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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Verbrennungskraftmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Verbrennungskraftmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 15.
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Einspritzsysteme
die einen Kraftstoff mit niedrigem Siedepunkt in flüssiger
Phase in den Brennraum (Direkteinspritzer) oder den Ansaugkanal (Kanaleinspritzer)
eines Otto-Motors einspritzen haben das Problem, dass der Betriebsdruck
an jeder Stelle im Kraftstoffvorlauf des Kraftstoffzuführungssystem
vom Kraftstofftank bis zu den Kraftstoffeinspritzventilen über
dem Verdampfungsdruck des verwendeten Kraftstoffs liegen muss, damit
die Verbrennungskraftmaschine störungsfrei arbeiten kann.
Dafür sorgt in Einspritzsystemen nach dem Stand der Technik
eine elektrisch angetriebene Kraftstoffpumpe im Kraftstofftank in
Kombination mit einem Druckregler.
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Otto-Motoren
die den Kraftstoff Benzin einspritzen werden nach dem Stand der
Technik ohne Kraftstoffrücklauf von der Einspritzvorrichtung
zurück zum Kraftstofftank betrieben. Diese Betriebsweise
ist mit dem Kraftstoff LPG in Flüssigphase, aufgrund der erheblich
unterschiedlichen Verdampfungscharakteristika der Kraftstoffe Benzin
und LPG, mit vertretbarem Aufwand nicht möglich. Während
Superbenzin einen Siedebereich von 25°C–210°C
aufweist und sein Dampfdruck im Betrieb deshalb temperaturunabhängig
gleich bleibend bei ungefähr 0,5 bar liegt, beträgt
die Siedetemperatur von LPG bei einem Druck von 1013 mbar –30°C
(Gilt für LPG-Kraftstoff bestehend aus 60% Propan und 40%
Butan) und der Dampfdruck von LPG steigt mit zunehmender Erwärmung
sehr stark. (Von ca. 5 bar bei 15°C auf ca. 13 bar bei
50°C und kann bei 70°C Kraftstofftemperatur und
hohem Propananteil größer als 25 bar werden.). Dieser
Unterschied der Kraftstoffverdampfungscharakteristika und der daraus
resultierenden Kraftstoffverdampfungsdrücke erfordert beim
Betrieb eines Otto-Motors mit dem Kraftstoff LPG in Flüssigphase einen
Kraftstoffrücklauf von der Kraftstoffeinspritzvorrichtung
in den Kraftstofftank. Damit entsteht ein Kraftstoffkreislauf mit
hohem kühlendem Kraftstoffdurchsatz, der bei laufendem
Motor, unterstützt durch den kühlenden Kraftstoffdurchsatz
durch die Kraftstoffeinspritzdüsen, im Normalfall dafür
sorgt, dass der Überdruck, der notwendig ist um Kraftstoffverdampfung
im Kraftstoffzuführungssystem zu verhindern, niedrig bleibt.
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Zwar
sorgen die Druckregler von LPG-Systemen die LPG in Flüssigphase
in den Otto-Motor einbringen durch eine Kraftstoffverdampfungsdruckkompensation
dafür, dass die Verdampfungsdrücke die das LPG
im LPG-Tank aufweist, unabhängig von ihrer temperaturabhängig stark
wechselnden Druckhöhe, nicht durch einen von der Kraftstoffpumpe
zu erzeugenden Überdruck kompensiert werden muss. Die Kraftstoffverdampfungsdruckkompensation
des LPG-Druckreglers kompensiert jedoch nicht die lokale Verdampfungsdruckerhöhung,
die sich durch Erwärmung des LPG auf seinem Weg vom LPG-Tank zu
den Einspritzventilen durch Wärmeeintrag aus verschiedenen
Wärmequellen, wie Wicklung der Kraftstoffpumpe, Magnetventil
der Absperrvorrichtung am LPG-Tank, Wärmeleitung aus dem
betriebswarmen Motor und der durch ihn erhitzten Luft im Motorraum,
Kraftstoffkompression in der Hochdruckpumpe, Magnetventile zur Verriegelung
der Kraftstoffe gegeneinander bei bivalentem Betrieb, einstellt. Diese
lokale Verdampfungsdruckerhöhung wird bei den bekannten
Einspritzsystemen für LPG in Flüssigphase nach
dem Stand der Technik durch den Überdruck überkompensiert,
den die Kraftstoffpumpe im LPG-Tank zusätzlich zu dem Kraftstoffverdampfungsdruck
im LPG-Tank in der Versorgungsleitung zum Motor hin erzeugt. Bei
den bekannten Systemen dient ein in der Kraftstoffrücklaufleitung
eingebauter Druckregler als hydraulischer Widerstand, gegen den die
Kraftstoffpumpe den benötigten Überdruck aufbauen
kann.
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Es
hat sich jedoch bei eigenen Tests gezeigt, dass bei einer vorteilhaften
Gestaltung des Kraftstoffkreislaufes, wie sie in der
EP 06 023 298.0 vom Autor des Antrages
beschrieben ist, die Kühlwirkung des im Kraftstoffkreislauf
umgewälzten Kraftstoffs so effizient ist, dass der hydraulische
Eigenwiderstand der Bauteile des Kraftstoffversorgungssystems allein ausreicht
diesen verdampfungsverhindernden Überdruck zu bewirken.
Für die normalen Betriebsbereiche der Verbrennungskraftmaschine
erübrigt sich damit ein spezieller hydraulischer Widerstand
wie sie in bekannten Systemen nach dem Stand der Technik der Druckregler
darstellt.
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Bekannte
Systeme nach dem Stand der Technik, die LPG in flüssiger
Phase in den Ansaugkanal eines Otto-Motors einspritzen, haben einen
geringeren Wärmeeintrag in das LPG auf seinem Weg vom LPG-Tank
zu den Einspritzventilen als Systeme, die LPG in Flüssigphase
direkt in den Brennraum einspritzen. Deshalb genügen ihnen
in diesem Betriebszustand normalerweise ein permanenter Überdruck von
3–5 bar um die den Verdampfungsdruck erhöhenden
Wärmeeinträge auf dem Weg des LPG in Flüssigphase
vom Tank zu den Einspritzventilen so abzupuffern, dass das LPG in
Flüssigphase bleibt.
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Allerdings
bleibt auch bei dieser Konfiguration das Restrisiko, dass bei länger
andauerndem ununterbrochenen Motorbetrieb und einem daraus resultierenden
geringen Kraftstoffvolumen im LPG-Tank sich das LPG im LPG-Tank
so stark erwärmt, dass sein Verdampfungsdruck höher
ist, als der Druck, den eine Pumpe an einer LPG-Tanksäule erzeugt,
so dass ein Nachtanken von LPG erst nach einer Abkühlungsphase
möglich ist.
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Direkteinspritzsysteme,
wie sie in der
DE 101 46 051 beschrieben
sind, die LPG in flüssiger Phase in den Brennraum des Otto-Motors
einspritzen haben durch die zusätzliche Kraftstoffhochdruckpumpe
und Magnetventile, die die Umschaltung der Kraftstoffsorten steuern,
einen zusätzlichen, höheren Wärmeeintrag
in den Kraftstoff. In der
DE
101 46 051 wird deshalb ein Kraftstoffzuführungssystem
für LPG beschrieben, das in der Kraftstoffzuführungsleitung eine
an eine Klimaanlage angeschlossene Kraftstoffkühlvorrichtung
aufweist. Mit dieser Konfiguration werden bei laufendem Motor alle
Wärmeeinträge in das LPG, unabhängig
vom aktuell im LPG-Tank vorhandenen restlichen Kraftstoffvolumen,
mit dem üblichen Kraftstoffpumpenvordruck sicher beherrscht.
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Nicht
beherrscht wird mit dem in der
DE
101 46 051 beschriebenen Kraftstoffdirekteinspritzsystem
der rasche Warmstart nach längerem Abstellen eines betriebswarmen
Motors, wenn sich Bauteile des Kraftstoffzuführungssystems,
hier besonders die Kraftstoffhochdruckpumpe, stark erwärmt
haben. Ursache ist die aus dem Motorblock in die Bauteile einströmende
Wärme, die nicht mehr durch den im Kraftstoffniederdruckkreislauf
umgewälzten oder in den Brennraum des Otto-Motors eingespritzten
Kraftstoff abgeführt wird. Wird nach längerem
Abstellen eines betriebswarmen Motors der Motor erneut gestartet,
kann sein Anspringen daran scheitern, dass kein flüssiger
Kraftstoff zur Verfügung steht, weil dieser zwischenzeitlich
verdampfte und sein Verdampfungsdruck höher ist, als der
von der Kraftstoffförderpumpe im LPG-Tank in Verbindung
mit dem hydraulischen Widerstand im Kraftstoffzuführungssystem
erzeugte Kraftstoffüberdruck, sodass keine Kraftstoffförderung
durch die Kraftstoffpumpe erfolgt.
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Bei
bekannten Systemen werden diese Probleme beim Starten des Motors
mit LPG dadurch umgangen, dass der Otto-Motor mit zwei vollständigen Kraftstoffzuführungssystemen,
in der Regel mit den Kraftstoffen Benzin und LPG in Flüssigphase,
betrieben wird, wobei das LPG-System mit „bottom-feeded” Einspritzventilen
und einem Kraftstoffrücklauf in den LPG-Kraftstofftank
arbeitet und die Möglichkeit besteht zwischen den Kraftstoffen,
hin und her zu schalten.
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Diese
Motoren werden in der Regel auch im LPG-Betriebsmodus mit Benzin
gestartet. Nach erfolgreichem Motorstart schaltet die Steuerung
des Motors nach einer mehr oder weniger langen Spül- oder
Warmlaufphase von dem Kraftstoff Benzin auf den Kraftstoff LPG um.
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In
der
EP 1 095 214 B1 wird
ein Kraftstoffsystem zur Einspritzung von Flüssiggas beschrieben, welches
mit variablen Pumpendrücken zwischen 8 und 4 bar operiert,
wobei mit zunehmender Temperatur des LPGs im Kraftstofftank der
Pumpendruck von 8 bar bis auf 4 bar zurückgeführt
wird, wenn der Druck im LPG-Tank auf 25 bar ansteigt. Für
ein Einspritzsystem welches LPG mit „bottom-feeded” Einspritzventilen
in den Ansaugkanal der Verbrennungskraftmaschine einspritzt sind
diese Pumpendrücke ausreichend um die Gasblasenbildung
des LPG auch beim Warmstart zu unterdrücken, weil hier
nur, wie in der
DE 103 60 977 angeführt,
Temperaturanstiege von etwa 12–16°C zu überdrücken
sind, wofür die angeführten Drücke über
4 bar sicher genügen.
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Nachteilig
ist hier jedoch der hohe Druck der von der In-Tank-Pumpe im LPG-Tank
permanent erzeugt werden muss, was erhöhten Pumpenverschleiß,
erhöhten Wärmeeintrag in den Kraftstoff und erhöhten
Kraftstoffverbrauch zur Folge hat.
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In
der
DE 103 60 977
A1 wird für einen Otto-Motor mit Saugrohreinspritzung
von LPG in Flüssigphase vorgeschlagen, den Motorstart um
vorgegebene Zeitabschnitte zu verzögern, wenn eine vorgegebene
Kraftstofftemperatur in der Treibstoffleitung nicht unterschritten
ist, währenddessen die Kraftstoffpumpe im LPG-Tank bis
kurz nach dem Motorstart mit maximaler Leistung pumpt. Der infrage kommende
Zeitabschnitt wird mit 15 bis 30 Sekunden angegeben. Diese Lösung
setzt „bottom-feeded” Einspritzventile und einen
Kraftstoffrücklauf in den Tank voraus. Andernfalls müsste
sie mit so hohem Druck der In-Tank-Pumpe im LPG Tank operieren,
dass sich dadurch die Wartezeit erübrigen würde.
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Bei
Otto-Motoren, die LPG direkt einspritzen, ist zwar der Kraftstoffhochdruckbereich
aufgrund der dort erzeugten hohen Drücke dampfblasenunkritisch, jedoch
genügen im Niederdruckbereich der Hochdruck erzeugenden
Kraftstoffhochdruckpumpe auch die in der
EP 1 095 214 B1 genannten,
für Vorförderpumpen im Kraftstofftank hohen, Drücke
von 8 bar nicht, um beim Warmstart die Dampfblasen, die sich aufgrund
der Temperaturen von über 70°C bilden, auf die
sich das Hochdruckpumpengehäuse im Stillstand nach einer
längeren Betriebsphase aufheizen kann, in die Flüssigphase
zurückzuführen.
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In
der
EP 06 023 298.0 ist
vom Autor des Antrages beschrieben, dass bei Otto-Motoren mit Kraftstoffdirekteinspritzung
ein Betrieb mit LPG in Flüssigphase bei warmem Motor, je
nach Aufbau der Kraftstoffhochdruckpumpe, mit vertretbarem technischen Aufwand
nur möglich ist, wenn eine Niederdruckkraftstoffrückführungsleitung,
vorzugsweise durch einen zusätzlichen Adapter oder eine
zusätzliche Bohrung, so mit dem Niederdruckbereich der
Kraftstoffhochdruckpumpe verbunden ist, dass ein Niederdruckkraftstoffkreislauf
entsteht, der den Eingang zur Hochdruckpumpenkammer der Kraftstoffhochdruckpumpe
als thermisch kritische Stelle des LPG-Kraftstoffzuführungssystems
durch möglichst direktes Umspülen, unabhängig
von der Menge des für die Verbrennung abgezweigten Kraftstoffes,
gut kühlt.
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Ein
Warmstart ohne inakzeptable zeitliche Verzögerung durch
den Abkühlungsprozess der Kraftstoffhochdruckpumpe ist
jedoch allein durch diese Konfiguration nicht bei allen Baufor men
der Kraftstoffhochdruckpumpe gewährleistet. Als inakzeptabel
wird hier ein Zeitraum definiert der größer als
30 s ist. Der Zeitraum von 30 s wurde in Versuchen als der Zeitraum
ermittelt, der von der Betätigung einer Fernentriegelung
bis zum Start des Motors normalerweise benötigt wird, vorausgesetzt
der Pilot legt vorschriftsmäßig die Sicherheitsgurte
vor dem Motorstart an.
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Der
Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben
einer Verbrennungskraftmaschine sowie eine entsprechend arbeitende Verbrennungskraftmaschine
zu schaffen, mit denen die erwähnten Nachteile wie inakzeptable
zeitliche Verzögerung beim Start der warmen Verbrennungskraftmaschine
und hoher Druck der Kraftstoffförderpumpe im Kraftstofftank
im Betrieb vermieden werden. Dieses Problem wird durch ein Verfahren
mit den Merkmalen der Anspruchs 1 sowie einer Verbrennungskraftmaschine
mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.
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Erfindungsgemäß wird
von der elektronischen Steuereinheit beim Einschalten der Zündung der
Druck in dem Kraftstoffzuführungssystem zu der Kraftstoffhochdruckpumpe
durch Schließen der Vorrichtung zum Umgehen des hydraulischen
Widerstandes, vorzugsweise des Bypasses eines Druckreglers, in einer
ersten Stufe und, wenn erforderlich, zusätzlich durch Verschieben
eines Drucksteuerkolbens in einer zweiten Stufe, stark erhöht.
Die Druckerhöhung wird unterstützt von der Kraftstoffkühlung
durch Kraftstoffumwälzung im Kraftstoffniederdruckkreislauf,
die schon vor dem Starten des Motors den Kraftstoff an der kritischen
Stelle kühlt, indem vor dem Starten des Motors über
eine elektronische Steuereinheit zunächst ein Signal erfasst
wird, welches auf einen Batteriespannungsabfall zurückzuführen
ist. Dieses Signal wird als Startimpuls für den Beginn
der Kraftstoffumwälzung genutzt. Beide Schritte wirken
zusammen um eine Verdampfung von LPG zu unterdrücken und
vor dem Warmstart verdampften Kraftstoff in die Flüssigphase
zurückzuführen, wodurch eine Einspritzung des
zu zündenden Kraftstoffs in den Brennraum zum Starten des
Motors möglich wird. Weiter wird erfindungsgemäß auf
einen speziellen hydraulischen Widerstand im Kraftstoffniederdruckkreislauf
verzichtet. Dadurch reduziert sich im Betrieb der Verbrennungskraftmaschine
der Druck, den die Kraftstoffförderpumpe im Kraftstofftank
erzeugen muss.
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Damit
wird durch die erfindungsgemäßen Bauteile und
Verfahren erreicht, dass
- – die Direkteinspritzung
von LPG in flüssiger Phase alltagstauglich wird,
- – die Vorhaltung eines zweiten Kraftstoffzuführungssystems
für die Zuführung eines Normaldruck-Ottokraftstoffes,
einschließlich des geschlossenen Kraftstoffsystems, das
das Austreten von Kraftstoffdämpfen aus dem Kraftstofftank
verhindert, aus technischen Gründen überflüssig wird,
- – ein Betrieb eines Otto-Motors ausschließlich
mit LPG möglich ist,
- – kein teurer Normaldruck-Ottokraftstoff, vorzugsweise
Superbenzin, zum Starten des Motors mehr benötigt wird,
was besonders beim Einsatz von Start-Stopp-Systemen enorm an Bedeutung
gewinnt,
- – dadurch CO2-Emission in einer Größenordnung von
15% vermieden wird,
- – der von der Kraftstoffpumpe im LPG-Tank im Betrieb
vorzuhaltende Druck über dem LPG-Verdampfungsdruck im Tank
gering sein kann,
- – dass ein, dem Betrieb mit dem Kraftstoff Benzin vergleichbar,
sicherer Betrieb des Otto-Motors ausschließlich mit dem
Kraftstoff LPG möglich wird (auch bei einem Betriebszustand
mit hohen Außentemperaturen und geringem Kraftstoffinhalt im
Tank, der sogar beim Betrieb mit Benzin ein kritischer Zustand darstellt).
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Es
werden nachfolgend Ausführungsbeispiele der Erfindung vereinfacht
dargestellt und erläutert.
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1 zeigt
die monovalente Version einer LPG-Direkteinspritzung in Otto-Motoren,
die mit dem Verfahren zum Betrieb einer Verbrennungskraftmaschine
nach Anspruch 1 betrieben wird.
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2 zeigt
eine bivalente Version einer LPG-Direkteinspritzung in Otto-Motoren,
bei der im Betriebsmodus LPG ebenfalls das Verfahren zum Betrieb
einer Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch 1 genutzt wird.
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Die 3 zeigt
einen Druckregler mit innerer Verdampfungsdruckkompensation, Bypass
und einer Vorrichtung in dem Druckregler, die eine zusätzliche Druckerhöhung
im Kraftstoffniederdruckkreislauf ermöglicht, wodurch insgesamt
zwei Druckerhöhungsstufen zur Druckerhöhung im
Kraftstoffniederdruckkreislauf, beim Start des Motors, speziell
am Regelventil am Eingang zur Hochdruckpumpenkammer, zur Verfügung
stehen.
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In 1 drückt
eine, in einem Catch-Tank 3 untergebrachte Kraftstoffpumpe 2,
aus dem druckfesten LPG-Tank 1, LPG in Flüssigphase 4 in
die Kraftstoffvorlaufleitung 5 zur Kraftstoffhochdruckpumpe 6 hin.
In einer bevorzugten Ausführung wird das LPG in Flüssigphase 4 auf
dem Weg zur Kraftstoffhochdruckpumpe 6 durch einen an eine
bordeigene Klimaanlage angeschlossenen Wärmetauscher 13 gekühlt.
Eine Bohrung 7, die an einer speziellen Stelle der Hochdruckpumpe 6 angebracht
ist, oder ein Adapter, je nach Hochdruckpumpenausführung, ermöglicht
es dem LPG in Flüssigphase 4 aus der Kraftstoffvorlaufleitung 5 am
Eingang der Hochdruckpumpenkammer in der Hochdruckpumpe vorbei in die
Kraftstoffrücklaufleitung 8 hin zum LPG-Tank 1 zu fließen.
Ein von der Motorsteuerung angesteuertes Ventil in der Hochdruckpumpe 6 ermöglicht
es dem für die Verbrennung benötigten Kraftstoff
aus dem vorbeiströmenden Kraftstoffstrom in die Hochdruckpumpenkammer
der Hochdruckpumpe 6 abzuflie ßen, wo der Kraftstoff 4 durch
den Pumpenkolben unter Hochdruck gesetzt und über die Hochdruckkraftstoffleitung 19 zur
Kraftstoffrail 10 gedrückt wird. Die Kraftstoffrail 10 versorgt
die Kraftstoffeinspritzventile 42 mit dem notwendigen Kraftstoff,
den diese mit Hochdruck (40–200 bar) in die Brennkammer
des (hier nicht gezeigten) Motors einspritzen.
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Auf
dem Weg von der Hochdruckpumpe 6 zurück zum LPG-Tank 1 durchströmt
der Kraftstoff 4 einen mit einem Bypass 12 versehenen
Druckregler 11. Dieser Bypass 12 wird im Betrieb
des Motors durch die Steuereinheit 16 offen gehalten, wodurch sich
der Druck, den die Kraftstoffpumpe 2 im LPG-Tank 1 aufzubauen
hat, verringert. Nur beim Starten des Motors wird der Bypass 12 vorübergehend
geschlossen. Das hat zur Folge, dass vor dem Starten des Motors
der Druck, den die Kraftstoffpumpe 2 im LPG-Tank 1 erzeugt,
um den Kraftstoffkreislauf aufrecht zu erhalten, höher
wird.
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Falls
diese Druckerhöhung noch nicht ausreichend ist um Kraftstoffdampfblasen
im Kraftstoffvorlauf 5 und dem Niederdruckteil der Kraftstoffhochdruckpumpe 6 zu
beseitigen, lässt sich durch das Öffnen des Magnetventils 29 die
Federkraft des Druckreglers verstärken, was wiederum eine
weitere Druckerhöhung im Niederdruckkraftstoffkreislauf
(1–9, 11–13)
bewirkt. Die Steuereinheit 16 detektiert vor dem Start
des Motors einen, durch einen elektrischen Verbraucher induzierten,
Spannungsabfall der Batterie und nutzt diesen als Steuerimpuls um
die Kraftstoffpumpe 2 in Gang zu setzen. Damit wird erreicht, dass
eine kühlende Kraftstoffumwälzung in Kraftstoffniederdruckkreislauf
(1–9, 11–13)
schon dann in Gang gesetzt wird, wenn z. B. die Verriegelung eines Kraftfahrzeuges
entsperrt wird, also noch vor dem Öffnen einer Fahrzeugtür
und dem anschließenden Starten des Motors. Gleichzeitig öffnet
die Steuereinheit 16 den Bypass 12 des Druckreglers 11,
was den hydraulischen Widerstand in der Kraftstoffleitung um den
hydraulischen Widerstand des Druckreglers 11 verringert.
Das vergrößert den Kraftstoffvolumenstrom und
damit die Kühlwirkung. Gleichzeitig verringert die Kühlung
des Kraftstoffs den Pumpenüberdruck, der aufgewendet werden
muss, um Kraftstoffdampfblasen zu verhindern oder in die flüssige
Phase zurückzuführen. Wird nach spätetestens
30 Sekunden der Motor nicht gestartet, schaltet die Steuereinheit 16 aus
Sicherheitsgründen die Kraftstoffpumpe ab.
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Als
weiteres Sicherheitselement ist ein Drucksensor 14 im Kraftstoffniederdruckkreislauf (1–8, 11–13)
stromaufwärts der Kraftstoffhochdruckpumpe eingebaut, der
den Kraftstoffdruck detektiert. Wird im Kraftstoffniederdruckkreislauf
(1–9, 11–13) kein
Druck gemessen, unterbindet die Steuereinheit 16 die Kraftstoffförderung
aus dem Kraftstofftank 1.
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In 2 ist
die entsprechende bivalente Version einer Direkteinspritzung von
LPG in Flüssigphase 4 in Otto-Motoren abgebildet.
Es gibt eine Kraftstoffzuführungsleitung im Nieder druckbereich 24 für den
bei Normaldruck und Normaltemperatur flüssigen Kraftstoff
(Normaldruckkraftstoff) 21, vorzugsweise Benzin, die von
einer In-Tank-Kraftstoffpumpe 22 im Normaldruckkraftstofftank 20 beschickt
wird und eine entsprechende Kraftstoffzuführungsleitung im
Niederdruckbereich 5 für LPG. Die Kraftstoffzuführungsleitungen 5/24 für
die beiden Kraftstoffe 4/21 werden stromaufwärts
der Kraftstoffhochdruckpumpe 6 gekoppelt und durch ein
Rückschlagventil 31 und zwei Magnetventile 25/32 gegeneinander
verriegelt. Damit wird sichergestellt, dass immer nur einer der
beiden Kraftstoffe 4/21 zur Kraftstoffhochdruckpumpe 6 gefördert
wird. Zusätzlich wird im Niederdruckbereich der Kraftstoffzuführung
des Normaldruckkraftstoffes 21 eine zweite Kraftstoffpumpe 23 benötigt,
um beim Umschalten von LPG in Flüssigphase 4 auf
den Normaldruckkraftstoff 21 durch kurzzeitige Druckerhöhung
des Normaldruckkraftstoffes 21 über den Verdampfungsdruck
des LPG die Verdampfung des in dem Kraftstoffvorlauf zur Hochdruckpumpe 6 noch
nicht verdrängten LPGs in Flüssigphase 4 zu
verhindern.
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Ein
wichtiger Unterschied in der Kraftstoffzuführung der beiden
Kraftstoffe
4/
21 liegt auch darin, dass der Normaldruckkraftstoff
21 ohne
Rücklauf auskommt, während der Kraftstoff LPG
in Flüssigphase
4 mit einem Kraftstoffrücklauf
8 aus
der Kraftstoffhochdruckpumpe
6 in den LPG-Tank
1 als
Kraftstoffkreislauf betrieben wird, ohne den er nicht betriebssicher
wäre. Dieser Unterschied der Kraftstoffe
4/
21 im
Betrieb wird ebenfalls von der Steuerung
16 organisiert,
indem sie kraftstoffspezifisch das Rücklaufventil
30 stromabwärts
des Ausgangs des Niederdruckbereichs der Kraftstoffhochdruckpumpe öffnet
oder geschlossen hält, und zwar geöffnet beim Kraftstoff
LPG in Flüssigphase
4, wodurch hier ein Kraftstoffkreislauf
erzeugt wird und geschlossen beim Normaldruckkraftstoff
21.
Das
EP 06 023 298.0 nennt
die Anforderungen, die der Anschluss der Rücklaufleitung
8 an
die Kraftstoffhochdruckpumpe
6 erfüllen muss,
damit sie ihre Funktion erfüllt.
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Bei
dem in der 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Kraftstoffdruckreglers 11 für
eine Kraftstoffeinspritzanlage zur Einspritzung von LPG in Flüssigphase 4 in
einen Ottomotor, stellt ein in einem Reglergehäuse 112 verschiebbarer
Druckregelkolben 111 das druckregelnde Bauteil dar. Die
kegelförmige Spitze 117 des Druckregelkolbens 111 setzt
sich in eine entsprechende kegelförmige Aufnahme des Reglergehäuses 112 und
dichtet dadurch ab. Die Dichtkraft wird durch eine Feder 113 bestimmt,
die auf die Rückseite des Druckregelkolbens 111 drückt.
Der Druckregelkolben 111 ist axial mit einer Durchflussbohrung 115 versehen.
Sie bewirkt, dass der Verdampfungsdruck des LPGs 4 im Flüssiggastank 1 auch
auf der Rückseite des Druckregelkolbens 111 wirksam
wird. Das dadurch erzielte Druck gleichgewicht zwischen Vorderseite
und Rückseite des Druckregelkolbens 111 hat zur
Folge, dass die Kraft der Feder 113 nicht auch noch den
Verdampfungsdruck des LPGs 4 vorhalten muss (innere Verdampfungsdruckkompensation). Durch
diesen inneren Druckausgleich wird der im LPG-Tank 1 herrschende
Verdampfungsdruck kompensiert, sodass der Überdruck, den
die Kraftstoffpumpe 2 im LPG-Tank 1 aufbringen
muss um das LPG am Verdampfen zu hindern, von dem Verdampfungsdruck
des LPGs 4 im LPG-Tank 1 und damit auch von dessen
aktueller Temperatur, unabhängig wird. Der von der Kraftstoffpumpe 2 erzeugte Überdruck
hat jetzt nur noch die Funktion, die Erhöhung des Verdampfungsdruckes
zu überkompensieren, welche das LPG in Flüssigphase 4 auf
seinem Weg vom LPG-Tank 1 zu der Kraftstoffhochdruckpumpe 11 durch
Wärmeeintrag aus verschiedenen Quellen, wie die Kraftstoffpumpe 2 selbst,
das elektromagnetische Absperrventil 18 am Ausgang des
LPG-Tankes 1 oder die Kraftstoffhochdruckpumpe 6 erfährt.
Dazu bedarf es bei günstiger Gestaltung des Niederdruckkraftstoffkreislaufes
(1–9, 11–13),
so lange dort Kraftstoff 4 umgewälzt wird, nur
einer geringen Druckerhöhung gegenüber dem Kraftstoffdruck
im LPG-Tank 1.
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Ganz
anders verhält es sich bei Motorstillstand nach Betrieb
des Motors. Der fehlende Kraftstoffumlauf bewirkt einen großen
Druckunterschied zwischen dem Verdampfungsdruck des Kraftstoffs 4 im
LPG-Tank 1 und dem Verdampfungsdruck des Kraftstoffs 4 am
Eingang zur Hochdruckpumpenkammer in der Kraftstoffhochdruckpumpe 6.
Ohne das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Ausführung des Druckreglers müsste die Federkraft
der Feder 113 so bemessen sein, dass sie die Kraftstoffpumpe 2 im
LPG-Tank 1 zwingt, permanent einen Überdruck zu
erzeugen, der höher ist als diese Verdampfungsdruckdifferenz
bei Motorstillstand mit betriebswarmen Motor, damit der Kraftstoff 4 auch am
Eingang zur Hochdruckpumpenkammer in der Kraftstoffhochdruckpumpe 6 in
der Flüssigphase verbleibt. Infolgedessen müsste
die Kraftstoffpumpe 2 im LPG-Tank 1 auch in den
weitaus überwiegenden, unkritischen Betriebszuständen
permanent einen unnötig hohen Druck erzeugen mit allen
damit verbundenen Nachteilen.
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Die
erfindungsgemäße Lösung dieses Problems
in 3 besteht darin, dass die Druckfeder 113 gegen
einen zweiten, verschiebbaren Kolben 114 (Druckerhöhungskolben)
gelagert ist. Im Falle des Warmstarts wird dieser Druckerhöhungskolben 114 nun
so verschoben, dass er die Druck erzeugende Feder 113 um
eine vorgegebenes Maß zusammendrückt und dadurch
eine höhere Federspannung erzeugt, was wiederum über
den Druckregelkolben 111 einen höheren Kraftstoffdruck
im Kraftstoffniederdruckkreislauf 120 bewirkt. 3 zeigt
zwei Varianten der Druckerhöhung durch Verschiebung des Druckerhöhungskolbens 114.
In der einen Variante wird die Verschiebung des Druckerhöhungskolbens 114 durch
die Bestromung einer außen lie genden Magnetspule 119 und
in der anderen durch den am Eingang des Druckregelventils 11 abgezweigten
und auf die Rückseite des Druckerhöhungskolbens 114 geführten
Kraftstoffdruck 120 des Kraftstoffniederdruckkreislaufs
(1–9, 11–13)
bewirkt. Durch die positive Rückkoppelung des Regelkreises
erhöht sich der Kraftstoffdruck 120 im Kraftstoffniederdruckkreislauf (1–9, 11–13)
sehr schnell. Eine Druckbegrenzung verhindert, dass die Druckerhöhung
ein vorgegebenes, die Förderleistung der Kraftstoffpumpe 2 im Kraftstofftank 1 übersteigendes
Niveau überschreitet. Die Dauer der Druckerhöhung
bestimmt Ventil 29, das von der Steuereinheit 16 angesteuert
wird, indem es die Beaufschlagung des Druckerhöhungskolbens 114 mit
dem Kraftstoffdruck 120 des Kraftstoffniederdruckkreislaufs
(1–9, 11–13)
beendet. Über die Leckage am Druckerhöhungskolben 114 findet
anschließend ein allmählicher Abbau der Druckerhöhung
im Druckregler 11 statt, der parallel zu der Verringerung
der Kraftstofftemperatur in der Kraftstoffhochdruckpumpe 6 verläuft.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 06023298 [0005, 0016, 0030]
- - DE 10146051 [0008, 0008, 0009]
- - EP 1095214 B1 [0012, 0015]
- - DE 10360977 [0012]
- - DE 10360977 A1 [0014]