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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Texturieren einer
Oberfläche
eines Halbleitersubstrates, insbesondere eines Siliziumsubstrates.
Das Texturierungsverfahren kann vorteilhaft bei der Herstellung
von Solarzellen eingesetzt werden. Die Erfindung betrifft ferner
eine Vorrichtung zum Durchführen
des Verfahrens.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Insbesondere
bei der Herstellung von Solarzellen kann es vorteilhaft sein, eine
Oberfläche
eines Halbleitersubstrates wie zum Beispiel eines Siliziumwafers
gezielt zu texturieren, um der Oberfläche eine unebene, raue Form
zu geben und um auf diese Weise eine Reflexion von auf die Oberfläche auftreffendem
Licht zu verringern. Dadurch können
mehr Photonen in das Substrat der Solarzelle eindringen und dort
absorbiert werden, was zu einer Steigerung des Wirkungsgrades der
Solarzelle beitragen kann.
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Gegenwärtig werden
85–90%
aller gefertigten Solarzellen auf Basis von kristallinem Silizium hergestellt.
Rund die Hälfte
davon setzt monokristalline Siliziumwafer als Substrat ein. Um die
Oberfläche
der Substrate solcher Solarzellen zu texturieren, werden die Substrate
im allgemeinen nasschemisch aufgeraut.
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Ein
zur industriellen Herstellung von Solarzellen gebräuchliches
Verfahren zum nasschemischen Aufrauen von Siliziumsubstraten verwendet Kalilauge
oder Natronlauge als Ätzmittel
zum lokalen Anätzen
der Substratoberfläche.
Das Anätzen
erfolgt dabei anisotrop, d. h. verschiedene Kristallrichtungen innerhalb
des Siliziumsubstrates werden unterschiedlich schnell geätzt. Dadurch,
dass der Ätzprozess
nicht gleichzeitig an der gesamten Substratoberfläche beginnt,
sondern zuerst an verteilten Kristallisationskeimen auf der Substratoberfläche, kann es
zu einer Ausbildung von kleinen, über die Substratoberfläche verteilten
Pyramiden kommen. Bei geeigneter Wahl der Prozessparameter kann
die gesamte Substratoberfläche
mit Pyramiden weniger Mikrometer Größe bedeckt sein und somit eine
für die
Absorptionseigenschaften des Substrates vorteilhafte mikroskopische
Rauigkeit aufweisen.
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Es
hat sich dabei herausgestellt, dass eine zufriedenstellend starke
und homogene Texturierung der Substratoberfläche in der Regel nur erreicht
werden kann, wenn der Ätzlösung zusätzlich ein
Benetzungsmittel zugefügt
wird. Herkömmlicherweise
wird Isopropanol (IPA, C3H8O)
als Benetzungsmittel verwendet.
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Es
wurde jedoch beobachtet, dass insbesondere im großindustriellen
Einsatz solcher herkömmlicher
Texturierverfahren erhebliche Schwierigkeiten bei der Prozesskontrolle
und der Prozessstabilität auftreten
können.
Außerdem
können Ätzdauern
bis zum Erreichen einer ausreichenden Texturierung lang sein und
die Gesamtherstellungsdauern z. B. bei der Fertigung von Solarzellen
erheblich verlängern.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es
kann daher ein Bedarf an einem Verfahren zum Texturieren einer Oberfläche eines
Halbleitersubstrates bestehen, das eine vereinfachte Prozesskontrolle
und/oder eine erhöhte
Prozessstabilität ermöglicht.
Außerdem
kann ein Bedarf an einem schnellen Texturierungsverfahren mit kurzen
Prozessdauern bestehen.
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Die
vorliegende Erfindung basiert unter anderem auf der folgenden Erkenntnis:
Da die Geschwindigkeit, mit der ein Halbleitersubstrat in einer Ätzlösung geätzt wird,
stark von der Temperatur der Ätzlösung abhängt, wird
für einen
industriell eingesetzten Texturiervorgang eine möglichst hohe Temperatur der Ätzlösung angestrebt. Üblicherweise
werden derzeit Texturierverfahren mit einer Temperatur der Ätzlösung von über 80°C eingesetzt.
Es hat sich hierbei jedoch herausgestellt, dass aufgrund der Tatsache,
dass das als Benetzungsmittel verwendete Isopropanol einen Siedepunkt
von etwa 82°C
aufweist, während
des Ätzvorgangs
erhebliche Mengen dieses Benetzungsmittels verdampfen können. Dies kann
die Prozesskontrolle und Prozessstabilität erschweren, da die Konzentration
von Isopropanol in der Ätzlösung kontinuierlich
kontrolliert werden sollte und gegebenenfalls frisches Isopropanol
zugegeben werden sollte. Durch das fortwährende Zuführen von frischem Isopropanol
kann es einerseits z. B. aufgrund von Messungenauigkeiten und/oder
Dosierungenauigkeiten zu Schwankungen bei der Konzentration von
Isopropanol in der Ätzlösung kommen.
Andererseits kann das Zuführen
frischen Isopropanols auch die aktuelle Temperatur der Ätzlösung beeinflussen
und somit zu einer ungewollten Beeinflussung des Ätzvorgangs
führen.
Hinzu kommt, dass der kontinuierliche Verbrauch von Isopropanol
durch Verdampfen zu hohen Verbrauchskosten führen kann. Auch die Entsorgung
der verbrauchten Texturlösung
kann Probleme verursachen, da sie eventuell aufwändig aufbereitet werden muss,
um die eingesetzten Chemikalien wieder voneinander zu trennen.
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Da
die genannten Probleme bei der Prozesskontrolle und Prozessstabilität um so
massiver auftreten, je höher
die Temperatur der Ätzlösung während des
Texturierens gewählt
wird, kann im industriellen Einsatz die Temperatur der Ätzlösung erfahrungsgemäß allenfalls
unwesentlich größer als
80°C gewählt werden.
Allerdings wäre
für eine
Beschleunigung des Ätzvorgangs
eine höhere
Temperatur der Ätzlösung wünschenswert.
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Gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Texturieren einer Oberfläche
eines Halbleitersubstrates vorgeschlagen, das ein Ätzen der
Oberfläche
mit einer Ätzlösung aufweist,
wobei die Ätzlösung eine Ätzsubstanz
enthält,
die das Material des Halbleitersubstrates zu ätzen vermag. Erfindungsgemäß enthält die Ätzlösung zusätzlich ein
Benetzungsmittel, welches wasserlösliche Polymere, insbesondere
in Form von Polyvinylalkohol (PVA, (C2H4O)n), enthält.
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Dieser
Aspekt der vorliegenden Erfindung beruht dabei auf der Erkenntnis,
dass mit wasserlöslichen
Polymeren, insbesondere wasserlöslichen
Polymeren mit einem Polymerisationsgrad von über 1000, vorzugsweise einem
Polymerisationsgrad von über
1.500, und noch spezieller mit wasserlöslichen Polymeren in Form von
Polyvinylalkohol ein Mittel gefunden wurde, das sich einerseits
als Benetzungsmittel in einer Ätzlösung eignet
und das andererseits aufgrund eines ausreichend hohen Siedepunktes kaum
dazu neigt, während
des Ätzvorgangs
aus der Ätzlösung zu
verdampfen. Hierdurch lässt
sich die Prozesskontrolle und die Prozessstabilität während des
Texturierens verbessern.
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Außerdem kann
aufgrund des höheren
Siedepunktes eines mit wasserlöslichen
Polymeren gebildeten Benetzungsmittels die Gesamttemperatur der Ätzlösung während des Ätzvorgangs
höher gewählt werden,
beispielsweise höher
als 85°C,
vorzugsweise höher
als 90°C
und stärker
bevorzugt höher
als 100°C.
Da der Siedepunkt beispielsweise von Polyvinylalkohol, abhängig vom
Polymerisationsgrad des Polyvinylalkohols, bei mehr als 200°C liegen kann,
kommt es selbst bei derart erhöhten
Temperaturen der Ätzlösung nicht
zu einem signifikanten Verdampfen des Polyvinylalkohols. Eine Obergrenze
der für
die Ätzlösung während des
Texturierens wählbaren
Temperatur dürfte
durch den Siedepunkt der Ätzlösung selbst
gegeben sein, der je nach verwendeter Ätzlösung üblicherweise im Bereich von
110–130°C liegt.
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Zur
Erzielung eines guten Texturierungsergebnisses hat sich eine Ätzlösung mit
mindestens 0,1 Gewichtsprozent Polyvinylalkohol, vorzugsweise 0,1 bis
0,5 Gewichtsprozent Polyvinylalkohol und stärker bevorzugt 0,15 bis 0,2
Gewichtsprozent Polyvinylalkohol als geeignet erwiesen.
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Beim
Zubereiten der Ätzlösung kann
es vorteilhaft sein, die Lösung
während
des Einmischens des wasserlöslichen
Polymers, insbesondere des PVAs, fortwährend umzuwälzen, um ein schnelleres und
vollständigeres
Auflösen
der Polymere zu bewirken. Während
des Ätzvorgangs
selbst kann ein weiteres Umwälzen
hilfreich sein, insbesondere um die Homogenität der Ätzlösung zu verbessern. Das Umwälzen der
Lösung
kann z. B. durch ein Rührwerk, eine
Umwälzpumpe
oder einen sogenannten Gasbubbler zur Erzeugung von Gasbläschen innerhalb der Ätzlösung bewirkt
werden.
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Insbesondere
zum Ätzen
eines Siliziumsubstrates kann eine Ätzlösung verwendet werden, bei der
Kalilauge (KOH) und/oder Natronlauge (NaOH) als Ätzsubstanz dient. Eine 1%ige
bis 10%ige, vorzugsweise eine 4%ige bis 6%ige Kalilauge bzw. Natronlauge
in vorzugsweise Wasser als Lösungsmittel hat
sich als vorteilhaft herausgestellt.
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Es
wurde beobachtet, dass die wasserlöslichen Polymere, insbesondere
im Fall von Polyvinylalkohol, dazu neigen, auszukristallisieren,
wenn die Temperatur der Ätzlösung, in
der sie gelöst
sind, unter eine bestimmte Mindesttemperatur, beispielsweise unter
80°C, insbesondere
unter 60°C
bzw. auf Raumtemperatur von etwa 25°C, fällt. Diese Eigenschaft der
wasserlöslichen
Polymere bzw. des Polyvinylalkohols kann einerseits, wie weiter
unten detaillierter geschildert, vorteilhaft genutzt werden. Andererseits
sollte eine Anlagerung von auskristallisierten Polymeren bzw. auskristallisiertem
Polyvinylalkohol an dem Halbleitersubstrat in der Regel zuverlässig vermieden
werden, da das Halbleitersubstrat meist in nachfolgenden Prozessierungsschritten
sehr hohen Temperaturen von über
700°C ausgesetzt
werden kann und bei solchen hohen Temperaturen Verunreinigungen,
wie sie durch angelagerte Polymere verursacht sein können, zu
einer Degradierung des Halbleitersubstrates führen können.
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Es
kann daher vorteilhaft sein, nach dem Texturieren einen Reinigungsschritt
durchzuführen, der
ein Spülen
der Substratoberfläche
in einer Spüllösung beinhaltet.
Die Spüllösung kann
einfach Wasser sein, in dem sich die wasserlöslichen Polymere lösen können. Auch
andere Spüllösungen,
in denen sich die wasserlöslichen
Polymere lösen
können, sind
vorstellbar. Insbesondere kann es vorteilhaft sein, die Temperatur
der verwendeten Spüllösung derart
zu wählen,
dass ein Auskristallisieren von Polymeren vermieden wird oder bereits
auskristallisierte Rückstände wieder
gelöst
werden. Eine Temperatur der Spüllösung von über 40°C, vorzugsweise über 60°C und stärker bevorzugt über 80°C hat sich
als vorteilhaft herausgestellt.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung
zum Durchführen
des oben beschriebenen Texturierungsverfahrens vorgestellt. Die
Vorrichtung weist ein Becken zum Aufnehmen von Ätzlösung, eine Heizung zum Erhitzen
der Ätzlösung auf
mindestens 85°C,
eine Entleerungseinrichtung zum Entleeren der Ätzlösung aus dem Becken und eine
Entfernungseinrichtung zum Entfernen von kristallisierten wasserlöslichen Polymeren,
insbesondere kristallisiertem Polyvinylalkohol, aus der Ätzlösung auf.
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Das
Becken kann eine geeignete Größe aufweisen,
um ein ausreichendes Volumen an Ätzlösung darin
aufnehmen zu können,
um die Halbleitersubstrate mit der Ätzlösung in Kontakt zu bringen
und insbesondere die Halbleitersubstrate in die Ätzlösung einzutauchen. Außerdem sollte
das Becken aus einem Material gefertigt sein, welches der Ätzlösung langfristig
stand hält.
Geeignet erscheinen Kunststoffe, insbesondere PTFE (Polytetrafluorethylen,
Teflon).
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Die
Heizung kann beispielsweise in direktem Kontakt mit der Ätzlösung stehen
oder indirekt die Wände
des Beckens heizen. Eine einfach regelbare und sicher handhabbare
Elektroheizung kann verwendet werden.
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Als
Entleerungseinrichtung zum Entleeren der Ätzlösung aus dem Becken kann einfach
ein Ablassrohr vorgesehen sein, das vorzugsweise an der tiefsten
Stelle des Beckens angebracht ist und durch das die Ätzlösung zur
anschließenden
Entsorgung aus dem Becken abgelassen werden kann. Alternativ kann
die Entleerungseinrichtung eine Pumpe aufweisen, mit Hilfe derer
die Ätzlösung aktiv
aus dem Becken abgepumpt werden kann.
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Vorteilhafterweise
ist die Entleerungseinrichtung mit einer Heizung zum Heizen der
Entleerungseinrichtung auf mindestens 40°C, vorzugsweise auf mindestens
60°C und stärker bevorzugt
auf mindestens 80°C
ausgestattet. Da die während
des Texturierungsverfahrens als Benetzungsmittel verwendeten wasserlöslichen
Polymere bzw. insbesondere der Polyvinylalkohol bei Abkühlen unter
eine gewisse Grenztemperatur zum Auskristallisieren neigen, sollte
verhindert werden, dass die Ätzlösung während des
Entleerens aus dem Becken unter diese Temperatur abkühlt. Insbesondere
sollte verhindert werden, dass sich durch ein Abkühlen unter
diese Grenztemperatur auskristallisierte Polymere bzw. auskristallisierter
Polyvinylalkohol in der Entleerungseinrichtung anlagern und letztendlich
eventuell zu einer Verstopfung der Entleerungseinrichtung führen könnten. Mit Hilfe
der vorgesehenen Heizung kann die Entleerungseinrichtung selbst
auf einer Temperatur oberhalb der kritischen Grenztemperatur gehalten
werden und somit ein Auskristallisieren aus der Ätzlösung innerhalb der Entleerungseinrichtung
vermieden werden.
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Die
Entfernungseinrichtung zum Entfernen von kristallisierten wasserlöslichen
Polymeren bzw. insbesondere kristallisiertem Polyvinylalkohol stellt ein
weiteres Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zu herkömmlichen
Vorrichtungen zum Durchführen eines
Texturierungsverfahrens dar. Die Entfernungseinrichtung kann auf
verschiedene Arten ausgebildet sein.
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Zum
Beispiel kann die Entfernungseinrichtung eine Filtereinrichtung
zum Herausfiltern von kristallisierten wasserlöslichen Polymeren bzw. insbesondere
kristallisiertem Polyvinylalkohol aus einer die Filtereinrichtung
durchströmenden Ätzlösung aufweisen.
Die Filtereinrichtung kann dabei beispielsweise als Sieb oder als
Vlies vorgesehen sein. Die Filtervorrichtung kann derart ausgebildet
sein, dass die Ätzlösung während des
Betriebs der Texturiervorrichtung in gewissen Zeitabständen oder
kontinuierlich von auskristallisierten Rückständen befreit werden kann. Beispielsweise
kann die Filtereinrichtung dazu ausgelegt sein, Ätzlösung aktiv aus dem Becken zu
entnehmen, zu filtern und danach wieder in das Becken hinein zu geben.
Alternativ kann die Filtereinrichtung auch in der Entleerungseinrichtung
integriert sein, beispielsweise als Sieb innerhalb eines Ablassrohres.
Kristallisierte Partikel können
somit während
des Entleerens des Beckens in gezielter Weise herausgefiltert werden,
wodurch eine willkürliche
Anlagerung solcher kristallisierter Partikel beispielsweise an Teilen
der Entleerungseinrichtung vermieden werden kann. Die Filtereinrichtung
selbst kann dabei bei Bedarf gereinigt oder ausgetauscht werden.
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Alternativ
kann die Entfernungseinrichtung zum Entfernen von auf der Ätzlösung aufschwimmenden
kristallisierten Polymeren bzw. insbesondere kristallisiertem Polyvinylalkohol
ausgebildet sein. Es wurde beobachtet, dass, wenn sich die Ätzlösung in
dem Becken unter eine gewisse Grenztemperatur abkühlt, eine
Schicht aus auskristallisierten Polymeren bzw. Polyvinylalkohol,
die oben auf der Ätzlösung aufschwimmen,
ausbildet. Diese Schicht kann mit Hilfe einer geeignet ausgebildeten
Entfernungseinrichtung wie beispielsweise einer über die Oberfläche der Ätzlösung bewegbaren
Rakel oder einem Sieb entfernt werden.
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Für den Fall,
dass die Ätzlösung aus
dem Becken entfernt werden muss, beispielsweise da die Ätzsubstanz
durch das fortwährende Ätzen von
Halbleitersubstraten verbraucht ist oder verschmutzt ist, kann die Ätzlösung somit
mit Hilfe der Entleerungseinrichtung aus dem Becken entfernt werden.
Dabei kann durch Beheizen der Entleerungseinrichtung vermieden werden,
dass das Benetzungsmittel auskristallisiert. Alternativ oder ergänzend kann
ein teilweises Auskristallisieren des Benetzungsmittels akzeptiert
werden bzw. gezielt provoziert werden, und das auskristallisierte
Benetzungsmittel kann mit Hilfe der Entfernungseinrichtung aus der Ätzlösung entfernt
werden.
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Um
die Ätzlösung insbesondere
beim Einmischen der wasserlöslichen
Polymere besser durchmischen zu können, kann eine Umwälzeinrichtung beispielsweise
in Form eines Rührwerks,
einer Umwälzpumpe
oder eines Gasbubblers in dem Ätzbecken
vorgesehen sein. Beispielsweise kann ein Rührwerk in die Heizung integriert
sein oder ein in die Ätzlösung eingetauchter
Rührmagnet
kann durch ein von außen
an das Ätzbecken
angelegtes Magnetfeld in Rotation versetzt werden.
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Das
vorgeschlagene Texturierungsverfahren bzw. die vorgeschlagene Texturierungsvorrichtung können insbesondere
bei der Herstellung von Solarzellen eingesetzt werden. Insbesondere
kann es zur Texturierung einer dem eingestrahlten Licht zugewandten
Vorderseite eines Solarzellensubstrates dienen. Allerdings ist auch
ein Einsatz zur Texturierung von Oberflächen bei anderen Halbleiterbauelementen
vorstellbar.
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Obwohl
das erfindungsgemäße Verfahren bzw.
die erfindungsgemäße Vorrichtung
hierin häufig am
Beispiel der Texturierung eines Halbleitersubstrates aus Silizium
beschrieben ist, können
auch andere Halbleitersubstrate, beispielsweise aus Germanium (Ge)
oder Galliumarsenid (GaAs), texturiert werden. Es können sowohl
Wafer, beispielsweise mit einer Dicke von über 100 μm, als auch ausreichend dicke Dünnschichten,
beispielsweise mit einer Dicke von zwischen 1 μm und 100 μm, texturiert werden.
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Es
wird darauf hingewiesen, dass Merkmale und Ausführungsformen der Erfindung
hierin teilweise in Bezug auf das Texturierungsverfahren und teilweise
in Bezug auf die Texturierungsvorrichtung beschrieben sind. Ein
Fachmann wird jedoch erkennen, dass die entsprechenden Merkmale
in analoger Weise auch auf die Texturierungsvorrichtung bzw. das Texturierungsverfahren übertragen
werden können. Insbesondere
können
die beschriebenen Merkmale auch in beliebiger Weise miteinander
kombiniert werden.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
vorangehend beschriebenen und weitere Aspekte, Merkmale und Vorteile
der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung
spezifischer Ausführungsformen,
die jedoch nicht als die Erfindung beschränkend auszulegen ist, unter
Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen ersichtlich.
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1 zeigt
eine Vorrichtung, wie sie zum Durchführen des Texturierungsverfahrens
verwendet werden kann, gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
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2 zeigt
einen Graphen, bei dem die Reflexion eines Siliziumwafers, der mit
Hilfe eines Texturierungsverfahrens gemäß einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung texturiert wurde, im Vergleich zu einem herkömmlich texturierten
Siliziumwafer darstellt.
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Die
Zeichnungen sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu.
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BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
DER ERFINDUNG
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Ein
Verfahren und eine Vorrichtung zum Texturieren einer Oberfläche eines
Halbleitersubstrates gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand von 1 erläutert. Das
Texturierungsverfahren kann dabei im Rahmen der Herstellung einer
Solarzelle aus einem Siliziumwafer eingesetzt werden.
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Ein
als „Ingot” bezeichneter
Siliziumquader 1 wird an einer Sägestation 2 mit Hilfe
feiner Drähte
in dünne
Siliziumwafer 3 gesägt.
Die Siliziumwafer 3 werden zum Durchführen des Texturierungsverfahrens
in eine Texturierungsvorrichtung 4 eingebracht. Dabei können die
Wafer 3 in einem Waferhalter 5 gehalten werden
und in ein Becken 6 der Texturierungsvorrichtung 4 eingetaucht
werden. Alternativ können die
Wafer 3 auch derart über
die Oberfläche
einer in dem Becken 6 befindlichen Ätzlösung 7 bewegt werden,
dass sie nicht komplett eintauchen, sondern nur mit einer ihrer
Oberflächen
von der Ätzlösung 7 benetzt
werden, so dass nur diese eine Oberfläche texturiert wird, wohingegen
die gegenüberliegende Oberfläche nicht
geätzt
wird. Um eine übermäßige Schaumbildung
auf der Ätzlösung zu
vermeiden, kann der Ätzlösung ein
Anti-Schaummittel, auch Antifoam oder Defoamer bezeichnet, beigemischt
werden.
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Die
Temperatur der Ätzlösung 7 wird
mit einem mit der Ätzlösung 7 in
thermischem Kontakt stehenden Temperatursensor 8 gemessen.
Die Temperatur der Ätzlösung 7 kann
dabei durch eine in die Ätzlösung 7 eingetauchte
Heizung 9 beeinflusst werden. Zwischen der Heizung 9 und
dem Waferhalter 5 ist eine Lochplatte 10 angeordnet.
Nachdem die Ätzlösung 7 mit
Hilfe der Heizung 9 auf eine gewünschte Temperatur von beispielsweise
90°C gebracht
wurde, können
die in dem Waferhalter 5 gehaltenen Wafer 3 in
die Ätzlösung 7 eingetaucht
werden, indem der Waferhalter 5 auf die Lochplatte 10 gestellt
wird. Mit Hilfe eine Umwälzeinrichtung 18,
die beispielsweise aus einer in die Ätzlösung 7 eingetauchten Röhre 19 und
einer Gaszuführeinrichtung 21,
die Luft oder Stickstoff in die Röhre 19 einbläst, besteht,
kann die Ätzlösung umgewälzt und
somit durchmischt werden. Nach einer kurzen Ätzdauer von beispielsweise zwischen
15 und 30 Minuten hat sich durch anisotropes Ätzen mit Hilfe der Ätzlösung 7 eine
Textur auf der Oberfläche
der Siliziumwafer 3 ausgebildet. Die texturierte Waferoberfläche kann
dabei pyramidenartige Strukturen aufweisen, deren Strukturgrößen im Bereich
weniger um liegen können.
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Nach
dem Ätzvorgang
können
die Wafer 3 aus dem Becken 6 entnommen werden
und durch Spülen
in beispielsweise auf 80° vorgewärmtem, reinen,
deionisiertem Wasser gereinigt werden, bevor sie beispielsweise
durch Einbringen in eine Diffusionsvorrichtung 11 zum Eindiffundieren
eines Emitters weiter prozessiert werden.
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Als Ätzlösung 7 kann
bei dieser Ausführungsform
eine Lösung
aus 5%iger Kalilauge (5 Gew.-% KOH) oder 5%iger Natronlauge (5 Gew.-% NaOH)
in Wasser verwendet werden. Der Ätzlösung sind
als Benetzungsmittel 0,16 Gewichtsprozent Polyvinylalkohol beigefügt.
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Polyvinylalkohol
(Kurzzeichen PVA oder PVOH) ist ein künstlicher, thermoplastischer
Kunststoff. Die Herstellung des wasserlöslichen Polymers kann durch
Hydrolyse von Polyvinylestern, üblicherweise
Polyvinylacetat erfolgen. Ähnlich
wie in Polyvinylacetat überwiegt
in Polyvinylalkohol die Kopf-Schwanz-Anordnung der Monomere des Vinylalkohols
(Summenformel des Monomers: C2H4O, molare
Masse: 44,05 g/mol). Der Gehalt an Bausteinen in Kopf-Kopf-Anordnung
liegt meist unter 1–2%. Der
Anteil dieser Anteile kann großen
Einfluss auf die physikalischen Eigenschaften des Polymers wie zum Beispiel
auf die Löslichkeit
in Wasser haben. Polyvinylalkohol ist in der Regel leicht verzweigt,
bedingt durch Kettenübertragungen
bei der Synthese von Polyvinylacetat. Der Polymerisationsgrad beträgt üblicherweise
etwa 500–2.500.
Der Hydrolisierungsgrad technisch relevanter Typen schwankt je nach Einsatzzweck
zwischen 70 und 100 mol%. Wurde nur teilverseift, können die
Acetylgruppen in Abhängigkeit
des Verfahrens statistisch oder blockartig im Polymer verteilt vorliegen.
Die Verteilung der Acetylgruppen kann wichtige Eigenschaften wie
den Schmelzpunkt, die Oberflächenspannung
von wässrigen
Lösungen
oder Schutzkolloideigenschaften beeinflussen. Polyvinylalkohol,
der aus Polyvinylacetat gewonnen wurde, kann als ataktischer Kunststoff
bezeichnet werden. Er besitzt in der Regel aber dennoch über die
Hydroxylgruppen kristalline Bereiche. Einfluss auf die Kristallinität des Polymers
kann die Struktur und die Vorgeschichte, also Verzweigung, Hydrolisierungsgrad,
Verteilung der Acetylgruppen, etc. haben. Je höher der Hydrolisierungsgrad
ist, desto besser ist die Kristallisationsfähigkeit. Durch Wärmebehandlung
von voll verseiften Produkten lässt
sich die Kristallinität
noch erhöhen,
wodurch sich wiederum die Wasserlöslichkeit verringert. Je höher der
Anteil von Acetylgruppen ist, desto schwächer ist die Ausbildung von
kristallinen Zonen. Polyvinylalkohol ist im Allgemeinen hervorragend
schichtbildend, emulgierend und adhäsiv. Diese Eigenschaften können abhängig von
der Feuchtigkeit sein, da der Kunststoff Wasser absorbieren kann.
Wasser kann als Weichmacher dienen. Der Schmelzpunkt kann abhängig vom
Hydrolyse- und Polymerisationsgrad zwischen 200 und 230°C liegen.
Einige bekannte Handelsnamen von Polyvinylalkohol sind Alcotex®, Elvanol®,
Gelvatol®,
Gohsenol®,
Lemol®,
Mowiol®, Rhodoviol® und
Polyviol.
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Als
geeignetes Benetzungsmittel wurde Polyvinylalkohol 72000 erkannt,
wobei 72000 dem Molekulargewicht entspricht. Dieser Polyvinylalkohol kann
in Form eines gelben, weitgehend geruchlosen Pulvers vorliegen,
dessen pH-Wert bei 40 g/l in Wasser bei 20°C im Bereich von 3,5–7,0 liegt.
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Die
Texturierungsvorrichtung 4 weist an ihrem Boden eine Entleerungseinrichtung 12 in
Form eines Ablassrohres auf. Das Ablassrohr mündet in einem Entsorgungsbehälter 13.
Das Ablassrohr kann mit Hilfe einer Heizung 16 aus um das
Ablassrohr gewickelten Heizleitungen 17 auf eine Temperatur
von mehr als 80°C
geheizt werden, um eine Kristallisation von Polyvinylalkohol innerhalb
des Ablassrohres zuverlässig
verhindern zu können.
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Zusätzlich oder
alternativ ist an dem Ablassrohr eine Filtereinrichtung 14 in
Form eines in dem Ablassrohr anzuordnenden und einfach daraus zu entnehmenden
Siebes vorgesehen. Kristallisierter Polyvinylalkohol kann auf diese
Weise einfach aufgefangen und entfernt werden.
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Zusätzlich oder
alternativ kann am oberen Rand des Beckens 6 der Texturierungsvorrichtung 4 eine
weitere Entfernungsvorrichtung in Form einer Rakel 15 vorgesehen
sein. Die Rakel 15 kann in der angegebenen Pfeilrichtung
entlang der Oberfläche der
in dem Becken 6 aufgenommenen Ätzlösung 7 geführt werden.
Wenn die Temperatur der Ätzlösung 7 zum
Beispiel unter 50°C
sinkt, kann sich auskristallisierter Polyvinylalkohol an der Oberfläche der Ätzlösung 7 schichtförmig absetzen.
Diese Schicht kann mit Hilfe der Rakel 15 entfernt werden.
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2 zeigt
einen Vergleich des Reflexionsverhaltens unterschiedlich texturierter
Wafer. Es wird deutlich, dass die mit dem hier vorgeschlagenen Texturierungsverfahren
(„KOH-PVA”) geätzten Wafer eine
signifikant niedrigere Reflexion haben als herkömmlich mit Isopropanol als
Benetzungsmittel geätzte
Wafer („KOH-IPA”).
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Abschließend können mögliche technische und
wirtschaftliche Vorteile des vorgeschlagenen Texturierungsverfahrens
wie folgt zusammengefasst werden:
- (a) Stabilisierung
des Ätzverfahrens:
Das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht
eine sehr hohe Prozessstabilität,
da bei der nasschemischen Aufrauhung insbesondere von monokristallinen
Siliziumwafern die am Prozess beteiligten Chemikalien, insbesondere
das Benetzungsmittel, nun nicht mehr nennenswert verdampfen.
- (b) Verkürzung
der Prozesszeit: Durch die Möglichkeit,
die Prozesstemperatur zu erhöhen,
ist man in der Lage, die notwendige Prozesszeit zu reduzieren, um
so den Durchsatz der eingesetzten Anlagen zu erhöhen.
- (c) Vereinfachung der Entsorgung: Durch die einfache Trennung
der Prozesschemikalien kann die Entsorgung verbrauchter Ätzlösung stark
vereinfacht werden.
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Abschließend wird
darauf hingewiesen, dass die Begriffe „umfassen”, „aufweisen” etc. das Vorhandensein weiterer
zusätzlicher
Elemente nicht ausschließen
sollen. Der Begriff „ein” schließt auch
das Vorhandensein einer Mehrzahl von Elementen bzw. Gegenständen nicht
aus. Ferner können
zusätzlich zu
den in den Ansprüchen
genannten Verfahrensschritten weitere Verfahrensschritte nötig oder
vorteilhaft sein, um z. B. eine Solarzelle endgültig fertig zu stellen. Die
Bezugszeichen in den Ansprüchen dienen
lediglich der besseren Lesbarkeit und sollen den Schutzbereich der
Ansprüche
in keiner Weise einschränken.