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DE102009000303A1 - Hydrostatische Ölversorgung für eine Gleitlagerschale - Google Patents

Hydrostatische Ölversorgung für eine Gleitlagerschale Download PDF

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DE102009000303A1
DE102009000303A1 DE200910000303 DE102009000303A DE102009000303A1 DE 102009000303 A1 DE102009000303 A1 DE 102009000303A1 DE 200910000303 DE200910000303 DE 200910000303 DE 102009000303 A DE102009000303 A DE 102009000303A DE 102009000303 A1 DE102009000303 A1 DE 102009000303A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
oil
oil pressure
bearing shell
plain bearing
bearing
Prior art date
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Ceased
Application number
DE200910000303
Other languages
English (en)
Inventor
Philippe Damour
Christian Wolf
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Federal Mogul Wiesbaden GmbH
Original Assignee
Federal Mogul Wiesbaden GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
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Publication of DE102009000303A1 publication Critical patent/DE102009000303A1/de
Ceased legal-status Critical Current

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
    • F16CSHAFTS; FLEXIBLE SHAFTS; ELEMENTS OR CRANKSHAFT MECHANISMS; ROTARY BODIES OTHER THAN GEARING ELEMENTS; BEARINGS
    • F16C9/00Bearings for crankshafts or connecting-rods; Attachment of connecting-rods
    • F16C9/02Crankshaft bearings
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
    • F16CSHAFTS; FLEXIBLE SHAFTS; ELEMENTS OR CRANKSHAFT MECHANISMS; ROTARY BODIES OTHER THAN GEARING ELEMENTS; BEARINGS
    • F16C3/00Shafts; Axles; Cranks; Eccentrics
    • F16C3/04Crankshafts, eccentric-shafts; Cranks, eccentrics
    • F16C3/06Crankshafts
    • F16C3/14Features relating to lubrication

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  • Sliding-Contact Bearings (AREA)
  • Shafts, Cranks, Connecting Bars, And Related Bearings (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft eine Gleitlagerschale (200) sowie ein Gleitlager für ein Kurbelwellenhauptlager oder ein Pleuellager mit einer Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen (224, 226), einer in die Gleitfläche eingelassenen Öldrucktasche und einer in die Öldrucktasche mündenden Ölzuführung. Zur Erzielung einer ausreichenden Schmierwirkung auch in Start- und/oder Stoppphasen eines Verbrennungsmotors ist ein Gleitlagersystem mit wenigstens einem solchen Gleitlager und einer Ölversorgungseinrichtung (234) vorgesehen, dass die Öldrucktasche der unteren Gleitlagerschale bei bestimmungsgemäßer Orientierung des Kurbelwellengehäuses (220) bzw. des Pleuels (238) in Richtung der Schwerkraft g ausgerichtet ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Gleitlagerschale und ein Gleitlager für ein Kurbelwellenhauptlager oder ein Pleuellager mit einer Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen, einer in die Gleitfläche eingelassenen Öldrucktasche und einer in die Öldrucktasche mündenden Ölzuführung. Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung einer solchen Gleitlagerschale in einem Kurbelwellenhauptlager oder Pleuellager. Ferner betrifft die Erfindung ein Gleitlagersystem mit wenigstens einem solchen Gleitlager und einer Ölversorgungseinrichtung. Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Versorgung der Gleitlagerschale mit Öl.
  • Die Erfindung betrifft insbesondere Anwendungen in Diesel- und Ottomotoren, die über eine Start-Stopp-Automatik verfügen, die dafür sorgt, dass der Motor bei Stillstand des Fahrzeuges abgestellt und bei Leistungsanforderung durch den Fahrer, beispielsweise über Betätigung der Motorzündung, des Gaspedals und/oder der Kupplung gestartet wird. Die Erfindung betrifft aber auch so genannte Hybridantriebe, die aus einer Kombination eines Verbrennungsmotors (Otto oder Diesel) und eines Elektromotors bestehen. Auch bei den Hybridantrieben sind häufigere Start- und Stoppvorgänge des Verbrennungsmotors, gegebenenfalls auch während der Fahrt unter Elektroantrieb erforderlich, beispielsweise wenn die Leistung des Elektromotors nicht ausreicht oder dessen Batterieladung zu gering wird.
  • Die vorgenannten Anwendungen zeichnen sich im Vergleich mit herkömmlichen reinen Verbrennungsmotorantrieben dadurch aus, dass sie zur Steigerung der Effizienz und/oder zur CO2-Reduktion den Verbrennungsvorgang abschalten, sobald die Leistung des Verbrennungsmotors nicht mehr benötigt wird. Insbesondere der Umweltaspekt der CO2-Reduktion wird immer bedeutender und stellt neue Anforderungen an die Antriebstechnik. Durch die insbesondere im Stadtverkehr vergleichsweise große Anzahl von Start- und Stoppvorgängen wird ein erhöhter Lagerverschleiß im Motor beobachtet. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass bei den Start- und Stoppvorgängen keine hydrodynamische Lagerschmierung vorliegt, die Lager also in zunehmendem Maße Mischreibungsbedingungen ausgesetzt wird. Der zunehmende Lagerverschleiß lässt sich zwar zu einem gewissen Grad durch die Wahl verschleißfesterer Lagerwerkstoffe zum Teil kompensieren. Grundsätzlich können solche Motoren aber nicht die Laufleistung herkömmlich betriebener Motoren erreichen.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Gleitlagerschale sowie deren Verwendung, ein Gleitlager, ein Gleitlagersystem und ein Verfahren bereitzustellen, deren Einsatz in den vorgenannten Motoren mit Start-Stopp-Automatik eine höhere Laufleistung der Motoren bewirkt.
  • Die Erfindung wird durch eine Gleitlagerschale mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein Gleitlager mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8, ein Gleitlagersystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 bzw. des Patentanspruches 12, die Verwendung der Gleitlagerschale mit den Merkmalen des Patentanspruchs 22 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 25 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
  • Das erfindungsgemäße Gleitlager für ein Kurbelwellenhauptlager oder ein Pleuellager ist mit einer oberen und einer unteren Gleitlagerschale versehen, wobei im Fall des Kurbelwellenhauptlagers die untere Gleitlagerschale bzw. im Fall des Pleuellagers die obere Gleitlagerschale eine Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- bzw. Hubzapfen der Kurbelwelle, eine in die Gleitfläche eingelassene Öldrucktasche und eine in die Öldrucktasche mündende Ölzuführung aufweist.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass zur Versorgung einer Gleitlagerschale in einem Kurbelwellenhauptlager oder in einem Pleuellager eines Verbrennungsmotors mit Öl, bei dem die Gleitlagerschale eine Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- bzw. Hubzapfen, einer in die Gleitfläche eingelassene Öldrucktasche und eine in die Öldrucktasche mündende Ölzuführung aufweist, beim Starten oder Stoppen des Verbrennungsmotors die Öldrucktasche mit einem hydrostatischen Öldruck beaufschlagt wird.
  • Zur Ausführung dieses Verfahrens weist das erfindungsgemäße wenigstens eines der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Gleitlager und eine Ölversorgungseinrichtung auf, wobei die Ölversorgungseinrichtung ein Ölreservoir und eine Ölleitung aufweist, welche mit der Ölzuführung der Gleitlagerschale kommuniziert.
  • Die Ölzuführung ist bevorzugt in Form einer Ölbohrung durch die Gleitlagerschale oder einer innenumfänglich, wenigstens bis zu einer Teilfläche umlaufenden Ölnut ausgebildet.
  • Den vorstehend genannten Erfindungsaspekten liegt der Gedanke zugrunde, die Öldrucktasche in der unteren Lagerschale mit einem Öldruck zu beaufschlagen, so dass auch ohne die zur Ausbildung eines hydrodynamischen Ölfilms erforderliche Rotation der Kurbelwelle sich ein Olpolster zwischen dem Wellen- bzw. Hubzapfen und der unteren Gleitlagerschale ausbilden kann, um die eingangs genannten Mischreibungsbedingungen auch bei Start-Stopp-Vorgängen zu vermeiden.
  • Demgemäß ist die erfindungsgemäße Gleitlagerschale eingerichtet zur Verwendung als untere Gleitlagerschale in einem Kurbelwellenhauptlager oder als obere Gleitlagerschale in einem Pleuellager, mit einer Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen, einer in die Gleitfläche eingelassenen Öldrucktasche und einer in die Öldrucktasche mündenden Ölzuführung, wobei die Öldrucktasche in Abhängigkeit von einem Systemöldruck so dimensioniert ist, dass eine Druckkraft erzeugbar ist, mit der die Kurbelwelle bzw. der Pleuel angehoben werden kann.
  • Als untere Gleitlagerschale im Sinne der Erfindung wird die Gleitlagerschale verstanden, die in den Lagersitz eines Kurbelwellengehäuses bzw. Pleuels so einbaubar ist, dass sie bei bestimmungsgemäßer Orientierung des Kurbelwellengehäuses bzw. des Pleuels in Richtung der Schwerkraft ausgerichtet ist. Entsprechend ist die obere die der Schwerkraft entgegengesetzt eingebaute Gleitlagerschale. Erfindungsgemäß ist bei der unteren Gleitlagerschale im Lagersitz des Kurbelwellengehäuses die Öldrucktasche in Richtung der Schwerkraft ausgerichtet, während bei der oberen Gleitlagerschale im Lagersitz des Pleuels die Öldrucktasche entgegen der Richtung der Schwerkraft ausgerichtet ist.
  • Dies stellt sicher, dass das Öl stets von dort an den Wellen- oder Hubzapfen und die Gleitfläche herangeführt wird, wo der Wellenzapfen bei Stillstand des Motors auf der Lagerfläche des Hauptlagers bzw. das Pleuellager auf dem Hubzapfen aufliegen. Hierbei wie allen folgenden Überlegungen wird vereinfachend davon ausgegangen, dass die Schwerkraft bei Stillstand des Motors die überwiegend an der Kurbelwelle bzw. den Pleuel angreifenden Kraft ist. Selbstverständlich findet die Erfindung auch dort Anwendung, wo weitere statische Kräfte insbesondere in anderen Richtungen, z. B. durch Zugkräfte von Riementrieben an den Komponenten angreifen. In diesem Fall ist an Stelle der Schwerkraftrichtung die Richtung des Summenvektors aller Kräfte für die Ausrichtung der Öldrucktasche maßgebend, damit die Summenkraft hydrostatisch kompensiert werden kann.
  • Besonders bevorzugt wird die Gleitlagerschale so verwendet, dass sich die Öldrucktasche der Gleitlagerschale in Umfangsrichtung vom Lot aus nach beiden Seiten über einen Winkel von wenigstens 10° erstreckt.
  • Dies stellt sicher, dass auch bei leichter Neigung des Kurbelwellengehäuses bzw. des Pleuels das Öl unmittelbar an die Auflagestelle der Lagerschale und des Gegenläufers (Wellen- oder Hubzapfen) gelangt.
  • Die Öldrucktasche der Gleitlagerschale weist bevorzugt eine mittlere Tiefe von 0,05 bis 0,7 mm, vorzugsweise 0,1 bis 0,5 mm auf. Die Öldrucktasche wird vorzugsweise in Form einer exzentrisch zur Mittelachse gebohrten oder gefrästen Ausnehmung mit kleinerem Radius als der Innendurchmesser von der Gleitfläche her in die Gleitlagerschale eingearbeitet. Hierdurch ergibt sich ein Tiefenverlauf, der zur Mitte der Tasche zunimmt. Die mittlere Nuttiefe beträgt dabei vorzugsweise 60–80% und besonders bevorzugt 65–75% der maximalen Nuttiefe.
  • In diesem Tiefenbereich ist ein ausreichender Ölfluss und damit eine gleichmäßige und schnelle Verteilung des Ölfilms unter dem Wellen- oder Hubzapfen gewährleistet.
  • Um gleichzeitig eine hinreichende Festigkeit der Gleitlagerschale zu gewährleisten weist die die Öldrucktasche eine minimale Restwanddicke von 0,4 mm, bevorzugt 0,6 mm auf.
  • Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen des Verbrennungsmotors durch den hydrostatischen Öldruck angehoben.
  • Eine dementsprechende vorteilhafte Weiterbildung des Gleitlagersystems sieht vor, dass die Ölversorgungseinrichtung eine Öldruckerzeugungseinrichtung aufweist, die eingerichtet ist, die Öldrucktasche mit Öl unter ausreichendem hydrostatischen Druck zu versorgen, um die Kurbelwelle anzuheben.
  • Bevorzugt wird die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen wenigstens um 0,5 bis 4 μm angehoben.
  • In diesem Bereich bewegt sich typischerweise die Rautiefe der Wellen- und Hubzapfen der Kurbelwelle, so dass eine entsprechende Anhebung den Verschleiß durch Materialkontakt zwischen den Zapfen und der korrespondierenden Gleitfläche der Gleitlagerschale effizient reduziert.
  • Eine bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, dass die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen für wenigstens 0,1 bis 4, bevorzugt 1 bis 2 Sekunden angehoben wird.
  • Entscheidend ist, dass die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten wenigstens so lange angehoben wird, bis der Verbrennungsmotor wenigstens 60%, vorzugsweise 100% seiner Leerlaufdrehzahl erreicht hat, bzw. beim Stoppen des Verbrennungsmotors so lange angehoben wird, bis dieser höchstens noch 20% seiner Leerlaufdrehzahl hat, vorzugsweise zum Stillstand gekommen ist. Diese Bedingungen sind in dem beanspruchten Zeitfenster in der Regel erfüllt.
  • Um sicherzustellen, dass die Kurbelwelle bzw. der Pleuel in ausreichendem Maße angehoben werden kann, ist die Öldruckerzeugungseinrichtung bevorzugt eingerichtet, einen Überdruck von wenigstens 2 bar, besonders bevorzugt wenigstens 5 bar, bereitzustellen.
  • Mit einem geringeren hydrostatischen Druck kann die Welle bzw. der Pleuel nur noch angehoben werden, Indem die lateralen Abmessungen der Öldrucktasche in Umfangsrichtung und in Breitenrichtung der Lagerschale sehr groß gewählt werden. Dies hat jedoch einen sehr hohen Ölabfluss, einen unerwünscht hohen Anstieg der spezifischen Last durch die Öldrucktasche und eine zu große Einschränkung des tragenden Anteils der Gleitfläche zur Folge. Andererseits ist der hydrostatische Öldruck auf vorzugsweise maximal 40 bar, besonders bevorzugt maximal 20 bar zu begrenzen. Zu hohe Überdrücke sind nämlich technisch wenig praktikabel, da die Anforderungen an die Öldruckerzeugungseinrichtung und die Ölzuführung sehr stark ansteigen und damit erhöhte Herstellungskosten einhergehen.
  • Weiterhin bevorzugt ist die Gleitlagerschale so ausgebildet, dass die Länge der Öldrucktasche in Umfangsrichtung einen Winkel von wenigstens 10°, vorzugsweise wenigstens 20° und besonders bevorzugt wenigstens 30° bis höchstens 110°, besonders bevorzugt höchstens 90°, und ganz besonders bevorzugt höchstens 70°, überspannt.
  • Mit zunehmender Einschränkung auf vorgenannte Grenzen wird bei noch moderatem Anstieg der spezifischen Last der Lagerschale durch die Drucköltasche einerseits der benötigte hydrostatische Druck in einem praktikablen Bereich gehalten und zugleich der stationäre Ölstrom durch seitlichen Ölabfluss auf ein praktikables Maß begrenzt. Nicht unerheblich hierbei ist die Voraussetzung, dass das Lot über der der Mittelachse des gelagerten Wellenabschnitts näherungsweise mit der Mitte der Öldrucktasche in Umfangsrichtung zusammenfällt, da die zum Anheben der Kurbelwelle benötigte Kraft proportional zur in Schwerkraftrichtung projizierten Fläche der Öldrucktasche ist. In entgegengesetzter Richtung gilt dies auch für die Geometrie des Pleuellagers.
  • In einer vorteilhaften Weiterbildung weist die Öldrucktasche eine Breite in Achsrichtung von höchstens 75%, bevorzugt höchstens 60%, besonders bevorzugt höchstens 50% und ganz besonders bevorzugt höchstens 40% der effektiven Breite der Gleitlagerschale auf. Die minimale Breite der Öldrucktasche in Achsrichtung beträgt mindestens 10%, vorzugsweise mindestens 20% der effektiven Breite der Gleitlagerschale.
  • Als effektive Breite der Gleitlagerschale wird die Breite der Gleitfläche der Gleitlagerschale verstanden, die mit dem Gegenläufer in Kontakt steht. Die Wahl der relativen Breite der Öldrucktasche bewirkt bei zunehmender Einschränkung auf die vorgenannten Werte ein günstigeres Verhältnis aus dem benötigten hydrostatischen Druck, dem Anstieg der spezifischen Last der Lagerschale und dem benötigten stationären Ölstrom aufgrund des seitlichen Ölabflusses.
  • In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Gleitlagersystems weist die Öldruckerzeugungseinrichtung einen Druckspeicher oder eine Ölpumpe auf.
  • Der Druckspeicher hält den Druck unabhängig vom Betriebszustand des Motors, insbesondere im Stillstand des Motors. Das Volumen des Druckspeichers ist mindestens so zu bemessen, dass der zum Anheben der Welle bzw. der Pleuel notwendige Öldruck zumindest so lange aufrechterhalten werden kann, bis der durch die Wellendrehung erzeugte hydrodynamische Druck die Last aus Massekräften und/oder Kräften aus der motorischen Kraftstoffverbrennung tragen kann. Dies geschieht typischerweise beim Erreichen der Motorleerlaufdrehzahl. Entsprechendes gilt für die Dimensionierung der Ölpumpe, die so ausgefegt sein muss, dass der notwendige Öldruck und die zur Anhebung der Welle bzw. der Pleuel notwendige Förderkapazität bereitstehen.
  • Der Druckspeicher, vorzugsweise mit einer Membran oder einer Feder-Kolben-Anordnung als elastische Elemente zur Energiespeicherung, kann vorteilhafterweise entweder mittels einer an den Druckspeicher angeschlossenen Ölpumpe oder im Betrieb des Verbrennungsmotors unter Ausnutzung des hydrodynamischen Druckes in dem Gleitlager durch Ölrückfluss beladen werden. In letzterem Fall weist die Ölversorgungseinrichtung vorzugsweise ein in die Ölleitung eingeschaltetes Rückschlagventil auf, das eingerichtet ist, bei Betrieb des Verbrennungsmotors einen Ölstrom von der Öldrucktasche in das Ölreservoir, in diesem Fall in den Druckspeicher, freizugeben. Bei der Ölpumpe kann es sich auch um die Umlaufschmierölpumpe des Motors handeln, sofern diese über das erforderliche Druckniveau verfügt.
  • Zur Realisierung eines gezielten, über einen begrenzten Zeitraum erfolgenden Anhebens der Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen weist die Ölversorgungseinrichtung bevorzugt ein in die Ölleitung eingeschaltetes Ventil und eine Ventilsteuereinrichtung auf, die eingerichtet ist, das Ventil beim Starten und/oder Stoppen des Verbrennungsmotors zu öffnen.
  • Nachfolgend wird die Funktion des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems beschrieben: Hinreichend lang vor dem Start der Wellenrotation durch Anlassen des Motors werden die zu den Gleitlagern führenden Ventile, initiiert durch ein Schaltsignal der Ventilsteuereinrichtung, geöffnet, wodurch der Druck aus dem Druckspeicher über die Ölleitung und die Ölzuführung auf die Öldrucktasche geschaltet wird. Entsprechendes gilt für eine Druckbeaufschlagung mittels Ölpumpe. Der so entstehende hydrostatische Druck wirkt über die gesamte Oberfläche der Öldrucktasche in Form einer Kraft auf die Kurbelwelle bzw. die Pleuel entgegen der Schwerkraft. Die Kurbelwelle, inklusive Pleuel, Kolben, Ringen, Bolzen, Sicherungsringen, Schwungmasse und gegebenenfalls weiterer mit der Welle verbundener Komponenten, wird dabei so angehoben, dass die Oberfläche der Kurbelwelle und der unteren Lagerschalen durch einen Schmierfilm bereits ohne Rotation der Kurbelwelle getrennt werden. Entsprechendes gilt für die Pleuel. Die Ventilsteuereinrichtung kann mit der Zündung oder mit der Motorsteuerung verbunden oder ein Teil derselben sein.
  • In entsprechender Weise ermöglicht die Erfindung die im Folgenden beschriebene Funktion zum verschleißfreien Anhalten des Verbrennungsmotors: Hinreichend lang vor dem Stopp der Rotation der Kurbelwelle beim Anhalten des Motors werden die zu den Hauptlagern bzw. Pleuellagern führenden Ventile mittels der Ventilsteuerung geöffnet, wodurch der Druck aus dem Druckspeicher auf die Öldrucktasche geschaltet wird. Entsprechendes gilt für eine Druckbeaufschlagung mittels Ölpumpe. Der statische Druck in dem Druckspeicher wird somit über die Ölleitung und die Ölzuführung auf die Öldrucktasche der unteren Lagerschale geschaltet und bewirkt eine der Schwerkraft entgegen gerichtete Kraft zur Anhebung der Kurbelwelle bzw. der Pleuel. Wiederum wird die Kurbelwelle und eventuell damit verbundene Komponenten bzw. die Pleuel und den damit verbundenen Komponenten soweit angehoben, dass die Oberflächen der Welle und der unteren Lagerschalen durch einen hydrostatischen Schmierfilm bis zum Erliegen der Rotation der Kurbelwelle getrennt bleiben.
  • Die für den hydrostatischen Druckaufbau beim Starten und/oder beim Stoppen des Motors in der Öldrucktasche notwendige Drosselwirkung auf den durch die Druckdifferenz zwischen dem Druckspeicher bzw. der Ölpumpe und dem Kurbelgehäuse hervorgerufenen Ölstrom wird typischerweise durch die anzuhebende Welle bzw. den anzuhebenden Pleuel selbst erzeugt. Gegebenenfalls können auch eine oder mehrere Drosselstellen in der Ölleitung vorgesehen sein, damit das Ölreservoir bzw. der Druckspeicher nicht unkontrolliert leer läuft und eine kontrollierte Druckverteilung im Leitungssystem gewährleistet wird.
  • Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Hilfe der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
  • 1 eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lagerschale in axialer Sicht und in radialer Projektion;
  • 2 ein beispielhaftes Schaltbild der Ölversorgung in dem erfindungsgemäßen Gleitlagersystem;
  • 3 ein Schema zur Illustration des hydrostatischen Kräftegleichgewichtes;
  • 4 ein dreidimensionales Diagramm der spezifischen Last auf die erfindungsgemäße Lagerschale in Abhängigkeit von den Abmessungen der Öldrucktasche;
  • 5 ein zweidimensionales Diagramm des hydrostatischen Drucks als Funktion der Dimension der Öldrucktasche und ein Ausschnitt hieraus;
  • 6 ein zweidimensionales Diagramm des stationären Ölstroms in Abhängigkeit von der Dimension der Öldrucktasche;
  • 7 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lagerschale in axialer Sicht und in radialer Projektion;
  • 8 eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lagerschale in axialer Sicht und in radialer Projektion und
  • 9 ein anderes beispielhaftes Schaltbild der Ölversorgung in dem erfindungsgemäßen Gleitlagersystem.
  • Die Gleitlagerschale 100 gemäß 1 weist eine hydrodynamische Gleitfläche 110 und eine in die Gleitfläche eingelassene Öldrucktasche 112 auf. In das Zentrum der Öldrucktasche 112 mündet als Ölzuführung eine Ölbohrung 114. Die Öldrucktasche 112 ist durch eine Vertiefung in der Lagerschale 100 auf der Seite der Gleitfläche 110 dergestalt gebildet, dass diese in der Ebene der Gleitfläche 110 betrachtet allseitig von der Gleitfläche umrandet ist. Die Vertiefung der Öldrucktasche 112 in radialer Richtung, gemessen von der Ebene der Gleitfläche 110, beträgt im Mittel zwischen 0,05 und 0,7 mm, vorzugsweise 0,1 bis 0,5 mm Die Öldrucktasche 112 ist im Übrigen in Längsrichtung durch den Winkel phi (ϕ) charakterisiert, welcher in der gezeigten Ausführungsform symmetrisch um den Scheitelpunkt der Lagerschale 100 angeordnet ist. Das Maß des Winkels phi (ϕ) beträgt vorzugsweise wenigstens 10°, besonders bevorzugt wenigstens 20° und höchstens 110°, besonders bevorzugt höchstens 90°. Alternativ zu dem Winkel phi (ϕ) kann die Abmessung der Öldrucktasche 112 in Längs- oder Umlaufrichtung auch durch die Projektionslänge l charakterisiert werden. In diesem Fall fällt die Projektionsrichtung mit der Radialrichtung durch den Scheitelpunkt zusammen.
  • Die Projektionsrichtung bzw. die Anordnung der Öldrucktasche in Umfangsrichtung kann je nach Anwendung auch von der gezeigten symmetrischen Anordnung zum Scheitelpunkt abweichen. Beispielsweise kann bei einer Motorkonfiguration, bei der die Zylinderachse der Brennräume V-förmig angeordnet ist, auch um einen entsprechenden Winkel gegenüber dem Scheitelpunkt verschoben sein. Entscheidend für die Lage der Öldrucktasche bzw. deren Zentrum ist die Richtung der Schwerkraft. Es ist deshalb erfindungsgemäß dafür Sorge zu tragen, dass die Öldrucktasche 112 der Gleitlagerschale 100 im Einbau in den vorgesehenen Lagersitz im Kurbelwellengehäuse bzw. Pleuel bei bestimmungsgemäßer Orientierung des Kurbelwellengehäuses bzw. des Pleuels in Richtung der Schwerkraft ausgerichtet ist, insbesondere dass die Mitte der Öldrucktasche mit der Richtung der Schwerkraft zusammenfällt.
  • Die Abmessung der Öldrucktasche in axialer Richtung ist durch deren Breite b charakterisiert. Diese beträgt vorzugsweise höchstens 75% der effektiven Breite B der Gleitlagerschale, besonders bevorzugt höchstens 50% hiervon. Die maximale Breite b der Öldrucktasche 112 ist in erster Linie durch den rechts und links der Öldrucktasche verbleibenden Traganteil B-b der Gleitfläche 110 limitiert. Weitere limitierende Faktoren werden nachfolgend anhand der 4 bis 6 erläutert.
  • In 2 ist schematisch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems gezeigt. Eine Gleitlagerschale nach der Art wie in 1 dargestellt kommt hierin als untere Hauptlagerschale 200 zum Einsatz. Diese bildet zusammen mit der oberen Hauptlagerschale 202 das Kurbelwellenhauptlager. Insgesamt sind in der Darstellung fünf Kurbelwellenhauptlager in einem Kurbelgehäuse 220 skizziert, in denen eine Kurbelwelle 222 drehbar gelagert ist. Die in den Hauptlagern gelagerten Abschnitte 224 der Kurbelwelle 222 sind hierin auch als Wellenzapfen bezeichnet. Zwischen den Wellenzapfen 224 befinden sich die Kurbelzapfen 226, welche sich bei Drehung der Kurbelwelle um die Wellenzapfen auf einer Kreisbahn bewegen. Auf jedem der Kurbelzapfen 226 ist jeweils ein Pleuel 228 drehbar gelagert, welches die Kurbelwelle mit je einem Antriebskolben verbindet. Auch das Pleuellager ist in eine untere Lagerschale 230 und eine obere Lagerschale 232 geteilt, wobei in diesem Fall die obere Pleuellagerschale 232 in entsprechender Weise mit einer wie anhand von 1 beschriebenen Öldrucktasche 112 ausgestattet sein kann. Zur besseren Übersichtlichkeit wird anhand der 2 jedoch nur eine Ausführungsform beschrieben, bei der die Kurbelwellenhauptlager erfindungsgemäß ausgebildet sind.
  • Das Gleitlagersystem weist neben den vorstehend beschriebenen Gleitlagern eine Ölversorgungseinrichtung 234 auf, welche ein Ölreservoir und eine Ölleitung 236 umfasst, welche mit der Ölbohrung in der unteren Hauptlagerschale 200 kommuniziert. Bei der gezeigten Ausführungsform der Ölversorgungseinrichtung 234 ist eine Öldruckerzeugungseinrichtung 238 vorgesehen, welche eingerichtet ist, die Öldrucktasche in der Hauptlagerschale 200 mit Öl unter ausreichendem hydrostatischen Druck zu versorgen, um die Kurbelwelle 222 anzuheben. Genauer umfasst die Öldruckerzeugungseinrichtung 238 einen Druckspeicher 240 sowie eine vorgeschaltete Ölpumpe 242, die den Druckspeicher 240 mit Öl belädt. Der Druckspeicher 240 kann alternativ auch weggelassen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine entsprechend dimensionierte Ölpumpe zur Beaufschlagung der Öldrucktaschen mit einem ausreichenden Öldruck ausgefegt sein muss. Die Ölpumpe 242 ist über eine Ölleitung 244 an die Hauptölversorgung des Motors bestehend aus einem Ölsumpf 246, einer Niederdruck-Kühlölpumpe 248 und einem Ölfilter 250 angeschlossen. Über das Hauptölversorgungssystem wird in erster Linie die Ölgalerie 252 in dem Kurbelgehäuse 220 sowie weitere Schmierstellen im Motor mit Öl unter niedrigerem Druck versorgt.
  • Hinter der Ölpumpe 242 beginnt der Hochdruckbereich zur Versorgung der unteren Hauptlagerschalen mit einem Überdruck von wenigstens 2, bevorzugt wenigstens 5 bar. Mit diesem Druck wird der Druckspeicher 240 beladen. Ein Ventilsystem, bestehend aus einem steuerbaren Zulaufventil oder Rückschlagventil 254 und einem steuerbaren Schaltventil 256, sorgt dafür, dass nach dem Beladen des Druckspeichers 240 die Ölpumpe 242 abgeschaltet werden kann. Hinreichend lange Zeit vor dem Starten und/oder Stoppen des Motors wird das Schaltventil 256 über einen Schaltimpuls von einer nicht dargestellten Ventilsteuereinrichtung geöffnet, so dass das unter Druck befindliche Öl aus dem Druckspeicher 240 auf die Öldrucktaschen 212 in den unteren Lagerschalen 200 geschaltet wird.
  • Bedingt durch eine auf den zur Verfügung stehenden Öldruck abgestimmte Dimensionierung der Öldrucktaschen führt dies zu einer Anhebung der Kurbelwelle 222, um einen direkten metallischen Kontakt derselben mit der Gleitfläche der unteren Hauptlagerschalen 200 bei noch nicht vorhandenem bzw. nachlassendem hydrodynamischen Druck in den Hauptlagern zu verhindern.
  • Da die Schwerkraft g in dem in 2 dargestellten vereinfachten Schema senkrecht nach unten wirkt, ist die Ölzuführung und die Öldrucktasche in der unteren Lagerschale 200 senkrecht unter dem Wellenzapfen 224 angeordnet.
  • Die Spalt- und Druckverhältnisse in dem hydrostatischen Schmierspalt zwischen der unteren Lagerschale 200 und dem Wellenzapfen 224 sind in 3 vergrößert dargestellt. Aufgrund des in der Öldrucktasche 212 anstehenden Druckes, der in erster Näherung dem Druck pÖlkanal im Ölkanal entspricht, wird die Kurbelwelle um eine Höhe hSpalt angehoben. Der angestrebte Hub beträgt vorzugsweise 0,5 bis 5 μm, was gewährleistet, dass ein Kontakt zwischen dem Wellenzapfen und der Gleitlageroberfläche weitestgehend vermieden wird. Um den für einen entsprechenden Hub erforderlichen Druck ermitteln zu können, muss das hydrostatische Kräftegleichgewicht zwischen der auf die Masse der Kurbelwelle und damit verbundener Bauteile wirkenden Gewichtskraft FG und der dieser entgegenwirkenden Hubkraft des Öls FÖl betrachtet werden. Es gilt: FG = (mKolben + mBolzen + mRinge + mPleuel + mKurbelwelle + mSchwungrad)g FG = FÖl FÖl = ATasche·(pÖlkanal – pKurbelgehäuse) = n·l·b·(pÖlkanal – pKurbelgehäuse)
  • Hierin sind mit m die Massen der Kurbelwelle, Kolben, Bolzen, Ringe, Pleuel und des Schwungrads, mit g die Schwerkraft, mit ATasche, die Fläche der projizierten Öldrucktasche, mit p die Drücke im Ölkanal einerseits und im umgebenden Kurbelgehäuse andererseits und mit n die Anzahl der Lagerstellen bezeichnet. Für LKW-Motoren sind hier Massen m von typischer Weise 90 bis 200 kg, für PKW-Motoren von typischer Weise 15 bis 50 kg einzusetzen. Wenn abweichend von 2 nur einzelne (nicht alle) Lagerstellen mit den erfindungsgemäßen Hydrostatiklagern ausgerüstet sind, ist die anteilige Gewichtskraft des Laufzeugs für FG anzusetzen.
  • Des Weiteren muss eine Abschätzung für den maximalen Bedarf unter Annahme einer verlustfreien Strömung und Massenerhaltung des Öls durchgeführt werden. Dies geschieht nach folgendem Ansatz: p + ρ·g·z + ρ2 ν2 = const ṁ = ρ·A·ν = const
  • In dem konkreten Beispiel gemäß 3 bedeutet dies
    Figure 00170001
  • Hierin bezeichnet pÖl die Strömungsdichte des Öls, v die Strömungsgeschwindigkeit im Spalt- bzw. im Ölkanal, ṁ den Massenstrom im Spalt bzw. im Ölkanal und A die Querschnittsfläche des Spalts bzw. des Ölkanals, jeweils senkrecht zur Strömungsrichtung v.
  • Durch Einsetzen erhält man
    Figure 00170002
    mit
    Figure 00180001
    worin DÖlkanal den Durchmesser der Ölbohrung und Ölleitung und Di den Durchmesser des Gleitlagers bezeichnet.
  • Mit Öl als inkompressiblem Medium erhält man den benötigten Volumenstrom des bis V .Öl :
    Figure 00180002
  • Entsprechendes gilt für den Stoppvorgang.
  • Mit einer Startdauer ΔtStart und der Zahl z der hydrostatischen Lagerstellen ergibt sich das mit pÖl zu liefernde Ölvolumen VÖl: VÖl = V .Öl·ΔtStart (4)
  • Reibungsbedingt werden der Ölstrom und das gelieferte Ölvolumen geringer ausfallen als nach diesen Formeln. Die Differenz geht für die Bereitstellung des Druckspeichervolumens als Sicherheit ein. Entsprechend ist aber auch der Lieferdruck höher auszulegen.
  • In 4 ist der Anstieg der spezifischen Last durch das Vorhandensein der Öldrucktasche dargestellt. Durch die Öldrucktasche zur Erzeugung eines hydrostatischen Druckes beim Starten und Stoppen des Motors wird zugleich die hydrodynamisch wirksame Fläche (hierin auch als Traganteil der Gleitfläche bezeichnet) im Motorbetrieb reduziert. Hieraus ergibt sich der in 4 gezeigte Anstieg der spezifischen Belastung der verbleibenden hydrodynamisch wirksamen Fläche als Funktion der relativen Taschenbreite Brel = b/B und des Winkels phi (ϕ). Dieser Anstieg der spezifischen Last muss bei der Werkstoffauswahl im Hinblick auf die Werkstofffestigkeit berücksichtigt werden. Es zeigt sich, dass die spezifische Last sich beispielsweise noch nicht verdoppelt, wenn bei einem Winkel phi (ϕ) von 110° nicht gleichzeitig die relative Breite einen Wert von etwa 50% übersteigt. Umgekehrt verdoppelt sich die spezifische Last beispielsweise nicht, wenn bei einer relativen Breite von 75% der Winkel phi (ϕ) nicht gleichzeitig einen Wert von etwa 50° übersteigt.
  • In 5 wird der hydrostatische Öldruck zur Erzielung der zum Anheben der Kurbelwelle notwendigen Tragkraft unter der Annahme der typischen Masse einer LKW-Kurbelwelle nebst verbundener Teile von ca. 150 kg wiederum in Abhängigkeit von der Flächenausdehnung der Öldrucktasche dargestellt. Erwartungsgemäß zeigt sich, dass bei sehr kleiner Fläche der Öldrucktasche sich eine Singularität des notwendigen Öldrucks ergibt. Ein Druckbereich von 100 bar oder mehr ist sicherlich von geringer praktischer Bedeutung. Es zeigt sich, dass sich ein bevorzugter Druckbereich von 40 bar oder weniger erreichen lässt, wenn bei einer in Umfangsrichtung kurzen Länge entsprechend einem Winkel von 14° die relative Breite nicht gleichzeitig geringer wird als 30%.
  • In 6 wird die Abhängigkeit des stationären Ölflusses von der relativen Breite Brei einerseits und dem Winkel phi (ϕ) andererseits aufgezeigt. Hier zeigt sich überraschend, dass bei abnehmender relativer Breite der stationäre Ölstrom signifikant ansteigt, während er mit abnehmender Länge der Öldrucktasche abnimmt. Nach dieser Auswertung kann ein vernünftiger stationärer Ölstrom von etwa 0,15 l/s bei einem angenommenen Hub von 5 μm und insgesamt 5 Lagerstellen eingehalten bzw. unterschritten werden, wenn bei einer relativen Lagerbreite von etwa 30% ein Winkel von etwa 90° nicht überschritten wird.
  • Aus den Diagrammen gemäß der 4 bis 6 lässt sich insgesamt ablesen, dass eine besonders bevorzugte Dimensionierung der Schmieröltasche eine Breite zwischen 30 und 60% der effektiven Breite der Lagerschale bei gleichzeitiger Längenausdehnung entsprechend einem Winkel phi (ϕ) zwischen 20° und 90° vorsieht. Ganz besonders bevorzugt ist eine Dimensionierung mit einer relativen Breite im Bereich zwischen 30 und 45% bei gleichzeitiger Längenausdehnung entsprechend einem Winkel phi (ϕ) zwischen 20° und 70°.
  • In 7 ist eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gleitlagerschale 300 gezeigt. Diese weist ebenfalls eine hydrodynamische Gleitfläche 310 und eine in die Gleitfläche eingelassene Öldrucktasche 312 auf. Für die Gestaltung und Dimensionierung der Öldrucktasche 312 gilt das zu 1 gesagte. Als Ölzuführung für die Öldrucktasche 112 dient eine umlaufende Ölnut 314, die in diesem Beispiel nach beiden Seiten bis zur Teilfläche 316 der Lagerschale umläuft. Diese Ölnut steht in Verbindung mit einer ebenfalls bis zur Teilfläche umlaufenden Ölnut in einer korrespondierenden oberen Lagerschale des zusammengesetzten Gleitlagers.
  • Ein an diese Ausführungsform des Gleitlagers angepasstes erfindungsgemäßes Gleitlagersystem ist schematisch in 9 dargestellt. Die Gleitlagerschale nach der Art wie in 7 oder 8 dargestellt kommt hierin als untere Hauptlagerschale 500 zum Einsatz. Diese bildet zusammen mit der oberen Hauptlagerschale 502 das Kurbelwellenhauptlager, von denen wiederum fünf in einem Kurbelgehäuse 520 zur Lagerung der Kurbelwelle 522 angeordnet.
  • Das Gleitlagersystem weist neben den vorstehend beschriebenen Haupt-Gleitlagern eine Ölversorgungseinrichtung 534 mit einer Ölleitung 536 auf, welche zunächst mit einer innenumfänglich umlaufenden Ölnut in der oberen Hauptlagerschale 502 und hierüber mit der Ölnut in der unteren Hauptlagerschale 500 der Kurbelwellenhauptlager kommuniziert. Als Ölleitung 536 wird in diesem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gleitlagersystems auf das ohnehin vorhandene Hauptölversorgungssystems in dem Kurbelgehäuse 520 zurückgegriffen.
  • Die Ölversorgungseinrichtung 534 weist ferner eine Öldruckerzeugungseinrichtung 538 auf, welche eingerichtet ist, die Öldrucktasche in der unteren Hauptlagerschale 500 mit Öl unter ausreichendem hydrostatischen Druck zu versorgen, um die Kurbelwelle 522 anzuheben. Die Öldruckerzeugungseinrichtung 538 umfasst im Einzelnen einen Druckspeicher 540 sowie eine vorgeschaltete Ölpumpe 542, die den Druckspeicher 540 mit Öl belädt. Die Ölpumpe 542 ist wie im Beispiel gemäß 2 über eine Ölleitung 544 an die Hauptölversorgung des Motors, bestehend aus dem Ölsumpf 546, einer Niederdruck-Kühlölpumpe 548, einem Ölfilter 550 und der Ölgalerie 552 in dem Kurbelgehäuse 520, angeschlossen.
  • Hinter der Ölpumpe 542 beginnt der Hochdruckbereich zur Versorgung der unteren Hauptlagerschalen mit einem Überdruck von wenigstens 2, bevorzugt wenigstens 5 bar. Mit diesem Druck wird der Druckspeicher 540 beladen. Ein Ventilsystem, bestehend aus einem steuerbaren Zulaufventil oder Rückschlagventil 554 und einem steuerbaren Schaltventil 556, sorgt dafür, dass nach dem Beladen des Druckspeichers 540 die Ölpumpe 542 abgeschaltet werden kann. Hinreichend lange Zeit vor dem Starten und/oder Stoppen des Motors wird das Schaltventil 556 über einen Schaltimpuls von einer nicht dargestellten Ventilsteuereinrichtung geöffnet, so dass das unter Druck befindliche Öl aus dem Druckspeicher 540 auf die Öldrucktaschen in den unteren Lagerschalen 500 geschaltet wird. Gleichzeitig sorgt ein Sperrventil 558 dafür, dass der erhöhte hydrostatische Druck in der Ölleitung 536 nicht in den Niederdruckpfad einschließlich Filter 550, Ölpumpe 548 oder Leitung 544 gelangen kann.
  • Bedingt durch eine auf den zur Verfügung stehenden Öldruck abgestimmte Dimensionierung der Öldrucktaschen wird eine Druckkraft ausgeübt, die zu einer Anhebung der Kurbelwelle 522 führt, um einen direkten metallischen Kontakt derselben mit der Gleitfläche der unteren Hauptlagerschalen 500 bei noch nicht vorhandenem bzw. nachlassendem hydrodynamischen Druck in den Hauptlagern zu verhindern. Bei der Dimensionierung der Öldrucktaschen in den unteren Hauptlagerschalen 500 ist zu beachten, dass der derselbe Öldruck auch in der Ölnut in den oberen Hauptlagerschalen 502 ansteht und für eine entgegengesetzt wirkende Druckkraft sorgt. Für dieses Gleitlagersystem ergibt sich folgender Formalismus mit Di als Innendurchmesser der Lagerschalen ANut,o ANut,u als projizierte Fläche der oberen bzw. unteren Nut, bNut,o, bNut,u als Breite der oberen bzw. unteren Nut, Lproj die projizierte Länge der Drucktasche, ATasche die projizierte Fläche der Drucktasche und b die Taschenbreite: ANut,o = Di·bNut,o; ANut,u = (Di – Lproj)·bNut,u; ATasche = Lproj·b (1)
  • Unter der Maßgabe, dass die obere Lagerschale keine zusätzliche Öltasche aufweist, ist zu fordern: ANut,o < / ! ANut,u + ATasche, damit die resultierende Druckkraft nach oben wirkt. Damit folgt
    Figure 00220001
    und schließlich:
    Figure 00230001
  • Die resultierende hydrostatische Druckkraft Fres,stat entspricht der Differenz der projizierten Flächen der Drucköl führenden Strukturen (Nuten, Drucköltasche) der beiden Lagerschalen, multipliziert mit dem anliegenden hydrostatischen Druck pÖl: Fres,stat = (Aunten – Aoben)·pÖl = [(Di – Lproj)·bNut,u + b·Lproj – Di·bNut,o] Fres,stat = [Di·(bNut,u – bNut,o) + Lproj·(b – bNut,u)]·pÖl (3)
  • Ein einfacher Sonderfall ergibt sich, wenn die Nutbreiten oben und unten gleich sind. Die Druckkraft wird dann: Fres,stat = Lproj·(b – bNut,u)·pÖl (4)
  • Ein anderer einfacher Sonderfall ergibt sich, wenn bNut,u = b gewählt wird. ϕ (phi) wird dann zu 180° und für die Druckkraft erhält man: Fres,stat = Di·(bNut,u – bNut,o)·pÖl (5)
  • In 8 ist eine solche Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gleitlagerschale 400 gezeigt. Diese weist ebenfalls eine hydrodynamische Gleitfläche 410 und eine in die Gleitfläche eingelassene Öldrucktasche 412 auf, die, abweichend von dem vorherigen Beispiel, zusammen mit der Ölnut 414 nach beiden Seiten bis zur Teilfläche 416 der Lagerschale umläuft. Es handelt sich also um eine Öldrucktasche, bei der der Winkel phi (ϕ) 180° beträgt. Man kann diese auch als abgesetzte Ölnut bezeichnen. Die größere Länge der Öldrucktasche kann durch eine entsprechend verringerte Breite derselben kompensiert werden.
  • Grundsätzlich genügt es auch, wenn die umlaufende Ölnut nur nach einer Seite bis zur Teilfläche umläuft. In jedem Fall ist neben einer entsprechenden Berücksichtigung der geänderten projizierten wirksamen Flächen zu beachten, dass durch die Ölnut der erforderliche Gesamtquerschnitt zur Ölversorgung unter Hochdruck zur Verfügung gestellt wird. Vorstehende Überlegungen unter Bezugnahme auf 3 zur Berechnung des Ölmengen- und Öldruckbedarfs gelten hier analog.
  • Als weitere Abwandlung der Ausführungsform gemäß 8 kann auf die Ölnut auch ganz verzichtet werden, so dass die Öldrucktasche selbst funktional die Ölversorgung beinhaltet, wenn sie bis zu wenigstens einer Teilfläche umläuft und wenn auch hier sichergestellt ist, dass genügend Querschnitt für den Ölstrom vorgesehen ist.
  • 100
    Gleitlagerschale
    110
    Gleitfläche
    112
    Öldrucktasche
    114
    Ölbohrung
    200
    untere Hauptlagerschale
    202
    obere Hauptlagerschale
    220
    Kurbelgehäuse
    222
    Kurbelwelle
    224
    Wellenzapfen
    226
    Hubzapfen
    228
    Pleuel
    230
    untere Pleuellagerschale
    232
    obere Pleuellagerschale
    234
    Ölversorgungseinrichtung
    236
    Ölleitung
    238
    Öldruckerzeugungseinrichtung
    240
    Druckspeicher
    242
    Ölpumpe
    244
    Ölleitung
    246
    Ölsumpf
    248
    Kühlölpumpe, Niederdruck
    250
    Ölfilter
    252
    Ölgalerie
    254
    Zulaufventil
    256
    Schaltventil
    300
    Gleitlagerschale
    310
    Gleitfläche
    312
    Öldrucktasche
    314
    Ölnut
    316
    Teilfläche
    400
    Gleitlagerschale
    410
    Gleitfläche
    412
    Öldrucktasche
    414
    Ölnut
    416
    Teilfläche
    500
    untere Hauptlagerschale
    502
    obere Hauptlagerschale
    520
    Kurbelgehäuse
    522
    Kurbelwelle
    534
    Ölversorgungseinrichtung
    536
    Ölleitung
    538
    Öldruckerzeugungseinrichtung
    540
    Druckspeicher
    542
    Ölpumpe
    544
    Ölleitung
    546
    Ölsumpf
    548
    Kühlölpumpe, Niederdruck
    550
    Ölfilter
    552
    Ölgalerie
    554
    Zulaufventil
    556
    Schaltventil
    558
    Sperrventil
    phi (ϕ)
    Winkelabschnitt der Öldrucktasche in Umfangsrichtung
    I, Lproj
    projizierte Länge der Öldrucktasche in Umfangsrichtung
    b
    Breite der Öldrucktasche
    B
    effektive Breite der Lagerschale
    brel
    relative Breite der Öldrucktasche (b/B)
    g
    Schwerkraftrichtung
    z
    Hubkraftrichtung
    Fg
    Schwerkraft
    FÖl
    hydrostatische Hubkraft
    hSpalt
    Höhe des Spalts, Hub
    ASpalt
    Querschnittsfläche des Hubspalts
    ATasche
    projizierte Fläche der Öldrucktasche
    pÖlkanal
    hydrostatischer Druck in der Ölbohrung/Ölleitung
    pKurbelgehäuse
    hydrostatischer Druck im Kurbelgehäuse
    VSpalt
    Fließgeschwindigkeit des Öls im Hubspalt
    VÖlkanal
    Fließgeschwindigkeit des Öls in der Ölbohrung/Ölleitung
    m
    Masse
    Massenstrom
    n
    Anzahl der Lagerstellen
    ρÖl
    Strömungsdichte des Öls
    DÖlkanal
    Durchmesser der Ölbohrung/Ölleitung
    Di
    Durchmesser des Gleitlagers
    VÖl
    Ölvolumen
    V .Öl
    Ölvolumenstrom
    ΔtStart
    Startdauer
    Di
    Innendurchmesser der Lagerschalen
    ANut,o
    projizierte Fläche der oberen Nut
    ANut,u
    projizierte Fläche der unteren Nut,
    bNut,o,
    Breite der oberen Nut
    bNut,u
    Breite der unteren Nut

Claims (31)

  1. Gleitlagerschale (100, 300, 400), eingerichtet zur Verwendung als untere Gleitlagerschale in einem Kurbelwellenhauptlager oder als obere Gleitlagerschale in einem Pleuellager, mit einer Gleitfläche (110) zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen, einer in die Gleitfläche (110) eingelassenen Öldrucktasche und einer in die Öldrucktasche (112) mündenden Ölzuführung, wobei die Öldrucktasche in Abhängigkeit von einem Systemöldruck so dimensioniert ist, dass eine Druckkraft erzeugbar ist, mit der die Kurbelwelle bzw. der Pleuel angehoben werden kann.
  2. Gleitlagerschale (100, 300, 400) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldrucktasche (112) eine mittlere Tiefe von 0,05 bis 0,7 mm, vorzugsweise 0,1 bis 0,5 mm aufweist.
  3. Gleitlagerschale (100, 300, 400) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldrucktasche (112) eine minimale Restwanddicke von 0,4 mm, bevorzugt 0,6 mm, aufweist.
  4. Gleitlagerschale (100, 300, 400) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Öldrucktasche (112) in Umfangsrichtung einen Winkel von wenigstens 10°, bevorzugt wenigstens 20° bis höchstens 110°, bevorzugt höchstens 90° überspannt.
  5. Gleitlagerschale (100, 300, 400) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldrucktasche (112) eine Breite in Achsrichtung von wenigstens 10%, bevorzugt wenigstens 30%, bis höchstens 75%, bevorzugt höchstens 50% der effektiven Breite der Gleitlagerschale (100) aufweist.
  6. Gleitlagerschale (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölzuführung in Form einer Ölbohrung (114) durch die Gleitlagerschale ausgebildet ist.
  7. Gleitlagerschale (300, 400) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölzuführung in Form einer innenumfänglich, wenigstens bis zu einer Teilfläche umlaufenden Ölnut (314, 414) ausgebildet ist.
  8. Gleitlager für ein Kurbelwellenhauptlager mit einer oberen und einer unteren Gleitlagerschale (200, 202), wobei die untere Gleitlagerschale (200) eine Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen (224, 226) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Gleitlagerschale (200) eine in die Gleitfläche (110) eingelassene Öldrucktasche (200) und eine in die Öldrucktasche mündende Ölzuführung aufweist.
  9. Gleitlager nach Anspruch 8 mit einer unteren Gleitlagerschale (200) nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
  10. Gleitlager für ein Pleuellager mit einer oberen und einer unteren Gleitlagerschale (230, 232), wobei die obere Gleitlagerschale (232) eine Gleitfläche zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen (224, 226) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Gleitlagerschale (232) eine in die Gleitfläche (110) eingelassene Öldrucktasche (112) und eine in die Öldrucktasche mündende Ölzuführung aufweist.
  11. Gleitlager nach Anspruch 10 mit einer oberen Gleitlagerschale (202) nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
  12. Gleitlagersystem für ein Kurbelwellenhauptlager oder ein Pleuellager eines Verbrennungsmotors mit wenigstens einem Gleitlager nach einem der Ansprüche 8 bis 11 und einer Ölversorgungseinrichtung (234), dadurch gekennzeichnet, dass die Ölversorgungseinrichtung (234) ein Ölreservoir und eine Ölleitung (236) aufweist, welche mit der Ölzuführung der Gleitlagerschale (100, 200) kommuniziert.
  13. Gleitlagersystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölversorgungseinrichtung (234) ein in die Ölleitung (236) eingeschaltetes Rückschlagventil aufweist, das eingerichtet ist, bei Betrieb des Verbrennungsmotors einen Ölstrom von der Öldrucktasche in das Ölreservoir freizugeben.
  14. Gleitlagersystem nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch einen Lagersitz als Teil eines Kurbelwellengehäuses (220) bzw. Pleuels (228), wobei die Gleitlagerschale (100, 200) in dem Lagersitz so angeordnet ist, dass die Öldrucktasche (112) der Gleitlagerschale (100, 200) bei bestimmungsgemäßer Orientierung des Kurbelwellengehäuses (220) in Richtung der Schwerkraft bzw. des Pleuels (228) entgegen der Richtung der Schwerkraft (g) ausgerichtet ist.
  15. Gleitlagersystem nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölversorgungseinrichtung (234) eine Öldruckerzeugungseinrichtung (238) aufweist, die eingerichtet ist, die Öldrucktasche (112) mit Öl unter ausreichendem hydrostatischem Druck zu versorgen, um die Kurbelwelle (222) bzw. den Pleuel (228) anzuheben.
  16. Gleitlagersystem nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldruckerzeugungseinrichtung (238) eingerichtet ist, einen Überdruck von wenigstens 2,5 bar, bevorzugt wenigstens 5 bar bereitzustellen.
  17. Gleitlagersystem nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldruckerzeugungseinrichtung (238) eine ausreichende Förderkapazität aufweist, um die Kurbelwelle (222) bzw. den Pleuel (228) beim Starten und/oder Stoppen des Verbrennungsmotors für wenigstens 0,1 bis 4 Sekunden, bevorzugt 1 bis 2 Sekunden anzuheben.
  18. Gleitlagersystem nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldruckerzeugungseinrichtung (238) einen Druckspeicher (240) oder eine Ölpumpe aufweist.
  19. Gleitlagersystem nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (240) eine Membran oder eine Feder-Kolben-Anordnung aufweist.
  20. Gleitlagersystem nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldruckerzeugungseinrichtung (238) eine an den Druckspeicher (240) angeschlossene Ölpumpe (242) zur Ladung des Druckspeichers (240) mit Öl aufweist.
  21. Gleitlagersystem nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölversorgungseinrichtung (234) ein in die Ölleitung (236) eingeschaltetes Ventil (256) und eine Ventilsteuereinrichtung aufweist, die eingerichtet ist, das Ventil (256) beim Starten und/oder Stoppen des Verbrennungsmotors zu öffnen.
  22. Verwendung einer Gleitlagerschale (100, 200) in einem Kurbelwellenhauptlager, wobei die Gleitlagerschale (100, 200) eine Gleitfläche (110) zur Anlage an einem Wellenzapfen (224), eine in die Gleitfläche (110) eingelassene Öldrucktasche (112) und eine in die Öldrucktasche (112) mündende Ölzuführung aufweist und so in den Lagersitz eines Kurbelwellengehäuses (220) einbaubar ist, dass die Öldrucktasche (112) der Gleitlagerschale (100, 200) bei bestimmungsgemäßer Orientierung des Kurbelwellengehäuses (220) in Richtung der Schwerkraft ausgerichtet ist.
  23. Verwendung einer Gleitlagerschale in einem Pleuellager, wobei die Gleitlagerschale (100, 200) eine Gleitfläche (110) zur Anlage an einem Hubzapfen (226), eine in die Gleitfläche (110) eingelassene Öldrucktasche (112) und eine in die Öldrucktasche (112) mündende Ölzuführung aufweist und so in den Lagersitz eines Pleuels einbaubar ist, dass die Öldrucktasche (112) der Gleitlagerschale (100, 200) bei bestimmungsgemäßer Orientierung des Pleuels entgegen der Richtung der Schwerkraft ausgerichtet ist.
  24. Verwendung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Öldrucktasche (112) der Gleitlagerschale (100, 200) in Umfangsrichtung vom Lot aus nach beiden Seiten über einen Winkel von wenigstens 10° erstreckt.
  25. Verfahren zur Versorgung einer Gleitlagerschale in einem Kurbelwellenhauptlager oder einem Pleuellager eines Verbrennungsmotors mit Öl, wobei die Gleitlagerschale (100, 200) eine Gleitfläche (110) zur Anlage an einem Wellen- oder Hubzapfen (224, 226), eine in die Gleitfläche (110) eingelassene Öldrucktasche (112) und eine in die Öldrucktasche (112) mündende Ölzuführung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass beim Starten oder Stoppen des Verbrennungsmotors die Öldrucktasche (112) mit einem hydrostatischen Öldruck beaufschlagt wird.
  26. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen durch den hydrostatischen Öldruck angehoben wird.
  27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen wenigstens um 0,5 bis 4 μm angehoben wird.
  28. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle bzw. der Pleuel beim Starten oder Stoppen für wenigstens 0,1 bis 4 Sekunden, bevorzugt 1 bis 2 Sekunden angehoben wird.
  29. Verfahren nach einem der Ansprüche 25 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Öldrucktasche (112) aus einem Druckspeicher (240) mit dem Öldruck beaufschlagt wird.
  30. Verfahren nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (240) mittels einer Ölpumpe (242) mit Öl beladen wird.
  31. Verfahren nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (240) im Betrieb des Verbrennungsmotors durch Ausnutzung des hydrodynamischen Druckes mit Öl beladen wird.
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