-
Die
Erfindung betrifft ein Dosimeter zum Ermitteln einer zur einer Energiedosis
eines Strahlungsfelds in eindeutigem Zusammenhang stehenden Messgröße, insbesondere
einer Energiedosis, wobei das Dosimeter eine Dosimetersonde aufweist, die
(a) einen Sensor, der ein Sensorvolumen besitzt, das Bestrahlung
mit ionisierender Strahlung elektrische Ladungen abgibt, (b) eine
Leitung zum Übertragen
der Ladungen und (c) eine Auswerteeinheit umfasst, die ausgebildet
ist zum Erfassen einer zu der abgegebenen elektrischen Ladung korrespondierenden
Größe.
-
Gemäß einem
zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Ermitteln
einer Energiedosis eines gepulsten Strahlungsfelds.
-
Derartige
Dosimeter werden beispielsweise verwendet, um die Energiedosis und
die Energiedosisleistung von Strahlentherapiegeräten zu ermitteln. Solche Strahlentherapiegeräte beschleunigen
Elektronen, Protonen oder Schwerionen. Beschleunigte Elektronen
werden häufig
auf ein Target geschossen, so dass hochenergetische Photonenstrahlung
entsteht, die mittels Blenden zu einem Strahl geformt wird. Der
Photonenstrahl soll für
therapeutische Anwendungen möglichst
kleine Durchmesser haben. Die Anwendung von Photonenstrahlung mit
Strahldurchmesser von 4 cm oder weniger nahm im Laufe des letzten
Jahrzehntes erheblich zu, ohne dass gute Methoden zur Dosimetrie
kleiner Felder zur Verfügung
standen. Um Strahlenschäden
beim Patienten zu vermeiden und um eine Strahlentherapie reproduzierbar
durchführen
zu können,
muss die applizierte Energiedosis mit einer hohen Genauigkeit bekannt sein.
-
Bekannte
anzeigende Dosimeter umfassen im Wesentlichen Ionisationskammern
und Halbleitersensoren, bei denen der Einfall ionisierender Strahlung
in das Sensormaterial zu einer dosisproportionalen Ladungstrennung
führt.
Die gesammelte Ladung oder der damit verbundene Entladestrom werden
dann von einer Auswerteeinheit erfasst. Die über einen Zeitraum aufgesammelte
Ladung multipliziert mit einem Kalibrierfaktor ergibt die Gesamtdosis.
-
Aus
der
AT 008 309 U1 ist
ein Verfahren zum Detektieren und Zählen elektrisch geladener Teilchen bekannt,
bei dem ein Schwellenwert erhöht
wird, wenn sich bei einer Messung während eines Zeitfensters der
zu Beginn des Zeitfensters gemessene Wert zu deutlich von dem am
Ende des Zeitfensters gemessenen Wert unterscheidet. Auf diese Weise wird
erreicht, dass einzelne hochenergetische Teilchen in Echtzeit erfasst
werden können.
Nachteilig hieran ist allerdings, dass das zu Lasten der Messgenauigkeit
geht, die insbesondere bei therapeutischen Strahlengeräten überaus wichtig
ist.
-
Aus
der
DE 36 40 756 A1 ist
ein Warngerät zum
Nachweis von radioaktiven Strahlen bekannt, bei der die Entladung
eines lichtgeschützten,
in einer Niedervolt-Gleichstandsquelle
angeschlossenen Kondensators erfasst wird. Ein derartiges Nachweisgerät ist für die präzise Erfassung
des Röntgenstrahls
eines Therapiegeräts
nicht geeignet.
-
Ein
gattungsgemäßer Dosimeter
ist aus der
US 6,665,161
B1 bekannt. Das Dosimeter ist auf besonders große Empfindlichkeit
gegenüber
ionisierender Strahlung ausgelegt, wobei das Dosimeter einen integrierten
Feldkreis mit einem eingebauten Differenzialverstärker umfasst.
Ein derartiges Dosimeter ist für
die Verwendung in Strahlentherapiegeräten jedoch nicht geeignet,
da die dort herrschende Strahlung dazu führen würde, dass das Dosimeter in
die Sättigung
läuft.
-
Aus
der
DE 100 42 076
A1 ist ebenfalls ein gattungsgemäßes Dosimeter zum gleichzeitigen
Bestimmen von schnellen und thermischen Neutronen sowie von γ-Strahlung in Personendosimetern
bekannt. Nachteilig an diesem Dosimeter ist, dass der Sensor so
groß ist,
dass ein Strahl mit einem kleinen Durchmesser von beispielsweise
kleiner als 3 cm nur ungenau vermessen werden kann. Bei so kleinen Strahldurchmessern
hängt nämlich die
Energiedosisleistung so stark von einem Abstand vom Strahlenmittelpunkt
ab, dass sich die Energiedosisleistung an einer Seite des Sensors
signifikant von der Energiedosisleistung an einem anderen Ende des
Sensors unterscheidet. Das Dosimeter erfasst einen Mittelwert, so
dass eine genaue Aussage über
die Energiedosisleistung an jeder Stelle des Strahlquerschnitts nicht
möglich
ist.
-
Nachteilig
ist zudem, dass bei bekannten Dosimetern die Größe der Dosimetersonde und auch des
Sensors nicht weiter verringert werden können, weil das aus den im Folgenden
beschriebenen Gründen
zu signifikanten Messfehlern führt.
Je kleiner nämlich
die Sensorsonde und damit der Sensor sind, desto weniger Ladungen
werden von der ionisierenden Strahlung freigesetzt. Jede Dosimetersonde weist
aber unvermeidlicherweise einen Leckstrom auf. Es kommt zudem im
Strahlungsfeld zu parasitärer
Ionisation. Beide Effekte führen
zu Ladungen, die sich zu denjenigen Ladungen hinzuaddieren, die
direkt auf die Energiedosis des Strahls zurückzuführen sind. Der Leckstrom und
die parasitäre
Ionisation nehmen mit der Größe der Dosimetersonde
nicht in dem gleichen Maße
ab, wie derjenige Strom, der unmittelbar aus der Ionisation folgt.
Das Signal-Rauschverhältnis
wird damit umso schlechter, je kleiner die Dosimetersonde und damit
der Sensor ist.
-
Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Nachteile im Stand der Technik
zu vermindern.
-
Die
Erfindung löst
das Problem durch ein gattungsgemäßes Dosimeter, bei dem die
Auswerteeinheit eingerichtet ist zum Ermitteln eines Taktintervalls
des Strahlungsfeldes, zum Erfassen einer Messpunktanzahl an Messpunkten
der zur elektrischen Ladung korrespondierenden Größe zu jeweils
relativ zum Taktintervall gleich bleibenden Zeitpunkten, so dass
pro Taktintervall ein erster Roh-Messwert und zumindest ein zweiter
Roh-Messwert erhalten wird, und zum Ermitteln der Messgröße, insbesondere
der Energiedosis, aus den zumindest zwei Roh-Messwerten.
-
Gemäß einem
zweiten Aspekt löst
die Erfindung das Problem durch ein Verfahren zum Ermitteln einer
Energiedosis eines gepulsten Strahlungsfeldes, mit den Schritten
(a) Anordnen eines Dosimeters, das einen Sensor mit einem aktiven
Sensorvolumen umfasst, das bei Bestrahlung mit ionisierender Strahlung
elektrische Ladung abgibt, im Strahlungsfeld, (b) Ermitteln eines
Taktintervalls des Strahlungsfelds, (c) Erfassen einer Messpunktanzahl
an Messpunkten einer zur elektrischen Ladung korrespondierenden
Größe zu jeweils
relativ zum Taktintervall gleich bleibenden Zeitpunkt, so dass pro
Taktintervall ein erster Roh-Messwert und zumindest ein zweiter Roh-Messwert erhalten
wird, und (d) Ermitteln der Energiedosis aus den zumindest zwei
Roh-Messwerten.
-
Vorteilhaft
an der erfindungsgemäßen Lösung ist,
dass die Energiedosis und die Energiedosisleistung mit einer deutlich
höheren
Genauigkeit und höheren
Geschwindigkeit ermittelt werden können. Dadurch, dass die Messpunkte
relativ zum Taktintervall zu gleich bleibenden Zeitpunkten aufgenommen werden,
kann auf einen zeitlichen Verlauf der Freisetzung der Ladungen im
Sensor geschlossen werden. Dies wiederum erlaubt einen Rückschluss
auf den Hintergrund, insbesondere den Hintergrund aus Leckströmen, Netzbrummen
und parasitärer
Ionisation. Auf diese Weise kann auf denjenigen Beitrag geschlossen
werden, den die Strahlung unmittelbar im Sensor verur sacht hat.
Trotz des schlechten Signal-zu-Rausch-Verhältnisses lässt sich so die Energiedosis
bzw. die Energiedosisleistung mit hoher Genauigkeit bestimmen, so
dass der Sensor deutlich kleiner gewählt werden kann als bei bisherigen
Dosimetern. Das wiederum erlaubt eine hohe Ortsauflösung des
Dosimeters und eine hohe Messgenauigkeit.
-
Im
Rahmen der vorliegenden Beschreibung wird unter dem Sensor, insbesondere
eine Kammer und/oder ein Halbleitersensor verstanden, beispielsweise
eine Halbleiterdiode oder ein Halbleiterkristall wie Diamant oder
Silizium. Alternativ kann es sich bei dem Sensor beispielsweise
um einen Szintillator mit Lumineszenzdetektor handeln.
-
Unter
der Dosimetersonde wird diejenige Vorrichtung verstanden, in der
der Sensor aufgenommen ist, und die mittels einer elektrischen Leitung
mit der Auswerteeinheit verbindbar ist oder verbunden ist.
-
Unter
dem Merkmal, dass die Auswerteeinheit eingerichtet ist zum Durchführen der
angegebenen Schritte wird insbesondere verstanden, dass die Steuereinheit über einen
digitalen Speicher verfügt, in
dem Programmkode abgelegt ist. Dieser Programmkode führt dazu,
dass die Steuereinheit die angegebenen Schritte automatisch durchführt.
-
Unter
dem Merkmal, dass die Auswerteeinheit eingerichtet ist zum Erfassen
der zur elektrischen Ladung korrespondierenden Größe wird
insbesondere verstanden, dass die Auswerteeinheit eingerichtet ist
zum zeitintegrierten Erfassen der Größe über lückenlose Intervalle. Das heißt, dass
die Größe über das
vollständige
Taktintervall erfasst wird. Bei der Größe kann es sich beispielsweise
um die elektrische Ladung selbst, einen elektrischen Strom oder
eine Spannung handeln, wenn das Dosimeter einen Vorverstärker aufweist.
-
Die
elektrische Auswerteeinheit kann so eingerichtet sein, dass ein
Störsignal
zu Beginn des Taktintervalls herausgefiltert wird. Ein derartiges
Störsignal
wird in der Regel durch den elektromagnetischen Puls verursacht,
der von dem Beschleuniger der Strahlungsquelle zu Beginn des Taktintervalls
abgegeben wird und in die elektrische Leitung von dem Sensor zur
Auswerteeinheit einkoppelt.
-
Bevorzugt
ist die Auswerteeinheit eingerichtet zum Ermitteln der Messgröße aus den
zumindest drei Roh-Messwerten. Vorzugsweise ist die die Auswerteeinheit
zudem eingerichtet zum Ermitteln eines Untergrundsignals, das nichtperiodisch
mit dem Takt des Strahlungsfelds ist aus den zumindest drei Roh-Messwerten.
Bei bekannten Dosimetern werden besonders isolierte und geschirmte
Zuleitungen verwendet werden, die einen triaxialen Aufbau haben und
steife, ca. 1 mm dicke Isolationsschichten haben, um einen Isolationswiderstand
von deutlich mehr als 1 Teraohm zu erreichen. Die wie angegeben
ausgebildete Auswerteeinheit erlaubt es, die Leitungsdicke deutlich
zu reduzieren, da daraus resultierende Fehler herausgerechnet werden
können.
-
Besonders
vorteilhaft ist ein Dosimeter, das einen Sensor umfasst, dessen
aktives Sensorvolumen so klein ist, dass ein Strahlungsfeld mit
einer Energiedosisleistung von 1 Gray pro Minute zu einem abgegebenen
Strom von weniger als 10 Nanoampere führt.
-
Besonders
günstig
ist es, wenn das Sensorvolumen so klein ist, dass bei der angegebenen
Energiedosisleistung der abgegebene Strom kleiner ist als ein Nanoampere.
Es lassen sich sogar Sensorvolumina bis hinab zu einer Größe realisieren,
die bei der angegebenen Energiedosisleistung einen abgegebenen Strom
von deutlich weniger als 500 Pikoampere haben. Bei derartig kleinen
Sensorvolumina könnte
bei bekannten Dosimetern keine hinreichend hohe Messgenauigkeit
gewährleistet
werden. Ein erfindungsgemäßes Dosimeter
hat auch bei so kleinen aktiven Sensorvolumina in der Regel eine
relative Messgenauigkeit von 10–3 oder
besser.
-
Bevorzugt
ist das Sensorvolumen so klein, dass ein Photonenpuls mit einer
Pulslänge
von 3 Mikrosekunden, der von einem Therapie-Beschleuniger stammt,
in dem Elektronen mit vier Megaelektronenvolt bei einer Pulsrate
von 300 Pulsen pro Sekunde verwendet werden und der eine mittlere
Energiedosisleistung von 2 Gray pro Minute hat, zu einer abgegebenen
Ladung von weniger als 50 Pikocoulomb führt. Dosimeter nach dem Stand
der Technik benötigen
deutlich höhere
Ladungen pro Puls oder lange Integrationszeiten, um eine hinreichend
hohe Genauigkeit zu haben. Bei dem erfindungsgemäßen Dosimeter kann trotz dieses
kleinen Sensorvolumens eine relative Messgenauigkeit von 10–3 oder
besser erreicht werden.
-
Bevorzugt
umfasst das Dosimeter einen Ladungsvorverstärker oder einen Stromvorverstarker zum
Umwandeln der Ladung oder des elektrischen Stroms in ein Spannungssignal
für die
Auswerteeinheit. So lässt
sich ein leichter auswertbares elektrisches Signal erhalten.
-
Bevorzugt
umfasst die Auswerteeinheit ein Gerät zum Erfassen eines Triggersignals
von einer Strahlungsquelle, insbesondere einer therapeutischen Strahlungsquelle
mit einem Elektronenbeschleuniger. Derartige therapeutische Strahlungsquellen
werden gepulst betrieben. Sie erzeugen Strahlungspulse mit einer
Pulsdauer von beispielsweise einer Mikrosekunde bis drei Mikrosekunden und
mit einer Frequenz von 10 Hz bis 400 Hz, was einer Repetitionszeit
von 100 Millisekunden bis 4 Millisekunden entspricht. Jeder Strahlungspuls
wird dadurch eingeleitet, dass ein Elektronenstrahl auf eine vorgegebene
Elektronenenergie beschleunigt wird. Die entsprechende Beschleunigungsvorrichtung
erhält
dazu ein Triggersignal von einer Steuerung des Strahlentherapiegeräts. Zu Beginn
der Beschleunigung kommt es zu einem elektromagnetischen Impuls,
der die Strahlungsmessung beeinflussen kann. Wird daher das Triggersignal
erfasst, so kann eine Totzeit vorgesehen werden, nach der mit dem
Messen der von dem Strahlungspuls freigegebenen Ladung oder der
entsprechenden abgeleiteten Größe begonnen
wird.
-
Der
Begriff des Triggersignals ist dabei allgemein als Signal zu verstehen,
das einen Strahlungspuls ankündigt.
So wird auch der elektromagnetische Puls, der zu Beginn des Beschleunigungsvorgangs von
der Strahlenquelle abgegeben wird, als Triggersignal betrachtet.
-
Alternativ
oder additiv wird die zu der abgegebenen elektrischen Ladung korrespondierende Größe mit einer
Abtastfrequenz abgetastet, die groß ist gegenüber der Taktfrequenz, so dass
beispielsweise mehr als 10 Messwerte pro Taktintervall aufgenommen
werden. Von der Auswerteeinheit wird dann über einen Flankenerkennungsalgorithmus
die Flanke erkannt, die den Beginn des Taktintervalls anzeigt.
-
Ebenfalls
additiv oder alternativ ist möglich, dass
die zu der abgegebenen elektrischen Ladung korrespondierende Größe über Austasten
oder über ein
Filter gefiltert wird, so dass der Störimpuls zu Beginn des Taktintervalls
unterdrückt
wird.
-
Die
Dosimetersonde eines jeden Dosimeters muss kalibriert werden. Dazu
wird die Dosimetersonde beispielsweise so in ein Wasserbad getaucht, dass
der Strahl durch 10 Zentimeter Wasser läuft, bevor er auf die Dosimetersonde
trifft. Als Bezugsnormal wird eine Referenz-Dosimetersonde mit einer
Ionisationskammer in das Wasserbad an entsprechender Stelle in den
Strahl gehängt
wird. Die zu kalibrierenden Dosimetersonde wird danach an der gleichen Stelle
platziert. Hat der Röntgenstrahl,
wie bei Therapiebeschleunigern üblich,
nur einen kleinen Durchmesser, so wird sein Strahlungsfeld durch
die Anwesenheit der Dosimetersonde und ihrer Zuleitung gestört. Die
Kalibrierung mit der Referenz-Dosimetersonde führt dadurch zu einem Fehler,
was ein Problem darstellt.
-
Zur
Lösung
dieses Problems wird eine Dosimetersonde vorgeschlagen, die einen
Sensor, der bei Bestrahlung mit ionisierender Strahlung elektrische
Ladungen abgibt, und eine elektrische Leitung für die elektrischen Ladungen
aufweist, umfasst, wobei die Leitung aus einem wasseräquivalenten
Material besteht.
-
Diese
Dosimetersonde mit einer möglichst dünnen und
wasseräquivalenten
Zuleitung kann während
der Kalibrierung in der Nähe
der zu kalibrierenden Dosimetersonde im Strahl verbleiben, so dass
zuvor genannte Nachteile nicht eintreten.
-
Unter
einem für
ionisierende Strahlung wasseräquivalenten
Material versteht man dabei ein Material, dass für alle relevanten Wechselwirkungen gleiche
Streuquerschnitte besitzt wie Wasser. Dies bewirkt, dass der Strahlungstransport
in einem Wasserbad durch seine Anwesenheit vorteilhafterweise nicht
gestört
wird. Im wesentlichen sind der Photoeffekt der inneren Elektronen,
der Paarbildungseffekt und die Comptonstreuung zu berücksichtigen.
Erstere hängen
in verschiedener Potenz von der Kernladungszahl, letztere von der
Elektronendichte und damit wesentlich vom Wasserstoffgehalt der
Substanz ab.
-
Besonders
bevorzugt, weist die Leitung zumindest eine Kohlefaser zum Ableiten
der elektrischen Ladung auf. So wird der Einfluss der Zuleitung auf
das Messergebnis weiter reduziert. Die Verwendung von Kohlefasern
vermeidet Metalle, die grundsätzlich
wegen einer wesentlich höheren
Kernladungszahl als der Sauerstoff im Wasser die Wasseräquivalenz
verschlechtern. Durch Isolationsschichten oder zusätzliche
Fasern aus Kunststoffen, die einen massebezogen höheren Wasserstoffgehalt
als Wasser haben, kann die Elektronendichte der gesamten Leitung
erhöht,
durch Lufteinschluss in den Kohlefaserleitungen die Massedichte
wiederum auf die von Wasser gesenkt werden. Diese Luftkanäle dienen
vorteilhafterweise gleichzeitig zur nötigen Belüftung der Ionisationskammern,
wobei die Kohlefasern eine Filterwirkung bezüglich Luftverunreinigungen,
insbesondere Staub aufweisen.
-
Vorzugsweise
haben die Kohlenfasern zusammen einen Durchmesser von unter einem
Millimeter. Dadurch wird der Einfluss der Messleitung weiter reduziert.
-
Günstig ist
es, wenn die Leitung eine Koaxial-Leitung ist. Besonders günstig ist
es, wenn die Leitung eine Triaxial-Leitung ist. Eine Koaxial-Leitung umfasst
eine Schirmisolation, einen leitfähigen Schirm, eine innere Isolation
und eine leitfähige
Seele, wobei die genannten Schichten von außen nach innen gezählt wurden.
Eine Triaxial-Leitung umfasst zusätzlich von außen nach
innen eine äußere Isolation
und eine äußere Schirmung
um die Koaxial-Leitung herum.
-
Beispielsweise
besteht die äußere Isolation aus
Polyolefin und hat einen Innendurchmesser von 0,6 mm bei einer Wandstärke von
0,04 mm. Der äußere Schirm
kann Kohlefasern und ein Acryl-Graphit-Kolloid umfassen. Die Schirmisolation
umfasst bevorzugt einen Polytetrafluorethylen-Schlauch mit einem
Innendurchmesser von 0,4 mm bei einer Wandstärke von 0,05 mm. Der innere
Schirm umfasst bevorzugt geflochtene Kohlefasern, wobei beispielsweise
dreihundert Kohlefasern mit einem Durchmesser von 5 μm verwendet
werden können. Als
innere Isolation kann Polytetrafluorethylen in Form eines Schlauchs
mit einem Innendurchmesser von 0,2 mm bei einer Wandstärke von
0,05 mm verwendet werden. Als Seele werden beispielsweise 5 μm-Kohlefasern
verwendet, wobei 600 Kohlefasern ausreichend sind.
-
Wenn
das Sensorvolumen eine Ionisationskammer ist, insbesondere mit Volumen
kleiner 100 Kubikmillimeter, kann Wasser in das Ionisationskammervolumen
hinein diffundieren. Das Ionisationskammervolumen muss daher belüftet werden.
Bei dünnen
Zuleitungen funktioniert das schlecht. Bevorzugt werden erfindungsgemäß die Zwischenräume zwischen
den Isolationsschichten, in denen sich die Schirme und die Seele
befinden zur Be- und Entlüftung
von Ionisationskammern benutzt. Dieses vermeidet vorteilhafterweise
einen zusätzlichen
für die Wasseräquivalenz
nachteiligen größeren Durchmesser.
-
Durch
den Hin- und Rückweg
für die
Luft über
die schlauchartigen Zwischenräume,
kann durch zusätzliche
Maßnahmen,
wie Pumpen, der Luftaustausch beschleunigt werden. Eine mögliche einfache
Maßnahme
ist das Erwärmen
einer Kabelöffnung
an der Anschlussseite am Vorverstärker mittels Widerstandsheizung.
Dieser Temperaturunterschied an den Öffnungen der Hin- und Rückleitung für Luft führt über den
Kamineffekt zu Lufttransport. Statt Luft kann dieses auch mit anderen
Gasen vorgenommen werden, um ein anderes Ansprechvermögen des
Dosimeters zu erreichen.
-
Bevorzugt
ist der Sensor von einem Kunststoffgehäuse umgeben. Es ist besonders
vorteilhaft, wenn der Kunststoff wasseräquivalent ist. Alternativ zu
wasseräquivalenten
Kunststoff für
das Sensorgehäuse
und einer wasseräquivalenten
Zuleitung können
auch gewebeäquivalenter
Kunststoff und gewebeäquivalente
Zuleitung verwendet werden, wenn die Dosimetersonde zur Dosisbestimmung
in Gewebe oder Gewebeäquivalent
eingesetzt werden sollen. Gewebeäquivalenz
ist gegeben, wenn die Wechselwirkungsquerschnitte und die Dichte
der verschiedenen Effekte ähnlich
zu dem der entsprechenden biologischen Gewebe sind.
-
Strahlentherapiegeräte emittieren
Ionen, Protonen, Elektronen oder Photonen mit einem breiten Energiespektrum.
Zur Messung der Energiedosis muss sichergestellt sein, dass die
von der Dosimetersonde erfasste Ionisation unabhängig von Strahlungsart und
Position auf diejenige Energiedosis schließen lässt, die in menschlichem Gewebe
deponiert würde.
Allerdings zeigen Sensoren beispielsweise auf Basis eines Siliziumkristalls,
eine Ionisation, die auf eine solche Weise von der Sekundärelektronen-Energie
abhängt,
dass ein direkter Rückschluss
auf die Energiedeposition in Wasser nicht möglich ist.
-
Gemäß dem Stand
der Technik wird dieses Problem dadurch gelöst, dass für ein vorgegebenes Spektrum
der Strahlenquelle Korrekturfaktoren gemessen werden oder dem Sensor,
der auch Sonde genannt werden kann, Pulver mit Elementen hoher Kernladungszahl
hinzugefügt
werden.
-
Dieses
führt aber
in realen Strahlungsfeldern zu erheblichen Abweichungen. Das gilt
besonders, wenn der Durchmesser des eingestrahlten Strahls kleiner
als 4 cm oder die Dosis im Randbereich eines Strahlungsfeldes gemessen
werden muss.
-
Es
ein Aufbau bekannt, der dieses Problem mit Hilfe zweier fast identischer
Ionisationskammern löst,
die sich nur in der Wahl des Kammerwandmaterials unterscheiden.
-
Nachteilig
ist, dass durch die Baugröße, die Verwendung
eines relativ großen
Anteils schwerer Elemente und des eingebrachten Luftvolumens das zu
messende Strahlungsfeld gestört
wird, was nachteiligerweise zu unbekannten oder zu korrigierenden Abweichungen
führt.
-
Dieses
Problem wird gemäß einem
Aspekt der Erfindung vorteilhafter gelöst durch eine Dosimetersonde,
die neben dem ersten Sensor zumindest einen zweiten Sensor aufweist,
der ein vom Sensormaterial des ersten Sensors verschiedenes Sensormaterial
aufweist und der daher ein Zweitsensor-Ansprechvermögen für die verschiedenen
Strahlungsanteile nach Teilchenart, Teilchenenergie und Einfallsrichtung
aufweist, das sich von einem Erstsensor-Ansprechvermögen des
ersten Sensors unterscheidet.
-
Beispielsweise
sind die beiden Sensoren Halbleiterdioden aus unterschiedlichem
Halbleitermaterial. Alternativ kommen auch baugleiche Ionisationskammern
in Frage, in denen das Messgas unterschiedlich ist. Günstig ist
die Verwendung von Halbleitersensoren, da diese wesentlich kleinere
Abmessungen als Ionisationskammern haben und somit auch für Felder
mit hohem Dosisgradienten geeignet sind und zudem an nahezu demselben
Messort messen können.
-
Ein
erfindungsgemäßes Dosimeter
umfasst bevorzugt zumindest zwei verbundenen Dosimetersonden erfindungsgemäßen Sensoren,
die nahe beieinander angeordnet sind. Günstig ist es, wenn im Rahmen
eines erfindungsgemäßen Verfahrens
mit den verbundenen Sensoren mehrere Messungen hintereinander durchzuführen, wobei
die Sensoren in Richtung ihrer Verbindungsachse verschoben werden,
so dass genau am selben Messort, zu fast derselben Zeit, das Signal
mit den verschiedenen Sensoren aufgenommen werden können.
-
Das
relative Ansprechvermögen-Verhältnis bezüglich von
Anteilen der Elektronenstrahlung mit einer bestimmten Energie zwischen
zwei Sensoren kann mit der Bragg-Gray-Theorie
beschrieben werden, wenn die Sensorabmessung klein ist gegen die Elektronenreichweite
zu dieser Energie im Sensormaterial. Maßgeblich ist hier das relative
Stoßbremsvermögen des
Sensormaterials im Verhältnis
zu dem von Wasser. Es erweist sich insbesondere für Silizium
als Sensormaterial über
die Energie im Bereich von einigen Kiloelektronenvolt bis mehreren
Megaelektronenvolt als nahezu konstant, so dass die, hauptsächlich durch
Elektronenstrahlung verursachte, Wasser-Energie-Dosis unabhängig vom Energiespektrum richtig
angezeigt wird. Der zweite Sensor ist nun so gewählt, dass, wie im Folgenden
beschrieben, Unterschiede bei der Ionisation aufgrund von Photonen
im Bremsstrahlungsbereich kompensiert werden können.
-
Das
zusätzliche
Signal der Sensoren aufgrund von Photoelektronen kann in der Kermanäherung beschrieben
werden, da die Sensorabmessungen klein sind gegen eine Schwächungslänge der Photoelektronen,
aber groß zu
der Reichweite der entstehenden Photoelektronen. Das zugehörige Signal
ist proportional zum Massen-Energie-Absorptionskoeffizient für Photonen
für das
Sensormaterial. Der Photoeffekt trägt für moderate Energien, das heißt für Silizium
als Sensormaterial unterhalb von 100 keV und von Gallium unter 200
keV, wesentlich bei und hängt
stark von der Kernladungszahl der verwendeten Materialien ab.
-
Beispielsweise
kann man einen Sensor als Siliziumdiode und einen zweiten als Galliumnitritdiode
ausführen.
Das Element mit der höchsten
Ordnungszahl, im Beispiel also Gallium, ist dominant. Durch Messen
an derselben Position kurzzeitig hintereinander gewinnt man zwei
Signalverläufe,
die abhängig
vom Photonenuntergrund unterschiedlich sind. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
ist daher vorgesehen, dass der erste Sensor bezüglich einer Strahleinfallsrichtung
des Strahlungsfelds vor dem zweiten Sensor angeordnet ist.
-
Aufgrund
des zehnfach größeren Massen-Energieabsorptionskoeffizienten μen/ρ für Gallium
(das im Galliumnitrit dominant ist) im Vergleich zum Silizium kann
das Signal einer Galliumnitrit-Diode als Maß für den Signalanteil von Photonenstrahlung
bis 100 keV benutzt werden. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
sind daher der erste Sensor und der zweite Sensor so gewählt, dass
ein kermabedingter Anteil der abgegebenen elektrischen Ladung rechnerisch
eliminierbar ist. Dazu wird beispielsweise die aktive Fläche des
Galliumnitrit-Sensors auf 80 μm × 80 μm gewählt. In
einem erfindungsgemäßen Verfahren
wird bevorzugt der kermabedingte Anteil der abgegebenen elektrischen
Ladung herausgerechnet, so dass das resultierende Signal proportional
zur Wasser-Energiedosis ist. Die Dosimetersonde kann dann als wasseräquivalent
bezeichnet werden.
-
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform ist
diese Dosimetersonde Teil eines Dosimeters, das zudem eine Auswerteeinheit
aufweist. Diese Auswerteeinheit ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
ausgebildet zum Ermitteln eines Bremsstrahlungsanteils. Auf diese
Weise kann die Strahlqualität besonders
detailliert beschrieben werden. Es ist dann zudem möglich, Fehlfunktionen
der Strahlungsquelle durch Fehljustage von Blenden zu erkennen.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung anhand exemplarischer Ausführungsbeispiele
mit Bezug auf die beigefügten
Zeichnungen näher
erläutert.
Dabei zeigt
-
1 eine
schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Dosimetersonde gemäß einer
ersten Ausführungsform,
-
2 den
Verlauf der abgegebenen elektrischen Ladung in Abhängigkeit
von der Zeit mit einer Illustration der Auswertung für den Fall,
dass zwei Messpunkte pro Taktintervall aufgenommen werden,
-
3 den
Verlauf der abgegebenen elektrischen Ladung in Abhängigkeit
von der Zeit mit einer Illustration der Auswertung für den Fall,
dass drei Messpunkte pro Taktintervall aufgenommen werden,
-
4 den
Verlauf gemäß der 2 und 3 für den Fall,
dass eine große
Anzahl an Messwerten aufgenommen wird,
-
5 einen
Querschnitt durch eine quasi-wasseräquivalente Leitung der Dosimetersonde gemäß 1 und
-
6 eine
erfindungsgemäße Dosimetersonde
und
-
7 eine
Belüftung
durch die koaxiale Zuleitung.
-
1 zeigt
ein Dosimeter 10 in einer schematischen Ansicht, das eine
Dosimetersonde 12 umfasst. Die Dosimetersonde 12 besitzt
neben einer Halterung einen Sensor 14, der seinerseits
eine schematisch eingezeichnete Mittelelektrode 15 besitzt,
die von einer Außenelektrode 16 umgeben
ist. Bei Bestrahlung mit ionisierender Strahlung gibt die Mittelelektrode 15 elektrische
Ladung Q ab, die durch eine Leitung 18 an eine Auswerteeinheit 20 geleitet werden.
-
Die
Auswerteeinheit 20 umfasst einen Vorverstärker 22 und
eine schematisch eingezeichnete Rechenvorrichtung 24. Die
Rechenvorrichtung 24 kann als eigenständiger Prozessor, aber auch
als Tischrechner ausgebildet sein.
-
Wird
die Dosimetersonde 12 in ein schematisch eingezeichnetes
Strahlungsfeld 26 eingebracht, wobei die Strahlen in einer
Strahleinfallsrichtung R einfallen, so gibt die Mittelelektrode 15 eine
elektrische Ladung Q ab, die über
die Leitung 18 zum Vorverstärker 22 transportiert
wird. Bei der Rechenvorrichtung 24 liegt dann eine Spannung
U an.
-
2 zeigt
den zeitlichen Verlauf der Spannung U über die Zeit t. Zu einem ersten
Zeitpunkt t1 gibt eine nicht eingezeichnete
Strahlenquelle einen Strahlenimpuls von beispielsweise 3 Mikrosekunden Dauer
ab. Durch eine elektromagnetische Einkopplung, den sogenannten EMV-Puls,
in das Dosimeter, ergibt sich zunächst eine Spannungsspitze 28,
die von der Auswerteeinheit 20 herausgefiltert, ausgetastet
oder herausgerechnet wird. Die Spannung U steigt erst an und fällt dann
streng monoton ab. Zu einem zweiten Zeitpunkt t2 =
t1 + T erfolgt ein zweiter Puls, wobei T
die Repetitionszeit ist, also die inverse Repetitionsfrequenz. Die
Repetitionsfrequenz liegt in der Regel zwischen 10 Hz und 400 Hz
und hängt
von der verwendeten Strahlungsquelle ab.
-
4 zeigt,
dass die Spannung U nicht auf Null abfällt, auch wenn zum Zeitpunkt
t1 + TP keine Strahlung
mehr existiert. TP ist die Pulsverzögerung, die
durch das RC-Glied 23 bestimmt
ist. Die Spannung U kann als aus drei Teil-Spannungen zusammengesetzt
beschrieben werden. Eine erste Teil-Spannung UL entsteht
durch die Umwandlung eines Leckstroms IL durch
den Vorverstärker 22,
der den elektrischen Strom in eine elektrische Spannung U umwandelt.
Der Leckstrom IL ist zeitlich konstant. Der
Leckstrom rührt
hauptsächlich
von mangelnder Isolation oder von einem thermischen Strom her. Zusätzlich können Netzbrummen
oder andere Störungen überlagert
sein, die nicht synchron zum Takt des Beschleunigers sind.
-
Ein
zweiter Bestandteil der Spannung U ist eine Spannung UP,
die von parasitärer
Ionisation stammt. Diese Ionisation entsteht beispielsweise in Lufthohlräumen in
Steckverbindungen und verläuft sägezahnartig
bzw. exponentiell. Die verbleibende Differenz ist die Signalspannung
US = U – U2 – UP die zu einem Signalstrom korrespondiert
und das eigentliche auszuwertende Signal darstellt.
-
2 kann
daher entnommen werden, wie aus dem dort gezeigten Verlauf die Energiedosis
D berechnet werden kann. So sind die ersten Messwerte, die die Spannungsspitze 28 bilden,
ein Maß für die elektromagnetische
Störpulseinstreuung
durch die Strahlungsquelle. Die Höhe der Spannungsspitze 28 dient
zur Erkennung eines Defekts der Abschirmung der Dosimetersonde 12 und
der Leitung 18 (vgl. 1).
-
Zur
besseren Trennung vom nachfolgenden Puls, der das Nutzsignal darstellt,
wird das Maximum des Nutzsignals zeitlich nach hinten verschoben.
Das erfolgt beispielsweise dadurch, dass ein RC-Glied 23 (vgl. 1)
vor dem Eingang der Rechenvorrichtung 24 angebracht wird.
-
Ein
Datenbereich ab einem Zeitpunkt t1 + n·τ2 wird
zur Bestimmung des Untergrunds herangezogen. Dabei bezeichnet n
eine kleine ganze Zahl, beispielsweise 1, 2, 3, 4, ... 10, und τ2 ist
die Zeitkonstante der Auswerteeinheit 20. Zum Ermitteln
des Untergrunds wird der Verlauf der Kurve zwischen t1 +
n·τ2 und
t2 durch eine Modellfunktion angepasst.
Bei der Modellfunktion kann es sich um eine Konstante, ein Polynom
erster oder höherer
Ordnung, eine Exponentialfunktion oder eine Zusammensetzung hieraus handeln.
-
Der
so erhaltene Untergrund wird von dem Signal abgezogen und hieraus
die Signalspannung berechnet, die in ihrem Maximum die Signalhöhe UH hat. Alternativ wird als Signalhöhe das Integral
des Signals betrachtet. Dabei ist es möglich, dass zum Bestimmen des
Maximums oder des Integrals die Differenz zwischen Signalspannung
US und Untergrund durch Anpassen, beispielsweise
mit einem Parabelabschnitt dritter oder höherer Ordnung angepasst wird.
Alternativ kann ein komplettes Modell für das Signal des ganzen Taktintervalls
eingepasst werden. Hierbei sind die Modellparameter unter anderem
die Signalhöhe
aus dem Nutzvolumen, die Signalhöhe aus
parasitärem
Volumen und ihre Zeitkonstanten, sowie das Untergrundsignal. Besonders
bietet sich die Summe aus drei Exponentialfunktionen und einer Konstanten
an.
-
2 zeigt
schematisch, wie ein Verfahren durchgeführt wird, nachdem das Dosimeter 10 (vgl. 1)
im Strahlungsfeld 26 angeordnet wurde. Zunächst wird
ein Beginn eines Taktintervalls zum Zeitpunkt t1 festgestellt.
Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass die Spannungsspitze 28 durch
ein Flankenerkennungsverfahren ermittelt wird. Alternativ wird von
der Strahlungsquelle ein Trägersignal
abgegriffen.
-
2 zeigt
den Fall, dass während
des Taktintervalls vom Beginn eines ersten Impulses bis zu dem Zeitpunkt
t2, zu dem ein nachfolgender Puls detektiert
wird, zwei Messpunkte in Form der zeitgemittelten Spannungen U1 und U2 gemessen
werden. Die Spannungen U1 und U2 stellen
die zur elektrischen Ladung korrespondierende relevante Größe dar.
Die erste Spannung U1 ist der erste Roh-Messwert
U1, die zweite Spannung U2 der
zweite Roh-Messwert U2. Aus diesen beiden
Roh-Messwerten U1 und U2 wird
die Energiedosis durch Multiplikation der Differenz U1 – U2 mit einem Korrekturfaktor bestimmt.
-
3 zeigt
den Fall, dass die Messpunktanzahl 3 beträgt, das heißt, dass drei Spannungen U1, U2, und U3 aufgenommen werden. Der Untergrund, also
die Summe aus Leckspannung UL und der Spannung
UP von parasitärer Ionisation, wird durch
Extrapolation der beiden letztgemessen Spannungen ermittelt. Die
elektrische Ladung Q und damit die Energiedosis D ist damit proportional
zu U1 – (2·U2 – U3).
-
5 zeigt
einen Querschnitt durch die Leitung 18 (vergl. 1).
Diese Leitung 18 ist so aufgebaut, dass sie sich in ihrer
Wechselwirkung mit Wasser ähnelt
und daher als Wasseräquivalent
bezeichnet werden kann. Die Leitung 18 umfasst eine äußere Isolation 30 aus
einem Polyolefinschlauch mit einem Innendurchmesser von 0,6 mm bei
einer Wandstärke von
0,4 mm. Radial darin ist ein äußerer Schirm 32 angeordnet,
der aus 300 Kohlefasern besteht, die jeweils einen Durchmesser von
5 μm haben.
Der äußere Schirm 32 umgibt
eine Schirmisolation 34 aus einem Polytetrafluorethen-Schlauch, der einen
Innendurchmesser von 0,4 mm und eine Wandstärke von 0,05 mm aufweist.
-
Die
Schirmisolation 34 umgibt einen inneren Schirm 36,
der wie der äußere Schirm
aus 300 Kohlefasern mit einem Durchmesser von jeweils 5 μm besteht,
die rundum geflochten sind. Der innere Schirm 36 umgibt
eine innere Isolation 38 in Form eines Polytetrafluorethen-Schlauchs
mit einem Innendurchmesser von 0,2 mm bei einer Wandstärke von
0,05 mm. Die innere Isolation 38 umgibt schließlich eine Seele 40 in
Form von 600 Kohlefasern mit einem Durchmesser von 5 μm.
-
1 zeigt,
dass die Seele 40 mit der Mittelelektrode 15 in
Kontakt steht. Der innere Schirm 36 ist mit einer Schirmelektrode 42 der
Dosimetersonde 12 verbunden und der äußere Schirm 32 steht
in Kontakt mit der Außenelektrode 16.
-
Die
Mittelelektrode 15 ist verbunden mit der Seele 40 und
der innere Schirm 36 liegt auf Verstärkererde, wohingegen der äußere Schirm 32 über eine Spannungsversorgung
auf Potential gegen Verstärkererde
gehalten wird.
-
6 zeigt
schematisch ein Dosimeter 10, das neben dem ersten Sensor 14 aus
Silizium einen zweiten Sensor 44 umfasst, der aus einem
anderen Material, im vorliegenden Fall Galliumnitrit, aufgebaut
ist. Der zweite Sensor 44 ist eng verbunden mit dem ersten
Sensor 14. Beide Sensoren 14, 44 sind über jeweilige
Leitungen 18.1, 18.2 mit jeweiligen Vorverstärkern 22.1, 22.2 verbunden,
die ihrerseits mit den nicht eingezeichneten Rechenvorrichtungen verbunden
sind. Über
die oben beschriebenen Unterschiede in der Empfindlichkeit bezüglich verschiedene
Strahlungsanteile werden von der Recheneinheit beispielsweise der
Dosisanteil niederenergetischer Streuphotonen berechnet. Günstig ist
es, die verbundenen Sensoren entlang der Richtung ihrer Verbindungsachse
SR so zu bewegen, dass an derselben Position jeweils mit jedem Sensor
gemessen wurde.
-
Die
Kohlefasern, aus denen die Seele 40 der Leitung 18 hergestellt
ist, haben bei einem Durchmesser von 5 μm und einer Länge von
1,50 m einen Widerstand von ca. 100 kΩ. Ein Kabel von ungefähr 100 Einzelfasern
besitzt also einen Widerstand von 1 kΩ, der für die Ströme, die im vorliegenden Fall
im Bereich von Nanoampere liegen, zu vernachlässigen ist. Weil Kohlenstoff
im Gegensatz zu Metallen nur eine kleine Kernladungszahl von 6 besitzt
und das Faserbündel
sehr dünn
ist, stört
die Leitung 18 ein Strahlungsfeld 26 fast nicht.
Zur Verbesserung der Wasseräquivalenz
durch Erhöhung
der Elektronendichte können
Fasern aus Polyethylen zugefügt
werden.
-
Es
ist möglich,
den äußeren Schirm 32 und/oder
den inneren Schirm 36 mit Acrylharz-Graphit-Spray zu behandeln, so dass
die Abschirmung verbessert wird. Dabei ist die Leitung 18 so
ausgebildet, dass sie in ihrem Verhalten gegenüber Photonenstrahlungen möglichst
stark dem Verhalten von Wasser ähnelt.
Hierzu können
auch Polymere aus teilfluorierten Kohlenwasserstoffen der Leitung 18 hinzugefügt werden.
Die Leitungen 18 sind insbesondere so ausgeführt, dass
sie in einem Wasserbad vor einem anderen Detektor bewegt werden
kann, ohne dass sich dadurch das Messergebnis des zweiten Detektors ändert.
-
Bei
dem Sensor 14 kann es sich um einen luftgefüllten Mikro-Ionisationssensor
handeln. In diesem Fall umfasst die Leitung 18 bevorzugt
einen Luftkanal zum Druckausgleich, wobei dieser Kanal mit der Mikro-Ionisationskammer
in Kontaktverbindung steht.
-
- 10
- Dosimeter
- 12
- Dosimetersonder
- 14
-
- 15
- Mittelelektrode
- 16
- Außenelektrode
- 18
- Leitung
- 20
- Auswerteeinheit
- 22
- Vorverstärker
- 23
- nachgeschaltetes
RC-Glied
- 24
- Rechenvorrichtung
- 26
- Strahlungsfeld
- 28
- Spannungsspitze
- 30
- äußere Isolation
- 32
- äußerer Schirm
- 34
- Schirmisolation
- 36
- innerer
Schirm
- 38
- innere
Isolation
- 40
- Seele
- 42
- Schirmring
- 44
- zweiter
Sensor
- D
- Energiedosis
- R
- Strahleinfallsrichtung
- SR
- Scanrichtung
- Q
- elektrische
Ladung
- U
- Spannung
- t
- Zeit
- T
- Repititionszeit
- TP
- Pulsdauer
- UL, IL
- Leckstrom
- UP; IP
- Strom
durch parasitäre
Ionisation
- US
- Signalspannung
- U1
- erster
Roh-Messwert
- U2
- zweiter
Roh-Messwert
- UH
- Signalhöhe
- n
- natürliche Zahl