-
Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umschlagen von Reisegepäckstücken,
insbesondere im Flughafenbereich, zwischen einer die Reisegepäckstücke
antransportierenden Fördereinrichtung und einem Ladehilfsmittel,
wie Container oder Transportwagen, in welchem die Reisegepäckstücke
zum Weitertransport zu stapeln sind.
-
Um
das ständig anwachsende Gepäckaufkommen im Reiseverkehr,
insbesondere Flugverkehr, zu beherrschen, sind die Transportunternehmen
bzw. Flughafenbetreiber ständig bemüht, das Reisegepäckhandling
zu optimieren. Dazu gehören insbesondere die Erhöhung
des Durchsatzes und die Vereinfachung beim Umschlag der Gepäckstücke, die
derzeit noch immer einen erheblichen manuellen Einsatz erfordern.
-
In
der Regel wird das vom Reisenden beim Check-in aufgegebene Reisegepäckstück
auf einer Fördertechnik gesteuert durch die Anlage transportiert,
um die einzelnen Gepäckstücke am Zielort in bereit
stehende Ladehilfsmittel zu entladen, die als Container oder Transportwagen
ausgeführt sind. Während die Container mit den
darin enthaltenen Reisegepäckstücken unmittelbar
in das Transportmittel, beispielsweise das Flugzeug verladen werden,
dienen die Transportwagen zum Transportieren der Reisegepäckstücke
zu dem Transportmittel (Flugzeug), wo die Reisegepäckstücke
entladen und in dem Transportmittel gestapelt werden.
-
Da
die zu transportierenden Reisegepäckstücke extrem
unterschiedlich sind; zu transportieren sind beispielsweise Koffer,
Taschen, Rucksäcke, Kartons und Sondergepäck,
wobei die Behältnisse selbst aus unterschiedlichsten Materialien
bestehen und unterschiedliche Gewichte aufweisen, ist ein Automatisieren
des Beladens der Ladehilfsmittel sehr schwierig. Während
zum Entladen von Containern bereits Lösungen vorgeschlagen
wurden (
DE 100 15 778
A1 ), bei denen zum Entladen oder Umladen der Reisegepäckstücke
die Ladehilfsmittel gekippt werden, so dass sich darin befindliche
Gepäckstücke in Folge der Schwerkraft auf ein
neben dem Ladehilfsmittel angeordnetes Förderband rutschen,
stellt das Beladen der Ladehilfsmittel noch immer ein Problem dar.
-
Es
ist zwar schon vorgeschlagen worden, den Beladevorgang zu automatisieren,
indem mittels Robotern die auf einem Förderer antransportierten Reisegepäckstücke
am Ende der Förderstrecke aufgenommen und in das Ladehilfsmittel
abgelegt werden (
DE
100 35 810 A1 ). Mit derartigen Robotern lässt
sich die manuelle Arbeit und damit die körperliche Belastung
der Transportarbeiter zwar vermindern, in Folge der vorstehend beschriebenen
Unterschiedlichkeit der einzelnen Reisegepäckstücke
benötigen derartige Einrichtungen jedoch noch immer intensive
manuelle Unterstützung, um die Reisegepäckstücke über
Ladehilfsmittel platzsparend und sicher zu stapeln.
-
Aufgab
der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Umschlagen
von Reisegepäckstücken, insbesondere im Flughafenbereich,
zu schaffen, mit der ein Stapeln der Reisegepäckstücke in
Ladehilfsmitteln ohne oder mit nur geringem manuellen Einsatz kraftschonend
möglich ist und die, bei geringen Investitionskosten, eine
mindestens teilsweise Automatisierung des Beladevorganges ermöglicht.
-
Zur
Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
dass zum Transport und zum Stapeln der Reisegepäckstücke
in das bzw. in dem Ladehilfsmittel zwischen der Fördereinrichtung
und dem Ladehilfsmittel ein in seiner Neigung verstellbares Übergabesystem
mit mindestens einem Schwerkraftförderer vorgesehen ist,
dessen in das Ladehilfsmittel hineinragendes entladeseitige Ende
innerhalb des Ladehilfsmittels raumbeweglich steuerbar ist.
-
Durch
den Einsatz eines Schwerkraftförderers innerhalb des Übergabesystems
können Reisegepäckstücke mit bewährter
herkömmlicher Technik auch ohne Roboter in das Ladehilfsmittel
hinein bewegt und dort gestapelt werden. Der Verzicht auf einen
Roboter spart nicht nur erhebliche Investitionskosten, die Beladung
ist auch weniger gefährlich, da ein manueller Eingriff
jederzeit möglich ist. Da in Folge der Schwerkraftbeladung
kein manuelles Heben der Reisegepäckstücke mehr
erforderlich ist, werden Transportarbeiter von der körperlich
schweren Arbeit entlastet.
-
In
einer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Schwerkraftförderer
des Übergabesystems als in Richtung des Ladehilfsmittels
geneigte Rutsche ausgebildet ist, die die antransportierten Reisegepäckstücke
zu einem zur Stapelbildung günstigen Ort im Ladehilfsmittel
transportiert. Eine glatte Rutsche bietet sich bei der Vielzahl
unterschiedlicher Reisegepäckstücke an, wenn auch
andere Schwerkraftförderer, wie Rollenbahnen oder ähnliche
nicht ausgeschlossen sind.
-
Dadurch,
dass das entladeseitige Ende des Übergabesystems innerhalb
des Ladehilfsmittels raumbeweglich steuerbar ist, kann durch entsprechendes
Verschwenken der Rutsche jeder beliebige Ort im Ladehilfsmittel
angesteuert werden, wobei die Ansteuerung beispielsweise semi-automatisch
mittels eines Joy-Sticks oder ganz von Hand erfolgen kann. Wichtig
ist nur, dass der Übergabepunkt zwischen der antransportierenden
Fördereinrichtung und dem Übergabesystem soweit
oberhalb des entladeseitigen Endes des Übergabesystems
liegt, dass eine Schwerkraftförderung möglich
ist.
-
In
einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen,
dass das Übergabesystem mehrteilig ausgebildet ist, von
denen mindestens ein Teil als Rutsche ausgebildet ist, welche gegenüber dem
mindestens anderen Teil raumbeweglich verschwenkbar ist. Die mehrteilige
Ausbildung des Übergabemittels bietet sich an, um die erforderliche Gelenkigkeit
des Systems zu erreichen, die es ermöglicht, innerhalb
des Ladehilfsmittels jeden Ort anzusteuern, an dem ein Reisegepäckstück
zu stapeln ist. Dabei können, müssen aber nicht
alle Teile des Übergabesystems als Rutsche ausgebildet
sein.
-
Wenn
nach einem anderen Merkmal der Erfindung das Übergabesystem
drei oder mehrteilig ausgebildet ist, so wird vorgeschlagen, mindestens zwei
Teile zueinander teleskopisch verlängerbar zu gestalten.
Auf diese Weise können auch weit im hinteren Bereich des
Ladehilfsmittels zu beladene Orte erreicht werden, indem ein Teil
der Übergabevorrichtung gegenüber einem anderen
Teil teleskopisch ausgefahren wird.
-
Im
Rahmen der Erfindung ist es denkbar, dass der der antransportierenden
Fördereinrichtung benachbarte Teil der Übergabevorrichtung
als vorzugsweise angetriebener Gurtförderer ausgebildet ist,
der das antransportierte Reisegepäck dem nachfolgenden
Schwerkraftförderer zuführt. Der Gurtförderer
am Anfang der Übergabevorrichtung ermöglicht ein
Vereinzeln des antransportierten Reisegepäcks, verhindert
einen Stau auf der Übergabevorrichtung und ermöglicht
gleichzeitig eine Steuerung der Ladegeschwindigkeit. Beim Beladen
der Übergabevorrichtung kann eine Führung des
Reisegepäcks auf den Gurtförderer sinnvoll sein,
die im Rahmen der Erfindung durch die Verwendung trichterförmiger Leitbleche
verwirklicht wird.
-
Nach
einem besonders günstigen Merkmal der Erfindung ist vorgesehen,
dass der in Transportrichtung zwischen dem Gurtförderer
und dem Schwerkraftförderer vorgesehene Förderer
als Vibrationsförderer gestaltet und geeignet ist, das
Reisegepäck in Richtung des Ladehilfsmittels zu transportieren.
Insbesondere dann, wenn das Gefälle der Übergabevorrichtung,
z. B. bei den letzten Lagen des gebildeten Stapels nicht mehr sehr
groß ist, könnte es zum Stau auf dem Übergabeförderer
kommen, den auch der Gurtförderer nicht auflösen
kann. Der Einsatz eines bekannten Vibrationsförderers als
zusätzliches Transportmittel ermöglicht es, die
Reisegepäckstücke weiter zu transportieren und
dem Schwerkraftförderer zuzuleiten, der zusätzlich
ebenfalls mit einem Vibrationsantrieb gestaltet sein kann. Derartige
Vibrationsförderer sind an sich bekannt und werden häufig
mit Bürstenplatten-Oberflächen ausgebildet, auf
denen die Reisegepäckstücke geschont aufliegen
können.
-
Durch
Steuerung der Intensität des Vibrationsförderers
können die Fördergeschwindigkeit, aber auch die
Ausrichtung des Reisegepäcks auf den Vibrationsförderer
beeinflusst werden.
-
Um
eine günstige und stabile Stapelbildung des Reisegepäcks
im Ladehilfsmittel zu erreichen, wird nach einem besonders günstigen
Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, das Ladehilfsmittel in einer kippbaren
Aufnahmevorrichtung derartig zu positionieren, dass die der Übergabevorrichtung
gegenüberliegende Rückwand des Ladehilfsmittels
als Stützwand des gebildeten Stapels nach außen
geneigt ist. Das Ladehilfsmittel wird also so schräg gestellt,
dass sich das Reisegepäck an die Rückwand anlegen
kann und der Stapel nicht nach vorne in Richtung der Übergabevorrichtung
kippen kann. Durch diese Maßnahme wird ein sehr stabiler
Stapel erreicht, der lageweise und an der Rückwand beginnend
aufgebaut werden kann, bevor das Ladehilfsmittel nach Beendigung
der Stapelbildung in die aufrechte Position zurückgeführt
wird.
-
Um
das nötige Gefälle der Übergabevorrichtung
in Bezug auf den zu bildenden Stapels zu erreichen, wird vorgeschlagen,
dass die Aufnahmevorrichtung und/oder die Lage des darin aufgenommenen
Ladhilfsmittels höhenverstellbar sind. Dadurch kann erreicht
werden, dass der Schwerkraftförderer stets so geneigt ist,
dass ein staufreies Überführen der Reisegepäckstücke
in das Ladehilfsmittel erreicht wird.
-
Schließlich
wird in einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen,
dass die Aufnahmevorrichtung mit einer Rüttelvorrichtung
zum Ausrichten und Verdichten der in dem Ladehilfsmittel gestapelten
Reisegepäckstücke versehen ist. Durch Rütteln
und Bewegen der Aufnahmevorrichtung wird das Ladehilfsmittel so
bewegt, dass lose gestapelte Reisegepäckstücke
sich dichter gegen die Rück- und Seitenwände des
Ladehilfsmittels bzw. benachbarte Reisgepäckstücke
anlegen und dadurch die Stabilität des Stapels erhöhen.
-
Der
Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht im Einsatz herkömmlicher
bewährter Technik ohne teure Robotersysteme. Die zur Automatisierung verwendeten
Roboter sind derzeit nicht in der Lage, ohne manuellen Eingriff
die stark unterschiedlichen Reisegepäckstücke
zu verarbeiten, so dass die manuellen Unterstützungen dieser
Roboter ein erhebliches Gefahrenpotential für das Bedienpersonal
darstellen. Das ist bei der vorliegenden Erfindung nicht der Fall,
der Gefahrenbereich ist deutlich geringer und manuelle Eingriffe
werden erleichtert. Das erfindungsgemäße System
erlaubt einen semi-automatischen Betrieb, ohne dass schwere Lasten
vom Transportpersonal zu handhaben sind. Ein Bediener der erfindungsgemäßen Übergabevorrichtung
kann beispielsweise mittels eines Joy-Sticks die Bewegungsmotorik
der Übergabevorrichtung steuern und das entladeseitige
Ende der Übergabevorrichtung an den gewünschten
Ort innerhalb des Ladehilfsmittels bewegen.
-
Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in der Zeichnung
dargestellt und nachfolgend beschrieben. Es zeigt:
-
1 in
grob schematischer 3D-Darstellung die Übergabevorrichtung
der Erfindung und
-
2 ebenfalls
grob schematisch eine Seitenansicht der Übergabevorrichtung
mit Schnitt durch das Ladehilfsmittel.
-
In 1 ist
stark vereinfacht die Übergabevorrichtung der Erfindung
dargestellt. Das über einen Förderer (16 in 2)
herantransportierte Reisegepäck wird an einem Gepäckauswurf 1 in
den bei 2 angedeuteten Trichter abgeworfen unter dem sich
ein angetriebener Gurtförderer 3 befindet, dessen
Gurt um die Umlenkrollen 4 in Pfeilrichtungen 5 endlos umlaufend
geführt ist. Unterhalb des Gurtförderers 3 ist
bei 6 ein Vibrationsförderer dargestellt, der
in Richtung des Doppelpfeils 7 parallel zu dem Gurtförderer 3 verschiebbar
und somit verlängerbar ist. Gleichzeitig sind Gurtförderer 3 und/oder
Vibrationsförderer 6 in Richtung des Doppelpfeils 8 heb-
und senkbar, wodurch die Neigung des Gefälles einstellbar
ist. Am Ende des Vibrationsförderers 6 ist (bei 9 angelenkt)
der Schwerkraftförderer 10 in Form einer Rutsche
angeordnet. Die Rutsche 10 ist heb- und senkbar und in
den Pfeilrichtungen 11 und 12 bewegbar, so dass
die unterschiedlichsten Orte des Ladehilfsmittels durch die Kombination
der möglichen Bewegungen von Gurtförderer 3,
Vibrationsförderer 6 und Rutsche 10 erreicht
werden können.
-
Wie
in 2 in der Seitenansicht grob schematisch dargestellt
ist, bilden Gurtförderer 3, Vibrationsförderer 6 und
Rutsche 10 die Übergabeeinheit, wobei die einzelnen
Fördererteile 3, 6, 10 zueinander bewegbar
sind. Da alle Teile darüber hinaus in einer vertikalen
Ebene verstellbar sind, ermöglichen sie eine Anpassung
der Übergabevorrichtung an den in dem Ladehilfsmittel,
das in 2 bei 13 angedeutet ist, zu bildenden
Stapel.
-
Wie
in 2 in zwei unterschiedlichen Stellungen angedeutet,
ist das Ladehilfsmittel 13 in Form eines Containers (ULD)
aus einer Ausgangsstellung, die mit 13a bezeichnet ist,
in eine Beladestellung 13b verschwenkbar, in der die Rückwand 14 des
Ladehilfsmittels 13 so geneigt ist, dass ein im Ladehilfsmittel
gebildeter Stapel nicht umstürzt. Das Kippen des Ladehilfsmittels 13 erfolgt
in einer Aufnahmevorrichtung 15, die zur Anpassung an die Übergabevorrichtung,
wie bei 16 angedeutet, höhenverstellbar und zusätzlich
mit einer Rüttelvorrichtung versehen sein kann, durch die
die Reisegepäckstücke im Stapel so verdichtet
werden, dass ein stabiler Stapel entsteht.
-
Das
am Gepäckauswurf 1 auf den Gurtförderer 3 abgeworfene
Reisegepäck wird durch den angetriebenen Gurtförderer 3 auf
den Vibrationsförderer 6 übergeben, dessen
Oberfläche in bekannter Weise mit Bürsten versehen
sein kann, auf denen das Reisegepäck schonend und in Folge
der Vibration in Richtung der Rutsche 10 transportiert
wird. Die Rutsche 10 selbst stellt den Endbereich des Übergabeförderers
dar, der mit Schwerkraft das Reisegepäck an die Position
im Ladehilfsmittel 13 befördert, die von dem Bedienungsmann
der Übergabevorrichtung ausgewählt wird. Der Bedienungsmann
bewegt die Übergabevorrichtung manuell oder teilautomatisiert
mit Hilfe einer Antriebseinrichtung, die beispielsweise durch einen
Joy-Stick gesteuert wird. Das hat den Vorteil, dass der Bedienungsmann
die Beladung gut beobachten und im Störungsfall sofort
eingreifen kann. Auch kann er die Zuordnung der Gepäckstücke zu
dem jeweiligen Stapelort im Ladehilfsmittel 13 leicht überwachen.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10015778
A1 [0004]
- - DE 10035810 A1 [0005]