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Bei
der vorliegenden Erfindung handelt es sich um ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur thermischen Umsetzung metallischer Precursorschichten
auf flachen Substraten in halbleitende Schichten mit einer Chalkogenrückgewinnung.
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Für
eine preiswerte und möglichst umweltfreundliche Energieerzeugung
durch Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie wird eine
Herstellung von hocheffizienten Solarzellen bei möglichst
geringem Material- und Energieeinsatz benötigt. Viel versprechend
sind hier Dünnschichtsolarzellen, insbesondere Solarzellen
auf der Basis von Verbindungshalbleitern wie zum Beispiel Kupfer-Indium-Gallium-Selenid
(CIGS).
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Bei
dem der Erfindung zugrunde liegendem Verfahren zur Herstellung von
halbleitenden Schichten handelt es sich um einen mehrstufigen Prozess. Die
metallischen Precursorschichten können Kupfer (Cu), Gallium
(Ga) und Indium (In) enthalten. Sie können mit bekannten
Technologien, wie zum Beispiel Sputtern, auf das Substrat, welches
ein Glassubstrat mit einer Molybdänschicht (Mo) sein kann,
aufgebracht werden. In einem zweiten Schritt werden in einem Temperprozess
die metallischen Precursorschichten in einer chalkogenhaltigen Atmosphäre, vorzugsweise
bestehend aus Selen und/oder Schwefel, in halbleitende Schichten,
vorzugsweise in eine CuInGaSe(CIGS)-Schicht, umgewandelt. Die Chalkogene
nehmen bei Raumtemperatur, also um ca. 20°C, einen festen
Aggregatzustand ein und verdampfen bei Temperaturen oberhalb von
ca. 350°C.
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Derartige
mit einer halbleitenden Schicht präparierte Substrate können
dann zu Solarmodulen weiter verarbeitet werden. Wesentlich für
einen guten Wirkungsgrad ist die möglichst vollständige
Umsetzung der metallischen Precursorschichten in eine halbleitende
Schicht mit gleicher Schichtdicke und möglichst homogener
Zusammensetzung über die Fläche des Substrats
hinweg.
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Nach
dem Stand der Technik sind Verfahren zur thermischen Umsetzung dieser
präparierten Precursorschichten in halbleitende Schichten
bekannt geworden, die im Vakuum ablaufen. Das Problem bei den Vakuumprozessen
ist die lange Umsetzungszeit, auch Prozesszeit genannt. Dies führt
bei der industriellen Umsetzung zu Problemen, weil lange Prozesszeiten
stets mit niedriger Produktivität einhergehen. Eine Lösung
wäre einerseits der Einsatz vieler Maschinen gleichzeitig,
was jedoch hohe Investitionskosten bedeuten würde, oder
andererseits aber die Beschleunigung der Prozesse. Hierfür
bietet der Stand der Technik jedoch keine Hinweise.
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Weiterhin
sind nach dem Stand der Technik Verfahren zur thermischen Umsetzung
dieser präparierten Precursorschichten in halbleitende
Schichten bekannt geworden, die unter atmosphärischen Bedingungen
und unter Zufuhr von Wasserstoff enthaltenden Gasen, zum Beispiel
Selenwasserstoff, ablaufen (
EP
0 318 315 A2 ). Die Verwendung von toxischen Gasen wie zum
Beispiel Selenwasserstoff ist allerdings problematisch.
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Aus
EP 0 662 247 B1 ist
ein Verfahren zur Herstellung eines Chalkopyrit-Halbleiters auf
einem Substrat bekannt geworden, bei dem das mit Metallen, wie Kupfer,
Indium oder Gallium, präparierte Substrat in einem inerten
Prozessgas auf eine Endtemperatur von mindestens 350°C
mit einer Aufheizrate von zumindest 10 K/Sekunde aufgeheizt wird. Die
Endtemperatur wird für eine Zeitspanne von 10 Sekunden
bis 1 Stunde aufrechterhalten, in der das Substrat Schwefel oder
Selen als Komponente im Überschuss gegenüber den
Komponenten Kupfer, Indium oder Gallium ausgesetzt wird. Dazu befindet sich über
dem Schichtaufbau auf dem Substrat eine Abdeckung im Abstand von
weniger als 5 mm im Sinne einer Verkapselung. Der Partialdruck von
Schwefel oder Selen liegt dabei über dem Partialdruck,
der sich über einer stöchiometrisch exakten Zusammensetzung
der Ausgangskomponenten Kupfer, Indium oder Gallium und Schwefel
ausbilden würde. Es wird allerdings kein in verschiedene
Temperaturbereiche segmentierter Ofen, der für ein Durchlaufverfahren geeignet
ist, beschrieben.
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In
der nachveröffentlichten internationalen Patentanmeldung
PCT/EP 2008/007466 ist
ein einfach zu realisierendes, schnelles Durchlaufverfahren zur
thermischen Umsetzung metallischer Schichten auf beliebigen Substraten
in halbleitende Schichten, sowie eine zur Durchführung
des Verfahrens geeignete Vorrichtung angegeben.
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Erreicht
wird das mit einem Verfahren, bei dem die mindestens mit einer metallischen
Precursorschicht präparierten Substrate in einem in unterschiedliche
Temperaturbereiche segmentierten Ofen bei ca. atmosphärischen
Umgebungsdruck in mehreren Schritten jeweils auf eine vorgegebene
Temperatur bis zur Endtemperatur zwischen 400°C und 600°C
erwärmt und unter Beibehaltung der Endtemperatur in einer
Atmosphäre aus einer Mischung aus einem Trägergas
und Chalkogendampf in halbleitende Schichten umgewandelt werden.
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Auf
die Weise können gute halbleitende Schichten bei Aufheizraten
deutlich unterhalb von 10 K/Sekunde erhalten werden.
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Nach
dem Stand der Technik muss dabei gewährleistet sein, dass
beim Erreichen der Endtemperatur genügend Chalkogene vorhanden
sind, damit eine möglichst vollständige Umwandlung
der metallischen Precursorschichten in halbleitende Schichten erfolgen
kann.
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Dies
wird durch ein Überschussangebot an Chalkogenen gewährleistet.
Nicht in der Reaktion verbrauchtes, überschüssiges
Chalkogen wird mit dem Trägergas zusammen über
einen Abgaskanal des Ofens abtransportiert. Nach dem Stand der Technik
können die Chalkogene aus dem abgeführten Chalkogendampf/Trägergasgemisch,
auch Abgas genannt, herausgefiltert und als Abfall entsorgt werden.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
für die thermische Umsetzung von metallischen Precursorschichten
in halbleitende Schichten mit best möglicher Qualität anzugeben,
wobei der Abfall an Chalkogenen deutlich reduziert werden soll.
Die geringeren Abfallmengen führen zu einem vereinfachten
Produktionsverfahren und zur Reduktion der Kosten, da weniger Chalkogene
primär eingesetzt werden müssen.
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Erreicht
wird das mit einem Verfahren, bei dem die mit mindestens einer metallischen
Precursorschicht präparierten Substrate in einem Ofen bei ca.
Atmosphärendruck auf eine Endtemperatur zwischen 400°C
und 600°C erwärmt und in einer Atmosphäre
aus einer Mischung aus mindestens einem Trägergas und Chalkogendampf
in halbleitende Schichten umgewandelt werden, wobei ein Teil des nicht
in der Reaktion verbrauchten Chalkogendampfes über eine
Abgasrückführung dem Prozess wieder bereitgestellt
wird.
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Vorzugsweise
wird das Chalkogen Selen und als Trägergas ein inertes
Gas, wie zum Beispiel Stickstoff, verwendet.
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In
einer Weiterentwicklung der Erfindung werden die Substrate in einem
in mehrere Temperaturbereiche segmentierten Ofen in mehreren Schritten
auf eine jeweils vorgebbare Temperatur erwärmt.
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Dabei
werden die in dem Ofen befindlichen Substrate gleichzeitig und schrittweise
von Segment zu Segment transportiert, wobei die Verweildauer in den
einzelnen Segmenten identisch ist.
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Die
Verweildauer kann zwischen 20 und 100 Sekunden, vorzugsweise zwischen
40 und 80 Sekunden, bevorzugt zwischen 50 und 70 Sekunden und zum
Beispiel 60 Sekunden betragen.
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Die
Aufheizung der Substrate kann in Stufen von Raumtemperatur auf zum
Beispiel ca. 150°C, 450°C und 550°C vorgenommen
werden, wobei als Endtemperatur die 550°C-Marke nicht überschritten werden
muss.
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Die
Substrate können anschließend in mindestens einem
Schritt auf Raumtemperatur abgekühlt werden.
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Für
die Bereitstellung des notwendigen Chalkogendampfes zur Umwandlung
der metallischen Precursorschichten in halbleitende Schichten können die
Substrate vor dem Einbringen in den Ofen bereits mit mindestens
einer Chalkogenschicht versehen werden.
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Die
Chalkogene auf dem Substrat verdampfen bei dünnen Chalkogenschichten
im Ofen vollständig und stehen im Ofen für den
Umwandlungsprozess zur Verfügung.
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Bei
dicken Chalkogenschichten können die Chalkogene auch nur
zum Teil verdampfen. Es kann zum Teil eine Umwandlung der metallischen
Precursorschichten mit den geschmolzenen Chalkogenen stattfinden.
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Die
Chalkogenschichten werden bevorzugt durch Aufdampfen von Chalkogenen
auf die metallischen Precursorschichten aufge bracht. Dies kann unter
atmosphärischen Bedingungen in einem Durchlaufprozess erfolgen.
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Ein
schnelles Verdampfen der Chalkogene von den Substraten kann zu Dichteschwankungen der
Chalkogene entlang des Ofens führen. Dies kann wiederum
lokal zu einer Unterversorgung an Chalkogenen beim Erreichen der
Endtemperatur führen, was lokal zu einer unvollständigen
Umwandlung der metallischen Precursorschichten in halbleitende Schichten
führen kann.
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Die
erfindungsgemäße Abgasrückführung hat
nun neben der Reduktion des primären Einsatzes an Chalkogenen
den positiven Effekt die Chalkogenkonzentration entlang des Ofens
zu glätten.
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Ein
weiterer Glättungseffekt und eine weitere Gewährleistung
einer genügend hohen Chalkogenkonzentration bei dünnen
Chalkogenschichten auf den Substraten können über
das Einbringen von Chalkogendampf über eine Quelle gewährleistet
werden, die allerdings auch dann vorteilhaft verwendet werden kann,
wenn die Substrate keine Chalkogenschicht aufweisen.
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Demzufolge
kann alternativ oder zusätzlich zu einer vorab erfolgten
Beschichtung der Substrate mit einer Chalkogenschicht vorgesehen
sein, dass Chalkogendampf von einer externen Dampfquelle in die
Ofenkammer eingeleitet oder in der Ofenkammer von einer internen
Dampfquelle erzeugt wird.
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Die
Erfindung kann weiterhin dadurch gekennzeichnet sein, dass die metallischen
Precursorschichten durch aufeinander folgendes Sputtern von Kupfer/Gallium
und Indium hergestellt werden.
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Zu
diesem Zweck werden zum Beispiel aus Glas bestehende Substrate zunächst
durch Sputtern mit einer Molybdänschicht versehen, auf
der dann eine zweite Schicht aus Kupfer/Gallium von einem zusammengesetzten
Kupfer/Gallium-Target und schließlich eine dritte Schicht
aus Indium von einem Indium-Target unter Hochvakuum gesputtert werden. Typischerweise
erfolgt die Beschichtung mit Molybdän in einer ersten Sputteranlage,
die Beschichtung mit Kupfer/Gallium und Indium in einer zweiten
Sputteranlage.
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Weiterhin
erfolgen die Aufheizung der Substrate und die Umwandlung der metallischen
Precursorschichten bevorzugt unter Abwesenheit von zum Beispiel
Sauerstoff und Wasserstoff, bzw. mit geringst möglichem
Sauerstoff- und Wasserstoffpartialdruck.
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Die
Aufgabe wird weiterhin durch eine Vorrichtung gelöst, die
aus einem Ofen mit einer Ofenkammer, die eine Öffnung zum
Einbringen der Substrate und eine Öffnung zum Ausbringen
der Substrate aufweist, mit einer Gasschleuse an der Öffnung
zum Einbringen der Substrate, mit einer Gasschleuse an der Öffnung
zum Ausbringen der Substrate, mit einem Transportmittel für
die Substrate und mit einem Abgaskanal zum Entfernen eines Chalkogendampf/Trägergasgemisches
aus der Ofenkammer besteht, wobei weiter vorgesehen ist, dass die
Vorrichtung an dem Abgaskanal einen Durchflussmengenteiler oder/und
eine Recyclingvorrichtung aufweist, der bzw. die es erlaubt, nicht
in der Reaktion verbrauchte Chalkogene der Ofenkammer zurückzuführen.
Hierzu kann beispielsweise vorgesehen sein, dass zwischen dem Durchflussmengenteiler
und der Ofenkammer ein Rückführungskanal angeordnet
ist.
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Vorzugsweise
wird das Chalkogen Selen verwendet.
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Eine
Gasschleuse erlaubt es mit geeigneten Gasströmungen, die
Gasatmosphären auf beiden Seiten einer Öffnung
zu trennen, ohne die Öffnung mit festen Türen
verschließen zu müssen.
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In
einer Fortentwicklung der Vorrichtung können die Gasflüsse
zu beiden Seiten der Gasschleusen unabhängig voneinander
eingestellt werden.
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Die
Gasschleusen der Ofenkammer können dazu aus jeweils mindestens
zwei Gasvorhängen bestehen. Es können auch zusätzliche
Absaugungen zwischen den Gasvorhängen vorhanden sein.
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Bevorzugt
wird als Schutz-/Trägergas ein inertes Gas, wie zum Beispiel
Stickstoff, verwendet.
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Die Öffnung
zum Einbringen der Substrate, die Öffnung zum Ausbringen
der Substrate und die Gasschleusen ermöglichen es, die
Vorrichtung im Durchlaufverfahren, bei einem Druck in der Nähe
des Atmosphärendrucks und unter definierten Restgasbedingungen,
insbesondere unter Ausschluss von Sauerstoff und Wasserstoff, zu
betreiben.
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Das
Transportmittel, die Öffnung zum Einbringen der Substrate
und die Öffnung zum Ausbringen der Substrate erlauben ein
Einbringen der Substrate in die Ofenkammer hinein, ein Transportieren der
Substrate durch die Ofenkammer hindurch und ein Ausbringen der Substrate
nach der Umsetzung der metallischen Precursorschichten in halbleitende Schichten
aus der Ofenkammer hinaus.
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In
einer Ausführung der Erfindung wird das Chalkogendampf/Trägergasgemisch über
den Abgaskanal in die Recyclingvorrichtung eingeleitet, in der Recyclingvorrichtung
wird das Abgas mittels eines Durchflussmengenteilers in zwei einstellbare
Abgasteilströme aufgeteilt. Ein erster Abgasteilstrom wird
der Ofenkammer, vorzugsweise am Eingang der Ofenkammer, wieder zugeführt.
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Der
zweite Abgasteilstrom, genannt Restabgas, wird über einen
Restabgaskanal abgeführt.
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Das
Restabgas kann gefiltert und dann abgeführt werden. Der
Abfall an Chalkogenen muss entsorgt oder einer Wiederaufbereitung
zugeführt werden.
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Der
Durchflussmengenteiler kann gemäß einer weiteren
Ausge staltung der Erfindung mit einer Recyclingvorrichtung verbunden
oder Bestandteil einer Recyclingvorrichtung sein, in welcher dem
zweiten Abgasteilstrom (Restabgas) Chalkogene entzogen und dem ersten
Abgasteilstrom zugeschlagen werden, so dass das wieder in die Ofenkammer
zurückgeführte Gas mit Chalkogenen angereichert
ist. Das abgeführte Restabgas hat dadurch eine geringere
Konzentration an Chalkogenen und daher fällt noch weniger
Abfall an Chalkogenen an. Gleichzeitig wird ein höherer
Anteil der eingesetzten Chalkogene für den Prozess ausgenutzt.
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In
einer besonderen Ausgestaltung der Vorrichtung wird die Temperatur
einer oder mehrerer der Wände im Innenbereich von Ofenkammer,
Durchflussmengenteiler Recyclingvorrichtung, Abgaskanal und Rückführungskanal
auf eine Temperatur größer als der Kondensationstemperatur
der Chalkogene eingestellt und gehalten.
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Dies
verhindert, dass Chalkogendampf an diesen Innenwänden kondensiert
und dort haften bleibt. Dies würde zu einem Verlust an
Chalkogenen führen und eine aufwändige Wartung
erfordern.
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Die
Temperatur der Wände muss nicht überall dieselbe
sein. Sie kann insbesondere in der Ofenkammer variieren. Die Ofenkammer
kann in mehrere nacheinander folgende Segmente S1...Sn mit unterschiedlichen
Temperaturen aufgeteilt sein.
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Die
Temperaturen der Innenwände von Ofenkammer, Durchflussmengenteiler
Recyclingvorrichtung, Abgaskanal und Rückführungskanal
sowie in den verschieden Segmenten können zum Beispiel mit
Hilfe von Heiz- und Kühlsystemen unabhängig voneinander
eingestellt werden.
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In
einer Weiterentwicklung der Erfindung ist jedes Segment von den
anderen Segmenten thermisch isoliert. Dies ermöglicht,
dass benachbarte Segmente auf deutlich unterschiedliche Temperaturen
gebracht werden können.
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Weiterhin
kann die Ofenkammer insgesamt oder/und jedes Segment für
sich thermisch gedämmt werden, um den Energieeinsatz für
die Beheizung des Segments zu reduzieren.
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In
einer Ausführung der Erfindung bestehen die Wände
der Ofenkammer aus Graphit.
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Das
Transportmittel in dem in mehrere Temperaturbereiche segmentierten
Ofen erlaubt bevorzugt einen schrittweisen und gleichzeitigen Transport sämtlicher
in der Ofenkammer befindlicher Substrate zum jeweils nächsten
Segment.
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Aufgrund
des schrittweisen und gleichzeitigen Transports der Substrate von
Segment zu Segment, ist die Verweildauer der Substrate in den einzelnen
Segmenten identisch und kann zum Beispiel ca. 60 Sekunden betragen.
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Zum
besseren Ausschluss von zum Beispiel Sauerstoff oder Wasserstoff
aus der Ofenkammer, kann die Ofenkammer von einem Gehäuse
mit einer Öffnung zum Einbringen der Substrate und einer Öffnung
zum Ausbringen der Substrate umgeben sein.
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Das
Gehäuse kann zum Beispiel eine Edelstahlumhüllung
sein.
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Weiterhin
kann das Gehäuse eine separate Gehäuseabsaugung
besitzen und es kann eine Spülung mit einem Schutzgas vorgesehen
sein.
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In
einer Ausführung der Erfindung hat das Gehäuse
ein separates Kühlsystem. Dies erlaubt die abgestrahlte
Wärme der Ofenkammer abzuführen.
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Weiterhin
kann im Gehäuse ein Sensor zur Ermittlung der Anwesenheit
eines Gases oder/und einer Gaskonzentration, beispielsweise ein
Sauerstoff-Sensor und/oder ein H2Se-Sensor angebracht sein.
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Der
Sauerstoffsensor ermöglicht es, ein unerwünschtes – Eindringen
von Sauerstoff in den Raum zwischen Gehäuse und Ofenkammer
festzustellen.
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Der
H2Se-Sensor dient zur Sicherheit, um ein eventuelles Entstehen von
Selenwasserstoff rechtzeitig festzustellen und den Betreiber entsprechend
zu warnen.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung soll nachfolgend
an einem Ausführungsbeispiel erläutert werden.
Dabei zeigen
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1 eine
schematische Längsschnittdarstellung der Vorrichtung, und
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2 einen
Ausschnitt der Vorrichtung, nämlich eine Gasschleuse, wie
sie im Ausführungsbeispiel verwendet wird.
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In 1 ist
eine Ofenkammer 1 mit einem Abgaskanal 7 dargestellt.
An diesem Abgaskanal 7 sind ein Durchflussmengenteiler 2 und
eine Recyclingvorrichtung 3 angeordnet, wobei der Durchflussmengenteiler 2 und
die Recyclingvorrichtung 3 in einer Baugruppe vereint sind.
Vom Durchflussmengenteiler 2 aus führt ein Rückführungskanal 8 zurück
in die Ofenkammer 1, an deren Anfang der Rückführungskanal 8 wieder
in die Ofenkammer 1 mündet. An die Recyclingvorrichtung 3 schließt
sich ein Restabgaskanal 9 an, durch den das Restabgas abgeführt
wird. Die Ofenkammer 1 ist mit einer eingangsseitigen und
einer ausgangsseitigen Gasschleuse 4 versehen.
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Im
Innern der Ofenkammer 1 ist eine Transporteinrichtung 10 angeordnet,
die eine Mehrzahl von hintereinander angeordneten Transportwalzen umfasst.
Die Transporteinrichtung 10 dient dem Transport der Substrate 11 durch
die Ofenkammer 1. Die Ofenkammer 1 ist in mehrere
hintereinander angeordnete Segmente unterteilt, die unabhängig
voneinander temperierbar und gegeneinander thermisch isoliert sind.
Aus Übersichtlichkeitsgründen wurde jedoch auf
die gesonderte Darstellung der einzelnen Segmente verzichtet und
die Ofenkammer 1 wurde gegenüber einer realen
Vorrichtung verkürzt dargestellt, was durch gestrichelte
Kammerwände im mittleren Teil angedeutet ist.
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Als
Schutzgas/Trägergas wird in einem in der Vorrichtung durchgeführten
Beispielprozess Stickstoff verwendet.
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2 zeigt
eine Ausführung der Gasschleusen 4. Die mehrstufigen
Gasvorhänge bestehen aus jeweils zwei nebeneinander befindlichen
Einlässen 5 für Stickstoffvorhänge
mit jeweils von oben und unten einander entgegen gerichteten Gasströmen,
wodurch mittig im Schleusenbereich ein geringer Überdruck
erzeugt wird, sowie aus einer Absaugung, welche durch oben und unten
zwischen den beiden Stickstoffvorhängen angeordnete Auslässe 6 realisiert
ist. Diese Anordnung erlaubt es, die Gasflüsse zu beiden
Seiten des Gasvorhanges unabhängig voneinander einzustellen.
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Durch
die Gasvorhänge wird es ermöglicht, Substrate
durch den Ofen im Durchlaufverfahren, bei Atmosphärendruck
und unter definierten Restgasbedingungen, insbesondere unter Ausschluss
von Sauerstoff, zu transportieren.
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Die
Wände der Ofenkammer 1 bestehen aus Graphit und
sind von einer nicht dargestellten Edelstahlumhüllung,
die eine separate Absaugung und eine Spülung mit Stickstoff
besitzt, umgeben.
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Weiterhin
können entlang der Ofenkammer verschiedene Temperaturen
mit Hilfe von Heiz- oder/und Kühlsystemen vorgegeben werden.
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Die
mit einer Kupfer/Gallium-, Indium- und Selenschicht präparierten
Substrate 11 werden mit Hilfe der Transporteinrichtung 10 durch
die eingangsseitige Gasschleuse 4 hindurch in die Ofenkammer 1 eingebracht.
Dort werden die Substrate 11 schrittweise entlang der Ofenkammer 1 von
Segment zu Segment weitertransportiert und schließlich
am Ende der Ofenkammer 1 durch die ausgangsseitige Gasschleuse 4 wieder
ausgeführt.
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Die
Verweildauer in jedem Segment beträgt in einem in der Vorrichtung
durchgeführten Beispielprozess 60 Sekunden.
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Am
Anfang der Ofenkammer 1 beginnt das Selen auf dem Substrat 11 zu
schmelzen und verdampft dann bei dünnen Chalkogenschichten
vollständig. Der Selendampf vermischt sich mit dem Stickstoff
zu einem Selendampf/Trägergasgemisch. Dieses Gemisch wird
mittels Steuerung der Gasflüsse im Ofeninnern durch die
Ofenkammer 1 hindurch über die in der Anlage befindlichen
Substrate 11 hinweg zum Abgaskanal 7 des Ofens
transportiert. Es erfolgt keinerlei Transport in die umgekehrte
Richtung.
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Bei
dicken Chalkogenschichten können die Chalkogene auch nur
zum Teil verdampfen. Es kann zum Teil eine Umwandlung der metallischen
Precursorschichten mit den geschmolzenen Chalkogenen stattfinden.
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Die
Steuerung des Gasflusses wird dadurch ermöglicht, dass
die Gasflüsse auf beiden Seiten der Gasschleusen 4 und
im Abgaskanal 7 unabhängig voneinander einstellbar
sind. Die Geschwindigkeit des Gasflusses in der Ofenkammer 1 vom
Eingang des Ofens bis zum Abgaskanal 7 muss dabei auf die Transportgeschwindigkeit
der Substrate 11 abgestimmt sein, damit beim Erreichen
der Reaktionstemperatur Selen im Überschuss zur Umwandlung
der metallischen Precursorschichten in eine CIGS-Schicht vorhanden
ist.
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Nicht
verbrauchtes Selen wird über den Abgaskanal 7 abgeführt.
Erfindungsgemäß führt der Abgaskanal 7 das
Selendampf-/Trägergasgemisch dem Durchflussmengenteiler 2 zu.
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Im
Durchflussmengenteiler 2 wird das Abgas in zwei einstellbare
Abgasteilströme aufgeteilt.
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Ein
erster Abgasteilstrom wird über den Rückführungskanal 8 zurückgeführt
und am Anfang der Ofenkammer 1 dem Prozess wieder zugeführt. Gleichzeitig
wird durch die Recyclingvorrichtung 3 dem zweiten Abgasteilstrom
ein Teil des darin enthaltenen Chalkogenids entzogen und der erste
Abgasteilstrom damit angereichert.
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Der
verbleibende Teil des zweiten Abgasteilstroms, genannt Restabgas,
enthält nur noch einen geringen Anteil chalkogenid. Dieses
Restabgas wird über den Restabgaskanal 9 gefiltert
abgeführt. Der Abfall an Chalkogen muss entsorgt oder eine
Wiederaufbereitung zugeführt werden.
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Diese
Rückführung bewirkt eine Reduktion des Verlustes
an Selen, wodurch weniger Selen primär zum Einsatz kommt.
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- 1
- Ofenkammer
- 2
- Durchflussmengenteiler
- 3
- Recyclingvorrichtung
- 4
- Gasschleuse
- 5
- Einlass
- 6
- Auslass
- 7
- Abgaskanal
- 8
- Rückführungskanal
- 9
- Restabgaskanal
- 10
- Transporteinrichtung
- 11
- Substrat
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 0318315
A2 [0006]
- - EP 0662247 B1 [0007]
- - EP 2008/007466 [0008]