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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und ein entsprechend ausgebildetes
Klimaanlagensteuergerät zur Kältemittel-Füllmengenüberwachung nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Um
Klimaanlagen vor Schäden aufgrund eines zu niedrigen Kältemittel-Füllstands
zu schützen, muss die Kältemittel-Füllmengen
der Klimaanlagen kontinuierlich überwacht werden. Da ein
direktes Messen der Kältemittel-Füllmenge bei
einer in einem Fahrzeug verbauten Klimaanlage nicht bzw. nur schwer
möglich ist, muss die Kältemittel-Füllmenge auf
eine andere Art ermittelt werden.
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Bspw.
offenbart die
DE
10 2004 024 579 A1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung eines
Füllstands eines Kältemittelkreislaufs einer Klimaanlage
eines Kraftfahrzeugs, bei dem eine Außentemperatur und/oder eine
Motortemperatur des Fahrzeugs und ein Kältemitteldruck
gemessen, und eine Ruhezustandsanalyse bzw. eine Stillstands-Füllmengenüberwachung
durchgeführt wird. Zur Durchführung einer Ruhezustandanalyse
des Kältemittelkreislaufs zur Feststellung einer Fehlfüllmenge
des Kältemittelkreislaufs wird hierbei mittels eines Drucksensors
der Druck des Kältemittels gemessen und mit einer Temperatur
des Kältemittels oder einer vergleichbaren Temperaturen
in Relation gesetzt. Eine im Rahmen der Relation durchgeführte Bewertung
von gemessenen Zustandsgrößen lässt eine
Aussage über den Füllgrad des Kältemittelkreislaufs,
also der im Kältemittelkreislauf befindlichen Kältemittelmenge
zu.
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Auch
die
DE 100 61 545
A1 offenbart ein Verfahren zur Kältemittel-Füllmengenüberwachung
in einem Kältemittelkreislauf einer Klimaanlage, das eine Stillstandsfüllmengen-Überwachung
bei abgeschaltetem Kompressor umfasst, wobei im Stillstand der Druck
und die Temperatur des Kältemittels erfasst werden. Es
wird auf eine Fehlfüllung geschlossen, wenn der Druck unterhalb
einer Mindestdruckschwelle liegt, oder wenn die Temperatur über
einem maximalen Temperaturgrenzwert liegt und gleichzeitig der Druck
außerhalb eines vorgebbaren Solldruckbereichs liegt.
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Da
die verwendeten Drucksensoren relativ ungenau auflösen,
ist eine genaue Aussage über die aktuelle Kältemittel-Füllmenge
oft schwierig.
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Aufgabe
der Erfindung ist es deshalb, ein verbessertes Verfahren zur Kältemittel-Füllmengenüberwachung
anzugeben, bei dem die aktuelle Füllmenge noch genauer
ermittelt werden kann.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Patentanspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
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Grundgedanke
der Erfindung ist, nach Abstellen des Motors nicht einen ermittelten
Wert für den Kältedruck zur Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge heranzuziehen,
sondern den Druckverlauf, also die Drucksumme für ein vorgegebenes
Zeitintervall zu beobachten und zur Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
heranzuziehen. Je genauer die Drucksumme ermittelt wird, desto besser
können Sensorfehler augrund ihres geringen Auflösevermögens kompensiert
werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren zur Kältemittel-Füllmengenüberwachung
in einem Kältemittelkreislauf einer Fahrzeugklimaanlage,
das eine Stillstands-Füllmengenüberwachung umfasst,
bei der ein aktueller Kältemitteldruck und die Außentemperatur erfasst
werden und der ermittelte Kältemitteldruck für die
Ermittlung der aktuellen Kältemittel-Füllmenge ausgewertet
wird, zeichnet sich somit dadurch aus, dass bei der Stillstandsüberwachung
bei abgeschalteter Antriebseinheit innerhalb eines vorgegebenen Zeitintervalls
mittels eines im Kältekreislauf nach dem Kondensator angeordneten
Drucksensors ein in Relation zum Druckverlauf des Kältemittel
innerhalb des vorgegebenen Zeitintervalls ermittelbares Maß für
den Gesamtdruck ermittelt wird. Anschließend wird dieses
ermittelte Maß für den Gesamtdruck für die
Ermittlung der aktuellen Kältemittel-Füllmenge bzw.
die Kältemittel-Füllmengenüberwachung
ausgewertet.
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Wie
bereits eingangs erwähnt, kann es aufgrund schlecht auflösender
Drucksensoren, die für die Kältemitteldruckmessung
verwendet werden, bei Verwendung eines einzigen Kältemittendruckwertes schnell
zu erheblichen Abweichung der tatsächlichen Kältemittel-Füllmenge
zur rechnerisch ermittelten Kältemittel-Füllmenge
kommen. Um die Klimaanlage nicht in Bereichen zu Betreiben, in denen
der Betrieb aufgrund eines zu niedrigen Kältemittel-Füllstands
zu Beeinträchtigungen in der Funktion der Klimaanlage führen
könnte, müssen die Grenzwerte, bei denen ein Hinweis
ausgegeben werden muss, dass ein Werkstattbesuch zum Auffüllen
des Kältemittels erforderlich ist, relativ hoch gewählt
werden, um mögliche Schäden bei fehlerhafter Ermittlung
der Kältemittel-Füllmenge ausschließen
zu können.
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Wird
nun anstelle eines einzigen Kältemitteldruckwertes ein
Maß für den Gesamtdruck innerhalb eines vorgegebenen
Zeitintervalls zur Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
verwendet, das bspw. aus einer Vielzahl von gemessenen Einzel-Kältemitteldruckwerten
ermittelt werden kann, kann davon ausgegangen werden, dass sich
die aufgrund der schlecht auflösenden Drucksensoren eingeschlichenen
Fehler im Wesentlichen kompensieren. Dadurch können auch
Grenzwerte, die weder überschritten, noch unterschritten
werden dürfen, wesentlich besser an die absolut einzuhaltenden
Grenzwerte angepasst werden.
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Das
Maß für den Gesamtdruck kann auf verschiedene
Arten ermittelt werden. In einer ersten Alternative kann das Maß für
den Gesamtdruck durch Addition aktueller Kältemitteldruckwerte
mit einer vorgegebenen Abtastrate innerhalb des vorgegebenen Zeitintervalls
ermittelt werden, d. h. innerhalb des vorgegebenen Zeitintervalls
wird mit einer vorgegebenen Abtastrate der Wert des aktuellen Kältemitteldrucks
erfasst und anschließend aufsummiert. Diese Summe stellt
das Maß für den Gesamtdruck dar. Je größer
die Abtastrate ist, desto mehr Einzelwerte des Kältemittel-Drucks
werden aufaddiert, und desto genauer ist das Maß für
den Gesamtdruck. Die Abtastrate kann dabei z. B. in einer Größenordnung
von 1 Hz vorgegeben werden.
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Wird
die Abtastrate sehr groß gewählt, kann dadurch
ein Maß für den Gesamtdruck ermittelt werden,
der in etwa der Fläche unter dem Druckverlauf entspricht.
Anstelle der Abtastrate kann in einer alternativen Ausgestaltung
das Maß für den Gesamtdruck durch Integralbildung über
den Druckverlauf innerhalb des vorgegebenen Zeitintervalls ermittelt
werden, d. h. es wird die Fläche unter dem Druckverlauf ermittelt
und als Maß für den Gesamtdruck zur Verfügung
gestellt.
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Zur
Ermittlung der aktuellen Kältemittel-Füllmenge
aus dem ermittelten Maß für den Gesamtdruck wird
das ermittelte Maß für den Gesamtdruck mit vorgegebenen
außentemperaturabhängigen Referenzdruckwerten
verglichen. Dazu werden für die verschiedenen Fahrzeugmodelle,
insbesondere für die verschiedenen Motorvarianten Referenzdruckwerte
für verschiedene Kältemittel-Füllmengen
und Außentemperaturen ermittelt und hinterlegt. Wird dann
bei abgeschalteter Antriebseinheit das Maß für den
Gesamtdruck bei einer bestimmten Außentemperatur ermittelt,
wird dieses Maß für den Gesamtdruck mit den entsprechenden
Referenzdruckwerten derselben Außentemperatur verglichen.
In Abhängigkeit davon, welchem Referenzdruckwert das Maß für den
Gesamtdruck am nächsten kommt bzw. zwischen welchen Referenzdruckwerten
das ermittelte Maß für den Gesamtdruck liegt,
kann – ggf. durch Interpolation zwischen den vorgegebenen
Referenzdruckwerten – die aktuell vorliegende Kältemittel-Füllmenge
ermittelt werden. Vorteilhafterweise sind die vorgegebenen außentemperaturabhängigen Referenzwerte
dabei in einem Kennfeld gespeichert.
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Damit
die Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge nicht
aufgrund unterschiedlicher Betriebszustände des Fahrzeugs
unnötig verfälscht wird, wird in einer vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung die aktuelle Kältemittel-Füllmenge
nur dann ermittelt, wenn vorgegebene Zustandsbedingungen des Kraftfahrzeugs,
insbesondere der Antriebseinheit erfüllt sind.
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Bei
den Zustandsbedingungen können bspw. die Motoröltemperatur
und/oder der Aktivitätszustand eines vorhandenen Elektrolüfters,
der bei bestimmten Voraussetzung auch nach dem Abstellen der Antriebseinheit
aktiv ist bzw. aktiviert wird, überwacht und ausgewertet
werden.
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Vorteilhafterweise
gilt eine Zustandsbedingung als erfüllt, wenn die Motoröltemperatur
einen vorgegebenen Öltemperaturgrenzwert überschreitet bzw. überschritten
hat. Dadurch wird gewährleistet, dass die Kältemittel- Füllstandsermittlung
nicht aufgrund eines kalten Motors verfälscht wird. Alternativ oder
zusätzlich gilt eine weitere Zustandsbedingung als erfüllt,
wenn ein vorhandener Elektrolüfter nicht (mehr) aktiv ist.
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Da
die Temperatur einen wesentlichen Einfluss auf das Volumen bzw.
den Druck des Kältemittels nimmt, muss bei der Ermittlung
der Kältemittel-Füllmenge die Außentemperatur
berücksichtigt werden. In Abhängigkeit von der
Außentemperatur werden die dieser Außentemperatur
zugeordneten Referenzdruckwerte für den Vergleich des Maßes
für den Gesamtdruck mit den entsprechenden Referenzdruckwerten
berücksichtigt. Die Ermittlung der Außentemperatur
kann bspw. direkt nach dem Abschalten der Antriebseinheit mittels
eines dafür vorgesehenen Temperatursensors erfolgen. Die
ermittelte Außentemperatur wird dann in einem Speicher
für die Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
gespeichert.
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Da
neben der Temperatur noch andere Einflussfaktoren das aktuelle Volumen
des Kältemittels beeinflussen können, können
in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung die Referenzdruckwerte in
Abhängigkeit von weiteren Parametern, vorzugsweise in Abhängigkeit
vom Fahrprofil, den Windverhältnissen und/oder der Sonneneinstrahlung
vorgegeben werden. Dementsprechend werden bei der Ermittlung der
Kältemittel-Füllmenge das Fahrprofil und/oder
die Windverhältnisse und/oder die Sonneneinstrahlung ermittelt
und derart ausgewertet, dass für den Vergleich des Maßes
für den Gesamtdruck mit den entsprechenden Referenzdruckwerten
diejenigen Referenzdruckwerte herangezogen werden, die dem ermittelten
Fahrprofil und/oder den ermittelten Windverhältnissen und/oder
der ermittelten Sonneneinstrahlung zugeordnet sind.
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Um
bei einer zu geringen Kältemittel-Füllmenge den
Fahrer darauf aufmerksam machen zu können, dass er das
Kältemittel nachfüllen lassen muss, oder um den
Betrieb der Klimaanlage einzuschränken, um sie vor Schäden zu
bewahren, wird nach Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
diese mit zumindest einem vorgegebenen Kältemittel-Füllmengen-Grenzwert
verglichen und ein Fehlersignal erzeugt, wenn die ermittelte Kältemittel-Füllmenge
den vorgegebenen Kältemittel-Füllmengen-Grenzwert unterschreitet.
Durch das erzeugte Fehlersignal können anschließend
entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.
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Um
eventuell auftretende Schwankungen bei der Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
kompensieren zu können, kann alternativ auch aus einer
vorgegebenen Anzahl von zuletzt ermittelten Kältemittel-Füllmengen
ein Kältemittel-Füllmengen-Mittelwert gebildet
werden, und dieser mit einem entsprechenden Kältemittel-Füllmengen-Mittelgrenzwert
verglichen werden. Unterschreitet der ermittelte Kältemittel-Füllmengen-Mittelwert
den Kältemittel-Füllmengen-Mittelgrenzwert, wird
ein Fehlersignal erzeugt.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren, sowie deren vorteilhafte
Ausgestaltungen können mittels eines implementierten Algorithmus
oder einer entsprechenden Baugruppenanordnung in einem dafür
vorgesehenen Steuergerät, insbesondere in einem Klimaanlagensteuergerät
durchgeführt werden.
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Die
Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert.
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Dabei
zeigt
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1 ein
vereinfachtes Ablaufdiagramm zur Darstellung des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
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2 mehrere
Druckverläufe bei unterschiedlichen Kältemittel-Füllmengen
und
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3 ein
mit außentemperaturabhängigen Referenzdruckwerten
für den Vergleich des Maßes für den Gesamtdruck
mit den Referenzdruckwerten befülltes Kennfeld.
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Die 1 zeigt
einen vereinfachten Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
bzw. zur Kältemittel-Füllmengenüberwachung.
Zu Beginn des Verfahrens wird im Schritt 10 überprüft,
ob vorgegebene Zustandsbedingungen zum Starten der Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
erfüllt sind. Nur wenn diese Zustandsbedingungen erfüllt
sind, kann die Ermittlung der Kältemittel-Füllmenge
gestartet werden, und davon ausgegangen werden, dass es sich um
einen korrekten Wert handelt. Dazu werden der Aktivitätszustand
der Antriebseinheit AE, die Motoröltemperatur TÖ und
der Aktivitätszustand eines Elektrolüfters L ausgewertet.
Die Kältemittel-Füllmengenermittlung kann gestartet
werden, wenn die Antriebseinheit AE abgeschaltet ist, also AE =
0 ist. Die übrigen Zustandsbedingungen gelten als erfüllt,
wenn die Motoröltemperatur TÖ einen vorgegebenen Öltemperaturgrenzwert
GWTÖ überschreitet bzw. überschritten hat,
also TÖ > GWTÖ ist,
und wenn der Elektrolüfter L zum Zeitpunkt der Ermittlung
nicht aktiv ist, also L = 0 ist.
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Sind
diese vorgegebenen Zustandsbedingungen erfüllt und ist
eine Kältemittel-Füllmengenermittlung möglich,
wird im Schritt 20 die aktuelle Außentemperatur
TA ermittelt und gespeichert. Anschließend werden im Schritt 30 der
Wert der Variablen GD und ein erster Timer t1 auf Null gesetzt.
Die Nullsetzung der Variablen GD ist notwendig, um das Ergebnis
nicht aufgrund vorangegangener Kältemittel-Füllmengenermittlung
zu verfälschen. Der erste Timer t1 dient zu Überwachung
eines vorgegebenen Zeitintervalls, innerhalb dessen die Aufaddierung
der ermittelten Kältemitteldruckwerte vorgenommen wird.
Im Schritt 40 wird ein zweiter Timer t2 auf Null gesetzt,
der zur Überwachung bzw. zum Einhalten einer vorgegebenen
Abtastrate dient.
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Im
Schritt 50 wird mit der eigentlichen Kältemittel-Füllmengenermittlung
begonnen, bei dem innerhalb eines ersten vorgegebenen Zeitintervalls GWt1
mit einer vorgegebenen Abtastrate (= 1/GWt2) jeweils ein aktueller
Kältemitteldruck erfasst wird, und diese zum aktuellen
Wert der Variablen GD addiert werden. Dazu wird im Schritt 50 zum
aktuell gültigen Gesamtdruckwert bzw. zum Maß für
den Gesamtdruck GD der aktuell ermittelte Kältemitteldruckwert
D hinzuaddiert. Im Schritt 60 wird überprüft,
ob der erste Timer t1 das erste vorgegebene Zeitintervall GWT1,
innerhalb dessen die Aufaddierung der verschiedenen aktuell ermittelten
Kältemitteldruckwerte D vorgenommen wird, erreicht oder überschritten
ist. Das erste vorgegebene Zeitintervall GWt1 kann in einer Größenordnung
von 15 Minuten liegen.
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Ist
das Ende des ersten vorgegebenen Zeitintervalls GWt1 noch nicht
erreicht, wird im Schritt 65 überprüft,
ob der zweite Timer t2 das zweite vorgegebene Zeitintervall GWt2,
welches ein Maß für die Abtastrate zum Ermitteln
der aktuellen Kältemitteldruckwerts ist, erreicht oder überschritten
ist. Bei dem zweiten vorgegebenen Zeitintervall kann es sich bspw.
um 1 Sekunde handeln, so dass die Ermittlung der aktuellen Kältemitteldruckwerte
mit einer Abtastrate von 1 Hz erfolgt.
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Erst
wenn der zweite Timer t2 das zweite vorgegebene Zeitintervall GWt2
erreicht oder überschritten hat, wird zum Schritt 40 zurückgegangen,
bei dem der zweiter Timer t2 auf Null gesetzt und gleich wieder
neu gestartet wird. Analog zu oben, wird im Schritt 50 der
aktuell ermittelte Kältemitteldruckwert D zum Maß für
den Gesamtdruck GD hinzuaddiert und anschließend im Schritt 60 überprüft,
ob der erste Timer t1 das erste vorgegebene Zeitintervall GWt1 erreicht
oder überschritten hat. Falls nicht, wird entsprechend
der Abtastrate ein weiterer aktuell ermittelter Kältemitteldruckwert
D zum Maß für den Gesamtdruck GD hinzuaddiert.
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Die
Aufaddierung der ermittelten Kältemitteldruckwerte D zu
einem Maß für den Gesamtdruck GD wird beendet,
wenn der erste Timer t1 das erste vorgegebene Zeitintervall GWt1
erreicht oder überschritten hat, vgl. Schritt 60.
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Ist
der erste Timer t1 abgelaufen, wird im Schritt 70 das ermittelte
Maß für den Gesamtdruck GD mit den dazugehörigen
außentemperaturabhängigen Referenzdruckwerten
RWTA verglichen und daraus die aktuelle Kältemittel-Füllmenge
KM ermittelt. Dazu werden in Abhängigkeit von der im Schritt 20 ermittelten
und gespeicherten Außentemperatur TA die dazugehörigen
Referenzdruckwerte RWTA aus der Menge aller gespeicherten Referenzdruckwerte
ausgewählt, und für den Vergleich des Maßes für
den Gesamtdruck mit diesen Referenzdruckwerten RWTA herangezogen.
In Abhängigkeit davon, welchem dieser Referenzdruckwerte
RWTA das ermittelte Maß für den Gesamtdruck GD
am nächsten kommt bzw. in Abhängigkeit von der
Differenz des Maßes für den Gesamtdruck GD zum
nächstkommenden Referenzdruckwert RWTA bzw. zu den nächstkommenden
Referenzdruckwerten RWTA wird die Kältemittel-Füllmenge
KM ermittelt.
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Um
nun überprüfen zu können, ob noch eine ausreichende
Menge an Kältemittel im Kältemittelkreislauf der
Klimaanlage im Fahrzeug vorhanden ist, wird die ermittelte Kältemittel-Füllmenge
KM im Schritt 80 mit einem vorgegebenen Kältemittel-Füllmengen-Grenzwert
GWKM verglichen. Ist die ermittelte Kältemittel-Füllmenge
KM kleiner als der vorgegebene Kältemittel-Füllmengen-Grenzwert
GWKM, wird im Schritt 90 ein Fehlersignal S_F erzeugt und an
eine entsprechende Fehlerüberwachungseinheit ausgegeben.
Dadurch kann ein Warnhinweis für den Fahrer erzeugt werden
oder der Betrieb der Klimaanlage verändert bzw. eingeschränkt
werden. Ist der ermittelte Kältemittel-Füllmenge
KM nicht kleiner als der vorgegebene Kältemittel-Füllmengen-Grenzwert GWKM,
wird die Ablaufroutine im Schritt 100 beendet.
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Alternativ
zu dieser Ausgestaltung sind auch andere Ausgestaltungen denkbar.
Alternativ zu dieser Ermittlung des Maßes für
den Gesamtdruck GD kann auch innerhalb des erste vorgegebenen Zeitintervalls
GWt1 das Integral über den Druckverlauf ermittelt und als
Maß für den Gesamtdruck GD herangezogen werden.
Weiter kann bspw. anstelle des einen ermittelten Kältemittel-Füllmengenwertes
KM auch ein aus einer vorgegebenen Anzahl vorangegangener ermittelten
Kältemittel-Füllmengenwerte ermittelter Kältemittel-Füllmengen-Mittelwert
für den Vergleich mit dem vorgegebenen Kältemittel-Füllmengen-Grenzwert
GWK im Schritt 80 verwendet werden. Dadurch kann auch der
Verlauf der Kältemittel-Füllmenge in die Fehlerüberwachung
mit einbezogen werden.
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Die 2 zeigt
ein Kennfeld, in der verschiedene Druckverläufe DV300,
DV500 und DV590 über die Zeit t eingetragen sind, wobei
jeder dieser Verläufe bei einer vorher bestimmten Kältemittel-Füllmenge ermittelt
wurde. So wurde der Druckverlauf DV590 bei einer Kältemittel-Füllmenge
von 590 g ermittelt, der Druckverlauf DV500 bei einer Kältemittel-Füllmenge
von 500 g, und der Druckverlauf RW300 bei einer Kältemittel-Füllmenge
von 300 g. Zur Ermittlung des Maßes für den Gesamtdruck
gemäß der zweiten Alternative kann über
das vorgegebene Zeitintervall, welches sich hier bspw. von 1 s bis
501 erstreckt, das Integral eines Druckverlauf, hier für
den Druckverlauf DV590, ermittelt werden. Das Maß für den
Gesamtdruck GD590 entspricht dann der Fläche unter dem
Druckverlauf DV590 zwischen 1 s und 501 s.
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Die 3 zeigt
ein Kennfeld, in dem in Abhängigkeit von der Außentemperatur
TA in ° Celsius Referenzdruckwerte RW in bar, insbesondere
vier Referenzdruckverläufe RW590, RW500, RW400 und RW300
dargestellt sind, wobei jeder dieser Verläufe bei einer
vorher bestimmten Kältemittel-Füllmenge für
das Fahrzeug, in dem die Ablaufroutine implementiert ist, ermittelt
wurde. So wurde der Referenzdruckverlauf RW590 bei einer Kältemittel-Füllmenge von
590 g ermittelt, der Referenzdruckverlauf RW500 bei einer Kältemittel-Füllmenge
von 500 g, der Referenzdruckverlauf RW400 bei einer Kältemittel-Füllmenge
von 400 g und der Referenzdruckverlauf RW300 bei einer Kältemittel-Füllmenge
von 300 g.
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Zur
Ermittlung der aktuellen Kältemittel-Füllmenge
gemäß 1 werden in Abhängigkeit
von der ermittelten Außentemperatur TA die dieser Außentemperatur
zugeordneten und im Kennfeld hinterlegten Referenzdruckwerte für
den Vergleich des ermittelten Maßes für den Gesamtdruck
mit diesen Referenzdruckwerten herangezogen. Wird bspw. eine Außentemperatur
von 30°C ermittelt, werden für den Vergleich die
auf der Linie RW30° angeordneten Referenzdruckwerte der
hinterlegten Referenzdruckverläufe verwendet. In Abhängigkeit
davon, welchem Referenzdruckwert auf der Linie RW30° das
Maß für den Gesamtdruck am nächsten kommt,
kann die Kältemittel-Füllmenge ermittelt werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann zusätzlich zu
den im Kennfeld hinterlegten Referenzdruckwerten noch zwischen den
einzelnen, einer Außentemperatur TA zugeordneten Referenzdruckwerten
interpoliert werden. Dadurch ist eine äußerst
genaue und präzise Bestimmung der aktuellen Kältemittel-Füllmenge möglich.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102004024579
A1 [0003]
- - DE 10061545 A1 [0004]