DE102006016030B4 - System zum Spülen eines Vakuumurinals - Google Patents
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Abstract
System zum Spülen eines Vakuumurinals, enthaltend
ein Urinalbecken (2) mit einem Ablauf (7), der an eine Ablaufleitung (8) angeschlossen ist, und
eine Bypassleitung (12), in die die Ablaufleitung (8) einmündet und die über ein Absaugventil (17) mit einem Vakuumsystem (19) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Bypassleitung (12) mit ihrem einen Ende (16) unmittelbar an das Absaugventil (17) angeschlossen ist, und
die Ablaufleitung (8) eine vorbestimmte Neigung hat, wodurch in dem Urinalbecken (2) befindliches Transportgut aufgrund von Schwerkraft in Richtung Bypassleitung (12) bis zum Absaugventil (17) transportiert wird.
ein Urinalbecken (2) mit einem Ablauf (7), der an eine Ablaufleitung (8) angeschlossen ist, und
eine Bypassleitung (12), in die die Ablaufleitung (8) einmündet und die über ein Absaugventil (17) mit einem Vakuumsystem (19) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Bypassleitung (12) mit ihrem einen Ende (16) unmittelbar an das Absaugventil (17) angeschlossen ist, und
die Ablaufleitung (8) eine vorbestimmte Neigung hat, wodurch in dem Urinalbecken (2) befindliches Transportgut aufgrund von Schwerkraft in Richtung Bypassleitung (12) bis zum Absaugventil (17) transportiert wird.
Description
- Die Erfindung betrifft ein System zum Spülen eines Vakuumurinals, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie die Verwendung eines solchen Systems.
- Bekannte Spülvorrichtungen für eine Vakuumtoilette mit einem Urinal erfordern nach einer Benutzung des Urinals das Auslösen eines Spülvorgangs durch Betätigung einer Auslöseeinrichtung. Es erfolgt dann zunächst ein Zuführen von Spülflüssigkeit in das Urinal und anschließend ein Öffnen eines Absaugventils, um Urin, Spülflüssigkeit und sonstige Verunreinigungen in den Bereich eines Abwassertanks zu leiten. Der Transportvorgang erfolgt dabei üblicherweise durch eine Druckdifferenz zwischen dem Abwassertank und dem Aufstellungsraum der Vakuumtoilette. Während des Spülvorganges erfolgt bei herkömmlichen Systemen zum Spülen einer Vakuumtoilette eine erhebliche Geräuschemission aufgrund der beim Spülvorgang hervorgerufenen Luftströmungen, die durch eine Trichterwirkung des Urinalbeckens noch verstärkt werden kann.
- Die
US 6 488 002 B2 offenbart die Merkmale des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1. - Die
DE 42 01 986 C1 offenbart eine Vorrichtung zur Spülung einer Vakuumtoilette mit einem Urinalbecken, das keine geneigte Ablaufleitung hat, die es ermöglicht, dass Transportgut in dem Urinalbecken aufgrund von Schwerkraft bereits vor dem eigentlichen Absaugvorgang in eine Bypassleitung gebracht und dann durch den Absaugvorgang nur aus dieser entfernt wird. - Die
DE 38 11 162 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Spülung einer Vakuumtoilette, bei der eine Ablaufleitung zu einem Ventil V nicht geneigt ist, so dass in der Ablaufleitung ein starker Luftstrom erzeugt werden muss, um Transportgut in dem Urinalbecken abzuziehen, was mit einer beträchtlichen Geräuschemission verbunden ist. - Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Systems zum Spülen eines Vakuumurinals, welches die während der Durchführung eines Spülvorgangs auftretenden Geräuschemissionen vermindert.
- Die Aufgabe wird durch den Patentanspruch 1 gelöst. Weiterentwicklungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
- Das erfindungsgemäße System enthält ein Urinalbecken mit einem Ablauf, der an eine Ablaufleitung angeschlossen ist, und eine Bypassleitung, in die die Ablaufleitung einmündet, und die über ein Absaugventil mit einem Vakuumsystem verbunden ist.
- Gemäß einer Weiterentwicklung der Erfindung ist die Bypassleitung über eine Kupplung an die Ablaufleitung angeschlossen.
- Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung sind die Rohrdurchmesser, Rohrlängen und Strömungswiderstände der Ablaufleitung und der Bypassleitung derart dimensioniert, dass ein Druckverlust in der Ablaufleitung höher ist als ein Druckverlust in der Bypassleitung.
- Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung wird eine Spülwasserversorgung vorgesehen, die bei einem Spülvorgang Spülwasser über ein Spülventil in das Urinalbecken einspeist,.
- Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung ist die Bypassleitung mit ihrem einen Ende an das Absaugventil und mit ihrem anderen Ende an einen Geruchverschluss angeschlossen, der verhindern soll, dass unangenehme Gerüche aus der Bypassleitung nach außen dringen.
- Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung ist das Umgebungsluft zuführende Ende der Bypassleitung mit einem Schalldämpfer versehen, wodurch lediglich geringe wahrnehmbare Geräuschemissionen an der Bypassleitung hervorgerufen werden.
- Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung enthält das System eine Steuereinheit, die das Spülventil und das Absaugventil ansteuert. Das Spülventil und das Absaugventil werden von der Steuereinheit zeitlich verzögert angesteuert. Das Spülventil wird früher angesteuert als das Absaugventil.
- Gemäß der Erfindung wird ein Hauptluftstrom bei einem Spülvorgang durch die Bypassleitung geführt, die über das Absaugventil an das Vakuumsystem gekoppelt ist.
- Durch die Verwendung einer Bypassleitung ist es möglich, nur einen geringen Luftstrom durch das Urinalbecken und den erforderlichen Luftstrom zum wesentlichen Transport von Verunreinigungen, des Urins und der Spülflüssigkeit durch die Bypassleitung zu leiten. Hierdurch kann die Lärmentwicklung durch den geringen Luftstrom am Abfluss des Urinalbeckens sehr stark verringert werden.
- Durch eine Verbindung der Bypassleitung mit einem Schalldämpfer ist es weiter möglich, geringe wahrnehmbare Geräuschemissionen an der Bypassleitung hervorzurufen.
- Die Verbreitung einer vom Schalldämpfer ausgehenden verbleibenden Geräuschemission kann weiter dadurch reduziert werden, dass der Schalldämpfer hinter einer schallgedämpften Verkleidung angeordnet und die zur Spülung notwendige Luftmenge nicht aus dem Toilettenmonument, sondern aus einer vom Aufstellungsort der Vakuumtoilette getrennten Umgebung angesaugt wird.
- Durch einen Geruchverschluss am Urinalbeckenablauf, Urinalbeckenüberlauf und am Bypass (nach dem Schalldämpfer in Strömungsrichtung eines Hauptluftstroms bei geöffnetem Absaugventil) kann eine Weiterleitung von Gerüchen aus dem System bzw. aus den Rohrleitungen zur Umgebung verhindert werden.
- Eine definierte Koordinierung der Spül- und Absaugvorgänge kann durch die Steuereinheit vorgesehen werden, die erst das Spülventil und dann das Absaugventil öffnet. Zur Minimierung eines Geräuschemissionszeitraums sowie zur Gewährleistung einer ausreichenden Reinigungsfunktion wird beispielsweise für das Absaugventil eine Einschaltdauer von etwa einer Sekunde und für das Spülventil eine Einschaltdauer von etwa drei Sekunden vorgesehen.
- Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
-
1 zeigt ein System zum Spülen einer Vakuumtoilette. Die Vakuumtoilette enthält ein Urinalbecken2 mit einem Spülring oder Spüldüse(n)3 . Der Spülring3 oder die Spüldüsen(n) werden zweckmäßigerweise im Bereich einer in lotrechter Richtung oberen Begrenzung des Urinalbeckens2 angeordnet. Spülwasser wird über eine Spülwasserversorgungsleitung4 , eine Spülleitung5 und ein Spülventil6 an den Spülring3 oder Spüldüse(n) geliefert, wenn das Spülventil6 geöffnet wird. Im geschlossenen Zustand des Spülventils6 erfolgt keine Lieferung des Spülwassers an den Spülring3 oder Spüldüse(n). - Bei einem Spülvorgang wird das Spülventil
6 geöffnet und Spülwasser über einen Spülring oder Spüldüse(n)3 in das Urinalbecken2 eingesprüht. - Wie in
1 gezeigt, enthält das Urinalbecken2 einen Ablauf7 , der an eine Ablaufleitung8 angeschlossen ist. Gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind am Ablauf7 des Urinalbeckens2 ein Sieb9 und ein Geruchverschluss10 vorgesehen. Andere Vorrichtungen zum Aussondern von Transportgut, das nicht in die Ablaufleitung8 des Urinalbeckens2 gelangen darf, und zum Verhindern einer Geruchsentwicklung im Toilettenraum können verwendet werden. - Die Ablaufleitung
8 mündet über eine Kupplung11 in eine Bypassleitung12 . Wie in1 gezeigt, hat die Ablaufleitung8 eine vorbestimmte Neigung, um darin befindliches Transportgut und das Spülwasser aufgrund von Schwerkraft in Richtung Bypassleitung12 zu transportieren. Ein zur Umgebung weisendes Ende13 der Bypassleitung12 enthält einen Geruchverschluss14 und einen Ansaugschalldämpfer15 . Der Geruchverschluss14 und der Ansaugschalldämpfer15 befinden sich oberhalb der Kupplung11 . - Die Anordnung des Ansaugschalldämpfers
15 und des Geruchverschlusses14 erfolgt gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel derart, dass eine Lufteinlassöffnung des Ansaugschalldämpfers15 und des Geruchverschlusses14 oberhalb eines maximal möglichen Flüssigkeitsstandes liegen. Alternativ kann eine andere Anordnung vorgesehen werden, wobei dann ein Rückflussverhinderer vorgesehen werden muss, um zu verhindern, dass beispielsweise Spülwasser über das Ende13 der Bypassleitung12 in die Umgebung der Vakuumtoilette austritt. - Unterhalb der Kupplung
11 mündet das andere Ende16 der Bypassleitung12 in ein Absaugventil17 . Das Absaugventil17 ist an eine Abwasserleitung18 angeschlossen. Die Abwasserleitung18 ist an ein Vakuumsystem19 angeschlossen, welches ein Vakuum und in der Abwasserleitung18 einen Sogstrom erzeugt. Das Absaugventil17 kann geöffnet und geschlossen werden und erzeugt im geöffneten Zustand in der Bypassleitung12 und der Ablaufleitung8 einen Sogstrom. - Wie in
1 durch die gestrichelten Linien gezeigt, werden das Absaugventil17 und das Spülventil6 durch eine Steuereinheit20 angesteuert. Die Steuereinheit20 ist mit einer Auslöseeinrichtung21 verbunden, die gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel ein Bedienknopf ist, der von einem Benutzer der Vakuumtoilette betätigt werden kann, um nach einer Druckbetätigung den Spülvorgang auszulösen. Alternativ kann der Spülvorgang mit einer entsprechenden Sensorik automatisch ausgelöst werden. Die Spülung kann durch Dedektion über eine Sensorik vor Benutzung, bei Verlassen oder beim Schließen des Urinaldeckels ausgelöst werden. - Der Rohrdurchmesser D1 der Ablaufleitung
8 und der Rohrdurchmesser D2 der Bypassleitung12 sowie die Rohrlängen und Strömungswiderstände dieser Rohleitungen sind derart dimensioniert, dass ein Druckverlust in der Ablaufleitung8 größer ist als ein Druckverlust in der Bypassleitung12 . Der Rohrdurchmesser D1 der Ablaufleitung8 muss ferner so groß dimensioniert werden, dass die größten Partikel und Fluide, die das Sieb9 passieren können, noch in das Rohrsystem eingeführt werden. Die Dimensionierung der Maschenweite des Siebes9 hängt von der Konstruktion des Geruchverschlusses10 in der Ablaufleitung8 ab. - Zur Durchführung eines Spülvorganges nach einer Benutzung des Urinalbeckens
2 wird über die Auslöseeinrichtung21 die Steuereinheit20 aktiviert. Die Steuereinheit20 gibt Einschaltzeiten für das Spülventil6 und das Absaugventil17 vor. Gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel öffnet sich zuerst für etwa eine Sekunde das Spülventil6 , wodurch Spülwasser in das Urinalbecken2 eingeleitet wird, wodurch im Urinalbecken2 vorhandene Verunreinigungen über das Sieb9 und den Geruchverschluss10 in die Ablaufleitung8 transportiert werden. Bevor das Absaugventil17 von der Steuereinheit20 geöffnet wird, fließen das Transportgut (der Urin, Verunreinigungen und das Spülwasser) schwerkraftgetrieben in die Ablaufleitung8 und über ein einzuhaltendes Gefälle der Ablaufleitung8 über die Kupplung11 in die Bypassleitung12 bis zum Absaugventil17 . Anschließend wird das Spülventil6 geschlossen und das Absaugventil17 vorzugsweise für etwa zwei bis drei Sekunden geöffnet, wodurch die im Bereich des Urinalbeckens2 , der Ablaufleitung8 und in der Bypassleitung12 angesammelten Substanzen aufgrund einer von dem Vakuumsystem19 erzeugten Druckdifferenz in die Abwasserleitung18 und weiter in das Vakuumsystem abgeführt werden. Die Luftzufuhr zum Absaugventil17 wird durch den Schalldämpfer15 geräuschgedämpft, so dass hier störende Geräuschemissionen unterdrückt werden. - Obwohl die Erfindung im Vorangegangenen unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel beschrieben wurde, können verschiedene Änderungen und Modifikationen vorgenommen werden, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen. Die Erfindung ist auch in anderen Bereichen als der Luftfahrt einsetzbar, beispielsweise in Zügen oder Schiffen, wo ebenfalls Vakuumtoiletten verwendet werden und das Problem der Reduzierung der Geräuschemission gegeben ist. Ferner können andere Einschaltzeiten für das Absaugventil und das Spülventil in Abhängigkeit von der Dimensionierung der Vakuumtoilette eingestellt werden.
- Bezugszeichenliste
-
- 1
- System
- 2
- Urinalbecken
- 3
- Spülring oder Spüldüse
- 4
- Spülwasserversorgung
- 5
- Spülleitung
- 6
- Spülventil
- 7
- Ablauf
- 8
- Ablaufleitung
- 9
- Sieb
- 10
- Geruchverschluss
- 11
- Kupplung
- 12
- Bypassleitung
- 13
- ein Ende der Bypassleitung
- 14
- Geruchverschluss
- 15
- Ansaugschalldämpfer
- 16
- anderes Ende der Bypassleitung
- 17
- Absaugventil
- 18
- Abwasserleitung
- 19
- Vakuumsystem
- 20
- Steuereinheit
- 21
- Auslöseeinrichtung
Claims (10)
- System zum Spülen eines Vakuumurinals, enthaltend ein Urinalbecken (
2 ) mit einem Ablauf (7 ), der an eine Ablaufleitung (8 ) angeschlossen ist, und eine Bypassleitung (12 ), in die die Ablaufleitung (8 ) einmündet und die über ein Absaugventil (17 ) mit einem Vakuumsystem (19 ) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bypassleitung (12 ) mit ihrem einen Ende (16 ) unmittelbar an das Absaugventil (17 ) angeschlossen ist, und die Ablaufleitung (8 ) eine vorbestimmte Neigung hat, wodurch in dem Urinalbecken (2 ) befindliches Transportgut aufgrund von Schwerkraft in Richtung Bypassleitung (12 ) bis zum Absaugventil (17 ) transportiert wird. - System nach Anspruch 1, wobei die Bypassleitung (
12 ) über eine Kupplung (11 ) an die Ablaufleitung (8 ) angeschlossen ist. - System nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Rohrdurchmesser, Rohrlängen und Strömungswiderstände der Ablaufleitung (
8 ) und der Bypassleitung (12 ) derart dimensioniert sind, dass ein Druckverlust in der Ablaufleitung (8 ) höher ist als ein Druckverlust in der Bypassleitung (12 ). - System nach einem der Ansprüche 1 bis 3, enthaltend eine Spülwasserversorgung (
4 ), die bei einem Spülvorgang Spülwasser über ein Spülventil (6 ) in das Urinalbecken (2 ) einspeist. - System nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Bypassleitung (
12 ) mit ihrem einen Ende (16 ) an das Absaugventil (17 ) und mit ihrem anderen Ende (13 ) an einen Geruchverschluss (14 ) angeschlossen ist. - System nach Anspruch 5, wobei das andere Ende (
13 ) der Bypassleitung (12 ) einen Schalldämpfer (15 ) aufweist. - System nach einem der Ansprüche 4 bis 6, enthaltend eine Steuereinheit (
20 ), die das Spülventil (6 ) und das Absaugventil (17 ) ansteuert. - System nach Anspruch 7, wobei das Spülventil (
6 ) und das Absaugventil (17 ) von der Steuereinheit (20 ) zeitlich verzögert angesteuert werden. - System nach Anspruch 8, wobei das Spülventil (
6 ) früher angesteuert wird, als das Absaugventil (17 ). - Verwendung des Systems gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 in der Luftfahrt.
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