DE102009036803A1 - Urnenschrein aus Metall und Glas - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Urnenschrein aus Glas und Metall, der wie ein Möbelstück vorgefertigt auf dem Friedhof aufgestellt werden kann. Der Urnenschrein besteht aus einem Basiselement (aa), das sich durch Anfügen von Erweiterungselementen (ab) horizontal erweitern lässt. Das Basiselement besteht aus den vier Komponenten: Tragkonstruktion (a) als Rohrsystem mit Ablagebank (b), Urnenkammer als geschlossener Kubus mit frontseitiger Öffnung (c), angeschraubten Verkleidungsplatten (d), und einer vorderseitigen Abdeckplatte der Urnenkammer (e). Die einzelnen Komponenten des Urnenschreins sind aus Metall in unterschiedlichen Materialien und Verarbeitungen, die Abdeckplatte der Urnenkammer jedoch ist aus Glas und kann beschriftet werden.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft einen Urnenschrein, insbesondere dessen Ausbildung, Vorfertigung und Montage als Möbelstück (Schrein).
- STAND DER TECHNIK
- Zum Stand der Technik gehören Urnenwände und Stelen in massiver Bauweise, vorwiegend handelt es sich dabei um massive Konstruktionen in der Materialkombination Beton und Naturstein oder Beton und Metall.
- Herkömmliche Urnenkammersystem werden auf dem Friedhof als Bauwerke errichtet, sie werden aufgrund ihrer Materialität (schwere Baumaterialien wie Beton, Naturstein oder Ziegelmauerwerk) und ihrer baulichen Herstellung vor Ort als Urnenwände bezeichnet.
- AUFGABENSTELLUNG
- Die Aufgabe war, sich von schweren, massiven Urnenkammerbauwerken konstruktiv zu lösen. Unter Berücksichtigung des störungsarmen Aufbaus eines Urnenkammersystems auf dem Friedhof ist eine leichte Konstruktion wünschenswert, die mit wenigen Eingriffen an Ort und Stelle aufgestellt werden kann, das spart Zeit und Geld und reduziert die Ruhestörung.
- Der Bezeichnung Urnenschrein beinhaltet, dass das der Erfindung zugrunde liegende Urnenkammersystem kein Bauwerk, sondern ein Möbelstück (Schrank oder Schrein) ist. – Im Gegensatz zur klassischen Erdbestattung im Sarg ist der Verwesungsprozess nach der Feuerbestattung bereits abgeschlossen. Die Asche des Verstorbenen wird in eine Aschenkapsel gefüllt und zum Andenken in der Schmuckurne in einem Kolumbarium aufbewahrt. Das der Erfindung zugrunde liegende Urnenkammersystem kann als Toten-Schrein bezeichnet werden (vom lat. scrinium, ursprünglich Lade, Kasten, auch Schrank). Bei Schnitzaltären des Mittelalters bezeichnete man den geschlossenen Mittelteil als Altarschrein, die Särge der Toten nannte man Totenschrein (Heiligen- oder Reliquienschrein).
- Es galt ein System zu entwickeln, das den funktionalen und gestalterischen Ansprüchen eines zeitgemäßen Friedhofs gerecht wird.
- AUSFÜHRUNGSBEISPIEL
- Die Erfindung des Urnenschreins beruht darauf, dass das Urnenkammersystem in der gewünschten Grösse und Materialität in der Werkstatt gefertigt und komplett zusammengebaut auf dem Friedhof angeliefert und dort auf einem Sockel aus Beton oder Metall aufgestellt wird. Die Konstruktion selbst wird in Serie produziert, der jeweilige Urnenschrein ist jedoch durch die Vielfalt an gestalterischen und kompositorischen Möglichkeiten immer ein Unikat.
- Das Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der dreidimensionalen Explosionszeichnung
näher beschrieben: Das Grundmodul des Urnenschreins beruht auf einem Basiselement (aa), das sich durch Anfügen von Erweiterungselementen (ab) horizontal erweitern lässt. Das Basiselement besteht aus den vier Komponenten: Tragkonstruktion (a) mit Ablagebank (b), Urnenkammer (c), Verkleidungsplatten (d), und einer vorderseitige Abdeckplatte der Urnenkammer (e). - a) Die Tragkonstruktion (a) besteht aus einem Gerüst aus vertikalen und horizontalen Rohrprofilen aus Metall. Die vertikalen und horizontalen Rohrprofile sind biegesteif miteinander verbunden. Die Rohrprofile sind korrosionsgeschützt und möglicherweise einbrennlackiert. Die Abstände der Rohre untereinander werden durch die für eine Urnenkammer erforderliche lichte Öffnung bestimmt.
- Die Profile haben einen rechteckigen Querschnitt, das frontseitige Profil hat einen breiteren Rechteckquerschnitt, wodurch eine Ablagebank (b) gebildet wird. Die Ablagefläche liegt ausserhalb der Urnenkammer und wird durch die Verschlussplatte der Urnenkammer von dieser getrennt. Sie kann durch ein zusätzliches Blech verkleidet werden und dient als Ablagebank für Grablichter oder andere Grabbeigaben.
- Das Basiselement (aa) ist im Ausführungsbeispiel für drei übereinander liegende Urnenkammern ausgerichtet. Vier oder mehr übereinanderliegende Kammern sind denkbar, ohne den Umfang der Erfindung zu verlassen. Die Tragkonstruktion Ides Basiselementes lässt sich durch Hinzufügen eines oder mehrerer Erweiterungselemente (ab) an das Basiselement horizontal erweitern. Basis- und Erweiterungselement werden konstruktiv miteinander verbunden.
- b) Die Urnenkammern (c) selbst sind im Ausführungsbeispiel fünfseitig geschlossene Kuben mit frontseitiger Öffnung aus Metall, z. B. aus Edelstahl. Diese werden jeweils in eine Öffnung der Tragkonstruktion eingeschoben. In jede Achse der Tragkonstruktion lassen sich je nach gewählter Höhe drei oder mehr Urnenkammern integrieren. Selbstverständlich kann – ohne die Erfindung zu verlassen – die Urnenkammer auch aus einem nur vierseitig geschlossenen metallischen Körper bestehen, dessen Rückwand durch eine im Folgenden beschriebene Verkleidung gebildet wird.
- c) Die Verkleidung (d) besteht aus grossflächigen Platten, die an die Tragkonstruktion angeschraubt werden. Ihre Materialbeschaffenheit und Oberflächenbehandlung bestimmt optisch das individuelle Erscheinungsbild der Gesamtanlage (z. B. Messing-, Tombak- oder Kupferplatten, poliert und gewachst oder eine Patinabildung zulassend, auch Natursteinplatten oder Glasscheiben sind denkbar). Die Seiten-, Boden- und Deckenplatten ragen vorderseitig über das Traggerüst hinaus und schließen bündig mit der Ablagebank ab. Die Boden- und Deckenplatten der Verkleidung sowie die Rückwand werden in der Breite an die Gesamtanlage angepasst, ihre Breite richtet sich nach der Länge des Urnenschreins (Anzahl der Achsen).
- d) Die Abdeckplatte (e) der Urnenkammer besteht aus Sicherheitsglas, das individuell beschriftet werden kann. Das Verhältnis von durchsichtigen und satinierten Flächen wird durch die Gestaltung der Glasscheibe und deren Beschriftung bestimmt. Je größer der Anteil an durchsichtigen Glasflächen, desto mehr wird die Schmuckurne in der Urnenkammer sichtbar und der Charakter der Anlage durch die Transparenz und Leichtigkeit unterstrichen. Das Verkleidungsblech der Ablagebank bildet den unteren Falz der Halterung der Frontplatte der Urnenkammer. Ein vandalensicheres Riegelsystem kann die Frontplatte sicher verschliessen, aufwändige Scharniere oder Klappmechanismen sind nicht erforderlich.
Claims (4)
- Urnenschrein als Urnenkammeranlage bestehend aus einer Tragkonstruktion aus einem Rohrskelett, welches aus einem Gerüst aus vertikalen und horizontalen Rohrprofilen besteht, welche einen rechteckigen Querschnitt aufweisen und aus Metall bestehen, wobei das frontseitige Rohrprofil so angeordnet ist, dass seine längere Seite horizontal liegt und so eine Ablagebank bildet; einer Urnenkammer, einem metallischen auf mindestens vier Seiten flächig geschlossenen Kubus, der aber immer frontseitig geöffnet ist, welcher in das Tragsystem ein geschoben werden kann; Verkleidungsplatten für Seiten, Boden und Decke sowie optional für die Rückseite, welche an der Tragkonstruktion durch Schraubverbindungen angebracht sind; frontseitige Abdeckplatten vor jeder Urnenkammer, wobei die Abdeckplatten aus Glas gefertigt sind und durch einen Falz, der z. B. durch die Ablagebank gebildet wird, gehalten werden und welche mit einem Verschlußsystem verriegelt werden können.
- Urnenschrein nach Anspruch 1, wobei die Verkleidungsplatten aus Metall sind.
- Urnenschrein nach Anspruch 1, wobei die Verkleidungsplatten aus Naturstein sind.
- Urnenschrein nach Anspruch 1, wobei die Anlage in der Werkstatt komplett vorgefertigt wird.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3730726A1 (de) * | 2019-04-24 | 2020-10-28 | Erich Berger | Urnensystem |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3841726A (en) * | 1973-04-13 | 1974-10-15 | Matthews H & Co | Urn storage assembly |
| DE10015023A1 (de) * | 2000-03-23 | 2001-09-27 | Steinhart Hans Joachim | Vorrichtung für die Aufbewahrung und Zugänglichmachung von Urnen als Bestattungssystem |
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Patent Citations (2)
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