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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Testvorrichtung für Vaginalfluid,
umfassend einen in die Vaginalhöhle
einführbaren,
lang erstreckten Einführteil und
einen am proximalen Ende des Einführteils festgelegten Griffteil,
wobei der Einführteil
wenigstens zwei Fluidaufnahmezonen aufweist, von denen wenigstens
eine als ein pH-Testfeld ausgestaltet ist und von denen wenigstens
eine weitere eine zusätzliche Fluidaufnahmezone
darstellt.
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Stand der Technik
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Derartige
Testvorrichtungen sind bekannt aus der
WO 2008/051371 A2 .
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Die
Begriffe ”proximal” und ”distal” werden
im vorliegenden Zusammenhang gemäß ihrer
medizingerätetechnischen
Definition benutzt, wobei ”proximal” ”näher zum
untersuchenden Arzt hin” und ”distal” ”weiter
vom untersuchenden Arzt weg” bedeuten.
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Die
bakterielle Vaginose, kurz BV, ist die häufigste mikrobiologische Störung des
Scheidenmilieus bei Frauen während
der Geschlechtsreife. Ein Test auf das Vorliegen einer BV gehört daher
zum Standardrepertoire gynäkologischer
Vorsorgeuntersuchungen. Zur Standardisierung der Diagnose hat die Medizin
die vier sogenannten ”Amsel-Kriterien” entwickelt,
wobei nach internationaler Konvention eine BV als diagnostiziert
gilt, wenn wenigstens drei der vier Amsel-Kriterien erfüllt sind. Die Amsel-Kriterien sind:
- 1. dünnflüssiger,
homogener Fluor
- 2. pH-Wert in der Scheide über
4,5
- 3. charakteristischer, ”fischartiger” Geruch
des Fluors bei Reaktion mit 10%iger Kalilauge (”Whiff-Test”)
- 4. Nachweis vorgegebener Schlüsselzellen im Nativpräparat.
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Aufgrund
der Häufigkeit
der Testdurchführung
ist es von besonderer Bedeutung, den Test für den Arzt so effizient wie
möglich
und für
die Patientin so wenig belastend wie möglich zu gestalten.
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Die
oben genannte, gattungsbildende Druckschrift offenbart eine von
ihrer Form her an einen Schlüssel
erinnernde Testvorrichtung mit einem verbreiterten Griffteil und
einem schmalen Einführteil
mit gerundeten Konturen. Auf der Oberfläche des Einführteils
ist in der Nähe
seines distalen Endes ein pH-Testfeld angeordnet, welches einem
Farbvergleichsfeld benachbart ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Einführteils
ist als zusätzliches
Testfeld ein streifenförmiges,
KOH-imprägniertes
Vlies angeordnet. Bei der gynäkologischen
Untersuchung spreizt der Arzt die Scheide mit einem Spekulum, wobei
er Menge und Konsistenz des Fluors erkennt (erstes Amsel-Kriterium).
Anschließend
wird der einige Zentimeter messende Einführteil der Testvorrichtung
in die Vaginalhöhle
eingeführt,
wobei der Arzt die Vorrichtung am Griffteil festhält. Beim
Kontakt mit der Vaginalwand gelangt Vaginalfluid auf die oben genannte
Testfelder. Das pH-Testfeld ist mit pH-sensitiver Chemikalie imprägniert und
zeigt gemäß dem pH-Wert
des Vaginalfluids eine Farbreaktion, die mit dem benachbarten Farbvergleichsfeld
verglichen werden kann, um auf den pH-Wert des Vaginalfluids zu
schließen
(zweites Amsel-Kriterium). Auf dem zusätzlichen Testfeld reagiert
das Vaginalfluid mit dem KOH und erzeugt ggf. den charakteristischen,
vom Arzt interpretierbaren, ”fischartigen” Geruch
(drittes Amsel-Kriterium). Auf diese Weise können mit einer einzigen Untersuchungshandlung
drei der vier Amsel-Kriterien überprüft und eine
sichere Diagnose gestellt werden.
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Diese
bekannte Vorrichtung ist daher günstiger
als die aus der
US 6,019,734 bekannte
Vorrichtung, bei der ebenfalls ein KOH-Testfeld und ein pH-Testfeld
auf einem gemeinsamen, schmalen, lang erstreckten Träger aufgebracht
sind. Allerdings sind dort die Testfelder an gegenüberliegenden
Enden der Vorrichtung angebracht. Der Arzt greift die Vorrichtung
in ihrem Mittelbereich. Diese Anordnung erfordert eine zweimalige
Einführung
der Vorrichtung in die Vaginalhöhle
und bedeutet somit eine höhere
Belastung der Patientin.
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Nachteilig
bei der gattungsgemäßen Vorrichtung
ist die medizinisch ungünstige
anatomische Lage der Fluidentnahmepositionen. So wird der pH-Test
zwar in medizinisch günstiger
Weise mit Fluid durchgeführt,
welches wenige Zentimeter vom Scheideneingang entfernt entnommen
wurde. Der Whiff-Test wird jedoch ebenfalls mit Fluid durchgeführt, welches
wenige Zentimeter vom Scheideneingang entnommen wurde. Dies ist
unter diagnostischen Aspekten ungünstig, weil äußere Verunreinigungen
den Test verfälschen
und insbesondere zu einem falsch-positiven Ergebnis führen können. Diagnostisch
optimal wäre
die Durchführung
des Whiff-Tests
mit Fluid, das etwa 6 bis 8 Zentimeter vom Scheideneingang entfernt
entnommen wurde. Das saure Milieu in der Nähe des Scheideneingangs, welches
im Rahmen des zweiten Amsel-Kriteriums überprüft wird, stellt eine effektive
Bakteriensperre dar. Das Vorhandensein von aminproduzierenden Bakterien
vor dieser Sperre ist daher oft unkritisch. Liegen diese Bakterien
jedoch auch in tieferen Bereichen der Vaginalhöhle, insbesondere am Eingang des
Gebärmutterhalses
vor, bedeutet dies, dass die natürliche
Sperre überwunden
wurde und tatsächlich eine
BV vorliegt.
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Der
naheliegende Ansatz, die Testvorrichtung lediglich in anatomisch
optimierter Weise umzugestalten, indem die Länge des Einführteils
vergrößert und
die Anordnung der Testfelder gegenüber der bekannten Vorrichtung
verändert,
d. h. insbesondere das KOH-Feld deutlich weiter distal angeordnet
wird, ist allerdings nicht zielführend.
Bei einer solchen Umgestaltung würde
nämlich
das KOH-Testfeld beim Ein- oder Ausführen mit Fluid aus ”falschen”, d. h. insbesondere
scheideneingangsnahen Bereichen kontaminiert, wodurch das Ergebnis
verfälscht
werden könnte.
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Aus
der
US 4 945 921 ist
eine Probenentnahmevorrichtung zum Gewinnen von Vaginalfluid bekannt.
Dabei wird ein Flüssigkeit
aufnehmendes, schwammartiges Teil in der Vaginalhöhle mit
dem Vaginalfluid in Kontakt gebracht und eine Flüssigkeitsprobe aufgenommen.
Das Flüssigkeit
aufnehmende, schwammartige Teil wird beim Einführen in und beim Herausnehmen
aus der Vagina in einem Schutzrohr vollständig umschlossen, um so ein
Verfälschen
des gewonnenen Vaginalfluids zu verhindern. Diese bekannte Vorrichtung
dient jedoch allein der Probennahme; jegliche Untersuchungen und/oder
Tests an dem gewonnenen Probenmaterial müssen anschließend mittels
separater Chemikalien und/oder Gerätschaften in einem separaten
Analyseschritt durchgeführt
werden.
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Aus
der
US 6 113 856 A ist
eine Testvorrichtung für
die Diagnose einer bakteriellen Vaginose in Form einer getrennte
Bereiche aufweisenden Testkarte bekannt. Werden diese Bereiche mit
einer Flüssigkeitsprobe
wie Vaginalfluid benetzt, können
damit sowohl ein pH-Test als auch ein Amin-Nachweis mittels visueller Indikatoren,
die im positiven Fall einen Farbwechsel anzeigen, durchgeführt werden.
Eine derartige Testvorrichtung, die selbst nicht zur Probengewinnung
verwendet werden kann, könnte
z. B. in Ergänzung
zu der vorgenannten Probenentnahmevorrichtung eingesetzt werden.
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Aufgabenstellung
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Es
ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Testvorrichtung
zur Untersuchung von Vaginalfluid derart weiterzugestalten, dass
die Testergebnisse aussagekräftiger
sind und insbesondere falsch-positive
Ergebnisse vermieden oder wenigstens reduziert werden können.
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Darlegung der Erfindung
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Diese
Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von
Anspruch 1 dadurch gelöst,
dass der Einführteil
einen als ein distal offenes Hohlelement ausgebildeten Mantel und
einen in dessen Innerem axial verschieblich geführten Probennehmer, dessen
distales Ende die zusätzliche Fluidaufnahmezone
trägt,
umfasst, wobei der Probennehmer mittels einer am Griffteil gelagerten
Verschiebevorrichtung zwischen einer Schutzposition, in der das
distale Ende des Probennehmers hinter die distale Öffnung des
Mantels zurückgezogen
ist, und einer Probennahmeposition, in der das distale Ende des
Probennehmers über
die distale Öffnung
des Mantels hinaus vorgeschoben ist, verschiebbar ist.
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Die
vorliegende Erfindung setzt sich in zwei wesentlichen Merkmalen
vom Stand der Technik ab. Zum einen ist die Anordnung der beiden
Fluidaufnahmezonen am Einführteil
entsprechend den anatomischen Gegebenheiten und diagnostischen Erfordernissen
optimiert. So gelangt die zusätzliche
Fluidaufnahmezone bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der erfindungsgemäßen Testvorrichtung
tiefer in die Vaginalhöhle
hinein als die als pH-Testfeld ausgestaltete Fluidaufnahmezone.
Dadurch kann die zusätzliche
Fluidaufnahmezone Vaginalfluid aus einem Bereich jenseits der in
der Nähe
des Scheideneingangs etablierten Säuresperre aufnehmen. Durch
das zweite wichtige Merkmal, das die vorliegende Erfindung vom Stand
der Technik unterscheidet, nämlich
der Verschiebbarkeit der zusätzlichen
Fluidaufnahmezone zwischen einer exponierten und einer im Mantel geschützten Position,
wird zuverlässig
verhindert, dass die zusätzliche
Fluidaufnahmezone beim Ein- oder Ausführen der Testvorrichtung mit
Vaginalfluid aus anderen als dem Zielbereich kontaminiert wird. Ein
mit dem Fluid, das mittels der zusätzlichen Fluidaufnahmezone
aufgenommen wurde, durchgeführter Test
ist daher für
eine zuverlässige
Aussage über
die Vaginalflora in der Nähe
des Cervixeingangs geeignet. Für
den untersuchenden Arzt ist die Betätigung der erfindungsgemäßen Testvorrichtung
einfach und bequem. Dadurch, dass die Verschiebevorrichtung, mit
der die zusätzliche
Probenaufnahmezone zur Probenentnahme über das Rohrende des Einführteils
hinausgeschoben bzw. zum Schutz gegen Kontamination in das Rohr
des Einführteils
zurückgezogen
wird, im Griffteil angeordnet ist, lässt sich die Verschiebung auf
bequeme Weise einhändig,
beispielsweise mit einer Daumenbewegung bewerkstelligen. Auch für die untersuchte
Patientin ist die bestimmungsgemäße Untersuchung
sehr schonend.
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Günstigerweise
ist die Verschiebevorrichtung und/oder der Probennehmer in Richtung
der Schutzstellung federvorgespannt. Dies bedeutet, dass sich bei
nichtbetätigter Verschiebevorrichtung das
distale Ende des Probennehmers mit der zusätzlichen Fluidaufnahmezone
in der Schutzstellung im Inneren des Mantels befindet. Dies erlaubt
es dem untersuchenden Arzt während
des Ein- und Ausführens
der Testvorrichtung wie gewohnt zu arbeiten und die Vorrichtung
in maximal schonender Weise zu handhaben. Lediglich für die tatsächliche
Probenentnahme, d. h. die Fluidaufnahme in der zusätzlichen Fluidaufnahmezone
muss die Verschiebevorrichtung kurzzeitig betätigt werden. Eine gezielte
Rückführung ist
nicht erforderlich, da der Probennehmer automatisch in seine Schutzstellung
zurückschnappt.
Es ist daher nicht möglich,
dass die zusätzliche
Fluidaufnahmezone beim Ausführen
der Testvorrichtung versehentlich in der Probennahmeposition verbleibt
und kontaminiert wird.
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Bevorzugt
umfasst der Probennehmer einen Schaft, der das Innere des Mantels
durchsetzt, d. h. über
dessen proximales Endes hinausragt. Hiervon ausgehend können zwei
besonders günstige
Ausführungsformen
realisiert werden.
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Bei
einer ersten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass sich
der Schaft bis in einen hohl ausgebildeten Handhabungsbereichs des
Griffteils hinein erstreckt, wo er mit einem die Wandung des Handhabungsbereichs
durchsetzenden Betätigungselement
verbunden ist. Bei dieser Ausführungsform ist
der Griffteil wenigstens bereichsweise hohl ausgebildet. In diesen
Hohlraum ragt das proximale Ende des Probennehmers hinein. Ein Betätigungselement, das
beispielsweise als radial am Probennehmerschaft ansetzender Fortsatz
ausgebildet sein kann, ragt durch einen seitlichen Wanddurchbruch
des hohlen Griffteilbereichs hindurch. Dieses Betätigungselement
stellt die Schnittstelle zum untersuchenden Art dar, der durch eine
axiale Verschiebung des Betätigungselementes
innerhalb des Wandungsdurchbruchs eine axiale Bewegung des Schaftes
erzeugen kann. Selbstverständlich
muss der Wandungsdurchbruch eine solche Bewegung des Betätigungselementes
zulassen, d. h. vorzugsweise langlochartig ausgebildet sein.
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Bei
einer alternativen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Schaft auch den hohl ausgebildeten Griffteil durchsetzt und
wenigstens in der Schutzstellung proximal über diesen hinausragt. Bei
dieser Ausgestaltung der Erfindung ist das Schaftende selbst als
Betätigungselement
ausgebildet.
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Grundsätzlich besteht
keine Beschränkung hinsichtlich
der Verwendung des mittels der zusätzlichen Fluidaufnahmezone
aufgenommenen Vaginalfluids. Insbesondere kann das gewonnene Fluid
nach dem Ausführen
der Testvorrichtung beliebigen Untersuchungen unterworfen werden,
wie z. B. Abstrich für ein
gefärbtes
oder ungefärbtes
Nativpräparat
zur Durchführung
einer mikroskopischen Diagnostik oder das Anlegen einer Zellkultur.
Bei einer speziellen Ausführungsform
der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass die zusätzliche
Fluidaufnahmezone mit Kaliumhydroxid, KOH, imprägniert ist, sodass das zweite
und dritte Amsel-Kriterium mit einer solchen Vorrichtung unmittelbar
und ohne zusätzliche
Labordiagnostik bestimmt werden können. Alternativ kann die zusätzliche
Fluidaufnahmezone auch mit einem Indikator zum visuellen Amin-Nachweis
imprägniert sein.
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Das
pH-Testfeld ist günstigerweise
von der Außenseite
des Mantels her für
Fluid zugänglich.
Für eine
solche Anordnung gibt es eine Vielzahl von Detaillösungen.
Beispielsweise kann ein mit entsprechenden Chemikalien imprägniertes
Vlies auf die Außenfläche des
Mantels aufgebracht, z. B. aufgeklebt sein. Günstiger kann es jedoch sein,
wenn die Wandung des Mantels wenigstens bereichsweise doppelschalig
mit einer inneren und einer äußeren Schale ausgebildet
ist, wobei die äußere Schale
ein Zugangsfenster aufweist und in den Zwischenraum zwischen der
inneren und der äußeren Schale
ein pH-Teststreifen einlegbar ist, dessen pH-sensitiver Bereich
durch das Zugangsfenster benetzbar ist. Standardisierte pH-Teststreifen sind
günstig
herstellbar oder käuflich
zu erwerben. Ein solcher Teststreifen kann bei der Montage einer
erfindungsgemäßen Testvorrichtung
zwischen die beiden Mantelschalen eingeklemmt werden, sodass sein
pH-sensitiver Teil durch das Fenster in der äußeren Mantelschale zugänglich ist.
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Bevorzugt
ist das pH-Testfeld 3–6
Zentimeter von dem distalen Ende des Mantels beabstandet. Vom proximalen
Ende des Mantels ist das pH-Testfeld bevorzugt 1–3 Zentimeter beabstandet.
Dies entspricht in besonders günstiger
Weise den oben erläuterten
anatomischen Verhältnissen.
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Bevorzugt
wird die erfindungsgemäße Testvorrichtung,
insbesondere deren Mantel und Griffteil, im Kunststoffspritzgussverfahren
hergestellt. Dies ist wirtschaftlich besonders günstig. Ein solches Kunststoffelement
ist auf einfache Weise mit einem pH-Testfeld (z. B. wie oben erläutert) sowie
einem Probennehmer bestückbar.
Allerdings sind auch andere Materialien, wie z. B. Metall, Papier,
Zellulose etc. verwendbar.
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Die
Fluidaufnahmezonen sind bevorzugt oberflächenvergrößert ausgebildet, d. h. beispielsweise
als poröse,
faserige oder geriffelte Elemente ausgebildet. Eine derartige, oberflächenvergrößerte Ausgestaltung
erhöht
die Absorptionsfähigkeit
und erlaubt die Aufnahme einer größeren Menge Fluids.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden, speziellen Beschreibung und den Zeichnungen.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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Es
zeigen:
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1:
eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung
in der Schutzposition in Draufsicht,
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2:
eine schematische Darstellung der Testvorrichtung von 1 in
Seitenansicht, teilweise geschnitten,
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3:
eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung
in Probennahmeposition in Draufsicht,
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4:
eine schematische Darstellung der Testvorrichtung von 3 in
Seitenansicht, teilweise geschnitten.
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Ausführliche Beschreibung einer
bevorzugter Ausführungsform
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Die 1 bis 4 zeigen
eine erfindungsgemäße Testvorrichtung 10 in
unterschiedlichen Betätigungsstellungen
und unterschiedlichen Ansichten. Gleiche Bezugszeichen in den Figuren
bezeichnen gleiche Elemente. Die Darstellungen der 1 bis 4 sind
rein schematisch und nicht als naturgetreue Abbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zu verstehen.
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Die
Testvorrichtung 10 umfasst einen abgeflachten Griffteil 12 und
einen lang erstreckten Einführteil 14.
Beide Elemente sind miteinander verbunden und können gemeinsam als ein- oder
mehrteiliges Spritzgusselement gefertigt werden. Sowohl der Griffteil 12 als
auch der Einführteil 14 sind
im Wesentlichen hohl ausgebildet. Der Mantel 16 des Einführteils 14 weist
an seinem distalen Ende 18 eine Öffnung 20 auf. Die
Wandung 22 des Griffteils 12 weist in ihrem zentralen
Bereich ein axial erstrecktes Langloch 24 auf.
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Im
Inneren des hohlen Griffteils 12 und des hohlen Einführteils 14 ist
ein Probennehmer 26 angeordnet. Der Probennehmer besteht
im Wesentlichen aus einem Schaft 28, an dessen distalem
Ende eine oberflächenvergrößerte Fluidaufnahmezone 30 angeordnet
ist. Die Fluidaufnahmezone 30 kann beispielsweise als Wattebausch,
Schwämmchen,
Löffel oder
Erweiterung mit aufgerauter oder geriffelter Oberfläche ausgebildet
sein. Am proximalen Ende des Schaftes 28 ist ein radial
ausgerichteter Vorsprung 32 angeordnet, der die Ausnehmung 24 in
der Wandung 22 des Griffteils 12 durchsetzt und
sich dort zu einem Schiebeknopf 34 erweitert. Der radiale
Vorsprung 32 und der Schiebeknopf 34 bilden gemeinsam
ein Betätigungselement,
mit dem der Probennehmer 26 axial verschoben werden kann.
Der Verschiebebereich wird dabei durch die Abmessungen des Langlochs 24 bestimmt.
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Bei
zurückgezogener
Stellung des Schiebeknopfes 34, die in den 1 und 2 dargestellt ist,
ist die Fluidaufnahmezone 30 hinter die distale Öffnung 20 des
Einführteils
zurückgezogen.
Dies ist die Schutzposition, in der die Fluidaufnahmezone vor Kontakt
mit dem den Einführteil 14 umgebenden
Fluid geschützt
ist. In den 3 und 4 ist hingegen die
Probennahmeposition dargestellt, in der der Schiebeknopf 34 in
seine vordere Position, d. h. zum distalen Rand des Langlochs 24 hin
vorgeschoben ist. In dieser Position ragt die Fluidaufnahmezone 30 über die
distale Öffnung 20 des
Einführteils 14 hinaus.
In dieser Probennahmeposition kann die Fluidaufnahmezone 30 das
den Einführteil 14 umgebende Fluid
aufnehmen.
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Bei
der in den 1 bis 4 gezeigten Ausführungsform
ist der Probennehmer 26 mittels einer Zugfeder 36 in
Richtung auf seine Schutzposition federvorgespannt. Die Zugfeder 36 ist
einerseits mit der Wandung 22 des Griffteils 12 und
andererseits mit dem radialen Vorsprung 32 am proximalen
Ende des Schaftes 28 verbunden. Durch diese Maßnahme wird
erreicht, dass die Fluidaufnahmezone 30 beim Loslassen
des Schiebeknopfes 34 automatisch in ihre Schutzposition
zurückschnellt.
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In
den 2 und 4 ist weiter eine besonders
günstige
Ausführungsform
eines pH-Testfeldes schematisch dargestellt. Der besseren Erkennbarkeit
halber ist der durch die Ausbruchlinie 38 kenntlich gemachte
Bereich des Mantels 16 des Einführteils 14 als Schnittdarstellung
gezeigt. In diesem Bereich ist der Mantel 16 doppelschalig
ausgebildet, wobei eine Vertiefung vorgesehen ist, in die ein standardisierter
pH-Teststreifen 40 einlegbar ist. Zur Fixierung des Teststreifens 40 ist
weiter ein äußeres Schalenteil 42 in
die Ausnehmung einlegbar. Mit ihr wird der Teststreifen 40 in
der Ausnehmung festgeklemmt. Das äußere Schalenteil 42 weist
ein Fenster 44 auf, welches einen Zugang zu einem pH-sensitiven
Bereich 46 des Teststreifens 40 bildet.
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Bei
der gynäkologischen
Untersuchung wird der Einführteil 14 der
erfindungsgemäßen Testvorrichtung 10 in
die Vaginalhöhle
eingeführt.
Der untersuchende Arzt hält
dabei die Vorrichtung am Griffteil 12. Die verbreiterte
Ausgestaltung des Griffteils 12 im Vergleich zum Einführteil 14 schafft
einen natürlichen Einführstopp,
der bei anatomisch sinnfälliger
Dimensionierung des Einführteils
für eine
korrekte Positionierung der Testfelder sorgt. Durch seitliches Anlegen
des Fensters 44 an die Vaginalwand wird der pH-sensitive
Bereich des pH-Teststreifens 40 mit Vaginalfluid aus dem
Bereich des Scheideneingangs benetzt. Die distale Fluidaufnahmezone 30 am
distalen Ende des Probennehmers 26 kann hingegen noch nicht
mit Fluid in Berührung
kommen. Erst nach korrekter Positionierung der Vorrichtung 10 betätigt der untersuchende
Arzt den Schiebeknopf 34 und schiebt die Fluidaufnahmezone 30 über die
distale Öffnung 20 des
Einführteils 14 hinaus,
sodass sie die Vaginalwand kontaktieren und Fluid aus dem umgebenden
Bereich aufnehmen kann. Anschließend lässt der Arzt den Verschiebeknopf 34 los,
sodass die Fluidaufnahmezone 30 zurück in ihre in den 1 und 2 gezeigte
Schutzposition zurücküberführt wird.
In dieser Position kann die Vorrichtung wieder ausgeführt werden,
ohne dass die Gefahr einer Kontamination der distalen Fluidaufnahmezone 30 besteht.
Eine Farbreaktion des pH-sensitiven
Bereichs 46 des Teststreifens 40 gibt dem Arzt
Aufschluss über
den Säurewert
des Fluors am Scheideneingang (introitus vaginae). Das mit der distalen
Fluidaufnahmezone 30 entnommene Fluid kann in beliebiger
anderer Weise weiterverwendet werden, beispielsweise für einen
mikroskopischen Abstrich, einen Whiff-Test durch externe Benetzung
durch KOH oder auf andere Weise. Wie bereits erwähnt, ist es auch möglich, die Fluidaufnahmezone 30 mit
KOH zu imprägnieren,
sodass der Whiff-Test ohne weitere externe Labordiagnostik durchgeführt werden
kann.
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Natürlich stellen
die in der speziellen Beschreibung diskutierten und in den Figuren
gezeigten Ausführungsformen
nur illustrative Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung dar. Dem Fachmann ist im Lichte der hiesigen
Offenbarung ein breites Spektrum an Variationsmöglichkeiten an die Hand gegeben.
Insbesondere ist die spezielle Formgestaltung und Materialwahl der
einzelnen Elemente an anatomische, praktische und wirtschaftliche
Gegebenheiten anzupassen. Die Verwendung einer Federvorspannung
für den
Probennehmer 26 ist nicht zwingend. Auch eine rein manuelle Betätigung ist denkbar,
wobei eine Rastvorrichtung hilfreich sein kann, eine gewählte Position
beizubehalten.
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- 10
- Testvorrichtung
- 12
- Griffteil
- 14
- Einführteil
- 16
- Mantel
von 14
- 18
- distales
Ende von 14/16
- 20
- Öffnung
- 22
- Wandung
von 12
- 24
- Langloch
- 26
- Probennehmer
- 28
- Schaft
von 26
- 30
- distale
Fluidaufnahmezone
- 32
- radialer
Vorsprung
- 34
- Schiebeknopf
- 36
- Zugfeder
- 38
- Ausbruchlinie
- 40
- pH-Teststreifen
- 42
- äußeres Schalenteil
- 44
- Fenster
in 42
- 46
- pH-sensitiver
Bereich von 40