-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Fahrzeuges auf
einem Prüfstand, insbesondere Rollenprüfstand,
wobei das Fahrzeug in Abhängigkeit von über einen
Fernsteuerbetrieb vorgebbaren Parametern geregelt und/oder gesteuert
wird.
-
In
der
DE 102 36 620
A1 sind ein Kraftfahrzeug, eine Fahrprüfeinrichtung,
ein Fahrprüfprogramm und ein Prüfstand bekannt.
Das Fahrzeug weist eine Steuereinrichtung auf, welche an eine externe
elektronische Fahrprüfeinrichtung ankoppelbar ist. Dabei
gibt die Fahrprüfeinrichtung Fahrsignale vor, die von der
Steuereinrichtung empfangen werden. Die Fahrsignale werden anstelle
von Fahrer-Eingriffen zur Beeinflussung eines Fahrantriebsstranges
des Kraftfahrzeuges herangezogen, um das Fahrzeug auf dem Prüfstand
unter Fahrbedingungen, die durch die Fahrsignale vorgebbar sind,
zu prüfen. Die Vorgabe der Fahrsignale wird beispielsweise
durchgeführt, um Prüfungen des Fahrzeuges in Bezug
auf Verbrauchsmessungen, Abgasmessungen und/oder Verschleißuntersuchungen
durchzuführen. Dabei ist zur Prüfung des Fahrzeuges
weder ein Fahrer noch mechanische Hilfsmittel im Fahrzeug erforderlich.
-
Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem
Stand der Technik verbessertes Verfahren zum Betrieb eines Fahrzeuges
auf einem Prüfstand, insbesondere Rollenprüfstand,
anzugeben.
-
Die
Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens erfindungsgemäß durch
die im Anspruch 1 und hinsichtlich der Vorrichtung durch die im
Anspruch 6 angegebenen Merkmale gelöst.
-
Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb eines Fahrzeuges
auf einem Prüfstand, insbesondere Rollenprüfstand,
sieht vor, dass das Fahrzeug in Abhängigkeit von mittels
einer Steuereinheit in einem Fernsteuerbetrieb vorgebbaren Parametern geregelt
und/oder gesteuert wird. Erfindungsgemäß wird
bei einem manuellen Eingreifen in Fahrzeugfunktionen unmittelbar
an dem Fahrzeug und/oder einem Ermitteln, dass sich das Fahrzeug
außerhalb des Rollenprüfstandes befindet, der
Fernsteuerbetrieb des Fahrzeuges deaktiviert. Dabei kann die Deaktivierung
des Fernsteuerbetriebes vorzugsweise auch als Notabschaltung bezeichnet
werden.
-
In
Gewinn bringender Weise ist durch die Notabschaltung vermieden,
dass eine Person in einen Fahrbetrieb des Fahrzeuges eingreifen
kann, wodurch anhand des Fernsteuerbetriebs des Fahrzeuges z. B.
undefinierbare Zustände auftreten können, die
an dem Geschehen beteiligte Personen gefährden. Vorzugsweise
sind durch das erfindungsgemäße Verfahren in besonders
vorteilhafter Weise ein Personenschutz sowie ein störungsfreier
Betrieb des Fahrzeuges auf dem Rollenprüfstand sichergestellt.
-
Darüber
hinaus wird ebenfalls eine Möglichkeit einer Verfälschung
von Prüfergebnissen hinsichtlich des auf dem Rollenprüfstand
angeordneten Fahrzeuges durch manuelles Eingreifen in Fahrzeugfunktionen,
d. h. in den Fahrbetrieb des Fahrzeuges, in vorteilhafter Weise
ausgeschlossen.
-
Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
-
Dabei
zeigen:
-
1 schematisch
ein Fahrzeug in einer Seitenansicht, wobei das Fahrzeug auf einem
Rollenprüfstand angeordnet ist und anhand einer Steuereinheit
in einem Fernsteuerbetrieb geregelt und/oder gesteuert wird, und
-
2 schematisch
eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
-
Einander
entsprechende Teile sind in den Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
-
In 1 ist
ein Fahrzeug 1 dargestellt, welches sich auf einem Prüfstand,
insbesondere auf einem Rollenprüfstand 2, befindet.
Beispielsweise wird das Fahrzeug 1 auf einen Rollenprüfstand 2 verbracht,
um an dem Fahrzeug 1 z. B. Verbrauchsmessungen, Abgasmessungen
und/oder Verschleißmessungen durchzuführen sowie
Fahrzeugfunktionen zu überprüfen.
-
Der
Rollenprüfstand 2 ist ein Funktionsprüfstand,
bei dem beispielsweise eine Leistungsmessung durch eine Übertragung
einer Bewegung von Fahrzeugrädern 1.1 auf die
Rollen 2.1 des Rollenprüfstandes 2 erfolgt.
-
Hierzu
ist eine Steuereinheit 3, beispielsweise ein Personalcomputer,
vorgesehen, welche Parameter P zum Betrieb des Fahrzeuges 1 vorgibt.
Dabei wird das Fahrzeug 1 über die Steuereinheit 3 in vorteilhafter
Weise in einem Fernsteuerbetrieb FB betrieben, d. h. geregelt und/oder
gesteuert. Beispielsweise ist ein durch die Steuereinheit 3 vorgebbarer
Parameter P ein Antriebsmoment, d. h. ein von einem Motor des Fahrzeuges 1 an
eine Kurbelwelle abgegebenes Drehmoment. Unter einem Fernsteuerantrieb
FB wird ein so genannter Remote-Betrieb verstanden, bei dem Betriebsfunktionen
des Fahrzeuges 1 außerhalb des Fahrzeuges beispielsweise von
der Steuereinheit 3 vorgegeben und an eine oder mehrere
Steuergeräte 4, 6, 7 im Fahrzeug 1 übertragen
werden.
-
Um
das Fahrzeug 1 in den Fernsteuerbetrieb FB zu versetzen,
wird die Steuereinheit 3 über eine Diagnoseschnittstelle
mit einem Steuergerät im Fahrzeug 1, beispielsweise
einem Steuergerät 4 eines elektronischen Stabilitätsprogramms,
im Weiteren als ESP-Steuergerät 4 bezeichnet,
verbunden, wie in 2 näher gezeigt ist.
Die Steuereinheit 3 und das Steuergerät 4 sind
beispielsweise drahtlos über eine Funkverbindung oder drahtgebunden über
ein Bussystem miteinander daten- und signaltechnisch verbunden.
-
Z.
B. gibt die Steuereinheit 3 ein positives Antriebsmoment
P1, die über ein im Fahrzeug 1 angeordnetes Bussystem,
insbesondere einem CAN-Bussystem 5 dem ESP-Steuergerät 4 zugeführt wird.
-
Das
ESP-Steuergerät 4 ist mit einem Motorsteuergerät 6 des
Fahrzeuges 1 verbunden, wobei neben dem Motorsteuergerät 6 ein
Getriebesteuergerät 7 angeordnet ist. Dabei können
das Motorsteuergerät 6 und das Getriebesteuergerät 7 auch
als eine Baueinheit zusammengefasst sein. Auch kann die Steuereinheit 3 über
die Diagnoseschnittstelle direkt mit dem Motorsteuergerät 6 und/oder
dem Getriebesteuergerät 7 verbunden sein.
-
Das
ESP-Steuergerät 4 leitet die durch die Steuereinheit 3 vorgegebene
Parameter P, insbesondere das positive Antriebsmoment P1 über
das CAN-Bussystem 5 an das Motorsteuergerät 6 und damit
auch an das Getriebesteuergerät 7 weiter.
-
Wird
von der Steuereinheit 3 ein negatives Antriebsmoment P2,
also ein Abbremsen des Fahrzeuges 1 in Form eines Signals
an das ESP-Steuergerät 4 gesandt, löst
das ESP-Steuergerät 4 den Abbremsvorgang aus.
Hierzu wird regelnd und/oder steuernd in eine Bremsfunktion des
Fahrzeuges 1 eingegriffen.
-
Erfindungsgemäß wird
vorgeschlagen, dass bei einem manuellen Eingreifen in Fahrzeugfunktionen
unmittelbar an dem Fahrzeug 1 und/oder bei einem Ermitteln,
dass sich das Fahrzeug 1 außerhalb des Rollenprüfstandes 2 befindet,
der Fernsteuerbetrieb FB des Fahrzeuges 1 deaktiviert wird,
wobei die Deaktivierung vorzugsweise auch als Notabschaltung bezeichnet
werden kann.
-
Bei
Deaktivierung des Fernsteuerbetriebes FB kann in einer möglichen
Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens gleichzeitig ein Antriebsmoment von Null vorgegeben und
eingestellt werden, wodurch das Fahrzeug 1 ausrollt.
-
Dadurch,
dass die Steuereinheit 3 über das im Fahrzeug 1 angeordnete
CAN-Bussystem 5 direkt mit dem ESP-Steuergerät 4 und
darüber indirekt mit dem Motorsteuergerät 6 und
dem Getriebesteuergerät 7 verbunden ist, ist es
möglich, Fahrbetriebsparameter P3 des Fahrzeuges 1 zu überwachen
sowie Messergebnisse M aus dem Getriebesteuergerät 7, dem
Motorsteuergerät 6 und/oder dem ESP-Steuergerät 4 auszulesen.
-
Insbesondere
werden Fahrbetriebsparameter P3 des Fahrzeuges 1 überwacht,
um ein manuelles Eingreifen in Fahrzeugfunktionen des Fahrzeuges 1 zu
erfassen. Darüber hinaus wird anhand der Überwachung
der Fahrbetriebsparameter P3 auch erfasst, dass das Fahrzeug 1 nicht
auf den Rollenprüfstand 2 angeordnet ist. Hierzu
sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, dass
als Fahrbetriebsparameter P3 beispielsweise ein Lenkwinkel, eine Gierrate,
eine Längs-/Querbeschleunigung, eine Neigung des Fahrzeuges 1,
eine Betätigung eines Brems-/Fahrpedals und/oder Raddrehzahlen
von Fahrzeugrädern 1.1 des Fahrzeuges 1 überwacht werden.
-
Hinsichtlich
des Lenkwinkels, der Gierrate, der Längs-/Querbeschleunigung,
der Neigung und einem Vergleich der Raddrehzahlen ist vorgesehen, dass
Schwellwerte S vorgegeben werden, wobei bei Überschreiten
und/oder Unterschreiten der vorgegebenen Schwellwerte S ermittelt
wird, dass ein manuelles Eingreifen in den Fahrbetrieb erfolgt und/oder dass
das Fahrzeug 1 nicht auf dem Rollenprüfstand 2 angeordnet
ist.
-
Bei
dem Vergleich der Raddrehzahlen der Fahrzeugräder 1.1 wird
in vorteilhafter Weise ein erster Schwellwert S vorgegeben, der
Unterschiede der Raddrehzahlen zwischen linken und rechten Fahrzeugrädern 1.1 repräsentiert.
Zusätzlich ist vorgesehen, dass ein zweiter Schwellwert
S hinterlegt wird, anhand dessen ein Unterschied der Raddrehzahlen zwischen
den Fahrzeugrädern 1.1 der Vorder- und Hinterachse
des Fahrzeuges 1 ermittelt werden kann.
-
Ferner
ist auch vorgesehen, dass eine ununterbrochene Kommunikation zwischen
der Steuereinheit und dem ESP-Steuergerät 4 überwacht
wird.
-
Befinden
sich die Fahrtbetriebsparameter P3 des Fahrzeuges 1 in
einem so genannten Normbereich, also unterhalb der festgelegten
Schwellwerte S, ist es möglich, den Fernsteuerbetrieb FB
zwischen Steuereinheit 3 und Fahrzeug 1 zu aktivieren.
-
Hierzu
wird in besonders vorteilhafter Weise vorgeschlagen, dass der Fernsteuerbetrieb
FB zwischen Fahrzeug 1 und Steuereinheit 3, insbesondere zum
Schutz von Personen, ausschließlich über eine Zugriffsberechtigung,
beispielsweise eine Zahlenkodierung aktiviert werden kann. Dabei
sendet die Steuereinheit 3 eine Zahlenfolge in Form eines
Signals an das ESP-Steuergerät 4. Ist die Zahlenfolge korrekt,
d. h. stimmt die Zahlenfolge mit einer in dem ESP-Steuergerät 4 hinterlegten
Zahlenfolge überein, sendet das ESP-Steuergerät 4 ebenfalls
eine Zahlenfolge in Form eines Signals an die Steuereinheit 3.
-
Vorzugsweise
wird der Fernsteuerbetrieb FB erst dann aktiviert, wenn die Steuereinheit 3 die
korrekte Zahlenfolge empfangen hat.
-
Befindet
sich das Fahrzeug 1 beispielsweise nicht auf dem Rollenprüfstand 2,
ist anhand des erfindungsgemäßen Verfahrens in
vorteilhafter Weise vermieden, dass der Fernsteuerbetrieb FB aktiviert werden
kann. Dadurch ist es nicht möglich in Fahrzeugfunktionen
des Fahrzeuges 1 einzugreifen, wodurch besonders bevorzugt
ein Schutz von in dem Fahrzeug 1 befindlichen Personen
sichergestellt ist.
-
Beispielsweise
wird anhand einer Bewertung eines Lenkwinkels, einer Gierrate, einer Längs-/Querbeschleunigung
und einer Neigung des Fahrzeugs erfasst, dass das Fahrzeug 1 nicht
auf dem Rollenprüfstand 2 angeordnet ist. Der
Fernsteuerbetrieb FB kann somit nicht aktiviert werden.
-
Ein
manuelles Eingreifen in Fahrzeugfunktionen wird beispielsweise anhand
eines Betätigens des Fahr-/Bremspedals erfasst.
-
Anhand
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betrieb eines
Fahrzeuges 1 auf einem Rollenprüfstand 2 ist
in vorteilhafter Weise ein Personenschutz, ein sicherer Betrieb
des Fahrzeuges 1 auf dem Rollenprüfstand 2 sowie
eine Vermeidung einer Verfälschung von Messergebnissen
M durch manuelles Eingreifen in Fahrzeugfunktionen des Fahrzeuges 1 sichergestellt.
-
Die
Verbindung zwischen der Steuereinheit und dem Steuergerät
im Fahrzeug kann statt über die Diagnoseschnittstelle auch über
eine andere Fahrzeugschnittstelle hergestellt werden. Die Steuereinheit
kann auch statt mit dem ESP-Steuergerät mit einem anderen
Steuergerät des Fahrzeugs, beispielsweise der Motorsteuergerät
verbunden sein, welches die Signale der Steuereinheit an die anderen
Steuergeräte weiterleitet.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-