-
Gebiet der Erfindung
-
Die
Erfindung liegt auf dem Gebiet des Maschinenbaus und der Elektrotechnik
und bezieht sich insbesondere auf die Kennzeichnung von Bauteilen.
-
In
der Technik spielt zunehmend außer der reinen Funktion
von Bauteilen auch deren Zuverlässigkeit und die hierzu
zu erfolgende Qualitätskontrolle eine immer größere
Rolle.
-
Für
die Qualitätskontrolle ist die Individualisierung und entsprechende
Kennzeichnung von Bauteilen schon im Produktionsprozess und auch
nachfolgend bei der Wartung ein wichtiger Aspekt. Aufgrund einer
Kennzeichnung können einzelne Bauteile bestimmten Produktionschargen
zugeordnet werden und damit kann bei auftretenden Fehlern die gesamte
Charge einer sofortigen Wartung oder sogar einem Austausch unterzogen
werden, soweit die einzelnen Bauteile verfolgt werden können.
-
Im
Produktionsprozess kann es wichtig sein, jedes einzelne Bauteil
mit Informationen zu kennzeichnen, die die bereits durchlaufenen
Produktionsschritte beziehungsweise die dabei aufgetretenen Parameter
bezeichnen. Auch Maße beziehungsweise andere Eigenschaften
der Bauteile können einer entsprechenden Kennzeichnung
hinzugefügt werden. Hinzu treten oft noch Informationen über
die Herstellungszeit, um später das Alter und den Verschleißzustand
von Bauteilen zueinander in Beziehung setzen zu können.
-
Um
Bauteile komfortabel kennzeichnen zu können, sind in den
letzten Jahren zunehmend elektronische Mittel wie Speichereinrichtungen
und Kommunikationsinterfaces eingeführt worden, mit denen sich
durch Schreib- und Leseeinrichtungen die entsprechenden Informationen
der Bauteile gewinnen und zusätzliche Informationen den
Bauteilen mitgeben lassen.
-
Eine
hervorragende Rolle hat dabei die RFID (radio frequency identification)
Technologie gespielt, die mit Hilfe von mit Radiowellen operierenden Transpondern
und entsprechenden Speichereinrichtungen arbeitet. Entsprechende
Transponder lassen sich inzwischen extrem funktionssicher und robust sowie
mit kleinen Ausmaßen realisieren.
-
Eine
besondere Eigenschaft solcher Transponder ist jedoch die gegebenenfalls
eingeschränkte Reichweite in der Nähe metallischer
Gegenstände, die es zum Beispiel schwierig macht, als Schüttgut vorliegende
Bauteile, die selbst aus Metall bestehen, entsprechend anzusprechen
oder auch solche Bauteile, die sich in einem metallischen Behälter
befinden.
-
Aus
der
EP 1777599 A1 ist
ein Verfahren zur Qualitätskontrolle von mechanischen Elementen
bekannt geworden, das sich einer elektronischen Kennzeichnung der
Bauteile mit kontaktloser Kommunikation bedient, die dazu verwendet
wird, Informationen über einzelne Produktionsschritte im
Bauteil selber abzuspeichern und damit für spätere
Qualitätskontrollen zur Verfügung zu stellen.
-
Aus
der
DE 11 2004
002 234 T5 ist ein Wälzlager mit einer so genannten
IC-Kennzeichnung bekannt, die auf der RFID-Technologie basiert und
die Speicherung von Daten im Lager selbst zulässt. Dort ist
das Problem angesprochen, dass Laufringelemente des Lagers die zum
Lesen beziehungsweise zum Schreiben verwendeten Mikrowellen teilweise absorbieren
und damit die Kommunikation erschweren.
-
Aus
der
DE 10 2006
024 212 A1 ist eine komplette Radlagerungseinheit mit einer
entsprechenden IC-Kennzeichnung bekannt. Damit kann die Rückverfolgbarkeit
der entsprechenden Lagereinheit gewährleistet werden.
-
Die
DE 10 2005 043 773
A1 offenbart ein Lager mit einer RFID-Einrichtung, welche
Lagerdaten empfängt und speichert und die entsprechenden
Daten später zur Verfügung stellt. Die Daten werden
zur Optimierung der Wartung verwendet und enthalten beispielsweise
auch Betriebsparameter und Informationen über besondere
Belastungszustände, die das Lager durchlaufen hat.
-
Vor
dem Hintergrund des Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem eine Gruppe
von Bauteilen, die jeweils über einen Transponder und eine
Speichereinrichtung verfügen, möglichst effizient
individualisiert gekennzeichnet werden können.
-
Gemäß der
Erfindung wird die Aufgabe mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie durch
eine Gruppe von Bauteilen gemäß Patentanspruch
13 gelöst. Die Erfindung bezieht sich zudem auf einen Behälter
gemäß Patentanspruch 14 und auf ein Wälzlager
gemäß Patentanspruch 15.
-
Der
Erfindung liegt das Problem zugrunde, dass mehrere Bauteile, die
ungekennzeichnet als Gruppe von Bauteilen vorliegen, möglichst
effizient und individualisiert gekennzeichnet werden sollen, wobei
der Aufwand an Zeit und Kosten minimiert werden soll. Die Erfindung
löst die Aufgabe durch ein Verfahren, bei dem ein erstes
gekennzeichnetes Bauteil mit zweiten, in seiner Reichweite angeordneten
Bauteilen in Kontakt tritt, diesen Informationen übermittelt
wobei diese sich unter Berücksichtigung der von dem ersten
Bauteil übermittelten Informationen jeweils selbst kennzeichnen
und wobei wenigstens ein zweites Bauteil nach seiner Kennzeichnung zu
weiteren, noch nicht gekennzeichneten Bauteilen innerhalb seiner
Reichweite in Kontakt tritt, um deren Kennzeichnung zu bewirken.
-
Dieses
Verfahren geht davon aus, dass wenigstens ein Bauteil vorliegt,
das eine folgende Generation von Bauteilen anspricht und diese durch
ein entsprechendes Signal dazu auffordert, sich zu kennzeichnen.
Die zweiten Bauteile gehören dabei einer Generation an,
die auf die Generation des ersten Bauteils folgt. Die Generation
ist somit ein erster Parameter, der das erste Bauteil von den zweiten
Bauteilen unterscheidet. Die zweiten Bauteile müssen nun
unter Verwendung der Informationen, die sie von dem ersten Bauteil
erhalten haben, entsprechende Selbstkennzeichnungen finden. Dazu
können sie entweder individuell jedes für sich
mit dem ersten Bauteil kommunizieren, das dann die notwendig verschiedenen
Kennzeichnungen der zweiten Bauteile verwaltet oder die zweiten
Bauteile können untereinander kommunizieren, um gleich
lautende Kennzeichnungen zu vermeiden. Beispielsweise kann jedes
Bauteil mit einem Algorithmus versehen sein, der dazu führt,
dass es sich bei den übrigen Bauteilen derselben Generation
meldet und seine Kennzeichnung anmeldet. Dasjenige Bauteil, das
dies zuerst tut, wird von den übrigen akzeptiert und darf
sich zuerst kennzeichnen. Danach wird dieser Vorgang wiederholt
und dasjenige Bauteil der Generation, das sich als nächstes
bei den übrigen meldet, vergibt sich die nächste
Kennzeichnung bis dass alle Bauteile der Generation gekennzeichnet
sind.
-
Es
kann jedoch auch vorgesehen sein, dass jeweils das Bauteil der höheren
Generation, also im genannten Beispiel das erste Bauteil den Bauteilen der
zweiten Generation die entsprechenden Kennzeichnungen zuordnet,
beispielsweise durch Zuordnung der Generationsnummer und Durchnummerierung.
-
Ein
möglicher Kennzeichnungsparameter ist damit die Bezeichnung
der Generation des jeweiligen Bauteils, das heißt die Bezeichnung
der Anzahl der bis zu seiner Kennzeichnung bereits durchgeführten Kennzeichnungsläufe.
Zudem kann ein Kennzeichnungsparameter in einem Zeitstempel bestehen,
der beispielsweise den Zeitpunkt der Kennzeichnung bezeichnet.
-
Als
Abschluss des bezeichneten Kennzeichnungsschrittes kann vorteilhaft
das erste Bauteil die Kennzeichnungsdaten der zweiten Bauteile erfassen und
speichern. Dies kann in der Folge für jedes Bauteil bezüglich
der von ihm angesprochenen Bauteile der folgenden Generation gelten.
-
Zusätzlich
oder alternativ kann es auch vorteilhaft sein, dass jedes zweite
Bauteil alle Kennzeichnungsdaten der übrigen zweiten Bauteile
erfasst und speichert. Auch dies kann für jede folgende Generation
gelten, so dass ein Bauteil einer Generation die Kennzeichnungsdaten
aller übrigen Bauteile derselben Generation und vorteilhaft
zusätzlich auch der übrigen Generationen erfassen
und speichern kann.
-
Damit
ist es möglich, von außen über ein Lesegerät
die Gruppe von Bauteilen anzusprechen und von einem einzigen Bauteil über
dessen Transponder aus der Speichereinrichtung die Daten der gesamten Gruppe
abzufragen.
-
Dies
ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn in einer Gruppe von Bauteilen
nicht alle über Radiofrequenzkommunikation erreichbar sind,
da die Bauteile sich gegenseitig abschatten, was beispielsweise der
Fall ist, wenn sie als Schüttgut vorliegen und wenigstens
teilweise aus Metall bestehen oder zwischen ihnen Teile gelagert
sind, die wenigstens teilweise aus Metall bestehen.
-
Ein ähnliches
Problem ergibt sich bei Lagerung der Bauteile in einem metallischen
Behälter, da auch dessen metallische Hülle entsprechende
Radiofrequenzkommunikation wenigstens teilweise abschirmt, so dass
nur die Bauteile der obersten Schichten von einem Schreib/Lesegerät
zu erreichen sind.
-
Vorteilhaft
kann bei dem Verfahren vorgesehen sein, dass jedes ungekennzeichnete
Bauteil vor seiner Kennzeichnung nur mit demjenigen bereits gekennzeichneten
Bauteil kommuniziert, das als erstes in Kontakt zu ihm tritt.
-
Damit
wird vermieden, dass die ungekennzeichneten Bauteile konkurrierend
mit mehreren Bauteilen einer vorangehend gekennzeichneten Generation
Kontakt aufnehmen und damit keine eindeutige Kennzeichnung gewährleistet
werden könnte.
-
Da
die bereits gekennzeichneten Bauteile eindeutig identifizierbar
sind, können die noch ungekennzeichneten Bauteile in ihrer
Kommunikation eindeutig festlegen, mit welchem der bereits gekennzeichneten
Bauteile, die zu ihnen in Kontakt getreten sind, sie zur Festlegung
ihrer eigenen Kennzeichnung kommunizieren wollen.
-
Das
beschriebene Verfahren wird in aufeinander folgenden Generationen
so lange wiederholt, bis sämtliche Bauteile angesprochen
sind, wobei beispielsweise ein mit entsprechenden Bauteilen gefüllter
Behälter nach und nach je nach der Reichweite der Kommunikation
durchdrungen wird. Die Reichweite der Kommunikation kann beispielsweise
durch die Sendestärke oder die Empfangsempfindlichkeit der
Transponder festgelegt werden. Die Sendestärke und/oder
die Empfangsempfindlichkeit kann bei den Transpondern einstellbar
sein, um den geordneten Ablauf des Verfahrens zu verbessern.
-
Die
Kommunikation zwischen den Transpondern ist vorteilhafterweise zeitsynchronisiert
(z. B. TDMA: Time Division Multiple Access). Durch die zyklische
Kommunikation werden Kollisionen vermieden. Für die Übertragung
der Signale kann die Frequenzspreizung und das Frequenzsprungverfahren angewendet
werden. Die Zuverlässigkeit der Übertragung lässt
sich im Netzwerk dadurch erhöhen.
-
Der
Kennzeichnungsvorgang wird vorteilhaft von einer gesonderten Sende-
und Empfangseinheit oder durch einen Transponder, der z. B. die
Funktion als Gateway aufweist, begonnen, der einem die Bauteile
enthaltenen Behälter zugeordnet ist und der zu den, noch
ungekennzeichneten, Bauteilen der Gruppe in Kontakt tritt, die dann
die erste Generation von gekennzeichneten Bauteilen bilden.
-
Entsprechend
können auch die Informationen, die die jeweiligen Bauteile über
ihre Kennzeichnungen beziehungsweise die Kennzeichnungen der folgenden
Generationen sammeln, in dem Transponder beziehungsweise der Speichereinrichtung
gesammelt werden, die dem Behälter zugeordnet sind.
-
Hierzu
ist es vorteilhaft vorgesehen, dass jedes Bauteil über
seinen Transponder die Kennzeichnungen der von ihm kontaktierten
Bauteile erfasst, speichert und an das Bauteil, von dem es selbst
vor seiner Kennzeichnung kontaktiert wurde, weiter gibt.
-
Zudem
kann auch gemäß der Erfindung vorgesehen sein,
dass jedes Bauteil mehrere, jeweils seinen Bauteilelementen zugeordnete
Transponder aufweist, wobei die jeweils gleichartigen Bauteilelemente
zugeordneten Transponder getrennten Klassen angehören.
-
Beispielsweise
kann bei einem Lager den unterschiedlichen Lagerelementen jeweils
ein Transponder und eine Speichereinrichtung zugeordnet sein, so
dass die einzelnen Lagerelemente wie Innenring, Außenring,
Lagerschilde, Dichtung, Käfig und Wälzkörper
jeweils die Informationen über ihre eigenen Herstellungsbedingungen
und/oder die durchlaufenen Betriebsstunden und Betriebsbedingungen
tragen. Diese Informationen können vorteilhaft auch in
einem Transponder des Lagers akkumuliert werden, der dann nach dem
Zusammenbau des Lagers mit den Transpondern anderer Lager im Sinne
des erfindungsgemäßen Verfahrens korrespondiert.
-
Die
Transponder können auch nach jeweils getrennten Klassen
organisiert werden, so dass beispielsweise alle Transponder von
Außenringen der Lager untereinander kommunizieren und die
entsprechenden Transponder von Innenringen oder Lagerschilden und
so weiter.
-
Eine
individualisierte Kennzeichnung einzelner Lagerteile ist vor der
oder gleichzeitig mit der Kennzeichnung der Lager möglich.
-
Die
Erfindung bezieht sich zudem auch auf eine Gruppe von Bauteilen
mit Transpondern und Speichereinrichtungen, wobei jedes der Bauteile
in seiner Speichereinrichtung seine eigene Kennzeichnung sowie Informationen über
die Kennzeichnungen aller anderen Bauteile der Gruppe gespeichert hat
sowie auf einen Behälter zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, wobei der Behälter eine für die Kommunikation
der Transponder undurchlässige Hülle aufweist
und dem Behälter ein Transponder und eine Speichereinrichtung
zugeordnet ist.
-
Zudem
bezieht sich die Erfindung auch auf ein Wälzlager mit wenigstens
einem Transponder und einer Speichereinrichtung, bei dem die Speichereinrichtung
eine individuelle Kennzeichnung enthält, die durch das
erfindungsgemäße Verfahren erzeugt ist.
-
Bei
einem Wälzlager kann, sofern einzelne Teile des Lagers
jeweils mit Transpondern ausgestattet sind, auch über den
Haupttransponder eine Selbstdiagnose durchgeführt werden,
indem Informationen über die untergeordneten Transponder
beziehungsweise die entsprechenden Bauteile zentral gespeichert
und mit später erfassten Daten verglichen werden. Somit
kann innerhalb des Lagers ermittelt werden, ob die vorgesehenen
Lagerelemente vorhanden sind und sich in einem akzeptablen Zustand
befinden.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels
in einer Zeichnung gezeigt und nachfolgend beschrieben.
-
Dabei
zeigt
-
1 schematisch
einen Behälter mit einem aus metallischen Objekten bestehenden
Schüttgut;
-
2 symbolisch
ein vermaschtes Netzwerk von Transpondern;
-
3a ein
Wälzlager in einer Seitenansicht;
-
3b verschiedene
Transponder eines einzelnen Wälzlagers schematisch sowie
-
4 schematisch
eine Darstellung des Selbstkennzeichnungsprozesses der Transponder einer
Gruppe von Bauteilen.
-
Die 1 zeigt
schematisch einen metallischen Behälter 1, der
mit einer Gruppe von Bauteilen 2, 3, 4, 5, 11, 12 teilweise
gefüllt ist, wobei die Bauteile ein Schüttgut
bilden, lose aufeinander liegen und aus einem Material bestehen,
das elektromagnetische Wellen wenigstens teilweise abschirmt, beispielsweise
aus Metall.
-
Die
Bauteile können beispielsweise Wälzlager sein,
die metallische Komponenten enthalten oder gänzlich aus
metallischen Teilen bestehen.
-
Jedes
der Bauteile trägt wenigstens einen Transponder und eine
Speichereinrichtung, wobei die einzelnen Transponder mitsamt der
jeweiligen Speichereinrichtung als Punkte in der Mitte der Bauteile
schematisch dargestellt sind. Ein derartiger Transponder kann Signale
empfangen und aussenden. Handelt es sich um einen RFID-Transponder,
so ist eine so genannte Luftschnittstelle im Radiofrequenzbereich
unter Verwendung elektromagnetischer Wellen vorgesehen. Es sind
jedoch auch andere Funksignale zur Informationsübertragung
denkbar. Grundsätzlich sind auch andere nicht leitungsgebundene
Signale zur Verwirklichung des erfindungsgemäßen
Verfahrens denkbar wie beispielsweise Infrarot- oder Ultraschallwellen.
-
Soll
ermittelt werden, welche Bauteile in dem Behälter 1 vorhanden
sind oder um welchen Behälter es sich handelt, so kann
durch eine Sende- und Empfangseinheit 10 ein Anfragesignal
in den Behälter 1 gesendet und auf eine Antwort
gewartet werden. Enthalten die einzelnen Bauteile 2, 3, 4, 5 oder
der Transponder 21 Kennzeichnungen, so können
sie sich auf die Anfrage der Sende- und Empfangseinheit 10 identifizieren
und entsprechende Signale zurücksenden.
-
Die
weiter unten in dem Behälter liegenden Bauteile 11, 12 werden
das Anfragesignal der Sende- und Empfangseinheit 10 nicht
erhalten, da sie durch die über ihnen liegenden Bauteile
elektromagnetisch abgeschirmt sind. Entsprechend ist es schwierig, durch
einen Abfrageprozess festzustellen, welche Bauteile insgesamt in
dem Behälter lagern.
-
Diesem
Problem hilft die Erfindung dadurch ab, dass die Bauteile als vermischtes
Netzwerk organisiert sind. Hierzu treten die Bauteile zueinander
in Kontakt, das heißt, wegen der begrenzten Reichweite
der Transponder tritt jedes einzelne Bauteil zu den übrigen
Bauteilen in Kontakt, die es über seinen Transponder erreichen
kann.
-
Daraufhin
kopiert jedes Bauteil die von seinen erreichbaren Nachbarn erhaltenen
Informationen in die Speichereinrichtung seines eigenen Transponders
und gibt diese Informationen an alle erreichbaren Nachbarn weiter.
Nach mehreren Iterationsschritten dieser Kommunikation enthalten
damit die Speichereinrichtungen aller in dem Behälter 1 befindlichen
Bauteile Informationen über alle Bauteile.
-
Eine
Abfrage durch die Sende- und Empfangseinheit 10 kann danach
jedes der Bauteile erreichen und von diesem die Zahl und Identität
aller in dem Behälter befindlichen Bauteile abfragen.
-
Damit
dieser beschriebene Kommunikationsprozess funktioniert muss zunächst
sichergestellt werden, dass die einzelnen Bauteile sich in einem
Initialisierungsprozess kennzeichnen, soweit dies nicht schon früher
geschehen ist. Dazu kann von der Sende- und Empfangseinheit 10,
wie in der 2 dargestellt, ein Initialisierungsimpuls
an die Bauteile gesendet werden, der von einem der Bauteile 2 zuerst empfangen
und quittiert wird. Diesem Bauteil 2 wird dann von der
Sende- und Empfangseinheit 10 ein Zeitstempel geschickt,
der in der Speichereinrichtung des Transponders des Bauteils 2 gespeichert
wird. Das Bauteil erhält die Information, dass es das erste gekennzeichnete
Bauteil ist und speichert diese Information als Teil der Selbstkennzeichnung.
Es ist somit als Bauteil 1 der Generation 1 identifiziert.
-
Im
nächsten Schritt sendet das Bauteil 2 innerhalb
der Reichweite seines Transponders einen zweiten Initialisierungsimpuls,
der von den Bauteilen 3, 4, 5, 13 empfangen
wird. Die einzelnen Bauteile 3, 4, 5 13 nummerieren
sich nach einem festgelegten Algorithmus durch, der beispielsweise
berücksichtigen kann, in welcher Reihenfolge die Bauteile
den zweiten Initialisierungsimpuls von dem Bauteil 2 erhalten
haben oder in welcher Reihenfolge sie diesen quittiert haben.
-
Danach
hat jedes der Bauteile 3, 4, 5, 13 die Nummer
seiner Generation, nämlich die Zahl 2, sowie eine laufende
Nummer und einen Zeitstempel gespeichert. Diese Größen
werden zusätzlich an das Bauteil 2 geschickt sowie
unter den Bauteilen 3, 4, 5, 13 ausgetauscht.
Somit verfügen jetzt alle Bauteile der ersten und zweiten
Generation über Informationen über die Identität
der bereits gekennzeichneten Bauteile.
-
Jedes
der Bauteile 3, 4, 5, 13 sendet
nun seinerseits einen dritten Initialisierungsimpuls an die potentiellen
Bauteile der dritten Generation. Zur Kennzeichnung erhalten diese
die Zahl 3 als Nummer der Generation sowie beispielsweise die Identität
des Bauteils, das sie kontaktiert hat, sowie einen Zeitstempel.
Auch diese Informationen werden sowohl innerhalb einer Generation
als auch zu den übergeordneten Generationen mitgeteilt,
so dass am Ende des beschriebenen iterativen Prozesses sämtliche Bauteile
in dem Behälter 1 die Informationen über alle
Bauteile enthalten.
-
Die 3a zeigt
beispielhaft ein Wälzlager, wie dies beispielsweise als
Schüttgut in dem Behälter 1 vorliegen
kann. Derartige Wälzlager weisen üblicherweise
einen Außenring 14, einen Innenring 15, Dichtung 23 sowie
Wälzkörper 16 und einen Käfig 22 zur
Führung der Wälzkörper auf, wobei die
meisten Bestandteile eines Wälzlagers zumindest im höheren Belastungsbereich
aus Metall bestehen.
-
Bei
dem gezeigten Wälzlager sind zudem Transponder 17 im
Außenring sowie 18 im Innenring dargestellt. Die
Wälzkörper 16, der Käfig 22 und
die Dichtung 23 können ebenfalls entsprechende
Transponder aufweisen. Die Transponder der verschiedenen Bestandteile
eines Lagers können zueinander in Kommunikation treten,
so dass die Information über die verschiedenen Bauteile
ausgetauscht und beispielsweise in einem hierarchisch priorisierten
Transponder gespeichert werden können.
-
In
der 3b ist eine solche Struktur von Transpondern gezeigt,
wobei der hierarchisch priorisierte Transponder mit 17 bezeichnet
ist, während die untergeordneten Transponder mit 18, 19, 20 bezeichnet
sind. Das System kann so eingerichtet sein, dass hauptsächlich
der priorisierte Transponder 17 nach außen mit
anderen Wälzlagern kommuniziert und die untergeordneten
Transponder 18, 19, 20 nur zur Kommunikation
innerhalb eines Lagers vorgesehen und befähigt sind. Dies
kann beispielsweise durch eine Codierung oder getrennte Frequenzbereiche
der entsprechenden Transponder realisiert werden.
-
Damit
wird eine Selbstdiagnose des Wälzlagers möglich,
indem beispielsweise Zeitstempel der einzelnen Transponder und damit
Herstellungszeiten der Bestandteile des Lagers erfasst und abgeglichen werden
können. Auch das Fehlen von Teilen kann auf diese Weise
automatisiert festgestellt werden.
-
Insgesamt
kann jedes Wälzlager durch den beschriebenen automatisierten
Prozess sich selbst unter Verwendung eines Zeitstempels kennzeichnen, so
dass beispielsweise innerhalb eines Behälters eine Produktionscharge
eine bestimmte, auch später nach einem gewissen Verschleiß der
Lager abfragbare Gruppenkennzeichnung trägt. Aufgrund dieser Kennzeichnung
kann jedes Lager später identifiziert und bezüglich
seiner Standzeit analysiert werden. Auch die Herkunft beziehungsweise
Produktionscharge jedes Lagers kann somit nach verfolgt werden.
Sollten einzelne Chargen Probleme aufweisen, so können
die zugehörigen Lager leicht identifiziert und ausgetauscht
werden.
-
4 zeigt
noch einmal schematisch den Vorgang der Selbstkennzeichnung, wobei
mehrere Reihen von Transpondern untereinander dargestellt sind und
jede Reihe eine Generation darstellt. Die Sende- und Empfangseinheit 10 gehört
dabei nicht zu den zu kennzeichnenden Bauteilen sondern gibt nur
den Initialisierungsimpuls für die Kennzeichnung.
-
Alle
Transponder 30, 31, 32, 33,
die ihren Initialisierungsimpuls direkt von der Sende- und Empfangseinheit 10 erhalten,
gehören zur ersten Generation und kennzeichnen sich entsprechend
inklusive Generationsnummer, Zeitstempel und Durchnummerierung.
-
Jeder
dieser Transponder 30, 31, 32, 33 versucht
nun, die innerhalb seiner Reichweite liegenden übrigen
Transponder 34, 35 zu erreichen, denen die nächste
Generationsnummer samt aktualisiertem Zeitstempel und Durchnummerierung
zugeordnet wird. Wird ein Transponder der zweiten Generation von
mehreren Transpondern der ersten Generation kontaktiert, so wird
eine Prioritätsregelung befolgt, die beispielsweise darin
bestehen kann, dass der Transponder mit demjenigen Transponder der
höheren Generation in Kontakt tritt, der ihn zuerst kontaktiert
hat. Es sind jedoch auch andere Prioritätsregelungen denkbar.
-
Dadurch,
dass jeder Transponder nach seiner eigenen Selbstkennzeichnung nur
einmal einen Initialisierungsimpuls an seine benachbarten Transponder
abgibt, ist sicher gestellt, dass der gesamte Selbstkennzeichnungsprozess
nach endlicher Zeit beendet wird.
-
Die
Kennzeichnungsdaten werden dann über alle Generationen
mitgeteilt, so dass jeder der Transponder Daten über alle übrigen
Transponderkennzeichnungen beziehungsweise Bauteilkennzeichnungen
enthält.
-
Werden
später gekennzeichnete Bauteile in einen Behälter
gefüllt, so können diese sich durch Ausbildung
eines vermaschten Netzes ähnlich wie bei der Selbstkennzeichnung
sehr schnell organisieren und sich gegenseitig über das
gebildete Netzwerk darüber informieren, welche Bauteile
in dem Behälter vorhanden sind. Hierdurch wird sichergestellt,
dass auch bei ge genseitiger Abschirmung mittels eines Senders/Empfängers
durch Ansprechen wenigstens eines Bauteils Informationen über
den Gesamtinhalt des Behälters erfasst werden können.
-
Durch
die Erfindung wird damit ohne organisatorischen Aufwand die Selbstorganisation
einer Gruppe von Bauteilen sowohl bei der ersten Kennzeichnung als
auch später bei einer beliebigen Erfassung wesentlich vereinfacht.
-
- 1
- metallischer
Behälter
- 2,
3, 4, 5, 11, 12, 13
- Bauteile
- 10
- Sende-
und Empfangseinheit
- 14
- Außenring
- 15
- Innenring
- 16
- Wälzkörper
- 17
- priorisierter
Transponder
- 18,
19, 20
- untergeordnete
Transponder
- 21
- Transponder
für Behälter
- 30,
31, 32, 33, 34, 35
- Transponder
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 1777599
A1 [0008]
- - DE 112004002234 T5 [0009]
- - DE 102006024212 A1 [0010]
- - DE 102005043773 A1 [0011]