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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Austausch eines Feldgeräts der Automatisierungstechnik durch ein typengleiches Ersatzgerät, wobei das Feldgerät über ein Bussystem mit einem übergeordneten Steuersystem kommuniziert und wobei die Parametrierung/Konfigurierung bzw. allgemein die Bedienung des Feldgeräts über ein Konfigurier-/Managementsystem erfolgt, das über ein Feldbus Interface auf das Feldgerät zugreift.
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Unter dem Begriff ‚Bedienen von Feldgeräten‘ wird - wie bereits zuvor erwähnt - das Konfigurieren und Parametrieren von Feldgeräten, aber auch die Diagnose zwecks frühzeitiger Erkennung von Fehlern an einem der Feldgeräte oder im Prozess verstanden. Unter dem Begriff ‚Bedienen‘ wird neben der Fernbedienung eines Feldgeräts auch jegliche Form der Datenübertragung auf dem Feldbus bzw. auf dem Bussystem verstanden. Das Augenmerk liegt auf dem Übertragen der Feldgeräteparameter vom Feldgerät in das Konfigurier-/Managementsystem, ebenso wie auf dem Wiedereinspielen der Feldgeräteparametrierung vom Konfigurier-/Managementsystem in das Feldgerät. Bei dem Konfigurier-/Managementsystem handelt es sich beispielsweise um einen PC oder ein Handbediengerät, auf dem ein Konfigurations-/Managementsystem, beispielsweise das Konfigurations-Tool FieldCare, das von der Anmelderin angeboten und vertrieben wird, implementiert ist.
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In der Prozess- ebenso wie in der Fabrikautomatisierungstechnik werden vielfach Feldgeräte eingesetzt, die zur Erfassung und/oder Beeinflussung von Prozessgrößen dienen. Zur Erfassung von Prozessgrößen dienen Messgeräte, wie beispielsweise Füllstandsmessgeräte, Durchflussmessgeräte, Druck- und Temperaturmessgeräte, pH-Messgeräte, Leitfähigkeitsmessgeräte, usw., welche die entsprechenden Prozessgrößen Füllstand, Durchfluss, Druck, Temperatur, pH-Wert bzw. Leitfähigkeit erfassen. Zur Beeinflussung der Prozessgrößen werden Aktoren verwendet, wie Ventile oder Pumpen, über die z.B. der Durchfluss einer Flüssigkeit in einer Rohrleitung oder der Füllstand eines Mediums in einem Behälter geändert wird. Als Feldgeräte werden im Prinzip alle Geräte bezeichnet, die prozessnah eingesetzt werden und die prozessrelevante Informationen liefern oder verarbeiten. Eine Vielzahl solcher Feldgeräte wird von der Firmengruppe Endress + Hauser angeboten und vertrieben. Unter dem in Verbindung mit der Erfindung verwendeten Begriff Feldgerät sind somit alle Typen von Messgeräten und Aktoren zu subsumieren. Weiterhin umfasst der Begriff Feldgerät aber auch z.B. ein Gateway, einen Funkadapter oder andere in ein Bussystem integrierte/integrierbare Busteilnehmer.
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In modernen Industrieanlagen sind Feldgeräte in der Regel über Bussysteme, wie beispielsweise über Profibus® PA, Foundation Fieldbus® oder HART® mit zumindest einer übergeordneten Steuereinheit verbunden. Die von der Steuereinheit gesteuerte Datenkommunikation auf dem Bussystem kann sowohl drahtgebunden als auch drahtlos erfolgen. Normalerweise handelt es sich bei der übergeordneten Steuereinheit um eine SPS bzw. eine PLC (Programmable Logic Controller) oder um eine DCS (Distributed Control System). Das übergeordnete Steuersystem dient zur Prozesssteuerung, zur Prozessvisualisierung, zur Prozessüberwachung sowie zur Inbetriebnahme und Bedienung der Feldgeräte.
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Neben den übergeordneten Steuersystemen mit integriertem Konfigurier-/Managementsystem sind eigenständige Konfigurier-/Managementsysteme bekannt geworden. Eigenständige Konfigurier-/Managementsysteme sind beispielsweise das Bedientool FieldCare der Firmengruppe Endress+Hauser, das Bedientool Pactware, das Bedientool AMS von Fisher-Rosemount oder das Bedientool PDM von Siemens. Bedientools, die in Leitsystem-Anwendungen integriert sind, sind das PCS7 von Siemens, das Symphony von ABB und das Delta V von Emerson.
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Die Integration von Feldgeräten in Konfigurier-/Managementsysteme bzw. übergeordnete Steuersysteme erfolgt über Gerätebeschreibungen, die dafür Sorge tragen, dass die jeweils übergeordneten Einheit die von den Feldgeräten gelieferte Information erkennen und interpretieren kann. Bereit gestellt werden die Gerätebeschreibungen für jedes Feldgerätetyp bzw. für jeden Feldgerätetyp in unterschiedlichen Anwendungen üblicherweise von dem jeweiligen Gerätehersteller. Damit die Feldgeräte in unterschiedliche Feldbussysteme integriert werden können, müssen unterschiedliche Gerätebeschreibungen für die unterschiedlichen Feldbusse erstellt werden. So gibt es - um nur einige Beispiele zu nennen - HART-, Fieldbus Foundation- und Profibus-Gerätebeschreibungen.
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Zwecks Schaffung einer einheitlichen Beschreibung für die Feldgeräte, haben die Fieldbus Foundation (FF), die HART Communication Foundation (HCF) und die Profibus Nutzerorganisation (PNO) eine einheitliche elektronische Gerätebeschreibung (Electronic Device Description EDD) erstellt. Die EDD ist in der Norm IEC 61804-2 definiert.
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Für eine vollumfängliche Bedienung der Feldgeräte sind darüber hinaus spezielle Gerätebeschreibungen, so genannte DTMs - Device Type Manager bzw. Gerätemanager bzw. Gerätetreiber - erhältlich. Diese DTMs entsprechen der FDT - Field Device Tool - Spezifikation. Die jeweils aktuelle FDT-Spezifikation ist über den ZVEI bzw. die PNO bzw. die FDT-Group erhältlich. FDT ist in der Norm IEC 62453 definiert.
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Viele Feldgerätehersteller liefern bereits mit ihren Feldgeräten die entsprechenden DTMs oder Gerätebeschreibungen aus. DTMs kapseln alle gerätespezifischen Daten, Funktionen und Betriebsregeln, wie z.B. die Gerätestruktur, vorhandene Kommunikationsmöglichkeiten und die grafische Benutzeroberfläche, sprich die GUI, für ein bestimmtes Feldgerät oder für eine bestimmten Feldgerätetyp.
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Als Laufzeitumgebung benötigen die DTMs eine Rahmenapplikation, hier den FDT-Frame. Die Rahmenapplikation und die entsprechenden DTMs erlauben einen sehr komfortablen Zugriff auf Feldgeräte, z.B. auf Geräteparameter, auf Messwerte, Diagnoseinformation, Statusinformation, etc., sowie den Aufruf von speziellen Funktionen, die einzelnen DTMs zur Verfügung stehen. Damit die DTMs von verschiedenen Herstellern in der Rahmenapplikation korrekt funktionieren, müssen die Schnittstellen zur Rahmenapplikation und zu den übrigen DTMs klar definiert werden. Diese Schnittstellendefinition verbirgt sich hinter der Abkürzung FDT. Die FDT-Technologie vereinheitlicht die Kommunikationsschnittstelle zwischen den Feldgeräten und der übergeordneter Steuereinheit. Das Besondere an der FDT-Technologie ist, dass sie unabhängig vom eingesetzten Kommunikationsprotokoll sowie von der jeweiligen Software-Umgebung sowohl des Feldgeräts als auch dem übergeordneten Steuersystem funktioniert. FDT ermöglicht es, beliebige Feldgeräte über beliebige übergeordnete Steuereinheiten mit beliebigen Protokollen anzusprechen. Ein bekannter FDT-Frame ist das bereits erwähnte Produkt FieldCare der Firmengruppe Endress+Hauser.
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Zum Parametrieren/Konfigurieren von Feldgeräten werden neben sog. Engineering Werkzeugen Geräteparametrierwerkzeuge wie PDM und FieldCare verwendet. Erfolgt ein Feldgerätetausch in einer Prozessanlage, so wird das Geräteparametrierwerkzeug bzw. das Konfigurier-/Managementsystem mit den gespeicherten Parametrier-/Konfigurierdaten erneut benötigt. Die Handhabung der Geräteparametrierwerkzeuge erfordert entsprechend qualifiziertes Bedienpersonal, das in einer Prozessanlage nicht jederzeit verfügbar ist.
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Die
DE 10 2007 026678 A1 offenbart ein Verfahren zum Austausch eines zu ersetzenden Feldgeräts gegen ein neues Feldgerät in einem über einen digitalen Feldbus kommunizierenden System. Bisherige Parameter, Informationen und/oder Werte des zu ersetzenden Feldgeräts werden aus dem zu ersetzenden Feldgerät ausgelesen und mit jenen Parametern, Informationen und/oder Werten des neuen Feldgeräts verglichen, um diese erforderlichenfalls gemäß des zu ersetzenden Feldgeräts zu ändern. Ist ein zu ersetzendes Feldgerät defekt, ist es jedoch nicht möglich, bisherige Parameter, Informationen und/oder Werte des zu ersetzenden Feldgeräts zu erlangen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren vorzuschlagen, bei dem der Austausch eines in eine Prozessanlage eingebundenen Feldgeräts ohne die Nutzung spezieller Geräteparametrierwerkzeuge erfolgen kann und ohne dass die zum Austausch benötigten Daten aus dem Feldgerät selbst ausgelesen werden müssen.
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Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die auf dem Bussystem kommunizierten Parametrier-/Konfigurierdaten von dem Feldbus Interface automatisch bzw. selbsttätig mitgehört werden, wobei die jeweils aktuellen Parametrier-/Konfigurierdaten aufgezeichnet werden und wobei im Falle eines Austauschs des Feldgeräts durch ein typengleiches Ersatzgerät die aufgezeichneten Parametrier-/Konfigurierdaten automatisch dem typengleichen Ersatzgerät zugewiesen werden, so dass in dem typengleichen Ersatzgerät die gleiche Parametrierung/Konfigurierung wie in dem ursprünglich in dem Bussystem integrierten, ersetzten Feldgerät eingestellt wird. Da die Parametrier-/Konfigurierdaten in dem Feldbus Interface selbsttätig mitgehört oder ausgelesen, abgespeichert und aktuell gehalten werden, erübrigt sich im Falle eines Austauschs eines typengleichen Feldgeräts das erneute Parametrieren/Konfigurieren mittels eines Bediengeräts, mittels eines Parametrierwerkzeugs oder mittels eines Konfigurier-/Managementsystems. Insbesondere ist der Feldgerätetausch auch ohne speziell geschultes Bedienpersonal möglich.
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Erfindungsgemäß wird die Aufzeichnung der Parametrier-/Konfigurierdaten in dem Feldbus Interface jeweils durch einen Schreibbefehl zur Aufzeichnung neuer Parametrier-/Konfigurierdaten getriggert, der vom übergeordneten Steuersystem zum Feldgerät übertragen wird. Das Feldgerät ist im Bussystem über die zugeordnete Adresse und die Seriennummer eindeutig definiert. Konkret heißt dies: Sobald ein Schreibbefehl Write vom Steuersystem zum Feldgerät geschrieben wird, werden die Parametrier-/Konfigurierdaten aufgezeichnet, wenn die entsprechende Antwort auf den Schreibbefehl WriteResponse OK vom Feldgerät zum Konfigurier-/Managementsystem übertragen wird. Aufgezeichnet wird insbesondere die Parameteradressierung des Bussystems. Bei Profibus erfolgt die Adressierung über Slot/Index und die entsprechenden Nutzdaten, sprich die entsprechenden Parametrier-/Konfigurierdaten, während in Falle von FF die Adressierung über OD/Index und die entsprechenden Nutzdaten erfolgt.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Wiederherstellung der aufgezeichneten Parametrier-/Konfigurierdaten in dem typengleichen Ersatzgerät dadurch getriggert wird, dass das Feldbus Interface anhand der geänderten Seriennummer des Ersatzgeräts erkennt, dass das ursprünglich in dem Bussystem integrierte Feldgerät durch ein typengleiches Ersatzgerät ersetzt worden ist. Auslöser für die Wiederherstellung sind beispielsweise von dem Feldbus Interface mitgehörte Kommen/Gehen Kommandos, die im Zusammenhang mit der Änderung der Seriennummer eines Feldgeräts auf dem Bussystem kommuniziert werden.
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Insbesondere werden für den Fall, dass das ursprünglich in dem Bussystem integrierte Feldgerät durch ein typengleiches Ersatzgerät ersetzt worden ist, die in dem Feldbus Interface aufgezeichneten Parametrier-/Konfigurierdaten dem typengleichen Feldgerät zugewiesen bzw. zum typengleichen Ersatzgerät übertragen und in dem typengleichen Ersatzgerät wiederhergestellt. Zwecks Zeiteinsparung sieht eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass lediglich Profilparameter in dem typengleichen Ersatzgerät wieder hergestellt werden. Unter Profilparametern werden in diesem Zusammenhang standardisierte Parameter verstanden, die bei einem Feldgerätetyp, beispielsweise bei einem Temperaturmessgerät oder bei einem Druckmessgerät, einen Großteil der Funktionalität des Feldgerätetyps beschreiben. Die Profilparameter sind so umfangreich, dass eine ggf. auch eingeschränkte Funktionalität des jeweiligen Messgeräts auf jeden Fall gegeben ist.
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Alternativ oder zusätzlich ist vorgesehen, dass die von dem Feldbus Interface aufgezeichnete Parametrier-/Konfigurierdaten bzw. allgemein die Parameter- oder Datensätze entsprechend der aufgezeichneten Sequenz in dem typengleichen Ersatzgerät wieder hergestellt werden.
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Eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht für den Fall, dass das ursprünglich in dem Bussystem integrierte Feldgerät durch ein nicht-typengleiches Ersatzgerät ersetzt worden ist, vor, dass die Parametrier-/Konfigurierdaten und/oder die aufgezeichneten Parameter- oder Datensätze an das Konfigurier-/Managementsystem weitergeleitet werden. Hierdurch ist in dem Konfigurier-/Managementsystem Information über die Historie aller Busteilnehmer in der Prozessanlage verfügbar. In einer Datenbank, die dem Konfigurier-/Managementsystem zugeordnet ist, werden die Parameter- bzw. Datensätze des Feldgeräts bzw. des typengleichen Ersatzgeräts mit Zeitstempel versehen gespeichert. Hierdurch verfügt das Konfigurier-/Managementsystem u.a. über Information für ein Versionsmanagement, welches es ermöglicht, dass die unterschiedlichen Versionen der dem Feldgerät zugeordneten Parameter- bzw. Datensätze als zeitlich aufeinander folgende Parameter- bzw. Datensätze aufgezeichnet und ggf. in einem Ersatzgerät wieder hergestellt werden.
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Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- 1: eine schematische Darstellung einer Vorrichtung, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist, und
- 2: ein Flussdiagramm zur Visualisierung einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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1 zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Austausch eines Feldgeräts F1; F2 der Automatisierungstechnik geeignet ist. Insbesondere erleichtert das erfindungsgemäße Verfahren den Austausch eines Feldgeräts F1; F2 durch ein typengleiches Ersatzgerät F1'; F2', das in 1 nicht gesondert dargestellt ist. Die Feldgeräte F1; F2 wurden in der Beschreibungseinleitung bereits näher spezifiziert, so dass an dieser Stelle auf eine Wiederholung verzichtet wird.
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Die Feldgeräte F1, F2 kommunizieren über ein Bussystem 2 mit einem übergeordneten Steuersystem 5. Auf dem Bussystem 2 erfolgt die Kommunikation in der Feldgeräteebene bevorzugt über eines der in der Automatisierungstechnik etablierten Feldbusprotokolle wie Profibus® PA, Foundation Fieldbus® oder HART®. Die Kommunikation auf dem Bussystem 2 kann sowohl drahtgebunden als auch drahtlos, also per Funk, erfolgen. Die Steuerung der zyklischen Kommunikation auf dem Bussystem 2 und der azyklische Zugriff auf die Feldgeräte F1, F2 erfolgt über das übergeordnete Steuersystem 5. Dem Steuersystem 5 zugeordnet ist ein MasterClass 1 (MC1) Prozessor. In das Steuersystem 5 integriert ist üblicherweise ein Parametrier-/Konfiguriertool. Entsprechende Beispiele wurden bereits an vorhergehender Stelle erwähnt.
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Weiterhin erfolgt der Zugriff zwecks Bedienung der Feldgeräte F1; F2 über ein Konfigurier-/Managementsystem 4. Da das übergeordnete Steuersystem 5 üblicherweise in ein Anlagennetzwerk integriert ist, dass gegen Zugriffe von außen durch eine Firewall gesichert ist, erfolgt der Zugriff von dem Konfigurier-/Managementsystem 4 auf die an das Bussystem 2 angeschlossenen Feldgeräte F1; F2 über das Feldbus Interface 3. Bei dem Konfigurier-/Managementsystem 4, das über das Feldbus Interface 3 auf die Feldgeräteebene zugreift, handelt es sich beispielsweise um das Bedientool ‚FieldCare‘, welches von der Anmelderin angeboten und vertrieben wird. Bevorzugt ist dem Bedientool ein Life Cycle Managementsystem (W@M) zugeordnet. In der dem Konfigurier-/Managementsystem 4 zugeordneten Datenbank 6 sind die mit Zeitstempel versehenen Parametrier-/Konfigurierdaten bzw. die entsprechenden Parametersätze der Feldgeräte F1, F2 gespeichert. Bei dem Konfigurier-/ Managementsystem 4 handelt es sich bevorzugt um ein Plant Asset Managementsystem (PAM), das neben der Bedienung, sprich Parametrierung/Konfigurierung/ Diagnose, Daten sammelt und aus dieser gesammelten Information einen Mehrwert für den Betreiber der Prozessanlage generiert. Ein geeignetes Plant Asset Managementsystem PAM wird von der Anmelderin angeboten und vertrieben.
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2 zeigt ein Flussdiagramm zur Visualisierung einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Bei Programmpunkt 10 wird das Programm gestartet. Unter Programmpunkt 11 hört das Feldbus Interface 3 den zyklischen Datenverkehr zwischen dem übergeordneten Steuersystem 5 und dem Feldgerät F1; F2 selbsttätig mit. In der Sprache von Profibus ist dem übergeordneten Steuersystem 4 ein MC1 Prozessor zugeordnet ist, während dem Feldbus Interface 3 ein untergeordneter MC2 Prozessor zugeordnet ist, der azyklisch kommunikationsfreie Zeitbereiche auf dem Bussystem 2 für seine Bedienaufgaben nutzen kann.
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Das Feldbus Interface 3 hört die auf dem Bussystem 2 zwischen den Feldgeräten F1, F2 und dem übergeordneten Steuersystem 5 kommunizierten Parametrier-/Konfigurierdaten der einzelnen Feldgeräte F1, F2 mit, liest sie aus, speichert sie in dem Datenspeicher 8 ab und hält sie aktuell. Im Falle einer Änderung werden die entsprechenden ‚alten‘ Parametrier-/Konfigurierdaten überschrieben oder die aktuellen Parametrier-/Konfigurierdaten werden mit einem Zeitstempel versehen zusätzlich abgespeichert. Letztlich hat das Feldbus Interface 3 somit die aktuellen Konfigurier-/Parametrierdaten der einzelnen Feldgeräte F1; F2 verfügbar. Hierdurch erübrigt sich im Falle des Austauschs eines Feldgeräts F1; F2 durch ein typengleiches Ersatzgerät F1'; F2' ein erneutes, relativ zeitaufwändiges Parametrieren/Konfigurieren mittels eines Bediengeräts bzw. mittels eines Parametrierwerkzeugs bzw. mittels des Konfigurier-/Managementsystems 4. Insbesondere ist bei Nutzung des erfindungsgemäßen Verfahrens der Feldgerätetausch auch ohne speziell geschultes Bedienpersonal möglich.
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Getriggert wird die Aufzeichnung der Parametrier-/Konfigurierdaten in dem Feldbus Interface 3 jeweils durch einen Schreibbefehl zur Aufzeichnung neuer Parametrier-/Konfigurierdaten, der von dem Steuersystem 5 zum Feldgerät F1; F2 übertragen wird, im Datenspeicher 8. Das Feldgerät F1, F2 ist im Bussystem 2 über die zugeordnete Adresse und die Seriennummer eindeutig definiert. Sobald ein Schreibbefehl Write (Punkt 12) von dem übergeordneten Steuersystem 5 zum Feldgerät F1; F2 geschrieben wird, werden die Parametrier/Konfigurierdaten aufgezeichnet (Programmpunkt 14), sobald die entsprechende Antwort auf den Schreibbefehl WriteResponse OK vom Feldgerät F1; F2 zum Steuersystem 5 übertragen wird (Programmpunkt 13). Aufgezeichnet werden unter Programmpunkt 14 insbesondere die Adressierung des entsprechenden Parameters (in der Sprache von Profibus: Slot/Index) und die entsprechenden Nutzdaten, sprich die Parametrier-/Konfigurierdaten, die dem Feldgerät F1; F2 zugewiesen sind. Die Programmschleife, bestehend aus den Programmpunkten 11, 12, 13, 14, wird während eines Bedienvorgangs solange durchlaufen, bis alle Parametrier-/Konfigurierdaten für das Feldgerät F1; F2 abgespeichert sind. Ebenso werden nachträgliche Änderungen in den Parametrier-/Konfigurierdaten aufgezeichnet, so dass in dem Datenspeicher 8 des Feldbus Interfaces 3 stets zumindest auch die aktuellen Parametrier-/Konfigurierdaten gespeichert sind. Unter Programmpunkt 15 wird geprüft, ob es sich bei dem Ersatzgerät F1'; F2' um ein mit dem ursprünglich in das Bussystem 2 integriertes typengleiches Feldgerät F1, F2 handelt oder nicht. Möglich ist dies, da jedes Feldgerät F1; F2 nach Version und Hersteller über eine entsprechende Standardisierung eindeutig identifizierbar ist. Handelt es sich um ein typengleiches Ersatzgerät F1'; F2', so werden die in dem Feldbus Interface 3 aufgezeichneten Parametrier-/Konfigurierdaten in dem typengleichen Ersatzgerät F1'; F2' wieder hergestellt (Programmpunkt 16). Getriggert wird dieser Vorgang bevorzugt dadurch, dass das Feldbus Interface 3 anhand der geänderten Seriennummer das Ersatzgerät F1'; F2' eindeutig erkennt. Auslöser für die Wiederherstellung sind neben den von dem Feldbus Interface 3 mitgehörten Kommen/Gehen Kommandos des übergeordneten Steuersystems 5 die Änderung der Seriennummer des Ersatzgeräts F1'; F2'.
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Für den Fall, dass das ursprünglich in dem Bussystem 2 integrierte Feldgerät F1; F2 durch ein typengleiches Ersatzgerät F1'; F2' ersetzt worden ist, werden die in dem Feldbus Interface 3 aufgezeichneten Parametrier-/Konfigurierdaten dem typengleichen Ersatzgerät F1'; F2' zugewiesen bzw. zum typengleichen Ersatzgerät F1'; F2' übertragen und in dem typengleichen Ersatzgerät F1'; F2' wiederhergestellt. Zwecks Zeiteinsparung sieht eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass lediglich Profilparameter in dem typengleichen Ersatzgerät F1'; F2' wieder hergestellt werden. Bevorzugt werden auch die in dem Feldbus Interface 3 aufgezeichnete Parametrier-/Konfigurierdaten bzw. allgemein die Datensätze entsprechend der aufgezeichneten Sequenz in dem typengleichen Ersatzgerät F1'; F2' wieder hergestellt.
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Für den Fall, dass das ursprünglich in dem Bussystem 2 integrierte Feldgerät F1; F2 durch ein nicht-typengleiches Ersatzgerät F1"; F2" ersetzt worden ist (Programmpunkt 15), wird unter Programmpunkt 17 geprüft, ob das Ersatzgerät F1' und die gespeicherten Konfigurier-/Parametrierdaten profilkonform sind oder ob sie ein gleiches Profil haben. Falls die Prüfung unter Programmpunkt 17 positiv ausfällt, werden die gespeicherten Porfildaten der Konfigurier-/Parametrierdaten dem Ersatzgerät F1' zugewiesen (Programmpunkt 18). Das Ersatzgerät F1' hat jetzt ggf. nicht die komplette Funktionalität des ursprünglich in dem Bussystem 2 integrierten Feldgeräts F1, ist aber in der Lage, seine Funktion weiterhin zufriedenstellend zu erfüllen.
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Fällt die Prüfung bei Programmpunkt 17 negativ aus, so wird unter Programmpunkt 19 eine entsprechende Meldung an das Konfigurier-/Managementsystem 4 weitergeleitet werden. Ggf. werden auch alle zuvor gespeicherten Konfigurier-/Parametrierdaten an das Konfigurier-/Managementsystem 4 weitergeleitet, so dass in dem Konfigurier-/Managementsystem 4 die Information über die Historie aller Busteilnehmer F1; F2 in der Prozessanlage verfügbar ist. In einer Datenbank 6, die dem Konfigurier-/Managementsystem 4 zugeordnet ist, werden die Parameter- bzw. Datensätze des Feldgeräts F1; F2 bzw. des typengleichen Ersatzgeräts F1'; F2' mit Zeitstempel versehen gespeichert. Hierdurch verfügt das Konfigurier-/Managementsystem 4 u.a. über Information für ein Versionsmanagement, welches es ermöglicht, die unterschiedlichen Versionen der dem Feldgerät F1; F2 zugeordneten Parameter- bzw. Datensätze als zeitlich aufeinanderfolgende Parameter- bzw. Datensätze aufzuzeichnen und ggf. in einem Ersatzgerät F1'; F2' wieder herzustellen.