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Stand der Technik
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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Bestimmung eines gemeinsamen
Streckenabschnittes für mindestens zwei räumlich
voneinander getrennte Ortungssysteme.
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Aus
der
DE 196 32 296
A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Vermitteln
von Mitfahrgelegenheiten in einem Telekommunikationsnetz bekannt.
Bei diesem Verfahren greift ein eine Mitfahrgelegenheit suchender
Teilnehmer über ein Telekommunikationsnetz auf einen Dienstserver
zu, um dort gespeicherte Angebote zu Mitfahrgelegenheiten einzuholen
und auszuwählen. Der Diensteserver enthält eine
Schnittstellenschaltung, die ihn mit einer Vermittlungsstelle verbindet
und die einen Ruf des suchenden Teilnehmers empfängt, und
einen Datenspeicher, der Datensätze speichert, die Angaben
zu den angebotenen Mitfahrgelegenheiten enthalten. Außerdem
enthält der Diensteserver einen Prozessor, der eine Spracheingabe
von Eingangsdaten, die der suchende Teilnehmer eingibt und die Angaben
zu der gesuchten Mitfahrgelegenheit enthalten, steuert, der die
Eingangsdaten mit den Datensätzen vergleicht und der eine
Sprachausgabe von denjenigen Datensätzen, die mit den Eingangsdaten übereinstimmen,
steuert.
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Weiterhin
bekannt sind Mitfahrzentralen in Ballungsräumen oder im
Internet. Hier kündigt der Anbieter bereits einige Tage
oder Wochen vor dem geplanten Reisetermin an, dass er von einer
Ort x nach Ort y reisen wolle und bereit ist, Mitreisende mitzunehmen.
Diese Daten können dann von potentiellen Interessenten
ggf. kostenpflichtig abgefragt werden.
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Darüberhinaus
wird in der
DE 103
43 486 A1 ein System beschrieben, bei dem eine zeitaktuelle Verknüpfung
von Positions- und/oder Routeninformationen von Anbietern von Mitfahrgelegenheiten
einerseits und Positions- und/oder Routeninformationen von Interessenten
an entsprechenden Mitfahrgelegenheiten andererseits erfolgt. Gegenüber
herkömmlichen Vermittlungsangeboten von Mitfahrgelegenheiten,
die in der Regel nur Abfahrts- und Zielorte koordinieren, ermöglicht
die Erfindung die Verknüpfung von Routeninformationen des
Anbieters und des Interessenten.
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Alle
diese aus dem Stand der Technik bekannten Daten erfordern ein aktives
Erfragen von Mitfahrgelegenheiten. Die Teilnehmer müssen
vor oder während einer Fahrt die Daten eingeben, um dann
für diese spezielle Fahrt gegebenenfalls eine Mitfahrgelegenheit
zu bieten beziehungsweise zu finden.
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Aus
der
DE 10 2006
034 413 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem ein gemeinsamer
Treffpunkt mindestens zweier Navigationsgeräte ausgehend von
deren aktuellen Standorten automatisch bestimmt wird. Eine solche
Vorgehensweise kann insbesondere beispielsweise dann nützlich
sein, wenn zwei Geschäftsleute kurzfristig einen Termin
vereinbaren möchten, wenn ein LKW einer Speditionsflotte einen
Treffpunkt sucht, um Ladung auszutauschen oder auch wenn Freunde
sich treffen wollen.
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Offenbarung der Erfindung
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Ausgehend
vom Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde,
bei einem Verfahren der eingangs genannten Art ohne aktives Suchen für
wiederkehrende Fahrten Fahrgemeinschaften zu bilden.
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Diese
Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Merkmalskombination
gelöst.
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Gemäß der
vorliegenden Erfindung können von mehreren mit Ortungssystemen
ausgestatteten räumlich getrennten Teilnehmern, wie beispielsweise Fahrzeugen,
zurückgelegte Streckenabschnitte nach dem Zurücklegen
der Strecke über Kommunikationsmittel von den Navigationsgeräten
an einen Server übermittelt und abgeglichen werden. Als
Ortungssysteme dienen hierbei beispielsweise GSM oder GPS, das vorzugsweise
in Navigationsgeräten integriert ist. Bei einer wesentlichen Überschneidung
zumindest eines Streckenabschnittes können die Teilnehmer
mit den Kommunikationsmitteln oder weiteren Kommunikationsmitteln
darüber informiert werden, dass andere Teilnehmer ähnliche
Fahrtmuster haben.
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Der
Ausdruck räumlich getrennte Teilnehmer soll dabei derart
verstanden werden, dass die Teilnehmer unterschiedliche Fahrzeuge
oder Transportmittel sind oder nützen und nicht zwei mit
Ortungssystemen ausgstattete Personen, die sich unter Umständen
im selben Fahrzeug befinden können.
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Mit
einem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich,
die Teilnehmer darüber zu informieren, dass andere Teilnehmer
gleiche Streckenabschnitte zurücklegen, so dass für
zukünftige gleiche Fahrtwege die Möglichkeit besteht
Fahrgemeinschaften zu bilden. Dadurch wird es möglich,
ohne aktives Suchen nach Mitfahrgelegenheiten vor der Aufnahme einer
Fahrt, Ressourcen besser zu nutzen. Die Auslastung von Transportmitteln
und Transportwegen kann optimiert werden und damit werden auch Emissionen
reduziert und die Umwelt entlastet. Selbst wenn die Teilnehmer nicht über
eine Mitfahrgelegenheit nachdenken, wird ihnen unter Umständen
dennoch eine Mitfahrgelegenheit angeboten, da sie nicht aktiv nach
einer Mitfahrgelegenheit suchen müssen, sondern aufgrund
ihrer üblicherweise zurückgelegten Fahrtwege,
der sogenannten Bewegungsmuster, Fahrgemeinschaften vorgeschlagen
bekommen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführung der vorliegenden Erfindung findet
die Information der Teilnehmer über sich überschneidende
Streckenabschnitte nach mindestens dreimaliger Überschneidung
der gleich Streckenabschnitte von den gleichen Teilnehmern statt.
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Gemäß der
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sollen Fahrzeuge
gefunden werden, die zumindest teilweise über gleiche Bewegungsmuster
verfügen, um diese clustern zu können, das heißt,
Mitfahrgemeinschaften über einen Server zusammenzustellen
oder den Transport von Gütern zu optimieren.
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Insbesondere
bei häufig zurückzulegenden Wegstrecken wären
viele Verkehrsteilnehmer bereit, Fahrgemeinschaften zu bilden. Wenn
dann auch immer gleiche Verkehrsteilnehmer die Fahrgemeinschaft
bilden, ist auch eine gewisse Sicherheit und eine gegenseitige Kontrolle über
die Bildung der Fahrgemeinschaft vorhanden und somit eine gewisse
Verantwortung. Insbesondere eignet sich ein solches Verfahren, um
gleiche oder ähnliche Arbeitswege oder Teilstrecken davon
der Teilnehmer aufzuzeigen und damit gegebenenfalls zu bündeln.
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Werden
gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung auch die Tageszeiten beziehungsweise
Uhrzeiten der gefahrenen Strecken an den Server übermittelt und
gegebenenfalls auch zusätzlich abgeglichen, so können
für viele Fahrten weitere Ausschlusskriterien bereitgestellt
werden. Bei dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
werden nun nicht nur die Strecken oder Teilstrecken, die von den
Teilnehmern zurückgelegt werden, miteinander verglichen,
sondern auch die Tageszeiten, an denen sie zurückgelegt
werden. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn Fahrgemeinschaften
beispielsweise für Teilnehmer gefunden werden sollen, die
Arbeitswege zurücklegen. Bei der Bündelung von
Transportgütern könnte gegebenenfalls die Tageszeit
eine untergeordnete Rolle spielen.
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Insbesondere
hat sich ein Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung als vorteilhaft erwiesen, wenn die Streckenüberschneidung
mehr als 80% der gefahrenen Strecke beträgt. Wenn die Überschneidung
der zurückgelegten Wege der Teilnehmer möglichst
groß ist, ist eine Fahrgemeinschaft auch besonders leicht
zu bilden. Wenn ein Teilnehmer erst einen langen Umweg fahren muss,
kann eine Bildung von Fahrgemeinschaften auch umständlich
werden oder nicht mehr sinnvoll sein.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Teilnehmer
auch wählen, ob er die Übermittlung der gefahrenen
Strecken an einen Server wünscht oder nicht. Wenn er bestimmte Strecken
schon vollbesetzt fährt oder auf keinen Fall einen Mitfahrer
aufnehmne möchte oder selber mitfahren möchte,
so kann er eine Übermittlung der Fahrdaten unterdrücken.
Oder er muss aktiv einer Übermittlung seiner Fahrtdaten
zustimmen oder diese ablehnen.
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Bei
einem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
können die Kommunikationsmittel direkt oder indirekt mit
dem Navigationssystem kommunizieren.
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Vorzugsweise
wird dabei die Bewegung der Teilnehmer über Kommunikationseinrichtungen,
wie beispielsweise GPS oder GSM an den Diensteserver übermittelt.
Diese Informationen können verwendet werden, um Fahrzeuge,
die über gleiche Bewegungsmuster verfügen, zu
clustern, um damit beispielsweise Mitfahrgemeinschaften über
einen Server zusammenzustellen oder den Transport von Gütern
zu optimieren.
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Es
wäre aber auch denkbar, dass die Daten auf einem im Fahrzeug
befindlichen Speichermedium abgelegt werden und über ein
Lesegerät auszulesen. Dies könnte beispielsweise
ein Computer mit einer Internetverbindung sein, wobei das Internet dann
als Kommunikationsmittel zum Diensteserver und vom Diensteserver
zum Teilnehmer dient.
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Weiterhin
betrifft die Erfindung auch ein System für die Vermittlung
von Diensten, wie insbesondere Mitfahrgelegeneheiten und Transportdienstleistungen
zur Durchführung eines oben beschriebenen Verfahrens gemäß dem
Anspruch 7.
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Ein
solches System weist dabei einen ortsfesten Diensteserver und mindestens
zwei Teilnehmer auf. Das System umfasst Kommunikationsmittel, die
wenigstens einen Informationsaustausch zwischen dem ortsfesten Diensteserver
und den Teilnehmern ermöglichen und weiterhin Ortungsmittel zur
Bestimmung und Speicherung gefahrener Strecken und gegebenenfalls
der entsprechenden Tageszeit der Teilnehmer.
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Als
Kommunikationsmittel zum Informationsaustausch vom Fahrzeug zum
Diensteserver könnten beispielsweise Car-to-Infrastructure,
GSM, Buetooth, WLAN oder andere Funkverbindungen eingesetzt werden.
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Zeichnung
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Die
einzige Figur ist eine schematische Darstellung einer bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
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Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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Ein
Teilnehmer 10.1 bewegt sich an einem Tag zur Uhrzeit x
von einem Startpunkt 11 zu einem Zielpunkt 12.
Diese gefahrene Strecke wird von verschiedenen anderen Fahrzeugen
zumindest teilweise auch genutzt. Der Teilnehmer 10.2 bewegt
sich beispielsweise am selben Tag zur Uhrzeit y vom gleichen Startpunkt 11 zu
einem Zielpunkt 13, der etwas weiter entfernt liegt als
der Zielpunkt 12. Auch der Teilnehmer 10.3 bewegt
sich an diesem Tag zur Uhrzeit y von einem Startpunkt 14 zum
Zielpunkt 13.
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Dass
alle diese Teilnehmer 10.1, 10.2, 10.3 am
gleichen Tag zu einer ähnlichen oder gar gleichen Uhrzeit
einen ähnlichen Weg benutzen ist, wenn es sich bei den
Teilnehmern beispielsweise um Fahrzeuge handelt, den Fahrern zunächst
unbekannt.
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Sind
die Fahrzeuge 10.1, 10.2, 10.3 mit einem
Navigationssystem zur Ortsbestimmung und beispielsweise einer Telematikeinheit
für die Kommunikation, nämlich beispielsweise
C2I (Car to Infrastucture), ausgestattet, können die Daten
der Fahrzeugbewegung, sowie deren Start- und Zielpunkte an einen
Server übermittelt werden. Diese Daten werden ausgetauscht,
sobald sich die Fahrzeuge am jeweiligen Zielpunkt 12, 13 befinden.
Mit der vorhandenen Infrastruktur zur Kommunikation werden die Daten
der zurückgelegten Strecke nach Beendigung der Fahrt von
den Fahrzeugen abgefragt.
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Aus
den übermittelten Daten der Fahrwege der Fahrzeuge werden
Profile erstellt und untereinander abgeglichen. Hierbei kann die
genaue Uhrzeit der Fahrt sowie die Wochentage und eventuell auch die
noch freien Plätze im Fahrzeug hinterlegt werden.
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Hat
der Teilnehmer der Datenübermittlung zugestimmt, kann die
Information genutzt werden um beispielsweise Fahrgemeinschaften
zusammenzustellen.
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Bevorzugt
wird dieser Abgleich an mehreren Tagen durchgeführt und
gegebenenfalls noch gefiltert, wer die Strecke beispielsweise jeden
Wochentag oder nur. an bestimmten Tagen durchführt. Oder
gegebenenfalls ein Teilnehmer diese Strecke nur einmalig durchgeführt
hat. Vorzugsweise werden nur von den Teilnehmern die Profile erstellt,
die öfters diese Strecke zurücklegen.
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Es
hat sich gezeigt, dass Verkehrsteilnehmer Fahrgemeinschaften am
besten eingehen, wenn sie einen ähnlichen Startpunkt und
einen möglichst gleichen Zielpunkt haben. Obwohl dies nicht
notwendig für die Erfindung ist, könnte gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform ein Abgleich derart erfolgen, dass
nur Teilnehmer mit einem ähnlicher Startpunkt und gleichem
Zielpunkt gebündelt werden, beziehungsweise eine Arte „Ranking” der
möglichen Mitfahrgelegenheiten nach diesen Kriterien erfolgt.
Ein ähnlicher Startpunkt 12, 13 könnte
dabei ein Startpunkt 12, 13 sein, der sich in
einem frei zu definierenden Radius R um einen anderen Startpunkt 12, 13 befindet.
Dies ist auch der Figur zu entnehmen.
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Eine Übereinstimmung
von Streckendaten anderer Fahrzeuge mit den eigenen Daten kann dem Teilnehmer
beispielsweise über eine Telematikeinheit oder eine andere
Kommunikationseinheit, wie beispielsweise ein Mobiltelefon gemeldet
werden.
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Zusätzlich
wäre es noch möglich ein Planungstool bereitzustellen,
das ein Internetportal sein könnte, in dem entsprechend
geschützt Daten zur Kontaktaufnahme hinterlegt sein können.
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Alternativ
könnten die Kontaktdaten auch direkt aus einem Fahrzeug
in ein anderes Fahrzeug übermittelt werden.
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Es
soll hierbei nochmals erwähnt werden, dass neben der Bildung
von Fahrgemeinschaften beispielsweise auch der Transport von Gütern
organisiert und geclustert werden kann. So könnten sich beispielsweise
mehrere Transportunternehmen mit einem solchen System zusammenschließen
und so Strecken finden, die von mehreren Unternehmen regelmäßig
zumindest teilweise gleichzeitig gefahren werden. Bei einem dort
verwendeten Planungstool wäre es dabei noch insbesondere
wichtig die noch zur Verfügung stehende Ladungskapazität
mit aufzunehmen. Diese sollte aber nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium
sein, da unter Umständen der Einsatz eines größeren
Fahrzeuges immer noch günstiger und umweltfreundlicher
ist, als der Einsatz zweier kleinerer Fahrzeuge.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19632296
A1 [0002]
- - DE 10343486 A1 [0004]
- - DE 102006034413 A1 [0006]