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Die Erfindung betrifft ein Befestigungselement nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie eine Gasackeinheit nach Anspruch 4.
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Aus der
WO 2007/104 530 A1 ist ein Befestigungselement bekannt, welches insbesondere dafür vorgesehen und geeignet ist, die Oberkante eines Vorhanggassacks mit der Innenstruktur eines Kraftfahrzeuges zu verbinden. Dieses Befestigungselement ist ein Stanz- und Biegeteil aus Blech und weist zwei Paare von Armen auf, welche sich von einer Grundfläche erstrecken. Die Arme des ersten Armpaares und die Paare des zweiten Armpaares stehen sich jeweils gegenüber, so dass die vier Arme eine Art Innenraum umschließen. Die Anne des ersten Armpaares tragen erste Anlageflächen, die Arme des zweiten Armpaares tragen zweite Anlageflächen. Erste und zweite Anlageflächen haben unterschiedliche Abstände von der Grundfläche, so dass das Befestigungselement in eine Durchbrechung in der Fahrzeuginnenstruktur eingerastet werden kann und hierbei ein Abschnitt eines Randbereiches eines Seitengassacks, welcher ebenfalls eine Durchbrechung aufweist, klemmend an der Fahrzeuginnenstruktur halten kann.
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Das Befestigungselement hat zwar sehr gute Halteeigenschaften und ist einfach montier- und demontierbar, nachteilig ist jedoch, dass seine Herstellung aus zwei Gründen relativ aufwendig ist: Zum einen ist seine Form relativ komplex, was zur Folge hat, dass man ein ebenfalls komplexes Folgeverbundwerkzeug zu seiner Herstellung benötigt. Weiterhin ist das Stanzteil, aus welchem das Befestigungselement gebogen wird, aufgrund der zwei Armpaare kreuzförmig, was dazu führt, dass beim Ausstanzen im Verhältnis zum Stanzteil ein relativ großer Anteil an Stanzabfall anfällt.
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Ein gattungsgemäßes Befestigungselement ist aus der
DE 20 2006 007 873 U1 bekannt. Dieses Befestigungselement hat einen W-förmigen Querschnitt mit zwei äußeren und zwei inneren Armen. Die Anlageflächen, mittels denen das Befestigungselement an dem Bauteil, an dem es befestigt ist, anliegt, sind den äußeren Armen zugeordnet.
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Die Druckschriften
DE 20 2006 000 846 U1 und
US 3,024,509 A zeigen Befestigungselemente mit W-förmigen Querschnitten, wobei die ersten Anlageabschnitte den äußeren Armen und die zweiten Anlageschnitte den inneren Armen zugeordnet sind.
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Hiervon ausgehend stellt sich die Erfindung die Aufgabe, ein gattungsgemäßes Befestigungselement dahingehend zu verbessern, dass seine Kippsicherheit verbessert wird.
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Diese Aufgabe wird durch ein Befestigungselement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Das erfindungsgemäße Befestigungselement weist ebenfalls zwei Armpaare auf, diese sind seriell derart angeordnet, dass die ersten Anne die äußeren Schenkel und die zweiten Arme die inneren Schenkel eines Ws bilden.
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Das Befestigungselement wird aus einem länglichen Stanzteil gebogen, wobei die Biegelinien, welche die einzelnen Arme voneinander trennen, sämtlich parallel zueinander liegen. Durch die kompakte Form des Stanzteils erhält man nur sehr wenig Stanzabfall, was die Herstellung rationell und resourcenschonend macht. Dadurch, dass die Biegelinien der Anne parallel zueinander liegen, kann das Werkzeug, welches das Befestigungselement aus dem Stanzteil formt, relativ einfach aufgebaut sein.
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Das Befestigungselement weist weiterhin erste und zweite Anlageabschnitte auf, so dass das Befestigungselement in eine Durchbrechung der Innenstruktur eines Kraftfahrzeuges eingerastet werden kann, wie dies auch beim oben beschriebenen gattungsgemäßen Befestigungselement der Fall ist. Hierbei sind die ersten Anlageabschnitte verbreiterte Endabschnitte des Stanzteils und die zweiten Anlageabschnitte sind aus den Rändern der ersten Anne aus den Ebenen der Arme herausgebogene Laschen, wozu das Stanzteil Einschnitte im Übergangsbereich zwischen den ersten Armen und den ersten Anlageabschnitten aufweist. Die Befestigung des Gassacks geschieht jedoch bevorzugt dadurch, dass sich ein Randbereich einer Durchbrechung, einer Lasche, einer Schlaufe oder dergleichen durch die durch die beiden inneren Schenkel gebildete Öse erstreckt, so dass eine Gassackeinheit gebildet ist, wie sie in Anspruch 4 angegeben ist. Dies hat den weiteren großen Vorteil, dass das Befestigungselement mit hoher Sicherheit gegen ein Verlieren am noch nicht im Fahrzeug montierten Gassack vormontiert werden kann. Die Verliersicherheit kann durch ein Befestigungselement mit den weiteren Merkmalen des Anspruchs 3 noch verbessert werden.
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Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Befestigungselementes ist, dass es auch der Befestigung eines Spannbandes dadurch dienen kann, dass ein Endabschnitt eines Spannbandes geführt durch die durch beiden inneren Schenkel gebildete Öse geführt und somit mit der Innenstruktur eines Kraftfahrzeuges verbunden werden kann.
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Ein dritter Vorteil ist, dass das erfindungsgemäße Befestigungsteil in der Regel auch ohne Zuhilfenahme eines Spezialwerkzeugs demontiert werden kann.
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Weitere Vorteile ergeben sich aus den weiteren den Unteransprüchen sowie aus dem nun mit Bezug auf die Figuren näher dargestellten Ausführungsbeispiel. Hierbei zeigen:
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1 Eine dreidimensionale Darstellung eines erfindungsgemäßen Befestigungselementes,
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2 ein Stanzteil aus dem das Befestigungselement aus 1 gebogen werden kann,
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3 einen oberen Bereich eines Vorhanggassacks,
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4 das in 4 Gezeigte nach Anordnung eines Befestigungselements am Vorhanggassack,
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5 einen Schnitt entlang der Linie A-A in 4, nachdem der Vorhanggassack mittels des Befestigungselements an einer Fahrzeuginnenstruktur befestigt wurde.
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6 einen Querschnitt durch ein Befestigungselement entsprechend 5, wobei es der Befestigung eines Spannbandes an der Fahrzeuginnenstruktur eines Kraftfahrzeuges dient.
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Die 1 zeigt eine dreidimensionale Ansicht eines Befestigungselementes 5. Dieses Befestigungselement 5 ist einstückig aus einem Stanzteil aus einem Metallblech – vorzugsweise aus Stahl – hergestellt und weist folgende Abschnitte auf:
Das Befestigungselement 5 weist zwei erste Arme 10a, 10b und zwei zweite Arme 20a, 20b auf, wobei die Arme jeweils flächig und eben sind und wobei die Flächennormalen aller Arme parallel zueinander sind. Die vier Arme 10a, 10b, 20a, 20b sind seriell hintereinander angeordnet und das Befestigungselement 5 ist in dem Übergangsbereich zwischen den einzelnen Armen so gebogen, dass sich ein W-förmiger Querschnitt derart ergibt, dass die beiden ersten Arme 10a, 10b die äußeren Schenkel des Ws und die zweiten Anne 20a, 20b die inneren Schenkel des W bilden. Des heißt. dass der erste zweite Arm 20a mit dem ersten ersten Arm 10a und mit dem zweiten zweiten Arm 20b und der zweite zweite Arm 20b mit dem ersten zweiten Arm 20a und mit dem zweiten ersten Arm 10b verbunden ist. Durch die W-Form schließen die beiden zweiten Arme 20a, 20b eine Öse O ein.
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Von dem Enden der ersten Arme 10a, 10b erstrecken sich die ersten Anlageabschnitte 12a, 12b, welche etwas breiter als die Arme ausgebildet sind. In den Übergangsbereichen zwischen ersten Armen und ersten Anlageabschnitten weist der umlaufende Rand des Befestigungselements schräge Abschnitte 7 auf. Die ersten Anlageabschnitte 12a, 12b können jeweils in der gleichen Ebene wie ihr erster Arm 10a, 10b liegen, oder sie können gegen diese Ebene verschwenkt sein.
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Weiterhin erstreckt sich von jedem ersten Arm 10a, 10b ein zweiter Anlageabschnitt 14a, 14b, 14c, 14d, welcher in Form einer Lasche ausgebildet ist, die aus der Ebene des jeweiligen ersten Armes 10a, 10b herausgebogen ist.
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Aufgrund der gewählten Formgebung können die Arme 10a, 10b in den gezeigten Pfeilrichtungen elastisch nach innen geschwenkt werden, so dass das Befestigungselement in eine Durchbrechung in passender Große gerastet werden kann und der Rand dieser Durchbrechung zwischen den ersten Anlageabschnitten 12a, 12b und den zweiten Anlageabschnitten 14a–d gehalten wird. Somit erfolgt die Klemmung über die gesamte Breite des Befestigungselements, was einer Verkippung in der Durchbrechung entgegenwirkt.
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Die 2 zeigt ein Stanzteil 30, aus welchem ein Befestigungselement, wie es in 1 gezeigt ist, gebogen wird. Das Stanzteil ist länglich und nahezu rechteckig ausgebildet. Die Endabschnitte 32a, 32b, welche beim fertigen Befestigungselement 5 die ersten Anlageabschnitte 12a, 12b bilden, sind etwas breiter als der sich zwischen den Endabschnitten erstreckende Mittelabschnitt 34, so dass das Stanzteil eine Art „Hundeknochen”-Form aufweist. Ein solches Stanzteil 30 kann aus einem Metallband mit nur geringem Stanzabfall gestanzt werden.
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Zwischen den beiden eben erwähnten Endabschnitten 32a. 32b erstreckt sich der Mittelabschnitt 34, welcher wiederum vier Teilabschnitte nämlich den ersten Teilabschnitt 35, den zweiten Teilabschnitt 36, den dritten Teilabschnitt 37 und den vierten Teilabschnitt 38 aufweist, welche durch die drei Biegelinien 53, 54 und 55 voneinander getrennt sind. Diese Biegelinien sind beim Stanzteil 30 natürlich nicht körperlich vorhanden, sondern zeigen nur an, wo das Werkzeug – in der Regel ein Folgeverbundwerkzeug – das Stanzteil 30 biegt, um aus ihm ein Befestigungselement 5 zu machen. Die beiden Biegelinien 51, 52 sind optional und werden dann vorgesehen, wenn die beiden ersten Anlageabschnitte 12a, 12b, welche aus den beiden Endabschnitten 32a, 32b entstehen, gegen die ersten Arme 10a, 10b geneigt werden sollen. Aus dem ersten Teilabschnitt 35 entsteht der erste erste Arm 10a, aus dem zweiten Teilabschnitt 36 entsteht der erste zweite Arm 20a, aus dem dritten Teilabschnitt 37 entsteht der zweite zweite Arm 20b und dem vierten Teilabschnitt 38 entsteht der zweite erste Arm 10b. Alle bisher genannten Biegelinien liegen parallel zueinander, wodurch das benötigte Werkzeug relativ einfach wird.
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Die zweiten Anlageabschnitte 14a, 14b werden durch Laschen 46a–46d im ersten und vierten Teilabschnitt 34, 38 gebildet. Hierzu weisen diese beiden Teilabschnitte jeweils zwei Einschnitte 44a, 44b, 44c, 44d auf und die Laschen werden entlang der Laschen-Biegelinien 46a, 46b, 46c und 46d um ca. 90 Grad aus der Ebene des ersten Teilabschnittes 35 (erster erster Arm 10a), und des vierten Teilabschnittes 38 (zweiter erster Arm 10b) herausgebogen. Die Einschnitte 44a, 44b, 44c, 44d stehen schräg zu ihrer jeweiligen Außenkante, wodurch beim fertigen Befestigungselement die schrägen Abschnitte 7 entstehen.
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Im gezeigten bevorzugten Ausführungsbeispiel ist im zweiten und dritten Teilabschnitt 36, 37 weiterhin jeweils eine U-förmige Stanzlinie 56a, 56b vorgesehen. Diese U-förmigen Stanzlinien 56a, 56b umschließen jeweils eine Sicherungslasche 58a, 58b, welche aufeinander zu zeigen. Im fertigen Befestigungselement 5 sind die Sicherungslaschen nach innen gebogen, so dass sie, wie man später mit Bezug auf 5 sehen wird, eine Art Reuse bilden. Die Sicherungslaschen 58a, 58b sind in der Darstellung der 1 nicht zu sehen.
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Man sieht, dass die Geometrie sehr einfach ist, was die Werkzeugkosten entsprechend günstig beeinflusst.
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Die 3 zeigt einen Ausschnitt eines oberen Bereiches eines Vorhanggassackes 65. Im Bereich der Oberkante 65a sind mehrere Befestigungslöcher vorgesehen, welche der Befestigung des Vorhanggassackes 65 an einer Fahrzeuginnenstruktur dienen. Im gezeigten Ausschnitt befindet sich ein solches Befestigungsloch 66. Das Befestigungsloch 66 ist durch einen Steg 66a von der Oberkante 65a getrennt.
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Die 4 zeigt das in 3 Gezeigte, nachdem ein Befestigungselement 5 am Vorhanggassack 65 angeordnet wurde. Bei der Anordnung des Befestigungselements 5 am Vorhanggassack 65 wird des Befestigungselement 5 auf den Steg 66a aufgesteckt, so dass dieser sich durch die Öse O erstreckt. Durch diese Anordnung kann das Befestigungselement auf dem Weg zur Endmontage am Kraftfahrzeug praktisch nicht verloren werden, insbesondere dann nicht, wenn Sicherungslaschen 58a, 58b am Befestigungselement angeformt sind.
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Die 5 zeigt einen Schnitt entlang der Linie A-A in 4, nachdem das Befestigungselement in einer Durchbrechung in einer Fahrzeuginnenstruktur eingeclipst wurde. Hierbei befindet sich der Rand der Durchbrechung zwischen den ersten Anlageabschnitten 12a, 12b – nämlich den schrägen Abschnitten 7 – und den zweiten Anlageabschnitten 14a–14d. Die Befestigung des Vorhanggassackes 65 mit der Fahrzeuginnenstruktur wird dadurch erreicht, dass das das Befestigungselement 5 fest mit der Fahrzeuginnenstruktur verbunden ist und sich ein Abschnitt des Randbereiches des Befestigungsloches 66 des Vorhanggassackes, nämlich der Steg 66a durch die Öse O des Befestigungselementes erstreckt. Es ist klar, dass der sich durch die Öse erstreckende Abschnitt auch zu einer vom Randbereich des Vorhanggassack abstehenden Befestigungslasche oder zu einer Befestigungsschlaufe gehören könnte.
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Man entnimmt der 5 weiterhin die Funktionsweise der sich nach innen srstreckenden und einander berührenden Sicherungslaschen 58a, 58b, die eine Reuse bilden. Der Steg 66a kann in die Öse hinein- aber nicht mehr aus dieser herausgelangen, auch dann nicht, wenn der Vorhanggassack noch nicht an der Fahrzeuginnenstruktur befestigt ist.
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Die 6 zeigt ein zweites Anwendungsbeispiel, hier dient das Befestigungselement 5 dazu, ein Spannband 68 mit einer Fahrzeuginnenstruktur 60 verbinden, wobei auch hier die Fahrzeuginnenstruktur eine Durchbrechung 62 aufweist. in welche das Befestigungselement 5 wie oben dargestellt eingeclipst ist. Das Spannband 68 wird hier durch die durch die beiden zweiten Arme 20a, 20b gebildete Öse O geschlauft.
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Zur Demontage werden die Anlageabschnitte 12a, 12b wie mit den Pfeilen angedeutet nach innen gedrückt, wozu man in der Regel kein spezielles Werkzeug benötigt.
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Die Befestigung von Vorhanggassäcken oder von Spannbändern von Vorhanggassäcken ist das wichtigste Anwendungsgebiet der Erfindung, sie ist jedoch hierauf nicht beschränkt. Insbesondere können die erfindungsgemäßen Befestigungselemente auch zur Befestigung von anderen Gassäcken dienen.
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Bezugszeichenliste
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- 5
- Befestigungselement
- 7
- schräger Abschnitt
- 10a, 10b
- erster Arm
- 12a, 12b
- erster Anlageabschnitt
- 14a–14d
- zweiter Anlageabschnitt
- 20a, 20b
- zweiter Arm
- 30
- Stanzteil
- 32a, 32b
- Endabschnitt
- 34
- Mittelabschnitt
- 35
- erster Teilabschnitt
- 36
- zweiter Teilabschnitt
- 37
- dritter Teilabschnitt
- 38
- vierter Teilabschnitt
- 40a–d
- Lasche
- 44a–d
- Einschnitt
- 46a–d
- Laschen-Biegelinie
- 51
- erste Biegelinie
- 52
- zweite Biegelinie
- 53
- dritte Biegelinie
- 54
- vierte Biegelinie
- 55
- fünfte Biegelinie
- 56a, 56b
- U-förmige Stanzlinie
- 58a, 58b
- Sicherungslasche
- 60
- Fahrzeuginnenstruktur
- 62
- Durchbrechung
- 65
- Vorhanggassack
- 65a
- Oberkante
- 66
- Befestigungsloch
- 66a
- oberer Steg
- 68
- Spannband
- O
- Öse