-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein quaderförmiges, flaches Bauelement,
insbesondere einen Spielbaustein, umfassend
- – einen
Träger
einer Längenabmessung
L, einer Breitenabmessung B und einer Dickenabmessung d,
- – sowie
zwei die Dickenabmessung d begrenzenden Oberflächen, welche jeweils mit einem
die Haftreibung des Trägermaterials übertreffenden Material
beschichtet sind, so dass sich für
den beschichteten Träger
eine Dickenabmessung D ergibt,
wobei das Verhältnis Längenabmessung
L zu Breitenabmessung B des Bauelements zwischen 5 und 20 liegt;
und wobei das Verhältnis
Dickenabmessung D zu Breitenabmessung B des beschichteten Bauelements
zwischen 0,5 und 0,1 liegt.
-
Seit
jeher sind Bauklötze
vor allem für
Kleinkinder pädagogisch
wertvoll. Der prinzipiell gestaltungsoffene Charakter des Spiels
mit Bauklötzen schult
eine Vielzahl motorischer, sensorischer und intellektueller Fähigkeiten.
Auch grundlegende Erlebnismomente wie Neugier, Exploration, Herausforderung,
Erfolg und Niederlage sind im Spiel mit Bauklötzen angelegt. Meist sind Bauklötze Teil
von Bausätzen
mehr oder weniger aufeinander abgestimmter Einheiten unterschiedlicher
Form und Größe. Sie werden
ausschließlich
durch (ggf. einfaches) Stapeln zu neuen Objekten arrangiert, was
der Altersgruppe gemäß ist.
-
Weitaus
seltener sind Bausätze
anzutreffen, welche mit nur ein und demselben Bausteintyp die Konstruktion
verschiedener Objekte gestatten. Sie sind für Kleinkinder weniger geeignet,
da sie eine intensivere gedanklich-visuelle Auseinandersetzung erfordern.
Dabei bietet gerade eine gewisse Beschränkung der Möglich keiten einen besonderen Reiz,
was Bauklötze
auch für ältere Kinder
und sogar Erwachsene interessant machen kann, wie am Beispiel der
sog. Kapla-Bausteine ersichtlich ist.
-
Als
Spielbaustein fast unbekannt sind jedoch Bauelemente, die nicht
nur einheitliche Abmessungen aufweisen, sondern aufgrund ihrer Seitenverhältnisse über das reine
Stapelprinzip hinausgehen. Bekannt sind beispielsweise Bauelemente,
deren Seitenverhältnisse
L, B und d bzw. D so bemessen sind, dass wenigstens 2,5 N oder 3
N gleichartige Bauelemente zumindest zu einer frei tragenden Bogenstruktur
mit N in einer von Auflager zu Auflager reichenden Hüllkurve
liegenden Ecken zusammengesetzt werden können, wobei N eine natürliche Zahl
ist und mindestens 2, vorzugsweise mindestens 3, beträgt, und wobei
bei der Bestimmung der Anzahl gleichartiger Bauelemente mittels
des Terms 2,5 N im Fall einer Dezimalzahl als Ergebnis dieses auf
die nächste
natürliche
Zahl aufzurunden ist.
-
Vergleichbare
frei tragende Bogenstrukturen gehen auf eine Idee von Leonardo da
Vinci (1452-1519) zurück,
der in seinem Codex Atlanticus (um 1480) eine transportable Brücke aus
Rundhölzern
skizzierte, welche heute als Leonardo-Brücke bekannt ist. Das Verhältnis von
Länge zu
Radius der Rundhölzer
war so bemessen, dass 3 N in etwa gleichartiger Rundhölzer zu
einer frei tragenden Bogenstruktur mit N in einer von Auflager zu
Auflager reichenden Hüllkurve
liegenden Ecken zusammengesetzt werden konnten. In der Praxis mussten
die Rundhölzer
jedoch durch Stricke gegen das Verrutschen gesichert werden.
-
Im
Landesmuseum für
Technik und Arbeit in Mannheim kann heutzutage sich jedermann im
Bau einer Leonardo-Brücke üben. Die
Brücke
besteht nur aus ebenen Holzbrettchen einer Längenabmessung L, einer Breitenabmessung
B und einer Dickenabmessung d, zusammengefügt ohne Klebstoff oder Verbindungselemente.
Die Seitenverhältnisse
L, B und d der Holzbrettchen sind so bemessen, dass 2,5 N oder 3
N gleichartige Brettchen sich durch ihr eigenes Gewicht und durch
Reibung gegenseitig festhalten und so einen halbwegs stabilen Bogen
mit N in einer von Auflager zu Auflager reichenden Hüllkurve liegenden
Ecken bilden. Zwar reichen nach Angaben des Museums zum Aufbau einer
solchen frei tragenden Bogenstruktur zwei Hände. Gleichwohl ist zumindest
ab einer gewissen Größe der Brücke ein
hohes Maß an
Geschicklichkeit Voraussetzung, da bei Neigungen von etwa 30° „Holz auf
Holz” bereits rutscht
oder anders ausgedrückt,
der Haftrei bungskoeffizient μ0 eines trockenen Materialpaares „Holz auf
Holz” mit
gewöhnlich
etwa 0,5 verhältnismäßig gering
ist. Holzbrettchen mit zwei die Dickenabmessung d begrenzenden glatt
gestalteten Oberflächen wie
die im Landesmuseum Mannheim provozieren daher ein Verrutschen derselbigen,
bevor die Konstruktion hinreichend Stabilität erreicht, ähnlich wie man
dies anschaulich während
des Aufbaus von Kartenhäusern
erleben kann, wozu vorgenannte Holzbrettchen freilich weder gedacht
noch geeignet sind.
-
Komplexere
Strukturen als Bögen
wie insbesondere die Erweiterung des Bauprinzips zum Ringschluss
sind mit bekannten flachen, quaderförmigen Bauteilen nur aus Holz
sodenn auch ebenso wenig realisierbar, wie mit solchen aus anderen
Materialien geringer Haftreibung. Daran würde auch die präzise Kooperation
mindestens zweier Personen wenig ändern. Vielmehr sind entweder
weitere technische Hilfsmittel und/oder besondere Ausgestaltungen
der Bauelemente nötig.
-
So
wird beispielsweise in der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2005 000 914 U1 die
nötige
Stabilität
für die
vor allem als Sportgerät
vorgestellte, dem bekannten Rhönrad ähnelnden,
Struktur durch Verwendung wenigstens zweier Typen an Bauelementen
mit zueinander unterschiedlicher Geometrien sowie mittels Formschlussbereiche
in Gestalt zusätzlich
stabilisierender Kerben erreicht.
-
Soweit
man sich dennoch den mathematisch-pädagogischen Reiz, welches die
Konstruktion verschiedener Objekte mit nur ein und demselben Bausteintyp
bietet, erhalten mag, findet man am Zentrum für Mathematik der Technischen
Universität München (TUM)
im Rahmen der Ausstellung ix-quadrat bereits identisch geformte,
aus länglichen
Holzlatten gefertigte Bauklötze
einer Längenabmessung L,
einer Breitenabmessung B und einer Dickenabmessung d ausgelegt,
bei welchen die zwei die Dickenabmessung d begrenzenden Oberflächen mit Filzklebestoff
bzw. d-c-fix-Velours-Klebefolie bezogen sind, welche die Rutschfestigkeit
der Klötze
dergestalt erhöhen,
dass neben Ringschluss und Brückenbogen
auch sog. Kuppeldächer
aufbaubar sind {vgl. Richter-Gebert, Jürgen (März 2007): Ein Drunter und Drüber-Mathematik
von statischen Konstruktionen spielerisch erfahren. Während beim
Filz ungeordnet verschlungene Fasern bewirken, dass bei gleicher
Materialpaarung „Filz
auf Filz” erst
bei einer Neigung von 60° rutscht,
stehen bei Velours die Fasern sogar senkrecht zur Oberfläche. Durch
die gegenseitige Verzahnung der Fasern ergibt sich hier eine noch
weit höhere
Rutschfestigkeit.
-
Diesem
Vorteil steht jedoch der Nachteil gegenüber, dass beim Aufbau allein
kraftschlüssig selbsttragender
Strukturen wie die zuvor benannten wie „Klett” wirkendes Textil (insb. Filz,
Velours oder dergleichen haken- und/oder schlaufenförmige Fasern)
die seitliche Verschiebbarkeit bereits verschränkter Bauelemente derart stark
einschränkt, dass
deren Korrigierbarkeit letztlich verhindert ist.
-
Schließlich sind,
ebenso wie die bereits oben benannten unbeschichteten Klötze des
Landesmuseum Mannheim auch die beschichteten Klötze der TUM für ergänzende Anwendungen
wie Aufstellungen nach dem Kartenhausprinzip weder gedacht noch
geeignet.
-
Hiervon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein gegenüber
dem Stand der Technik verbessertes Bauelement, insb. einen Spielbaustein,
bereitzustellen, welches den Bau auch komplex-verschränkter Strukturen
wie Kuppeln, Bögen
und/oder Rad etc. gestattet, ohne dabei auf die Korrigierbarkeit
bereits verschränkter Bauelemente
verzichten zu müssen.
Alternativ oder kumulativ zu verschränkbaren Strukturaufbauten soll ein
bevorzugtes Bauelement insbesondere auch dergestalt ausgebildet
sein, dass ein Aufbau von Solo-, Ergänzungs- und/oder Anbauten nach
dem Kartenhausprinzip ermöglicht
ist.
-
Diese
Aufgabe wird durch ein Bauelement bzw. einen Spielbaustein gemäß den Merkmalen
des unabhängigen
Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen, welche einzeln oder in Kombination
miteinander eingesetzt werden können, sind
Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
-
Das
erfindungsgemäße quaderförmige flache
Bauelement baut auf gattungsgemäßen Bauelementen
dadurch auf,
- – dass das Beschichtungsmaterial
aus der Gruppe klettfreier Materialien gewählt ist;
- – dass
das jeweilige Beschichtungsmaterial eines ersten beschichteten Bauelements
in Anlage mit einem zweiten beschichteten Bauelement einen Haftreibungskoeffizienten μ0 zwischen
etwa 0,7 und 1,1 aufweist; und
- – dass
die Kanten des jeweiligen Beschichtungsmaterials entlang der Breitenabmessung
B des Trägers
und/oder entlang der Längenabmessung L
des Trägers
dergestalt angefast ausgebildet sind, dass die Kanten des jeweiligen
Beschichtungsmaterials maximal bis zur jeweiligen Oberfläche des
Trägers
angefast sind.
-
Dabei
sind mit „klettfreien
Materialien” all
diejenigen Materialien bezeichnet, die nicht aufgrund ihrer Art
und Oberflächenbeschaffenheit
klettverschlussähnliche
Verbindungen, also lösbare
mechanische Verhakungen („Verklettungen”), eingehen können. In
seiner gängigsten
Anwendung an Kleidungsstücken,
Schuhen und Ähnlichem
ist der Klettverschluss bekanntlich ein textiles, fast beliebig
oft zu lösendes
Verschlussmittel, das auf dem Prinzip von Klettenfrüchten beruht.
Die Haftreibung des Trägermaterials übertreffende
Beschichtungsmaterialien jedoch, die bewusst auf mechanische Verzahnungen verzichten,
gestatten vorteilhaft ein Verschieben selbst bereits komplex verschränkter Bauelemente und
insoweit deren Korrigierbarkeit, so dass sogar von idealen Aufbaulinien
ersichtlich abweichend angefangene Strukturaufbauten problemlos
fertig gestellt werden können,
was Frustrationstoleranzen zu heben hilft.
-
Bevorzugt
sind daher Beschichtungsmaterialien jeweils mit einer Rutschfestigkeit
dergestalt, dass zwei aufeinanderliegende Bauelemente mit materialgleichen
oder ggf. auch unterschiedlich beschichteten Oberflächen auch
bei Anstellwinkeln α zwischen
35° und
50°, insbesondere
zwischen 40° und
48°, vorzugsweise
um etwa 45°,
nicht verrutschen.
-
Auf
eine horizontale Ebene bezogen sind jeweils Beschichtungsmaterialien
eines ersten beschichteten Bauelements bevorzugt, welche in Anlage
(Materialpaarung) mit einem zweiten materialgleichen oder ggf. auch
unterschiedlich beschichteten Bauelement einen Haftreibungskoeffizienten μ0 zwischen
insbesondere 0,8 und 1,0; vorzugsweise um etwa 0,9, aufweisen.
-
Dementsprechend
können
als Beschichtungsmaterialien insbesondere Kork (Phellem) bzw. vergleichbare
die Haftreibung des Trägermaterials übertreffende
Pflanzenfasern (Zellstoffe) und/oder Moosgummi bzw. vergleichbare
Schaumstoffe, Verwendung finden.
-
Je
nach verwendetem Träger-
und/oder Beschichtungsmaterial und/oder angestrebtem Strukturaufbau,
weist das jeweilige Beschichtungsmaterial beispielsweise eine Dicke
zwischen 0,8 und 2,0 mm, insbesondere zwischen 0,9 und 1,5 mm, vorzugsweise
von etwa 1,0 mm auf.
-
Erfindungsgemäß bevorzugt
sind die Kanten des jeweiligen Beschichtungsmaterials zumindest entlang
der Breitenabmessung B des Trägers
angefast ausgebildet. Die Anfasung der Kanten allein des Beschichtungsmaterials
zumindest entlang der Breitenabmessung B des Trägers sorgt vorteilhaft für eine höhere Anlagefläche gegeneinander
oder anders aneinander gelehnt aufgestellter Bauelemente, was die
Gefahr eines Verrutschens insbesondere nach dem Prinzip sog. Kartenhäuser, also
teils gegeneinander lehnend, teils aufeinander liegend, in Solo-,
Ergänzungs- und/oder Anbauten
aufgestellter Bauelemente minimiert.
-
Der
Freiheitsgrad an Aufstellungsmöglichkeiten
lässt sich
vorteilhaft erhöhen,
wenn bevorzugt auch die Kanten des jeweiligen Beschichtungsmaterials
entlang der Längenabmessung
L des Trägers angefast
ausgebildet sind. Insbesondere lassen sich dann die Bauelemente
auch über
ihre Längsseits
gegeneinander lehnend aufstellen.
-
Um
statt Kanten möglichst
rutschfeste Auflageflächen
vorzufinden ist darauf zu achten, dass die Anfasung der Kanten tatsächlich nur
das jeweilige Beschichtungsmaterial erfasst. Mit anderen Worten sind
die Kanten des Beschichtungsmaterial erfindungsgemäß maximal
bis zur jeweiligen Oberfläche des
Trägers
angefast ausgebildet.
-
Der
Fasenwinkel β der
Kanten des jeweiligen Beschichtungsmaterials kann für alle Kanten
einheitlich mit vorzugsweise 45° oder
unterschiedlich, insbesondere zwischen 30° und 60° liegend, bevorzugt zwischen
40° und
50°, ausgebildet
sein.
-
So
haben sich insbesondere für
zwei im spitzen Winkel über
die Kanten entlang der Breitenabmessung B des Trägers gegeneinander lehnende Bausteine
Fasenwinkel β von
30° bewährt. Die
zu einer 30° Fase
jeweils spiegelsymmetrische Kante auf der gleichen und der gegenüberliegenden
Oberfläche
weist vorzugsweise einen Fasenwinkel β von 60° auf. Die verbleibende, zur
ersten 30° Fase
punktsymmetrische Kante auf der gegenüberliegenden Oberfläche weist
bevorzugt wiederum eine 30° Fase
auf. Die paarweise Anordnung verschieden abgefaster Kanten von 30° und 60° fördert vorteilhaft
den Aufbau äußerst stabiler
Strukturen nach dem Kartenhausprinzip.
-
Für Anwendungen
als Mitbringsel oder Werbegeschenk insb. für Erwachsene Personen kann
als Träger
ein Metallkern aus z. B. Edelstahl Verwendung finden.
-
Soweit
klassische Spielanwendungen insb. für Kinder im Vordergrund stehen
haben sich als Trägermaterialen
insbesondere Bambus, Eschenholz, Birkenholz, Kunststoffe, Kohlefasern
(Karbon) und/oder dergleichen bruchfeste und zähelastische Materialien bewährt.
-
Insbesondere
aus Bambus oder Holz gefertigte Träger können massiv oder im Verbund,
beispielsweise aus Sperrholzplatten, ausgebildet sein. Der Träger kann
auch als Kunststoffspritzteil ebenfalls massiv oder wenigstens teilweise
als Hohlkörper ausgebildet
sein. Auch die Verwendung von Kohlefaser-(Karbon)-Werkstoffen ist denkbar.
-
Für die Erstellung
von zu Bogen- und/oder Ringen kombinierten und/oder nach dem Kartenhausprinzip
aufgestellten komplexen Strukturen haben sich Bauelemente mit einem
Verhältnis
von Längenabmessung
L zu Breitenabmessung B zwischen 5 und 20 bewährt. Ästhetisch besonders ansprechende
Strukturen ergeben sich, wenn dass Verhältnisse von Längenabmessung
L zu Breitenabmessung B etwa 6 entspricht, da unbeschadet der Konstruktionsmöglichkeiten
insbesondere bei Bogen- oder Ringstrukturen parallel liegende Bauelemente stets
bis zur vollen Auflagebreite eines Bauelements ineinandergeschoben
werden können.
-
Für die Kombination
von Ring-, Bogen-, Kuppel- und/oder Kartenhausstrukturen gleichermaßen geeignet
haben sich schließlich
Bauelemente mit aufeinander angestimmten Seitenverhältnissen
bewährt,
bei denen das Verhältnis
Dickenabmessung D zu Breitenabmessung B des Bauelements beispielsweise
zwischen 0,5 und 0,1 liegt, insbesondere zwischen 0,2 und 0,3, vorzugsweise
etwa 0,23, beträgt, wobei
der zuletzt genannte Wert einer bevorzugten Eignung der Bauelemente
mit L/B = 6 entspricht, nämlich
dem Bau eines 16-eckigen Ringschlusses.
-
Die
vorliegende Erfindung eignet sich durch die bislang einzigartige
Verbindung insbesondere von Bogenstruktur und Kartenhausprinzip
als anspruchsvolles Konstruktionsspielzeug, das aufgrund der – scheinbar – begrenzten
Möglichkeiten
nicht nur Denkvermögen,
Logik und Fantasie herausfordert, sondern auch ein begreifendes
Verstehen grundlegender Prinzipien aus Geometrie und Mechanik ermöglicht.
Zudem fördert
das Spiel mit erfindungsgemäßen Bauelementen
die Konzentrationsfähigkeit, Feinmotorik
sowie die Kooperation mit anderen, weshalb es sich insbesondere
auch als therapeutisches und pädagogisches
Spielzeug eignet.
-
Zusätzliche
Einzelheiten und weitere Vorteile der Erfindung werden nachfolgend
an Hand eines beispielhaften Bauelementes und daraus gebildeter Strukturen,
auf welche die vorliegende Erfindung jedoch nicht beschränkt ist,
und in Verbindung mit der beigefügten
Zeichnung beschrieben.
-
Darin
zeigen schematisch:
-
1 ein quaderförmiges flaches Bauelement in
einer Vorder-, Seiten-, Drauf- sowie perspektivischen Ansicht;
-
2 die Verwendung einer Vielzahl identischer
Bauelemente gemäß 1 in zwei komplex-verschränkten Ring-Strukturen;
-
3 die Verwendung einer Vielzahl identischer
Bauelemente gemäß 1 in zwei komplex-verschränkten Kuppeldach-Strukturen;
-
4 die Verwendung einer Vielzahl identischer
Bauelemente gemäß 1 in vier Solo-, Ergänzungs- und/oder Anbauten nach
dem Kartenhausprinzip; und
-
5 bis 10 die
Verwendung einer Vielzahl identischer Bauelemente gemäß 1 in beispielhaften Anwendungen eines
Mix aus komplexverschränkter
Strukturen und Solo-, Ergänzungs- und/oder
Anbauten nach dem Kartenhausprinzip.
-
Bei
der nachfolgenden Beschreibung einiger bevorzugter Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche
oder vergleichbare Komponenten.
-
1a zeigt
ein quaderförmiges
flaches Bauelement 1 in einer Vorder-, Seiten- und Draufsicht; 1b in
einer perspektivischen Ansicht. Das Bauelement 1 besteht
in seinem Kern aus einem Träger 10 einer
Längenabmessung
L, einer Breitenabmessung B und einer Dickenabmessung d. Der Träger 10 kann
aus Metall, Kunststoff oder Holz gefertigt sein. Je nach verwendetem
Werkstoff kann der Träger 10 massiv
oder im Verbund und/oder wenigstens teilweise als Hohlkörper ausgebildet
sein. Dargestellt ist ein massiver Träger 10 aus Holz, vorzugsweise aus
Eschen- oder Birkensperrholz oder aus Bambus. Erkennbar begrenzen
zwei Oberflächen 11 die
Dickenabmessung d des Trägers 10.
Um auch bereits zu komplexen Strukturen (vgl. 2 ff.)
verschränkte Bauelemente 1 noch
korrigieren zu können
sind die Oberflächen 11 jeweils
mit einem die Haftreibung des Trägermaterials 10 übertreffenden
aber klettfreien Material 20, insbesondere beidseitig mit
Kork (Phellem), beschichtet.
-
Die
Dicke des Beschichtungsmaterials 20 hängt vom verwendeten Material
des Trägers 10 ab. Grundsätzlich gilt:
je höher
die Biegesteifigkeit des Trägermateri als 10 desto
größer kann
die Dicke der Beschichtung 20, bzw. umso dünner kann
das Trägermaterial 10 gewählt werden.
Für Träger 10 mit Längenabmessungen
kleiner 20 cm, Breitenabmessungen B kleiner 4 cm und Dickenabmessungen
kleiner 1 cm haben sich Beschichtungsdicken 20 zwischen
0,8 und 2,0 mm, insbesondere zwischen 0,9 und 1,5 mm, vorzugsweise
von etwa 1,0 mm bewährt,
wobei sich für
den beschichteten Träger 10 jeweils
eine Dickenabmessung D ergibt.
-
Längenabmessung
L, Breitenabmessung B und Dickenabmessung D definieren zugleich
die Abmaße
des Bauelements 1 und sind unter der Maßgabe L > B ≥ D
vorzugsweise so aufeinander abgestimmt, dass sich in Kontakt zweier
einheitlich ausgeführter
Bauelemente 1 ein so hoher Haftreibungskoeffizient μ0 ergibt,
dass 3 N oder auch nur 2,5 N einheitlich ausgeführte quaderförmige Bauelemente 1 nicht
nur zu der eingangs genannten frei tragenden Bogenstruktur sondern
auch zu einer allein kraftschlüssig
selbsttragenden N-eckigen Ringstruktur 30 kombinierbar
sind, wobei dann N eine gerade Zahl ist und mindestens 6, vorzugsweise
jedoch 16, beträgt.
-
2a zeigt
beispielhaft eine 2,5 N-eckige Ringstruktur 30 aus (2,5·16 =)
40 identischen Bauelementen 1 mit einer inneren 31 und
zwei äußeren 32 Laufflächen.
-
2b zeigt
beispielhaft eine 3N-eckige Ringstruktur 30 aus (3·16 =)
48 identischen Bauelementen 1 mit zwei inneren 31 und
zwei äußeren 32 Laufflächen.
-
Erkennbar
umfassen die in 2 gezeigten selbsttragenden
Ringstrukturen 30 2,5 N bzw. 3 N Bauelemente 1,
wobei N der Bauelemente 1 die beiden äußeren Laufflächen 32 der
Struktur 30 bilden, N/2 (2a) bzw.
N (2b) weitere Bauelemente 1 die wenigstens
eine (2a) bzw. die zwei (2b) inneren
Laufflächen 31 der
Struktur 30 bilden und N weitere Bauelemente 1 äquatorial
und zu jenen zwischen den Laufflächen 31 und 32 angeordnet
sind, um paarweise die äquatorialen
Bauelemente 1 mit den Bauelementen 1 der Laufflächen 31 und 32 zum Kraftschuss
zu bringen. Da vorgenannte Konstruktionen erst mit der Vollen dung
zum Ringschluss 30 stabil werden, erfordert ihr Aufbau
ein hohes Maß an Geschicklichkeit
bzw. präzise
Kooperation mindestens zweier Personen. Schon deshalb eignet sich
das Bauelemente 1 in geeigneten Abmessungen und ausreichender
Anzahl eines Satzes von vorzugsweise 40 oder 48 Bauelementen 1 gut
als therapeutisches oder pädagogisches
Konstruktionsspielzeug. Ein zusätzlicher
mathematisch-pädagogischer
Reiz ergibt sich aus dem Umstand, dass praktisch die komplette Information
zur Ringstruktur 30 bereits in den Seitenverhältnissen
L > B > D des einzelnen Bauelements 1 steckt.
-
Während sich
eine Leonardobrücke
aus verschränkten
Bauelementen 1 quasi nur in eine Richtung und maximal bis
zu einem Ringsschluss 30 ausbreitet, erstrecken sich sog.
Kuppeldächer 40 über eine
Fläche:
-
3a zeigt
beispielhaft ein sog. „Iglu”, aufgebaut
aus 40 identisch gefertigten Bauelementen 1.
-
3b zeigt
eine sog. „Kuppel”, aufgebaut aus
35 identisch gefertigten Bauelementen 1.
-
In
beiden Beispielen führt
ein Verschränkungsprinzip,
bei dem stets wenigstens 4 oder wie dargestellt wenigstens 6 Bauelemente 1 gegenseitig miteinander
verschränkt
werden, dazu, dass die jeweilige Kuppel-Konstruktion 40 schnell
an Stabilität und
Höhe gewinnt.
-
Um
alternativ oder kumulativ zum Aufbau von Kuppel- 40 oder
Bogenstruktur einschließlich Ringschluss 30 auch
andere, nur aus sich selbst heraus frei- und/oder selbstragende komplexe Strukturen
aufbauen zu können,
sind erfindungsgemäß bevorzugt
die Kanten 21 des Beschichtungsmaterials 20 zumindest
entlang der Breitenabmessung B, vorzugsweise auch entlang der Längenabmessung
L, des Trägers 10 angefast
ausgebildet.
-
1 zeigt auch, wie die Oberflächen 11 des Trägers 10 durchgängig mit
einem die Haftreibung erhöhenden
Material 20 in einer solchen Dicke beschichtet sind, dass
die Kanten 21 zumindest entlang der Breitenabmessung B
und vorzugsweise auch entlang der Längenabmessung L jeweils angefast ausgebildet
sind, im gezeigten Ausführungsbeispiel unter
einem bevorzugten Fasenwinkel β von
45°.
-
Durch
die Anfasung der Kanten 21 des Beschichtungsmaterials 20 zumindest
entlang der Breitenabmessung B des Trägers 10 lassen sich
besagte Bauelemente 1 nicht nur zu Kuppel- 40,
Bogen- und Ringstrukturen 30 kombinieren sondern vorteilhaft erstmals
auch nach dem Prinzip sog. Kartenhäuser 50, also teils
gegeneinander lehnend, teils aufeinander liegend, aufstellen, wobei
je nach Übung
und Kenntnis der Bauprinzipien der Aufbau in der Tat beeindruckender
Strukturen aus völlig
identischen Bauelementen 1 ermöglicht ist:
-
4a zeigt
beispielhaft ein sog. „Kartenklotzhaus”, aufgebaut
aus 54 identisch gefertigten Bauelementen 1;
-
4b zeigt
beispielhaft eine sog. „Flügelbrücke”, aufgebaut
aus 49 identisch gefertigten Bauelementen 1, wobei eine
der beiden seitlichen, als Stütze
dienenden Bauelemente 1 entbehrlich ist;
-
4c zeigt
beispielhaft ein sog. „Großornament”, aufgebaut
aus 56 identisch gefertigten Bauelementen 1; und
-
4d zeigt
beispielhaft ein sog. „Brezelmonster”, aufgebaut
aus 80 identisch gefertigten Bauelementen 1.
-
In 4a und 4b ist
auf etwa halber Höhe
gut erkennbar, wie ein bevorzugtes Beschichtungsmaterial 20 dergestalt
rutschfest ist, dass zwei aufeinanderliegende Bauelemente 1 auch
bei Anstellwinkeln α zwischen
35° und
50° nicht
verrutschen, obgleich oberhalb sich teils beachtliche Strukturaufbauten
anschließen.
-
Mehr
noch als in 4 zeigen die nachfolgenden
Anwendungsbeispiele, wie überraschenderweise
insbesondere die Verbindung von Bogenstruktur und Kartenhausprinzip
zu weiteren beeindruckenden Struktur-Aufbauten führt:
-
5 zeigt
beispielhaft ein sog. „Kissen”, aufgebaut
aus 60 identisch gefertigten Bauelementen 1;
-
6 zeigt
beispielhaft einen sog. „Liegestuhl”, aufgebaut
aus 40 identisch, gefertigten Bauelementen 1;
-
7 zeigt
beispielhaft ein sog. „Harmonikahaus”, aufgebaut
aus 40 identisch gefertigten Bauelementen 1;
-
8 zeigt
beispielhaft ein sog. „Vogelhaus”, aufgebaut
aus 33 identisch gefertigten Bauelementen 1;
-
9 zeigt beispielhaft zwei Türme, nämlich einerseits
einen „Chinaturm” (9a),
aufgebaut aus 52 identisch gefertigten Bauelementen 1 und
andererseits einen „schiefen
Turm” (9b),
aufgebaut aus 39 identisch gefertigten Bauelementen 1;
und
-
10 zeigt
beispielhaft einen sog. „Tausendfüßler”, aufgebaut
aus etwa 58 identisch gefertigten Bauelementen 1.
-
Obgleich
die Anzahl der verwendeten Bauelemente 1, die zum Aufbau
vorstehender Ausführungsbeispiele
benötigt
werden, jeweils mit angegeben sind, sei nochmals hervorgehoben,
dass eine Vielzahl an Bauwerken jeweils aus dem gleichen Satz 2,5
N bzw. 3 N, vorzugsweise einheitlich, ausgebildeter Bauelemente 1 aufbaubar
ist, wobei bevorzugt N = 16 gewählt
ist.
-
Die
Wesentlichen Aspekte bevorzugter Bauelemente 1 lassen sich
abschließend
wie folgt zusammenfassen: Um den Sitz bereits zu komplexen Strukturen 30 oder 40 verschränkter Bauelemente 1 korrigieren
zu können
ist erfindungsgemäß vorgeschlagen,
das Beschichtungsmaterial 20 aus der Gruppe klettfreier
Materialien zu wählen.
Soweit alternativ oder kumulativ hierzu auch Aufstellungen nach
dem Kartenhausprinzip 50 gewünscht sind, ist erfindungsgemäß bevorzugt
vorgeschlagen, zumindest die Kanten 21 des jeweiligen Beschichtungsmaterials 20 zumindest
entlang der Breitenabmessung B des Trägers 10 angefast auszubilden.
-
Durch
die bislang einzigartige Verbindung insbesondere verschränkt aufgebauter
Strukturen mit denen nach dem Kartenhausprinzip aufgebauter eignet
sich die vorliegende Erfindung als anspruchsvolles Konstruktionsspielzeug
wie kein anderes. Vielmehr fordert es aufgrund der – scheinbar – begrenzten
Möglichkeiten
nicht nur Denkvermögen,
Logik und Fantasie heraus, sondern ermöglicht auch ein begreifendes
Verstehen grundlegender Prinzipien aus Geometrie und Mechanik. Schließlich fördert das Spiel
mit erfindungsgemäßen Bauelementen 1 die Konzentrationsfähigkeit,
Feinmotorik sowie die Kooperation mit anderen, weshalb es sich insbesondere auch
als therapeutisches und pädagogisches
Spielzeug eignet.
-
- 1
- Bauelement,
Spielbaustein
- 10
- Träger; Trägermaterial
- 11
- Oberfläche
- 20
- die
Haftreibung erhöhendes
Material; Beschichtungsmaterial
- 21
- Kanten
des Beschichtungsmaterials 20
- d
- Dickenabmessung
des unbeschichteten Trägers 10
- D
- Dickenabmessung
des beschichteten Trägers 10
- B
- Breitenabmessung
des beschichteten wie unbeschichteten Trägers 10
- L
- Längenabmessung
des beschichteten wie unbeschichteten Trägers 10
- N
- Anzahl
der Ecken
- 30
- Ringstruktur
- 31
- innere
Lauffläche(n)
der Ringstruktur 30
- 32
- äußere Laufflächen der
Ringstruktur 30
- 40
- Kuppeldach
- 50
- ganz
oder teilweise nach dem Kartenhausprinzip aufgebaute Strukturen
- α
- Anstellwinkel
zweier beschichteter, aufeinander liegender Bauelemente 1
- β
- Fasenwinkel
der Kanten 21 des Beschichtungsmaterials 20