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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten
zur Verzeichnungskorrektur von mit einem Magnetresonanzsystem erfassten
Magnetresonanzbildern sowie ein Verfahren zur Durchführung einer
solchen Verzeichnungskorrektur. Darüber hinaus betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung zur Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten
und ein Magnetresonanzsystem mit einer solchen Vorrichtung.
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D.
Wilhelm, ”Image
distortion correction in Magnetic Resonance Imaging using geodetic
techniques”, Diplomarbeit,
Universität
Stuttgart, 2005; URL (03. 08. 09):
http://www.unistuttgart.de/gi/education/diplomarbeiten/wilhelm.pdf
behandelt eine Beschreibung von Feldverzeichnungen in Kugelkoordinaten.
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Bei
der Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt,
handelt es sich um eine inzwischen weit verbreitete Technik zur
Gewinnung von Bildern vom Körperinneren
eines lebenden Untersuchungsobjekts. Um mit diesem Verfahren ein
Bild zu gewinnen, muss zunächst
der Körper
bzw. der zu untersuchende Körperteil
des Patienten oder Probanden einem möglichst homogenen statischen
Grundmagnetfeld ausgesetzt werden, welches von einem Grundfeldmagneten
des Magnetresonanzsystems erzeugt wird. Diesem Grundmagnetfeld werden
während
der Aufnahme der Magnetresonanzbilder schnell geschaltete Gradientenfelder
zur Ortskodierung überlagert,
die von sog. Gradientenspulen erzeugt werden. Außerdem werden mit Hochfrequenzantennen
Hochfrequenzpulse einer definierten Feldstärke in das Untersuchungsobjekt
eingestrahlt. Mittels dieser Hochfrequenzpulse werden die Kernspins
der Atome im Untersuchungsobjekt derart angeregt, dass sie um einen
sogenannten „Anregungsflipwinkel” aus ihrer
Gleichgewichtslage parallel zum Grundmagnetfeld ausgelenkt werden.
Die Kernspins präzedieren
dann um die Richtung des Grundmagnetfelds. Die dadurch erzeugten
Magnetresonanzsignale werden von Hochfrequenzempfangsantennen aufgenommen.
Die Magnetresonanzbilder des Untersuchungsobjekts werden schließlich auf
Basis der empfangenen Magnetresonanzsignale erstellt. Jeder Bildpunkt
im Magnetresonanzbild ist dabei einem kleinen Körpervolumen, einem sogenannten „Voxel”, zugeordnet
und jeder Helligkeits- oder Intensitätswert der Bildpunkte ist mit
der aus diesem Voxel empfangenen Signalamplitude des Magnetresonanzsignals
verknüpft.
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Ungünstigerweise
sind die Abbildungseigenschaften von den Magnetfeld-Gradientenspulen
nur in der Nähe
des Isozentrums des Grundfeldmagneten näherungsweise linear und eineindeutig.
Dieses Volumen wird als „Linearitätsvolumen” der jeweiligen
Gradientenspule bezeichnet. In vielen Fällen ist aber das Bildgebungsvolumen
größer als
das Linearitätsvolumen
einer physikalisch realisierbaren Gradientenspule. Die nichtidealen Magnetfelder
außerhalb
des Linearitätsvolumens
führen
daher im Bildgebungsvolumen zu Abbildungsfehlern (üblicherweise „Verzeichnungen” genannt),
welche sich beispielsweise in geometrischen Verzerrungen der Spindichtebilder
bemerkbar machen. Dadurch entstehen Einschränkungen für solche Anwendungen, bei denen
nur geringe Abweichungen in der Abbildungstreue erlaubt sind, wie
beispielsweise Stereotaxie-Anwendungen
im Kopfbereich. Problematisch sind solche Verzerrungen auch bei
einer Zusammensetzung mehrerer Bilder, die nebeneinander liegende
Bereiche des Untersuchungsobjekts abbilden. Beispielsweise ist es
bei einer kompletten Wirbelsäulenuntersuchung
in der Regel nicht möglich,
mit einer Messung ein komplettes Bild der gesamten Wirbelsäule zu rekonstruieren.
Stattdessen werden abschnittsweise Bilder der Wirbelsäule aufgenommen,
und anschließend
werden diese Bilder zur Erstellung des Gesamtbilds zusammengesetzt.
Die Verzeichnungen an den Bildrändern
erschweren dann die Kombination der Bilder.
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Verzeichnungen
können
grundsätzlich
mit einer nachträglichen
Verzeichnungskorrektur minimiert werden. Dabei wird beispielsweise
der Gradientenverlauf zur Entzerrung in einer Bildebene verwendet.
Daneben ist auch eine dreidimensionale Verzeichnungskorrektur möglich, bei
der zusätzlich
Bildfehler senkrecht zur Bildebene korrigiert werden. Sowohl für das zweidimensionale
als auch für
das dreidimensionale Korrekturverfahren ist ein Kugelfunktionsspektrum
der Magnetfelder der drei Achsen der Gradientenspule eine Grundlage. Man
betrachtet dazu ein quellenfreies Kugelvolumen mit dem Radius R,
in welchem rot
B verschwindet.
Das Magnetfeld
B an einem Ort
r =
r(r, θ, Φ) innerhalb
der Kugel kann hierzu durch eine Entwicklung des Feldes nach orthogonalen
Kugelfunktionen Y
lm bis zur Ordnung N mit
den Koeffizienten a(l, m), A(l, m) und B(l, m) wie folgt beschrieben
werden:
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Dabei
berechnen sich die Kugelfunktionen Y
lm aus
den sogenannten assoziierten Legendre-Polynomen P
lm gemäß:
mit
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Für die folgenden
Betrachtungen genügt
es, die axiale Magnetfeldkomponente Bz zu berücksichtigen (allgemein: die
Feldkomponente in Richtung des Grundmagnetfeldes B0)
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Die
nachfolgende Tabelle zeigt als Beispiel die Kugelfunktionsentwicklungsterme
bzw. -koeffizienten A(l, m) und B(l, m) für die ersten 5 Entwicklungsordnungen
im Innenraum einer zylindrischen Gradientenspule:
| Entwicklungsterm | Zuordnung |
| A(0, 0) | Konstantes
Feld (B0-Term) |
| A(1, 0)
A(1, 1)
B(1,
1) | Linearterm
in z-Richtung
Linearterm in x-Richtung
Linearterm in y-Richtung |
| A(3, 0)
A(3, 1),
A(3, 3)
B(3, 1), B(3, 3) | 3.
Ordnung in z-Richtung
3. Ordnung in x-Richtung
3. Ordnung
in y-Richtung |
| A(5, 0)
A(5, 1),
A(5, 3), A(5, 5)
B(5, 1), B(5, 3), B(5, 5) | 5.
Ordnung in z-Richtung
5. Ordnung in x-Richtung
5. Ordnung
in y-Richtung |
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Aus
Symmetriegründen
sollten bei idealen Gradientenspulen in x- und y-Richtung die Terme
mit gerader Ordnung m sowie in z-Richtung
(für die
longitudinale Gradientenspule) alle Terme mit m > 0 verschwinden. Für die bisherigen Verzeichnungskorrekturen
werden die Entwicklungskoeffizienten und somit das Magnetfeld aus
den komplexen Leiterbahnstrukturen der Feldspulen typischerweise
bis zur Entwicklungsordnung N = 13 (d. h. mit l = 0 bis N) berechnet.
Bei diesen Verfahren bleiben jedoch bislang Fertigungstoleranzen
der Gradientenspule unberücksichtigt.
Solche Fertigungstoleranzen führen
dazu, dass zusätzlich
zu den über
das Design errechneten Entwicklungsordnungen signifikante weitere
Orthogonalterme auftreten, die eigentlich aus Symmetriegründen nicht
auftreten sollten. Zudem ist es auch so, dass beispielsweise eine
x-Gradientenspule, welche
eigentlich nur einen A(1, 1)-Linearterm
in x-Richtung haben sollte, zusätzlich
auch einen B(1, 1) (d. h. einen Linearterm in y-Richtung) oder einen
B(2, 2)-Term erzeugt.
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Das
Auftreten solcher zusätzlicher
Störterme
ist bei Magnetresonanzsystemen mit neueren dünnwandigeren Gradientenspulen
stärker
ausgeprägt.
Eine bekannte Methode zur genauen Bestimmung der Koeffizienten ist
die exakte Messung des Magnetfeldes jeder Feldspule im MR-System.
Dabei wird mit einer Magnetfeldsonde an einer Vielzahl von Orten
innerhalb des Messraums gemessen. Typisch sind hier mehrere hundert Messpunkte,
die dann als Stützstellen
für die
weitere Ermittlung der Kugelfunktionskoeffizienten dienen. Diese Messung
ist mit zusätzlichem
Mess- und Zeitaufwand bei der Inbetriebnahme einer MR-Anlage verbunden,
so dass bei den heutigen Magnetresonanzsystemen üblicherweise keine individuelle
Magnetfeldmessung durchgeführt
wird. Soll die Magnetfeldmessung bei schon installierten Kundenanlagen
durchgeführt
werden, entsteht zusätzlicher
Aufwand durch die notwendige Bestellung des Messmittels durch den
Servicetechniker vor Ort.
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Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten
anzugeben, welches ohne aufwändige
zusätzliche
Messmittel eine schnellere und genauere Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten
für die
Gradientenspule erlaubt.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1 sowie durch
eine Vorrichtung gemäß Patentanspruch
13 gelöst.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
werden zumindest folgende Verfahrensschritte durchgeführt:
- i) Es wird eine das Magnetfeld der betreffenden
Gradientenspule des Magnetresonanzsystems repräsentierende Start-Kugelfunktion auf
Basis der Leitergeometrie der Gradientenspule berechnet. Diese Start-Kugelfunktion
entspricht bei spielsweise der theoretisch berechneten Magnetfeld-Kugelfunktion, deren
Daten bisher für
die Verzeichnungskorrektur genutzt wurden. Dabei reicht es aus,
wenn diese Berechnung einmal für
jede Gradientenspule vom Hersteller durchgeführt wird und die Daten für den jeweiligen
Anwender mitgeliefert werden, wie das bisher auch der Fall ist.
- ii) Zusätzlich
wird unter Verwendung eines definierten Messobjekts, beispielsweise
eines üblichen
Kugelphantoms, eine dreidimensionale Parameterkarte ermittelt, wobei
der jeweilige Parameter ein von der Gradientenspule erzeugtes Magnetfeld
repräsentiert.
Dabei wird für
die betreffende Gradientenspule eine definierte Gradientenstärke eingestellt,
d. h. die Gradientenspule wird mit einem geeigneten Stromwert bestromt.
- iii) Es wird dann eine Abweichungs-Parameterkarte auf Basis
der zuvor aufgenommenen Parameterkarte und einer Referenz-Parameterkarte erzeugt.
Eine Referenz-Parameterkarte ist dabei eine Parameterkarte, die
mit ausgeschalteter Gradientenspule, aber ansonsten unter entsprechenden
Bedingungen angefertigt wurde, wie die zuvor genannte Parameterkarte
für die
jeweilige Gradientenspule, d. h. mit gleicher Magnetresonanz-Sequenz und unter
Verwendung desselben Messobjekts an derselben Position etc. Diese
Referenz-Parameterkarte kann erzeugt werden, bevor oder nachdem
die Parameterkarten mit eingestelltem Gradientenstrom erstellt wurden.
Prinzipiell ist es auch möglich,
eine solche Referenz-Parameterkarte für mehrere nachfolgende Messungen
zu verwenden, bei denen beispielsweise Parameterkarten für verschiedene
Gradientenspulen in x-, y- und
z-Richtung aufgenommen werden.
- iv) Anschließend
werden Kugelfunktions-Koeffizienten des Gradientenmagnetfelds durch
Anfitten einer das Magnetfeld der Gradientenspule repräsentierenden
Kugelfunktion an die Abweichungs-Parameterkarte ermittelt, wobei
als Ausgangspunkt für
den Fit-Prozess die bereits oben erläuterte Start-Kugelfunktion verwendet
wird. Zum Anfitten der Magnetfeld- Kugelfunktion kann beispielsweise ein
Least-Mean-Square-Fit oder ein ähnliches
Verfahren verwendet werden.
- v) Die Verzeichnungskorrekturdaten können dann auf Basis der Kugelfunktions-Koeffizienten
der angefitteten Kugelfunktion anstelle der bisher üblicherweise
verwendeten, nur auf Basis der Leitergeometrie berechneten Kugelfunktion
ermittelt werden. Die Verzeichnungskorrekturdaten können dabei
beispielsweise die Kugelfunktions-Koeffizienten selbst sein, aber
auch daraus berechnete Verzeichnungskorrekturdaten, beispielsweise
eine dreidimensionale Karte von Verschiebungsvektoren.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
werden also auf relativ einfache Weise durch eine Magnetresonanzmessung
mit einem üblicherweise
ohnehin beim Anwender vorhandenen Phantom verbesserte Kugelfunktions-Koeffizienten
ermittelt, welche auch die durch die Fertigungstoleranzen verursachten
Störterme
berücksichtigt.
Dabei können
als Basis für
die Ermittlung der Kugelfunktions-Koeffizienten die nur aufgrund
des Designs theoretisch berechneten Kugelfunktions-Koeffizienten
verwendet werden. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass die Ermittlung
der Verzeichnungskorrekturdaten auf Basis der Kugelfunktions-Koeffizienten
und auch das weitere Verfahren zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verzeichnungskorrektur
weitgehend in der gewohnten Weise erfolgen können, wobei lediglich die zusätzliche
Messung mit dem Phantom sowie die Fit-Prozedur durchgeführt werden müssen, um
die verbesserten Verzeichnungskorrekturdaten zu gewinnen und bei
der erfindungsgemäßen Verzeichnungskorrektur
verwenden zu können.
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In
verschiedenen Testmessungen ließ sich
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
bereits bei einer Berücksichtigung
der 0. bis 3. Ordnung der zusätzlichen
Störterme
eine signifikante Verbesserung der Verzeichnungskorrektur erreichen.
Die hierfür
benötigte
Zeit für
die Messung der dreidimensionalen Parameterkarten und die weitere
Berechnung bzw. den Fit-Prozess liegt im Bereich von 10 bis 20 min.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
zur Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten benötigt zumindest
folgende Komponenten:
- i) Eine Start-Kugelfunktions-Ermittlungseinheit
zur Gewinnung einer das Magnetfeld einer Gradientenspule des Magnetresonanzsystems
repräsentierenden
Start-Kugelfunktion auf Basis der Leitergeometrie der Gradientenspule.
Hierbei kann es sich um eine Berechnungseinheit handeln, welche
die Start-Kugelfunktion
selbständig
berechnet. Es kann sich aber auch um eine Schnittstelle handeln,
welche eine bereits zuvor berechnete Start-Kugelfunktion aus einem
Speicher oder über
ein Netzwerk, beispielsweise vom Hersteller, abruft.
- ii) Eine Parameterkarten-Ermittlungseinheit zur Ermittlung einer
dreidimensionalen Parameterkarte, die ein von der Gradientenspule
erzeugtes Magnetfeld repräsentiert,
unter Verwendung eines definierten Messobjekts, wobei für die betreffende
Gradientenspule eine definierte Gradientenstärke eingestellt wird. Eine
solche Parameterkarten-Ermittlungseinheit kann beispielsweise ebenfalls
eine Schnittstelle sein, welche beispielsweise eine vom Magnetresonanzsystem
ermittelte Parameterkarte übernimmt
oder entsprechende Rohdaten übernimmt
und hieraus eine Parameterkarte erzeugt. Eine solche Parameterkarten-Ermittlungseinheit
kann aber auch, insbesondere, wenn sie direkt in einer Magnetresonanzsystemsteuerung
eingebaut ist, eine geeignete Steuereinheit umfassen, die das Magnetresonanzsystem
entsprechend ansteuert, um die Rohdaten zur Erstellung der Parameterkarten
zu messen. Beispielsweise kann sie so ausgebildet sein, dass die
für die
Parameterkartenermittlung optimale Magnetresonanzsequenz ausgesendet
wird und jeweils die Gradientenspulen mit den passenden Werten bestromt
werden. Diese Parameterkarten-Ermittlungseinheit kann auch genutzt
werden, um die Referenz-Parameterkarte zu ermitteln, die mit unbestromten
Gradientenspulen aufgenommen wird.
- iii) Eine Abweichungs-Parameterkarten-Berechnungseinheit zur
Erzeugung einer Abweichungs-Parameterkarte auf Basis der Parameterkarte
und einer Referenz-Parameterkarte, die mit ausgeschalteter Gradientenspule
ermittelt wurden.
- iv) Eine Koeffizienten-Ermittlungseinheit zur Ermittlung von
Kugelfunktionskoeffizienten des Gradientenmagnetfelds durch Anfitten
einer das Magnetfeld der Gradientenspule repräsentierenden Kugelfunktion
an die Abweichungs-Parameterkarte, unter Verwendung der Start-Kugelfunktion.
- v) Eine Korrekturdaten-Ermittlungseinheit zur Ermittlung der
Verzeichnungskorrekturdaten auf Basis der Kugelfunktions-Koeffizienten der
angefitteten Kugelfunktion.
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Ein
erfindungsgemäßes Magnetresonanzsystem
kann eine solche erfindungsgemäße Vorrichtung
zur Ermittlung der Verzeichnungskorrekturdaten beispielsweise als
Teil der Bildrekonstruktionseinheit enthalten. Eine derartige Vorrichtung
kann aber auch als eigenständige
Komponente neben der Bildrekonstruktionseinheit im Magnetresonanzsystem
vorhanden sein und die Verzeichnungskorrekturdaten an die Bildrekonstruktionseinheit
oder eine nachgeschaltete Verzeichnungskorrektureinheit übergeben.
Ebenso kann die Vorrichtung zur Ermittlung der Verzeichnungskorrekturdaten
auch komplett eigenständig
auf einer geeigneten Rechnereinheit implementiert sein, sofern die
entsprechenden Schnittstellen zur Verfügung stehen, um die Start-Kugelfunktion
und die Parameterkarten ermitteln zu können und die ermittelten Verzeichnungskorrekturdaten
auszugeben.
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Der überwiegende
Teil der Komponenten der Vorrichtung zur Ermittlung der Verzeichnungskorrekturdaten
kann insbesondere ganz oder zumindest teilweise in Form von Softwaremodulen
realisiert sein. Dies gilt vor allem für die Abweichungs-Parameterkarten-Berechnungseinheit,
die Koeffizienten- Ermittlungseinheit
und die Korrekturdaten-Ermittlungseinheit, welche in erster Linie
Berechnungen durchführen.
Aber auch die weiteren Komponenten wie die Start-Kugelfunktions-Ermittlungseinheit
oder die Parameterkarten-Ermittlungseinheit können, auch wenn es sich hierbei
um Schnittstellen handelt, sowohl als reine Softwaremodule realisiert sein,
beispielsweise wenn die Daten von bereits auf dem gleichen Rechner
realisierten anderen Softwarekomponenten übernommen werden können, aber
auch als Hardwareschnittstellen, die durch Software speziell konfiguriert
werden.
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Die
Erfindung umfasst daher auch ein Computerprogrammprodukt, welches
direkt in einen Speicher einer programmierbaren Steuereinrichtung
der medizintechnischen Anlage ladbar ist und Programmcodeabschnitte
aufweist, um alle Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens durchzuführen, wenn
das Programm in der Steuereinrichtung ausgeführt wird. Eine solche softwaremäßige Realisierung
ist insoweit vorteilhaft, da hierdurch auch bereits vorhandene medizintechnische
Anlagen leichter nachgerüstet
werden können,
um nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
zu arbeiten.
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Die
abhängigen
Ansprüche
enthalten jeweils besonders vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen
der Erfindung, wobei die Ansprüche
einer Kategorie auch analog zu den abhängigen Ansprüchen einer anderen
Kategorie weitergebildet sein können.
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Wie
erläutert,
ist die dreidimensionale Parameterkarte so zu wählen, dass sie das jeweils
am Ort vorliegende Magnetfeld repräsentiert bzw. charakterisiert.
Es bietet sich im einfachsten Fall an, als Parameterkarte eine dreidimensionale
sogenannte „Phasenkarte” zu ermitteln.
Die „Phase” ist dabei
die Differenz der tatsächlich
an einem Ort gemessenen Lamor-Frequenz
(Magnetresonanzfrequenz) zu der an dem jeweiligen Ort erwarteten
Lamor-Frequenz. Diese lokale Lamor-Frequenz ist proportional zur
(normalerweise gemessenen) Spindichte und zum jeweils vorliegenden
Magnetfeld. Daher lässt
sich auch aus den Abweichungen der gemessenen Lamor-Frequenz zur
erwarteten Lamor-Frequenz, d. h. aus der Phase, das am jeweiligen
Ort vorliegende Magnetfeld berechnen, da ja die Phasenänderung
die räumliche
Ableitung des Magnetfelds ist. Hierzu sollte vorzugsweise bei der
Aufnahme der dreidimensionalen Phasenkarte, d. h. bei der Messung
am Phantom, der Messbereich so gewählt sein, dass der Phasenbezug
zwischen benachbarten Voxeln gewahrt ist und kein Phasenüberlauf
auftritt. Verfahren zur Berechnung der Magnetfeldverteilung unter
Verwendung der Phase werden beispielsweise in der
DE 195 11 791 C1 erläutert.
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Da
Phase und Magnetfeldintensität
am jeweiligen Ort ineinander umgerechnet werden können, kann grundsätzlich auch
eine Kugelfunktion berechnet werden, die die Phase in Abhängigkeit
vom Ort beschreibt. Die Kugelfunktionskoeffizienten sollten dann
den Kugelfunktionskoeffizienten entsprechen, die ermittelt würden, wenn
die Kugelfunktion direkt die Magnetfeldintensität in Abhängigkeit vom Ort beschreibt.
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Selbstverständlich kann
aber auch eine Kugelfunktion wie in Gleichung (1) gewählt werden,
die unmittelbar die Magnetfeldintensität in Abhängigkeit vom Ort beschreibt.
In diesem Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise
können
die Phasenkarte bzw. auch die Referenz-Phasenkarte jeweils in eine
Magnetfeld-Intensitätskarte
umgerechnet werden. Daraus kann dann eine Abweichungs-Magnetfeld-Intensitätskarte
ermittelt werden. Ebenso ist es aber auch möglich, zunächst eine Abweichungs-Phasenkarte
zu ermitteln und diese dann in eine Abweichungs-Magnetfeld-Intensitätskarte
umzurechnen. Letzteres hat den Vorteil, dass eine Rechenoperation
weniger nötig
ist, da nur eine Umrechnung einer Phasenkarte in eine Intensitätskarte
erforderlich ist.
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Auch
für die
Bildung der Abweichungs-Parameterkarte gibt es verschiedene Möglichkeiten.
So ist es zum einen möglich, durch
Ermitteln einer Differenz zwischen der jeweiligen Parameterkarte
und der Referenz-Parameterkarte eine Differenz-Parameterkarte zu erstellen. Eine weitere
Möglichkeit
besteht darin, dass als Abweichungs-Parameterkarte eine Quotienten-Parameterkarte erstellt
wird, indem ein Quotient zwischen der Parameterkarte und der Referenz-Parameterkarte
ermittelt wird. Bei einer solchen Quotienten-Parameterkarte handelt
es sich um eine rein qualitative Auswertung. Diese Methode ist daher
einfacher und robuster. Die Erstellung einer Differenz-Parameterkarte umfasst
dagegen auch eine quantitative Auswertung, d. h. es kann im Prinzip
der Absolutwert des Feldes bestimmt werden. Eine solche Messung
ist jedoch aufwändiger,
da sie genauer sein muss und somit auch fehleranfälliger ist.
Sie ist dann bevorzugt, wenn eine quantitative Auswertung gewünscht wird.
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Sinnvollerweise
wird das Verfahren für
mehrere Gradientenspulen durchgeführt, die die Magnetfeldgradienten
in unterschiedliche Raumrichtungen erzeugen, d. h. sowohl für die x-Gradientenspule als
auch die y- und die z-Gradientenspule. Dabei ist es möglich, jeweils
die gleiche Referenz-Parameterkarte zu verwenden. Die Messungen
der Parameterkarten in x-, y- und z-Richtungen können beispielsweise unmittelbar
nacheinander durchgeführt
werden, und es können
dann in den jeweiligen Schritten der Umrechnung alle drei Parameterkarten
parallel bzw. nacheinander genutzt werden, um die jeweiligen Störterme für die einzelnen
Gradientenspulen zu berechnen.
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Zur
Erhöhung
der Messgenauigkeit können
für jede
Gradientenachse die Störfeldterme
für mehrere verschiedene
Gradientenstärken
unterschiedlicher Polarität
ermittelt werden. Diese Verfahrensweise ist z. B. zur quantitativen
Messung der Gradientensensitivität
(A10, A11, B11) vorteilhaft. Der endgültige Wert des Koeffizienten
wird vorzugsweise durch einen linearen Fit ermittelt.
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Um
das Verfahren möglichst
schnell durchzuführen,
wird zur Ermittlung der Parameterkarte und/oder zur Ermittlung der
Referenz-Parameterkarte bevorzugt eine schnelle dreidimensionale
Magnetresonanzmesssequenz eingesetzt (z. B. die Gradientenecho Sequenz
DESS (double echo steady state, siehe
US
4,825,159 ).
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Neben
den reinen Messzeiten spielt für
die Gesamtzeitdauer des erfindungsgemäßen Verfahrens auch die Berechnungszeit
eine Rolle, insbesondere zur Ermittlung der Kugelfunktions-Koeffizienten durch
Anfitten der Kugelfunktion an die Abweichungs-Parameterkarte. Mit
zunehmender Entwicklungsordnung wird folglich die Berechnung nicht
nur genauer, sondern es ist auch eine längere Berechnungszeit erforderlich.
Vorzugsweise besteht daher die Möglichkeit,
dass der Benutzer die maximale Entwicklungsordnung vorgibt und eine
Berechnung bis zu der gewählten
Berechnungsordnung durchgeführt
wird. Die Vorrichtung muss hierzu eine Benutzerschnittstelle zur
Eingabe eines Entwicklungsordnungs-Maximalwerts aufweisen und die
Koeffizienten-Ermittlungseinheit ist bevorzugt so ausgebildet, dass
die Ermittlung von Kugelfunktionsentwicklungstermen des Gradientenmagnetfelds
unter Berücksichtigung
des Entwicklungsordnungs-Maximalwerts durchgeführt wird, d. h. die Kugelfunktion
nur bis zu der gewählten
maximalen Entwicklungsordnung entwickelt wird. Zur Eingabe des Entwicklungsordnungs-Maximalwerts
kann dabei die ohnehin am Gerät
vorhandene Benutzerschnittstelle verwendet werden. Es ist lediglich
erforderlich, dass über
ein geeignetes Programm eine Abfrage hierfür durchgeführt wird. Die Eingabe eines
Entwicklungsordnungs-Maximalwerts erlaubt es dem Anwender, für den jeweiligen
Einzelfall selbst einen geeigneten Kompromiss zwischen der Gesamtmesszeit
und Genauigkeit zu wählen.
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Die
Erfindung wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Figuren
anhand eines Ausführungsbeispiels
noch einmal näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 ein
Flussdiagramm zur Darstellung eines möglichen Ablaufs des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten,
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2 eine
Prinzipdarstellung eines Magnetresonanzsystems mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Ermittlung von Verzeichnungskorrekturdaten.
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Bei
dem 1 gezeigten Verfahrensablauf werden in einem Durchgang
sämtliche
Gradientenspulen vermessen, um dann daraus die Kugelfunktions-Koeffizienten
sowie die darauf basierenden Verzeichnungskorrekturdaten zu ermitteln.
Dabei wird ohne Beschränkung
der Allgemeinheit davon ausgegangen, dass als Parameterkarten die
bereits oben erläuterten
Phasenkarten ermittelt werden.
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Das
Verfahren beginnt zunächst
im Schritt I damit, dass im Messraum des Magnetresonanzscanners ein
Messphantom positioniert wird. Bei diesem Messphantom kann es sich
beispielsweise um ein Kugelphantom, ein ellipsenförmiges Phantom,
ein Zylinderphantom oder Ähnliches
handeln. Vorzugsweise wird ein Kugelphantom verwendet. Das Phantom
kann dabei auch in üblicher
Weise ausgebildet sein, beispielsweise einfach mit Wasser gefüllt sein.
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Im
Schritt II kann vom Benutzer die maximale Entwicklungsordnung
vorgegeben werden. Außerdem kann
er an dieser Stelle zusätzlich
auch die Matrixgröße und das
Bildgebungsvolumen (Field of View = FoV) auswählen. Die Matrixgröße gibt
dabei die Anzahl der Voxel im FoV an, d. h. die Auflösung der
3D-Karte. Beispielsweise
kann bei Verwendung eines Kugelphantoms mit 24 cm Durchmesser eine
Matrixgröße von 64
und ein FoV von 350 mm gewählt
werden. Jeder Voxel hat dann eine Kantenlänge von 5,4 mm. Diese Daten
und insbesondere die maximale Entwicklungsordnung bestimmen letztlich
die Messzeit. Es hat sich herausgestellt, dass bei den zuvor genannten
Daten mit einer Entwicklungsordnung von N = 12 eine signifikante
Verbesserung der Verzeichnungskorrekturdaten erzielt wird.
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Alternativ
ist es auch möglich,
das Programm so einzustellen, dass der Benutzer einfach nur die
maximal zur Verfügung
stehende Messzeit auswählen
kann, und es werden dann für
die zur Verfügung
stehende Messzeit die optimale Voxelanzahl und Entwicklungsordnung
automatisch ausgewählt.
Dabei ist es möglich, dass
die ausgewählten
Daten zunächst
dem Benutzer zur Bestätigung
angezeigt werden.
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Es
erfolgt dann in einem Schritt III eine Referenzmessung
ohne Bestromung der Gradientenachsen, d. h. es wird die Referenz-Phasenkarte
PK0 aufgezeichnet. Diese Messung erfolgt
beispielsweise mit einer dreidimensionalen Gradientenecho-Sequenz, wie sie
z. B. auch in den meisten Magnetresonanzgeräten zur Prüfung der Grundmagnetfeld-Homogenität für die Gerätefreigabe
verwendet wird. Es sind aber auch andere Magnetresonanz-Sequenzen
zur Messung der Phasenkarte möglich,
beispielsweise eine Spinecho-Sequenz. Die Gradientenecho-Sequenz
hat jedoch den Vorteil, dass sie in der Regel schneller ist.
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Im
nächsten
Schritt IV werden dann nacheinander die Phasenkarten PKx, PKy, PKz für
die drei Gradientenspulen in x-, y- und z-Richtung aufgenommen. Beispielsweise
wird erst die x-Gradientenspule
bestromt und die Phasenkarte PKx für diese
Gradientenspule aufgezeichnet, anschließend die y-Gradientenspule und dann die z-Gradientenspule.
Bei all diesen Messungen wird die gleiche Magnetresonanzsequenz
verwendet wie bei der Referenzmessung im Schritt III. Auch
im Übrigen
sind alle Einstellungen identisch.
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Bei
allen Messungen, d. h. sowohl bei den Aufnahmen der Phasenkarten
PKx, PKy, PKz als auch bei der Aufnahme der Referenz-Phasenkarte
PK0 ist vorzugsweise auf Folgendes zu achten:
- i) Der Phasenbezug zwischen den benachbarten
Voxeln sollte gewahrt bleiben, d. h. die Parameter sind so zu wählen, dass
kein Phasenüberlauf
erfolgt.
- ii) Die Ortsauflösung,
d. h. die Voxelgröße bzw.
Matrixgröße, sollte
so gewählt
werden, dass sie gemäß dem Shannon-Theorem
zur höchsten
Entwicklungsordnung passt.
- iii) Die Messgenauigkeit sollte so gewählt sein, dass sie im Promillebereich
liegt, d. h. dass 0,1% der Störtermamplitude
sicher detektierbar ist. Beispielsweise sollte die Messwiederholgenauigkeit
unterhalb von 0,2 ppm liegen. Da die Rohdatengenauigkeit bei 12
Bit liegt, ist eine Messung mit einer Genauigkeit im Promillebereich
möglich.
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Die
Phasenkarten PKx, PKy,
PKz und PK0 werden
dann zunächst
im Schritt V noch einmal überprüft und gefiltert. Dabei können beispielsweise
unbrauchbare Voxel aufgrund eines eventuell nicht vermeidbaren Phasenüberlaufs
verworfen werden oder es können
Voxel aus Bereichen verworfen werden, in denen das Signal-zu-Rausch-Verhältnis zu
schlecht war.
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Im
Schritt VI werden dann aus den Phasenkarten jeweils Differenz-Phasenkarten
als Abweichungs-Parameterkarten ermittelt, d. h. es wird jeweils
von den ermittelten Phasenkarten PKx, PKy, PKz die Referenz-Phasenkarte
PK0 voxelweise abgezogen. Dies erfolgt für alle Phasenkarten,
d. h. für
jede Gradientenspule und jede gemessene Gradientenstärke.
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Im
Schritt VII erfolgt dann die Berechnung der Kugelfunktions-Koeffizienten
durch ein Anfitten einer Kugelfunktion, wobei zuvor in diesem Schritt
auch die Differenz-Phasenkarten in Differenz-Magnetfeldintensitätskarten
umgerechnet werden können
und dann ein Anfitten der Magnetfeld-Kugelfunktion, wie sie beispielsweise
durch Gleichung (1) beschrieben wird, erfolgt. Als Fit-Verfahren
kann z. B. ein Least-Mean-Square-Verfahren
verwendet werden. Dabei wird als Startfunktion eine Kugelfunktion
mit Koeffizienten eingesetzt, wie sie zuvor rein aufgrund des geometrischen
Designs der Gradientenspulen berechnet wurden. Dies kann beispielsweise
zu einem beliebigen vorherigen Zeitpunkt im Schritt VIII erfolgt
sein.
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Die
im Schritt VII ermittelten verbesserten Kugelfunktions-Koeffizienten werden
dann im Schritt X verwendet, um die vorhandenen Verzeichnungskorrekturdaten
VKDS zu ersetzen und/oder zu ergänzen
und so die verbesserten Verzeichnungskorrekturen VKD zu erzeugen,
die dann für
eine spätere
Verzeichnungskorrektur gespeichert werden oder direkt an eine Verzeichnungskorrektureinheit übergeben
werden. Die hierzu verwendeten bisherigen Verzeichnungskorrekturdaten
VKDS können
beispielsweise zuvor in üblicher
Weise auf Basis der rein theoretischen Kugelfunktions-Koeffizienten
ermittelt worden sein.
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In 2 ist
ein an sich übliches
Magnetresonanzsystem 1 gezeigt, bei dem jedoch die Systemsteuereinrichtung 5 in
geeigneter Weise modifiziert wurde, so dass das Magnetresonanzsystem 1 eine
erfindungsgemäße Vorrichtung 15 zur
Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
aufweist.
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Ein
Kernstück
dieses Magnetresonanzsystems 1 ist eine Aufnahmeeinrichtung 2,
auch „Tomograph” oder „Scanner” genannt,
in welchem hier für
die Messung ein Phantom O auf einer Liege 4 in einem Messraum 3 positioniert
wird. Innerhalb des Tomographs 2 befinden sich (nicht dargestellt)
eine Hochfrequenzantenne zur Aussendung der Magnetresonanz-Hochfrequenzpulse,
ein Grundfeldmagnet sowie geeignete Gradientenspulen, um die notwendigen
Magnetfeldgradienten zu setzen. Angesteuert wird der Tomograph 2 von
einer Systemsteuereinrichtung 5, welche hier separat dargestellt
ist. An die Systemsteuereinrichtung 5 ist über eine Schnittstelle 9 ein
Terminal 14 angeschlossen, das als Benutzerschnittstelle
dient, über
die ein Bediener die Systemsteuereinrichtung 5 und damit
den Tomographen 2 bedient. Die Systemsteuereinrichtung 5 umfasst außerdem einen
Massenspeicher 6, der dazu dient, um beispielsweise mittels
des Magnetresonanzsystems 1 aufgezeichnete Bilddaten KBD
oder Messprotokolle MP für
die automatische Ablaufsteuerung während einer Messung zu speichern.
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Die
Systemsteuereinrichtung 5 weist weiterhin eine Tomographenschnittstelle 7 auf,
welche mit dem Tomographen 2 verbunden ist und welche entsprechend
einem mittels der Systemsteuereinrichtung 5 vorgegebenen
Messprotokoll MP die Hochfrequenzpulse mit den geeigneten Amplituden
und Phasen sowie die passenden Gradientenpulse zur Durchführung einer
bestimmten Messung an die passenden Komponenten des Tomographen 2 ausgibt.
Die Steuerung der Messsequenzen auf Basis der vorgegebenen Messprotokolle
MP erfolgt dabei mittels einer Messsequenz-Steuereinheit 11.
Mit dieser Messsequenz-Steuereinheit 11 kann
der Bediener mit Hilfe des Terminals 14 kommunizieren und
so bestimmte Messprotokolle MP aufrufen und ggf. verändern oder
auch neue Messprotokolle MP vorgeben.
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Außerdem ist
die Systemsteuereinrichtung 5 über eine Akquisitionsschnittstelle 8 mit
dem Tomographen 2 verbunden. Über die Akquisitionsschnittstelle 8 werden
die vom Tomographen 2 kommenden Rohdaten RD akquiriert,
die in einer Bildrekonstruktionseinheit 12 zu den gewünschten
Magnetresonanzbildern rekonstruiert werden.
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Die
Tomographenschnittstelle 7 und die Akquisitionsschnittstelle 8 sind
hier sehr vereinfacht dargestellt. Es ist klar, dass diese Schnittstellen
eine Vielzahl von Transceivern bzw. Receivern umfassen, die üblicherweise
nötig sind,
um die Hochfrequenzsignale auszusenden, die Gradientenspulen in
der richtigen Abfolge zu schalten etc. bzw. um die verschiedensten
Empfangsspulen in passender Weise auszulesen und deren Signale weiterzuverarbeiten,
z. B. zu digitalisieren.
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Das
gesamte Magnetresonanzsystem 1 weist darüber hinaus
auch alle weiteren üblichen
Komponenten bzw. Merkmale auf, wie z. B. eine Schnittstelle 10 zum
Anschluss an ein Kommunikationsnetz, beispielsweise ein Bildinformationssystem.
Diese für
das Verständnis
der Erfindung nicht notwendigen Komponenten sind jedoch in 2 der
besseren Übersichtlichkeit
wegen nicht alle dargestellt.
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Der
Bildrekonstruktionseinrichtung 12 ist hier eine Verzeichnungskorrektureinrichtung 13 nachgeschaltet,
welche die von der Bildrekonstruktionseinrichtung 12 erzeugten
Bilddaten BD zunächst
einer Verzeichnungskorrektur unterzieht, so dass dann die verzeichnungskorrigierten
Bilddaten KBD beispielsweise im Massenspeicher 6 hinterlegt
werden. Selbstverständlich
ist es auch möglich,
nicht nur die korrigierten Bilddaten KBD, sondern die Bilddaten
BD selbst dort zu hinterlegen. Ebenso ist es auch möglich, dass
die Verzeichnungskorrektureinrichtung Teil der Bildrekonstruktionseinrichtung 12 ist
oder dass diese Verzeichnungskorrektureinrichtungen die im Massenspeicher 6 hinterlegten
Bilddaten BD später
aufruft und einer Verzeichnungskorrektur unterzieht, wenn dies beispielsweise
von einem Bediener über
das Terminal 14 initiiert wird.
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Zur
Durchführung
der Verzeichnungskorrektur benötigt
die Verzeichnungskorrektureinheit 13 Verzeichnungskorrekturdaten
VKD. Diese werden hier von einer Korrekturdaten-Erstellungseinheit 15 erzeugt
und der Verzeichnungskorrektureinheit 13 direkt zur Verfügung gestellt
bzw. im Massenspeicher 6 hinterlegt, aus dem dann die Verzeichnungskorrektureinheit 13 die
Daten abrufen kann.
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Die
Korrekturdaten-Erstellungseinheit 15 ist hier komplett
in Form von Softwaremodulen auf einem Prozessor (nicht dargestellt)
innerhalb der Systemsteuereinrichtung 5 implementiert und
weist verschiedenste Untermodule auf. Hierzu gehört zum einen eine Parameterkarten-Ermittlungseinheit 17,
welche dazu dient, in der vorbeschriebenen Weise die Parameterkarten
PKx, PKy, PKz und die Referenz-Parameterkarte PK0 zu erzeugen. Beispielsweise kann von dieser
Parameterkarten-Ermittlungs einheit 17 ein Steuerbefehl
an die Messsequenz-Steuereinheit 11 ausgegeben werden,
welche daraufhin eine geeignete Gradientenechosequenz GRE aussendet
und über
die Tomographenschnittstelle 7 geeignete Befehle ausgibt,
um die jeweilige Gradientenspule passend zu bestromen.
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Das
Phantom O wurde zuvor vom Bediener an der richtigen Stelle im Messraum 3 positioniert
und der Bediener hat auch die Möglichkeit,
wie dies zuvor schon erläutert
wurde, über
das Terminal 14 entsprechende Eingaben zu tätigen, um
die Parameter für
die Messung, wie Voxelgröße bzw.
-dichte, Art der verwendeten Sequenz, Anzahl der maximalen Entwicklungsterme
etc., vorzugeben und die Messung über die Parameterkarten-Ermittlungseinheit 17 anzustoßen.
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Nachdem
von der Parameterkarten-Ermittlungseinheit 17 alle notwendigen
Parameterkarten PKx, PKy, PKz für
die drei Gradientenspulen sowie auch eine Referenzkarte PK0 aufgezeichnet wurden, werden diese an eine
Abweichungs-Parameterkarten-Berechnungseinheit 18 übergeben,
welche beispielsweise, wie oben beschrieben, die verschiedenen Differenz-Phasenkarten
als Abweichungs-Parameterkarten APK erzeugt und diese dann an eine
Koeffizienten-Ermittlungseinheit 19 übergibt. Diese verwendet, wie
oben erläutert,
eine Start-Kugelfunktion SKF, die rein auf Basis des geometrischen
Designs der einzelnen Gradientenspulen berechnet wurde. Beispielsweise
kann diese Start-Kugelfunktion SKF von einer Start-Kugelfunktions-Ermittlungseinheit 16 zuvor
erzeugt oder aus dem Massenspeicher 6 abgerufen worden
sein, in dem die Start-Kugelfunktion bereits für das Magnetresonanzsystem
vom Hersteller hinterlegt worden ist. Es ist aber auch möglich, dass
die Start-Kugelfunktions-Ermittlungseinheit 16 die
Start-Kugelfunktion SKF über
die Schnittstelle 10 über
ein externes Netzwerk beispielsweise vom Hersteller abruft, wenn
vor Ort keine Start-Kugelfunktion
vorhanden ist.
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Die
in der Koeffizienten-Ermittlungseinheit 19 ermittelten
Kugelfunktions-Entwicklungskoeffizienten A(l, m), B(l, m) werden
an die Korrekturdaten-Ermittlungseinheit 20 übergeben,
die auf Basis dieser Kugelfunktions-Koeffizienten die Verzeichnungskorrekturdaten
VKD erzeugt und entweder an die Verzeichnungskorrektureinheit 13 übergibt
und/oder diese Daten im Massenspeicher 6 hinterlegt.
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Sowohl
die Systemsteuereinrichtung 5 als auch das Terminal 14 können auch
integraler Bestandteil des Tomographen 2 sein. Ebenso kann
aber auch die Systemsteuereinrichtung 5 aus mehreren Einzelkomponenten
bestehen. Insbesondere kann beispielsweise der Massenspeicher 6 genau
wie das Terminal 14 über eine
Schnittstelle mit der Systemsteuereinrichtung 5 verbunden
sein, anstatt in diese integriert zu sein.
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Darüber hinaus
ist es auch möglich,
dass die Korrekturdaten-Erstellungseinheit 15 und/oder
die Verzeichnungskorrektureinheit 13 auch extern auf einem
beispielsweise über
das Netzwerk angeschlossenen Bildrechner implementiert sind, um
erst später
eine Verzeichnungskorrektur der Bilddaten BD durchzuführen, wenn
dies notwendig sein sollte. In diesem Fall sollte sichergestellt
sein, dass vom Magnetresonanzsystem entsprechende Rohdaten zur Erstellung
der Parameterkarten PKx, PKy,
PKz, PK0 zur Verfügung gestellt
werden, d. h. es müsste
dann entweder über
eine geeignete Einheit automatisch oder durch Anwahl entsprechender
Messprotokolle durch den Bediener dafür gesorgt werden, dass geeignete
Messsequenzen mit passend geschalteten Gradientenspulen und an der
richtigen Stelle positioniertem Phantom O aufgezeichnet werden und
diese Daten dann der Korrekturdaten-Erstellungseinheit zur Verfügung gestellt
werden. Die Parameterkarten-Ermittlungseinheit 17 einer
solchen externen Korrekturdaten-Erstellungseinheit ist dann vorzugsweise
so ausgebildet, dass sie aus den bei den jeweiligen Messungen zur
Verfügung
gestellten Rohdaten die gewünschten
Parameterkarten PKx, PKy,
PKz, PK0 beispielsweise
wie oben beschrieben erstellt.
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Es
wird abschließend
noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei dem vorhergehend
detailliert beschriebenen Verfahren sowie bei dem dargestellten
Magnetresonanzsystem lediglich um Ausführungsbeispiele handelt, welche
vom Fachmann in verschiedenster Weise modifiziert werden können, ohne
den Bereich der Erfindung zu verlassen. Die Erfindung wurde überwiegend
anhand eines Einsatzes in einem medizinisch genutzten Magnetresonanzsystem
erläutert.
Sie ist jedoch nicht auf derartige Einsätze beschränkt, sondern kann auch in wissenschaftlichen
und/oder industriellen Einsätzen
genutzt werden. Es wird der Vollständigkeit halber auch darauf
hingewiesen, da”s
die Verwendung der unbestimmten Artikel „ein” bzw. „eine” nicht ausschließt, dass
die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können. Ebenso
schließen
die Begriffe „Einheit” oder ”Modul” nicht
aus, dass diese aus mehreren Komponenten bestehen, die gegebenenfalls auch
räumlich
verteilt sein können.
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- 1
- Magnetresonanzsystem
- 2
- Tomograph
- 3
- Messraum
- 4
- Liege
- 5
- Systemsteuereinrichtung
- 6
- Massenspeicher
- 7
- Tomographenschnittstelle
- 8
- Akquisitionsschnittstelle
- 9
- Schnittstelle
- 11
- Messsequenz-Steuereinheit
- 12
- Bildrekonstruktionseinrichtung
- 13
- Verzeichniskorrektureinrichtung
- 14
- Terminal
- 15
- Korrekturdaten-Erstellungseinheit
- 16
- Start-Kugelfunktions-Ermittlungseinheit
- 17
- Parameterkarten-Ermittlungseinheit
- 18
- Abweichungs-Parameterkarten-Berechnungseinheit
- 19
- Koeffizienten-Ermittlungseinheit
- 20
- Korrekturdaten-Ermittlungseinheit
- O
- Messobjekt/Phantom
- RD
- Rohdaten
- PKx, PKy, PKz
- Parameterkarte/Phasenkarte
- PK0
- Referenz-Parameterkarte/Referenz-Phasenkarte
- VKD
- Verzeichniskorrekturdaten
- BD
- Bilddaten
- KBD
- korrigierte
Bilddaten
- APK
- Abweichungs-Parameterkarte
- SKF
- Start-Kugelfunktion
- A(l,
m), B(l, m)
- Kugelfunktions-Koeffizienten