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Stand der Technik
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Die Erfindung betrifft ein Dosiersystem zum Einspritzen eines Fluids in einen Abgasstrang eines Verbrennungsmotors.
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Es ist bekannt, zur selektiven katalytischen Reduktion (SCR) von Stickoxiden eines Verbrennungsmotors, insbesondere eines Dieselmotors, eine Hamstofflösung in den Abgastrakt des Verbrennungsmotors einzuspritzen. Durch die Wechselwirkung des Harnstoffs mit den heißen Abgasen entwickelt sich Ammoniakgas, das unter Anwesenheit eines in dem Abgasstrang angeordneten Katalysators mit den Stickoxiden im Abgasstom reagiert.
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Harnstofflösung in den Abgasstrang einzuspritzen. So ist es bekannt, die Harnstofflösung mit Hilfe von Druckluft in den Abgasstrang einzusprühen. Dabei kann die Harnstofflösung mit Hilfe der Druckluft sehr fein zerstäubt werden. Da für ein solches Verfahren Druckluft bereitgestellt werden muss, ist die Realisierung aufwändig und teuer.
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In einem alternativen Dosiersystem wird mittels einer mechanischen Pumpe, die bspw. elektrisch angetrieben wird, ein Einspritzdruck erzeugt und die unter Druck stehende Harnstofflösung wird mittels eines elektrisch angesteuerten Injektors in den Abgasstrang eingespritzt. Bei diesem Verfahren erwärmt sich der Injektor stark und muss durch Kühlrippen oder einen internen Kühlkreislauf gekühlt werden, um auch bei hohen Abgastemperaturen störungsfrei betrieben werden zu können. Die notwendige Kühlung macht auch ein soches Dosiersystem aufwendig und teuer.
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Offenbarung der Erfindung
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Eine Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Dosiersystem zum Einspritzen eines Fluids in einen Abgasstrang eines Verbrennungsmotors bereitzustellen, das betriebssicher, wartungsarm und kostengünstig realisierbar ist.
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Die Aufgabe wird durch ein erfindungsgemäßes Dosiersystem nach dem unabhängigen Patentanspruch 1 gelöst. Die abhängigen Patentansprüche beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Dosiersystems.
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Ein erfindungsgemäßes Dosiersystem zum Einspritzen eines Fluids in einen Abgasstrang eines Verbrennungsmotors, der mit einem Kraftstoffeinspritzsystem verbunden ist, das ausgebildet ist, um Kraftstoff unter Druck zu setzen und in wenigstens einen Verbrennungsraum des Verbrennungsmotors einzuspritzen, umfasst eine Pumpvorrichtung, die derart ausgebildet und hydraulisch mit dem Kraftstoffeinspritzsystem verbunden ist, dass das Fluid durch den in dem Kraftstoffeinspritzsystem erzeugten Druck in den Abgasstrang einspritzbar ist.
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Ein solches Dosiersystem erfordert keine eigene elektrisch oder mechanisch angetriebene Pumpe, da zum Erzeugen des Einspritzdrucks, durch den das Fluid in den Abgasstrang eingespritzt wird, der im vorhandenen Kraftstoffeinspritzsystem erzeugte Kraftstoffeinspritzdruck benutzt wird. Ein erfindungsgemäßes Dosiersystem ist daher wesentlich einfacher aufgebaut als die bisher bekannten Fluideinspritzsysteme, die mit einer zusätzlichen elektrischen Pumpe oder Druckluft betrieben werden. Die Pumpe im Kraftstoffeinspritzsystem ist aufgrund der guten Schmiereigenschaften des Kraftstoffs, wie z.B. Dieselkraftstoff, wesentlich einfacher ausführbar als eine Pumpe für Medien ohne Schmiereigenschaften, wie z. B. wässrige Harnstofflösungen.
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Die Verwendung einer gemeinsamen, ggf. größer dimensionierten, Pumpe für das Kraftstoffeinspritzsystem und das Dosiersystem ist auch aus energetischer Sicht günstig, da eine gemeinsame größere Pumpe mit einem höheren Wirkungsgrad betrieben werden kann als zwei separate, entsprechend kleiner dimensionierte Pumpen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Kraftstoffeinspritzpumpe elektrisch angetrieben wird und die Pumpleistung dem Bedarf entsprechend anpassbar ist.
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Dabei ist die Pumpvorrichtung eine Membranpumpe mit zwei Kammern, die durch eine bewegliche Membran voneinander getrennt sind. Das Volumen der beiden Kammern ist durch Bewegen der Membran variierbar, wobei einer Vergrößerung des Volumens der ersten Kammer zu einer entsprechenden Verkleinerung des Volumens der zweiten Kammer führt und umgekehrt. Durch eine solche Membranpumpe ist eine Koppelung des Kraftstoffeinspritzsystems mit dem Dosiersystem einfach und kostengünstig realisierbar.
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Dabei ist die erste Kammer hydraulisch mit dem Kraftstoffeinspritzsystem verbunden und die zweite Kammer ist hydraulisch mit einem Fluidtank und einem Fluideinspritzorgan verbunden. Dadurch kann Fluid aus dem Fluidtank unter Ausnutzung des im Kraftstoffeinspritzsystem herrschenden Drucks unter Druck gesetzt und dem Fluideinspritzorgan zugeführt werden. Durch das Fluideinspritzorgan wird das Fluid in den Abgasstrang eingespritzt.
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Mit einer solchen Anordnung kann das Fluid in den Abgasstrang eingespritzt werden, ohne dass eine zusätzliche elektrisch oder mechanisch angetriebene Pumpvorrichtung notwendig ist. Das Fluideinspritzorgan kann insbesondere als druckwellengesteuerter Fluid-Injektor ausgebildet sein, der keine eigene Aktorik aufweist. Ein solcher druckwellengesteuerter Fluid-Injektor ist besonders robust und benötigt keine aktive oder passive Kühlung. Ein Dosiersystem mit einem druckwellengesteuerten Fluid-Injektor ist daher besonders kostengünstig realisierbar.
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Dabei ist die Pumpvorrichtung über ein Umschaltventil hydraulisch mit dem Kraftstoffeinspritzsystem verbunden. Durch geeignetes Ansteuern des Umschaltventils ist die Menge des in den Abgasstrang eingespritzten Fluids einstellbar.
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In einer Ausführungsform weist das Kraftstoffeinspritzsystem einen Niederdruckbereich mit einem von einer Vorförderpumpe, die bspw. als Zahnradpumpe ausgebildet ist, erzeugten Förderdruck im Bereich von 5 bis 10 bar, insbesondere 6 bar, und einen Hochdruckbereich auf, in dem ein von einer Hochdruckpumpe erzeugter hoher Kraftstoffdruck von bis zu mehreren hundert Bar herrscht. Ein erfindungsgemäßes Dosiersystem ist vorteilhafterweise an den Niederdruckbereich des Kraftstoffeinspritzsystems gekoppelt, da der Niederdruck von bis zu 10 bar zum Einspritzen des Fluids in den Abgasstrang ausreichend ist und eine Pumpvorrichtung im Niederdruckbereich einfacher und kostengünstiger realisierbar ist als im Hochdruckbereich.
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In einer Ausführungsform weist die Membranpumpe zusätzlich wenigstens einen Kolben auf, der so ausgebildet ist, dass er eine Kraft auf die Membran ausübt. Dadurch kann der auf das Fluid in der Membranpumpe ausgeübte Druck erhöht werden, wodurch eine größere Fluidmenge in einer kurzer Zeit in den Abgasstrang einspritzbar ist.
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In einer Ausführungsform ist der Kolben beweglich zwischen einer Niederdruckstufe und einer Hochdruckstufe angeordnet. Die Hochdruckstufe ist hydraulisch mit dem Kraftstoffeinspritzsystem verbunden, so dass der Kolben durch den im Kraftstoffeinspritzsystem erzeugten Druck bewegbar ist. Durch den Kolben kann das Fluid besonders effektiv unter einen erhöhten Druck gesetzt werden.
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In einer Ausführungsform ist in dem Kolben eine Kraftstoffbohrung ausgebildet, welche die Hochdruckstufe hydraulisch mit der ersten Kammer der Membranpumpe verbindet. Durch eine solche Bohrung ist die erste Kammer einfach mit Kraftstoff aus der Hochdruckstufe befüllbar. Eine Membranpumpe mit einem solchen Kolben ist besonders einfach und kostengünstig realisierbar.
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In einer Ausführungsform ist in der Membranpumpe ein Rückstellelement vorgesehen, das ausgebildet ist, eine Rückstellkraft auf den Kolben auszuüben. Dadurch ist der Kolben besonders schnell zurück in die Ausgangsposition verfahrbar, so dass die Membranpumpe mit einer hohen Frequenz betrieben werden kann.
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In einer Ausführungsform ist in der Membranpumpe wenigstens ein Anschlagelement vorgesehen, dass zur Begrenzung des Kolbenhubs ausgebildet ist. Durch ein solches Anschlagelement wird eine Beschädigung der Membranpumpe durch ein unkontrolliertes Anschlagen des Kolbens vermieden. Durch die Wahl eines entsprechend dimensionierten Anschlagelements kann das Fördervolumen der Membranpumpe eingestellt werden, wodurch eine exakte Dosierung des von der Membranpumpe geförderten Fluids möglich ist.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Figuren näher erläutert. Dabei zeigt:
- 1 eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Dosiersystems;
- 2 eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Dosiersystems; und
- 3 ein alternatives Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Pumpvorrichtung.
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1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Dosiersystems zum Einspritzen eines Fluids in den Abgasstrang eines Verbrennungsmotors in einer schematischen Darstellung.
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Ein nicht gezeigter Verbrennungsmotor ist mit einem Kraftstoffeinspritzsystem verbunden, das ausgebildet ist, Kraftstoff in wenigstens einen Verbrennungsraum des Verbrennungsmotors einzuspritzen.
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Das Kraftstoffeinspritzsystem weist einen Kraftstofftank 46 auf. Eine Vorförderpumpe 30 entnimmt über eine Entnahmeleitung 28 Kraftstoff aus dem Kraftstofftank 46 und setzt den Kraftstoff unter einen erhöhten aber relativ niedrigen Druck von bis zu 10 bar. In der Kraftstoffleitung 29, die am Ausgang der Vorförderpumpe 30 angebracht ist, ist ein Drucksensor 32 vorgesehen, um den von der Vorförderpumpe 30 erzeugten Druck zu überwachen. Der Kraftstoff strömt aus der Vorförderpumpe 30 in eine Zumesseinheit 34, die eingerichtet ist, die in den folgenden Hochdruckbereich des Kraftstoffeinspritzsystems strömende Kraftstoffmenge zuzumessen. Aus der Zumesseinheit 34 strömt der Kraftstoff in eine Hochdruckpumpe 36, die den Druck des Kraftstoffs auf einen hohen Einspritzdruck von bis zu mehreren hundert Bar erhöht. Der unter hohem Druck stehende Kraftstoff wird einem Hochdruckverteiler („Common Rail“) 36 zugeführt. Von dort strömt der Kraftstoff über Hochdruckverbindungsleitungen 40 zu unmittelbar am Verbrennungsraum des Verbrennungsmotors angebrachten Kraftstoffinjektoren 42. Die Kraftstoffinjektoren 42 werden durch eine in der 1 nicht gezeigten Steuerung angesteuert, um den Kraftstoff wie gewünscht in wenigstens einen Verbrennungsraum des Verbrennungsmotors einzuspritzen. Überschüssiger Kraftstoff wird aus den Kraftstoffinjektoren 42 über ein Rücklaufleitung 44 zurück in den Kraftstofftank 46 geführt.
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Ein Fluideinspritzsystem gemäß dem in der 1 gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst einen Fluidtank 16 zur Speicherung des in einen Abgasstrang des Verbrennungsmotors einzuspritzenden Fluids. Der Fluidtank 16 ist über eine Fluidleitung 18 und ein Ein-Wege-Ventil 14 mit einer Fluid-Pumpvorrichtung 4 verbunden. Die Fluid-Pumpvorrichtung 4 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als Membranpumpe mit einer Kraftstoffkammer 8 und einer Fluidkammer 10, die durch eine bewegliche Membran 6 voneinander getrennt sind, ausgebildet. In der Membranpumpe 4 ist auch eine Feder 12 vorgesehen, die auf die Membran 6 eine Kraft ausübt, welche die Membran 6 in eine Position drückt, in der das Volumen der Fluidkammer 10 maximal und das Volumen der auf der anderen Seite der Membran 6 angeordneten Kraftstoffkammer 8 minimal ist. Wird die Membran 6 unter Einwirkung der Kraft der Feder 12 bewegt, vergrößert sich das Volumen der Fluidkammer 10 und Fluid strömt aus dem Fluidtank 16 durch die Fluidzulaufleitung 18 und das Ein-Wege-Ventil 14 in die Fluidkammer 10.
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Die Kraftstoffkammer 8 ist über eine Dosiereinheit 24, die stromabwärts der Vorförderpumpe 30 an die Kraftstoffleitung 29 angeschlossen ist, hydraulisch mit der Kraftstoffleitung 29 verbunden. Die Dosiereinheit 24 weist ein Schaltventil 26 auf, durch das die hydraulische Verbindung zwischen der Kraftstoffleitung 29 des Kraftstoffeinspritzsystems und der Kraftstoffkammer 8 der Membranpumpe 4 herstellbar und unterbrechbar ist. Zusätzlich weist die Dosiereinheit 24 eine Drossel 50 auf, welche die Kraftstoffkammer 8 der Membranpumpe 4 hydraulisch mit dem Kraftstofftank 46 verbindet.
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Bei geöffnetem Schaltventil 26 strömt Kraftstoff, der durch die Vorförderpumpe 30 auf einen erhöhten Druck von bis zu 10 bar gebracht worden ist, durch das Schaltventil 26 in die Kraftstoffkammer 8 der Membranpumpe 4. Dadurch steigt der Druck in der Kraftstoffkammer 8 der Membranpumpe 4 an und die Membran 6 wird gegen den Druck, der in der Fluidkammer 10 herrscht, und die Kraft der Feder 12 nach unten in Richtung der Fluidkammer 10 gedrückt. Das Ein-Wege-Ventil 14 verhindert ein Zurücklaufen des Fluids aus der Fluidkammer 10 in den Fluidtank 16. Das Fluid strömt aus der Fluidkammer 10 durch die Leitung 20 mit dem von der Membranpumpe 4 erzeugten Druck in den Fluid-Injektor 22. Der Fluid-Injektor 22 ist ein druckwellengesteuerter Injektor, der sich öffnet und das Fluid in einen nicht gezeigten Abgasstrang des Verbrennungsmotors einspritzt, wenn der Druck des Fluids in der Fluidleitung 20 einen vorgegebenen Wert erreicht.
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Der Einspritzvorgang wird beendet, wenn die Membran 6 am unteren Rand der Fluidkammer 10 der Membranpumpe 4 anschlägt oder wenn das Schaltventil 26 geschlossen wird.
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Bei geschlossenem Schaltventil 26 drückt das Federelement 12 die Membran 6 nach oben in Richtung der Kraftstoffkammer 8, so dass sich das Volumen der Fluidkammer 10 vergrößert und das Volumen der Kraftstoffkammer 8 verkleinert wird. Kraftstoff aus der Kraftstoffkammer 8 strömt durch die Drossel 50 und die Ablaufleitung 48 zurück in den Kraftstofftank 46. Fluid aus dem Fluidtank 16 strömt durch die Fluidzulaufleitung 18 und das Ein-Wege-Ventil 14 in die vergrößerte Fluidkammer 10 der Membranpumpe 4 und die Membranpumpe 4 ist für einen weiteren Einspritzvorgang bereit.
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Durch entsprechendes Ansteuern des Schaltventils 26 kann die Membranpumpe 4 so betrieben werden, dass bei jedem Förderhub der maximal mögliche Pumpenhub ausgenutzt wird. Eine solche Volumensteuerung, die durch die Frequenz, mit der das Schaltventil 26 angesteuert wird, erfolgt, ist sehr genau, da sich die Frequenz, mit der die Membranpumpe 4 angesteuert wird, und der maximale Pumpenhub und damit die maximale Fördermenge der Membranpumpe 4 sehr genau einstellen lassen.
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Sind kleinere Volumenströme gefordert, kann die Membranpumpe 4 auch mit einem Teilhub betrieben werden, bei dem das Steuerventil 26 geschlossen wird, bevor die Membran 6 den unteren Anschlag erreicht. Die Fördermenge wird dabei über die Ansteuerzeit des Steuerventils 26 eingestellt. Diese Betriebsart erfordert eine hohe Genauigkeit des Steuerventils 26 und der Ansteuerzeit. Da die Fördermenge in diesem Fall auch vom Druck in der Kraftstoffleitung 29 abhängig ist, ist ein Drucksensor 32 in der Kraftstoffleitung 29 hilfreich, um die geförderte Fluid-Menge exakt zu bestimmen.
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2 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Dosiereinheit 24. Die Dosiereinheit 24 weist anstelle des in der 1 gezeigten Schaltventils 26 und der Drossel 50 ein Umschaltventil 27 auf. Durch das Umschaltventil 27 ist die Kraftstoffkammer 8 der Membranpumpe 4 wahlweise mit der Kraftstoffleitung 29 des Kraftstoffeinspritzsystems oder mit der Kraftstoffrücklaufleitung 48, die in den Kraftstofftank 46 führt, verbindbar.
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Ist die Kraftstoffkammer 8 mit der Kraftstoffleitung 29 verbunden, so strömt Kraftstoff aus der Kraftstoffleitung 29 in die Kraftstoffleitung 8. Der erhöhte Druck in der Kraftstoffkammer 8 bewegt die Membran 6 nach unten und drückt Fluid aus der Fluidkammer 10 unter erhöhtem Druck in die Fluidleitung 20, wie im Zusammenhang mit der 1 beschrieben. Da die Fluidkammer 8 anders als in dem in der 1 gezeigten Ausführungsbeispiel nicht mit dem Kraftstofftank 46 verbunden ist, wird eine parasitäre Kraftstoffströmung, die in dem in der 1 gezeigten Ausführungsbeispiel durch die Drossel 50 und die Ablaufleitung 48 ungenutzt in den Kraftstofftank 46 abfließt, in dem in der 2 gezeigten Ausführungsbeispiel vermieden. Dadurch ist die Menge an Kraftstoff, die zur Ansteuerung der Membranpumpe 4 aus der Kraftstoffleitung 29 entnommen wird, geringer als in dem in der 1 gezeigten Ausführungsbeispiel. Die Vorderförderpumpe 30 kann daher kleiner dimensioniert werden als in dem in der Figur gezeigten Ausführungsbeispiel.
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Nach bzw. zur Beendigung des Fluid-Einspritzvorgangs wird das Umschaltventil 27 so geschaltet, dass die Kraftstoffkammer 8 über das Umschaltventil 27 und die Ablaufleitung 48 mit dem Kraftstofftank 46 verbunden ist, so dass Kraftstoff aus der Kraftstoffkammer 8 in den Kraftstofftank 46 abfließen kann. Da in diesem Ausführungsbeispiel keine Drossel 50 in der hydraulischen Verbindung zwischen der Kraftstoffkammer 8 und dem Kraftstofftank 46 angeordnet ist, kann der Kraftstoff besonders schnell aus der Kraftstoffkammer 8 abfließen. Die Membran 4 bewegt sich daher besonders schnell in die obere Ausgangsposition und die Membranpumpe 4 ist besonders schnell für einen weiteren Einspritzvorgang bereit. Fluid ist daher mit einer hohen Frequenz in den Abgasstrang einspritzbar.
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3 zeigt eine schematische Darstellung eines alternativen Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Membranpumpe 4.
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Auch dieses Ausführungsbeispiel einer Membranpumpe 4 weist wie die in den 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispiele eine Fluidkammer 10 und eine Kraftstoffkammer 8 auf, die durch eine bewegliche Membran 6 voneinander getrennt sind. Die Fluidkammer 10 ist über ein Ein-Wege-Ventil 14 und eine Zulaufleitung 18 mit einem Fluidtank 16 und über eine Ablaufleitung 20 mit einem nicht gezeigten Fluid-Injektor 22 verbunden.
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Oberhalb der Kraftstoffkammer 8 und der Fluidkammer 10 ist ein Niederdruckvolumen 58 mit einem ersten Querschnitt Q1 ausgebildet. Oberhalb des Niederdruckvolumens 58 ist ein Hochdruckvolumen 60 mit einem zweiten Querschnitt Q2 ausgebildet, wobei der zweite Querschnitt Q2 kleiner als der erste Querschnitt Q1 ist. Das Niederdruckvolumen 58 ist durch eine Kolben-Bohrung 59 mit der Kraftstoffkammer 8 verbunden. In die Kolben-Bohrung 59 ist ein unterer Bereich 52a eines Druckkolbens 52 so eingeführt, dass das untere Ende des Druckkolbens 52 im Kontakt mit der Membran 6 steht. Ein oberer, der Kraftstoffkammer 8 abgewandter Bereich 52b des Druckkolbens 52 hat einen größeren Querschnitt als der untere 52a Bereich des Druckkolbens. Insbesondere ist der Querschnitt des oberen Bereichs 52b des Druckkolbens so gewählt, dass er im Wesentlichen fluiddicht in den Querschnitt Q1 des Niederdruckvolumens 58 eingepasst ist.
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Um den unteren Bereich 52a des Druckkolbens 52 ist ein Federelement 56, z. B. eine Spiralfeder, angeordnet, die sich jeweils auf dem unteren, der Kraftstoffkammer 8 zugewandten Ende des Niederdruckvolumens 58 und auf der dem unteren Ende des Niederdruckvolumens 58 zugewandten Unterseite des oberen Bereichs 52b des Druckkolbens 52 abstützt. Der Druckkolben 52 ist so durch das Federelement 56 elastisch in dem Niederdruckvolumen 58 gelagert.
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Über einen Ablauf 64 ist das Niederdruckvolumen 58 hydraulisch mit dem Kraftstofftank 46 verbunden.
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Oberhalb des Niederdruckvolumens 58 ist ein Hochdruckvolumen 60 ausgebildet, das über einen Zulauf 66 mit einer aus den 1 und 2 bekannten Dosiereinheit 24 hydraulisch verbunden ist, so dass unter Druck stehender Kraftstoff aus der Kraftstoffleitung 29 des in der 3 nicht gezeigten Kraftstoffeinspritzsystems durch die Dosiereinheit 24 in das Hochdruckvolumen 60 einführbar ist. In dem Druckkolben 52 ist eine Kraftstoffbohrung 54 ausgebildet, die das Hochdruckvolumen 60 hydraulisch mit der Kraftstoffkammer 8 verbindet.
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Bei geöffnetem Steuerventil 26, 27 in der Dosiereinheit 24 strömt unter Druck stehender Kraftstoff aus der Kraftstoffleitung 29 des Kraftstoffeinspritzsystems durch den Zulauf 66 in das Hochdruckvolumen 60 und durch die Kraftstoffbohrung 54, die in dem Druckkolben 52 ausgebildet ist, weiter in die Kraftstoffkammer 8, so dass die Membran 6, wie im Zusammenhang mit den 1 und 2 beschrieben, nach unten gedrückt und das Volumen der Fluidkammer 10 verkleinert wird.
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Zusätzlich drückt der erhöhte Druck im Hochdruckvolumen 60 auch den Druckzylinder 52 gegen die Kraft des Federelements 56 nach unten, so dass eine zusätzliche, nach unten gerichtete Kraft auf die Membran 6 ausgeübt wird. Dadurch wird der Druck in der Fluidkammer 10 weiter erhöht, so dass das Fluid aus der Fluidkammer 10 unter erhöhtem Druck durch die Ablaufleitung 20 in den in der 3 nicht gezeigten Fluid-Injektor 22 strömt.
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Auf der unteren, dem Druckkolben 52 abgewandten Seite der Membran 6 ist ein Hubanschlag 64 angeordnet, der den Förderhub der Membran 6 begrenzt, indem er auf dem Boden der Fluidkammer 10 aufschlägt. Der Hubanschlag 64 kann elastisch ausgebildet sein, um den Einschlag der Membran 6 auf dem Boden der Fluidkammer 10 zu dämpfen und dadurch sowohl den Verschleiß als auch die beim Betrieb der Membranpumpe 4 entstehende Geräuschentwicklung zu minimieren.
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Ist die Membran 6 fest mit der unteren Stirnseite des Druckkolbens 52 verbunden, so ist ein zusätzliches Federelement 12 in der Fluidkammer 10, das die Membran 6 nach der Beendigung des Förderhubs wieder nach oben drückt, nicht erforderlich, da die Membran 6 von dem Druckkolben 52 mit nach oben gezogen wird, wenn sich der Druckkolben 52 unter Einwirkung der Kraft des Federelements 56 zurück in seine obere Ausgangsposition bewegt.
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In dem in der 3 gezeigten Ausführungsbeispiel einer Membranpumpe 4 wird der Einspritzdruck des Fluids auf einen Druck erhöht, der über dem von der Vorförderpumpe 30 des Kraftstoffsystems erzeugten Drucks liegt. Auch größere Fluidmengen können so innerhalb einer sehr kurzer Einspritzzeit in den Abgasstrang eingespritzt werden. Die maximale Einspritzmenge pro Förderhub ist durch die Dimensionierung des Hubanschlags 64 einstellbar.