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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine entsprechend ausgebildetes
Klimaanlagensteuergerät zur Steuerung oder Regelung einer
Fahrzeugklimaanlage, insbesondere des Kältemittelkreislaufs.
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Fahrzeugklimaanlagen
umfassen einen Kältemittelkreislauf, durch den das Kältemittel,
welches zum Abkühlen der Luft notwendig ist, fliest. Aus
dem Kältemittelkreislauf kann über die Laufzeit
oder aufgrund einer Beschädigung Kältemittel austreten.
In einem Kältemittelkreislauf, der mit zu wenig Kältemittel
befüllt ist, tritt bei Kälteleistungsanforderungen eine
unüblich hohe Überhitzung nach der Wärmezufuhr
im Verdampfer auf. Um dennoch die benötigte Kälteleistung
umsetzen zu können, wird der Kompressor immer stärker
angesteuert und so je nach Steuerungsprinzip des Kompressors im
Kältekreislauf der Saugdruck vor dem Kompressor immer weiter
abgesenkt, so dass trotz Kältemittelüberhitzung versucht
wird, ausreichend Kälteleistung zur Verfügung
zu stellen. Dieser sehr niedrige Saugdruck kann zu schweren Schäden
am Kältemittelverdichter bzw. Kompressor führen.
Bedingt durch den Kältemittelmangel kann es auch zu Störungen
der Ölzirkulation im Kältekreislauf kommen, welche
ebenfalls zu Schäden am Kältemittelverdichter
führen können.
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Um
Klimaanlagen vor Schäden aufgrund eines zu niedrigen Kältemittel-Füllstands
zu schützen, muss die Kältemittel-Füllmenge
der Klimaanlagen kontinuierlich überwacht werden. Bei herkömmlichen Kältemittelkreisläufen
zur Innenraum- oder Komponentenkühlung von Fahrzeugen kommen
typischerweise Kältemittelverdichter bzw. Kompressoren
mit Saugdruckregelung als Lastregelung zum Einsatz. Diese Kompressoren
verfügen über einen Selbstschutzmechanismus, der
ein Absaugen auf ein unzulässig tiefes Saugdruckniveau
mit einhergehender Komponentenschädigung verhindert.
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Neuartige
Kompressoren sind oft mit anderen Regelmechanismen ausgestattet,
z. B. mit einem Regelmechanismus zur genaueren Volumenstromregelung
oder Drehmomentenregelung. Hier erfolgt keine Regelung nach dem
Saugdruck und keine Referenzierung des Saugdrucks. Um eine Kältemittel-Unterfüllung
feststellen zu können, könnte der Saugdruck bspw.
messtechnisch erfasst und mittels einer Schutzfunktion auf ein Minimum
limitiert werden. Diese Art der Messung ist in Fahrzeugen unüblich
und teuer in der Umsetzung.
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Ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung eines Füllstands
eines Kältemittelkreislaufs einer Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs
offenbart bspw. die
DE
10 2004 024 579 B3 . Hier wird eine Außentemperatur
und/oder eine Motortemperatur des Fahrzeugs und ein Kältemitteldruck
gemessen, und eine Ruhezustandsanalyse durchgeführt. Zur
Durchführung einer Ruhezustandanalyse des Kältemittelkreislaufs
zur Feststellung einer Fehlfüllmenge des Kältemittelkreislaufs
wird hierbei mittels eines Drucksensors der Druck des Kältemittels
gemessen und mit einer Temperatur des Kältemittels oder
einer vergleichbaren Temperatur in Relation gesetzt. Eine im Rahmen
der Relation durchgeführte Bewertung von gemessenen Zustandsgrößen
lässt eine Aussage über den Füllgrad
des Kältemittelkreislaufs, also der im Kältemittelkreislauf
befindlichen Kältemittelmenge zu.
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Auch
die
DE 601 07 782
T2 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung
des Füllungszustands einer Kraftfahrzeugklimaanlage. Bei
diesem Verfahren wird der Kompressor innerhalb des Kältemittelkreislaufs
bei quasistationären Betriebsbedingungen für eine
vorbestimmte Zeitdauer aktiviert. Anschließend wird ein
ermittelter Wert von zumindest einer vorbestimmten Eigenschaft der
resultierenden Kurve des Kältemitteldrucks mit einem Bezugswert
verglichen und in Abhängigkeit vom Vergleich ggf. auf eine
Unterfüllung des Kältekreislaufs geschlossen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein alternatives und kostengünstiges
Verfahren zur Vermeidung von Schäden am Kältemittelkreislauf
aufgrund einer Kältemittelunterfüllung durch entsprechende
Steuerung und/oder Regelung der Fahrzeugklimaanlage, insbesondere
des Kältemittelkreislaufs anzugeben, welches speziell für
Fahrzeugklimaanlagen mit extern regelbaren Kältemittelverdichtern
und ohne Drucksensor im Kältemittelkreislauf zum Messen
des Saugdrucks geeignet ist.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Patentanspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
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Die
Erfindung geht von einer Fahrzeugklimaanlage mit einem Kältemittelkreislauf
aus, wobei der Kältemittelkreislauf zumindest einen Kompressor,
einen Kondensator bzw. Gaskühler, eine Kältemittel-Expansionsvorrichtung
und einen Verdampfer umfasst. Das durch den Kompressor komprimierte Kältemittel
wird dem Kondensator bzw. Gaskühler zugeführt,
der wiederum über eine Kältemittel-Expansionsvorrichtung
mit dem Verdampfer verbunden ist. Nach dem Verdampfer oder nach
dem Kondensator bzw. Gaskühler kann noch ein Sammler angeordnet
sein, in dem das Kältemittel gesammelt wird.
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Wie
bereits eingangs erwähnt, kommt es im Fall einer Kältemittelunterfüllung
im Kältemittelkreislauf beim Einsatz von Kältemittelverdichtern,
die nicht nach dem Saugdruck geregelt werden, zu sehr niedrigen
Saugdrücken. Diese bewirken in einem Teilbereich des Verdampfers
in der Nähe des kältemittelseitigen Verdampfereintritts
ungewöhnlich tiefe Verdampfungstemperaturen und somit auch
ungewöhnlich tiefe luftseitige Austrittstemperaturen in
diesem Bereich bzw. sehr tiefe Oberflächentemperaturen
auf dem Verdampfer.
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Der
Erfindung liegt somit die Erkenntnis zugrunde, dass im Falle einer
Unterfüllung aufgrund Kältemittelüberhitzung
relativ hohe Luftaustrittstemperaturen bzw. Oberflächentemperaturen
zu mehr oder weniger starker Inhomogenität der luftseitigen Austrittstemperaturen
der Austrittsluft aus dem Verdampfer führen und je nach
Grad der Unterfüllung lokal extrem tiefe Luftaustrittstemperaturen
bzw. lokal extrem tiefe Oberflächentemperaturen am Verdampfer
auftreten.
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Um
diese Inhomogenität der luftseitigen Austrittstemperaturen
aus dem Verdampfer bzw. der Oberflächentemperaturen am
Verdampfer detektieren zu können, sind mindestens zwei
Verdampfertemperatursensoren zum Messen der mit dem Austrittsluftstrom
am Verdampfer korrelierenden Temperaturen notwendig. Heute üblicherweise
eingesetzte Verdampfertemperatursensoren sind meist auf der Luftaustrittseite
des Verdampfers je nach Verdampferbauart derart positioniert, so
dass bei einem normal befüllten Kältekreislauf
eine repräsentative Verdampferluftaustrittstemperatur sensiert
wird. Dieser Sensor wird in den meisten Fällen im Austrittsluftstrom
aus dem Verdampfer positioniert. Er kann aber auch im Lamellenpaket
des Verdampfers positioniert sein und die Oberflächentemperatur
des Verdampfers bzw. des Lamellenpakets an dieser Stelle messen.
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In
Anlehnung an die oben genannte Positionierung eines Verdampfertemperatursensors
ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
ein erster herkömmlich positionierter Verdampfertemperatursensor
vorgesehen, der ein mit der Temperatur des Austrittsluftstroms korrelierende
erste Temperatur misst. Dieser Verdampfertemperatursensor kann analog
zu oben im Austrittsluftstrom des Verdampfers oder zur Ermittlung
der Oberflächentemperatur des Verdampfers positioniert
sein.
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Zusätzlich
zum ersten Temperatursensor soll ein zweiter Temperatursensor im
Verdampfer so positioniert sein, dass er eine mit der Temperatur
des Austrittsluftstroms korrelierende zweite Temperatur messen kann.
Idealerweise kann der zweite Verdampfertemperatursensor analog zum
ersten Verdampfertemperatursensor im Austrittsluftstrom des Verdampfers
oder im Verdampfer zur Ermittlung der Oberflächentemperatur
des Verdampfers positioniert sein.
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Alternativ
können der erste und/oder zweite Verdampfertemperatursensor
auch in Verbindung mit einer Kältemittelleitung so positioniert
werden, dass mittels dieser Sensoren die Kältemitteleintrittstemperatur
in den Verdampfer oder die Kältemittelaustrittstemperatur
aus dem Verdampfer gemessen werden kann. Beide Messsignale werden
einer Steuereinheit zugeführt, wo sie eingelesen und im
Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens weiter
verarbeitet werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung oder
Regelung der Fahrzeugklimaanlage, insbesondere des Kältemittelkreislaufs
der Fahrzeugklimaanlage zur Vermeidung der schädlichen
tiefen Saugdrücke und der damit einhergehenden Komponentenschädigung
im Kältemittelkreislauf zeichnet sich dadurch aus, dass
die Fahrzeugklimaanlage, insbesondere der Kältemittelkreislauf
in Abhängigkeit von den gemessenen Temperaturen der beiden
Verdampfertemperatursensoren, insbesondere in Abhängigkeit
von der Differenz zwischen der ersten und zweiten gemessenen Temperatur
und/oder in Abhängigkeit von der niedrigeren der beiden
gemessenen Temperaturen gesteuert oder geregelt wird. Das Verfahren
bietet den Vorteil, dass bei der Steuerung und Regelung der aufgrund
von Kältemittelunterfüllung auftreten den Inhomogenitäten
der Luftaustrittstemperatur derart berücksichtigt werden
können, so dass keine Komponentenschädigung des
Kältemittelkreislaufs aufgrund Kältemittelunterfüllung
eintritt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die herkömmlichen
Verfahren zur Steuerung und Regelung des Kältekreises bei normal
befülltem Kältekreis nicht verändert
werden müssen, da der erste Verdampferfühler an
der herkömmlichen Position sitzt und der zweite Sensor
im Fall eines normal befüllten Kältekreis annähernd
die gleiche Temperatur misst wie der erste Fühler.
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Vorteilhafterweise
kann die Vermeidung der stellenweise auftretenden tiefen Verdampfertemperatur
bei Kältemittelunterfüllung und die damit verbundene
Vermeidung der schädlichen tiefen Saugdrücke in
der Art erfolgen, dass die Regelung der Verdampfertemperatur in
Abhängigkeit von der niedrigeren der beiden gemessenen
Temperaturen vorgenommen wird, d. h. die niedrigere der beiden gemessenen
Temperaturen wird als Eingangsgröße für die
Verdampfertemperaturregelung zur Regelung der Eingangsgröße
auf einen vorgegebenen Verdampfertemperatursollwert verwendet. Treten
lokal sehr tiefe Verdampfertemperaturen auf, welche mittels zumindest
einem der beiden Verdampfertemperatursensoren gemessen werden, wird
automatisch der Kältemittelverdichter zurückgeregelt,
d. h. der Saugdruck wird wieder angehoben, da der Verdampfertemperatursollwert
in Fahrzeugklimaanlagen in der Regel über dieser lokal
gemessenen tiefen Temperatur liegt.
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Alternativ
oder zusätzlich kann zur Vermeidung von Komponentenschäden
aufgrund Kältemittelunterfüllung der Grad der
Inhomogenität der Luftaustrittstemperaturen am gesamten
Verdampfer durch Differenzbetrachtung der beiden gemessenen Temperaturen
und optional unter Berücksichtigung des Lastzustands der
Klimaanlage abgeschätzt und bewertet werden. Demnach kann
die Steuerung oder Regelung des Kältekreislaufs auch in
Abhängigkeit von der Differenz zwischen der gemessenen
ersten und zweiten Temperatur und optional unter Berücksichtigung
des Lastzustands der Klimaanlage vor genommen werden. Insbesondere
kann in Abhängigkeit von der ermittelten Differenz der
beiden gemessenen Temperaturen ein Ansteuersignal für den Kompressor
ermittelt oder ein aufgrund anderer Größen ermitteltes
Ansteuersignal für den Kompressor korrigiert werden. Vorteilhafterweise
kann bei der Ermittlung oder Korrektur des Ansteuersignals für
den Kompressor auch ein ermitteltes Lastsignal einfließen.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das Ansteuersignal
in Abhängigkeit vom positiven Betrag der Differenz zwischen
den beiden gemessenen Temperaturwerten nur dann ermittelt oder korrigiert,
wenn der positive Betrag der Differenz einen vorgegebenen ersten
Grenzwert überschreitet. Der Grenzwert ist dabei so zu
wählen, dass bei Überschreitung dieses Grenzwerts
davon ausgegangen werden kann, dass der Kältemittelkreislauf
nicht normal befüllt ist und aufgrund dessen Inhomogenitäten der
Luftaustrittstemperaturen am gesamten Verdampfer auftreten. Überschreitet
der positive Betrag der Differenz den vorgegebenen ersten Grenzwert, wird
das Ansteuersignal für den Kompressor derart beeinflusst,
dass dieser mit einer geringeren Leistung betrieben und somit der
Saugdruck reduziert wird.
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Überschreitet
der positive Betrag der Differenz zwischen den beiden gemessenen
Temperaturen einen vorgegebenen zweiten Grenzwert, der größer
als der vorgegebene erste Grenzwert ist, wird auf eine derartige
Kältemittelunterfüllung geschlossen, bei der davon
ausgegangen wird, dass bei weiterem Betrieb des Kompressors Komponentenschäden
im Kältemittelkreislauf auftreten könnten. Demnach
wird in einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei einem
ermittelten positiven Betrag der Differenz zwischen den beiden gemessenen
Temperaturen, der größer als der vorgegebene zweite
Grenzwert ist, das den Kompressor ansteuernde Ansteuersignal derart
beeinflusst, dass keine Verdichtung des Kältemittels mehr
stattfindet, d. h. das Ansteuersignal wird zu Null und der Kompressorbetrieb
eingestellt. Idealerweise können die gemessenen Temperaturen
vor Ermittlung der Differenz noch gedämpft werden, damit
kurzfristige Schwankungen nicht zu unnötigen Maßnahmen
in der Kompressoransteuerung führen.
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Anstelle
der Beeinflussung des Ansteuersignals des Kompressors aufgrund der
ermittelten Differenz zwischen den beiden gemessenen Temperaturen
kann in Abhängigkeit von der ermittelten Differenz auch
der Verdampfertemperatursollwert beeinflusst werden, insbesondere
derart, dass bei ermittelter größerer Differenz
zwischen den beiden gemessenen Temperaturen der Verdampfertemperatursollwert
angehoben wird. Überschreitet der positive Betrag der Differenz
zwischen den beiden gemessenen Temperaturen einen vorgegebenen dritten
Grenzwert, der gleich dem zweiten Grenzwert sein kann, kann der
Verdampfertemperatursollwert sehr hoch bzw. gegen unendlich vorgegeben
werden, wodurch der Kompressorbetrieb bzw. der Kältekreislauf
abgeschaltet wird.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren, sowie deren vorteilhafte
Ausgestaltungen können mittels eines implementierten Algorithmus
oder einer entsprechenden Baugruppenanordnung in einem dafür
vorgesehenen Steuergerät, insbesondere in einem Klimaanlagensteuergerät
durchgeführt werden.
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Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Dabei zeigt
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1 einen
Aufbau eines Kältemittelkreislaufs einer nicht näher
dargestellten Fahrzeugklimaanlage,
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2 eine
detaillierte Darstellung des Verdampfers und der Positionierung
der beiden Verdampfertemperatursensoren,
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3 ein
vereinfachtes Diagramm zur Darstellung des erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einer ersten Ausgestaltungsmöglichkeit,
und
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4 ein
vereinfachtes Diagramm zur Darstellung des erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einer zweiten Ausgestaltungsmöglichkeit.
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Der
in 1 dargestellte Kältemittelkreislauf KK
einer Fahrzeugklimaanlage umfasst zumindest einen Kompressor K zum
Verdichten des Kältemittels KM, dem hochdruckseitig ein
Kondensator bzw. Gaskühler GK nachgeschaltet ist. Diesem
Kondensator bzw. Gaskühler GK ist eine Kältemittel-Expansionsvorrichtung
E nachgeschaltet, dem ein Verdampfer V folgt. Nach dem Verdampfer
V oder nach dem Kondensator/Gaskühler GK kann noch ein
Sammler S vorgesehen sein.
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Ein
Klimaanlagensteuergerät SG steuert den Betrieb der Klimaanlage
in herkömmlicher Weise in Abhängigkeit vom Ansteuersignal
direkt oder indirekt (durch Steuerung oder Regelung der Verdampfertemperatur)
auf den umgesetzten Kältemittelstrom oder Kältemitteldifferenzdruck
zwischen Hoch- und Niederdruckteil des Kältemittelkreislaufs
KK. Vor dem Kompressor K kann bei Bedarf ein innerer Wärmetauscher
angeordnet sein, welcher die Hochdruckseite (Kältekreisabschnitt
zwischen Gaskühler und Expansionsorgan) thermisch mit der
Niederdruckseite (Kältekreisabschnitt zwischen Verdampfer bzw.
Sammler und Kompressor) verbindet. Weiter sind ein erster und zweiter
Verdampfertemperatursensor S1 und S2 dargestellt, wobei der erste
Verdampfertemperatursensor S1 hier beispielhaft im Bereich des Kältemittelaustritts
aus dem Verdampfer V, und der zweite Verdampfertemperatursensor
hier beispielhaft im Bereich des Kältemitteleintritts in
den Verdampfer V angeordnet ist.
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Die 2 zeigt
eine detaillierte Darstellung des Verdampfers V und der Positionierung
der beiden Verdampfertemperatursensoren S1 und S2, wobei das Kältemittel
KM den Verdampfer V von links nach rechts durchströmt.
Innerhalb des Verdampfers V sind die Leitungen, durch die das Kältemittel
KM fließt, serpentinenförmig angeordnet. Dadurch
kann sehr effektiv die im Kältemittel KM gespeicherte Kälteleistung
an die den Verdampfer durchströmende bzw. umströmende
Luft abgegeben werden, die sich dadurch abkühlt.
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Dargestellt
sind beispielhaft die Luftaustrittstemperaturen im Fall einer Unterfüllung,
die hier von links nach rechts zunehmen.
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Um
Inhomogenitäten der Luftaustrittstemperaturen am gesamten
Verdampfer V erkennen zu können, sind die zwei Verdampfertemperatursensoren
S1 und S2 so positioniert, dass der erste Verdampfertemperatursensor
S1 bei Unterfüllung an einer warmen Stelle des Lamellenpakets,
und der zweite Verdampfertemperatursensor S2 bei Unterfüllung
an einer kalten Stelle des Lamellenpakets angeordnet ist. Beide
Sensoren S1 und S2 sind in diesem Ausführungsbeispiel so
positioniert, so dass sie die Austrittslufttemperatur des Verdampfers
bzw. des Lamellenpakets an der jeweiligen Stelle messen können.
Alternativ können die beiden Sensoren S1 und S2 auch an
der jeweiligen gekennzeichneten Stelle im Lamellenpaket so positioniert
sein, dass sie die Oberflächentemperatur des Verdampfers
messen können.
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In
den 3 und 4 sind zwei alternative Ausgestaltungen
des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand von vereinfachten
Ablaufdiagrammen dargestellt. In beiden Figuren werden die beiden
mittels der Verdampfertemperatursensoren S1 und S2 gemessenen Temperaturen
t1 und t2 einer hier nicht dargestellten Steuereinheit zugeführt
und ausgewertet. Im Block 1 wird der niedrigere der beiden
Temperaturen t1 und t2 als Istwert IW für die Verdampfertemperaturregelung
Reg_V ausgewählt. In Abhängigkeit von diesem Istwert
IW und einem vorgegebenen Verdampfertemperatursollwert SW erfolgt
dann die Verdampfertemperaturregelung Reg_V im Block 2.
Im Rahmen der Verdampfertemperaturregelung Reg_V wird ein erstes
Signal s1 erzeugt und einer Einheit 3 zugeführt,
wobei das erste Signal s1 einem aufgrund der Verdampfertemperaturregelung
notwendigen Signal zum Ansteuern des Kompressors entspricht.
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Gleichzeitig
wird die Differenz dT zwischen den beiden gemessenen Temperaturen
t1 und t2 ermittelt und im Block 4 ausgewertet. In Abhängigkeit da von,
ob der positive Betrag der Differenz dT einen vorgegebenen zweiten
Grenzwert GW2 überschreitet, wird ein entsprechendes (zweites)
Signal s2 erzeugt und ebenfalls der Einheit 3 zugeführt.
Bspw. kann bei einer Überschreitung des vorgegebenen zweiten
Grenzwertes GW2 ein Signal s2 mit einem Wert „0” erzeugt
werden, was bedeutet, dass keine Ansteuerung des Kompressors erlaubt
ist und der Kältemittelkreislauf abgeschaltet werden muss.
Wird der zweite Grenzwert GW2 nicht überschritten, kann bspw.
als zweites Signal s1 eine „1” gesendet werden,
was dazu führt, dass das Ansteuersignal sA zur Ansteuerung
des Kompressors lediglich in Abhängigkeit vom ersten Signal
s1 ermittelt werden kann bzw. diesem entspricht. Die konkrete Ausgestaltung
des zweiten Signals s2 hängt jedoch von der Art der Auswertung
in der Einheit 3 ab.
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Die
Einheit 3 ermittelt in Abhängigkeit der eingehenden
Signale – bei 3 also aus den Signalen s1 und
s2 das tatsächliche Ansteuersignal sA zur Ansteuerung des
Kompressors. Im Rahmen der Ermittlung des Ansteuersignals sA in
der Einheit 3 wird z. B. durch eine entsprechende mathematische
Verknüpfung oder entsprechende Aufbereitung der Eingangssignale
das Minimum der eingehenden Signale s1 und s2 als Ansteuersignal
sA vorgegeben. Dieses kann bspw. durch Minimalwertbildung oder entsprechende
Priorisierung der eingehenden Signale erfolgen. Wird bspw. zumindest
ein sehr tiefer Verdampfertemperaturwert gemessen und ist der positive
Betrag der Differenz dT kleiner als der vorgegebene zweite Grenzwert
GW2, so wird automatisch der Kältemittelverdichter in Abhängigkeit
vom Signal s1 zurückgeregelt, also der Saugdruck reduziert.
Ist der Betrag der Differenz dT größer als der
zweite Grenzwert GW2, wird das Ansteuersignal sA für die
Ansteuerung des Kompressors zu Null gesetzt und somit der Kältekreislauf
abgeschaltet.
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In
der Darstellung in 4, welche die gleiche Steuerung
und Regelung, wie sie in 3 dargestellt ist, umfasst,
wird zusätzlich im Block 5 in Abhängig keit
von der ermittelten Differenz dT zwischen den beiden gemessenen
Temperaturen t1 und t2 und unter Berücksichtigung des Lastzustands
L der Klimaanlage ein drittes Signal s3 für die Ansteuerung des
Kompressors erzeugt und der Einheit 3 zugeführt.
Bspw. wird nur dann ein drittes Signal s3 erzeugt, wenn der positive
Betrag der Differenz dT einen vorgegebenen ersten Grenzwert GW1 überschreitet,
der kleiner ist als der vorgegebene zweite Grenzwert GW2. Dieses
dritte Signal s3 ist dabei ebenfalls in Abhängigkeit von
der Art der Auswertung in der Einheit 3 derart ausgestaltet,
dass bei einer Überschreitung des ersten Grenzwertes GW1
das aufgrund dieser Grenzwertüberschreitung erzeugte dritte
Signal s3 sozusagen höher priorisiert ist als das von der
Verdampferregelung Reg_V erzeugt erste Signal s1, aber niedriger
als das zweite Signal s2.
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Alternativ
könnte anstelle der Ermittlung eines (zweiten oder dritten)
Signals s2 bzw. s3 für die Ansteuerung des Kompressors
A_K in Abhängigkeit von der Differenz dT auch der Verdampfertemperatursollwert
SW für die Verdampfertemperaturregelung Reg_V in Abhängigkeit
von der Differenz dT beeinflusst werden. Würde der positive
Betrag der Differenz dT den vorgegebenen zweiten Grenzwert GW2 überschreiten,
könnte der Sollwert SW so hoch gesetzt werden, dass der
Kompressor abgeschaltet wird, da kein Abkühlen des Kältemittels
bzw. der Austrittsluft aus dem Verdampfers notwenig ist.
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Mittels
dieses Verfahrens zur Füllmengenüberwachung kann
auf einfache und kostengünstige Weise Kältemittel-Unterfüllung
detektiert werden und ggf. auftretende Schäden des Kältemittelverdichters bzw.
Kompressors vermieden werden. Dadurch ergibt sich auch eine Erhöhung
der Kundenzufriedenheit, da aufgrund der Fehlererkennung eine rechtzeitige
Wartung und Auffüllen des Kältemittels durchgeführt
werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102004024579
B3 [0005]
- - DE 60107782 T2 [0006]