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Die
Erfindung beschreibt eine Vorrichtung zum Ablenken von Lichtstrahlen.
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Stand der Technik
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Für die optische
Ablenkung von Lichtstrahlen, wie sie zum Beispiel in Projektoren
oder in Scannern vorgenommen wird, werden derzeit unter anderem
Mikrospiegel bzw. Mikrospiegel-Arrays eingesetzt. Gegenwärtig. wird
auch der Einsatz solcher Mikrospiegel für Head-Up-Displays in Kraftfahrzeugen in Erwägung gezogen.
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Mikrospiegeln
haben in der Regel zwei zueinander senkrecht stehende Drehachsen.
Bei zweiachsigen Mikrospiegeln befindet sich der Spiegel in der
Regel kardanisch aufgehängt
auf einem beweglichen Rahmen. Dabei müssen für eine Ablenkung von Lichtstrahlen
in zwei voneinander unabhängigen Raumrichtungen
(2D = zweidimensional) bzw. für eine Änderung
der Ablenkungsrichtung der Lichtstrahlen in zwei unabhängigen Raumebenen
die Stellwellen beider Schwenkachsen des Spiegels getrennt voneinander
antreibbar sein. Auch die Verschwenkungen der Spiegel um die beiden
Achsen müssen
im Rahmen einer Regelung der Lichtablenkung getrennt voneinander
detektiert werden. Außerdem
haben die beiden unabhängigen
Schwenkmechanismen unter Umständen
auch unterschiedliche oder gegensätzliche Anforderungen an ihre
Umgebungsbedingungen (z. B. Luftdruck/Vakuum). Solche Systeme zur
Lichtablenkung sind daher aufwändig, teuer
und störanfällig.
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Insbesondere
für die
Auslegung und Herstellung eines Scanners wäre deshalb anstatt eines solchen
komplexen 2D-Systems beispielsweise eine Kombination aus zwei separaten
1D-Scannern (also Spiegeln,
die um nur eine einzige Achse geschwenkt werden) möglich, welche
eine getrennte, unabhängige
Optimierung der beiden Einzelscanner ermöglichen würde. Dies brächte allerdings
den Nachteil mit sich, dass beide 1D-Scanner aufwändig zueinander justiert
werden müssten.
Es ist daher bei solch einer Anordnung keine Verringerung der Baugröße oder der
Komplexität
des Gesamtsystems zu erwarten.
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Eine
zusätzliche
Herausforderung bringt die Optik bildgebender Systeme mit sich.
Diese arbeiten häufig
mit drei farbigen Lichtquellen, z. B. rote, grüne und blaue Laserdiode (=
R-LD, G-LD, B-LD). Die Lichtstrahlung dieser Laserdioden muss zur
Deckung gebracht werden, um gemeinsam auf eine Projektionsfläche fokussiert
zu werden.
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Offenbarung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Vorrichtung zur Verfügung, welche
die oben aufgeführten Einschränkungen überwindet.
Erfindungsgemäß wird eine
Vorrichtung zum Ablenken von Lichtstrahlen vorgeschlagen, welche
einen schwenkbar gelagerten Lichtaustrittsabschnitt eines Lichtwellenleiters
und einen schwenkbar gelagerten Spiegel aufweist. Die Vorrichtung
umfasst ferner
eine erste Schwenkeinrichtung, welche eingerichtet ist,
den Lichtaustrittsabschnitt des Lichtwellenleiters, aus welchem
Licht auf den Spiegel treffen kann, in einer Schwenkebene zu schwenken,
und eine zweite Schwenkeinrichtung, welche eingerichtet ist, den Spiegel
um eine in der Spiegelebene liegende Schwenkachse zu schwenken,
welche von der Senkrechten zur Schwenkebene abweicht. Der Vorteil
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
besteht darin, dass die Ablenkung von Lichtstrahlen mit Hilfe eines
Spiegels in nur einer Raumrichtung erfolgen kann. Anders ausgedrückt kann
die Änderung
der Ablenkungsrichtung der Lichtstrahlen mit Hilfe eines Spiegels
in nur einer Raumebene erfolgen. Für eine solche Ablenkung von
Lichtstrahlen bzw. Änderung
der Ablenkungsrichtung von Lichtstrahlen kann ein einfacher 1D-Scanner
eingesetzt werden. Die Änderung
der Ablenkungsrichtung der Lichtstrahlen in einer anderen, unabhängigen Raumebene
erfolgt durch das Schwenken des Lichtwellenleiters bzw. der Lichtleitfaser
selbst. Die Änderung
der Ablenkungsrichtung der Lichtstrahlen in zwei voneinander unabhängigen Raumebenen
basiert also auf zwei unterschiedlichen, einfachen Prinzipien, welche
leicht realisiert werden können
und eine geringe Störanfälligkeit
aufweisen.
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Vorzugsweise
ist die Vorrichtung dadurch zum Ablenken von Lichtstrahlen in zwei
unabhängige Raumrichtungen
eingerichtet, dass die Schwenkachse des Spiegels parallel zur Schwenkebene
des Lichtaustrittsabschnitts des Lichtwellenleiters liegt. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Schwenkachse des Spiegels senkrecht
zur Längsachse
des in einer Ruhelage befindlichen Lichtaustrittsabschnitts liegt. Dadurch
ist die Winkeländerung
der Ablenkungsrichtung der Lichtstrahlen pro Grad Schwenkung des Spiegels
bzw. des Lichtwellenleiters maximal.
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Vorzugsweise
umfasst die erste Schwenkeinrichtung zumindest eine Elektrode zum
Erzeugen eines elektrischen Feldes, welche eingerichtet ist, eine
elektrostatische Kraft auf den Lichtaustrittsabschnitt des Lichtwellenleiters
auszuüben.
Dazu sind die Elektroden beispiels weise mit einer Spannungsquelle
verbunden, über
welche sich die Elektroden variabel auf ein Potential aufladen lassen.
Wahlweise ist der Lichtaustrittsabschnitt des Lichtwellenleiters mit
einer elektrisch leitenden Beschichtung versehen. Diese Beschichtung
kann auch mit der Spannungsquelle verbunden sein, über welche
die Beschichtung auf ein Gegenpotential (gegenüber dem Potential der Elektroden)
aufladbar ist, um so die anziehende oder abstoßende elektrostatische Kraft
zwischen Lichtaustrittsabschnitt und Elektroden steuern zu können.
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Von
Vorteil ist es, wenn die zumindest eine Elektrode durch eine nichtleitende
Schicht elektrisch vom Lichtaustrittsabschnitt isoliert ist. Alternativ
dazu kann auch der Lichtaustrittsabschnitt mit einer nichtleitenden
Außenbeschichtung
versehen sein. Dadurch kann verhindert werden, dass die Potentiale von
Lichtaustrittsabschnitt und Elektrode kurzgeschlossen werden, wenn
der Lichtaustrittsabschnitt die Elektrode berührt. Andernfalls würde bei
gegenseitiger Berührung
von Lichtaustrittsabschnitt und Elektrode die Potentialdifferenz
zwischen den beiden Komponenten ausgeglichen werden, woraus ein Wegfall
der elektrostatischen Kraft resultieren würde.
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Vorzugsweise
ist zumindest eine der Elektroden so angeordnet, dass bei Anlegen
einer Spannung an die Elektrode der Lichtaustrittsabschnitt des Lichtwellenleiters
quer zu dessen Längsachse
aus seiner Ruhelage in der Schwenkebene auslenkbar ist. Dabei ist
es von Vorteil, wenn der Lichtwellenleiter in einer Haltevorrichtung
eingespannt ist, aus welcher der Lichtaustrittsabschnitt herausragt.
Die Elektroden sind in unmittelbarer Nähe seitlich zum Lichtaustrittsabschnitt
angeordnet. Durch die elektrostatische Kraft zwischen Elektrode
und Lichtaustrittsabschnitt wird der Lichtaustrittsabschnitt an
seinem freien Ende nach dem Einspannpunkt gebogen. Dabei ist es
von Vorteil, wenn die Biegesteifigkeit des Lichtaustrittsabschnitts
so angepasst ist, dass eine vorbestimmte Aufladung der Elektrode
ausreicht, eine vorbestimmte Verbiegung des Lichtaustrittsabschnitts
und damit eine vorbestimmte Winkeländerung der Lichtaustrittsrichtung
zu erzielen.
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Alternativ
zum Verschwenken des Lichtaustrittsabschnitts mittels einer elektrostatischen
Kraft ist es auch möglich,
die erste Schwenkeinrichtung mit Hilfe einer Beschichtung des Lichtaustrittsabschnitts des
Lichtwellenleiters mit einer piezoaktiven Keramik zu realisieren.
Bei Anlegen einer elektrischen Spannung an den Lichtaustrittsabschnitt
ist eine mechanische Spannung im Lichtwellenleiter-Keramik-Verbund
erzeugbar, durch welche eine Verbiegung des Lichtaustrittsabschnitts
bewirkbar ist. Beide Wirkmechanismen (elektrostatische und mechanische
Kraftwirkung auf den Lichtaustrittsabschnitt) sind auch kumulativ
einsetzbar, um ein Verschwenken bzw. Verbiegen des Lichtaustrittsabschnitts
zu erreichen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung sind mehrere Elektroden nebeneinander parallel
zur Schwenkebene des Lichtaustrittsabschnitts des Lichtwellenleiters
angeordnet, an welche unabhängig
voneinander eine Spannung anlegbar ist, so dass durch selektive und/oder
kumulative Kraftwirkung einer oder mehrerer Elektroden auf den Lichtaustrittsabschnitt
verschieden starke Verbiegungszustände des Lichtaustrittsabschnitts
innerhalb der Schwenkebene erzielbar sind. Vorzugsweise sind mehrere
Elektrodensektoren in Fächerform
unterhalb und/oder oberhalb des Lichtaustrittsabschnitts angeordnet.
Wird einer dieser Elektrodensektoren mit Spannung beaufschlagt, erzeugt
dies eine Kraft zwischen der Elektrodenfläche und dem beschichteten Lichtaustrittsabschnitt. Diese
Kraft führt
zu einer Verbiegung des Lichtaustrittsabschnitts jenseits dessen
Einspannpunkts und damit zu einer Bewegung des Lichtaustrittsabschnitts in
Richtung des jeweiligen aktivierten Elektrodensektors. Nebeneinander
liegende Elektrodensektoren können
direkt zeitlich aufeinander folgend, also sequentiell, schaltbar
sein, so dass der Lichtaustrittsabschnitt von Elektrodensektor zu
Elektrodensektor weitergereicht wird und so immer weiter verbogen werden
kann (bis zu einer maximalen Verbiegung, wenn der Lichtaustrittsabschnitt über/unter
einem äußersten
Elektrodensektor des Elektrodenfächers liegt).
Der Vorteil einer solchen sequentiellen Schaltung der Elektroden
liegt darin, dass gerade die äußeren Elektroden
des Fächers
nicht so stark aufgeladen werden müssen, um eine ausreichende
Anziehungswirkung auf den Lichtaustrittsabschnitt ausüben zu können, denn
die elektrostatische Anziehungskraft fällt mit dem Quadrat der Entfernung
von Elektrode und Lichtaustrittsabschnitt. Hinzu kommt, dass die
aus der Verbiegung des Lichtaustrittsabschnitts resultierende rückstellende
Kraft auf den Lichtaustrittsabschnitt im Bereich der äußeren Elektrodensektoren
des Fächers
größer ist
als im Bereich der inneren Elektrodensektoren in der Nähe der Ruhelage
des Lichtaustrittsabschnitts. Diese (Feder-)Kraft des Lichtaustrittsabschnitts
wächst
mit dem Quadrat der Auslenkung aus der Ruhelage. Aus diesem Grund
muss die Aufladung der äußeren Elektrodensektoren
ohnehin schon größer sein
als bei den inneren Elektrodensektoren, um den Lichtaustrittsabschnitt
gegen dessen rückstellende
Kraft über/unter
den jeweiligen Elektrodensektor zu bewegen. Durch die oben beschriebene
sequentielle Aufladung der Elektrodensektoren kann diese höhere Aufladung
der äußeren Elektrodensektoren
reduziert werden. Über
die Variation der angelegten Spannungen an die Elektrodensektoren
kann somit eine kontinuierliche Bewegung/Verbiegung des Lichtaustrittsabschnitts
in der Schwenkebene erreicht werden.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist der Lichtaustrittsabschnitt des Lichtwellenleiters
zwischen zwei Elektrodenblöcken
angeordnet, die einen sich vom Einspannpunkt des Lichtaustrittsabschnitts
zu dessen lichtemittierendem Ende erweiternden Abstand voneinander aufweisen.
Vorzugsweise weisen die Elektrodenblöcke dabei vom Lichtaustrittsabschnitt
weg gekrümmte
Elektrodenflächen
auf, welche den bei einer vorbestimmten anliegenden Spannung maximalen
Bewegungsspielraum des Lichtaustrittsab schnitts begrenzen. Werden
die Elektrodenblöcke
auf diese vorbestimmte Spannung aufgeladen, verbiegt sich der Lichtaustrittsabschnitt
so weit, dass er sich an die gekrümmte Elektrodenfläche eines
der beiden Elektrodenblöcke
anschmiegt und dort zur Anlage kommt. Dieses einfache System kann
für eine
bistabile Auslenkung des Lichtaustrittsabschnitts ausgelegt sein, in
dem der Lichtaustrittsabschnitt entweder an dem einen oder an dem
anderen Elektrodenblock anliegt.
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Die
nachfolgend beschriebene weitere Ausführungsform stellt eine Weiterentwicklung
der voran stehenden Ausführungsform
dar. Hier sind die Elektrodenblöcke
in Längsrichtung
zum Lichtaustrittsabschnitt segmentiert. An die Segmente, welche
voneinander isoliert sein können,
ist unabhängig
voneinander eine Spannung anlegbar. Die Elektrodenfläche eines
Segments bilden einen umso größeren Winkel mit
dem in Ruhelage befindlichen Lichtaustrittsabschnitt, je weiter
entfernt das Segment vom Einspannpunkt des Lichtaustrittsabschnitts
liegt. Analog zu der oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung mit den Elektrodensektoren in Fächerform
können
auch in dieser Ausführungsform
die einzelnen Elektrodensegmente sequentiell schaltbar sein, so
dass der Lichtaustrittsabschnitt nacheinander – vom direkt am Einspannpunkt
des Lichtaustrittsabschnitts gelegenen Elektrodensegment angefangen
bis zum äußersten
Elektrodensegment am Lichtaustrittsende des Lichtaustrittsabschnitts – an immer
mehr Elektrodensegmenten anliegt und so immer weiter verbogen werden
kann (bis zu einer maximalen Verbiegung, wenn der Lichtaustrittsabschnitt
an allen Elektrodensegmenten eines der beiden Elektrodenblöcke anliegt).
Vorzugsweise sind die jeweils um einen spezifischen Winkel angestellten
Elektrodenflächen
der Segmente eben, d. h. weisen keine Krümmung auf. Dadurch kann erreicht
werden, dass der Lichtaustrittsabschnitt beim Anliegen an dem aktivierten
Elektrodensegment in gerader Verlängerung über das aktivierte Elektrodensegment übersteht.
So kann durch den unterschiedlichen Anstellwinkel der Elektrodensegmente
eine für jede
Elektrodensegmentfläche
spezifische Lichtaustrittsrichtung erreicht werden.
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Die
Isolierungen zwischen den Elektrodensegmenten können über die Elektrodenflächen hinausragen
und als Anschlag für
den in Richtung der Elektrodensegmente gebogenen Lichtaustrittsabschnitt
dienen. Dadurch kann auf eine elektrische Isolierung des Lichtaustrittsabschnitts
und/oder der Elektrodenflächen
verzichtet werden, denn die Anschläge verhindern eine Berührung von
Lichtaustrittsabschnitt und Elektrodenflächen.
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Weitere
Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung mit
Bezug auf die beigefügten
Figuren.
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Kurzbeschreibung der Figuren
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Es
zeigen:
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1 eine
erste Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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2 eine
zweite Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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3a eine
erste Ausführungsform
eines Lichtaustrittsabschnitts eines Lichtwellenleiters,
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3b eine
zweite Ausführungsform
eines Lichtaustrittsabschnitts eines Lichtwellenleiters,
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4a eine
dritte Ausführungsform
eines Lichtaustrittsabschnitts eines Lichtwellenleiters,
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4b eine
vierte Ausführungsform
eines Lichtaustrittsabschnitts eines Lichtwellenleiters,
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4c eine
fünfte
Ausführungsform
eines Lichtaustrittsabschnitts eines Lichtwellenleiters,
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5 eine
dritte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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6 eine
vierte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
und
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7 eine
fünfte
Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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1 zeigt
eine erste Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Ablenken von Lichtstrahlen, welche einen schwenkbar gelagerten Lichtaustrittsabschnitt 1a eines
Lichtwellenleiters 1 (Lichtleitfaser oder optische Faser)
und einen schwenkbar gelagerten Spiegel 2 aufweist. Die
Vorrichtung umfasst ferner eine erste Schwenkeinrichtung 10,
welche eingerichtet ist, den Lichtaustrittsabschnitt 1a des
Lichtwellenleiters 1, aus welchem Licht L auf den Spiegel 2 treffen
kann, in einer Schwenkebene 11 zu schwenken, und eine zweite
Schwenkeinrichtung 20, welche eingerichtet ist, den Spiegel 2 um eine
in der Spiegelebene liegende Schwenkachse 21 zu schwenken,
welche von der Senkrechten zur Schwenkebene 11 abweicht.
In der vorliegenden Ansicht der 1 ist die
Schwenkebene 11 (= Ebene, welche durch die verschiedenen
Schwenkzustände oder
Verbiegungszustände
des Lichtaustrittsabschnitts 1a aufgespannt wird) des Lichtaustrittsabschnitts 1a vertikal
und auch die Schwenkachse 21, um welche der in Seitenansicht
dargestellte Spiegel 2 schwenkbar gelagert ist, vertikal
ausgerichtet. Es ist aber auch jede andere Orientierung möglich, insbesondere
auch eine horizontale Ausrichtung der Schwenkebene 11.
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2 zeigt
eine zweite Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Diese zweite Ausführungsform
umfasst neben den mit gleichen Bezugszeichen bezeichneten Komponenten
der ersten Ausführungsform
noch eine Lichtquelle 5 in Form einer roten R-LD, grünen G-LD und blauen Laserdiode B-LD.
Das Licht dieser Laserdioden wird in Lichtwellenleiter eingekoppelt.
Optional können über einen oder
mehrere Faserkoppler 6 die drei Lichtwellenleiter zu einem
einzigen Lichtwellenleiter 1 zusammengekoppelt werden.
Dieser Lichtwellenleiter 1 ist in einer Halterung so eingespannt,
dass der Lichtaustrittsabschnitt 1a, welcher sich vom Einspannpunkt
P bis zum Lichtaustrittsende der Lichtleitfaser erstreckt, frei
schwingen kann. Alternativ können
auch die drei Lichtwellenleiter bis zum Lichtaustrittsende parallel geführt werden
und synchron schwingen.
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Das
Ende eines Lichtwellenleiters entspricht weitgehend einer Punktquelle
und erzeugt somit eine Kugelwelle bzw. einen stark divergierenden
Lichtstrahl. Um diesen Effekt zu vermeiden, kann am Lichtaustrittsende
(Faserausgang) eine Fokussieroptik angebracht sein. 3a und 3b zeigen
zwei Ausführungsformen
einer solchen Fokussieroptik. 3a zeigt
die Möglichkeit,
durch Aufschmelzen des Lichtaustrittsendes des Lichtaustrittsabschnitts 1a eine
Kugellinse zu erzeugen. Alternativ dazu kann auch eine Kugellinse
oder eine sogenannte GRIN-Linse
(Linse mit Brechungsindexgradient) auf das Faserende aufgeklebt
werden.
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5 zeigt
eine dritte, bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Hier sind mehrere Elektroden E nebeneinander parallel zur Schwenkebene 11 des
Lichtaustrittsabschnitts 1a des Lichtwellenleiters 1 angeordnet,
an welche unabhängig
voneinander über
eine Spannungsversorgung U eine Spannung U+3,
U+2, U+1, U0, U–1, U–2,
U–3 anlegbar
ist, so dass durch selektive und/oder kumulative Kraftwirkung einer
oder mehrerer Elektroden E auf den Lichtaustrittsabschnitt 1a verschieden
starke Verbiegungszustände
des Lichtaustrittsabschnitts 1a innerhalb der Schwenkebene 11 erzielbar
sind. In 5 sind in der Ebene unterhalb
und/oder oberhalb der Lichtleitfaser 1a sieben Elektrodensektoren
E angeordnet. Die Fläche
des mittleren Elektrodensektors E wird von der Faser 1a bedeckt,
wenn diese sich in der Ruhelage/Nulllage befindet. Auf diese Fläche kann
aber auch verzichtet werden, denn in diese Lage begibt sich die
Faser 1a von alleine ohne äußere Krafteinwirkung. Außerhalb
der Ruhelage befinden sich links und rechts vom Lichtaustrittsabschnitt 1a jeweils drei
Elektrodensektoren E. Es sind aber auch mehr oder weniger Sektoren
denkbar. Wird einer dieser Sektoren mit Spannung beaufschlagt, erzeugt
dies eine Kraft zwischen der Elektrodenfläche und der beschichteten Faser 1a, 1b.
Diese Kraft führt zu
einer Verbiegung der Faser 1a und zu einer Bewegung in
Richtung der aktivierten Sektorfläche E. Über das Anbringen mehrerer
Flächen
oder die Variation der angelegten Spannung ist somit eine kontinuierliche
Bewegung der Faser 1a möglich.
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Der
Lichtaustrittsabschnitt 1a kann verschiedene Beschichtungen
aufweisen, wie aus den Querschnittszeichnungen der 4 hervorgeht. 4a zeigt
den bloßen
Lichtwellenleiter des Lichtaustrittsabschnitts 1a ohne
Beschichtung. Gemäß 4b kann
der Lichtaustrittsabschnitt 1a des Lichtwellenleiters 1 aber
auch mit einer elektrisch leitenden Beschichtung 1b versehen
sein. Diese Beschichtung 1b kann auch mit der Spannungsquelle
U verbunden sein, über
welche die Beschichtung 1b auf ein Gegenpotential (gegenüber dem
Potential der Elektroden) aufladbar ist, um so die anziehende oder
abstoßende
elektrostatische Kraft zwischen Lichtaustrittsabschnitt 1a und
Elektroden E steuern zu können. Die
leitfähige
Beschichtung 1b kann beispielsweise metallischer Art sein
und mittels Aufdampfen oder Aufsputtern aufgebracht sein oder aber
auch aus einem leitfähigen
Polymer sein. Statt mit der Spannungsquelle U kann diese leitfähige Beschichtung auch über die
Halterung (Faserführung)
des Lichtaustrittsabschnitts 1a kontaktiert sein und zum Beispiel
mit Masse verbunden werden. Ferner ist es möglich, gemäß 4c den
Lichtaustrittsabschnitt 1a mit einer nichtleitenden Außenbeschichtung 1c zu versehen.
Dadurch kann verhindert werden, dass die Potentiale von Lichtaustrittsabschnitt 1a bzw.
dessen leitender Beschichtung 1b und Elektrode E kurzgeschlossen
werden, wenn der Lichtaustrittsabschnitt 1a die Elektrode
E berührt.
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6 zeigt
eine vierte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Hier ist der Lichtaustrittsabschnitt 1a des Lichtwellenleiters 1 zwischen
zwei Elektrodenblöcken
EB angeordnet, die einen sich vom Einspannpunkt
P des Lichtaustrittsabschnitts 1a zu dessen lichtemittierendem
Ende 3a, 3b erweiternden Abstand voneinander aufweisen. Vorzugsweise
weisen die Elektrodenblöcke
EB dabei vom Lichtaustrittsabschnitt 1a weg
gekrümmte
Elektrodenflächen
auf, welche den bei einer vorbestimmten anliegenden Spannung U maximalen
Bewegungsspielraum des Lichtaustrittsabschnitts 1a begrenzen.
Werden die Elektrodenblöcke
EB auf diese vorbestimmte Spannung U aufgeladen,
verbiegt sich der Lichtaustrittsabschnitt 1a so weit, dass
er sich an die gekrümmte
Elektrodenfläche
eines der beiden Elektrodenblöcke
EB anschmiegt und dort zur Anlage kommt.
Dieses einfache System kann für
eine bistabile Auslenkung des Lichtaustrittsabschnitts 1a ausgelegt
sein, in dem der Lichtaustrittsabschnitt 1a entweder an
dem einen oder an dem anderen Elektrodenblock EB anliegt.
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In 7 ist
eine fünfte
Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
gezeigt, welche eine Weiterentwicklung der vierten Ausführungsform darstellt.
Hier sind die Elektrodenblöcke EB in Längsrichtung
zum Lichtaustrittsabschnitt 1a segmentiert. An die voneinander
isolierten (= „I”) Segmente
EBS ist unabhängig voneinander eine Spannung
U anlegbar. Die Elektrodenfläche
eines Segments EBS bildet einen umso größeren Winkel
mit dem in Ruhelage befindlichen Lichtaustrittsabschnitt 1a,
je weiter entfernt das Segment EBS vom Einspannpunkt
P des Lichtaustrittsabschnitts 1a liegt. Die einzelnen
Elektrodenflächen
der Segmente EBS weisen jeweils einen spezifischen
Winkel zur Lichtleitfaser 1a in Ruhelage auf. Dadurch,
dass die Segmente EBS einzeln an- und abgeschaltet
werden können,
kann die Faser 1a schrittweise gebogen werden.
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Um
einen Kontakt des unisolierten Lichtaustrittsabschnitts 1a mit
den ebenfalls unisolierten Elektrodenflächen EBS zu
vermeiden, können
die Isolierungen I zwischen den Segmenten EBS über die
Elektrodenflächen
hinausragen und als Anschlag für
den in Richtung der Segmente EBS gebogenen
Lichtaustrittsabschnitt 1a dienen.
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Die
Bezugszeichen und Verweise auf Figuren in den nachfolgenden Patentansprüchen dienen ausschließlich der
leichteren Orientierung in den Anmeldungsunterlagen und sind in
keinem Fall in einer Weise zu verstehen, welche den Anspruchsgegenstand
auf eine in den Figuren gezeigte oder in der Beschreibung dargelegte
Ausführungsform
beschränkt.