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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reifenüberwachung
eines Fahrzeugs mit Hilfe einer Reifenüberwachungsvorrichtung und
eine entsprechende Reifenüberwachungsvorrichtung, und
insbesondere ein Verfahren zur Reifenüberwachung, bei welchem eine
Radelektronik eines Rades des Fahrzeugs eine Antwort mit Messwerten
aussendet, nachdem die Radelektronik ein Auslösesignal, ein so genannten
Triggersignal, von der Reifenüberwachungsvorrichtung
empfangen hat.
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Reifendruckkontrollsysteme
für Fahrzeuge, wie
z. B. Personenkraftwagen oder Lastkraftwagen, dienen der Überwachung
des Reifendrucks, um eine Unfallgefahr durch fehlerhafte Reifen
zu minimieren und frühzeitig
zu erkennen. Ferner lässt
sich mit einem optimalen Reifendruck Kraftstoff sparen und ein unnötiger Reifenverschleiß vermeiden.
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Bei
Reifendruckkontrollsystemen sind indirekte Systeme und direkte Systeme
bekannt. Indirekte Systeme messen nicht den Reifendruck selbst, sondern
bewerten beispielsweise eine Drehzahldifferenz der Reifen des Fahrzeugs,
welche sich im Falle eines Druckabfalls in einem Reifen ändert. Ein
Reifen mit verringertem Druck dreht sich somit im Vergleich zu weiteren
Reifen des Fahrzeugs ohne Druckabfall schneller, was beispielsweise
mit Hilfe von Sensoren eines Antiblockiersystems oder einer Traktionskontrolle
des Fahrzeugs erfasst werden kann.
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Erheblich
genauer sind die direkten Systeme, bei denen ein Druck innerhalb
des Reifens mit Hilfe eines Sensors in dem Reifen oder an dem Ventil des
Rades gemessen wird. Der Sensor ist üblicherweise Teil einer so
genannten Radelektronik, welche beispielsweise am oder im Reifen,
an einer Felge des Rades oder an einem Ventil des Rades angebracht ist.
Die Radelektronik umfasst neben dem Sensor üblicherweise eine Batterie
und eine Elektronik zum Erfassen eines Sensorwerts von dem Sensor
und zum Übertragen
des erfassten Sensorwerts per Funk zu einer entsprechenden Reifenüberwachungsvorrichtung
des Fahrzeugs. Anstatt der Batterie kann beispielsweise auch ein
Piezoelement oder dergleichen zur Erzeugung der Energie für die Radelektronik
vorgesehen sein. Die Reifenüberwachungsvorrichtung empfängt die übertragenen
Sensorwerte und gibt gegebenenfalls entsprechende War nungen über beispielsweise
eine Anzeige des Fahrzeugs an einen Fahrer des Fahrzeugs aus.
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Um
einen Energieverbrauch der Radelektronik zu verringern und somit
die Lebensdauer der Batterie zu erhöhen, sind verschiedene Verfahren
bekannt. Ein Verfahren sieht beispielsweise vor, dass eine Radelektronik
zusätzlich
einen Beschleunigungssensor umfasst, mit dessen Hilfe die Radelektronik
feststellt, ob sich der Reifen dreht, d. h., ob das Fahrzeug in
Bewegung ist. So lange das Fahrzeug steht, werden keine Sensorwerte
per Funk übertragen,
und sobald die Radelektronik feststellt, dass das Fahrzeug fährt, d.
h., dass sich der Reifen dreht, werden Sensorwerte in Abständen von
beispielsweise einer Minute von der Radelektronik ausgesendet. Stellt
die Radelektronik während
der Fahrt des Fahrzeugs einen Druckabfall fest, so kann der zeitliche Abstand
zwischen zwei Signalaussendungen von der Radelektronik auf beispielsweise
eine Sekunde verringert werden. Nachteilig bei diesem Verfahren
zur Reifenüberwachung
ist, dass ein Druckverlust im Stand erst während der Fahrt erfasst und
gemeldet werden kann. Darüber
hinaus können
nach einem Radwechsel neue Radelektroniken nur während einer Fahrt des Fahrzeugs
durch die Reifenüberwachungsvorrichtung überprüft und gegebenenfalls
angelernt werden, wodurch zusätzliche
Kosten bei einem Reifenwechsel in einer Werkstatt entstehen.
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Daher
sieht ein weiteres Verfahren zur Reifenüberwachung vor, dass die Reifenüberwachungsvorrichtung
zusätzlich
einen Sender umfasst, welcher ein so genanntes Triggersignal, d.
h. ein spezielles Auslösesignal,
aussendet, welches von einer Radelektronik empfangen werden kann
und die Radelektronik dazu veranlasst, einen Sensorwert auszusenden,
welcher dann wiederum von der Reifenüberwachungsvorrichtung empfangen
werden kann. Bei derartigen so genannten Triggersystemen sind üblicherweise
in der Nähe
eines jeden Rades Sendeantennen zum Aussenden des Auslösesignals
angeordnet. Darüber
hinaus sind eine oder mehrere Empfangsantennen zum Empfangen des
von der Radelektronik ausgesendeten Sensorwerts in dem Fahrzeug
vorhanden und mit der Reifenüberwachungsvorrichtung
gekoppelt. Problematisch an diesen Triggersystemen ist, dass weitere
Räder (z.
B. fahrzeugeigene oder fahrzeugfremde) mit entsprechenden Radelektroniken,
welche sich räumlich
im Einflussbereich des Auslösesenders
befinden, ebenfalls auf das Auslösesignal
antworten, woraufhin die Reifenüberwachungsvorrichtung
mehrere Sensorwerte empfängt,
die jedoch nicht eindeutig zugeordnet werden können. Auch räumlich weiter
entfernte Räder
mit entsprechenden Radelektroniken können das Auslösesignal
unter Umständen
empfangen, wenn das Auslösesignal
beispielsweise durch Karosserien oder Betonböden reflektiert wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein verbessertes Verfahren
zur Reifenüberwachung
eines Fahrzeugs bereitzustellen, welches insbesondere auch bei stehendem
Fahrzeug eine zuverlässige
Reifenüberwachung
bereitstellt. Darüber hinaus
ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein zuverlässiges Anlernen
neuer Radelektroniken, z. B. nach einem Radwechsel (z. B. in einer
Werkstatt oder nach einer Reifenpanne), zu ermöglichen, welches vorzugsweise
ohne eine Anlernfahrt durchgeführt
werden kann.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung werden diese Aufgaben durch ein Verfahren zur Reifenüberwachung
eines Fahrzeugs nach Anspruch 1, eine Reifenüberwachungsvorrichtung nach
Anspruch 9, ein Reifenüberwachungssystem
nach Anspruch 14, ein Fahrzeug mit einem Reifenüberwachungssystem nach Anspruch
15, ein Reifenmontagesystem nach Anspruch 16 und eine Verarbeitungseinheit
für eine Reifenüberwachungsvorrichtung
nach Anspruch 17 gelöst.
Die abhängigen
Ansprüche
definieren bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zur Reifenüberwachung eines Fahrzeugs mit
Hilfe einer Reifenüberwachungsvorrichtung
bereitgestellt. Die Reifenüberwachungsvorrichtung
umfasst einen Auslösesignalsender
und einen Antwortsignalempfänger.
Jedem Rad des Fahrzeugs ist eine Radelektronik zugeordnet. Das Verfahren
umfasst ein Aussenden eines Auslösesignals
von dem Auslösesignalsender
mit einer vorbestimmten Sendeleistung. Dieses Auslösesignal
wird von einer Anzahl von Radelektroniken empfangen. Die Anzahl
der Radelektroniken, welche das Auslösesignal empfangen, kann von
der vorbestimmten Sendeleistung und einer räumlichen Anordnung jeder einzelnen
Radelektronik zu einer Sendeantenne, welche das Auslösesignal
abstrahlt, abhängen.
Diejenigen Radelektroniken, welche das Auslösesignal empfangen haben, senden
ein Antwortsignal aus. Die ausgesendeten Antwortsignale werden von
dem Antwortsignalempfänger
empfangen und die vorbestimmte Sendeleistung wird in Abhängigkeit
der Anzahl der empfangenen Antwortsignale eingestellt. Werden beispielsweise
mehrere Antwortsignale empfangen, so kann die vorbestimmte Sendeleistung
verringert werden, um bei einem nächsten Aussenden des Auslösesignals weniger
Radelektroniken zu erreichen. Die vorbestimmte Sendeleistung kann
beispielsweise so weit reduziert werden, dass nur genau ein Antwortsignal empfangen
wird. Dann kann davon ausgegangen werden, dass dieses Antwortsignal
von dem Rad ausgesendet wurde, welches der Sendeantenne am nächsten angeordnet
ist und somit das Rad ist, welches mit diesem Auslösesignal überwacht
werden soll. Wird kein Antwortsignal empfangen, kann die vorbestimmte
Sendeleistung entsprechend erhöht werden,
bis ein Antwortsignal empfangen wird.
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Indem
die vorbestimmte Sendeleistung in Abhängigkeit der Anzahl von empfangenen
Antwortsignalen eingestellt wird, kann sich die Reifenüberwachungsvorrichtung
adaptiv an die jeweiligen elektrischen und übertragungstechnischen Verhältnisse anpassen,
wodurch eine zuverlässige
Reifenüberwachung
sichergestellt werden kann. Dieses Verfahren arbeitet sowohl bei
stehendem Fahrzeug als auch bei fahrendem Fahrzeug gleichermaßen zuverlässig. Dadurch
kann auch eine Reifenüberwachung
oder ein Anlernen einer neuen Radelektronik im Stand des Fahrzeugs
durchgeführt
werden. So kann beispielsweise eine Reifenüberwachung durchgeführt werden,
sobald ein Zugangssystem des Fahrzeugs, wie z. B. eine Zentralverriegelung,
signalisiert, dass die Türen
des Fahrzeugs entriegelt sind und somit der Zugang zum Fahrzeug
frei ist. Daraufhin kann das Auslösesignal ausgesendet werden,
um eine Reifenüberwachung
durchzuführen.
Sobald die Reifenüberwachung
erfolgreich durchgeführt
wurde, kann ein entsprechender Reifenzustand auf einem Display oder
einer Anzeigeeinheit beispielsweise in einem Armaturenbrett des
Fahrzeug dargestellt werden und beispielsweise ein Fahrer des Fahrzeugs
noch vor einer Inbetriebnahme des Fahrzeugs darauf hingewiesen werden,
dass der Reifendruck an einem oder mehreren Reifen nicht in Ordnung
ist.
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Gemäß einer
Ausführungsform
kann die Radelektronik einen Reifendruck des Reifens messen und
einen Wert des gemessenen Reifendrucks in dem Antwortsignal aussenden.
Darüber
hinaus kann die Radelektronik auch eine Temperatur des Reifens messen
und einen Wert der gemessenen Temperatur mit dem Antwortsignal aussenden.
Da der Reifendruck von der Temperatur des Reifens beeinflusst wird,
kann durch Erfassen und Übertragen
von sowohl dem Reifendruck als auch der Reifentemperatur eine zuverlässige Überwachung
des Reifenzustands durchgeführt
werden.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform kann
die Radelektronik eine Radbeschleunigung des Reifens messen und
die gemessene Radbeschleunigung mit dem Antwortsignal aussenden.
Durch Vergleich der empfangenen Radbeschleunigung mit Radbeschleunigungen,
welche von weiteren Rädern des
Fahrzeugs empfangen werden, oder durch Umrechnen der empfangenen
Radbeschleunigung in eine Fahrzeuggeschwindigkeit und Vergleich
der so bestimmten Fahrzeuggeschwindigkeit mit einer Fahrzeuggeschwindigkeit,
welche beispielsweise von einem Tachosignal des Fahrzeugs bereitgestellt
wird, kann zusätzlich überprüft werden,
ob das Antwortsignal von einem im Betrieb befindlichen Rad des Fahrzeugs
empfangen wurde und nicht fälschlicherweise von
beispielsweise einem Reserverad oder weiteren Rädern in einem Laderaum des
Fahrzeugs empfangen wurde.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
umfasst jede Radelektronik eine Batterie und ist derart ausgestaltet,
dass sie einen Batterieladungszustand messen kann und den Batteriela dungszustand
mit dem Antwortsignal übertragen
kann. Die Reifenüberwachungsvorrichtung
kann somit den Batterieladungszustand der Radelektroniken der Räder des Fahrzeugs überwachen
und bei einem niedrigen Ladezustand eine entsprechende Meldung an
den Fahrer des Fahrzeugs ausgeben oder einen entsprechenden Eintrag
in einen Diagnosespeicher des Fahrzeugs eintragen, damit die Batterie
oder die Radelektronik baldmöglichst
ausgewechselt werden kann.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
umfasst jede Radelektronik ein Identifikationszeichen, welches von
der Radelektronik mit dem Antwortsignal ausgesendet wird. Mit Hilfe
des Identifikationszeichens kann die Reifenüberwachungsvorrichtung einerseits
einen Reifenwechsel feststellen und andererseits, wenn sich beispielsweise
das Identifikationszeichen während
der Fahrt ändert,
eine Fehlmessung erkennen, d. h. erkennen, dass ein Antwortsignal
von einer fremden Radelektronik empfangen wurde. Dadurch kann die
Zuverlässigkeit
der Reifenüberwachung
weiter verbessert werden.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird weiterhin eine Reifenüberwachungsvorrichtung bereitgestellt.
Die Reifenüberwachungsvorrichtung
umfasst einen Auslösesignalsender
zum Aussenden eines Auslösesignals
zu einer Radelektronik, einen Antwortsignalempfänger zum Empfangen eines Antwortsignals
von einer Radelektronik, und eine Verarbeitungseinheit, welche mit
dem Auslösesignalsender
und dem Antwortsignalempfänger
gekoppelt ist. Im Betrieb sendet die Verarbeitungseinheit mit Hilfe des
Auslösesignalsenders
ein Auslösesignal
mit einer vorbestimmten Sendeleistung aus. Danach empfängt die
Verarbeitungseinheit mit Hilfe des Antwortsignalempfängers eine
Anzahl von Antwortsignalen. Die Anzahl der empfangenen Antwortsignale
hängt von
der Anzahl der Radelektroniken ab, welche das Auslösesignal
empfangen haben. In Abhängigkeit der
Anzahl der empfangenen Antwortsignale stellt die Verarbeitungseinheit
dann die vorbestimmte Sendeleistung ein. Wie zuvor beschrieben,
kann die Reifenüberwachungsvorrichtung
auf diese Art und Weite die vorbestimmte Sendeleistung derart einstellen, dass
genau eine Radelektronik das Auslösesignal empfängt und
somit auch genau ein Antwortsignal von der Reifenüberwachungsvorrichtung
empfangen wird. Dadurch kann sichergestellt werden, dass nur das
Antwortsignal von einer speziellen gewünschten Radelektronik empfangen
wird.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Reifenüberwachungsvorrichtung
mehrere Auslösesignalsender
zum wahlweisen Aussenden des Auslösesignals. Jeder der mehreren
Auslösesignalsender ist
genau einem zu überwachenden
Rad zugeordnet. Jedes zu überwachende
Rad ist mit einer Radelektronik ausgestattet. Bei einem Fahrzeug
mit vier Rädern
können
beispielsweise vier Auslösesignalsender
jeweils in der Nähe
eines der vier Räder,
beispiels weise in einem entsprechenden Radhaus, angeordnet sein.
Die Reifenüberwachungsvorrichtung kann
ferner mit einer Empfangsantenne zum Aufnehmen des Antwortsignals
der Radelektronik koppelbar sein. Zum Überwachen eines Rades sendet
die Verarbeitungseinheit über
den dem Rad zugeordneten Auslösesignalsender
ein Auslösesignal
und empfängt über die
Empfangsantenne das Antwortsignal von der entsprechenden Radelektronik.
Sollten mehrere Radelektroniken antworten, so wird die Sendeleistung
verringert. Sollte keine Radelektronik antworten, so wird die vorbestimmte
Sendeleistung bis zu einem sinnvollen Grenzwert erhöht. Wird
genau ein Antwortsignal empfangen, so wird dieses Antwortsignal
dem Rad zugeordnet, das dem entsprechenden Auslösesignalsender räumlich zugeordnet ist.
Dann kann das zuvor beschriebene Verfahren für das nächste Rad durchgeführt werden.
Durch die Verwendung der mehreren, im vorliegenden Beispiel vier,
Auslösesignalsender,
kann eine zuverlässige Zuordnung
der empfangenen Antwortsignale auch mit einer gemeinsamen Empfangsantenne
durchgeführt
werden, wodurch einerseits Kosten für mehrere Empfangsantennen
eingespart werden können
und andererseits eine zuverlässige
Reifenüberwachung mit
einer individuellen Raderkennung ermöglicht wird.
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Darüber hinaus
können,
insbesondere bei Nutzfahrzeugen mit mehr als zwei Achsen, auch mehrere
Empfangsantennen verwendet werden, wodurch die erforderliche Sendeleistung
der Radelektronik gering gehalten werden kann. So kann beispielsweise
jeweils eine Empfangsantenne einer Achse zugeordnet werden.
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Schließlich kann
die Reifenüberwachungsvorrichtung
zum Durchführen
des zuvor beschriebenen Verfahrens ausgestaltet sein und umfasst
somit die im Zusammenhang mit dem Verfahren beschriebenen Vorteile.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird weiterhin ein Reifenüberwachungssystem bereitgestellt, welches
eine wie zuvor beschriebene Reifenüberwachungsvorrichtung und
jeweils eine Radelektronik für jedes
zu überwachende
Rad umfasst.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird weiterhin ein Fahrzeug mit dem zuvor beschriebenen Reifenüberwachungssystem
bereitgestellt. Wie zuvor beschrieben, kann bei einem Fahrzeug mit
einem derartigen Reifenüberwachungssystem
eine Reifenüberwachung
sowohl im Stand des Fahrzeugs als auch während der Fahrt des Fahrzeugs
durchgeführt werden,
wodurch eine umfassende Reifenüberwachung
sichergestellt wird. Außerdem
wird dadurch ein Anlernen neuer Radelektroniken im Stand ermöglicht,
sodass eine Anlernfahrt entfallen kann. Darüber hinaus ist das Reifenüberwachungssystem,
wie zuvor beschrieben, auch ro bust gegenüber Situationen, in denen sich
eine Vielzahl von Rädern
in unmittelbarer Nähe
des Fahrzeugs befinden, wie z. B. in einer Werkstatt.
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Schließlich stellt
die vorliegende Erfindung ein Reifenmontagesystem bereit, welches
eine Reifenüberwachungsvorrichtung
wie zuvor beschrieben umfasst. Das Reifenmontagesystem kann z. B.
ein System zum Montieren und Demontieren eines Reifens auf eine
Felge sein. Ist das Rad mit einer Radelektronik zur Reifenüberwachung
ausgestattet, so kann mit dem Reifenmontagesystem mit der erfindungsgemäßen Reifenüberwachungsvorrichtung
die Funktionsweise der Radelektronik auf einfache Art und Weise
zuverlässige überprüft werden.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die
Zeichnung anhand bevorzugter Ausführungsformen erläutert.
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Die
einzige Figur zeigt ein Fahrzeug gemäß der vorliegenden Erfindung,
welches ein Reifenüberwachungssystem
umfasst.
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Die
einzige Figur zeigt ein Fahrzeug 1 mit einer Reifenüberwachungsvorrichtung 2 zur Überwachung
der Reifen der Räder 3–6 des
Fahrzeugs. Jedes Rad 3–6 umfasst
jeweils eine Radelektronik 7–10, welche in dem
jeweiligen Rad 3–6 eingebaut ist.
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Die
Radelektronik 7–10 kann
beispielsweise am oder im Reifen, an einem Ventil des Rades 3–6 oder
einer Felge des Rades 3–6 angebracht sein. Jede
Radelektronik 7–10 umfasst
eine Batterie und einen Sensor zum Bestimmen eines Luftdrucks innerhalb
des Reifens des Rades 3–6. Anstatt der Batterie
kann beispielsweise auch ein Piezoelement oder dergleichen zur Erzeugung
der Energie für
die Radelektronik 7–10 vorgesehen
sein. Darüber
hinaus kann jede Radelektronik einen Sensor zum Erfassen einer Lufttemperatur
der Luft in dem Reifen des Rades 3–6 umfassen. Darüber hinaus
weist jede Radelektronik 7–10 eine Verarbeitungseinheit
mit einem Funkempfänger
und einem Funksender auf. Sobald die Verarbeitungseinheit über den
Funkempfänger ein
Auslösesignal,
ein so genanntes Triggersignal, empfängt, bestimmt die Verarbeitungseinheit
mit Hilfe der Sensoren den aktuellen Reifendruck und die aktuelle
Reifentemperatur des Rades und sendet ein Antwortsignal über die
Sendevorrichtung aus, welches den bestimmten Luftdruck und die bestimmte Lufttemperatur
umfasst. Darüber
hinaus kann das Antwortsignal beispielsweise auch ein Identifikationszeichen
der Radelektronik, welches beispielsweise zum Herstellungszeitpunkt
der Radelektronik vergeben wurde, und einen Batterieladungszustand
der Batterie der Radelektronik umfassen.
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Die
Reifenüberwachungsvorrichtung 2 umfasst
eine Auslösesignalsendersteuervorrichtung 19, einen
Antwortsignalempfänger 20 und
eine Verarbeitungseinheit 21. Die Verarbeitungseinheit 21 ist
mit der Auslösesignalsendersteuervorrichtung 19 und dem
Antwortsignalempfänger 20 gekoppelt.
Darüber hinaus
ist die Verarbeitungseinheit 21 über eine Verbindung 23 mit
einem Kombiinstrument 24 des Fahrzeugs 1 gekoppelt.
Die Reifenüberwachungsvorrichtung 2 umfasst
ferner vier Auslösesignalsender 15–18,
mit welchen sie über
Verbindungen 11–14 verbunden
ist. Die Auslösesignalsender 15–18 sind jeweils
benachbart zu einem der Räder 3–6 beispielsweise
jeweils in einem Radhaus des Fahrzeugs 1 angeordnet und
können
jeweils beispielsweise eine Sendeantenne, eine Sendeelektronik und/oder
eine Steuerelektronik umfassen. Die Auslösesignalsendersteuervorrichtung 19 ist über die
Verbindungen 11–14 mit
den Auslösesignalsendern 15–18 derart gekoppelt,
dass durch eine geeignete Ansteuerung der Auslösesignalsendersteuervorrichtung 19 von der
Verarbeitungseinheit 21 ein Auslösesignal mit einer von der
Verarbeitungseinheit 21 vorbestimmten Sendeleistung über einen
der Auslösesignalsender 15–18 ausgesendet
werden kann. Der Antwortsignalempfänger 20 ist mit einer
Empfangsantenne 22, welche beispielsweise im Wesentlichen
in der Mitte des Fahrzeugs angeordnet sein kann, gekoppelt. Die Empfangsantenne 22 kann
alternativ auch mehrere Antennen umfassen, welche an verschiedenen
Positionen des Fahrzeugs angeordnet sind, und ist beispielsweise
neben der Verwendung durch die Reifenüberwachungsvorrichtung auch
von einem Zugangssystem des Fahrzeugs verwendbar. Darüber hinaus kann
die Empfangsantenne 22 auch in der Reifenüberwachungsvorrichtung 2 integriert
angeordnet sein.
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Nachfolgend
wird die Überwachung
des Reifens des linken Vorderrades 3 beschrieben werden. Eine Überwachung
der Reifen der anderen Räder 4–6 kann
in entsprechender Art und Weise durchgeführt werden.
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Die
Verarbeitungseinheit 21 steuert die Auslösesignalsendersteuervorrichtung 19 derart
an, dass ein Auslösesignal
von dem Auslösesignalsender 15 mit
einer vorbestimmten Sendeleistung, welche von der Verarbeitungseinheit 21 vorgegeben
ist, ausgesendet wird. Bei richtig eingestellter Sendeleistung wird
das Auslösesignal
nur von der Radelektronik 7 des linken Vorderrades 3 empfangen.
Ist die Sendeleistung hingegen zu groß eingestellt, kann das Auslösesignal
beispielsweise auch von der Radelektronik 8 empfangen werden.
Darüber
hinaus kann das Auslösesignal
beispielsweise durch eine Reflektion an einem Stahlbetonboden oder
dergleichen von der Radelektronik 8 und/oder der Radelektronik 9 oder
einer Radelektronik eines Rades eines fremden Fahrzeugs empfangen
werden. Ist die Sendeleistung hingegen zu gering eingestellt, wird
das Auslösesignal
von keiner Radelektronik empfangen.
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Alle
Radelektroniken, welche das Auslösesignal
empfangen haben, senden dann ein Antwortsignal mit einem Luftdruck-
und Temperaturwert des jeweiligen Reifens aus. Das Aussenden der
Antwortsignale erfolgt innerhalb einer vorbestimmten Zeit von beispielsweise
einer Sekunde nach dem Empfang des Auslösesignals. Somit empfängt die
Reifenüberwachungsvorrichtung 2 über die
Empfangsantenne 22 und den Antwortsignalempfänger 20 innerhalb
der vorbestimmten Zeit von beispielsweise einer Sekunde entweder
kein Antwortsignal, ein Antwortsignal oder mehrere Antwortsignale.
Wird kein Antwortsignal empfangen, so wird die vorbestimmte Sendeleistung
um beispielsweise 10% erhöht
und ein erneutes Auslösesignal über den
Auslösesignalsender 15 ausgesendet.
Das Erhöhen
der Sendeleistung wird bis zu einem vorbestimmten Maximalwert für die Sendeleistung
wiederholt. Wird auch bei maximaler Sendeleistung kein Antwortsignal
empfangen, so wird eine Warnung über
das Kombiinstrument 24 ausgegeben, dass derzeit keine Reifenüberwachung
des linken Vorderrades 3 durchgeführt werden kann. Werden hingegen
mehrere Antwortsignale empfangen, wird die vorbestimmte Sendeleistung
um beispielsweise 10% verringert und das Aussenden des Auslösesignals über den
Auslösesignalsender 15 wiederholt. Auch
in diesem Fall wird die Sendeleistung nur bis zu einem vorbestimmten
Minimalwert verringert und falls selbst bei der vorbestimmten minimalen
Sendeleistung noch immer mehrere Antwortsignale empfangen werden,
wird wiederum eine Warnung über das
Kombiinstrument 24 ausgegeben, dass eine Reifenüberwachung
des linken Vorderrades 3 nicht möglich ist. Wird hingegen genau
ein Antwortsignal empfangen, wird das empfangene Antwortsignal von der
Verarbeitungseinheit 21 ausgewertet. Die Auswertung kann
beispielsweise ein Vergleichen des empfangen Temperatur- und Druckwerts
mit Minimal- und Maximalwerten umfassen sowie ein Auswerten des
Temperatur- und des Druckwerts mit Hilfe eine Kennfeldes, um zu
bestimmen, ob sich der Reifen des Rades 3 in einem ordnungsgemäßen Betriebszustand
befindet. Wird ein nicht ordnungsgemäßer Betriebszustand festgestellt,
z. B. weil ein minimaler Druck unterschritten ist, ein maximaler
Druck überschritten
ist, eine maximale Temperatur überschritten ist
oder eine zulässige
Kombination aus Luftdruck und Temperatur nicht eingehalten wird,
wird eine entsprechende Warnung auf dem Kombiinstrument 24 für das linke
Vorderrad 3 ausgegeben.
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Nachdem
das linke Vorderrad 3 überprüft wurde,
können
die übrigen
Räder 4–6 des
Fahrzeugs 1 auf ähnliche
Art und Weise überprüft werden.
Danach kann die Überprüfung des
linken Vorderrades 3 wiederholt werden. Zwischen den einzelnen Überprüfungen können jedoch
auch größere Überprüfungspausen
eingelegt werden, von beispielsweise einer Minute.
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Eine Überwachung
der Räder 3–6 kann
beispielsweise von der Reifenüberwachungsvorrichtung 2 durchgeführt werden,
sobald ein Zugangssystem des Fahrzeugs, wie z. B. eine Zentralverriegelung,
einen Zugang zu dem Fahrzeug 2 gibt. Dadurch werden bereits
kurz nach dem Entriegeln des Fahrzeugs die Reifen der Räder 3–6 überprüft und ein
entsprechendes Überprüfungsergebnis
kann einem Fahrer des Fahrzeugs 1 angezeigt werden, bevor
er losfährt.
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Obwohl
es in der Figur nicht dargestellt ist, kann ein weiterer fünfte Auslösesignalsender
im Bereich einer Reserveradmulde des Fahrzeugs 1 angeordnet
sein, um ein Reserverad des Fahrzeugs 1 zu überwachen.
Die Überwachung
des Reserverades erfolgt in ähnlicher
Art und Weise, wie die zuvor beschriebene Überwachung der Räder 3–6,
welche an dem Fahrzeug 1 montiert sind. Durch das zusätzliche Überwachen
des Reserverades wird dessen ordnungsgemäßer Zustand sichergestellt,
so dass bei einer Reifenpanne ein funktionsfähiges Reserverad zur Verfügung steht.
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Da
eine Überprüfung der
Räder 4–6 auch
im Stillstand des Fahrzeugs durchgeführt wird, kann ein Fahrzeugbenutzer,
welcher beispielsweise die Räder 3–6 bei
einem Wechsel von Sommer- auf Winterreifen oder umgekehrt wechselt,
unmittelbar nach dem Wechsel anhand der Anzeige im Kombiinstrument 24 feststellen,
ob die neu verbauten Räder 3–6 einen ordnungsgemäßen Reifendruck
aufweisen oder nicht. Ebenso kann in einer Werkstatt unmittelbar nachdem
eine neue Radelektronik oder ein neues Rad verbaut wurde, die korrekte
Funktionsweise des Reifenüberwachungssystems überprüft werden, ohne
eine Probefahrt durchführen
zu müssen.
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- 1
- Fahrzeug
- 2
- Reifenüberwachungsvorrichtung
- 3–6
- Rad
- 7–10
- Radelektronik
- 11–14
- Verbindung
- 15–18
- Auslösesignalsender
- 19
- Auslösesignalsendersteuervorrichtung
- 20
- Antwortsignalempfänger
- 21
- Verarbeitungseinheit
- 22
- Sendeantenne
- 23
- Verbindung
- 24
- Kombiinstrument