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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist ein Tripodegelenk für ein
Kraftfahrzeug gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 14.
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Tripodegelenke
für Kraftfahrzeuge sind aus dem Stand der Technik seit
langem bekannt, sie werden insbesondere verwendet als Innengelenke
für die Antriebswellen Vorderradgetriebener Kraftfahrzeuge.
Sie weisen hervorragende Gleichlaufeigenschaften auf und können
bis zu Winkeln von typ. über 10° abgewinkelt werden.
Darüber hinaus können Tripodegelenke vorteilhaft
auch für Kardanwellen Hinterradgetriebener oder Allradgetriebener
Kraftfahrzeuge eingesetzt werden.
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Tripodegelenke
weisen typisch einen Tripodestern auf, der eine Mehrzahl von Zapfen
ausbildet, wobei jeder Zapfen ein Wälzlager trägt.
Weiterhin umfasst ein Tripodegelenk ein Außengelenk, welches
oftmals auch als „Tulpe” bezeichnet wird, wobei das
Außengelenk eine Mehrzahl von sich in Axialrichtung (d.
h. in Drehrichtung D des Außengelenks) erstreckenden Laufbahnausnehmungen
aufweist. In jeder Laufbahnausnehmung ist ein von einem Zapfen getragenes
Wälzlager in Axialrichtung verschieblich gelagert. Jede
Laufbahnausnehmung bildet zwei gegenüberliegend angeordnete
Laufbahnen für einen mechanischen Kontakt mit dem darin
geführten Wälzlager aus.
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Obwohl
der grundsätzliche Aufbau der Tripodegelenke, welchem Stand
der Technik auch als „homokinetische Gelenke” bezeichnet
werden, bereits seit langem bekannt ist, werden dennoch bis heute große
Anstrengungen unternommen, die Laufeigenschaften von Tripodegelenken
z. B. bei Lastwechselvorgängen zu verbessern. So offenbart
beispielsweise die
DE
41 30 183 A1 ein Tripodegelenk, bei dem durch spezielle
Ausgestaltung der Laufbahnen in den Laufbahnausnehmungen sowie der
Außenringe der Wälzlager ein Verkippen des Wälzlageraußenrings
in der Laufbahnausnehmung z. B. bei einer Lasteinleitung oder einem
Lastwechsel verhindert werden soll. Hierdurch soll sichergestellt
werden, dass der Außenring nur an auf einer Laufbahn der
Laufbahnausnehmung zur Anlage gelangt, so dass der Außenring reibungsarm
in der Laufbahnausnehmung abrollen kann.
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Auch
aus der
EP 1 253 337
A1 ist ein homokinetisches Gelenk mit vermindertem Rotationsspiel bekannt.
Sowohl die Laufbahnen der Laufbahnausnehmungen als auch die Oberfläche
des Wälzlageraußenrings sind kugelig ausgestaltet.
Weiterhin ist der Wälzlageraußenring zweigeteilt.
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Beiden
Tripodegelenken ist eine verhältnismäßig
aufwendige Ausgestaltung der Wälzlager gemeinsam, welche
Kostennachteile mit sich bringt.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Tripodegelenk mit vorteilhaften
Laufeigenschaften, insbesondere mit minimalem Rotationsspiel, anzugeben,
welches einen vereinfachten Aufbau aufweist. Weiterhin soll ein
Verfahren zur Herstellung eines vorteilhaften Tripodegelenks angegeben
werden.
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Gelöst
wird diese Aufgabe durch ein Tripodegelenk mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
14.
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Ein
erfindungsgemäßes Tripodegelenk ist für den
Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs vorgesehen. Insbesondere ist
es für eine Verwendung als Innengelenk einer Antriebswelle
eines Vorderradgetriebenen Kraftfahrzeugs geeignet. Es umfasst einen
Tripodestern, der eine Mehrzahl von Zapfen ausbildet. Jeder der
Zapfen trägt ein Wälzlager. Das Tripodegelenk
umfasst weiterhin ein Außengelenk, welches eine Mehrzahl
von sich in Axialrichtung (also in Drehrichtung D des Außengelenks
des Tripodegelenks) erstreckenden Laufbahnausnehmungen aufweist.
In jeder Laufbahnausnehmung ist ein von einem Zapfen getragenes
Wälzlager in Axialrichtung verschieblich gelagert. Weiterhin
sind in jeder Laufbahn ausnehmung zwei gegenüberliegend
angeordnete Laufbahnen für einen mechanischen Kontakt mit
dem darin geführten Wälzlager ausgebildet. Bei
einer Lasteinleitung in das Außengelenk wird diese über
die Wälzlager und die diese tragenden Zapfen auf den Tripodestern übertragen.
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Erfindungsgemäß weisen
nun die Wälzlager jeweils einen Außenring auf,
in dessen Außenumfangsfläche zumindest eine, bevorzugt
aber zwei umlaufende Ringnuten ausgebildet sind. Der Ring ist vorteilhaft
einteilig ausgebildet, kann aber auch mehrteilig, insbesondere zweiteilig
ausgebildet sein. Weiterhin ist in den Laufbahnen des Außengelenks zumindest
ein schienenartiges Führungselement ausgebildet, bevorzugt
aber zwei Führungselemente, das/die in die am Außenring
ausgebildete/n Ringnut/en eingreift/en. Erfindungsgemäß ist
zumindest eines dieser schienenartigen Führungselemente
als separates Bauteil und nicht einstückig mit dem Außengelenk
ausgebildet.
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Dabei
soll unter einem schienenartigen Führungselement eine Struktur
verstanden werden, die sich in Richtung der Drehachse D des Außengelenks erstreckt
und von einer Laufbahn erhebt. Dabei kann es sich z. B. im Wesentlichen
in Umfangsrichtung des Außengelenks von der Laufbahn erheben.
Weiterhin soll das schienenartige Führungselement zumindest eine
Führungsfläche ausbilden, auf der der Außenring
eines Wälzlagers abrollen kann. Bevorzugt bildet das schienenartige
Führungselement aber zwei Führungsflächen
aus, die auf voneinander abgewandten Seiten des Führungselements
angeordnet sind. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung bildet
das separate schienenartige Führungselement drei Führungsflächen
aus.
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Die
separate Ausbildung des schienenartigen Führungselements
bietet die vorteilhafte Möglichkeit, das Führungselement
aus einem anderen Werkstoff und mittels eines anderen Verfahrens
zu fertigen als das Außengelenk des Tripodegelenks. Beispielsweise
kann das schienenartige Führungselement aus einem Stranggepressten
Werkzeugstahl oder einem gehärteten Rundstahl bestehen.
Das Außengelenk besteht typisch aus gegossenem oder geschmiedetem
Stahl. Dabei ist das separat ausgebildete schienenartige Führungselement
vorteilhaft an zumindest einem Punkt mechanisch am Außengelenk
festgelegt, bevorzugt aber an mehreren Punkten. Die mechanische
Verbindung zwischen dem schienenartigen Führungselement
und dem Außengelenk kann dabei beispielsweise mittels Verschweißen
(z. B. Punktschweißen), Verstemmen, Verlöten, Verkleben
oder anderen aus dem Stand der Technik bekannten geeigneten Fügeverfahren
erfolgen.
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Die
Ringnut im Außenring des Wälzlagers sowie das
separate schienenartige Führungselement in den Laufbahnen
sind bevorzugt so ausgebildet sein, dass bei einem Kraftübertrag
vom Außengelenk auf den Tripodestern der Außenring
der Wälzlager jeweils auf dem/den separaten schienenartigen
Führungselement/en – insbesondere der/den von
diesem ausgebildeten Führungsflächen abrollt.
Hierdurch soll sichergestellt werden, dass ein sich mechanischer
Kontakt zwischen Wälzlageraußenring und Laufbahnausnehmung
bei einem Lastübertrag über das erfindungsgemäße
Tripodegelenk im Wesentlichen nur im Bereich einer Laufbahn ausbildet.
Ein mechanischer Kontakt des Wälzlageraußenrings
im Bereich der zweiten, gegenüberliegend angeordneten Laufbahn
soll hingegen durch die besondere Formgebung der Außenring – Außenumfangsflächen sowie
der separat ausgebildeten schienenartigen Führungselemente
möglichst weitgehend vermieden werden. Hierdurch lassen
sich besonders vorteilhafte Abrolleigenschaften der Wälzlager
in den Laufbahnausnehmungen und damit besonders gute Gleichlaufeigenschaften
des erfindungsgemäßen Tripodegelenkes verwirklichen.
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In
einer besonders bevorzugten Ausgestaltung bilden sich beim Abrollen
eines Wälzlagers bei einer Lasteinleitung in das erfindungsgemäße
Tripodegelenk auf einer Laufbahn zumindest zwei, bevorzugt aber
drei oder mehr Punktkontakte zwischen der Außenumfangsfläche
der Außenringe der Wälzlager und den Laufbahnen,
d. h. den schienenartigen Führungselementen, in den Außengelenken
aus.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist das separat ausgebildete
schienenartige Führungselement zumindest abschnittsweise
einen kreisbogenförmigen Querschnitt auf. Weiterhin umfasst
die zugehörige Ringnut, in welche das vorgenannte schienenartige
Führungselement mit zumindest abschnittsweise kreisbogenförmigem
Querschnitt eingreift, ebenfalls zumindest abschnittsweise einen
kreisbogenförmigen Querschnitt auf. Dabei ist bevorzugt
der Krümmungsradius des kreisbogenförmigen Abschnitts
des schienenartigen Führungselements kleiner als derjenige
der zugehörigen Ringnut im Außenring des Wälzlagers.
In dieser Ausgestaltung werden insbesondere die Hertzschen Kontaktspannungen
minimiert.
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Alternativ
ist es auch möglich, dass diejenige Ringnut in der Außenumfangsfläche
des Wälzlageraußenrings, in welche das vorgenannte
schienenartige Führungselement eingreift, zumindest abschnittsweise
einen gotischen Querschnitt aufweist. Hierunter versteht man zwei
gegeneinander geneigte Kugelflächenabschnitte, die einen
Winkel α miteinander einschließen. Die Kombination
aus Ringnut mit zumindest abschnittsweise gotischem Querschnitt und
schienenartigem Führungselement mit zumindest abschnittsweise
kreisbogenförmigem Querschnitt stellt sicher, dass sich
stets zwei definierte Punktkontakte P zwischen schienenartigem Führungselement
und Ringnut ausbilden.
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Grundsätzlich
kann das Tripodegelenk jede aus dem Stand der Technik vorbekannte
geeignete Formgebung bzgl. der Zapfen des Tripodesterns bzw. der
Innenringe der Wälzlager aufweisen. In einer besonders
bevorzugten Ausgestaltung sind die Zapfen des Tripodesterns kugelig
ausgebildet, was dahingehend zu verstehen ist, dass die Zapfen zumindest
abschnittsweise Kugelflächen ausbilden sollen. Die komplementären
Flächen im Innenring des Wälzlagers können
beispielsweise zylindrisch ausgestaltet sein, so dass das Wälzlager
einen Innenring mit zylindrischer Innenausnehmung aufweist. Alternativ
ist es auch möglich, die Innenringe der Wälzlager
mit einer Innenausnehmung zu versehen, deren Formgebung wiederum
zumindest abschnittsweise kugelflächenförmig ausgebildet
ist. In beiden Ausgestaltungen können die Innenringe eine
Kippbewegung auf den Zapfen des Tripodesterns ausführen. Bei
der letztgenannten Ausgestaltung ist es von besonderem Vorteil,
wenn der Innenring und der Außenring des Wälzlagers
in Richtung der Drehachse des Wälzlagers gegeneinander
verschieblich sind. Ein solcher Bewegungsfreiheitsgrad ist hingegen nicht
erforderlich, wenn der Innenring des Wälzlagers eine zylindrische
Innenausnehmung aufweist, da hier der kugelige Zapfen des Tripodesterns
in der Innenausnehmung des Wälzlagerinnenrings hin und
her gleiten kann.
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Ein
erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines
Tripodegelenks für ein Kraftfahrzeug umfasst die folgenden
Verfahrensschritte:
- 1. Bereitstellen von
- a. einem Tripodestern, der eine Mehrzahl von Zapfen ausbildet,
- b. einer Mehrzahl von Wälzlagern (60), die
jeweils einen Außenring aufweisen, in dessen Außenumfangsfläche
zumindest eine umlaufende Ringnut ausgebildet ist,
- c. einem Außengelenk, das eine Mehrzahl von sich in
Axialrichtung erstreckenden Laufbahnausnehmungen aufweist, in denen
jeweils ein von einem Zapfen getragenes Wälzlager in Axialrichtung
verschieblich gelagert werden können, wobei in jeder Laufbahnausnehmung
zwei gegenüberliegend angeordnete Laufbahnen für
einen mechanischen Kontakt mit dem darin geführten Wälzlager
ausgebildet sind und in jeder Laufbahn eine sich in Richtung der
Drehachse D des Außengelenks erstreckende Aufnahmeausnehmung ausgebildet
ist,
- d. einer Mehrzahl als separates Bauteil ausgebildeter schienenartiger
Führungselemente, die dazu vorgesehen sind, in die in den
Laufbahnen ausgebildeten Ausnehmungen eingesetzt zu werden und an
den Außenringen (64) der Wälzlager ausgebildete
Ringnut einzugreifen,
- 2. Einsetzung und Festlegen der schienenartigen Führungselemente
in den Aufnahmeausnehmungen in der Laufbahnen des Außengelenks,
- 3. Aufsetzen der Wälzlager auf die Zapfen des Tripodesterns,
und
- 4. Einführen der Wälzlager in die Laufbahnausnehmungen.
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Weitere
Vorteile und Merkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens
sowie des erfindungsgemäßen Tripodegelenks ergeben
sich aus den Unteransprüchen sowie dem Ausführungsbeispiel,
welches im Folgenden Anhang der Zeichnung näher erläutert
wird. In dieser zeigen:
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1:
eine perspektivische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Tripodegelenks,
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2:
eine Teilschnittdarstellung des Tripodegelenks aus 1,
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3:
eine vergrößerte Teilschnittdarstellung durch
Außengelenk, Wälzlager und Tripodestern des Ausführungsbeispiels
gemäß 1,
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4:
eine perspektivische Teilschnittdarstellung des Tripodegelenks aus 1,
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5:
eine perspektivische Darstellung des Außengelenks eines
Tripodegelenks gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels
mit einem eingesetzten Wälzlager,
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6:
eine vergrößerte Teilansicht aus 5,
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7:
eine vergrößerte Teilansicht aus 6 in
einer ersten Ausgestaltung, und
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8:
eine vergrößerte Teilansicht aus 6 in
einer zweiten Ausgestaltung.
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1 zeigt
in schematischer Darstellung ein erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Tripodegelenks 1 in
perspektivischer Ansicht. Das Außengelenk 20 weist
eine Drehachse D auf und ist einseitig geöffnet. An seinem
geschlossenen Ende mündet das Außengelenk 20 in
einen Wellenschaft 28 zum Anschluss beispielsweise an eine
Abtriebswelle eines Getriebes des Kraftfahrzeugs. Im Außengelenk 20 sind
drei Laufbahnausnehmungen 22 ausgebildet, die sich in Richtung
der Drehachse D erstrecken. Jede Laufbahnausnehmung 22 bildet
zwei gegenüber angeordnete Laufbahnen 24 aus,
auf denen in die Laufbahnausnehrung 22 eingesetzte Wälzlager 60 abrollen,
von denen in 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit
nur eines gezeigt ist. Dabei ist die Dimensionierung der Wälzlager 60 so
gewählt, dass bei einer Krafteinleitung beispielsweise
in das Außengelenk 20 des Tripodegelenks 1 das
Wälzlager 60 mit seinem Außenring 64 tatsächlich
nur auf einer Laufbahn 24 der Laufbahnausnehmung 22 abrollt.
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Wie
aus 1 weiter ersichtlich ist, ist jeder Laufbahnausnehmung 22 im
Außengelenk 20 ein Zapfen 42 des in das
Außengelenk 20 eingesetzten Tripodesterns 40 zugeordnet.
Dabei tragen die Zapfen 42 jeweils ein Wälzlager 60.
Der Tripodestern 40 weist eine Innenausnehmung auf, in
dessen Innenwandung eine Vielzahl von Splines 44 ausgebildet sind
zum Anschluss einer Verbindungswelle, beispielsweise zu einem Kugelverschiebegelenk.
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Bevorzugt
sind Außengelenk 20 und Wellenschaft 28 einstückig
als Schmiedeteil ausgebildet, wobei die in den Laufbahnausnehmungen 22 ausgebildeten
Laufbahnen 24 nach dem Schmieden des Außengelenks 20 weiteren
Bearbeitungsschritten zur Fertigbearbeitung und Härtung
unterworfen werden.
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2 zeigt
das erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Tripodegelenks 1 gemäß 1 nochmals
in einer teilweise geschnittenen Darstellung, aus der der Aufbau
des Wälzlagers 60, hier insbesondere von dessen
Außenring 64, sowie die Formgebung der Laufbahn 24 der
Laufbahnausnehmung 22 im Außengelenk 20 ersichtlich
werden. Die von den Zapfen 42 des Tripodesterns 40 getragenen Wälzlager 60 weisen
einen Innenring 62 und einen Außenring 64 auf,
zwischen denen eine Vielzahl von zylindrischen Rollen 68 angeordnet
ist. Dabei sind Innenring 62 und Außenring 64 in
Richtung der Drehachse R des Wälzlagers 60 gegeneinander
verschieblich. Wie sich aus der Schnittdarstellung des Wälzlagers 60 in 2 ergibt,
ist der Außenring 64 des Wälzlagers 60 mit
einer umlaufenden Ringnut 66 versehen. In diese greift
ein separat ausgebildetes schienenartiges Führungselement 26 ein,
welches jeweils in eine in der Laufbahn 24 der Laufbahnausnehmung 22 ausgebildete
Aufnahmeausnehmung 25 eingesetzt und bevorzugt dort mechanisch
festgelegt ist. Dabei ist dieses schienenartige Führungselement 26 separates
Bauteil in Form eines Einlegers ausgebildet sein, d. h. separat
vom Außengelenk 20.
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Wie
aus 2 ebenfalls ersichtlich ist, weisen die Zapfen 42 des
Tripodesterns 40 kugelige Oberflächenabschnitte 43 auf.
Zugleich ist die Innenausnehmung des Innenrings 62 teilweise
kugelig ausgebildet, so dass der vom Zapfen 42 getragene Innenring 62 des
Wälzlagers 60 und damit dieses insgesamt eine
Kippbewegung um den Zapfen 42 ausführen kann.
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Im
ersten Ausführungsbeispiel gemäß den 1 bis 4 ist
in den Laufbahnen 24 der Laufbahnausnehmung 22 im
Außengelenk 20 jeweils nur ein schienenartiges
Führungselement 26 ausgebildet, wie im Detail
nochmals aus 3 ersichtlich ist. Zugleich
ist im Außenring 64 der Wälzlager 60 nur eine
umlaufende Ringnut 66 ausgebildet, in die das schienenartige
Führungselement 26 eingreift. Aufgrund der speziellen
Formgebung der Laufbahn 24 sowie der Außenumfangsfläche
des Außenrings 64 des Wälzlagers 60 ergeben
sich beim Abrollen des Wälzlagers 60 auf der Laufbahn 24 mech.
Kontakte nur zwischen dem Außenring 64 und der
Laufbahn 24. Diese sind in 3 mit P
gekennzeichnet. Alle drei Kontaktpunkte P liegen auf dem separat
ausgebildeten schienenartigen Führungselement 26 und weisen
denselben Abstand von der Drehachse R des Wälzlagers 60 auf,
so dass eine reine Abrollbewegung des Wälzlagers 60 auf
der Laufbahn 24 möglich ist. Eine teilweise Gleitbewegung
des Außenrings 64, welche die Laufeigenschaften
des erfindungsgemäßen Tripodegelenks 1 negativ
beeinflussen könnte, wird dadurch vermieden. Die im ersten
Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Tripodegelenks 1 realisierten drei Kontaktpunkte P des
Wälzlageraußenrings 64 mit der Laufbahn 24 sorgen
auch für eine Lagestabilisierung des Wälzlageraußenrings 64 in der
Laufbahn 24 z. B. bei einer Lasteinleitung ins erfindungsgemäße
Tripodegelenk 1, d. h. ein Verkippen der Drehachse R des
Wälzlagers 60 wird hierdurch vermieden. Auf diese
Weise kann sichergestellt werden, dass auch bei einer Lasteinleitung
in das Tripodegelenk 1 ein mechanischer Kontakt zwischen
dem Wälzlager 60 und einer Laufbahnausnehmung 22 nur
im Bereich einer Laufbahn 24 stattfindet. Ein gleitendes
Anlegen des Wälzlageraußenrings 66 an
der gegenüberliegenden Laufbahn 24 kann hierdurch
sicher vermieden werden. Die bei vielen aus dem Stand der Technik
vorbekannten Tripodegelenken auftretende Gleitbewegung des Außenrings
des Wälzlagers an der dem Kraftpfad abgewandten Laufbahn 24 entfällt
daher bei dieser Konstruktion.
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3 kann
weiterhin die spezielle Formgebung des Wälzlagers 60 und
des Zapfens 42 des Tripodesterns 40 entnommen
werden. Insbesondere ist der kugelige Oberflächenabschnitt 43 des
Zapfens 42 des Tripodesterns 40 zu erkennen. Mit
diesem korrespondiert die kugelige Innenausnehmung 63 im Innenring 62 des
Wälzlagers 60, so dass insgesamt eine Kippbewegung
der Drehachse des Wälzlagers 60 auf den Zapfen 42 möglich
wird. Der Außenumfang des Wälzlagerinnenrings 62 sowie
der Innenumfang des Wälzlageraußenrings 64 sind
jeweils als Zylinderfläche ausgestaltet, so dass zwischen
Innenring 62 und Außenring 64 zylindrische
Rollen 68 abrollen können. Dabei werden die Rollen 68 in
Richtung der Drehachse R des Wälzlagers 60 im
Innenring 62 in ihrer Lage fixiert. Hingegen ist die Lage
des Außenrings 64 auf den Rollen 68 im
Wesentlichen nur durch einen Sicherungsvorsprung 65 begrenzt, der
am innen liegenden Ende des Wälzlageraußenrings 64 ausgebildet
ist. Hierdurch ist der Wälzlageraußenring 64 in
Richtung der Drehachse R des Wälzlagers 60 gegen
den Innenring 62 verschieblich. Der Sicherungsvorsprung 65 begrenzt
dabei die Verschiebebewegung des Außenrings 64 auf
dem Innenring 62 und verhindert somit ein Auseinanderfallen
des vom Zapfen 42 getragenen Wälzlagers 60 beispielsweise
bei der Endmontage des erfindungsgemäßen Tripodegelenks 1.
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4 zeigt
nochmals den Aufbau des Außengelenks 20, des Tripodesterns 40 sowie
des Wälzlagers 60 des erfindungsgemäßen
Tripodegelenks 1 gemäß des ersten Ausführungsbeispiels
in einer perspektivischen Darstellung.
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5 zeigt
nun das Außengelenk 20 eines zweiten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Tripodegelenks 1 ebenfalls
in einer perspektivischen Darstellung, wobei aus Gründen
der Übersichtlichkeit darauf verzichtet wurde, den Tripodestern 40 nochmals
im Detail darzustellen. In diesem Ausführungsbeispiel entspricht
der Aufbau des Tripodesterns 40 sowie der Wälzlager 60 im
Wesentlichen demjenigen gemäß des ersten Ausführungsbeispiels.
Das zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich vom ersten
Ausführungsbeispiel im Wesentlichen dadurch, dass auf der
Außenumfangsfläche des Wälzlageraußenrings 64 zwei
umlaufende Ringnuten 66 ausgebildet sind. Zugleich ist
auf der Laufbahn 24 in den Laufbahnausnehmungen 22 des
Außengelenks 20 ein separat ausgebildetes schienenartiges
Führungselement 26 ausgebildet, das vier Führungsflächen
ausbildet und in die zwei umlaufenden Ringnuten 66 im Wälzlageraußenring 64 eingreift.
Dies wird nochmals deutlich aus der Ausschnittvergrößerung
gemäß 6, aus der die schienenartigen
Führungselemente 26 in der Laufbahn 24 der
Laufbahnausnehmung 22 des Außengelenks 20 ersichtlich
sind. Ebenfalls sind die komplementären umlaufenden Ringnuten 66 im
Außenring 64 des Wälzlagers 60 ersichtlich.
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In
allen Ausführungsbeispielen sind die separat ausgebildeten
schienenartigen Führungselemente in komplementäre,
sich in Drehrichtung D des Außengelenks 20 erstreckende
Aufnahmeausnehmungen 25 in der Laufbahn 24 eingelegt
und dort beispielsweise mittels einem oder mehreren Schweißpunkten
mechanisch fixiert. Im in den 5 und 6 dargestellten
zweiten Ausführungsbeispiel sind zwei schienenartige Führungselemente 26 je Laufbahn 24 vorgesehen,
die beispielsweise aus gehärtetem Rundstahl bestehen können.
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In
den vergrößerten Darstellungen der 6 und 7 weisen
die schienenartigen Führungselemente 26 jeweils
teilweise einen kreisbogenförmigen Querschnitt auf. Ebenso
weisen die in den Wälzlageraußenring 64 ausgebildeten
umlaufenden Ringnuten 66 abschnittsweise einen kreisbogenförmigen Querschnitt
auf. Dabei ist der Krümmungsradius des kreisbogenförmigen
Abschnitts des schienenartigen Führungselements 26 maximal
genauso groß wie der Krümmungsradius der umlaufenden
Ringnut 66 im Wälzlageraußenring 64,
bevorzugt aber kleiner als deren Krümmungsradius. Letztere
Ausführung ist in 7 als vergrößerte
Ansicht des zweiten Ausführungsbeispiels gemäß der 5 und 6 dargestellt.
Hierdurch ergibt sich eine minimierte Hertzsche Kontaktspannung
an den Kontaktpunkten P zwischen dem schienenartigen Führungselement 26 und
der Ringnut 66. In den Ausführungsbeispielen gemäß der 5 bis 7 bilden
sich im Bereich jeder umlaufenden Ringnut 66 zwei Kontaktpunkte
P mit jeweils einem in die Ringnut 66 eingreifenden schienenartigen
Führungselement 26 aus, so dass insgesamt zwischen
dem Wälzlageraußenring 64 und der Laufbahn 24 des
Außengelenks 20 jeweils vier Kontaktpunkte P auftreten.
Dabei liegen auch diese Kontaktpunkte P bevorzugt wieder auf einer Geraden,
die parallel zur Drehachse R des Wälzlagers 60 orientiert
ist. In dem vier Kontaktpunkte P vorgesehen werden, wird eine weitere
Stabilisierung des Wälzlageraußenrings 64 gegen
ein Verkippen, beispielsweise bei einer Krafteinleitung in das Tripodegelenk 1,
verhindert, so dass eine reine Abrollbewegung des Wälzlageraußenrings 64 auf
einer Laufbahn 24 einer Laufbahnausnehmung 22 sichergestellt
ist. Dies führt wiederum zu besonders vorteilhaften Laufeigenschaften
des erfindungsgemäßen Tripodegelenks 1.
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In
einer alternativen Ausgestaltung, welche in 8 dargestellt
ist, entspricht der Aufbau des Tripodegelenks 1 im Wesentlichen
dem aus den 5, 6 und 7 ersichtlichen.
Auch hier weisen die als separate Bauteile ausgebildeten schienenartigen Führungselemente 26 abschnittsweise
einen kreisbogenförmigen Querschnitt auf. Hingegen weisen
die im Außenring 64 des Wälzlagers 60 ausgebildeten umlaufenden
Ringnuten 66 keinen abschnittsweise kreisbogenförmigen
Querschnitt auf, vielmehr wird hier eine gotische Formgebung für
die Ringnuten gewählt. Wie bereits erläutert wurde,
sind hierunter zwei gegeneinander geneigte Kugelflächenabschnitte
zu verstehen, die miteinander einen Winkel α einschließen,
der zwischen 45° und 170° liegt, bevorzugt zwischen
90° und 150°.
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- 1
- Tripodegelenk
- 20
- Außengelenk
- 22
- Laufbahnausnehmung
- 24
- Laufbahn
- 25
- Aufnahmeausnehmung
- 26
- schienenartiges
Führungselement
- 27
- Abschnitt
mit kreisbogenförmigem Querschnitt
- 28
- Wellenschaft
- 40
- Tripodestern
- 42
- Zapfen
- 43
- kugeliger
Oberflächenabschnitt
- 44
- Splines
- 60
- Wälzlager
- 62
- Innenring
- 63
- kugelige
Innenausnehmung
- 64
- Außenring
- 65
- Sicherungsvorsprung
- 66
- Ringnut
- 67
- Abschnitt
mit kreisbogenförmigem Querschnitt
- 68
- Rolle
- 69
- erste
Führungsfläche
- 70
- zweite
Führungsfläche
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 4130183
A1 [0004]
- - EP 1253337 A1 [0005]