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DE102009023460B3 - Testvorrichtung für Vaginalfluid - Google Patents

Testvorrichtung für Vaginalfluid Download PDF

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DE102009023460B3
DE102009023460B3 DE200910023460 DE102009023460A DE102009023460B3 DE 102009023460 B3 DE102009023460 B3 DE 102009023460B3 DE 200910023460 DE200910023460 DE 200910023460 DE 102009023460 A DE102009023460 A DE 102009023460A DE 102009023460 B3 DE102009023460 B3 DE 102009023460B3
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf eine Testvorrichtung für Vaginalfluid, umfassend einen in die Vaginalhöhle einführbaren, lang erstreckten Einführteil (14) und einen am proximalen Ende des Einführteils (14) festgelegten Griffteil (12), wobei der Einführteil (14) wenigstens zwei Fluidaufnahmezonen (30, 46) aufweist, von denen wenigstens eine als ein pH-Testfeld (46) ausgestaltet ist und von denen wenigstens eine weitere eine zusätzliche Fluidaufnahmezone (30) darstellt. Die Erfindung zeichnet sich weiter dadurch aus, dass der Einführteil (14) einen als ein distal offenes Hohlelement ausgebildeten Mantel (16) und einen in dessen Innerem axial verschieblich geführten Probennehmer (26), dessen distales Ende die zusätzliche Fluidaufnahmezone (30) trägt, umfasst, wobei der Probennehmer (26) mittels einer am Griffteil (12) gelagerten Verschiebevorrichtung (32, 34) zwischen einer Schutzposition, in der das distale Ende des Probennehmers (26) hinter die distale Öffnung (20) des Mantels (16) zurückgezogen ist, und einer Probennahmeposition, in der das distale Ende des Probennehmers (26) über die distale Öffnung (20) des Mantels (16) hinaus vorgeschoben ist, verschiebbar ist.

Description

  • Gebiet der Erfindung
  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Testvorrichtung für Vaginalfluid, umfassend einen in die Vaginalhöhle einführbaren, lang erstreckten Einführteil und einen am proximalen Ende des Einführteils festgelegten Griffteil, wobei der Einführteil wenigstens zwei Fluidaufnahmezonen aufweist, von denen wenigstens eine als ein pH-Testfeld ausgestaltet ist und von denen wenigstens eine weitere eine zusätzliche Fluidaufnahmezone darstellt.
  • Stand der Technik
  • Derartige Testvorrichtungen sind bekannt aus der WO 2008/051371 A2 .
  • Die Begriffe ”proximal” und ”distal” werden im vorliegenden Zusammenhang gemäß ihrer medizingerätetechnischen Definition benutzt, wobei ”proximal” ”näher zum untersuchenden Arzt hin” und ”distal” ”weiter vom untersuchenden Arzt weg” bedeuten.
  • Die bakterielle Vaginose, kurz BV, ist die häufigste mikrobiologische Störung des Scheidenmilieus bei Frauen während der Geschlechtsreife. Ein Test auf das Vorliegen einer BV gehört daher zum Standardrepertoire gynäkologischer Vorsorgeuntersuchungen. Zur Standardisierung der Diagnose hat die Medizin die vier sogenannten ”Amsel-Kriterien” entwickelt, wobei nach internationaler Konvention eine BV als diagnostiziert gilt, wenn wenigstens drei der vier Amsel-Kriterien erfüllt sind. Die Amsel-Kriterien sind:
    • 1. dünnflüssiger, homogener Fluor
    • 2. pH-Wert in der Scheide über 4,5
    • 3. charakteristischer, ”fischartiger” Geruch des Fluors bei Reaktion mit 10%iger Kalilauge (”Whiff-Test”)
    • 4. Nachweis vorgegebener Schlüsselzellen im Nativpräparat.
  • Aufgrund der Häufigkeit der Testdurchführung ist es von besonderer Bedeutung, den Test für den Arzt so effizient wie möglich und für die Patientin so wenig belastend wie möglich zu gestalten.
  • Die oben genannte, gattungsbildende Druckschrift offenbart eine von ihrer Form her an einen Schlüssel erinnernde Testvorrichtung mit einem verbreiterten Griffteil und einem schmalen Einführteil mit gerundeten Konturen. Auf der Oberfläche des Einführteils ist in der Nähe seines distalen Endes ein pH-Testfeld angeordnet, welches einem Farbvergleichsfeld benachbart ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Einführteils ist als zusätzliches Testfeld ein streifenförmiges, KOH-imprägniertes Vlies angeordnet. Bei der gynäkologischen Untersuchung spreizt der Arzt die Scheide mit einem Spekulum, wobei er Menge und Konsistenz des Fluors erkennt (erstes Amsel-Kriterium). Anschließend wird der einige Zentimeter messende Einführteil der Testvorrichtung in die Vaginalhöhle eingeführt, wobei der Arzt die Vorrichtung am Griffteil festhält. Beim Kontakt mit der Vaginalwand gelangt Vaginalfluid auf die oben genannte Testfelder. Das pH-Testfeld ist mit pH-sensitiver Chemikalie imprägniert und zeigt gemäß dem pH-Wert des Vaginalfluids eine Farbreaktion, die mit dem benachbarten Farbvergleichsfeld verglichen werden kann, um auf den pH-Wert des Vaginalfluids zu schließen (zweites Amsel-Kriterium). Auf dem zusätzlichen Testfeld reagiert das Vaginalfluid mit dem KOH und erzeugt ggf. den charakteristischen, vom Arzt interpretierbaren, ”fischartigen” Geruch (drittes Amsel-Kriterium). Auf diese Weise können mit einer einzigen Untersuchungshandlung drei der vier Amsel-Kriterien überprüft und eine sichere Diagnose gestellt werden.
  • Diese bekannte Vorrichtung ist daher günstiger als die aus der US 6,019,734 bekannte Vorrichtung, bei der ebenfalls ein KOH-Testfeld und ein pH-Testfeld auf einem gemeinsamen, schmalen, lang erstreckten Träger aufgebracht sind. Allerdings sind dort die Testfelder an gegenüberliegenden Enden der Vorrichtung angebracht. Der Arzt greift die Vorrichtung in ihrem Mittelbereich. Diese Anordnung erfordert eine zweimalige Einführung der Vorrichtung in die Vaginalhöhle und bedeutet somit eine höhere Belastung der Patientin.
  • Nachteilig bei der gattungsgemäßen Vorrichtung ist die medizinisch ungünstige anatomische Lage der Fluidentnahmepositionen. So wird der pH-Test zwar in medizinisch günstiger Weise mit Fluid durchgeführt, welches wenige Zentimeter vom Scheideneingang entfernt entnommen wurde. Der Whiff-Test wird jedoch ebenfalls mit Fluid durchgeführt, welches wenige Zentimeter vom Scheideneingang entnommen wurde. Dies ist unter diagnostischen Aspekten ungünstig, weil äußere Verunreinigungen den Test verfälschen und insbesondere zu einem falsch-positiven Ergebnis führen können. Diagnostisch optimal wäre die Durchführung des Whiff-Tests mit Fluid, das etwa 6 bis 8 Zentimeter vom Scheideneingang entfernt entnommen wurde. Das saure Milieu in der Nähe des Scheideneingangs, welches im Rahmen des zweiten Amsel-Kriteriums überprüft wird, stellt eine effektive Bakteriensperre dar. Das Vorhandensein von aminproduzierenden Bakterien vor dieser Sperre ist daher oft unkritisch. Liegen diese Bakterien jedoch auch in tieferen Bereichen der Vaginalhöhle, insbesondere am Eingang des Gebärmutterhalses vor, bedeutet dies, dass die natürliche Sperre überwunden wurde und tatsächlich eine BV vorliegt.
  • Der naheliegende Ansatz, die Testvorrichtung lediglich in anatomisch optimierter Weise umzugestalten, indem die Länge des Einführteils vergrößert und die Anordnung der Testfelder gegenüber der bekannten Vorrichtung verändert, d. h. insbesondere das KOH-Feld deutlich weiter distal angeordnet wird, ist allerdings nicht zielführend. Bei einer solchen Umgestaltung würde nämlich das KOH-Testfeld beim Ein- oder Ausführen mit Fluid aus ”falschen”, d. h. insbesondere scheideneingangsnahen Bereichen kontaminiert, wodurch das Ergebnis verfälscht werden könnte.
  • Aus der US 4 945 921 ist eine Probenentnahmevorrichtung zum Gewinnen von Vaginalfluid bekannt. Dabei wird ein Flüssigkeit aufnehmendes, schwammartiges Teil in der Vaginalhöhle mit dem Vaginalfluid in Kontakt gebracht und eine Flüssigkeitsprobe aufgenommen. Das Flüssigkeit aufnehmende, schwammartige Teil wird beim Einführen in und beim Herausnehmen aus der Vagina in einem Schutzrohr vollständig umschlossen, um so ein Verfälschen des gewonnenen Vaginalfluids zu verhindern. Diese bekannte Vorrichtung dient jedoch allein der Probennahme; jegliche Untersuchungen und/oder Tests an dem gewonnenen Probenmaterial müssen anschließend mittels separater Chemikalien und/oder Gerätschaften in einem separaten Analyseschritt durchgeführt werden.
  • Aus der US 6 113 856 A ist eine Testvorrichtung für die Diagnose einer bakteriellen Vaginose in Form einer getrennte Bereiche aufweisenden Testkarte bekannt. Werden diese Bereiche mit einer Flüssigkeitsprobe wie Vaginalfluid benetzt, können damit sowohl ein pH-Test als auch ein Amin-Nachweis mittels visueller Indikatoren, die im positiven Fall einen Farbwechsel anzeigen, durchgeführt werden. Eine derartige Testvorrichtung, die selbst nicht zur Probengewinnung verwendet werden kann, könnte z. B. in Ergänzung zu der vorgenannten Probenentnahmevorrichtung eingesetzt werden.
  • Aufgabenstellung
  • Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Testvorrichtung zur Untersuchung von Vaginalfluid derart weiterzugestalten, dass die Testergebnisse aussagekräftiger sind und insbesondere falsch-positive Ergebnisse vermieden oder wenigstens reduziert werden können.
  • Darlegung der Erfindung
  • Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 dadurch gelöst, dass der Einführteil einen als ein distal offenes Hohlelement ausgebildeten Mantel und einen in dessen Innerem axial verschieblich geführten Probennehmer, dessen distales Ende die zusätzliche Fluidaufnahmezone trägt, umfasst, wobei der Probennehmer mittels einer am Griffteil gelagerten Verschiebevorrichtung zwischen einer Schutzposition, in der das distale Ende des Probennehmers hinter die distale Öffnung des Mantels zurückgezogen ist, und einer Probennahmeposition, in der das distale Ende des Probennehmers über die distale Öffnung des Mantels hinaus vorgeschoben ist, verschiebbar ist.
  • Die vorliegende Erfindung setzt sich in zwei wesentlichen Merkmalen vom Stand der Technik ab. Zum einen ist die Anordnung der beiden Fluidaufnahmezonen am Einführteil entsprechend den anatomischen Gegebenheiten und diagnostischen Erfordernissen optimiert. So gelangt die zusätzliche Fluidaufnahmezone bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der erfindungsgemäßen Testvorrichtung tiefer in die Vaginalhöhle hinein als die als pH-Testfeld ausgestaltete Fluidaufnahmezone. Dadurch kann die zusätzliche Fluidaufnahmezone Vaginalfluid aus einem Bereich jenseits der in der Nähe des Scheideneingangs etablierten Säuresperre aufnehmen. Durch das zweite wichtige Merkmal, das die vorliegende Erfindung vom Stand der Technik unterscheidet, nämlich der Verschiebbarkeit der zusätzlichen Fluidaufnahmezone zwischen einer exponierten und einer im Mantel geschützten Position, wird zuverlässig verhindert, dass die zusätzliche Fluidaufnahmezone beim Ein- oder Ausführen der Testvorrichtung mit Vaginalfluid aus anderen als dem Zielbereich kontaminiert wird. Ein mit dem Fluid, das mittels der zusätzlichen Fluidaufnahmezone aufgenommen wurde, durchgeführter Test ist daher für eine zuverlässige Aussage über die Vaginalflora in der Nähe des Cervixeingangs geeignet. Für den untersuchenden Arzt ist die Betätigung der erfindungsgemäßen Testvorrichtung einfach und bequem. Dadurch, dass die Verschiebevorrichtung, mit der die zusätzliche Probenaufnahmezone zur Probenentnahme über das Rohrende des Einführteils hinausgeschoben bzw. zum Schutz gegen Kontamination in das Rohr des Einführteils zurückgezogen wird, im Griffteil angeordnet ist, lässt sich die Verschiebung auf bequeme Weise einhändig, beispielsweise mit einer Daumenbewegung bewerkstelligen. Auch für die untersuchte Patientin ist die bestimmungsgemäße Untersuchung sehr schonend.
  • Günstigerweise ist die Verschiebevorrichtung und/oder der Probennehmer in Richtung der Schutzstellung federvorgespannt. Dies bedeutet, dass sich bei nichtbetätigter Verschiebevorrichtung das distale Ende des Probennehmers mit der zusätzlichen Fluidaufnahmezone in der Schutzstellung im Inneren des Mantels befindet. Dies erlaubt es dem untersuchenden Arzt während des Ein- und Ausführens der Testvorrichtung wie gewohnt zu arbeiten und die Vorrichtung in maximal schonender Weise zu handhaben. Lediglich für die tatsächliche Probenentnahme, d. h. die Fluidaufnahme in der zusätzlichen Fluidaufnahmezone muss die Verschiebevorrichtung kurzzeitig betätigt werden. Eine gezielte Rückführung ist nicht erforderlich, da der Probennehmer automatisch in seine Schutzstellung zurückschnappt. Es ist daher nicht möglich, dass die zusätzliche Fluidaufnahmezone beim Ausführen der Testvorrichtung versehentlich in der Probennahmeposition verbleibt und kontaminiert wird.
  • Bevorzugt umfasst der Probennehmer einen Schaft, der das Innere des Mantels durchsetzt, d. h. über dessen proximales Endes hinausragt. Hiervon ausgehend können zwei besonders günstige Ausführungsformen realisiert werden.
  • Bei einer ersten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass sich der Schaft bis in einen hohl ausgebildeten Handhabungsbereichs des Griffteils hinein erstreckt, wo er mit einem die Wandung des Handhabungsbereichs durchsetzenden Betätigungselement verbunden ist. Bei dieser Ausführungsform ist der Griffteil wenigstens bereichsweise hohl ausgebildet. In diesen Hohlraum ragt das proximale Ende des Probennehmers hinein. Ein Betätigungselement, das beispielsweise als radial am Probennehmerschaft ansetzender Fortsatz ausgebildet sein kann, ragt durch einen seitlichen Wanddurchbruch des hohlen Griffteilbereichs hindurch. Dieses Betätigungselement stellt die Schnittstelle zum untersuchenden Art dar, der durch eine axiale Verschiebung des Betätigungselementes innerhalb des Wandungsdurchbruchs eine axiale Bewegung des Schaftes erzeugen kann. Selbstverständlich muss der Wandungsdurchbruch eine solche Bewegung des Betätigungselementes zulassen, d. h. vorzugsweise langlochartig ausgebildet sein.
  • Bei einer alternativen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Schaft auch den hohl ausgebildeten Griffteil durchsetzt und wenigstens in der Schutzstellung proximal über diesen hinausragt. Bei dieser Ausgestaltung der Erfindung ist das Schaftende selbst als Betätigungselement ausgebildet.
  • Grundsätzlich besteht keine Beschränkung hinsichtlich der Verwendung des mittels der zusätzlichen Fluidaufnahmezone aufgenommenen Vaginalfluids. Insbesondere kann das gewonnene Fluid nach dem Ausführen der Testvorrichtung beliebigen Untersuchungen unterworfen werden, wie z. B. Abstrich für ein gefärbtes oder ungefärbtes Nativpräparat zur Durchführung einer mikroskopischen Diagnostik oder das Anlegen einer Zellkultur. Bei einer speziellen Ausführungsform der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass die zusätzliche Fluidaufnahmezone mit Kaliumhydroxid, KOH, imprägniert ist, sodass das zweite und dritte Amsel-Kriterium mit einer solchen Vorrichtung unmittelbar und ohne zusätzliche Labordiagnostik bestimmt werden können. Alternativ kann die zusätzliche Fluidaufnahmezone auch mit einem Indikator zum visuellen Amin-Nachweis imprägniert sein.
  • Das pH-Testfeld ist günstigerweise von der Außenseite des Mantels her für Fluid zugänglich. Für eine solche Anordnung gibt es eine Vielzahl von Detaillösungen. Beispielsweise kann ein mit entsprechenden Chemikalien imprägniertes Vlies auf die Außenfläche des Mantels aufgebracht, z. B. aufgeklebt sein. Günstiger kann es jedoch sein, wenn die Wandung des Mantels wenigstens bereichsweise doppelschalig mit einer inneren und einer äußeren Schale ausgebildet ist, wobei die äußere Schale ein Zugangsfenster aufweist und in den Zwischenraum zwischen der inneren und der äußeren Schale ein pH-Teststreifen einlegbar ist, dessen pH-sensitiver Bereich durch das Zugangsfenster benetzbar ist. Standardisierte pH-Teststreifen sind günstig herstellbar oder käuflich zu erwerben. Ein solcher Teststreifen kann bei der Montage einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung zwischen die beiden Mantelschalen eingeklemmt werden, sodass sein pH-sensitiver Teil durch das Fenster in der äußeren Mantelschale zugänglich ist.
  • Bevorzugt ist das pH-Testfeld 3–6 Zentimeter von dem distalen Ende des Mantels beabstandet. Vom proximalen Ende des Mantels ist das pH-Testfeld bevorzugt 1–3 Zentimeter beabstandet. Dies entspricht in besonders günstiger Weise den oben erläuterten anatomischen Verhältnissen.
  • Bevorzugt wird die erfindungsgemäße Testvorrichtung, insbesondere deren Mantel und Griffteil, im Kunststoffspritzgussverfahren hergestellt. Dies ist wirtschaftlich besonders günstig. Ein solches Kunststoffelement ist auf einfache Weise mit einem pH-Testfeld (z. B. wie oben erläutert) sowie einem Probennehmer bestückbar. Allerdings sind auch andere Materialien, wie z. B. Metall, Papier, Zellulose etc. verwendbar.
  • Die Fluidaufnahmezonen sind bevorzugt oberflächenvergrößert ausgebildet, d. h. beispielsweise als poröse, faserige oder geriffelte Elemente ausgebildet. Eine derartige, oberflächenvergrößerte Ausgestaltung erhöht die Absorptionsfähigkeit und erlaubt die Aufnahme einer größeren Menge Fluids.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden, speziellen Beschreibung und den Zeichnungen.
  • Kurzbeschreibung der Zeichnungen
  • Es zeigen:
  • 1: eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung in der Schutzposition in Draufsicht,
  • 2: eine schematische Darstellung der Testvorrichtung von 1 in Seitenansicht, teilweise geschnitten,
  • 3: eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung in Probennahmeposition in Draufsicht,
  • 4: eine schematische Darstellung der Testvorrichtung von 3 in Seitenansicht, teilweise geschnitten.
  • Ausführliche Beschreibung einer bevorzugter Ausführungsform
  • Die 1 bis 4 zeigen eine erfindungsgemäße Testvorrichtung 10 in unterschiedlichen Betätigungsstellungen und unterschiedlichen Ansichten. Gleiche Bezugszeichen in den Figuren bezeichnen gleiche Elemente. Die Darstellungen der 1 bis 4 sind rein schematisch und nicht als naturgetreue Abbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu verstehen.
  • Die Testvorrichtung 10 umfasst einen abgeflachten Griffteil 12 und einen lang erstreckten Einführteil 14. Beide Elemente sind miteinander verbunden und können gemeinsam als ein- oder mehrteiliges Spritzgusselement gefertigt werden. Sowohl der Griffteil 12 als auch der Einführteil 14 sind im Wesentlichen hohl ausgebildet. Der Mantel 16 des Einführteils 14 weist an seinem distalen Ende 18 eine Öffnung 20 auf. Die Wandung 22 des Griffteils 12 weist in ihrem zentralen Bereich ein axial erstrecktes Langloch 24 auf.
  • Im Inneren des hohlen Griffteils 12 und des hohlen Einführteils 14 ist ein Probennehmer 26 angeordnet. Der Probennehmer besteht im Wesentlichen aus einem Schaft 28, an dessen distalem Ende eine oberflächenvergrößerte Fluidaufnahmezone 30 angeordnet ist. Die Fluidaufnahmezone 30 kann beispielsweise als Wattebausch, Schwämmchen, Löffel oder Erweiterung mit aufgerauter oder geriffelter Oberfläche ausgebildet sein. Am proximalen Ende des Schaftes 28 ist ein radial ausgerichteter Vorsprung 32 angeordnet, der die Ausnehmung 24 in der Wandung 22 des Griffteils 12 durchsetzt und sich dort zu einem Schiebeknopf 34 erweitert. Der radiale Vorsprung 32 und der Schiebeknopf 34 bilden gemeinsam ein Betätigungselement, mit dem der Probennehmer 26 axial verschoben werden kann. Der Verschiebebereich wird dabei durch die Abmessungen des Langlochs 24 bestimmt.
  • Bei zurückgezogener Stellung des Schiebeknopfes 34, die in den 1 und 2 dargestellt ist, ist die Fluidaufnahmezone 30 hinter die distale Öffnung 20 des Einführteils zurückgezogen. Dies ist die Schutzposition, in der die Fluidaufnahmezone vor Kontakt mit dem den Einführteil 14 umgebenden Fluid geschützt ist. In den 3 und 4 ist hingegen die Probennahmeposition dargestellt, in der der Schiebeknopf 34 in seine vordere Position, d. h. zum distalen Rand des Langlochs 24 hin vorgeschoben ist. In dieser Position ragt die Fluidaufnahmezone 30 über die distale Öffnung 20 des Einführteils 14 hinaus. In dieser Probennahmeposition kann die Fluidaufnahmezone 30 das den Einführteil 14 umgebende Fluid aufnehmen.
  • Bei der in den 1 bis 4 gezeigten Ausführungsform ist der Probennehmer 26 mittels einer Zugfeder 36 in Richtung auf seine Schutzposition federvorgespannt. Die Zugfeder 36 ist einerseits mit der Wandung 22 des Griffteils 12 und andererseits mit dem radialen Vorsprung 32 am proximalen Ende des Schaftes 28 verbunden. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass die Fluidaufnahmezone 30 beim Loslassen des Schiebeknopfes 34 automatisch in ihre Schutzposition zurückschnellt.
  • In den 2 und 4 ist weiter eine besonders günstige Ausführungsform eines pH-Testfeldes schematisch dargestellt. Der besseren Erkennbarkeit halber ist der durch die Ausbruchlinie 38 kenntlich gemachte Bereich des Mantels 16 des Einführteils 14 als Schnittdarstellung gezeigt. In diesem Bereich ist der Mantel 16 doppelschalig ausgebildet, wobei eine Vertiefung vorgesehen ist, in die ein standardisierter pH-Teststreifen 40 einlegbar ist. Zur Fixierung des Teststreifens 40 ist weiter ein äußeres Schalenteil 42 in die Ausnehmung einlegbar. Mit ihr wird der Teststreifen 40 in der Ausnehmung festgeklemmt. Das äußere Schalenteil 42 weist ein Fenster 44 auf, welches einen Zugang zu einem pH-sensitiven Bereich 46 des Teststreifens 40 bildet.
  • Bei der gynäkologischen Untersuchung wird der Einführteil 14 der erfindungsgemäßen Testvorrichtung 10 in die Vaginalhöhle eingeführt. Der untersuchende Arzt hält dabei die Vorrichtung am Griffteil 12. Die verbreiterte Ausgestaltung des Griffteils 12 im Vergleich zum Einführteil 14 schafft einen natürlichen Einführstopp, der bei anatomisch sinnfälliger Dimensionierung des Einführteils für eine korrekte Positionierung der Testfelder sorgt. Durch seitliches Anlegen des Fensters 44 an die Vaginalwand wird der pH-sensitive Bereich des pH-Teststreifens 40 mit Vaginalfluid aus dem Bereich des Scheideneingangs benetzt. Die distale Fluidaufnahmezone 30 am distalen Ende des Probennehmers 26 kann hingegen noch nicht mit Fluid in Berührung kommen. Erst nach korrekter Positionierung der Vorrichtung 10 betätigt der untersuchende Arzt den Schiebeknopf 34 und schiebt die Fluidaufnahmezone 30 über die distale Öffnung 20 des Einführteils 14 hinaus, sodass sie die Vaginalwand kontaktieren und Fluid aus dem umgebenden Bereich aufnehmen kann. Anschließend lässt der Arzt den Verschiebeknopf 34 los, sodass die Fluidaufnahmezone 30 zurück in ihre in den 1 und 2 gezeigte Schutzposition zurücküberführt wird. In dieser Position kann die Vorrichtung wieder ausgeführt werden, ohne dass die Gefahr einer Kontamination der distalen Fluidaufnahmezone 30 besteht. Eine Farbreaktion des pH-sensitiven Bereichs 46 des Teststreifens 40 gibt dem Arzt Aufschluss über den Säurewert des Fluors am Scheideneingang (introitus vaginae). Das mit der distalen Fluidaufnahmezone 30 entnommene Fluid kann in beliebiger anderer Weise weiterverwendet werden, beispielsweise für einen mikroskopischen Abstrich, einen Whiff-Test durch externe Benetzung durch KOH oder auf andere Weise. Wie bereits erwähnt, ist es auch möglich, die Fluidaufnahmezone 30 mit KOH zu imprägnieren, sodass der Whiff-Test ohne weitere externe Labordiagnostik durchgeführt werden kann.
  • Natürlich stellen die in der speziellen Beschreibung diskutierten und in den Figuren gezeigten Ausführungsformen nur illustrative Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dar. Dem Fachmann ist im Lichte der hiesigen Offenbarung ein breites Spektrum an Variationsmöglichkeiten an die Hand gegeben. Insbesondere ist die spezielle Formgestaltung und Materialwahl der einzelnen Elemente an anatomische, praktische und wirtschaftliche Gegebenheiten anzupassen. Die Verwendung einer Federvorspannung für den Probennehmer 26 ist nicht zwingend. Auch eine rein manuelle Betätigung ist denkbar, wobei eine Rastvorrichtung hilfreich sein kann, eine gewählte Position beizubehalten.
  • 10
    Testvorrichtung
    12
    Griffteil
    14
    Einführteil
    16
    Mantel von 14
    18
    distales Ende von 14/16
    20
    Öffnung
    22
    Wandung von 12
    24
    Langloch
    26
    Probennehmer
    28
    Schaft von 26
    30
    distale Fluidaufnahmezone
    32
    radialer Vorsprung
    34
    Schiebeknopf
    36
    Zugfeder
    38
    Ausbruchlinie
    40
    pH-Teststreifen
    42
    äußeres Schalenteil
    44
    Fenster in 42
    46
    pH-sensitiver Bereich von 40

Claims (10)

  1. Testvorrichtung für Vaginalfluid, umfassend einen in die Vaginalhöhle einführbaren, lang erstreckten Einführteil (14) und einen am proximalen Ende des Einführteils (14) festgelegten Griffteil (12), wobei der Einführteil (14) wenigstens zwei Fluidaufnahmezonen (30, 46) aufweist, von denen wenigstens eine als ein pH-Testfeld (46) ausgestaltet ist und von denen wenigstens eine weitere eine zusätzliche Fluidaufnahmezone (30) darstellt, dadurch gekennzeichnet, dass der Einführteil (14) einen als ein distal offenes Hohlelement ausgebildeten Mantel (16) und einen in dessen Innerem axial verschieblich geführten Probennehmer (26), dessen distales Ende die zusätzliche Fluidaufnahmezone (30) trägt, umfasst, wobei der Probennehmer (26) mittels einer am Griffteil (12) gelagerten Verschiebevorrichtung (32, 34) zwischen einer Schutzposition, in der das distale Ende des Probennehmers (26) hinter die distale Öffnung (20) des Mantels (16) zurückgezogen ist, und einer Probennahmeposition, in der das distale Ende des Probennehmers (26) aber die distale Öffnung (20) des Mantels (16) hinaus vorgeschoben ist, verschiebbar ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebvorrichtung (32, 34) und/oder der Probennehmer (26) in Richtung der Schutzstellung federvorgespannt ist.
  3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Probennehmer (26) einen Schaft (28) umfasst, der das Innere des Mantels (16) durchsetzt.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schaft (28) bis in einen hohl ausgebildeten Handhabungsbereich des Griffteils (12) hinein erstreckt, wo er mit einem die Wandung (22) des Handhabungsbereichs durchsetzenden Betätigungselement (32, 34) verbunden ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (28) auch den hohl ausgebildeten Griffteil (12) durchsetzt und wenigstens in der Schutzstellung proximal über diesen hinausragt.
  6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Fluidaufnahmezone (30) mit Kaliumhydroxid, KOH, imprägniert ist.
  7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Fluidaufnahmezone (30) mit einem Indikator zum visuellen Amin-Nachweis imprägniert ist.
  8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das pH-Testfeld (46) von der Außenseite des Mantels (16) her zugänglich ist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das pH-Testfeld (46) drei bis sechs Zentimeter von dem distalen Ende (18) des Mantels (16) beabstandet ist.
  10. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das pH-Testfeld (46) ein bis drei Zentimeter von dem proximalen Ende des Mantels (16) beabstandet ist.
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