DE102009039565B4 - Restless Legs Orthese - Google Patents
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Abstract
Liege-Orthese zur Therapie des Restless Legs Syndroms mit einer Doppelmanschette aus einem Stück in Form eines 8er-Rundlaufes, die sich hinter der Kniekehle kreuzt und die direkt oberhalb und unterhalb des Kniegelenks mit je einer Klettschnalle zur großflächigen Zug- und Druckverteilung auf die Haut verschlossen wird, mit einer Zehen-Ballen-Halbsohle, die mit Deltazügen den Fuß links und rechts zur Fixierung des Großzehenballens umgeben und so eine untere Manschette bilden, wobei zwischen der Doppelmanschette und den Spitzen der Deltazüge der unteren Manschette ein längenverstellbares Zugband mittig vertikal vor dem Unterschenkel zur Anhebung des Fußes in Richtung Schienbein in jedem therapeutisch erforderlichen und individuell maximal erträglichen Winkelgrad angeordnet ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Liege-Orthese zur Therapie des Restless Legs Syndroms mit den Merkmalen nach dem Anspruch 1.
- Das Restless Legs Syndrom (RLS) gilt als Ein- und Durchschlafstörung infolge von symptomatischem Kribbeln, Ziehen oder Verknoten in der Wade: Betroffene strecken zwanghaft den Fuß (Kontraktion des musculus triceps surae, u. a.), sobald sie sich legen, oder springen wieder auf, um sich zu bewegen (Ruhelose Beine). Nur das Gehen ist frei. RLS tritt auch im Sitzen und Stehen auf.
- Die Ursache ist unerforscht. Es wurde deshalb folgende Hypothese entwickelt:
Beim Dehnen wirken aktiv alle drei Energieformen der Bewegung mit. Das Dehnen selbst ist passiv, so dass man genauer vom Gedehnt-Werden spricht. Die drei energetischen Kontraktionsformen der Muskulatur sind: die Konzentrische (die eine Bewegung zu sich hin schafft, welche ein Nachgeben der gegenüberliegenden Muskelgruppe durch Verlängern erfordert), die Exzentrische (die das Nachgeben dort verzögert) und die Isometrische Kontraktion (die Kon- und Exzentrische Kontraktion auf einer bestimmten Stelle, in einem Patt ihrer beiden Kräfte, fixiert). - Die Hypothese beruht ausschließlich auf Rückschlüssen aus der Beobachtung der Therapie.
- Zur Lösung des Problems soll folgende These dienen:
Das Restless Legs Syndrom endet akut mit der Entspannung nach Dehnung durch Kraft. - So ist aus der Druckschrift
DE 37 20 767 A1 eine orthopädische Vorrichtung bekannt, die bei geschwächtem oder ausgefallenem Fußhebermuskel eingesetzt wird. Sie weist eine Fußschale, mit dieser gelenkig verbundene, beidseitig angeordnete Beinschienen im Bereich des Unterschenkels und ein am oberen Ende der Beinschienen angeordnetes Schellenband auf. An der Vorderseite der Vorrichtung verbinden Gummizugbänder die Fußschale und die Beinschienen. So ist es möglich, den Vorfuß anzuheben. Diese Vorrichtung ermöglicht noch nicht das oben beschriebene Zusammenspiel der Kräfte zur Kontraktion der Muskulatur im Fuß- und Unterschenkelbereich. - Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung soll die Aufgabe gelöst werden, ein solches Zusammenspiel der Kräfte zu ermöglichen und mit der Orthese eine rein therapeutische Abhilfe für das Restless Legs Syndrom zu schaffen.
- Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Anspruches 1. Die Unteransprüche geben sinnvolle Ausgestaltungen der Erfindung wieder.
- Die Orthese erfüllt 2 Funktionen:
- • Sie verhindert die Fußstreckung durch Stützung der Füße.
- • Sie dehnt die Waden durch Anheben der Fußballen. Die Dehnung löst Kontraktion(-sdrang).
- Die Idee entstammt meinem eigenem Leiden seit der Kindheit und professionellem Praktizieren mit einem Yoga, das mit Hilfsmitteln arbeitet, mit Father Joe's Iyengar Yoga.
- Mit dem Heben und Feststellen übernimmt die Orthese nur die Rolle der konzentrischen Kontraktion, der ”Handelnden” oder Agonistin (Schienbein- und Peroneus-Muskel und Zehenheber am vorderen Unterschenkel). Mittels Ziehen in deren Richtung zwingt sie die Wade zum Nachgeben per Dehnung. Damit hat die Wade die alte Rolle der (RLS-)Agonistin eingebüßt und die neue der Gegenhaltenden, der Antagonistin, übernommen.
- Die Stützung des Fußes verhindert vorerst äußerlich seine streckende Bewegung nach unten. Er ruht auf der Sohle. Auch ohne Auswirkung einer Bewegung wirkt die (mechanisch produzierte) Konzentrische Kontraktion physiologisch unvermindert weiter: als Kraftaufwand auf der Stelle. In direkter Konfrontation mit der zweiten energetischen Kontraktionsform, die sich, antagonistisch, gegenüber in der Wade aufbaut: Gedehntwerden provoziert Exzentrische Kontraktion. Die Wade gibt zwar positiv im Richtungssinne ihrer Dehnung nach, doch in mit Kraftaufwand gegenhaltender Kontrolle im Sinne des Schutzes beteiligter Gelenke und Muskelfasern. Die Intensität der Exzentrischen Kontraktion steigt mit dem gewählten Dehnungsgrad, synchron mit dem bekannten und gesunden linearen Dehnungsschmerz. Ebenfalls bewegungslos auf der Stelle agiert seinerseits das RL-Kontraktions-Syndrom, nun aber isoliert und um seinen motorischen Einfluss auf die Muskulatur gebracht.
- In der mechanischen Fixation durch die Orthese provozieren Konzentrik und Exzentrik schließlich die dritte Energieform und stehen einander in der Isometrischen Kontraktion im Patt ihrer Kräfte sich messend gegenüber. Diese letzte, zweitstärkste, Energie sieht sich der räumlich-statischen Intensität und zeitlichen Extensität der Mechanik einer Orthese gegenüber.
- Der yogisch wie manualtherapeutisch typische kritische Moment kommt: das ist der systemische Übergang vom Gedehntwerden durch Kraft hin zur Entspannung.
- Das RLS provozierte bislang unangefochten zu stundenlangem Kontrahieren und Bewegen in Kontraktionsrichtung: mit dem trügerischem Versprechen von Lösung (evtl. durch Übermüdung?). Nun fixiert die Orthese die Bewegung genau in die Gegenrichtung: in die der Dehnung. Damit gerät das RLS in eine neue Lage, gegen welche es sich noch einmal mit heftigem, aber in Isometrie ohnmächtig gefesseltem Kontraktionsdrang wehrt. Darin bestätigt sich das medizinisch geläufige Phänomen der vorübergehenden Symptomverstärkung in einem neuen System, das die Therapie um und gegen es herum installiert. Empirisch löst sich mit dem ”gesunden” isometrisch linearen Dehnungsschmerz auch der ”kranke” pulsierende RLS-Kontraktionsdrang. Praktisch. Unbekannt, was da Konzentrische Kontraktion erzwang und dann mit erfolgter Dehnung kleinbeigibt. Evident aber, dass dieses Etwas die aktiven Kraftformen der Muskeln parafunktionell provozierte. Diesen Missbrauch stellt die Restless Legs Orthese, ad hoc pro Anfall, im Moment des Übergangs vom oben beschriebenen komplexen Dehnungsprozess zur Entspannung, empirisch erfolgreich ein.
- Die erfindungsgemäße Liege-Orthese weist folgende Bestandteile auf:
- • Eine Zehen-Ballen-Halbsohle mit solider Fixierung (Delta-Züge sind an der unteren Manschette schenkelseitwärts links und rechts vernäht) um den Große-Zeh-Ballen (Plastik). Der Deltazug hat an seiner Spitze einen Klettverschluss. An der Halbsohle bergen die Delta-Basisenden den Fuß von links und rechts.
- • Eine Doppelmanschette aus einem Stück direkt unter- und oberhalb des Kniegelenks, im 8-Rundverlauf kreuzweise vernäht hinter der Kniekehle, fixiert durch Klettverschlüsse (mit je einer Klettschnalle verschlossen) verläuft oberhalb und unterhalb des Kniegelenks, zur großflächigen Druck- und Zugverteilung auf die Haut.
- • Ein Spannband als längenverstellbares Zugband verläuft mittig vertikal vor dem Unterschenkel zwischen (unterer) Kniemanschette und Halbsohle, wo es mittig in die Spitzen von Delta-Zügen mündet. Deren zwei Basis-Enden verteilen dann den Zugdruck gleichmäßig aus der Vertikalen auf die Horizontale von Manschette und Halbsohle. Das Zugband hebt den Fuß Richtung Schienenbein in jeden therapeutisch erforderlichen und individuell maximal erträglichen Winkelgrad. Der große Hebel (über die ganze Fußlänge hinweg nach vorne an die Zehenballen gegenüber der gegenpoligen Achillessehne hinten, die gespannt wird), minimiert den Kraftaufwand auf das Spannband. Dadurch hält sich der Zug-Druck auf die Haut durch die Manschette und die Halbsohle, auch bei extremem Winkel, im gut verträglichen Maß. Durch die vom gehobenen Fuß angespannte Achillessehne wird der musculus triceps surae nach unten in die Länge gezogen: längsgedehnt.
- • Bei angebeugtem Knie werden der eingelenkige Schollenmuskel (soleus), bei gestrecktem Kniegelenk der zweigelenkige Zwillingswadenmuskel (gastrocnemius) jeweils mehr akzentuiert gedehnt. Beide (mit oben genanntem Paarnamen: triceps surae) setzen an der Achillessehne an. Es handelt sich hier um die reine yoga-typisch anhaltende Längsdehnung (in Muskelfaserrichtung).
- Die Orthese kann – über die RLS-Therapie hinaus – als orthopädisch-yogische Dehnungs-Mechanik auch ein sportorthopädisches Trainingsinstrument für die Konditionierung und speziell prophylaktisch gegen Wadenmuskelfaser- oder Achillessehnenriss und, auch akut, bei Neigung zum Wadenkrampf darstellen. Außerdem ist sie eine alternative Konstruktion zur herkömmlichen Lagerorthese zur Verhinderung des Spitzfußes. Für die RLS-Behandlung besteht keine Prophylaxeauswirkung. Akutes Dehnen unmittelbar vor dem Einschlafwunsch bzw. bei Anfall im Sitzen und Stehen bleibt jeweils Bedingung für Ruhe vor dem Syndrom.
Claims (6)
- Liege-Orthese zur Therapie des Restless Legs Syndroms mit einer Doppelmanschette aus einem Stück in Form eines 8er-Rundlaufes, die sich hinter der Kniekehle kreuzt und die direkt oberhalb und unterhalb des Kniegelenks mit je einer Klettschnalle zur großflächigen Zug- und Druckverteilung auf die Haut verschlossen wird, mit einer Zehen-Ballen-Halbsohle, die mit Deltazügen den Fuß links und rechts zur Fixierung des Großzehenballens umgeben und so eine untere Manschette bilden, wobei zwischen der Doppelmanschette und den Spitzen der Deltazüge der unteren Manschette ein längenverstellbares Zugband mittig vertikal vor dem Unterschenkel zur Anhebung des Fußes in Richtung Schienbein in jedem therapeutisch erforderlichen und individuell maximal erträglichen Winkelgrad angeordnet ist.
- Liege-Orthese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zehen-Ballen-Halbsohle aus Plastik ist.
- Liege-Orthese nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deltazüge der unteren Manschette schenkelseitwärts links und rechts vernäht sind.
- Liege-Orthese nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deltazüge an ihren Spitzen ebenfalls einen Klettverschluss bilden.
- Liege-Orthese nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppelmanschette hinter der Kniekehle vernäht ist.
- Liege-Orthese nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie auch als ein sportorthopädisches Trainingsinstrument eingesetzt werden kann.
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