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Die
Erfindung betrifft ein Getriebe für einen Kerumfassungsschrauben
Manipulator, mit einer Antriebswelle, mit wenigstens zwei Abtriebswellen
und mit einem das Getriebe zumindest überwiegend umschließenden
Gehäuse, wobei die wenigstens zwei Abtriebswellen parallel
zueinander und jeweils beiderseits senkrecht zu der Antriebswelle
angeordnet sind und mit dieser in einer jeweiligen mechanischen Wirkverbindung
zur Übertragung einer Drehbewegung stehen, wobei die Abtriebswellen
an ihrem jeweiligen einen Ende mit wenigstens einem Anschlusselement
für externe Drehwerkzeuge versehen sind, wobei die mechanische
Wirkverbindung wenigstens ein Paar Kegelzahnräder zur Übertragung
einer Drehbewegung der Antriebswelle auf eine parallel zwischen
den Abtriebswellen angeordneten mittleren Querwelle umfasst.
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Es
ist allgemein bekannt, dass Reaktorkerne in Atomkraftwerken von
einer Kernunfassung umgeben sind, welche ihrerseits im Wesentlichen
aus dem Kernbehälter, Stützblechen und Kernumfassungsblechen
besteht. Der Reaktorkern ist – je nach Reaktortyp – zusammen
mit der Kernumfassung in einem Reaktorbecken befindlich, welches
mit Deionat, also deionisiertem VE-Wasser, gefüllt ist.
Stützbleche und Kernumfassungsbleche werden mittels Schraubverbindungen
gehalten welche einer ständigen Sicherheitskontrolle unterliegen.
Es können beispielsweise durch thermische Verspannungen
zwischen den gehaltenen Kernumfassungsblechen Risse in den Kernumfassungsschrauben
auftreten, so dass diese ihre Funktion nicht mehr erfüllen.
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Ein Überprüfen
beziehungsweise Auswechseln schadhafter Kernumfassungsschrauben
erfolgt unter schwierigsten Bedingungen, weil die entsprechenden
Arbeiten in einem hochkontaminierten Reaktorbereich erfolgen müssen,
welcher zumeist – je nach Reaktortyp – unter Wasser
gesetzt ist. Um derartige Wartungsarbeiten ohne Risiko für
die Beschäftigten durchführen zu können,
werden ferngesteuerte Wartungsgeräte eingesetzt.
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Ein
derartiges Gerät ist ein Kernumfassungsschrauben Manipulator,
welcher beispielsweise an einem im Reaktor befindlichen bewegbaren
Mast befestigt ist und zu den auszutauschenden Kernumfassungsschrauben
bewegbar ist. Der Antrieb eines Kernumfassungsschrauben Manipulators
erfolgt zumeist über einen davon entfernten Motor mittels
einer Wellenverbindung, welche über ein Getriebe des Manipulators
in Wirkverbindung mit einer drehbaren Abtriebswelle steht.
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Je
nach auszuführender Arbeit, beispielsweise das Herausdrehen
einer fehlerhaften Schraube und das Hereindrehen einer neuen Schraube,
aber auch ein Aufbohren einer gebrochenen Schraube oder das Abfräsen
eines Schraubenkopfes, ist die Abtriebswelle des Kernumfassungsschrauben
Manipulators mit einem entsprechenden Drehwerkzeug zu bestücken.
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Eine
Vorrichtung zum fernbetätigten Setzen einer Schraube ist
beispielsweise in der Patentschrift
DE 19894648 C1 beschrieben, wobei hier insbesondere
ein verbessertes Einsetzen einer Schraubensicherung offenbart ist.
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Hohe
Anforderungen an das Getriebe ergeben sich aus der Forderung einer
kompakten Baugröße einerseits, beispielsweise
einer Breite von 250 mm, wodurch ein Einsatz auch in schwer zugänglichen
Stellen ermöglicht ist, und aus der Forderung nach hohen
Drehmomenten, beispielsweise bis zu 250 Nm bis 300 Nm, trotz der
geringen Baugröße andererseits. Aufgrund der zwangsläufigen
radioaktiven Kontamination des Getriebes während des Betriebes
ist zudem ein möglichst geringer Wartungsaufwand sinnvoll.
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Nachteilig
ist, dass bekannte Getriebe nicht für den Einsatz in Nuklearanlagen
konzipiert sind und ein erhöhter Aufwand bei Wartung und
Betrieb anfällt. Zudem ist ein erhöhtes Drehmoment
der Abtriebswellen konstruktiv seither nur durch eine erhöhte
Baugröße des Getriebes zu erreichen, wodurch die Erreichbarkeit
eines Kerumfassungsschrauben Manipulators innerhalb seines Arbeitsbereiches
im Reaktor unter Umständen eingeschränkt ist.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes
Getriebe für Schraubenmanipulatoren zu Verfügung
zu stellen, welches insbesondere für den Einsatz in Nuklearanlagen
geeignet ist. Aufgabe der Erfindung ist zudem, einen entsprechenden
Kerumfassungsschrauben Manipulator zur Verfügung zu stellen.
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Diese
Aufgabe wird gelöst durch ein Getriebe für einen
Kerumfassungsschrauben Manipulator der eingangs genannten Art. Dieses
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Drehbewegung der mittleren Querwelle
ihrerseits mittels ineinander greifender pfeilverzahnter Zahnräder
auf das dem Anschlusselement jeweils abgewandte Ende der Abtriebswellen übertragbar
ist.
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Der
Kerumfassungsschrauben Manipulator wird zumeist an einem Mast hängend
betrieben, wobei im oberen Bereich des Mastes ein Antrieb angeordnet
ist, dessen Drehbewegung über eine Zwischenwelle auf das
Getriebe übertragbar ist. Mittels der Kegelzahnräder
ist eine Transformation der Drehbewegung auf die senkrecht zur Zwischenwelle angeordnete
mittlere Querwelle ermöglicht, welche im normalen Betrieb
des Manipulators entsprechend der axialen Orientierung der Kernumfassungsschrauben
zumeist waagerecht ausgerichtet ist.
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Durch
einen derartigen T-ähnlichen Aufbau des Getriebes mit zwei
parallelen Abtriebswellen am jeweils äußeren Rand
der Erstreckung des Getriebes ist die Erreichbarkeit der an den
beiden Abtriebswellen befestigten Drehwerkzeuge deutlich erhöht.
Diese sind durch eine derartige Anordnung beispielsweise auch geeignet,
unter Vorsprüngen der Kernumfassung eingesetzt zu werden.
Je nach Randbedingungen bezüglich der Erreichbarkeit einer
zu tauschenden Kernumfassungsschraube ist be darfsweise das Drehwerkzeug
der einen oder der anderen Abtriebswelle zu verwenden.
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Bei
pfeilverzahnten Zahnrädern erstrecken sich Schrägverzahnungen
symmetrisch zueinander von der Mittenebene des Zahnrads nach außen.
Die Verwendung von pfeilverzahnten Zahnrädern für
die Übertragung der Drehbewegung zu den beiden äußeren
Abtriebswellen ermöglicht bei gleich bleibendem Zahnraddurchmesser
die Verwendung breiterer Zahnräder, weil die sonst auftretende
Bildung von Kantenträgern, also eine Art Abnutzungserscheinung des
Getriebes, vermieden ist. Aus Gründen einer hohen Erreichbarkeit
der Drehwerkzeuge insbesondere in den Eckbereichen der Kernumfassung
ist ein erhöhter Durchmesser des die Abtriebswelle antreibenden
Zahnrades nämlich zumeist nicht möglich.
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Somit
ist das durch die Zahnräder übertragbare Drehmoment
bei gleich bleibender Erreichbarkeit vorteilhaft gesteigert. Zudem
werden axiale Belastungen der Wellenlager durch derartige Zahnräder vermieden,
wodurch die Wellenlager axial entsprechend weniger belastet sind
oder gegebenenfalls gar nicht zur Aufnahme von axialen Kräften
ausgelegt sein müssen.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
umfasst die mechanische Wirkverbindung zur Übertragung
einer Drehbewegung weitere parallel und nebeneinander zwischen den Abtriebswellen
angeordnete Querwellen, an deren jeweils den Abschlusselementen
der Abtriebswellen abgewandten Seiten pfeilverzahnte Zahnräder
angeordnet sind, welche mit den pfeilverzahnter Zahnrädern
jeweils benachbarter Querwellen oder der Abtriebswellen ineinander
greifen.
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Auf
diese Weise wird der Abstand zwischen der mittleren Querwelle und
den beiden äußeren Abtriebswellen vorteilhaft
gesteigert, so dass sich eine verbesserte Erreichbarkeit ergibt.
Insbesondere ist der Durchmesser der verwendeten pfeilverzahnten Zahnräder
reduziert, so dass zudem eine geringer Bauhöhe der beiden
die Abtriebswelle tragenden Balken der T-ähnlichen Struktur
des Getriebes ermöglicht ist, wodurch die Erreichbarkeit
nochmals gesteigert ist. Eine geeignete Anzahl an weiteren Querwellen
beträgt beispielsweise insgesamt vier, so dass ein Getriebe
in diesem Fall eine mittlere Querwelle, zwei Abtriebswellen und
vier weitere Querwellen auf weist. Hier wird der Vorteil der erfindungsgemäß pfeilverzahnten
Zahnräder besonders deutlich, welche wie zuvor beschrieben
eine hohe Drehmomentübertragung bei geringem Zahnraddurchmesser ermöglichen.
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In
einer weiteren bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen
Getriebes weisen alle benachbarten ineinander greifenden pfeilverzahnter
Zahnräder ein jeweiliges Übersetzungsverhältnis
in dem Bereich von 0,9:1 bis 1,1:1 auf. Hierdurch ist eine annähernd
konstante Bauhöhe der beiden die Abtriebswelle tragenden
Balken der T-ähnlichen Struktur des Getriebes ermöglicht.
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In
einer Variante des erfindungsgemäßen Getriebes
sind die Kegelzahnräder zyklopalloid verzahnt. Die Zähne
der Kegelzahnräder weisen in diesem Fall eine besonders
hohe Flankenfläche auf und sind daher geeignet ein höheres
Drehmoment zu übertragen. Zudem ist die Überdeckung
während des Eingriffs der Zähne höher,
so dass sich eine kontinuierliche und absolut ruckfreie Übertragung
einer Drehbewegung ergibt.
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In
einer besonders bevorzugten Getriebevariante weist das jeweilige
pfeilverzahnte Zahnrad an der dem Abschlusselement abgewandten Seite
der Abtriebswelle einen Durchmesser von nicht mehr als ca. 45 mm
auf. Daraus ergibt sich ein Abstand von ca. 26 mm von der Mitte
der jeweiligen Abtriebswelle zu der seitlichen Begrenzung des Getriebes
durch sein Gehäuse (halber Durchmesser + Dicke der Gehäusewandung
+ Spalt). Somit ist ein Manipulator mit einem derartigen Getriebe
in vorteilhafter Weise geeignet, um Schrauben in einem Eckbereich
der Kernumfassung auszutauschen, welche in ihrer axialen Mitte mindestens
26 mm von der Kante entfernt sind, was eine typische Mindestentfernung
darstellt.
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In
einer weiteren erfindungsgemäßen Getriebevariante
sind die zyklo-palloid verzahnten Kegelräder und/oder die
pfeilverzahnten Zahnräder mit Balinit beschichtet. Balinit-Schichten
sind üblicherweise wenige tausendstel Millimeter dünn,
härter als Stahl, extrem reibungsarm, verschleißfest
und chemisch inert. Durch den zumeist unter Wasser erfolgenden Einsatz
des Getriebes ist dessen Schmierung nicht möglich – das
Getriebe beziehungsweise auch dessen Zahnräder sind vielmehr
von dem Deionat des Reaktors umgeben. Eine Balinit-Schicht beugt
dem dann erhöhten Verschleiß der Zahnräder
vor.
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Entsprechend
einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Getriebes. Ist in der axialen Mitte wenigstens eines pfeilverzahnten
Zahnrades eine schlitzähnliche Aussparung vorgesehen. Diese ermöglicht
einfallende Borcarbide oder sonstige Verunreinigungspartikel aus
dem Wirkbereich des jeweiligen Zahnrades herauszuschwemmen.
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Vorzugsweise
ist das Gehäuse des Getriebes mit wenigstens einer Abflussbohrung
versehen. Somit wird das Getriebegehäuse beim Eintauchen
in ein Reaktorbecken schnell mit Deionat geflutet, welches dann
die Zahnräder des Getriebes umspült. Nach dem
Entfernen aus dem Reaktorbecken fließt das Deionat entsprechend
schnell ab. Ein Entfernen und erneutes Eintauchen in das Reaktorbecken
ist beispielsweise für einen manuell durchzuführenden Wechsel
eines Drehwerkzeuges notwendig, welcher dann vorzugsweise in einem
sicheren Bereich außerhalb des Reaktors durchgeführt
wird. Derartige Bohrungen ermöglichen zudem eine schnelle
Dekontamination des Getriebes und erhöhen die Sicherheit für
das Bedienpersonal.
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In
einer besonders bevorzugten Ausprägung des Getriebes sind
wenigstens eine Abtriebswelle und/oder die mittlere Querwelle an
einer jeweiligen Verbindungsstelle längs teilbar und drehmomentschlüssig
wieder zusammenfügbar. Die genannten Wellen erstrecken
sich – im Gegensatz zu den weiteren Querwelle – über
nahezu die gesamte Länge des das Getriebe umgebenen Gehäuses.
Ein Entfernen dieser Wellen zu Wartungszwecken ist zumeist aufwändiger
als ein Entfernen der vorzugsweise beidseitig gelagerten weiteren
Querwellen, auf welchen lediglich jeweils ein pfeilverzahntes Zahnrad
angeordnet ist. Teilbare Wellen ermöglichen eine besonders
einfache Wartung und einen Zahnradtausch aller pfeilverzahnter Zahnräder
von der rückwärtigen, also der den Drehwerkzeugen
abgewandten Seite, des Gehäuses des Getriebes.
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In
bevorzugter Weise werden als Lager rostfreie Gleitlager verwendet.
Dichtungen, Sicherungsringe, Wälzlager und Einstelllager,
d. h. kombinierte Axial-Schrägkugellager mit Nadellagerung
sind hingegen zu vermeiden. So sind eine besonders einfache Montage
und eine hohe Unanfälligkeit des Getriebes erreicht. Aufgrund
des betriebsgemäßen Umspülens des Getriebes
mit Deionat ist eine Wasserresistenz beziehungsweise Rostfreiheit
des Gleitlagers unabdingbar. Diese Anforderung gilt selbstverständlich
auch für das gesamte Getriebe.
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Entsprechend
einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen
Getriebes ist wenigstens eine Abtriebswelle und/oder die mittlere
Querwelle an ihrer den Anschlusselementen zugewandten Seite mittels
eines justierbaren Lagers gelagert, welches geeignet ist, axiale
Kräfte aufzunehmen. Pfeilverzahnte Zahnräder geben
axiale Kräfte erfindungsgemäß an die
mittlere Querwelle beziehungsweise die Antriebswelle weiter. Um
die Belastung des Getriebes bei Auftreten von größeren
axialen Schlägen auf die an die Abtriebswellen angebrachten
Drehwerkzeuge zu begrenzen ist ein Lager vorgesehen, welches diese abführt.
In dieser Ausführungsform ist die zuvor erwähnte
teilbare Ausführung einer Abtriebswelle zu Wartungszwecken
besonders vorteilhaft.
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Zur Übertragung
der Drehbewegung einer externen Antriebswelle oder Zwischenwelle
an die Antriebswelle des Getriebes ist diese an einem ihrer beiden
Enden mit einer entsprechenden Anschlussvorrichtung, beispielsweise
einem Kupplungsstück, versehen.
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Die
Aufgabe wird auch gelöst durch einen Kernumfassungsschrauben
Manipulator mit einem Getriebe nach einem der Ansprüche
1 bis 13, welcher über einer Anschlussvorrichtung für
eine externe Bewegungsvorrichtung verfügt. Die zuvor genannten
Vorteile des Getriebes erschließen sich in diesem Fall
in gleicher Weise. Durch die Anschlussvorrichtung für eine
Bewegungsvorrichtung ist ein flexibler modularer Aufbau erreicht.
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In
weiteren Varianten des Kernumfassungsschrauben Manipulators ist
dieser zudem mit einer Absaugvorrichtung für anfallende
Verschmutzungen – beispielsweise durch einen Bohrvorgang – versehen.
Auch eine Kamera zur visuellen Erfassung eines Arbeitsbereiches
des Manipulators ist vorgesehen, um so dessen Fernsteuerung zu erleichtern.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten sind den weiteren
abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
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Anhand
der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
sollen die Erfindung, weitere Ausführungsformen und weitere
Vorteile näher beschrieben werden.
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Es
zeigen:
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1 eine
Schnittdarstellung eines exemplarischen Getriebes in einer Draufsicht
und
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2 zeigt
eine Schnittdarstellung eines exemplarischen Getriebes in einer
Seitenansicht.
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1 zeigt
eine Schnittdarstellung 10 eines exemplarischen Getriebes
in einer Draufsicht. In einem Gehäuse 14 angeordnet
sind nahe seiner linken Aussenkante eine erste Abtriebswelle 16 und
nahe seiner rechten Aussenkante eine zweite Abtriebswelle 18.
An jeweils einem Ende der Abtriebswellen sind Anschlusselemente 20 für
Drehwerkzeuge vorgesehen, beispielsweise ein Schraubwerkzeug, eine
Umfassungsvorrichtung für einen Schraubenkopf oder auch
ein Drehmeißel. Diese Werkzeuge sind bedarfsweise manuell
in einer ungefährdeten Zone der Kernanlage auszuwechseln.
Die Drehwerkzeuge treten bei Betrieb des Getriebes beziehungsweise
des Kernumfassungsschrauben Manipulators mit den auszuwechselnden
Schrauben der Kernumfassung in mechanischen Kontakt. Die Abtriebswellen 16, 18 sind
an den jeweils äußeren Kanten des Gehäuses 14 angeordnet,
um so eine hohe Erreichbarkeit der Drehwerkzeuge zu gewährleisten,
beispielsweise beim Wechseln einer Kernumfassungsschraube unter
einem Vorsprung der Kernumfassung.
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Der
Antrieb der Abtriebswellen 16, 18 erfolgt über
an deren jeweiligem rückwärtigen Ende angebrachte
pfeilverzahnte Zahnräder 28. Diese bieten den
Vorteil einer hohen Drehmomentübertragung bei geringem
Durchmesser, wodurch die Abtriebswellen 16, 18 letztendlich
möglichst nah an die Aussenkanten des Gehäuses 14 positioniert
werden können. Ein typischer Abstand der axialen Mitte
einer Abtriebsachse 16, 18 zu einer Außenkante
des Gehäuses 14 beträgt beispielsweise
26 mm. Die pfeilverzahnten Zahnräder sind in ihrer axialen
Mitte mit einer schlitzähnlichen Aussparung 32 versehen,
welche ermöglicht, während des Betriebes anfallende
Verschmutzungspartikel aus dem Wirkbereich der Zahnräder
zu spülen und so das Risiko des Verschleißes zu
reduzieren.
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Mittig
und senkrecht zur gezeigten Gehäusegrundfläche
ist die Antriebswelle 12 angeordnet. Diese wird über
einen externen und nicht gezeigten Motor betriebsmäßig
in eine temporäre Drehbewegung versetzt. Längs
der Antriebswelle 12 ist – gestrichelt angedeutet – ein
zweites Kegelzahnrad 24 angeordnet, welches in das senkrecht
hierzu auf der mittleren Querwelle 26 angeordnete erste
Kegelzahnrad 22 eingreift. Vorzugsweise sind die Kegelzahnräder 22, 24 zyklo-palloid
verzahnt, wodurch einerseits ein höheres Drehmoment und
andererseits eine ruckelfreie Übertragung der Drehbewegung
realisiert sind.
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Die
mittlere Querwelle 26 steht über je zwei weiteren
Querwellen 30 mit den beiden Abtriebswellen 16, 18 in
mechanischer Wirkverbindung. Diese ist somit durch eine Kette von
insgesamt sieben ineinander greifenden pfeilverzahnten Zahnrädern 28 realisiert,
welche alle im hinteren Bereich des Gehäuses 14 angeordnet
sind. Diese Anordnung ermöglicht zunächst ein
einfaches Herausnehmen der weiteren Querwellen 30 mit ihren
jeweiligen Zahnrädern 28 zu Wartungszwecken. Die
weiteren Querwellen 30 sind beidseitig in Gleitlagern 34 gelagert,
welche nicht für eine axiale Belastung vorgesehen. Dies
ist nicht notwendig, weil bei der Übertragung der Drehbewegung zwischen
pfeilverzahnten Zahnrädern keine axialen Kräfte
auftreten und eventuelle von außen einwirkende axiale Belastungen über
die Pfeilverzahnung an benachbarte Querwellen abgegeben werden.
Idealerweise sind alle pfeilverzahnten Zahnräder 28 annähernd
gleich groß und von geringem Durchmesser, beispielsweise
45 mm, so dass eine gute Erreichbarkeit der Drehwerkzeuge sowie
eine einfache Form des Gehäuses 14 realisierbar
sind.
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Die
Abtriebswellen 16, 18 sowie die mittlere Querwelle 26 sind
in ihrem rückwärtigen Bereich ebenfalls in Gleitlagern 34 gelagert.
An ihrem jeweiligen anderen Ende sind sie mit justierbaren Gleitlagern 36 gelagert,
welche sich insbesondere durch die Aufnahmefähigkeit von
axialen Kraftkomponenten auszeichnen, wie sie beispielsweise durch
axiale Stöße auf die nicht gezeigten Drehwerkzeuge
beziehungsweise die An schlusselemente 20 auftreten können.
Derartige Stöße werden somit nicht in das Getriebe
weitergegeben.
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Um
die Wartung des Getriebes noch weiter zu vereinfachen sind die Abtriebswellen 16, 18 sowie die
mittlere Querwelle 26 an einer jeweiligen Verbindungsstelle 38 axial
teilbar. Dies ermöglicht ein rückwärtiges
Herausnehmen der jeweiligen hinteren Wellenteile zusammen mit den
an ihnen angebrachten pfeilverzahnten Zahnrädern 28,
so dass in diesem Beispiel alle sieben pfeilverzahnten Zahnräder
zusammen rückwärtig aus dem Gehäuse 14 herausnehmbar
sind. Somit ist eine besonders einfache und schnelle Wartungsmöglichkeit
des betriebsmäßig kontaminierten Getriebes gegeben,
wodurch das Risiko für das Wartungspersonal möglichst
klein gehalten ist.
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Die
Zahnräder 22, 24, 28 sind vorzugsweise mit
Balinit beschichtet. Hierdurch wird einem Verschleiß entgegengewirkt.
Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil das Getriebe betriebsmäßig
nicht geschmiert ist, was dem Verschleiß bekanntermaßen
entgegenwirkt, sondern mit dem Deionat des Reaktors, in dem der
Wartungseinsatz erfolgt, geflutet ist.
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2 zeigt
eine Schnittdarstellung desselben exemplarischen Getriebes in einer
Seitenansicht 40, wobei hier identische Bezugszeichen zu 1 verwendet
sind. Gut zu sehen ist in dieser Darstellung 40 die Kette
aus sieben ineinander greifenden pfeilverzahnten Zahnrädern 28,
welche mittig von der mittleren Querwelle 26 antreibbar
sind. Zu sehen ist nunmehr auch die Antriebswelle 12, welche
in dieser Darstellung senkrecht mittig in das Gehäuse 14 einmündet.
An ihrem oberen Ende ist die Antriebswelle 12 mit einer
Anschlussvorrichtung 44 für eine nicht gezeigte
Antriebswelle versehen, welche ihrerseits mit einem nicht gezeigten
Antriebsmotor gekoppelt ist. Ebenfalls im oberen Bereich des Gehäuses
sind Anschlussvorrichtungen 46 für externe Bewegungsvorrichtungen
angedeutet, beispielsweise ein Kupplungsstück mit Schraubverbindung.
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Das
Gehäuse 14 ist in dieser Darstellung in einer
typischen T-Form dargestellt. Es ist gut zu sehen, dass das Gehäuse
an seiner linken und rechten Seite flacher ist, so dass eine gute
Erreichbarkeit gewährleistet ist. Im unteren Bereich des
betriebsmäßig mit Deionat gefluteten Gehäuses 14 sind
Abflussbohrungen 42 angedeutet, durch welche das Deionat schnell
in das Gehäuse 14 eindringen kann, wenn das Getriebe
in das Reaktorbecken getaucht wird bzw. schnell heraufließen
kann, wenn es dem Reaktorbecken entnommen wird.
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Selbstverständlich
sind Varianten des erfindungsgemäßen Getriebes
mit mehr als zwei Abtriebsachsen 16, 18 denkbar,
beispielsweise im Dreieck angeordnet. Ebenso ist auch eine erhöhte
Anzahl an Querwellen 30 möglich.
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- 10
- Schnittdarstellung
eines exemplarischen Getriebes in einer Draufsicht
- 12
- Antriebswelle
- 14
- Gehäuse
- 16
- erste
Abtriebswelle
- 18
- zweite
Abtriebswelle
- 20
- Anschlusselement
für Drehwerkzeug
- 22
- erstes
Kegelzahnrad
- 24
- zweites
Kegelzahnrad
- 26
- mittlere
Querwelle
- 28
- pfeilverzahntes
Zahnrad
- 30
- weitere
Querwelle
- 32
- schlitzähnliche
Aussparung
- 34
- Gleitlager
- 36
- justierbares
Gleitlager
- 38
- Verbindungsstelle
von zwei Wellenhälften
- 40
- Schnittdarstellung
eines exemplarischen Getriebes in einer Seitenansicht
- 42
- Abflussbohrung
- 44
- Anschlusselement
für externe Antriebswelle
- 46
- Anschlussvorrichtung
für externe Bewegungsvorrichtung
- 48
- Rotationsachse
der Antriebswelle
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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