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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Rückschlagventil, ein Vakuumsystem
und ein Toilettensystem für ein Flugzeug, wobei letztere
solch ein Rückschlagventil aufweisen.
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Technologischer Hintergrund
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Rückschlagventile
kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Unter anderem werden sie
auch in Luftfahrzeugen für Vakuumsysteme, Toilettensysteme
und Klimaanlagen eingesetzt.
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Bisher
wurden in Vakuumsystemen als Bypassventile für Vakuumgeneratoren
Schmetterlingsrückschlagklappen („butterfly-check-valve”),
wie beispielsweise in der
DE
40 31 456 C3 offenbart, verwendet. Bei derartigen Ventilen
befindet sich ein mittiger Steg, an dem die Klappen und Rückstellfedern angebunden
sind, direkt im Luftstrom, was einen erhöhten Strömungswiderstand
sowie Korrosion und Verschmutzung der Rückstellfedern zur
Folge haben kann.
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Bekannte
Spülvorrichtungen für eine Vakuumtoilette in Luftfahrzeugen
erfordern nach einer Benutzung der Geräte das Auslösen
eines Spülvorgangs durch Betätigen einer Auslöseeinrichtung.
Es erfolgt dann zunächst ein Zuführen von Spülflüssigkeit
in den Toilettenauffangbehälter (z. B. Urinal) und anschließend
ein Öffnen eines Absaugventils, um Flüssigkeiten
und sonstige Verunreinigungen in einen Abwassertank zu leiten. Der
Fördervorgang erfolgt dabei üblicherweise durch
eine Druckdifferenz zwischen dem Abwassertank und dem Aufstellungsraum
der Vakuumtoilette. Während des Spülvorgangs erfolgt
bei herkömmlichen Systemen zum Spülen einer Vakuumtoilette
eine erhebliche Geräuschemission aufgrund der beim Spülvorgang
hervorgerufenen Luftströmungen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die soeben beschriebenen Nachteile
des Standes der Technik zumindest teilweise zu beseitigen.
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Diese
Aufgabe wird mit einem Rückschlagventil gemäß dem
unabhängigen Anspruch gelöst.
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Vorteilhafte
Weiterentwicklungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
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Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung baut auf dem gattungsgemäßen
Stand der Technik auf durch ein Rückschlagventil mit einem
Ventilkörper mit einem ersten Innenquerschnitt und einem
größeren, stromabwärtigen zweiten Innenquerschnitt;
einer um eine Drehachse schwenkbaren Ventilklappe, wobei die Drehachse
radial außerhalb des ersten Innenquerschnitts angeordnet
ist, und einer außerhalb des Ventilkörpers vorgesehenen
Rückstellvorrichtung zum Rückstellen der Ventilklappe
in eine geschlossene Position. Diese Ausführung bietet
den Vorteil, dass durch die außenliegende Rückstellvorrichtung ein
erhöhter Fluiddurchsatz bei geringeren Strömungsgeräuschen
erreicht werden kann. Des Weiteren bietet sie den Vorteil, dass
bei Wartungsarbeiten durch Sichtkontrolle und Betätigen
der Rückstellvorrichtung per Hand die Funktion im Vergleich
zur Schmetterlingsrückschlagklappe ohne Ausbau überprüft
werden kann. Die nicht mehr im Fluidstrom liegende Rückstellvorrichtung
und die damit verbundene Vermeidung von Korrosion und Verschmutzung führt
im Allgemeinen dazu, dass die Wartungsintervalle bei diesen zuverlässigen
und robusten Komponenten heruntergesetzt werden können.
Außerdem ist das erfindungsgemäße Rückschlagventil
einfacher herzustellen, da der Ventilklappenmechanismus nicht mehr
innerhalb des Ventilkörpers mit der Rückstellvorrichtung
verbunden werden muss. Insgesamt ermöglicht die strömungsgünstigere
Ausführung des Rückschlagventils eine erhöhte
Leistungsfähigkeit des Rückschlagventils bei gleichzeitiger
Verringerung möglicher Geräuschemissionen während
der Durchströmung des Rückschlagventils.
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Des
Weiteren betrifft ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
ein Vakuumsystem mit einem Vakuumgenerator und einem Rückschlagventil
gemäß einer der Ausführungen der Erfindung,
welches in einer Leitung zur Umgehung des Vakuumgenerators vorgesehen
ist. Die strömungsgünstige Ausführung des
Rückschlagventils ermöglicht dabei, die Leistung des
Vakuumsystems zu erhöhen und gleichzeitig mögliche
Geräuschemissionen während der Durchströmung
des Rückschlagventils zu verringern.
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Darüber
hinaus betrifft ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ein
Toilettensystem für ein Luftfahrzeug mit einem Toilettenauffangbehälter;
einer Bypassleitung, die mit einem Absaugventil versehen ist, welches
die Bypassleitung wahlweise mit einem Vakuumsystem verbindet; einem
Rückschlagventil gemäß einer der Ausführungen
der Erfindung, welches die Bypassleitung wahlweise mit der Umgebungsluft
im Luftfahrzeug verbindet, und einer Toilettenauffangbehälterabflussleitung,
welche zwischen dem Rückschlagventil und dem Absaugventil
von der Bypassleitung abzweigt und zum Toilettenauffangbehälter
führt. Durch die strömungsgünstige Ausführung
des Rückschlagventils wird hierbei ermöglicht, die Leistung
des Toilettensystems zu erhöhen und gleichzeitig mögliche
Geräuschemissionen während der Durchströmung
des Rückschlagventils zu verringern. Weiterhin ist es durch
die Bauart des Rückschlagventils möglich, rückströmende
Gerüche aus dem Toilettensystem an die Umgebung auf ein
Minimum zu reduzieren. Durch den hohen Fluiddurchsatz des Rückschlagventils
kann eine verbesserte Reinigungswirkung in der Bypassleitung des
Toilettensystems erreicht werden. Zusätzliche und aufwändige geräuschreduzierende
Maßnahmen können auf ein Minimum beschränkt
werden oder ganz entfallen, was wiederum Gewicht spart und zu Treibstoffeinsparungen
führt. Schließlich bietet die Anwendung des Rückschlagventils
in einem Toilettensystem mit Bypasskonzept maximalen Nutzerkomfort
durch ein minimales Absauggeräusch und minimale Geruchsemissionen.
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Kurze Figurenbeschreibung
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1 zeigt
Teile des Rückschlagventils gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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2 zeigt
einen an den Ventilkörper aus 1 zu montierenden
Anschlussstutzen;
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3 zeigt
schematisch den Ventilkörper gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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4 zeigt
schematisch den Ventilkörper aus 3 mit geschlossener
Ventilklappe;
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5 zeigt
schematisch den Ventilkörper gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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6 zeigt
schematisch den Ventilkörper gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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7 zeigt
schematisch den Ventilkörper gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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8 zeigt
schematisch die Ventilklappenmechanik gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung bei geschlossener Ventilklappe;
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9 zeigt
schematisch die Ventilklappenmechanik aus 8 bei geöffneter
Ventilklappe;
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10 zeigt
schematisch die Ventilklappenmechanik gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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11 zeigt
das Rückschlagventil gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
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12 zeigt
ein Vakuumsystem mit eingeschaltetem Vakuumgenerator;
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13 zeigt
ein Vakuumsystem mit ausgeschaltetem Vakuumgenerator;
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14 zeigt
ein Toilettensystem für ein Luftfahrzeug gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung; und
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15 zeigt
das Rückschlagventil gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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Detaillierte Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels
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1 zeigt
Teile des Rückschlagventils gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Ein Ventilkörper 11 ist über
vier Schraubverbindungen (in 1 nicht
sichtbar) mit einem Anschlussstutzen 12 verbunden. Der
Anschlussstutzen 12 ist in diesem Ausführungsbeispiel
als Schlauchanschluss ausgeführt. Der Ventilkörper 11 weist
im Inneren einen im Wesentlichen quadratischen oder rechteckigen Querschnitt
auf. Dabei bedeutet „im Wesentlichen”, dass die
Ecken des quadratischen oder rechteckigen Querschnitts mit einer
Fase oder einer Abrundung versehen sein können. Die in 1 rechts
unten dargestellte Stirnfläche wird ebenfalls mit einem
Anschlussstutzen 12 versehen. Die Stirnflächen
des Ventilkörpers 11, auf die die Anschlussstutzen 12 aufgesetzt
werden, können aus strömungsoptimierten und geräuschoptimierten
Aspekten mit einer ausreichenden Abrundung oder Schräge
versehen sein. Der Ventilkörper 11 ist zur Gewichtsreduzierung
aus Aluminium oder Kunststoff ausgebildet und mit minimaler Wandstärke
derart konstruiert, dass ein Optimum aus mechanischen Anforderungen
und Gewichtsoptimierung erzielt wird. Die vier Seitenflächen des
Ventilkörpers 11 sind außen und mittig
mit in Strömungsrichtung verlaufenden Stegen 13 versehen,
die einstückig mit den Seitenflächen des Ventilkörpers 11 ausgebildet
sind. In die Stirnflächen der Stege 13 sind Gewinde
eingebracht, mittels derer die Anschlussstutzen 12 an den
Ventilkörper 11 angeschraubt werden können.
Indem lediglich die Stege 13 vorgesehen sind und die Wandstärke
des Ventilkörpers 11 auf ein Minimum reduziert
wird, entstehen zwischen den Stegen 13 Aussparungen, die
enorm zur Gewichtsreduzierung des Rückschlagventils beitragen,
wobei durch die in Strömungsrichtung verlaufenden Stege 13 trotzdem
die geforderte Stabilität gewährleistet werden
kann. Durch diesen Aufbau, die Materialauswahl, geringer Teileanzahl
und rein mechanischer Funktion kann ein möglichst geringes Gewicht
bei hoher Zuverlässigkeit und niedrigen Produktionskosten
erreicht werden.
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2 zeigt
einen an den Ventilkörper 11 aus 1 zu
montierenden Anschlussstutzen 12. Der Anschlussstutzen 12 ist
zylinderförmig, d. h. sowohl die Innenfläche als
auch die Außenfläche sind im Wesentlichen zylinderförmig.
Das an den Ventilkörper 11 zu montierende Ende
des Anschlussstutzens 12 ist mit einem Flansch 14 versehen,
der Bohrungen aufweist, die den Gewindebohrungen in den Stegen 13 entsprechen.
Am vom Flansch 14 entfernten Ende des Anschlussstutzens 12 ist
auf der Außenfläche des Anschlussstutzens eine
kreisrund verlaufende Auswölbung ausgebildet, um einen
besseren Sitz des aufgestülpten Anschlussschlauchs zu gewährleisten.
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3 zeigt
schematisch den Ventilkörper 11 gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Innere des Ventilkörpers 11 weist
einen im Wesentlichen quadratischen oder rechteckigen Innenquerschnitt
auf, wie bereits erwähnt. Dabei ist der stromaufwärtige
Innenquerschnitt lKQ kleiner als der stromabwärtige
Innenquerschnitt lGQ. Am stufigen Übergang
vom kleineren Innenquerschnitt lKQ zum größeren
Innenquerschnitt lGQ wird ein Ventilsitz 15 ausgebildet.
Angrenzend zum Ventilsitz 15 und radial außerhalb
des kleineren Innenquerschnitts lKQ ist
ein Ventilklappenhebel 16 angebracht, mit dem eine Ventilklappe 17 gekoppelt
ist. Die Ventilklappe 17 ist entsprechend zum Innenquerschnitt
des Ventilkörpers 11 als flache Platte ausgebildet,
die eine im Wesentlichen quadratische oder rechteckige Form aufweist,
wobei auch in diesem Zusammenhang „im Wesentlichen” bedeutet,
dass die Ecken abgerundet oder abgeschrägt sein können.
Im geschlossenen Zustand der Ventilklappe 17 liegt diese
auf den Ventilsitz 15 auf und schließt das Rückschlagventil.
In einem vollständig geöffneten Zustand ist die
Ventilklappe 17 seitlich derart an die Innenwand des Ventilkörpers 11 angeschlagen,
dass die strömungszugewandte Seite der Ventilklappe 17 mit
der Innenwand des Ventilkörpers 11 im Bereich
des kleineren Innenquerschnitts lKQ fluchtet.
Dazu ist das Maß lD der Hälfte
der Differenz von Innenquerschnitt lGQ und
Innenquerschnitt lKQ minimal größer
als die Dicke lVK der Ventilklappe 17.
Dies ermöglicht einen freien, ungehinderten, turbulenzarmen
und geräuschreduzierten Strömungsdurchgang. Zur
weiteren Verhinderung von Geräuschen beim Öffnen
der Ventilklappe kann auf der Innenseite des Ventilkörpers 11 zwischen
der geöffneten Ventilklappe 17 und dem Ventilkörper 11 ein
elastisches Dämpfungselement (nicht dargestellt), wie beispielsweise
eine Gummimatte, angebracht sein. Außerdem kann zur weiteren
Verhinderung von Fluidströmungen zwischen der Innenwand des
Ventilkörpers 11 und der Kante der Ventilklappe 17,
an der der Ventilklappenhebel 16 vorgesehen ist, die Ventilklappe 17 teilweise
in die Wand des Ventilkörpers 11 integriert sein,
indem beispielsweise die integrierte Kante elastisch ausgeführt
ist.
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4 zeigt
schematisch den Ventilkörper 11 aus 3 mit
geschlossener Ventilklappe 17.
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5 zeigt
schematisch den Ventilkörper 11 gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung. In diesem Ausführungsbeispiel
ist der Ventilkörper 11 mit einem abgerundeten
Ventilsitz 18 versehen und das vom Ventilklappenhebel 16 entfernte Ende
der Ventilklappe 17 ist mit einer dazu entsprechenden Abrundung 19 versehen.
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6 zeigt
schematisch den Ventilkörper 11 gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung. In diesem Ausführungsbeispiel
ist der Ventilkörper 11 mit einem schrägen
Ventilsitz 20 versehen, d. h. der Ventilsitz 20 weist
eine Fläche auf, die zur Innenfläche des Ventilkörpers 11 im
Bereich des kleineren Innenquerschnitts lKQ einen
Winkel β zwischen 120 und 150 Grad bildet. Das vom Ventilklappenhebel 16 entfernte
Ende der Ventilklappe 17 ist mit einer dazu entsprechenden
Schräge 21 versehen.
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7 zeigt
schematisch den Ventilkörper 11 gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung. In diesem Ausführungsbeispiel
ist zur besseren Abdichtung des Rückschlagventils der Ventilsitz 15 mit
einer rundum verlaufenden Dichtung 22 versehen. Die Dichtung 22 ist
in diesem Ausführungsbeispiel ein O-Ring mit rechteckigem
Querschnitt, der auf dem Ventilsitz 15 aufgelegt und vorzugsweise
an diesem befestigt (z. B. angeklebt) ist. Durch diese Dichtung 22 wird
eine bessere Dichtwirkung des Rückschlagventils erreicht,
wodurch bei Verwendung des Rückschlagventils in einem Toilettensystem
aufsteigende Gerüche aus der Rohrarchitektur besser verhindert
werden können.
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8 zeigt
schematisch die Ventilklappenmechanik gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung bei geschlossener Ventilklappe.
Die Ventilklappenmechanik besteht grundsätzlich aus der
Ventilklappe 17, dem Ventilklappenhebel 16 und
einer Rückstellvorrichtung 23, die im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ein Federelement ist. Das Federelement
ist vorzugsweise eine Schraubenzugfeder mit einer definierten Federkonstante
(Federkennlinie).
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Der
Ventilklappenhebel 16 ist mit einer Kante der Ventilklappe 17 verbunden
und erstreckt sich durch die Wandung des Ventilkörpers 11 aus
dem Ventilkörper heraus. Das Zentrum des im Inneren des Ventilkörpers 11 verlaufenden
Ventilklappenhebels 16 bildet eine Drehachse 25,
um welche die Ventilklappe 17 gedreht wird. Außerhalb
des Ventilkörpers 11 bildet ein Abschnitt des
Ventilklappenhebels 16 einen Hebelarm 24 mit der
Länge lHA, der mit der Drehachse 25 als
Zentrum einen Winkel α mit einer Geraden bildet, welche
bezüglich der Drehachse 25 gegenüberliegend
zur Ventilklappe 17 in deren Ebene liegt und senkrecht
zur Drehachse 25 verläuft. Einerseits müssen
das Federelement 23 und die Hebelarmlänge lHA entsprechend so ausgelegt werden, dass
ein vollständiges Schließen der Ventilklappe 17 mit
ausreichender Anpresskraft auf den Ventilsitz 15 erreicht
wird. Andererseits müssen diese Parameter so ausgelegt
werden, dass bei niedrigen Massenströmen durch das Rückschlagventil
ein vollständiges Öffnen der Ventilklappe 17 ermöglicht
wird. Die Hebelarmlänge lHA, die
Hebelarmausrichtung und die Federkraft müssen dabei so
ausgelegt werden, dass die Ventilklappe 17 bei niedrigen
Massenströmen vollständig öffnet. Der
Hebelarm 24 ist im Winkel α so auszurichten, dass
bei vollständig geöffneter Ventilklappe 17 noch
eine ausreichende Hebelwirkung zum Zurückstellen der Ventilklappe 17 vorherrscht.
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9 zeigt
schematisch die Ventilklappenmechanik aus 8 bei geöffneter
Ventilklappe. Ein geringer Differenzdruck, d. h. ein geringer Massenstrom,
genügt, um die Ventilklappe 17 zu öffnen.
Dieses leichte Öffnen wird auch durch den Versatz des Hebelarms 24 um
den Winkel α und Anpassung von Hebelarmverhältnis,
Federkraft und Federweg erreicht. Beim Öffnen der Ventilklappe 17 wird
die Rückstellvorrichtung 23 von ihrer Länge
lFE1 (siehe 8) zu einer
Länge lFE2 gedehnt. Das Öffnen
der Ventilklappe 17 wird durch Differenzdruck, der durch die
Fluidströmung erzeugt wird, bewirkt, wohingegen das Schließen
der Ventilklappe 17 bei stetig verringertem Fluidvolumenstrom
durch die Rückstellkraft der Rückstellvorrichtung 23 bewirkt
wird.
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10 zeigt
schematisch die Ventilklappenmechanik gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung. In dieser Variante
ist der Ventilklappenhebel als Winkelelement 26 ausgeführt.
Das heißt der außerhalb des Ventilkörpers 11 liegende Abschnitt
des Ventilklappenhebels bildet ein Winkelelement 26. Dieses
Winkelelement 26 weist wiederum einen hinsichtlich der
Drehachse 25 gegenüberliegend zur Ventilklappe 17 in
deren Ebene verlaufenden Abschnitt und einen zu diesem senkrecht
stehenden kürzeren Abschnitt auf. Eine Verbindungslinie
vom Ende des kürzeren Abschnitts zur Drehachse 25 schließt
mit dem längeren Abschnitt einen Winkel α ein.
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11 zeigt
das Rückschlagventil gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Hier ist das Rückschlagventil 10 komplett
montiert, d. h. an den Ventilkörper 11 sind beiderseits
die Anschlussstutzen 12 montiert. Aus dem Inneren des Ventilkörpers 11 ragt
der Hebelarm 24 heraus, an dem die Rückstellvorrichtung 23 befestigt
ist. Vorzugsweise ist hierfür der Hebelarm 24 mit
einer Durchgangsbohrung versehen, in die die Rückstellvorrichtung 23 eingehängt werden
kann. Das andere Ende der Rückstellvorrichtung 23 ist
an einer am Ventilkörper 11 vorgesehenen Öse
eingehängt.
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12 zeigt
ein Vakuumsystem mit eingeschaltetem Vakuumgenerator 27 und 13 zeigt ein
Vakuumsystem mit ausgeschaltetem Vakuumgenerator 27. Diese
Figuren zeigen ein weiteres Anwendungsbeispiel für den
Einsatz des Rückschlagventils 10 in einem Vakuumsystem.
Das Rückschlagventil 10 ist dabei in Parallelschaltung
zum Vakuumgenerator 27 angeordnet, d. h. das Rückschlagventil 10 ist
in einer Bypassleitung zum Vakuumgenerator 27 angeordnet.
In dieser Anordnung soll das Rückschlagventil 10 eine
Rückströmung während des Betriebs des
Vakuumgenerators 27 verhindern. Im Reiseflug des Luftfahrzeugs,
in dem das Vakuumsystem vorgesehen sein kann, ist der Vakuumgenerator 27 nicht
im Betrieb, wobei die Bypassleitung mit dem darin vorgesehenen Rückschlagventil 10 einen
freien Strömungsdurchgang zur Versorgung des Vakuumsystems
ermöglichen soll. Das strömungsgünstige Rückschlagventil 10 kann
im Reiseflug die Leistung eines Vakuumsystems durch einen geringeren Druckverlust
im Vergleich zu herkömmlichen Rückschlagventilen
erhöhen. Außerdem ist das Rückschlagventil 10 in
dieser Anwendung vorteilhaft im Hinblick auf Schallemissionen sowie
der Wartung und Zuverlässigkeit.
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14 zeigt
ein Toilettensystem für ein Luftfahrzeug gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Toilettensystem
enthält ein Urinal 28 mit einem Urinalablauf 29,
der an eine Urinalabflussleitung 30 angeschlossen ist.
Die Urinalabflussleitung 30 mündet in eine Bypassleitung 31,
die über ein Absaugventil 32 mit einem nicht dargestellten
Vakuumsystem verbindbar ist. Die Bypassleitung 31 ist über eine
Kupplung mit der Urinalabflussleitung 30 verbunden. Es
kann eine Spülwasserversorgung mit einem Spülventil 33 vorgesehen
sein, die bei einem Spülvorgang Spülwasser in
das Urinal 28 einspeist. Die Bypassleitung 31 ist
einerseits an das Absaugventil 32 und andererseits an das
Rückschlagventil 10 angeschlossen, das verhindern
soll, dass unangenehme Gerüche aus der Bypassleitung 31 nach
außen dringen. Analog verhindert der Urinalbeckenablauf 29,
dass unangenehme Gerüche aus der Rohrarchitektur nach außen
dringen. Das Umgebungsluft zuführende Ende der Bypassleitung 31 ist
mit einem Schalldämpfer 34 versehen, wodurch lediglich
geringere wahrnehmbare Geräuschemissionen an der Bypassleitung 31 hervorgerufen
werden. Das System enthält ferner eine Steuereinheit 35,
die nach Betätigung eines Spülknopfes 36 das
Spülventil 33 und das Absaugventil 32 ansteuert.
Der Hauptfluidstrom wird bei einem Spülvorgang durch die
Bypassleitung 31 geführt, die über das
Absaugventil 32 an das Vakuumsystem gekoppelt ist. Durch
die Verwendung einer Bypassleitung 31 ist es möglich,
nur einen geringen Fluidstrom durch das Urinal 28 zu leiten
und den erforderlichen Fluidstrom im Wesentlichen zum Transport
von Verunreinigungen, des Urins und der Spülflüssigkeit
durch die Bypassleitung 31 zu leiten. Hierdurch kann die
Lärmentwicklung durch den geringeren Fluidstrom am Urinalabfluss 29 sehr
stark verringert werden. Durch Vorsehen des Schalldämpfers 34 am
Ende der Bypassleitung 31 ist es des Weiteren möglich,
geringe wahrnehmbare Geräuschemissionen an der Bypassleitung 31 hervorzurufen.
Die Verbreitung einer vom Schalldämpfer 34 ausgehenden verbleibenden
Geräuschemission kann weiter durch strömungsoptimierte
Komponenten in der Fluidstromführung aus dem Toilettenmonument über
den Toilettenauffangbehälter (z. B. Urinal) in das Vakuumsystem
erreicht werden. Der Hauptfluidstrom wird über die Bypassleitung 31 geführt.
Die resultierende hohe Strömungsgeschwindigkeit in der
Bypassleitung 31 erfordert strömungsgünstige
Komponenten, um tonale Anteile, insbesondere hochfrequente Anteile,
möglichst zu reduzieren und einen optimalen Abtransport
in das Vakuumsystem sicherzustellen. Die Funktion des Rückschlagventils 10 als
Geruchsverschluss muss durch entsprechende Dichtungsmaßnahmen
sichergestellt werden, um eine Weiterleitung von Gerüchen
aus dem System bzw. aus den Rohrleitungen zur Umgebung zu verhindern.
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15 zeigt
das Rückschlagventil gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Alternativ zu dem vorhergehenden
Ausführungsbeispiel, kann anstatt des Federelements als
Rückstellvorrichtung ein motorischer Antrieb 37 zur
Rückstellung der Ventilklappe 17 vorgesehen sein.
In diesem Zusammenhang sind vorzugsweise im Inneren des Ventilköpers 11 um
90 Grad versetzte Endlagenschalter 38, 39 vorgesehen,
die den Motor 37 abschalten, wenn die entsprechenden Endlagen,
d. h. die vollständig geöffnete und die vollständig
geschlossene Stellung der Ventilklappe 17 erreicht ist. Der
Motor 37 ist mit einer zentralen Gerätesteuerung 40 gekoppelt,
die wiederum mit den Endlagenschaltern 38, 39 verbunden
ist. Bei Verwendung dieser Anordnung in einem Toilettensystem wird
die Ventilklappe 17 vor dem Absaugvorgang vollständig
geöffnet und nach dem Absaugvorgang vollständig
geschlossen.
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Obwohl
die Erfindung im Vorhergegangenen unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel beschrieben wurde, können
verschiedene Änderungen und Modifikationen vorgenommen werden,
ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen. Die Erfindung
ist auch in anderen Bereichen als der Luftfahrt einsetzbar, beispielsweise
in Zügen, Schiffen und der Haustechnik, wo ebenfalls Vakuumtoiletten
verwendet werden. Allgemein ist die Erfindung in der Versorgungs-
und Verfahrenstechnik anwendbar, wo das Problem der Reduzierung
von Geräuschemissionen und Geruchsemissionen im Bereich
der Fluidmechanik gegeben ist.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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