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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verstellvorrichtung für ein Cabriolet-Verdeck, wobei die Verstellvorrichtung wenigstens ein Distanzelement und ein Befestigungsmittel aufweist und dergestalt ausgebildet ist, dass zwei vorzugsweise als Verdeckteile ausgebildete Teile eines Cabriolet-Fahrzeugs über das Distanzelement voneinander entfernt positionierbar und unter Verwendung des Befestigungsmittels aneinander festlegbar sind. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Cabriolet-Verdeck mit einer entsprechenden Verstellvorrichtung sowie ein Cabriolet-Fahrzeug.
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Zum Ausgleich von fertigungsbedingten Toleranzen ist es bei der Montage von Cabriolet-Verdecken bzw. -Fahrzeugen üblich, eine wenigstens ein Distanzelement aufweisende Verstellvorrichtung zum Überbrücken von fertigungsbedingten Toleranzen zu verwenden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um zwischen Dachrahmen und Gestängeschere oder zwischen zwei anderen Verdeckteilen eingesteckte, u-förmige Distanzplatten, welche dann bei Festlegung der beiden Teile aneinander und zwischen den beiden Teilen festgeklemmt werden. Die Befestigung mit der Verstellvorrichtung erfolgt unter Verwendung wenigstens eines Befestigungsmittels. Sofern im Verlauf der weiteren Montage Nachjustierungen notwendig werden, besteht oftmals das Problem, dass bei Lösen des Befestigungsmittels die Distanzplatten wegfallen. Dies verzögert die gesamte Montage. Des Weiteren ist die Arbeit mit den Distanzplatten oder -plättchen insgesamt zeitaufwendig und die Einstellung des Abstands kann aufgrund der Dicke der Distanzelemente nur in diskreten Abständen vorgenommen weren.
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Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Befestigung von zwei Teilen eines Cabriolet-Verdecks zu vereinfachen und insbesondere eine bessere Nachjustierung zu ermöglichen.
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Die Aufgabe wird gelöst durch einen Gegenstand gemäß Anspruch 1, Anspruch 7 und/oder Anspruch 13. Vorteilhafte Ausgestaltungen befinden sich in den auf diese Ansprüche zurückbezogenen Unteransprüchen.
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Erfindungsgemäß ist das als Hülse ausgebildete Distanzelement mit dem ersten Befestigungsmittel zur Festlegung eines ersten Teils ausgebildet. Vorzugsweise handelt es sich bei dem ersten Teil um ein Teil des Verdeckaufbaus. Die Verstellvorrichtung weist außerdem ein weiteres Befestigungsmittel auf, welches mit der Hülse zur Festlegung des anderen, zweiten Teils ausgebildet ist. Die Hülse ist mithin ein Mittlerelement, welches mit zwei Befestigungsmitteln jeweils an einem Teil des Fahrzeugs festlegbar ist. Je nach Lösen eines Befestigungsmittel verbleibt die Hülse mit dem anderen Befestigungsmittel in einer festgelegten Position, ein Wegfallen von Teilen wie beispielsweise Distanzplatten entfällt.
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Ein von der Verstellvorrichtung freigebbares Teil ist dann lageveränderlich und relativ beweglich zum anderen Teil. Die Verstellvorrichtung ist hierbei dergestalt ausgebildet, dass bei Lösen des anderen Befestigungsmittels die beiden Teile in wenigstens einer anderen Dimension, die zumindest eine senkrechte Komponente zur ersten Bewegungsrichtung aufweist, lageveränderlich wird. Die Verstellvorrichtung erlaubt somit beispielsweise eine Verstellung in zumindest einer Ebene.
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Die Hülse kann hierbei einstückig mit dem Befestigungsmittel ausgebildet sein, wobei dann die Funktion einer Hülse und einer Befestigung von einem Bauteil realisiert wird. Bevorzugt handelt es sich jedoch bei der Hülse und dem zumindest ersten Befestigungsmittel um zwei einzelne Teile.
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Bei dem zweiten Befestigungsmittel handelt es sich insbesondere um eine mit der Hülse zusammenwirkende Schraube. Es kann natürlich auch je nach Ausbildung der Hülse um eine auf die Hülse aufschraubbare Mutter sein. Besonders bevorzugt ist eine Ausbildung als Madenschraube, die dergestalt auf die Hülse eingreift, dass sie eine feste Verbindung zwischen dem insbesondere als Verdeckteil ausgebildeten Teil, beispielsweise einem Dachrahmen, ausbildet. Eine Madenschraube kann insbesondere in das vorhandene Verdeckgestell ohne zusätzlichen Platzaufwand integriert werden. Die Festlegung über Reibschluss bzw. Kraftschluss und – bei Eindrücken der Spitze der Madenschraube in die Außenwand der Hülse – auch über Formschluss ermöglicht die Befestigung über einen weiten Bereich der Hülse. Die Außenwand der Hülse ist somit in dem Bereich, in dem die Madenschraube auf diese eingreifen kann, gleichbedeutend mit der Fläche über die die Verstellvorrichtung Variabilität bietet. Bei einer zur Überbrückung der Distanz zwischen den beiden Teilen vorgesehenen Hülse ist der Abstand zwischen den beiden Teilen über Eingriff auf die Außenseite der Hülse stufenlos einstellbar.
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Die Verstellvorrichtung mit Hülse und Madenschraube bedarf vorteilhafterweise einer Anordnung von Hülse und Madenschraube in einem der Verdeckteile, um eine direkte Verbindung zwischen beiden zu schaffen.
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Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die Madenschraube mit einer abgeflachten Spitze versehen, um die Außenwand der Hülse nicht zu sehr zu beschädigen und nur geringe Abdrücke zu hinterlassen. Ansonsten könnten geringe Variationen der Hülse, die bevorzugt in einer zugehörigen Ausnehmung eines der Verdeckteile befindlich sein kann, zu Problemen bei der Festlegung der Hülse führen. Üblicherweise kann auf den Randbereichen eines vorherigen Abdrucks keine ausreichend genaue Befestigung erreicht werden, ohne dass die Madenschraube in die vorherige Ausnehmung rutscht bzw. von dem möglicherweise aufgewellten Rand abrutscht.
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Vorteilhafterweise weist wenigstens eines der Befestigungsmittel eine Sicherung auf, die ein Lösen desselben verhindert. Eine solche Sicherung bzw. ein solches Sicherungsmittel kann beispielsweise durch die Festlegung einer Schraube mittels eines Haftklebers ausgebildet werden.
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Vorteilhafterweise ist zumindest das zweite Befestigungsmittel in der Befestigungsposition mit dem Distanzelement über wenigstens eine formschlüssige Verbindung verbunden. Ergänzend kann es sich auch um eine reibschlüssige Verbindung handeln, wenn das insbesondere als Schraube ausgebildete zweite Befestigungsmittel Druckkräfte ausübt. Es kann sich hierbei jedoch auch um einen Stift handeln, der in einer speziellen Ausnehmung der Hülse eingebracht wird und hierdurch diese mit einem (Verdeck-)Teil sichert. Die Hülse stützt sich hierbei ebenfalls gegenüber dem Verdeckteil ab.
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Insbesondere ist das als Verdeckteil ausgebildete Teil zwischen Schraube und Hülse festgelegt. Hierfür greift die Schraube vorzugsweise durch eine Ausnehmung des Verdeckteils hindurch. Der Schraubenkopf kann dann das Verdeckteil gegen die Hülse oder einen Teil der Hülse drücken. Sofern die Ausnehmung ausreichend größer ist als der in der Ausnehmung befindliche Teil des Befestigungsmittels, kann bei Lösen des Befestigungsmittels das Verdeckteil in einer Ebene quer zur Längsachse der Schraube bewegt werden, insbesondere ohne die Schraube vollständig von der Hülse zu entfernen. Das gleichzeitige Lösen einer auf die Hülse eingreifenden Madenschraube kann dann eine Beweglichkeit mit einer Bewegungskomponente in eine weitere Raumdimension ermöglichen.
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Vorteilhafterweise ist insbesondere zur Optimierung des Platzbedarfes das erste Befestigungsmittel als Schraube ausgebildet, die in ein Innengewinde der Hülse eingreift.
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Hierbei kann die Schraube das Verdeckteil zwischen einem Rand der Hülse und dem Schraubenkopf festlegen. Vorzugsweise weist die Hülse einen Kragen auf, an dem ein Verdeckteil anliegen kann. Der Rest der Hülse kann dann mit einem kleineren Durchmesser versehen sein, was sich positiv auf den Platzbedarf auswirkt.
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Ein erfindungsgemäßes Cabriolet-Verdeck zeichnet sich durch wenigstens eine Verstellvorrichtung der vorbeschriebenen und/oder nachfolgend beschriebenen Art aus. Besonders bevorzugt ist zur Festlegung zweier Teile eines Cabriolet-Fahrzeugs und insbesondere eines Cabriolet-Verdecks die Verwendung von zwei Verstellvorrichtungen sinnvoll, wodurch die Teile besser aneinander festgelegt werden. Es ist jedoch auch denkbar, beispielsweise ein Dachrahmenteil an einer Dachspitze eines Cabriolet-Verdecks anzubringen und die Verstellung der beiden Teile während eine Nachjustage zueinander durch nur eine erfindungsgemäße Verstellvorrichtung zu bewirken.
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Die erfindungsgemäßen Verstellvorrichtungen sind insbesondere zur Festlegung eines Teils des Verdeckgestänges an einem Dachrahmenteil ausgebildet.
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Wenigstens eines der beiden Verdeckteile weist vorteilhafterweise eine Spielpassung für eine Hülse auf, die auf einfache Weise während der Montage in das Verdeckteil eingedrückt werden kann. Anschließend wird die Hülse dann von dem (zweiten) Befestigungsmittel in dem Verdeckteil festgelegt. Unter Spielpassung wird hierbei eine Ausnehmung verstanden, an deren Wand die Hülse dicht anliegt, wobei die Hülse jedoch in Längsrichtung beweglich ist.
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Besonders vorteilhaft ist eine Weiterbildung eines Cabriolet-Verdecks, bei der ein als Schraube oder Madenschraube ausgebildetes Befestigungsmittel in eine mit einem Innengewinde versehenen Ausnehmung eines Verdeckteils lösbar festlegbar ist. Die Ausnehmung verläuft hierbei insbesondere in Längsrichtung quer zur Hülse und führt somit beispielsweise durch das Gestänge hindurch. Die Ausnehmung hat dann eine Verbindung zur Ausnehmung für die Hülse. Eine solche Ausbildung ist vorteilhaft aufgrund der Anforderung an die Klappbarkeit der Gestänge, die maßgeblich durch deren Anbauten beschränkt werden. Die Verwendung einer Madenschraube beschränkt in der Regel nicht die Klappbarkeit des Gestänges. Sofern das Gestänge zu Stabilisierungszwecken an den entsprechenden Stellen etwas dicker ausgebildet werden muss, um die Stabilität aufgrund der Ausnehmung wieder zu verbessern, ist dies in der Regel mit akzeptablen Nachteilen hinsichtlich des Platzbedarfs verbunden.
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Vorzugsweise weist das andere Verdeckteil, also beispielsweise eine Teil des Dachrahmens, eine von dem anderen Befestigungsmittel durchgreifbare Ausnehmung auf, in der das Befestigungsmittel wie vorbeschrieben für die Nachjustage mit Spiel versehen, angeordnet ist.
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Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch ein Cabriolet-Fahrzeug, welches ein vorbeschriebenes Cabriolet-Verdeck aufweist bzw. durch ein Cabriolet-Fahrzeug, welches eine entsprechende Verstellvorrichtung umfasst.
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Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung lassen sich der nachfolgenden Figurenbeschreibung entnehmen. In den Abbildungen zeigt schematisch:
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1 eine Perspektivdarstellung eines erfindungsgemäßen Gegenstands,
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2 eine teilweise aufgeschnittene, perspektivische und teilweise Ansicht eines weiteren erfindungsgemäßen Gegenstands,
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3 eine Teilansicht des Gegenstands nach 2,
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4 den Gegenstand nach 3 in einer Ansicht von unten, und
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5 einen Querschnitt durch einen erfindungsgmäßen Gegenstand.
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Gleich oder ähnlich wirkende Teile sind – sofern dienlich – mit identischen Bezugsziffern versehen. Einzelne technische Merkmale der nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele können auch mit den Merkmalen der vorbeschriebenen Ausführungsbeispiele zu erfindungsgemäßen Weiterbildungen führen.
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1 zeigt ein erfindungsgemäßes Cabriolet-Fahrzeug mit einer Karosserie 1, die einen Fahrgastraum 2 aufweist. Dieser wird zumindest teilweise überdeckt von einem Cabriolet-Verdeck 3. Letzteres umfasst gestrichelt angedeutete seitliche Teile 4, die Gestänge- und/oder Dachrahmenteile sein können. Nach hinten wird ein Stoffbezug 5 des Cabriolet-Verdecks 3 von einem Haltebügel 6 gespannt.
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Im vorderen Bereich eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Verdecks gemäß 2 ist eine in der 1 nicht zu erkennende Dachspitze 7 vorhanden, die an auf jeder Seite vorhandenen Gestängeteilen 8 befestigt ist. Die linken und rechten Gestängeteile 8 sind an einem Gestängeteil 9 (jeweils wieder rechts und links) angebunden, an welches im Verlauf der Montage eines Verdecks ein nicht dargestellter Dachrahmen zu befestigen ist. An einem weiteren Verdeckgestängeteil 11 ist bereits ein fester Teil 12 des Dachrahmens unlösbar angeordnet. Für dessen Anbindung wird keine erfindungsgemäße Verstellvorrichtung benötigt. Bei anderen Ausbildungen der Erfindung kann das Teil 12 jedoch auch über die vorbeschriebene und nachfolgend weiter beschriebene Feststellvorrichtung an dem Gestängeteil 11 befestigt werden.
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Ein Dachrahmenteil 13 ist in 3 in einer an einem Gestängeteil angeordneten Position gezeigt. Hierbei kann es sich beispielsweise um das Gestängeteil 9 gemäß 2 oder ein ähnliches Teil handeln. Die Festlegung erfolgt mittels einer Verstellvorrichtung, die in einer Ausnehmung 14 des Dachrahmenteils 13 angeordnet ist. Eine in das Dachrahmenteil 13 einzulegende Dichtung wird aufgrund einer in der Ausnehmung 14 versenkten Schraube 19 nicht aufgewölbt, so dass die Dichtigkeit weiter gewahrt bleibt. Ergänzend kann die Dichtung im Bereich eines Schraubenkopfes 16 der Verstellvorrichtung eine Ausnehmung aufweisen, um einen Eingriff auf die Schraube mit einem Werkzeug zu ermöglichen. Die Schraube sitzt mit Luft in einer Ausnehmung des Dachrahmenteils 13 und weist im nicht festgezogenen Zustand entsprechend Spiel in einer Ebene quer zu ihrer Längsrichtung auf.
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Das Gestängeteil 9 weist seinerseits eine Ausnehmung auf, die eine Spielpassung für eine Hülse 17 ausbildet. Diese Hülse besitzt einen Kragen 18, der in der in der 4 gezeigten Befestigungsposition an dem Dachrahmen 13 anliegt (5). Mittels der in ein Innengewinde der Hülse 17 eingeschraubten Schraube 19 wird über den Schraubenkopf 16 der Dachrahmen 13 zwischen Hülse 17 und deren Kragen 18 sowie der Schraube 19 festgelegt.
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Die Hülse 17 ist im Montagefall aufgrund der Spielpassung im Teil 9 weiterhin durch die Ausnehmung hindurch verschieblich gelagert und kann in der benötigten Position mit der Madenschraube 21 festgelegt werden. Diese Madenschraube 21 ist in einer mit einem Innengewinde versehenen Ausnehmung des Verdeckgestängeteils 9 eingeschraubt. Durch die Verschraubung der Schraube 19 mit dem Dachrahmen (gegen die Hülse 17 bzw. deren Kragen 18) und die auf die Mantelfläche der Hülse 17 eingreifende Madenschraube 21 weist die erfindungsgemäße Verstellvorrichtung in drei Raumdimensionen Verstellmöglichkeiten auf. In Längsrichtung der Hülse 17 ist die Einstellung genauso stufenlos möglich wie quer dazu. Das Dachrahmenteil 9 weist in dem von der Schraube durchsetzten Bereich 22 Spiel auf und kann bei Lösen der Schraube 19 in einer Ebene senkrecht zur Längsrichtung der Schraube bewegt werden. Durch Festlegung der Schraube wird das Dachrahmenteil 13 zwischen Kragen 18 und Schraubenkopf 16 verspannt. Die Madenschraube 21 dient dann der Festlegung der Hülse 17 gegenüber dem Gestellteil 9, so dass sich eine Beweglichkeit in Längsrichtung der Schraube 19 bei Lösen der Madenschraube 21 ergibt. Es fallen keine Distanzelemente od. dgl. weg, die Montage ist einfacher gestaltet und ein Nachjustieren ist auf einfache Weise möglich.
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Im Bereich des Schraubenkopfes 16 kann eine in den Dachrahmen 13 eingesetzte Dichtung 23 eine Ausnehmung aufweisen, um eine Zugangsmöglichkeit zu schaffen. Die Madenschraube 21 kann besonders vorteilhaft im montierten Zustand auf der unteren Seite des Gestellteils 9 angeordnet sein, um auch im Wartungsfall einfacher von unten – beispielsweise durch Abheben eines Dachhimmels – zugänglich zu sein.