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Die
Erfindung betrifft ein Steuerungs- und Regelungsverfahren für
eine Brennkraftmaschine mit einem Common-Railsystem, bei dem im
Normalbetrieb der Raildruck geregelt wird und mit Erkennen eines
Lastabwurfs vom Regelungs- in den Steuerungsbetrieb gewechselt wird,
wobei im Steuerungsbetrieb das PWM-Signal zur Beaufschlagung der
Regelstrecke temporär auf einen gegenüber dem
Normalbetrieb erhöhten PWM-Wert gesetzt wird.
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Bei
einem Common-Railsystem fördert eine Hochdruckpumpe den
Kraftstoff aus einem Kraftstofftank in ein Rail. Der Zulaufquerschnitt
zur Hochdruckpumpe wird über eine veränderliche
Saugdrossel festgelegt. Am Rail angeschlossen sind Injektoren über
welche der Kraftstoff in die Brennräume der Brennkraftmaschine
eingespritzt wird. Da die Güte der Verbrennung entscheidend
vom Druckniveau im Rail abhängt, wird dieses geregelt.
Der Hochdruck-Regelkreis umfasst einen Druckregler, die Saugdrossel
mit Hochdruckpumpe und das Rail als Regelstrecke sowie ein Filter
im Rückkopplungszweig. In diesem Hochdruck-Regelkreis entspricht das
Druckniveau im Rail der Regelgröße. Die gemessenen
Druckwerte des Rails werden über das Filter in einen Ist-Raildruck
gewandelt und mit einem Soll-Raildruck verglichen. Die sich hieraus
ergebende Regelabweichung wird dann über den Druckregler in
ein Stellsignal für die Saugdrossel gewandelt. Das Stellsignal
entspricht z. B. einem Volumenstrom mit der Einheit Liter/Minute.
Elektrisch ist das Stellsignal als PWM-Signal mit konstanter Frequenz,
zum Beispiel 50 Hz, ausgeführt. Der zuvor beschriebene Hochdruck-Regelkreis
ist aus der
DE 103
30 466 B3 bekannt.
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Auf
Grund der hohen Dynamik ist ein Lastabwurf regelungstechnisch ein
schwer beherrschbarer Vorgang, da nach einem Lastabwurf der Raildruck mit
einem Druckgradienten von bis zu 4000 bar/Sekunde ansteigen kann. Über
ein passives Druckbegrenzungsventil, welches bei einem Raildruck
von 1950 bar öffnet, wird das Common-Railsystem vor einem
unzulässig hohen Raildruck geschützt. Wird beispielsweise
die Brennkraftmaschine stationär bei einem konstanten Raildruck
von 1800 bar betrieben und es erfolgt ein vollständiger
Lastabwurf, so beträgt der Zeitraum 37.5 ms bis zum Ansprechen
des Druckbegrenzungsventils.
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Zur
Verbesserung der Sicherheit der Druckregelung schlägt die
DE 10 2005 029 138
B3 vor, dass nach Erkennen eines Lastabwurfs vom Regelungs-
in den Steuerungsbetrieb gewechselt wird. Im Steuerungsbetrieb wird
das PWM-Signal zur Ansteuerung der Saugdrossel temporär über
eine Treppenfunktion auf einen erhöhten PWM-Wert gesetzt,
wodurch der Schließvorgang der Saugdrossel beschleunigt
wird und weniger Kraftstoff in das Rail gefördert wird.
Nach Ablauf der zeitgesteuerten Treppenfunktion wird dann wieder
in den Regelungsbetrieb zurückgekehrt. Erkannt wird ein
Lastabwurf daran, dass der Ist-Raildruck einen festen Grenzwert übersteigt.
Das dargestellte Verfahren hat sich bei einem vollständigen
Lastabwurf, d. h. die Generatorlast wird von 100% auf 0% verringert,
bewährt.
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In
der Praxis wurde jedoch festgestellt, dass bei einem Teillastabwurf
das Verfahren noch nicht optimal ist. Ein Teillastabwurf liegt dann
vor, wenn nur einzelne elektrische Verbraucher deaktiviert werden. Unter
ungünstigen Umständen können Druckschwingungen
im Rail auftreten, welche dadurch verursacht werden, dass mehrfach
nacheinander vom Regelungs- in den Steuerungsbetrieb mit temporärer PWM-Vorgabe
gewechselt wird.
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Ausgehend
von der in der
DE
10 2005 029 138 B3 beschrieben temporären PWM-Vorgabe,
liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, die Druckregelung bei
einem Teillastabwurf zu optimieren.
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Gelöst
wird diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 aufgeführten
Merkmale. In den Unteransprüchen sind die Ausgestaltungen
dargestellt.
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Die
Optimierung besteht darin, dass der Grenzwert zur Aktivierung der
temporären PWM-Vorgabe in Abhängigkeit des Gradienten
eines leistungsbestimmenden Signals berechnet wird. Das leistungsbestimmende
Signal entspricht hierbei entweder einer Soll-Drehzahl, einem Soll-Moment
oder einer Soll-Einspritzmenge. Die Soll-Drehzahl kann auch einer
Fahrpedalstellung entsprechen. Als Maß für die
Größe des Lastabwurfs wird der Gradient beispielsweise
des Soll-Moments verwendet. Je schneller dieses abnimmt, desto mehr
Last wurde abgeworfen. Die Erfindung basiert also auf der Erkenntnis, dass
bei einem Lastabwurf zuerst ein Absinken des leistungsbestimmenden
Signals erfolgt und erst zeitverzögert der Raildruck ansteigt.
Bestimmt wird der Grenzwert über eine eigene Kennlinie,
welche in der Form ausgeführt ist, dass bei einem vollständigen Lastabwurf
ein niederer Grenzwert eingestellt wird, während hingegen
bei einem Teillastabwurf ein höherer Grenzwert eingestellt
wird.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren ist als Ergänzung
für das aus der
DE 10 2005 029 138 B3 bekannte Verfahren
vorgesehen. Von Vorteil ist, dass die Ursache für die Schwingungen
des Raildrucks bei einem Teillastabwurf beseitigt ist. Der Raildruck
zeigt damit einen gleichmäßigeren Verlauf. Sowohl
bei einem vollständigen Lastabwurf als auch bei einem Teillastabwurf
wird ein unbeabsichtigtes Öffnen des passiven Überdruckventils
bei gleichzeitig stabilem Raildruck verhindert. Als reine Softwarelösung,
d. h. zusätzliche Sensoren oder Änderungen am
elektronischen Motorsteuergerät sind nicht erforderlich,
ist die Umsetzung der Erfindung nahezu kostenneutral.
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In
den Figuren ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigen:
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1 ein
Systemschaubild,
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2 einen
Hochdruck-Regelkreis als Blockschaltbild,
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3 ein
Blockschaltbild zur Bestimmung eines Ansteuersignals,
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4 eine
Kennlinie zur Bestimmung des Grenzwerts,
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5 einen Lastabwurf als Zeitdiagramm und
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6 einen
Programm-Ablaufplan.
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Die 1 zeigt
ein Systemschaubild einer elektronisch gesteuerten Brennkraftmaschine 1 mit einem
Common-Railsystem. Die Brennkraftmaschine 1 treibt ein
nicht dargestelltes Notstromaggregat an. Das Common-Railsystem umfasst
als mechanische Komponenten eine Niederdruckpumpe 3 zur Förderung
von Kraftstoff aus einem Tank 2, eine Saugdrossel 4 zur
Beeinflussung des Volumenstroms, eine Hochdruckpumpe 5,
ein Rail 6 und Injektoren 8 zum Einspritzen von
Kraftstoff in die Brennräume der Brennkraftmaschine 1.
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Gesteuert
wird die Brennkraftmaschine 1 über ein elektronisches
Motorsteuergerät 9 (ECU). In der 1 sind
als Eingangsgrößen des elektronischen Motorsteuergeräts 9 der
Raildruck pCR, welcher über einen Drucksensor 7 erfasst
wird, die Motordrehzahl nMOT und eine Größe EIN
dargestellt. Die Größe EIN steht stellvertretend
für die weiteren Eingangssignale, beispielsweise für
die Öl- oder die Kraftstofftemperatur. Die dargestellten
Ausgangsgrößen des elektronischen Motorsteuergeräts 9 sind
ein PWM-Signal PWM zur Ansteuerung der Saugdrossel 4, ein
die Einspritzung kennzeichnendes Signal INJ zur Ansteuerung der
Injektoren 8 und eine Größe AUS. Das
die Einspritzung kennzeichnende Signal INJ steht für einen
Spritzbeginn, eine Spritzdauer und ein Spritzende. Die Größe
AUS steht stellvertretend für die weiteren Stellsignale
zur Steuerung der Brennkraftmaschine 1, beispielsweise
ein Stellsignal zur Ansteuerung eines AGR-Ventils. Das dargestellte Common-Railsystem
kann selbstverständlich auch als Common-Railsystem mit
Einzelspeichern ausgeführt sein. In diesem Fall ist der
Einzelspeicher im Injektor 8 integriert, wobei dann der
Einzelspeicherdruck pE ein weiteres Eingangssignal des elektronischen
Motorsteuergeräts 9 ist.
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Die 2 zeigt
den Hochdruck-Regelkreis zur Regelung des Raildrucks als Blockschaltbild.
Die Eingangsgröße des Regelkreises ist ein Soll-Raildruck
pCR(SL). Die Ausgangsgröße entspricht dem Rohwert
des Raildrucks pCR. Aus dem Rohwert des Raildrucks pCR wird über
ein erstes Filter 15 ein erster Ist-Raildruck pCR1(IST)
bestimmt. Dieser wird mit dem Soll-Raildruck pCR(SL) an einem Summationspunkt
A verglichen, woraus eine Regelabweichung ep resultiert. Aus der
Regelabweichung ep berechnet ein Druckregler 10 eine Stellgröße.
Die Stellgröße entspricht einem Volumenstrom qV1,
dessen physikalische Einheit Liter/Minute ist. Optional ist vorgesehen,
dass zum Volumenstrom qV1 der berechnete Sollverbrauch addiert wird.
Der Volumenstrom qV1 wird dann über eine Begrenzung 11 limitiert.
Die Begrenzung 11 kann drehzahlabhängig ausgeführt
sein, Eingangsgröße nMOT. Die Ausgangsgröße
der Begrenzung 11 ist ein Volumenstrom qV2. Liegt der Wert
des Volumenstroms qV1 im zulässigen Bereich, so ist der
Wert des Volumenstroms qV2 gleich dem Wert des Volumenstroms qV1. Über
eine Berechnung 12 wird der Volumenstrom qV2 in ein PWM-Signal
PWM1 umgerechnet. Das PWM-Signal PWM1 stellt hierbei die Einschaltdauer
dar und die Frequenz fPWM entspricht der Frequenz, zum Beispiel
50 Hz. Mitberücksichtigt werden bei der Umrechnung die Schwankungen
der Betriebsspannung und des Kraftstoffvordrucks. Das PWM-Signal
PWM1 ist die erste Eingangsgröße eines Schalters 13.
Die zweite Eingangsgröße des Schalters 13 ist
ein PWM-Signal PWM2. Angesteuert wird der Schalter 13 über
einen Funktionsblock 17 mittels eines Stellsignals SZ.
Das Ausgangssignal PWM des Schalters 13 entspricht je nach
Stellung des Schalters 13 entweder dem Signal PWM1 oder
dem Signal PWM2. Mit dem PWM-Signal PWM wird dann die Magnetspule
der Saugdrossel beaufschlagt. Dadurch wird der Weg des Magnetkerns
verändert, wodurch der Förderstrom der Hochdruckpumpe
frei beeinflusst wird. Die Hochdruckpumpe, die Saugdrossel und das
Rail entsprechen einer Regelstrecke 14. Aus dem Rail wird über
die Injektoren ein Verbrauchsvolumenstrom qV3 abgeführt.
Damit ist der Regelkreis geschlossen.
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Ergänzt
wird dieser Regelkreis durch die temporäre PWM-Vorgabe,
welche ein zweites Filter 16 zur Berechnung eines zweiten
Ist-Raildrucks pCR2(IST) und den Funktionsblock 17 zur
Festlegung des Stellsignals SZ umfasst. Das zweite Filter 16 besitzt
eine wesentlich kleinere Zeitkonstante als das erste Filter 15.
Der Funktionsblock 17 ist in der 3 dargestellt
und wird in Verbindung mit dieser erläutert. Die Eingangsgrößen
des Funktionsblocks 17 sind ein Soll-Moment MSL, eine Soll-Einspritzmenge
QSL und die Soll-Drehzahl nSL. Das leistungsbestimmende Signal entspricht
daher entweder dem Soll-Moment MSL oder der Soll-Einspritzmenge QSL
oder der Soll-Drehzahl nSL. Anstelle der Soll-Drehzahl nSL kann
auch eine Fahrpedalstellung verwendet werden. Im Regelungsbetrieb
befindet sich der Schalter 13 in der Stellung a. In der
Stellung a wird das PWM-Signal zur Beaufschlagung der Regelstrecke 14 vom
Druckregler 10 bestimmt. Übersteigt der zweite
Ist-Raildruck pCR2(IST) einen Grenzwert, so ändert der
Funktionsblock 17 den Signalpegel des Stellsignals SZ,
wodurch der Schalter 13 in die Stellung b umgesteuert wird.
In der Stellung b wird über die PWM-Vorgabe 18 temporär
ein gegenüber dem Normalbetrieb erhöhter PWM-Wert PWM2
ausgegeben. Mit anderen Worten: Es wird vom Regelungsbetrieb in
den Steuerungsbetrieb gewechselt. Die temporäre PWM-Vorgabe
kann – wie dargestellt – treppenförmig
mit einer ersten und einer zweiten Zeitstufe von jeweils zum Beispiel
10 ms ausgeführt sein. Nach Ablauf dieses Zeitraums wechselt
dann der Schalter 13 zurück in Stellung a. Damit
ist wieder der Regelungsbetrieb gesetzt.
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Die 3 zeigt
den Funktionsblock 17 zur Festlegung des Stellsignals SZ,
mit welchem die Stellung des Schalters 13 bestimmt wird.
Die Eingangsgrößen sind das Soll-Moment MSL, die Soll-Einspritzmenge
QSL und die Soll-Drehzahl nSL. Die Ausgangsgröße
ist das Stellsignal SZ. Über ein Signal S1 wird festgelegt,
welches der drei Eingangssignale zur Bestimmung des Grenzwerts verwendet wird
(Auswahl 19). Ebenfalls über das Signal S1 wird festgelegt,
welche der drei Kennlinien 21 aktiviert ist. Die weitere
Beschreibung erfolgt beispielhaft an Hand des Soll-Moments MSL. Über
eine Berechnung 20 wird der Gradient GRAD des Soll-Moment
MSL bestimmt und über die Kennlinie 21 dem Gradienten GRAD
ein Grenzwert GW zugeordnet. Die Kennlinie 21 ist in der 4 dargestellt
und wird in Verbindung mit dieser erklärt. Über
einen Vergleicher 25 werden der Grenzwert GW und der zweite
Ist-Raildruck pCR2(IST) miteinander verglichen. Übersteigt
der zweite Ist-Raildruck pCR2(IST) den Grenzwert GW, so wird das
Stellsignal SZ gesetzt, wodurch der Schalter 13 in die
Stellung b wechselt. In der Stellung b ist die temporäre
PWM-Vorgabe, also der Steuerungsbetrieb, aktiviert.
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In
der 4 ist eine der drei Kennlinien 21, hier
für das Soll-Moment als Eingangsgröße,
dargestellt. Auf der Abszisse ist der Gradient GRAD in Nm/s aufgetragen.
Auf der Ordinate ist der Grenzwert GW in bar aufgetragen. Die Kennlinie 21 besteht
aus einem abszissenparallelen, ersten Geradenabschnitt 22,
einem zweiten Geradenabschnitt 23 mit positiver Steigung
und einem abszissenparallelen, dritten Geradenabschnitt 24.
Grundgedanke der Erfindung ist es, den Grenzwert GW über
die Kennlinie 21 variabel zu gestalten. Wird bei einem
Lastabwurf eine hohe Last abgeworfen, so ergibt sich ein sehr hoher
negativer Gradient GRAD (GRAD < –60000
Nm/s) des Sollmoments MSL. Über den ersten Geradenabschnitt 22 wird
daher ein Grenzwert GW berechnet, der nur wenig oberhalb des maximalen
stationären Raildrucks von 1800 bar liegt, hier: 1840 bar.
Hierdurch wird verhindert, dass die temporäre PWM-Erhöhung
zu spät aktiviert wird und das passive Druckbegrenzungsventil
bei einem Raildruck von 1950 bar anspricht. Wird hingegen bei einem
Lastabwurf eine kleine bis mittlere Last abgeworfen, so ergibt sich
ein kleiner negativer Gradient GRAD (0 > GRAD > –25000
Nm/s) des Soll-Moments MSL. Über den dritten Geradenabschnitt 24 wird
daher ein Grenzwert von GW = 1970 bar berechnet, so dass ein Auslösen der
temporären PWM-Erhöhung ohne Wirkung bleibt. Wird
eine mittlere Last abgeworfen, so ergibt sich ein mittlerer Gradient
GRAD (–60000 < GRAD < –25000
Nm/s), welchem über den zweiten Geradenabschnitt 23 ein
entsprechender Grenzwert zugeordnet wird. Beispielsweise wird einem
Gradient GRAD = –43000 Nm/s über den Arbeitspunkt
A auf dem zweiten Geradenabschnitt 23 ein Grenzwert von
GW = 1900 bar zugewiesen.
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Die 5 zeigt einen Lastabwurf als Zeitdiagramm.
Die 5 besteht aus den Teilfiguren
5A bis 5C. Die 5A zeigt den Verlauf des Soll-Moments MSL über
der Zeit. Die 5B zeigt den Verlauf des Soll-Raildrucks
pCR(SL) als strichpunktierte Linie sowie den Verlauf des Raildrucks
pCR (Rohwerte) über der Zeit. Die 5C zeigt
den Verlauf des PWM-Signals PWM über der Zeit. In der 5B und
der 5C kennzeichnet die durchgezogene Linie einen Verlauf
nach dem Stand der Technik, während hingegen die gestrichelte
Linie einen Verlauf gemäß der Erfindung kennzeichnet.
Der weiteren Betrachtung wurde ein Lastabwurf von 100% Last auf
50% Last zu Grunde gelegt.
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Der
Ablauf des Verfahrens nach dem Stand der Technik ist folgendermaßen:
Das
Soll-Moment MSL wird nach dem Zeitpunkt t1 von 10000 Nm auf 5000
Nm reduziert. Da der Soll-Raildruck pCR(SL) über ein Kennfeld
in Abhängigkeit des Soll-Moments MSL und der Ist-Drehzahl berechnet
wird, verringert sich der Soll-Raildruck pCR(SL) nach dem Zeitpunkt
t1 von 1800 bar auf 1750 bar (5B). Der
Raildruck pCR steigt nach dem Lastabwurf an. Auf Grund der zunehmenden, negativen
Regelabweichung (2: ep) berechnet der Druckregler
ein zunehmendes PWM-Signal im Zeitbereich t1/t2 in der 5C.
Durch das zunehmende PWM-Signal PWM wird die Saugdrossel in Schließrichtung
betätigt. Zum Zeitpunkt t2 übersteigt der Raildruck
pCR den festen Grenzwert GW = 1840 bar, wodurch vom Regelungs- in
den Steuerungsbetrieb gewechselt wird. Im Steuerungsbetrieb ist
die temporäre PWM-Erhöhung aktiviert, indem das PWM-Signal
während dem Ablauf von zwei Zeitstufen zunächst
auf 100% und dann auf 50% Einschaltdauer erhöht wird. Als
Folge der temporären PWM-Erhöhung fällt
der Raildruck pCR wieder, und zwar bis auf ungefähr 1650
bar. Die Regelabweichung steigt daher bis auf ungefähr
100 bar an. Fallt der Raildruck pCR unter den Soll-Raildruck pCR(SL), so
sind die Zeitstufen der temporären PWM-Erhöhung
bereits abgelaufen, so dass der Regelungsbetrieb wieder aktiviert
ist. In Folge der sich ergebenden positiven Regelabweichung sinkt die
PWM-Einschaltdauer nach dem Zeitpunkt t3 auf den Minimalwert von
4% ab. Die Saugdrossel ist nunmehr wieder vollständig geöffnet,
so dass der Raildruck pCR stark ansteigt. Da der Soll-Raildruck
pCR(SL) bei 50% Last nur 50 bar unterhalb des Soll-Raildrucks bei
100% Last liegt, erreicht der Raildruck pCR beim Überschwingen
(Zeitraum t4/t5) wieder den Grenzwert GW mit 1840 bar. Es wird daher
zum Zeitpunkt t5 erneut in den Steuerungsbetrieb gewechselt und
die temporäre PWM-Erhöhung aktiviert. Als Folge
fällt der Raildruck pCR wieder ab. Wie aus der 5B an Hand
des Raildrucks pCR (durchgezogene Linie) deutlich sichtbar ist,
verursacht das mehrfache Aktivieren der temporären PWM-Erhöhung
entsprechende Druckschwingungen des Raildrucks pCR.
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Der
Ablauf des Verfahrens nach der Erfindung ist folgendermaßen:
Aus
dem Verlauf des Soll-Moments MSL wird der Gradient GRAD berechnet. Über
die Kennlinie 21 wird dem berechneten Gradienten GRAD in
diesem Beispiel ein Grenzwert von 1900 bar zugeordnet. Dieser Grenzwert
ist in der 5B als zeitachsenparallele Linie 26 eingezeichnet.
Der Raildruck pCR bleibt unterhalb dieses Grenzwerts, so dass die
temporäre PWM-Erhöhung nicht aktiviert wird. Es
wird daher im Regelungsbetrieb verblieben. Auf Grund der anfänglich
zunehmenden Regelabweichung wird ein maximaler PWM-Wert von 22%
ausgegeben, das heißt, die Saugdrossel ist vollständig
geschlossen. Wie in der 5B dargestellt
ist, nähert sich der Raildruck pCR (gestrichelte Linie)
dem Soll-Raildruck pCR(SL) diesmal ohne Schwingungen an.
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Die 6 zeigt
einen reduzierten Programm-Ablaufplan des Verfahrens. Zu Beginn
des Verfahrens ist der Regelungsbetrieb aktiviert. Bei S1 werden
der Soll-Raildruck pCR(SL) und der erste Ist-Raildruck pCR1(IST)
eingelesen und bei S2 die Regelabweichung ep berechnet. An Hand
der Regelabweichung ep bestimmt der Druckregler seine Stellgröße,
welche in das PWM-Signal PWM1 umgesetzt wird, S3. Mit diesem wird
dann die Regelstrecke beaufschlagt, da der Schalter (2: 13)
sich in der Stellung a befindet. Es gilt daher PWM = PWM1, S4. Bei
S5 wird der Gradient GRAD des leistungsbestimmenden Signals berechnet.
Das leistungsbestimmende Signal entspricht entweder dem Soll-Moment MSL,
der Soll-Einspritzmenge QSL oder der Soll-Drehzahl nSL. Das Soll-Moment
MSL und die Soll-Einspritzmenge QSL entsprechen der Stellgröße eines
Drehzahl-Regelkreises. Bei S6 wird dann über die ausgewählte
Kennlinie (4: 21) ein variabler Grenzwert
GW bestimmt. Danach wird bei S7 abgefragt, ob der zweite Ist-Raildruck
pCR2(IST) größer als der/gleich dem zweiten Ist-Raildruck
pCR2(IST) ist. Ist dies nicht der Fall, Abfrageergebnis S7: nein, bleibt
bei S9 der Regelungsbetrieb aktiviert und das PWM-Signal entspricht
nach wie vor dem Wert PWM1. Dann wird der Programmablauf beendet. Wurde
hingegen bei S7 festgestellt, dass der zweite Ist-Raildruck pCR2(IST)
größer als der/gleich dem Grenzwert GW ist, Abfrageergebnis
S7: ja, so wird bei S8 in den Steuerungsbetrieb gewechselt und die temporäre
PWM-Erhöhung aktiviert, während der das PWM-Signal
PWM dem Signal PWM2 entspricht. Danach wird der Programmablauf beendet.
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- 1
- Brennkraftmaschine
- 2
- Tank
- 3
- Niederdruckpumpe
- 4
- Saugdrossel
- 5
- Hochdruckpumpe
- 6
- Rail
- 7
- Drucksensor
(Rail)
- 8
- Injektor
- 9
- elektronisches
Motorsteuergerät (ECU)
- 10
- Druckregler
- 11
- Begrenzung
- 12
- Berechnung
PWM-Signal
- 13
- Schalter
- 14
- Regelstrecke
- 15
- erstes
Filter
- 16
- zweites
Filter
- 17
- Funktionsblock
- 18
- PWM-Vorgabe
- 19
- Auswahl
- 20
- Berechnung
- 21
- Kennlinie
- 22
- erster
Geradenabschnitt
- 23
- zweiter
Geradenabschnitt
- 24
- dritter
Geradenabschnitt
- 25
- Vergleicher
- 26
- Grenzwert
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 10330466
B3 [0002]
- - DE 102005029138 B3 [0004, 0006, 0009]