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Die
Erfindung betrifft eine Zusammensetzung mit pastöser Konsistenz,
die für die Ausbildung elektrischer Kontakte auf einem
Silicium-Solarwafer eingesetzt werden kann und damit hergestellte
elektrische Kontakte.
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Silicium-Solarwafer
müssen an ihrer Vorder- und Rückseite mit elektrischen
Kontakten versehen werden. Dabei ist zu beachten, dass vor der Ausbildung
solcher elektrischer Kontakte, die Vorderseite mit einer antireflektierenden
Oberflächenschicht, die üblicherweise mit Siliciumnitrid
gebildet ist, versehen worden ist.
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Dabei
wird in der Regel so vorgegangen, dass eine Paste, mit einer für
die Dickschichttechnik geeigne ten Viskosität, selektiv
auf die Oberfläche des mit der antireflektierenden Oberflächenschicht
versehenen Silicium-Solarwafer aufgebracht wird. Überwiegend
wird hier das Siebdrucken eingesetzt.
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Bei
der Ausbildung von elektrischen Kontakten an der Rückseite
kann ähnlich vorgegangen werden, wobei die gesamte Oberfläche
genutzt werden kann und dabei aber die dortige p-Dotierung berücksichtigt
werden soll.
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Die
Pasten enthalten dabei hohe Anteile elektrisch leitender Metallpartikel,
ein Glas und organische Bestandteile. Die Metallpartikel sind für
die erforderliche elektrische Leitfähigkeit der herzustellenden
Kontakte und das Glas als Binder sowie für die Haftung
enthalten. Die organischen Komponenten sind für die Verarbeitbarkeit
beim Auftrag enthalten und werden nach dem Auftrag bei einer Wärmebehandlung
ausgetrieben bzw. teilweise für eine Redoxreaktion genutzt.
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Als
bevorzugtes Metall kommt für an der Vorderseite der Silicium-Solarwafer
auszubildenden elektrischen Kontakte Ag zum Einsatz.
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Das
eingesetzte Glas soll dabei ein Erweichungs- und Schmelzverhalten
aufweisen, das die Eigenschaften des Siliciums berücksichtigt
und dabei bei der ohnehin durchzuführenden Wärmebehandlung
ein Durchätzen der antireflektierenden Oberflächenbeschichtung
bewirken können.
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Bisher
werden in der Regel bleihaltige Gläser aus diesem Grunde
eingesetzt, wobei der Anteil an Blei hoch ist.
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Bei
der Wärmebehandlung für die Ausbildung der elektrischen
Kontakte ist aber nicht nur das enthaltene Silber für die
gewünschte elektrische Leitfähigkeit von Bedeutung,
sondern das im Glas enthaltene Bleioxid beteiligt. Bei Kontakt mit
dem Silicium wird dieses teilweise reduziert und Silicium aus dem
Wafersubstrat herausgeätzt. Dabei bilden sich pyramidale
Strukturen an der Waferoberfläche aus. Ag und Pb bilden
eine flüssige Mischphase, aus der bei der an die Wärmebehandlung
nachfolgenden Abkühlung Ag-Kristallite in die Vertiefungen
der pyramidalen Struktur hinein kristallisieren, wodurch die elektrisch
leitende Verbindung zum Wafersubstrat verbessert ist.
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Da
aber Pb und auch Cd Schwermetalle sind, und von ihnen eine erhebliche
gesundheitsschädigende Wirkung ausgehen kann, ist deren
Einsatz unerwünscht und wird auch durch gesetzliche Bestimmungen
vermieden bzw. behindert.
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Aus
diesem Grunde wurde in
EP
1 713 094 A2 vorgeschlagen, bleifreies Glas einzusetzen.
Das bis dahin enthaltene PbO wurde durch etwa gleich hohe Anteile
an Bi
2O
3 ersetzt.
Ansonsten sind nur geringfügige Anpassungen vorgenommen
worden. In
EP 1 713
094 A2 wird auch vorgeschlagen, dass neben dem partikelförmigen
Ag und dem Glas auch anorganische Additive zusätzlich,
als gesonderte Bestandteile enthalten sein können. Es handelt
sich dabei um verschiedene Metalle, chemische Verbindungen und Oxide
dieser Metalle, die aber nicht im Glas enthalten sein sollen.
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Eine ähnliche
technische Lösung ist auch aus
WO 2006/132766 A2 bekannt.
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Nun
ist aber auch die Wirkung von Bi auf Organismen und die Umwelt noch
nicht vollständig geklärt und es daher auch nicht
sicher inwieweit sich dies zukünftig nachteilig auch für
ggf. neu zu erlassende gesetzliche Bestimmungen auswirken kann.
Außerdem sind die Beschaffungskosten von Wismut deutlich
höher als dies bei dem bisher eingesetzten Blei der Fall
war.
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Es
ist daher Aufgabe der Erfindung Möglichkeiten für
eine kostengünstige Herstellung elektrisch leitender Kontakte
für Silicium-Solarwafer zu schaffen, wobei auch das Gesundheitsgefährdungspotential
reduziert werden kann.
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Erfindungsgemäß wird
diese Aufgabe mit einer Zusammensetzung gemäß Anspruch
1 gelöst. Ein elektrisch leitender Kontakt, der mit dieser
Zusammensetzung hergestellt werden kann, ist mit Anspruch definiert.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung können
mit in untergeordneten Ansprüchen bezeichneten Merkmalen
erreicht werden.
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Die
erfindungsgemäße Zusammensetzung mit pastöser
Konsistenz, weicht im Wesentlichen vom Stand der Technik dadurch
ab, dass ein Glas enthalten ist, in dem weder PB noch Bi enthalten
ist. Das eingesetzte Glas ist dabei mit mindestens 30 Mol.-% SnO
und mindestens 10 Mol.-% SiO2 gebildet.
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Neben
den mindestens 5 und maximal 15 Masse-% dieses Glases ist die Zusammensetzung
mit 60 bis 90 Masse-% Ag oder Au gebildet. Diese sind in Partikelform
enthalten und sollten eine mittlere Partikelgröße
d50 von 1 bis 5 μm aufweisen. Für die Verarbeitbarkeit
in Dickschichttechnologie sind 5 bis 25 Masse-% organi sche Komponenten
enthalten, wobei der größere Anteil ein organisches
Lösungsmittel ist. Dabei können 2 bis 50 Masse-%
Feststoff/Polymer in 50 bis 98 Masse-% Lösungsmittel und
0 bis 5 Masse-% Zusatzstoff(e), z. B. Tenside oder Benetzungsmittel
eingesetzt werden. So können darin beispielsweise 30 Masse-%
Acrylat und 70 Masse-% Terpineol enthalten sein.
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Da
der Anteil an Sn im Glas für die erreichbare elektrische
Leitfähigkeit im Kontaktbereich Waferoberfläche
und dem herzustellenden elektrischen Kontakt von Bedeutung ist und
dabei eine bei der Wärmebehandlung auftretende Reduktion
von Zinnoxid ausgenutzt werden kann, um ebenfalls eine flüssige
Mischphase von Zinn und dem Edelmetall in zumindest ähnlicher
Form, wie beim bisher eingesetzten PbO, ausnutzen zu können,
sollte der Anteil an SnO im Glas möglichst hoch bevorzugt
mindestens 50 Mol.-%, besonders bevorzugt mindestens 60 Mol.-% betragen.
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Neben
den beiden bereits erwähnten Oxiden kann im in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung enthaltenen Glas auch mindestens ein weiteres Oxid
eines Metalls enthalten sein, das ausgewählt ist aus B, Al,
P, V, Na, Ca und Zn. Dadurch kann weiter Einfluss auf das Erweichungs-
und Schmelzverhalten des Glases bei der Wärmebehandlung
genommen werden. Eine weitergehende Einflussmöglichkeit
besteht für die Kristallitbildung des Glases bei der nachfolgenden
Abkühlung, da diese möglichst vermieden werden
soll. Die Kristallisation von Ag oder Au unmittelbar auf der Siliciumoberfläche
des Wafers soll aber nicht ver- oder behindert werden.
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Das
bei der Erfindung einsetzbare Glas mit dem SnO lässt sich
gut erschmelzen und dann in Wasser frit ten. Aus der Glasfritte kann
ein Pulver hergestellt und mit den Ag- oder Au-Partikeln gut vermischt
sowie mit organischem Binder und Lösungsmittel zu einer
Paste verarbeitet werden, die dann einfach auf die jeweilige Oberfläche
des Silicium-Solarwafers aufgebracht werden kann.
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Ein
bei der erfindungsgemäßen Zusammensetzung einsetzbares
Glas kann neben den beiden wesentlichen Bestandteilen SnO und SiO2 auch 1 bis 30 Mol.-% B2O3, 0,5 bis 20 Mol.-% Al2O3, 1 bis 55 Mol.-% P2O5, 0,5 bis 10 Mol.-% V2O5, 1 bis 40 Mol.-% ZnO, 1 bis 15 Mol.-% Na2O oder 1 bis 15 Mol.-% CaO enthalten.
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Bevorzugte
Glaszusammensetzungen sind mit
30 Mol.-% SiO2,
69 Mol.-% SnO, 1,0 Mol.-% und Al2O3
oder
19 Mol.-% SiO2,
60 Mol.-% SnO, 19 Mol.-% B2O3 und
2,0 Mol.-% Al2O3
oder
17
Mol.-% SiO2, 62 Mol.-% SnO, 10 Mol.-% B2O3, 9,0 Mol.-% Na2O und 2,0 Mol.-% Al2O3
oder
17 Mol.-% SiO2,
62 Mol.-% SnO, 10 Mol.-% B2O3,
10,0 Mol.-% CaO und 1,0 Mol.-% Al2O3 gebildet.
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Eine
solche Glaszusammensetzung kann bevorzugt mit insgesamt 10 Masse-%
neben 70 Masse-% Ag oder Au und 20 Masse-% organischer Bestandteile
eine erfindungsgemäße Zusammensetzung bilden.
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Damit
kann bei der Wärmebehandlung nach dem Auftrag auf die Slicium-Solarwaferoberfläche
ein elektrischer Kontakt hergestellt werden, der mit mindestens
90 Masse-% Ag oder Au und mindestens 3 Masse-% des Gla ses gebildet
ist.
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Nachfolgend
soll die Erfindung mit Hilfe von Beispielen weitergehend erläutert
werden.
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Für
die Herstellung eines bei der Erfindung einsetzbaren Glases sollten
folgende Bemerkungen berücksichtigt werden.
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Das
Mischen der Ausgangsstoffe sollte in geeigneten Behältnissen,
Mahlaggregaten und Mahlhilfsmitteln erfolgen, um eine homogene Mischung
eines Glasversatzes zu erreichen. Ein Glasversatz kann in ein Glasschmelzaggregat
gegeben werden, dessen Aufbau die Durchführung des Schmelzprozesses
beeinflusst. Dabei ist generell darauf zu achten, dass die Schmelze
in einer inerten Atmosphäre (Wasserstoff, Argon, Helium),
bevorzugt einer reduzierenden Atmosphäre (Wasserstoff,
Ammoniak, Formiergas, Varigon, Kohlenmonoxid) gehalten wird. Bei
der Temperatursteuerung sollte die jeweilige Glaszusammensetzung
beachtet werden. Für das Schmelzen sollten bevorzugt keramische
Behältnisse (Al2O3,
SiO2, ZrO2, Mullit
u. a.) oder ein Glasofen mit feuerfester keramischer Auskleidung
eingesetzt werden. Im Falle des Einsatzes metallischer Behältnisse
soll gesichert sein, dass es unter den reduzierenden Bedingungen
beim Schmelzen nicht zu einer Legierungsbildung zwischen dem metallischen
Zinn und dem Metall des Behältnisses kommen kann.
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Daraus
ergeben sich verschiedene Varianten für ein einsetzbares
Glasschmelzaggregat und der Durchführung des Schmelzprozesses.
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Beim
Einsatz eines Tiegels als Behältnis kann der Glasversatz
in einen kleineren Tiegel eingefüllt wer den, der in einen
größeren Tiegel gestellt werden kann. Der größere
Tiegel wird abgedeckt, um einen geschlossenen Schmelzraum zu bilden.
In den größeren Tiegel wird ein fester oder flüssiger
Stoff gegeben, mit dem in Folge von Zersetzungsprozessen eine reduzierende
oder inerte Atmosphäre im Schmelzraum gebildet wird. Zusätzlich
oder alternativ dazu kann bei Einsatz von SnC2O4 als Rohstoff dessen Zersetzung eine reduzierende
Atmosphäre über der Schmelze bilden kann.
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Das
Schmelzen kann auch in einem Ofenaggregat durchgeführt
werden, in dem eine inerte oder reduzierende Atmosphäre
durch Zuführung eines geeigneten Gases oder einer Gasmischung
erhalten werden kann.
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In
einer weiteren Alternative kann auch ein Glasschmelzaggregat eingesetzt
werden, das über die Oxidation von Kohlenwasserstoffverbindungen
beheizt werden kann. Und in dem sich durch λ-Regelung eine
reduzierende Atmosphäre einstellen lässt.
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Im
Anschluss an den Schmelzprozess kann die Glasschmelze abgegossen
werden oder im Behältnis erstarren. Das Abgießen
kann in Wasser oder auf eine andere geeignete feste Unterlage (Stahl,
Graphit) erfolgen.
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Bei
der Erfindung können nachfolgend in der Tabelle angeführte
Zusammensetzungen genutzt werden. Die Angaben sind jeweils in mol
| Komponente | Glas
1 | Glas
2 | Glas
3 | Glas
4 |
| SiO2 | 13 | 19 | 15 | 15 |
| SnO | 60 | 60 | 50 | 50 |
| Al2O3 | 1 | 1 | 5 | 5 |
| ZnO | 5 | | | 10 |
| B2O3 | 20 | 20 | 30 | 20 |
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Für
die jeweiligen Komponenten können folgende Verbindungen
bzw. Stoffe eingesetzt werden:
SiO2 Quarzmehl,
das unter der Handelsbezeichnung Millisi W8 von Quarzwerk Frechen
erhältlich ist
Al2O3 Al(OH)3 fein gepulvert
rein Hydrargillit (Fa. VWR – 1.01093.1000)
SnO SnO
99,9% metals (Alfa Aesar) oder SnC2O4 p. A. (Merck)
ZnO ZnO z. A. ACS, VWR
(1.08849.1000)
B2O3 H3BO3 gepulvert reinst
EMPROVE® (FA. VWR – 1.00162.5000)
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Diese
Komponenten werden als Rohstoffe in verschraubbaren Kunststoffbehältern
auf einem Topfroller über 60 min homogenisiert. Dabei kann
dies durch Zugabe von Mahlkugeln aus Al2O3 unterstützt werden.
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Der
homogenisierte Versatz wird in einen Korund-Tiegel gegeben, der
in einen größeren Korund-Tiegel gestellt wird.
Der Füllgrad im kleinen Tiegel sollte 60% des Tiegelgesamtvolumens
nicht überschreiten. In den größeren
Tiegel wird eine 1:1 – Mischung aus Graphit- und Ruß als
Opfermaterial gegeben. Damit kann eine ausreichende reduzierende
Atmosphäre über der Glasschmelze ausgebildet werden.
Beim Schmelzen soll der größere Tiegel mit einem
passenden Deckel aus Korund verschlossen werden. Das Schmelzen des Glases
erfolgt in einem Kammerofen an Luft bei 1300°C bis 1350°C über
einen Zeitraum von 3 h. Anschließend werden beide Tiegel
dem Ofen entnommen und die Glasschmelze auf eine Stahlplatte oder
in Wasser gefrittet. Bei Fritten in Wasser wird das Glas für
24 h bei 200°C an Luft getrocknet. Nachfolgend wird die
Glasfritte in einer Scheibenschwingmühle auf eine mittlere
Partikelgröße d50 kleiner
100 μm vorzerkleinert. Die vorzerkleinerte Glasfritte wird
dann in einer Planetenkugelmühle mit einem Achat-Behälter
und Achat-Mahlkugeln weiter gemahlen, bis eine mittlere Partikelgröße
d50 kleiner 10 μm erreicht ist.
Das so gemahlene Glaspulver soll in einem geschlossenen Behälter
und in einem Exsicator aufbewahrt werden.
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Alternativ
dazu kann die Glasschmelze auch in einem Kammerofen hergestellt
werden, in dem eine reduzierende Gasatmosphäre durch Zuführung
von Formiergas oder Varigon eingestellt werden kann. Die weitere
Verabeitung von Schmelze und Fritte kann wie vorab erläutert
auch dann so durchgeführt werden.
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Die
pastöse Zusammensetzung und deren Einbrand zur Ausbildung
von Kontakten können erhalten und erreicht werden, wenn
ein organischer Binder durch Lösung eines Polymers mit
einem Lösungsmittel eingesetzt wird. Feststoffkomponenten
werden eingewogen und mit Tubular homogenisiert. Die homogenisierten Feststoffe
werden in den organischen Binder mit einem Dissolver oder einer
Mörsermühle eingearbeitet.
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Die
letztendliche Homogenisierung erfolgt mit mehreren Walzengängen
(Dreizahlwerk) und Bestimmung der Mahlfeinheit. Die Anzahl der Walzengänge
ist von der zu erreichenden Mahlfeinheit (< 10 μm) abhängig.
Es sollten mindestens 1 und nicht mehr als 6 Walzengänge
sein.
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Mit
der pastösen Zusammensetzung kann durch Siebdruck eine
elektrisch leitfähige Schicht für Kontakte auf
eine Substratoberfläche aufgebracht werden. Das Lösungsmittel
kann bei einer Trocknung mit leicht erhöhter Temperatur
(z. B. zwischen 100 und 200°C) entfernt werden. Die Schichtdicke
beeinflusst dabei die Trocknungszeit und die jeweilige erforderliche
Temperatur. Organische Bestandteile (Polymer) werden während
des Brennprozesses oxidiert oder zersetzt. Diese Wärmebehandlung
kann mit einem Infrarotofen, bei einer kurzen Zeit mit einer Heizrate
bis zu 75 K/s und bis zu einer Maximaltemperatur von 1000°C
durchgeführt werden.
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In
einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung können
enthalten sein:
Elektrisch leitfähige Komponenten
(Al, Au, Ag, Cu, Pd, Pt), Glasfritte, anorganische Komponenten (Oxide),
organische Binder
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Der
Feststoffanteil soll zwischen 60 bis 95 Masse-% liegen. Dabei elektrisch
leitfähige Komponenten mit 80 bis 97 Masse-%, Glasfritte
mit 3 bis 20 Masse-%, anorganische Komponenten mit 0 bis 3 Masse-%
und organischer Binder mit 5 bis 40 Masse-% enthalten sein.
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Als
Lösungsmittel kann allein oder in einer Mischung hochsiedendes
Terpinöl, Butylcarbitol oder Dibuthylphthalat eingesetzt
werden. Geeignete Polymere für den Binder sind Ethylcellulose,
Acrylate, Hydroxypropylcellulose, Methylcellulose jeweils allein
oder in Mischung. Ihr Anteil sollte bei 3 bis 10 Masse-% liegen.
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Als
weitere Zusätze können Thixotropie- oder Benetzungsmittel
(Fischöl, Troisol, Campher) eingesetzt werden.
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Das
eingesetzte Edelmetall, wie z. B. Silber sollte fein vermahlen,
sphärisch oder in Form von Flakes mit einheitlicher Partikelgröße
oder bimodal mit einer Partikelgröße < 15 μm
eingesetzt werden.
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In
nachfolgender Tabelle sind zwei geeignete Beispiele für
eine erfindungsgemäße Zusammensetzung enthalten.
| Zusammensetzung | Ag | Glasfritte | Acrylat
in Terpinöl gelöst |
| 1 | 83,5
Masse-% | 5,5
Masse-% | 11
Masse-% |
| Zusammensetzung | Ag | Glasfritte | Hydroxypropylcellulose |
| 2 | 81,6
Masse-% | 4,8
Masse-% | 13,6
Masse-% |
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Bei
der Wärmebehandlung zur Ausbildung von Kontakten (Einbrand)
kann nach einem Durchätzen der Antireflexionsschicht, SnO
zumindest teilweise in der flüssigen Glasschmelze durch
eine Redox-Reaktion mit dem Silicium eines Wafers als Substrat zu
metallischem Sn reduziert werden. Das so gebildete Sn kann gemeinsam mit
Ag oder Au eine flüssige Mischphase bilden, aus der bei
der Abkühlung metallische Verbindungen auf der Oberfläche
des Wafers auskristallisieren. Bei dem binären Phasensystem
Ag-Sn können folgende Verbindungen auftreten:
Ag in
dem maximal 11,5 Atom-% Sn gelöst sein können;
ζ-Phase
bestehend aus Sn (11,8–22,85 Atom-%) und Ag (77,15–88,2
Atom-%)
ε-Phase bestehend aus Ag3Sn
β-Sn
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Diese
Kristallisationsprodukte ermöglichen die elektrisch leitenden
Eigenschaften für Kontakte beispielsweise an Solar-Wafern.
Anteile und Zusammensetzungen der kristallisierten Phasen hängen
von der eingesetzten Zusammensetzung des eingesetzten Glases, dem
Anteil an Glasphase in der pastösen Zusammensetzung sowie
dem Regime der Wärmebehandlung zur Ausbildung der Kontakte
ab.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 1713094
A2 [0011, 0011]
- - WO 2006/132766 A2 [0012]