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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb von Scheinwerfern eines
Kraftfahrzeugs, wobei die Scheinwerfer wenigstens ein Abblend-Lichtbündel
und wenigstens ein Fernlicht-Lichtbündel erzeugen können
und von Rechts- oder Linksverkehr auf die jeweils andere Verkehrsart
umstellbar sind, und wobei zum Wechsel in die Verkehrsart, für
die die Scheinwerfer nicht ausgelegt sind, das wenigstens eine Abblend-Lichtbündel
der Scheinwerfer zumindest um eine Achse verschwenkt wird. Die Erfindung betrifft
ferner einen Scheinwerfer, mit dem das Verfahren durchgeführt
werden kann.
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In
Europa ausgelieferte Fahrzeuge müssen mit einem asymmetrischen
Abblendlicht ausgerüstet werden. Dies bedeutet, dass -bedingt
durch eine asymmetrische, nach rechts ansteigende Hell-Dunkel-Grenze-
das durch die Fahrzeugscheinwerfer erzeugte Abblend-Lichtbündel
auf der eigenen (in Europa rechten) Fahrbahn eine weitere Ausleuchtung (Reichweite)
besitzt als auf der Gegenfahrbahn. Fährt man mit einem
solchen Fahrzeug in ein Land mit Linksverkehr (beispielsweise Großbritannien),
so müssen zur Vermeidung einer Blendung des Gegenverkehrs
die Scheinwerfer auf Linksverkehr umstellbar sein (so genannte „Touristenlösung”).
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Um
diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind mehrere Umsetzungen
bekannt geworden.
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So
ist es möglich,
- • bei Reflexions-Scheinwerfern
den Bereich auf der Abschlussscheibe des Scheinwerfers, der für den
Lichtanstieg zuständig ist, abzukleben
- • bei Projektions-Scheinwerfern eine Blende im Strahlengang
entsprechend zu positionieren
- • das Abblendlicht abzusenken und in Richtung des neuen
Fahrbahnrandes zu verschwenken.
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Bei
Scheinwerfern der neueren Generation, so genannte AFS(= Adaptive/Advanced
Frontlighting System)-Scheinwerfer, erfolgt eine Verstellung des Abblend-Lichtbündels
automatisch in Abhängigkeit von dynamischen Daten der jeweils
aktuellen Fahrsituation, die von geeigneten Erfassungssystemen (beispielsweise
Sensoren) erfasst und an ein mit Verstelleinrichtungen des Scheinwerfern
in Verbindung stehendes Steuergerät weitergeleitet werden.
So kann das Absenken des Abblend-Lichtbündels elektronisch über
vorhandene Stellmotoren der Lichtweiten-Regulierung (LWR) erfolgen.
Das Verschwenken des Abblend-Lichtbündels wird über
ein Schwenkmodul bewerkstelligt (bei Rechtsverkehr-Fahrzeugen im Linksverkehr
nach links, bei Linksverkehr-Fahrzeugen im Rechtsverkehr nach rechts).
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Insbesondere
bei AFS-Scheinwerfern, die für Fern- und Abblendlicht das
gleiche Lichtmodul verwenden (z. B. Bi-Xenon-Scheinwerfermodule), besteht
jedoch das Problem, dass bei einem Verschwenken oder Absenken des
Abblend-Lichtbündels gleichzeitig auch die optische Achse
des Fernlicht-Lichtbündels verändert (vermehrt
nach links bzw. nach unten ausgerichtet) wird und die Straße somit
nicht mehr in der möglichen Reichweite ausgeleuchtet werden
kann.
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Aus
der
DE 197 18 540
A1 ist ein Reflektor für einen Fahrzeugscheinwerfer
bekannt, mit dem ein gattungsgemäßes Verfahren
durchführbar ist. Um sowohl bei Linksverkehr als auch bei
Rechtsverkehr eine optimale Position der Basis-Lichtverteilung bezüglich
der Hell-/Dunkelgrenze sicherzustellen, erzeugt der Reflektor ein
universelles Lichtbild mit einer breiten Basis-Lichtverteilung unterhalb
einer horizontalen Hell-/Dunkelgrenze. Durch Verschwenken des Rektors
um eine vertikale Achse kann zwischen den Funktionen für
Rechts- und Linksverkehr gewechselt werden. Zusätzlich
ist ein Verschwenken des Reflektors um eine horizontale Achse möglich,
wodurch eine Aktivierung bzw. Desaktivierung eines Fernlicht-Lichtbündels
möglich ist.
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Die
DE 101 51 514 A1 offenbart
ein Einstellverfahren für Scheinwerfer mit einer asymmetrischen Hell-Dunkel-Grenze,
wobei zur Umstellung auf die andere Verkehrsart die Abblendlicht-Lichtmodule
der Scheinwerfer zunächst mittels einer Leuchtweiten-Regulierung
abgesenkt werden, um die Hell-Dunkel-Grenze abzusenken, und dann
das dem neuen Fahrbahnrand entsprechende Abblendlicht-Lichtmodul
mittels einer horizontalen Schwenkeinrichtung soweit in Richtung
des neuen Fahrbahnrandes verschenkt wird, dass der höchste
Punkt der Hell-Dunkel-Grenze (Lichtfinger) auf der eigenen Fahrbahnseite
bzw. auf dem eigenen Fahrbahnrand positioniert wird.
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In
der
DE 103 08 980
A1 wird ebenfalls ein Scheinwerfer für Fahrzeuge
und ein Verfahren zum Umstellen des Scheinwerfers von Rechts- auf
Linksverkehr und umgekehrt beschrieben. Zur Umstellung des Scheinwerfers
auf die andere Verkehrsart wird die Abstrahlrichtung des Abblend-Lichtbündels
um eine vertikale Achse verschwenkt und zusätzlich um eine
horizontale Achse nach unten geschwenkt. Dadurch soll eine weitestgehende
Verringerung der Blendung des Gegenverkehrs ermöglicht
werden.
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Schließlich
ist aus der
DE 103
10 232 A1 ebenfalls ein Scheinwerfer bekannt, der mit Stellelementen
zum Verschwenken des Abblend-Lichtmoduls um eine horizontale und
eine vertikale Achse ausgerüstet ist.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein gattungsgemäßes
Verfahren zum Betrieb von Scheinwerfern eines Kraftfahrzeugs derart
weiterzuentwickeln, dass die beschriebenen Nachteile zumindest gemildert
und bei Umstellung auf die andere Verkehrsart ein aktiviertes Fernlicht
besser ausgenutzt werden kann. Des Weiteren soll ein Scheinwerfer
zur Verfügung gestellt werden, mit dem das erfindungsgemäße
Verfahren gut durchführbar ist.
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Die
Aufgabe wird mit einem Verfahren gemäß Anspruch
1 sowie mit einem Scheinwerfer gemäß Anspruch
9 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen beziehungsweise
Weiterbildungen der Erfindung sind den jeweiligen Unteransprüchen
entnehmbar.
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Die
Erfindung geht daher aus von einem Verfahren zum Betrieb von Scheinwerfern
eines Kraftfahrzeugs, wobei die Scheinwerfer wenigstens ein Abblend-Lichtbündel
und wenigstens ein Fernlicht-Lichtbündel erzeugen können
und von Rechts- oder Linksverkehr auf die jeweils andere Verkehrsart umstellbar
sind, und wobei zum Wechsel in die Verkehrsart, für die
die Scheinwerfer nicht ausgelegt sind, das wenigstens eine Abblend-Lichtbündel
der Scheinwerfer zumindest um eine Achse verschwenkt wird.
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Erfindungsgemäß ist
vorgesehen, dass nach Umstellung auf die jeweils andere Verkehrsart
und bei Aktivierung von Fernlicht wenigstens das wenigstens eine
Fernlicht-Lichtbündel in seiner Ausrichtung zumindest zeitweise
ebenfalls um zumindest eine Achse zu einem Fernlicht-Lichtbündel
mit einer anderen Ausrichtung verschwenkt wird. Wird also bei Umstellung
der Scheinwerfer auf eine andere Verkehrsart dass Abblend-Lichtbündel
und gegebenenfalls auch die optische Achse für das Fernlicht-Lichtbündel
verändert (bspw. verschwenkt und/oder abgesenkt), so wird
bei Aktivierung des Fernlichts die Veränderung der optischen
Achse für das Fernlicht-Lichtbündel also zumindest
zeitweise wieder rückgängig gemacht, so dass das
aktivierte Fernlicht seine ursprünglichen Wirkung (weite
Ausleuchtung der gesamten Fahrbahn) zurück erhält.
Wenn in der vorliegenden Patentanmeldung von wenigstens einem Abblend-
bzw. wenigstens einem Fernlicht-Lichtbündel die Rede ist,
so ist damit zum Ausdruck gebracht, dass sich der Schutz auch auf
ein Verfahren erstreckt, wo lediglich ein einziges erzeugtes Abblend-
bzw. ein einziges erzeugtes Fernlicht-Lichtbündel (beispielsweise
mit nur einem Scheinwerfer des Kraftfahrzeugs) erfindungsgemäß betrieben
wird. Selbstverständlich bezieht sich der beantragte Schutz
auch auf Verfahren, bei denen mehrere erzeugte Abblend- bzw. Fernlicht-Lichtbündel
(beispielsweise mit zwei oder mehr Scheinwerfern des Kraftfahrzeugs)
erfindungsgemäß betrieben werden.
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Gemäß einer
ersten vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass zum Wechsel in die Verkehrsart, für die die Scheinwerfer
nicht ausgelegt sind, das wenigstens eine Abblend-Lichtbündel
der Scheinwerfer in Richtung des neuen Fahrbahnrandes verschwenkt
wird und bei Aktivierung von Fernlicht wenigstens das wenigstens
eine Fernlicht-Lichtbündel zumindest zeitweise in Richtung des
alten Fahrbahnrandes verschwenkt wird. Hierdurch wird es ermöglicht,
das Fernlicht-Lichtbündel, welches nach einer durch die
Verkehrsart-Umstellung bedingten ursprünglichen Verschwenkung
seiner optischen Achse vermehrt auf den neuen Fahrbahnrand ausgerichtet
wurde, wieder ”auf die eigene Fahrbahn zurückzuholen”.
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Gemäß einer
weiteren Ausbildung des Erfindungsgedankens kann zusätzlich
oder alternativ auch vorgesehen sein, dass zum Wechsel in die Verkehrsart,
für die die Scheinwerfer nicht ausgelegt sind, das wenigstens
eine Abblend-Lichtbündel der Scheinwerfer abgesenkt wird
und bei Aktivierung von Fernlicht wenigstens das wenigstens eine
Fernlicht-Lichtbündel zumindest zeitweise angehoben wird.
Hierdurch wird ermöglicht, dass eine gegebenenfalls durch
die ursprüngliche Verstellung der optischen Achse des Fernlicht-Lichtbündels
bedingte, reduzierte Reichweite des Fernlicht-Lichtbündels
wieder vergrößert wird.
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Gemäß einer
weiteren vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass zumindest das wenigstens eine Fernlicht-Lichtbündel zusätzlich
in Richtung des Fahrbahnverlaufs verschwenkt wird. Hierdurch ist
im Fernlichtbetrieb die Realisierung eines weiterreichenden Kurvenlichts möglich,
was unter Umständen bei sehr hohen Geschwindigkeiten von
Vorteil sein kann.
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Sehr
zweckmäßig ist, wenn das wenigstens eine Fernlicht-Lichtbündel
um eine vertikale Achse verschwenkt und um eine horizontale Achse
angehoben wird. Dies ermöglicht eine konstruktiv einfache Umsetzung
des Verfahrens beziehungsweise bei AFS-Scheinwerfern können
die ohnehin vorhandenen Stellmotoren/Schwenkachsen der Leuchtweiten-Regulierung
bzw. des Schwenkmoduls für das Kurvenlicht kostensparend
genutzt werden.
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Wenn
gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung vorgesehen ist, dass das wenigstens eine Fernlicht-Lichtbündel
um eine schräge Achse verschwenkt wird, kann bereits durch eine
Verschwenkbewegung um eine einzige Achse die Ausrichtung des Fernlicht-Lichtbündels
sowohl horizontal als auch vertikal verändert werden, was sehr
schnelle Umstellgeschwindigkeiten des Fernlicht-Lichtbündels
ermöglicht. Dies kann insbesondere dort vorteilhaft eingesetzt
werden, wo für das Abblend-Lichtbündel und das
Fernlicht-Lichtbündel unterschiedliche Licht-Module eingesetzt
werden. Zumindest für das Abblendlicht ist allerdings zwecks
einer optimalen Lichtweitenregulierung und einer optimalen Kurvenlichtsteuerung
das Vorsehen von zwei Verschwenkachsen (horizontal und vertikal)
zweckmäßig.
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Um
das Fernlicht bei Gegenverkehr nicht jedes Mal manuell desaktivieren
zu müssen und dennoch eine Blendung des Gegenverkehrs zu
vermeiden, ist es (bei in Richtung des alten Fahrbahnrandes verschwenkter
Achse des Fernlicht-Lichtbündels) sehr zweckmäßig,
wenn Gegenverkehr erkannt und das wenigstens eine Fernlicht-Lichtbündel
bei Auftreten von Gegenverkehr zumindest zeitweise wieder in Richtung
des neuen Fahrbahnrandes verschwenkt wird.
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Aus
den gleichen Gründen ist es (bei angehobener Achse des
Fernlicht-Lichtbündels) vorteilhaft, wenn Gegenverkehr
erkannt und das wenigstens eine Fernlicht-Lichtbündel bei
Auftreten von Gegenverkehr zumindest zeitweise wieder abgesenkt wird.
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Der
erfindungsgemäße Scheinwerfer geht aus von einem
bekannten Scheinwerfer eines Kraftfahrzeugs, der wenigstens eine
lichttechnische Einrichtung zur Erzeugung wenigstens eines Fernlicht-Lichtbündels
aufweist und mit wenigstens einer lichttechnischen Einrichtung zur
Erzeugung wenigstens eines Abblend-Lichtbündels zusammenwirken kann
oder diese umfasst, wobei die lichttechnische Einrichtung zur Erzeugung
des Abblend-Lichtbündels von Rechts- oder Linksverkehr
auf die jeweils andere Verkehrsart umstellbar ist und wobei zum Wechsel
in die Verkehrsart, für die der Scheinwerfer nicht ausgelegt
ist, das wenigstens eine Abblend-Lichtbündel um wenigstens
eine Schwenkachse absenkbar und/oder in Richtung eines neuen Fahrbahnrandes
verschwenkbar ist, wobei für die wenigstens eine Schwenkachse
wenigstens ein geeignetes Verdrehmittel vorgesehen ist, welches über wenigstens
eine Steuereinrichtung ansteuerbar ist.
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Erfindungsgemäß ist
vorgesehen, dass das wenigstens eine Verdrehmittel über
die Steuereinrichtung erneut ansteuerbar ist, sobald ein Wechsel in
die jeweils andere Verkehrsart stattgefunden hat und das Fernlicht
aktiviert wird Mit einem solchen erfindungsgemäßen
Scheinwerfer wird eine gute Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ermöglicht. Die Steuereinrichtung steuert so
bei erfolgtem Wechsel in die jeweils andere Verkehrsart und bei
Aktivierung des Fernlichts das wenigstens eine Verdrehmittel erneut
an, wodurch eine Rückjustierung des Fernlicht-Lichtbündels
hin zu einer besseren Ausleuchtung der Fahrbahn ermöglicht
wird.
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Dabei
ist es sehr vorteilhaft, da konstruktiv einfach, wenn eine vertikale
und eine horizontale Achse vorgesehen sind. Alternativ kann höchst zweckmäßig
aber auch eine schräge Achse vorgesehen sein.
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Die
lichttechnische Einrichtung zur Erzeugung des Fernlicht-Lichtbündels
kann sehr vorteilhaft ein Bi-Xenon-Modul eines AFS-Scheinwerfers
sein, da dieser bereits mit entsprechenden Verdrehmitteln zur Verstellung
des Fernlicht-Lichtbündels ausgestattet ist.
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Weitere
Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels deutlich, was mit Hilfe der beiliegenden
Figuren näher erläutert werden soll. Dabei bedeuten
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1 die
Darstellung eines Abblend-Lichtbündels und eines Fernlicht-Lichtbündels
eines auf Rechtsverkehr eingestellten Fahrzeugs im Rechtsverkehr,
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2 die
Darstellung eines Abblend-Lichtbündels und eines Fernlicht-Lichtbündels
eines in bekannter Weise auf Linksverkehr eingestellten Fahrzeugs
im Linksverkehr, wobei auch noch ein auf Rechtsverkehr eingestelltes
Abblend-Lichtbündel angedeutet ist,
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3 die
Darstellung eines verbessert eingestellten Fernlicht-Lichtbündels
eines auf Linksverkehr eingestellten Fahrzeugs im Linksverkehr,
wobei auch noch das herkömmlich eingestellte Fernlicht-Lichtbündel
dargestellt ist,
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4 die
prinziphafte Darstellung eines Ausführungsbeispiels für
einen Scheinwerfer, mit dem das erfindungsgemäße
Verfahren ausführbar ist.
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In 1 ist
ein schematisch dargestelltes Kraftfahrzeug 4 ersichtlich,
welches im Rechtsverkehr in Fahrtrichtung auf einer rechten, also
eigenen Fahrbahnseite 2 einer Fahrbahn 1 fährt.
Weiterhin ist schematisch ein Gegenverkehr-Kraftfahrzeug 5 dargestellt,
welches in Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs 4 gesehen auf
einer linken, also Gegenverkehr-Fahrbahnseite 3 fährt.
Es soll angenommen werden, dass das Kraftfahrzeug 4 bei
Dunkelheit fährt und das Abblendlicht eingeschaltet ist.
Wie ersichtlich, strahlen die Scheinwerfer des Kraftfahrzeugs 4 ein
asymmetrisches Abblend-Lichtbündel AL-RV mit einer optischen
Achse A aus, welches für Rechtsverkehr ausgelegt ist und
auf der eigenen Fahrbahnseite 2 eine weitere Ausleuchtung
der Fahrbahn ermöglicht als auf der Gegenverkehr-Fahrbahnseite 3.
Man sieht, dass durch diese asymmetrische Ausrichtung des Abblend-Lichtbündels
AL-RV das Gegenverkehr-Kraftfahrzeug 5 nicht geblendet
wird. Weiterhin ist gestrichelt ein Fernlicht-Lichtbündel
FL-RV mit ebenfalls einer optischen Achse A angedeutet, welches
eine weite Ausleuchtung der Fahrbahn 1 ermöglichen
soll und bei Auftauchen eines Gegenverkehr-Kraftfahrzeugs 5 zur
Vermeidung einer Blendung nicht eingeschaltet bzw. wieder ausgeschaltet werden
sollte.
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In 2 ist
nun dargestellt, wie die Scheinwerfer des Kraftfahrzeugs 4,
welche normalerweise für den Rechtsverkehr ausgelegt sind,
auf Linksverkehr umgestellt werden. Auch hier ist die Fahrbahn mit 1 beziffert
und weist eine eigene Fahrbahnseite 2 und eine Gegenverkehr-Fahrbahnseite 3 auf.
Allerdings ergibt sich für das Kraftfahrzeug 4 bei
Fahrt im Linksverkehr ein neuer Fahrbahnrand 6. Der alte
(für Fahrt im Rechtsverkehr geltende) Fahrbahnrand ist mit 7 beziffert.
Weiterhin ist zur Veranschaulichung gestrichelt das für
den Rechtsverkehr ausgelegte Abblend-Lichtbündel AL-RV
mit einer optischen Achse A angedeutet und man kann sehen, dass
der weiterreichende Teil des asymmetrischen Lichtbündels
genau auf die Gegenverkehr-Fahrbahnseite 3 fallen und somit
ein Gegenverkehr-Kraftfahrzeug 5 blenden würde.
Zur Vermeidung einer solchen Blendung werden die Scheinwerfer des
Kraftfahrzeugs 4 daher auf Linksverkehr umgestellt. Dies
kann manuell und sehr komfortabel beispielsweise über einen
Umstellschalter im Innenraum des Kraftfahrzeugs 4 erfolgen
oder – noch komfortabler – automatisch über
eine entsprechende Erkennung der Verkehrsart mittels eines Navigationssystems,
dessen Daten an eine entsprechende Steuereinheit für die
Scheinwerfer weitergeleitet werden.
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Herkömmlicherweise
erfolgt die Umstellung derart, dass die optische Achse A des Abblendlicht-Lichtbündels
AL-RV um einen bestimmten Winkel α einer vertikalen Achse
V (vgl. 4) verschwenkt wird. Zusätzlich
kann das Abblendlicht-Lichtbündel AL-RV noch abgesenkt,
das heißt um eine horizontale Achse H (vgl. 4)
nach unten verschwenkt werden. Insgesamt ergibt sich somit ein auf
Linksverkehr eingestelltes Abblend-Lichtbündel AL-LV mit
einer zum neuen Fahrbahnrand 6 ausgerichteten und abgesenkten
optischen Achse A'. Man sieht, dass durch diese Umstellung eine
Blendung des Gegenverkehr-Kraftfahrzeugs 5 nicht mehr erfolgen
kann.
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Im
dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Scheinwerfer
des Kraftfahrzeugs 4 als AFS-Scheinwerfer ausgebildet,
die ein gemeinsames Lichtmodul für Abblendlicht und Fernlicht
(Bi-Modul) verwenden. Dies hat zwangsläufig zur Folge,
dass bei der erläuterten Verschwenkung der optischen Achse
A des Abblend-Lichtbündels AL-RV auch die optische Achse
des Fernlicht-Lichtbündels FL-RV entsprechend verschwenkt
wird, so dass bei Einschalten des Fernlichts ein auf Linksverkehr
eingestelltes Fernlicht-Lichtbündel FL-LV erzeugt wird.
Anhand von 2 ist zu erkennen, dass das
Fernlicht-Lichtbündel FL-LV zwar das Gegenverkehr-Kraftfahrzeug 5 auch
nicht blenden würde, jedoch seine ursprüngliche
Funktion (nämlich eine möglichst weite Ausleuchtung
der Fahrbahn 1) nicht mehr wahrnehmen kann, da das Fernlicht-Lichtbündel
FL-LV nach links, in Richtung des neuen Fahrbahnrandes 6 verschwenkt
und zusätzlich durch die Absenkung in seiner Reichweite
deutlich verkürzt ist.
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Anhand
von 3 wird nun erläutert, wie dieser Nachteil
erfindungsgemäß gelindert bzw. verhindert werden
kann. So sind gestrichelt die herkömmlichen, nach Umstellung
auf den Linksverkehr erzeugbaren Lichtbündel AL-LV und
FL-LV mit einer optischen Achse A ersichtlich. Bei Aktivierung des Fernlichts
wird nun die ursprüngliche Umstellung der optischen Achse
zumindest des Fernlichts wieder rückgängig gemacht
und die optische Achse A um einen bestimmten Winkel α einer
vertikalen Achse V (vgl. 4) wieder in Richtung des alten
Fahrbahnrandes 7 zurück geschwenkt. Zusätzlich
kann die optische Achse A auch wieder um eine horizontale Achse
H (vgl. 4) angehoben werden. Insgesamt
ergibt sich somit ein für den Linksverkehr optimiertes, neuartig
eingestelltes Fernlicht-Lichtbündel FL-LV' mit einer verstellten
optischen Achse A'.
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Hervorzuheben
ist, dass eine derartige Verstellung des Fernlicht-Lichtbündels
FL-LV zum Fernlicht-Lichtbündel FL-LV' zwar optimal ist,
jedoch auch eine Verstellung der optischen Achse A um nur ein Schwenkachse
(H oder V, vgl. 4) bereits zu einer Verbesserung
der Sichtverhältnisse bei Fernlichtbetrieb führt.
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In 4 ist
nun ein Scheinwerfer 10 zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens von vorne schematisch dargestellt. Es handelt sich um
einen an sich bekannten Scheinwerfer 10 mit einer Lichtquelle 11 und
einer optischen Einrichtung 12 (Projektionslinse oder Reflektor)
zur Erzeugung eines Lichtbündels. Wie bereits erwähnt,
handelt es sich um einen Projektionsscheinwerfer, insbesondere AFS-Scheinwerfer
mit einem Bi-Xenon-Modul. Es könnte sich aber auch um einen
Reflektionsscheinwerfer handeln. Der Scheinwerfer 10 ist
grundsätzlich für Rechtsverkehr ausgelegt. Der
Scheinwerfer 10 weist eine Leuchtweiten-Regulierung auf,
für die der Scheinwerfer 10 auf einer horizontalen
Welle bzw. Schwenkachse H gelagert ist. Die Schwenkachse H kann
durch einen Stellmotor 14 der Leuchtweiten-Regulierung
gedreht werden. Der Stellmotor 14 ist über Steuerleitungen 16 mit
einem Steuergerät 15 verbunden, über
welches die Leuchtweite gesteuert werden kann. Durch die Leuchtweiten-Regulierung können
die Lichtbündel für Abblendlicht bzw. für Fernlicht
nach oben oder unten verschwenkt werden. Des Weiteren ist der Scheinwerfer 10 um
eine vertikale Welle bzw. Achse V verschwenkbar, die durch einen
Stellmotor 13 gedreht werden kann. Bei dem Stellmotor 13 handelt
es sich vorzugsweise um den Stellmotor eines Kurvenlichts (AFS-Schwenkmodul). Auch
dieser Stellmotor 13 ist über Steuerleitungen 16 mit
der Steuerung 15 verbunden, über die (15)
somit eine Änderung des Schwenkwinkels um die vertikale Achse
V gesteuert werden kann.
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Wenn
nun der Scheinwerfer 10 in einer Verkehrsart betrieben
soll, für die er nicht ausgelegt ist, wird dem Steuergerät 15 ein
entsprechendes Eingangssignal (nicht gezeigt) zugeführt,
was beispielsweise durch Betätigen eines Schalters im Innenraum des
Kraftfahrzeugs generiert werden kann. In dem Steuergerät 15 sind
die erforderlichen Parameter gespeichert, die für das Verstellen
des von diesem Steuergerät 15 angesteuerten Scheinwerfers 10 beim
Wechsel der Verkehrsart erforderlich sind. Zum Umstellen von einer
Verkehrsart auf die andere wird dann der Stellmotor 13 für
das Kurvenlicht so angesteuert, dass die Achse V um einen vorgegebenen Winkel
in einer vorgegebenen Richtung geschwenkt wird. Des Weiteren kann
zusätzlich der Stellmotor 14 der Leuchtweiten-Regulierung
angesteuert werden, so dass dieser die Achse H um einen vorgegebenen zweiten
Winkel nach unten verschwenkt.
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In 4 ist
zusätzlich eine schräge Schwenkachse S gestrichelt
angedeutet, die in einem Winkel β zur horizontalen Schwenkachse
H ausgerichtet sein kann und alternativ zu den Schwenkachsen H und
V Verwendung finden kann. Der Winkel β kann beispielsweise
etwa 45° betragen, je nach Bedarfsfall sind aber auch andere
Werte denkbar. Die Schwenkachse S sollte ebenso über einen
Stellmotor 17 verdrehbar sein, wobei auch der Stellmotor 17 über
geeignete Steuerleitungen 16' mit dem Steuergerät 15 zu
verbinden wäre. Der Vorteil einer solchen schrägen
Schwenkachse S liegt darin, dass bei Verschwenken des Fernlichts
um diese Schwenkachse S mit nur einer einzigen Schwenkbewegung die
optische Achse A des Abblend- bzw. Fernlicht-Lichtbündels
gleichzeitig sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung verschoben
werden kann. So könnte beispielsweise die optische Achse
A des Fernlicht-Lichtbündels FL-LV allein durch die Ansteuerung
der Schwenkachse S zur verstellten optischen Achse A' (zum alten
Fahrbahnrand 7 geschwenkt und angehoben) gebracht werden.
Genauso einfach wäre die Rückstellung der optischen
Achse A' in die Position A zu bewerkstelligen.
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Das
Steuergerät 15 erhält an einem Eingang ein
Eingangssignal 18, wenn der Scheinwerfer 10 für Linksverkehr
LV eingestellt ist (d. h. ein Wechsel in die andere Verkehrsart
stattgefunden hat) und gleichzeitig Fernlicht FL aktiviert wird.
Nach Erhalt eines solchen Eingangssignals 18 wird zumindest
einer der Stellmotoren 13, 14. bzw. 17 über
die Signalleitungen 16 bzw. 16' angesteuert und
eine entsprechende Rückstellung der optischen Achse A des
Fernlicht-Lichtbündels FL-LV hin zur optischen Achse A' des
Fernlicht-Lichtbündels FL-LV' bewirkt (vgl. 3).
Mit anderen Worten: nach Umstellung für Linksverkehr und
bei Aktivierung von Fernlicht FL wird zumindest das AFS-Schwenkmodul
des Scheinwerfers 10 durch eine Rückjustierung
des Schwenkmoduls in Richtung auf die Fahrbahn zurückgeführt. Zusätzlich
kann die Leuchtweiten-Regulierung rückjustiert (wieder
angehoben) werden.
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- 1
- Fahrbahn
- 2
- eigene
Fahrbahnseite
- 3
- Gegenverkehr-Fahrbahnseite
- 4
- Kraftfahrzeug
- 5
- Gegenverkehr-Kraftfahrzeug
- 6
- Neuer
Fahrbahnrand bei Fahrt im Linksverkehr
- 7
- alter
Fahrbahnrand bei Fahrt im Linksverkehr
- 10
- Scheinwerfer
- 11
- Lichtquelle
- 12
- optische
Einrichtung zur Erzeugung eines Lichtbündels
- 13
- Stellmotor
- 14
- Stellmotor
- 15
- Steuergerät
- 16,
16'
- Steuerleitungen
- 17
- Stellmotor
- 18
- Eingangssignal
- A
- optische
Achse des Abblend- bzw. Fernlicht-Lichtbündels
- A'
- verstellte
optische Achse des Abblend- bzw. Fernlicht-Lichtbündels
- α
- Verstellwinkel
- β
- Winkel
der Schwenkachse S zur Horizontalen
- AL-RV
- Abblend-Lichtbündel
für Rechtsverkehr
- AL-LV
- Abblend-Lichtbündel
für Linksverkehr
- FL
- aktiviertes
Fernlicht
- FL-RV
- Fernlicht-Lichtbündel
für Rechtsverkehr
- FL-LV
- herkömmliches
Fernlicht-Lichtbündel für Linksverkehr
- FL-LV'
- neu
eingestelltes Fernlicht-Lichtbündel für Linksverkehr
- H
- horizontale
Schwenkachse
- LV
- Wechsel
in die andere Verkehrsart (Linksverkehr)
- V
- vertikale
Schwenkachse
- S
- schräge
Schwenkachse
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 19718540
A1 [0007]
- - DE 10151514 A1 [0008]
- - DE 10308980 A1 [0009]
- - DE 10310232 A1 [0010]