, wobei aber auch nicht-kreisförmige Querschnitte,
wie sie beispielsweise bei rechteckigen Stanzungen entstehen, unter
den Begriff „Bohrung” fallen. Der Durchmesser
des ersten Widerlagers ist zumindest abschnittsweise kleiner oder
gleich dem Durchmesser der ersten Bohrung. Unter „Durchmesser” ist
der Durchmesser eines in die Bohrung eingeschriebenen Kreises beziehungsweise
eines Kreises zu verstehen, der den Querschnitt des Widerlagers umschreibt.
Bei einer von der Kreisform abweichenden Querschnittsgeometrie der
Bohrung ist der Querschnitt des Widerlagers derart gestaltet, dass
das Widerlager zumindest abschnittsweise in die Bohrung einführbar
ist. „Querschnitt” bezieht sich dabei auf einen
Schnitt, der senkrecht zur Achse des Widerlagers und somit senkrecht
zur Einführrichtung des Befestigungselements ist.
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Kennzeichnend
für die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung
ist, dass das erste Widerlager eine Öffnung aufweist, mit
der es nach dem Einbringen in die Bohrung durch radiales Verschieben am
Hohlprofil in axialer Richtung festlegbar ist, und dass nach dem
Festlegen des ersten Widerlagers das Anbauteil mit dem ersten Befestigungselement mit
dem Hohlprofil verbindbar ist. Die Öffnung des ersten Widerlagers
ist insbesondere als Nut ausgeführt, wobei die Nut nach
dem Einführen des ersten Widerlagers in die erste Bohrung
in eine Richtung senkrecht zur Einführrichtung des ersten
Verbindungselements in die erste Bohrung, also in radialer Richtung
der ersten Bohrung, offen ist. Mit „Festlegen” ist
beispielsweise ein Einhängen des ersten Widerlagers an
einer Wand und/oder eines Steges des Hohlprofils gemeint. Durch
das Festlegen kann von dem erstem Widerlager insbesondere eine Kraft
aufgenommen werden, die senkrecht zur radialen Richtung, also in
oder entgegen der Einbringrichtung des Widerlagers in die erste
Bohrung wirkt. Eine derartige Kraft ist beispielsweise eine in Achsrichtung
des Widerlagers wirkende Zugkraft. Die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung
zeichnet sich dadurch aus, dass sie einfach zu montieren ist und
große Kräfte vom Anbauteil auf das Hohlprofil übertragen
werden können. Zudem ist die Befestigungsanordnung leicht zu
demontieren.
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Vorzugsweise
ist das erste Widerlager derart gestaltet, dass es ein Klemmelement
aufweist, mit dem es klemmend am Hohlprofil festlegbar ist. Bei dem
Klemmelement kann es sich beispielsweise um einen federelastischen
Bügel handeln, der an der Öffnung des ersten Widerlagers
angeordnet ist. Möglich ist auch, die Öffnung
als Nut auszugestalten, wobei die Weite der Nut mit der Materialdicke
einer Wand beziehungsweise eines Stegs, an der das Widerlager festgelegt
wird, passend korrespondiert, so dass das Widerlager durch Reibung „klemmt”.
Das klemmende Festlegen des ersten Widerlagers erleichtert die Montage
der Befestigungsanordnung, da das erste Widerlager durch das Klemmen
zumindest temporär zur Montage in einer gewünschten
Position gehalten wird.
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Eine
bevorzugte Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen
Befestigungsanordnung weist ein Lagesicherungselement auf. Beispielsweise
ist das Lagesicherungselement als Zapfen oder Haken mit einer korrespondierenden Öffnung,
als Nut- und Federverbindung, als in die erste Bohrung einführbares Keilelement
oder als Verklebung zwischen Anbauteil und Hohlprofil ausgeführt.
Das Lagesicherungselement dient zur Sicherung des Anbauteils gegen
Verdrehen und/oder Verschieben gegenüber dem Hohlprofil.
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Bevorzugt
ist, dass nach dem Verbinden des Anbauteils mit dem Hohlprofil das
Lagesicherungselement die Lage des ersten Widerlagers sichert. Insbesondere
sichert das Lagesicherungselement das erste Widerlager gegen radiales
Verschieben und verhindert, dass das erste Widerlager von der Wand und/oder
dem Steg des Hohlprofils, an dem das erste Widerlager festgelegt
ist, lösbar ist. „Radiales Verschieben” bedeutet
in diesem Zusammenhang ein Verschieben des in die erste Bohrung
eingesetzten ersten Widerlagers in radialer Richtung der ersten Bohrung.
Somit ist gewährleistet, dass das Verbindungselement dauerhaft
das Anbauteil mit dem Hohlprofil verbindet. Das Lagesicherungselement
kann direkt auf das erste Widerlager wirken oder indirekt, beispielsweise über
das Anbauteil.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Befestigungsanordnung weist das Anbauteil eine zweite Bohrung zur
Aufnahme des ersten Widerlagers auf, wobei nach dem Verbinden des
Anbauteils mit dem Hohlprofil die erste und die zweite Bohrung zueinander
exzentrisch angeordnet sind. Statt des ersten Widerlagers kann auch
ein weiteres Element, das als Widerlager oder mit dem ersten Widerlager
wirkt, in die zweite Bohrung eingreifen. Typischerweise ist das
erste Widerlager in der ersten Bohrung exzentrisch und in der zweiten Bohrung
konzentrisch angeordnet.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Lagesicherungselement
ein zweites Verbindungselement, das vorzugsweise eine zweites Befestigungselement
und ein zweites Widerlager umfasst. Das Hohlprofil weist in diesem
Fall eine dritte Bohrung auf, in der das zweite Widerlager nach
dem Einbringen durch radiales Verschieben festlegbar ist. Dabei
ist die radiale Verschieberichtung des zweiten Widerlagers der Verschieberichtung
des ersten Widerlagers entgegengesetzt. Weist das Anbauteil nun
eine zweite und eine vierte Bohrung auf, die mit den entsprechenden
Querschnitten der Widerlager korrespondieren, die in die zweite
und vierte Bohrungen eingreifen, so sind die beiden Widerlager in
ihrer Lage gesichert und in der ersten und dritten Bohrung im Hohlprofil
nicht mehr radial verschiebbar. Durch diesen Aufbau können über
die beiden Widerlager große Kräfte zwischen Anbauteil
und Hohlprofil übertragen werden, während gleichzeitig ein
einfacher Aufbau des Lagesicherungselements erreicht wird.
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Ohne
den Gedanken der Erfindung zu verlassen, kann die erste beziehungsweise
die dritte Bohrung auch am Anbauteil und die zweite beziehungsweise
die vierte Bohrung am Hohlprofil angeordnet sein, so dass das erste
beziehungsweise das zweite Widerlager zunächst durch radiales
Verschieben am Anbauteil festgelegt und dann das Anbauteil mit dem
Hohlprofil durch ein das Einführen der Schraube in das
Widerlager verbunden wird.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
erfindungsgemäße Befestigungsanordnung in einer
Schnittdarstellung vor der Montage; und
-
2 die
erfindungsgemäße Befestigungsanordnung in einer
Schnittdarstellung nach der Montage.
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Die
in den Figuren dargestellte, erfindungsgemäße
Befestigungsanordnung 1 mit einem Hohlprofil 2,
einem Anbauteil 3 und einem ersten Verbindungselement 4 zum
Verbinden des Anbauteils 3 mit dem Hohlprofil 2 weist
als erstes Verbindungselement 4 ein erstes Befestigungselement 5 in
Form einer ersten Schraube 6, eine erste Unterlegscheibe 7 sowie
ein erstes Widerlager 8 auf. Die Befestigungsanordnung 1 umfasst
zudem ein zweites Verbindungselement 9 mit einer zweiten
Schraube 10 als zweites Befestigungselement 11,
einer zweiten Unterlegscheibe 12 und einem zweiten Widerlager 13. Bei
den Schrauben 6, 10 handelt es sich um handelsübliche
metrische Schrauben. Die beiden Widerlager 8, 13 sind
hohlzylindrische Körper mit einer Aufnahme 14 mit
Innengewinde 15 zur Aufnahme der ersten Schraube 6 beziehungsweise
der zweiten Schraube 10. Die beiden Widerlager 8, 13 weisen
zudem je eine nutartige Öffnung 16 auf, die ihre
Mantelfläche 17 durchdringt, wobei die Weite W
der Öffnungen 16 der Dicke D einer Wand 22 des
Hohlprofils 2 entspricht.
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Das
Hohlprofil 2 weist in der Wand 22 eine erste Bohrung 18 auf,
die mit einer zweiten Bohrung 19, die im Anbauteil 3 angeordnet
ist, korrespondiert. Die erste Bohrung 18 und die zweite
Bohrung 19 dienen zur Aufnahme des ersten Verbindungselements 4.
Zur Aufnahme des zweiten Verbindungselements 9 ist am Hohlprofil 2 eine
dritte Bohrung 20 und dem Anbauteil 3 eine vierte
Bohrung 21 angeordnet. Erfindungsgemäß werden
das erste Widerlager 8 und das zweite Widerlager 13 zunächst
in die erste Bohrung 18 beziehungsweise zweite Bohrung 20 in
axialer Richtung A so weit eingeführt, bis sich die jeweilige Öffnung 16 auf
gleicher Höhe mit der Wand 22 des Hohlprofils 2 befindet.
Dann wird das erste Widerlager 8 in Richtung seiner Öffnung 16 radial
in der ersten Bohrung 18 in die radiale Richtung R1 beziehungsweise das zweite Widerlager 13 in
Richtung seiner Öffnung 16 radial in der zweiten
Bohrung 20 in die radiale Richtung R2 verschoben
und dadurch das erste Widerlager 8 beziehungsweise das
zweite Widerlager 13 an der Wand 22 des Hohlprofils 2 eingehängt,
also festgelegt. Dabei ist die radiale Verschieberichtung R2 des zweiten Widerlagers 13 der
radialen Verschieberichtung R1 des ersten
Widerlagers 8 entgegengesetzt. Die Weite W der Öffnungen 16 ist dabei
so gewählt, dass die Widerlager 8, 13 klemmend
am Hohlprofil 2 festlegbar sind, so dass die Widerlager 8, 13 nicht
ungewollt radial verschoben werden können. Die jeweilige Öffnung 16 wirkt
somit als Klemmelement 23 für das entsprechende
Widerlager 8, 13. Die am Hohlprofil 2 festgelegten
Widerlager 8, 13 stehen jeweils mit einem Bund 24 über
die Bohrungen 18, 20 über.
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Nach
dem Festlegen des ersten Widerlagers 8 und des zweiten
Widerlagers 13 an der Wand 22 des Hohlprofils 2 ist
das Anbauteil 3 mit dem ersten Befestigungselement 5 und
dem zweiten Befestigungselement 11 mit dem Hohlprofil 2 verbindbar. Der
Abstand der beiden festgelegten Widerlager 8, 13 stimmt
mit dem Abstand der zweiten und der vierten Bohrung 19, 21 überein.
Die erste und die zweite Bohrung 18, 19 sowie
die dritte und die vierte Bohrung 20, 21 sind
zueinander exzentrisch angeordnet. Der Querschnitt des jeweiligen
Bundes 24 der Widerlager 8, 13 korrespondiert
mit dem Querschnitt der jeweiligen Bohrung 19, 21 des
Anbauteils 3 derart, dass der jeweilige Bund 24 praktisch
ohne Spiel in der zweiten beziehungsweise der vierten Bohrung 19, 21 aufgenommen
wird. Das Anbauteil 3 wirkt somit mit dem ersten Verbindungselement 4 und/oder dem
zweiten Verbindungselement 9 als Lagesicherungselement 25,
das heißt, es sichert das erste Widerlager 8 des
ersten Verbindungselements 4 gegen eine radiale Verschiebung
in der ersten Bohrung 18 sowie gegen ein Verschieben oder
Verdrehen des Anbauteils 3 relativ zum Hohlprofil 2.
Durch Eindrehen der ersten Schraube 6 in das Innengewinde 15 des
ersten Widerlagers 8 beziehungsweise durch Eindrehen der
zweiten Schraube 10 in das Innengewinde 15 des
zweiten Widerlagers 13 wird das Anbauteil 3 mit
dem Hohlprofil 2 verbunden.
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Abhängig
von der Größe der Öffnung 16 können
auch bei einer relativ dünnen Wand 22 des Hohlprofils 2 Kräfte
vom Anbauteil 3 auf das Hohlprofil 2 übertragen
werden. Die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung 1 zeichnet
sich insbesondere durch eine einfache Montage des Anbauteils 3 mit
dem Hohlprofil 2 aus, wobei eine Demontage des Anbauteils 3 ebenfalls
schnell und einfach möglich ist.
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- 1
- Befestigungsanordnung
- 2
- Hohlprofil
- 3
- Anbauteil
- 4
- erstes
Verbindungselement
- 5
- erstes
Befestigungselement
- 6
- erste
Schraube
- 7
- erste
Unterlegscheibe
- 8
- erstes
Widerlager
- 9
- zweites
Verbindungselement
- 10
- zweite
Schraube
- 11
- zweites
Befestigungselement
- 12
- zweite
Unterlegscheibe
- 13
- zweites
Widerlager
- 14
- Aufnahme
- 15
- Innengewinde
- 16
- Öffnung
- 17
- Mantelfläche
- 18
- erste
Bohrung
- 19
- zweite
Bohrung
- 20
- dritte
Bohrung
- 21
- vierte
Bohrung
- 22
- Wand
des Hohlprofils 2
- 23
- Klemmelement
- 24
- Bund
des Widerlagers 8, 13
- 25
- Lagesicherungselement
- W
- Weite
der Öffnung 16
- D
- Dicke
der Wand 22
- A
- axiale
Richtung
- R1
- radiale
Verschieberichtung des ersten Widerlagers 8
- R2
- radiale
Verschieberichtung des zweiten Widerlagers 13
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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