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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regeneration eines im Abgasstrang einer Brennkraftmaschine angeordneten Partikelfilters nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Regeneration eines im Abgasstrang einer Brennkraftmaschine angeordneten Partikelfilters nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
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Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regeneration von Partikelfiltern bei mit Luftüberschuss betriebenen Brennkraftmaschinen, wie beispielsweise Dieselmotoren oder Benzinmotoren mit Direkteinspritzung, wie sie in Nutzfahrzeugen oder Kraftfahrzeugen zum Einsatz gelangen.
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Zur Minimierung der Feinstoffpartikel werden in Fahrzeugen regelmäßig sogenannte Partikelabscheider oder Partikelfilter eingesetzt. Eine Partikelabscheider-Anordnung in Fahrzeugen ist beispielsweise aus der
EP 1 072 765 A2 bekannt. Derartige Partikelabscheider unterscheiden sich von den Partikelfiltern dadurch, dass der Abgasstrom entlang der Abscheidestrukturen geführt wird, während bei Partikelfiltern das Abgas durch das Filtermedium hindurchströmen muss. In Folge dieses konstruktiven Unterschiedes neigen Partikelfilter zur Verstopfung, was den Abgasgegendruck erhöht, das heißt eine unerwünschte Druckerhöhung am Abgasausgang einer Brennkraftmaschine hervorruft, was wiederum die Motorleistung mindert und einen erhöhten Kraftstoffverbrauch der Brennkraftmaschine zur Folge hat. Ein Beispiel für eine derartige Partikelfilter-Anordnung ist aus der
EP 0 341 832 A2 bekannt.
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Bei beiden vorstehend beschriebenen Anordnungen oxidiert jeweils ein stromauf des Partikelabscheiders bzw. des Partikelfilters angeordneter Oxidationskatalysator das Stickstoffmonoxid (NO) im Abgas mit Hilfe des ebenfalls enthaltenen Restsauerstoffes (O2) zu Stickstoffdioxid (NO2), und zwar gemäß folgender Gleichung: 2 NO + O2 <-> 2 NO2
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Das NO2 setzt sich im Partikelfilter zur Regeneration desselben mit den kohlenstoffhaltigen Feststoffpartikeln zu CO, CO2, N2 und NO um. Mit Hilfe des starken Oxidationsmittels NO2 kann somit eine kontinuierliche Entfernung der angelagerten Feinstoffpartikel erfolgen (passive Regeneration). Allerdings weist diese Vorrichtung und Verfahrensführung den Nachteil auf, dass hier eine große Menge an toxischem NO2 im Abgastrakt gebildet bzw. vorhanden ist.
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Um ein Austreten von NO2 in die Umwelt zu vermeiden, ist daher darauf zu achten, dass der Bereich zwischen den NO-Oxidationskatalysatoren und den Partikelfiltern ausreichend dicht ausgeführt ist. Neben dem NO2 wird bei dieser Verfahrensführung an den platinhaltigen NO-Oxidationskatalysatoren aber auch SO3 aus im Kraftstoff- und/oder Motorenöl enthaltenem Schwefel gebildet. Dieses SO3 und das NO2 kondensieren an kalten Stellen im Abgastrakt zu hochkorrosiver Schwefel- bzw. Salpetersäure, so dass die Abgasanlage bis zu den Partikelfiltern in Edelstahl ausgeführt werden muss, um eine Korrosion zuverlässig zu vermeiden.
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Des Weiteren ist es bekannt, eine Partikelfilterregeneration durch aktive Anhebung der Abgastemperatur durchzuführen. Hierzu beschreibt beispielsweise die
DE 10 2005 055 240 A1 einen Aufbau, bei dem in einem Hauptabgasstrang in Strömungsrichtung des Abgases gesehen ein Katalysator zur Oxidation von Kohlenwasserstoffen (HC-Oxidationskatalysator), ein Dieselpartikelfilter und anschließend ein SCR-Katalysator zur Reduktion der Stickoxidemissionen angeordnet ist. Ferner ist ein Nebenabgasstrang vorgesehen, der stromauf des HC-Oxidationskatalysators vom Hauptabgasstrang abgezweigt ist und der nach dem Dieselpartikelfilter wieder in den Hauptabgasstrang einmündet. Im Nebenabgasstrang ist eine Drossel zur Regulierung des abzuzweigenden Abgasstroms, ein Oxidationskatalysator und stromab des Oxidationskatalysators ein Partikelabscheider vorgesehen. Bei einem derartigen Aufbau ist im Normalbetrieb die Drosselklappe geschlossen, so dass der gesamte Abgasstrom durch den Hauptabgasstrang strömt und in diesem gereinigt wird. Während einer Regenerationsphase des Dieselpartikelfilters des Hauptabgasstrangs wird jedoch die Drosselklappe geöffnet, um einen Teil des Abgasstroms durch den Nebenabgasstrang an dem Dieselpartikelfilter vorbei zu leiten und die Abgasströme durch den Hauptabgasstrang und den Nebenabgasstrang an einem Mischpunkt stromauf des SCR-Katalysators wieder zusammenzuführen.
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Durch diese Betriebsweise wird der Abgasmassenstrom durch den Dieselpartikelfilter während dessen Regenerationsphase verringert, so dass nur die Temperatur einer geringeren Abgasmenge angehoben werden muss und der Dieselpartikelfilter mit einer geringeren Energiezufuhr regeneriert werden kann. Zusätzlich soll durch die Aufteilung des Abgasmassenstroms und die nachfolgende Mischung des eine hohe Temperatur aufweisenden Abgasstroms des Hauptabgasstrangs und des eine niedrige Temperatur aufweisenden Abgasstroms des Nebenabgasstrangs am Mischpunkt die Temperatur des Abgasstroms durch den SCR-Katalysator wiederum reduziert werden können. Durch den Partikelabscheider im Nebenabgasstrang soll zudem verhindert werden, dass ein Abgasstrom ohne Rußpartikelabscheidung aus dem Abgasstrang austreten kann.
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Die Zugabe der Kohlenwasserstoffe (HC) zu den Oxidationskatalysatoren erfolgt durch eine, diesen unmittelbar vorgeschaltete Injektionsvorrichtung. Da die Oxidationskatalysatoren bei einem derartigen Aufbau auch im Nicht-Regenerationsbetrieb NO zu NO2 oxidieren, findet auch im Nicht-Regenerationsbetrieb eine, wenngleich auch geringe passive Filterregeneration mit Hilfe von NO2 statt. Das heißt, dass es bei einem derartigen Aufbau auch im Nicht-Regenerationsbetrieb zu einer Bildung von NO2 kommt, das dann in der Regel unverbraucht emittiert wird. Aufgrund der Toxizität des NO2 ist dies jedoch unpraktikabel und unerwünscht.
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Ersichtlich ist ein derartiger Aufbau relativ bauteilintensiv und zudem wenig kompakt, so dass sich ein insgesamt großes Bauvolumen ergibt.
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Die
US 4 485 621 A offenbart ein Verfahren zum Entfernen von Partikeln aus Verbrennungsabgasen in einem System, das eine erste Gasleitung einschließt, die mit einem Motorauspuffrohr verbunden ist und die mit einer Einfangkammer in Verbindung steht, die Mittel zum Filtern oder Einfangen von im Abgas vorhandenen Partikeln enthält. Eine zweite Gasleitung ist mit der ersten Gasleitung an einer Stelle stromaufwärts der Abscheidekammer verbunden und führt zu einer Regenerationskammer, die ein elektrisch leitendes Substrat enthält, das einen Oxidationskatalysator trägt. Eine dritte Gasleitung führt das heiße Gas aus der Regenerationskammer und verbindet sich mit der ersten Gasleitung an einer Stelle, die ebenfalls stromaufwärts der Einfangkammer liegt. Das elektrisch leitende Substratmaterial in der Regenerationskammer ist Teil eines elektrischen Stromkreises und wird durch den hindurchfließenden Strom erhitzt. Es sind Mittel zum Einspritzen eines brennbaren Kraftstoffs in die Regenerationskammer vorgesehen, wobei das Kraftstoff-Abgas-Gemisch darin effektiv erhitzt und verbrannt wird und das erhitzte Gas dann in die Auffangkammer gelangt, um die darin gesammelten Partikel zu verbrennen. Es sind Ventilmittel vorgesehen, um den Abgasstrom selektiv in die Auffangkammer und die Regenerationskammer zu leiten.
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Die
DE 602 00 823 T2 offenbart ein System zum Unterstützen der Regeneration eines in einer Kraftfahrzeug-Dieselmotor-Auspuff-Linie angeordneten katalytischen Partikel-Filters, wobei dieser Filter in Flussrichtung hinter einem Oxidations-Katalysator am Ausgang des Motors angeordnet ist, und wobei es einen Gas-Abzweig-Kreis parallel zu den Anschlüssen des Katalysators aufweist. Der Gas-Abzweig-Kreis ist mit Vorrichtungen zum Steuern der Zirkulation von Gasen in diesem und in dem Katalysator ausgestattet, um bei Auslösen der Regeneration des Partikel-Filters einen Teil der mit unverbrannten Kohlenwasserstoffen beladenen Gase in den Partikel-Filter abzuleiten, ohne dass sie den Katalysator durchlaufen, um die Regeneration des Partikel-Filters zu beschleunigen.
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Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regeneration eines im Abgasstrang einer Brennkraftmaschine angeordneten Partikelfilters zur Verfügung zu stellen, mittels dem bzw. mittels der auf baulich einfache Weise eine funktionssichere und zuverlässige Partikelfilter-Regeneration, insbesondere unter Minimierung der NO2- und/oder der SO3-Emissionen, möglich wird.
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Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Bezüglich der Vorrichtung wird diese Aufgabe gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs 7. Vorteilhafte Ausgestaltungen hierzu sind jeweils Gegenstand der darauf rückbezogenen Unteransprüche.
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Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass der dem wenigstens einen Partikelfilter zugeführte Abgasstrom ein Rohabgasstrom der Brennkraftmaschine ist, dem während eines Regenerationsbetriebes stromauf des Partikelfilters ein gegenüber diesem Rohabgasstrom eine vorgegebene höhere Temperatur aufweisender heißer Abgasstrom beigemischt wird und zwar gesteuert mittels einer eine Drossel- und/oder Absperreinrichtung entsprechend vorgegebener Regenerationsparameter ansteuernden Steuer- und/oder Regeleinrichtung. Der Rohabgasstrom wird dabei in einer Rohabgasleitung geführt, dem stromauf des Partikelfilters mittels einer weiteren Abgasleitung, die hier als Zuführleitung bezeichnet wird, der heiße Abgasstrom zugeführt wird.
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Unter einem Rohabgasstrom wird dabei im Sinne der vorliegenden Erfindung insbesondere ein Abgasstrom verstanden, der stromauf des Partikelfilters keinen NO-Oxidationskatalysator durchströmt und somit ein mit Rußpartikeln beladener, im Wesentlichen NO2-freier bzw. lediglich eine geringe Menge an NO2 aus der Verbrennung aufweisender Abgasstrom ist.
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Der zu erhitzende Abgasstrom wird stromauf des wenigstens einen Partikelfilters an einer Abzweigstelle von dem Rohabgasstrom abgezweigt, wobei dieser abgezweigte Abgasstrom dann mittels einer Heizeinrichtung, bevorzugt mittels wenigstens eines Heizkörperkatalysators, erhitzt und dem Rohabgasstrom mittels der Zuführleitung stromab der Abzweigstelle und stromauf des wenigstens einen Partikelfilters an einer Mündungsstelle als erhitzter Abgasstrom wieder zugeführt wird.
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Mit einer derartigen erfindungsgemäßen Lösung lässt sich eine funktionssichere und zuverlässige Partikelfilterregeneration unter Minimierung der NO2- und/oder der SO3-Emissionen ohne den Einsatz von dem wenigstens einen Partikelfilter vorgeschalteten NO-Oxidationskatalysatoren bewerkstelligen. Dies geschieht insbesondere dadurch, dass die im Nichtregenerationsbetrieb über die Zuführleitung abgezweigte Abgasmenge auf einen vorgegebenen Wert minimiert wird, insbesondere auch jeglicher Abgasstrom über die Zuführleitung im Wesentlichen verhindert wird. Dadurch wird eine Bildung von NO2 und SO3 durch Oxidation von NO und SO2 an der bevorzugt als HC-Oxidationskatalysator ausgebildeten Heizeinrichtung vermieden bzw. verringert.
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Für die Regenerationsphase des Partikelfilters kann andererseits die über die Zuführleitung abgezweigte bzw. geleitete Abgasmenge durch Freigabe bzw. Öffnen der wenigstens einen Drossel- und/oder Absperreinrichtung auf einen vorgegebenen Mengenwert erhöht werden und können dann die Kohlenwasserstoffe dosiert zugegeben werden. In dieser Regenerationsphase ist keine Bildung von NO2 und SO3 zu erwarten, da einerseits deren katalytische Bildung unter der Anwesenheit von Kohlenwasserstoffen unterdrückt wird und andererseits die thermodynamischen NO/NO2- und SO2/SO3-Gleichgewichte bei den während der Regeneration an der bevorzugt als HC-Oxidationskatalysator ausgebildeten Heizeinrichtung auftretenden Temperaturen von zum Beispiel über 700°C auf der Seite von NO und SO2 liegen, das heißt, dass die Bildung von NO2 und SO3 dann in diesem Fall rein thermodynamisch begrenzt bzw. verhindert wird. Durch die exotherme Reaktion bzw. Oxidation der bevorzugt Kohlenwasserstoffe gelingt im Anschluss eine effektive und optimale thermische Regeneration der am nachgeschalteten Partikelfilter abgeschiedenen kohlenstoffhaltigen Rußpartikel.
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Wie bereits zuvor dargelegt, wird somit bei der vorliegenden Erfindungsidee der heiße Abgasstrom bevorzugt mittels wenigstens eines Heizkatalysators erzeugt, der in der Zuführleitung angeordnet ist. Dieser Heizkatalysator ist bevorzugt als Oxidationskatalysator ausgebildet, insbesondere als HC-Oxidationskatalysator. Diesem Oxidationskatalysator werden stromauf desselben Kohlenwasserstoffe zugeführt. Bei den zugeführten Kohlenwasserstoffen handelt es sich vorzugsweise um Kraftstoff aus dem Kraftstoffsystem des Fahrzeugs, der mittels der Zudosiereinrichtung, beispielsweise über eine Düse oder dergleichen, feinstverteilt bzw. zerstäubt in die Zuführleitung stromauf des Heiz- bzw. Oxidationskatalysators zu vorgegebenen Zeiten in einer vorgegebenen Menge zugedüst wird. Ein derartiger Heiz- bzw. Oxidationskatalysator weist bevorzugt eine solche Aktivkomponente auf, die mit vorgegebenen Bestandteilen eines Abgasstroms, das heißt im vorliegenden Beispielfall mit den Kohlenwasserstoffen, durch exotherme Reaktion einen erhitzten Abgasstrom erzeugt. Besonders geeignet sind für einen HC-Oxidationskatalysator die Elemente der Platinmetallgruppe und/oder Vanadium und/oder Wolfram und/oder Cer als Aktivkomponente. Diese Aktivkomponenten können sowohl einzeln als auch in Kombination untereinander eingesetzt bzw. verwendet werden.
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Konkret steuert die Steuer- und/oder Regeleinrichtung eine Drossel- und/oder Absperreinrichtung an, die zum Beispiel durch wenigstens eine Drossel- und/oder Absperrklappe oder ein Drossel- und/oder Absperrventil gebildet ist. Derartige Klappen- oder Ventilelemente sind einfach und funktionssicher anzusteuern und zu bedienen. Diese ist im Rohabgasstrom nach der Abzweigstelle und vor der Mündungsstelle (bzw. optional im abgezweigten Abgasstrom stromauf des Heizkatalysators) angeordnet.
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Zum Zünden der zudosierten Kohlenwasserstoffe wird der zu erhitzende Abgasstrom über die bevorzugt als HC-Oxidationskatalysator ausgebildete Heizeinrichtung geführt, wodurch der Abgasstrom erhitzt wird. Die dadurch zu erzielende Heizleistung ist allerdings durch die vorhandene Sauerstoffmenge limitiert. Denn für den Fall, dass durch die Zugabe von zu großen Mengen an Kohlenwasserstoffen der Lambdawert den Wert 1 erreichen sollte, ist keine Oxidation der Kohlenwasserstoffe mehr möglich. Um dies zu vermeiden, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dem zu erhitzenden Abgasstrom, nach Erreichen einer bestimmten vorgegebenen Temperatur und/oder Unterschreiten bzw. Erreichen eines bestimmten vorgegebenen Lambda- bzw. Sauerstoffwerts, Frischluft zuzuführen. Diese erfindungsgemäße Frischluftzuführung bewirkt ein Anheben des Lambdawertes und damit auch eine Anhebung der maximal möglichen Heizleistung. Die Frischluft kann dabei generell ladeluftseitig abgezweigt werden, konkret zum Beispiel auch stromab einer Einmündung einer Abgasrückführleitung in eine Ladeluftleitung.
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Durch die Zugabe von zum Beispiel Kohlenwasserstoffen bzw. in dessen Folge, durch deren Oxidation am HC-Oxidationskatalysator, kann der Restsauerstoffgehalt somit im zu erhitzenden bzw. erhitzten Abgasstrom sehr stark abnehmen, so dass gegebenenfalls keine vollständige Oxidation der Kohlenwasserstoffe mehr gelingt. Um dies zu verhindern, kann der Rohabgasstrom alternativ oder zusätzlich stromab der Abzweigstelle, aber stromauf der Mündungsstelle, zum Beispiel gedrosselt werden, wodurch dann wieder mehr Abgas und damit mehr Sauerstoff über die Zuführleitung geleitet wird. Dazu kann im Bereich der Zuführleitung stromab und/oder stromauf des Heizkatalysators wenigstens ein Sauerstoffsensor vorgesehen sein, mittels dem die Sauerstoffkonzentration im Abgasstrom erfasst werden kann. Ebenso kann dort aber auch wenigstens ein Temperatursensor vorgesehen sein.
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Der Heizkatalysator kann grundsätzlich auch außerhalb des Abgasstrangs angeordnet sein, was gegebenenfalls jedoch zu einer raschen Auskühlung dieses Heizkatalysators führen kann. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist daher vorgesehen, den Heizkatalysator so im Abgasstrang anzuordnen, dass dieser von wenigstens einem Abgasstrom, insbesondere vom Rohabgasstrom, wenigstens bereichsweise umströmt wird. In diesem Fall sind dann die über die Rohabgasleitung und die Zuführleitung geführten Abgasströme strömungstechnisch entkoppelt.
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Um zum Beispiel im Falle von Kohlenwasserstoffen als Oxidationsmittel hohe Kohlenwasserstoffkonzentrationen stromab des Partikelfilters zu vermeiden, kann dieser mit einem Katalysator zur Oxidation von Kohlenwasserstoffen versehen werden. Auch ein stromab und/oder stromauf des Partikelfilters, nach der Mündungsstelle, angebrachter Katalysator mit Kohlenwasserstoffoxidationsaktivität ist denkbar. Um unnötig hohe NO2- und SO3-Emissionen zu vermeiden, ist die Beladung dieser zusätzlichen Katalysatoren mit Aktivkomponenten und/oder deren Volumen, im Vergleich zu dem wenigstens einen in der Zuführleitung angeordneten Heizkatalysator geringer.
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Das gesamte System kann mit weiteren Katalysatoren zur NOX-Reduktion, wie beispielsweise NOX-Speicherkatalysatoren und/oder SCR-Katalysatoren, kombiniert werden, die bevorzugt stromab des Partikelfilters im Abgasstrang vorgesehen bzw. angeordnet sein können. Für die NOX-Speicherkatalysatoren werden Platin und/oder Barium und/oder Calcium als Aktivkomponenten bevorzugt. Demgegenüber ist für die SCR-Katalysatoren der Einsatz von wolframoxidstabilisiertem Vanadiumpentoxid auf Titandioxidbasis oder Eisen-Zeolithe oder Kupfer-Zeolithe oder Kobalt-Zeolithe sinnvoll.
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Grundsätzlich kann die Aktivität sämtlicher Katalysatoren durch den Einsatz von Zeolithen erhöht werden.
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Grundsätzlich kann der wenigstens eine bevorzugt als HC-Oxidationskatalysator ausgebildete Heizkatalysator auch zusätzlich mit einer NO-Oxidationsaktivität versehen sein, wodurch die NO2-Anteile im Nicht-Regenerationsbetrieb angehoben werden, so dass in vorgegebenen Grenzen zusätzlich eine grundsätzliche Regenerationsmöglichkeit des Partikelfilters mit Hilfe von NO2 ermöglicht wird. Die hier gegebenenfalls gebildeten NO2-Mengen sind jedoch deutlich geringer als dies beim Einsatz von dem Partikelfilter vorgeschalteten NO-Oxidationskatalysatoren der Fall wäre. Allerdings ist dann in diesem Zusammenhang weiter darauf zu achten, dass der HC-Oxidationskatalysator thermisch stabil ausgeführt sein muss. Dies hat wiederum üblicherweise eine geringere NO-Oxidationsaktivität im Vergleich zu reinen NO-Oxidationskatalysatoren zur Folge, so dass auch aus diesem Grunde die NO-Menge reduziert bleibt.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert.
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Es zeigen:
- 1 schematisch eine erste erfindungsgemäße Ausführungsform
- 2 schematisch eine zur 1 alternative Ausführungsform mit innerhalb des Abgasstromes angeordnetem HC-Oxidationskatalysator, und
- 3 schematisch eine vergrößerte Detailansicht des sich verzweigenden Rohrleitungsabschnittes.
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In der 1 ist schematisch und lediglich beispielhaft eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Regenerationsvorrichtung 1 für einen im Abgasstrang 2 einer hier nicht dargestellten Brennkraftmaschine angeordneten Partikelfilter 3 gezeigt.
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Konkret weist der Abgasstrang 2 hier eine Rohabgasleitung 21 mit einem ersten Leitungsabschnitt 4 auf, von dem stromauf des Partikelfilters 3 eine Zuführleitung 5 an einer Abzweigstelle 6 abzweigt, wobei diese Zuführleitung 5 ebenfalls wiederum stromauf des Partikelfilters 3 an einer Mündungsstelle 7 mit dem stromab der Abzweigstelle 6 weitergeführten Leitungsabschnitt 4' zusammengeführt wird, um den Leistungsabschnitt 4'' auszubilden.
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In der Zuführleitung 5 ist ein HC-Oxidationskatalysator 8 angeordnet.
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Ferner umfasst die Regenerationsvorrichtung 1 eine Zudosiervorrichtung 9 für Kraftstoff, die, wie dies äußerst schematisch dargestellt ist, mit einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung 10 gekoppelt ist. Die Zudosiervorrichtung 9 weist eine in die in der Art einer Bypassleitung ausgeführte, in die Zuführleitung 5 einragende Einspritzdüse 11 auf, über die der Kraftstoff 12 gesteuert bzw. geregelt mit der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 10 zu vorgegebenen Zeiten in vorgegebenen Mengen in die Zuführleitung 5 stromauf des HC-Oxidationskatalysators 8 eingedüst wird.
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Wie dies der 1 weiter entnommen werden kann, ist stromauf des HC-Oxidationskatalysators 8 im Bereich der Zuführleitung 5 ferner eine Drosselklappe 13 angeordnet, die bevorzugt ebenfalls mit der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 10 gekoppelt ist. Ferner ist im Leitungsabschnitt 4' im Bereich zwischen der Abzweigstelle 6 und der Mündungsstelle 7 ebenfalls eine Drosselklappe 14 angeordnet, die bevorzugt ebenfalls mit der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 10 gekoppelt ist.
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Je nach der Stellung der beiden Drosselklappen 13, 14 kann die von einem von der Brennkraftmaschine kommenden Rohabgasstrom 15 in die Zuführleitung 5 abgezweigte Menge und Masse eines zu erhitzenden Abgasstroms 16 gesteuert vorgegeben bzw. geregelt werden. In der 1 ist mit durchgezogenen Linien die Offenstellung der Drosselklappen 13, 14 und punktiert die Geschlossenstellung der Drosselklappen 13, 14 dargestellt. Die Pfeile 22 stellen hier schematisch die variable Verstellmöglichkeit der Drosselklappen 13, 14 dar.
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Der zu erhitzende Abgasstrom 16 nimmt entlang seines Strömungsweges stromauf des HC-Oxidationskatalysators 8 den eingedüsten Kraftstoff bzw. die eingedüsten Kohlenwasserstoffe auf und durchströmt kraftstoffangereichert den HC-Oxidationskatalysator 8, in dem dann eine exotherme Reaktion bzw. Oxidation stattfindet, aufgrund der der Abgasstrom 16 auf eine vorgegebene Temperatur erhitzt wird.
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Dieser erhitzte Abgasstrom 16' wird dann stromab des HC-Oxidationskatalysators 8 an der Mündungsstelle 7 wieder dem über den Leitungsabschnitt 4' strömenden Rohabgasstrom 15' zugeführt, wo sich die beiden Abgasströme 15', 16' vermischen, so dass anschließend, nach dem Vermischen der beiden Abgasströme 15', 16', ein heißer Rohabgasstrom 17 zum Partikelfilter 3 strömt, wo die im Partikelfilter 3 eingelagerten kohlenstoffhaltigen Rußpartikel zu CO, CO2, N2 und NO umgesetzt werden, wodurch der Partikelfilter 3 regeneriert wird.
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Im Nicht-Regenerationsbetrieb wird die Drosselklappe 13 so angesteuert, dass diese die Zuführleitung 5 im Wesentlichen vollständig verschließt, so dass kein bzw. nahezu kein Abgasstrom über die Zuführleitung 5 zum Partikelfilter 3 gelangt. In diesem Fall ist dann die Drosselklappe 14 vollständig geöffnet.
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Im Regenerationsbetrieb dagegen ist die Drosselklappe 13 so weit geöffnet, dass eine vorgegebene Abgasmenge vom Rohabgasstrom 15 abgezweigt wird und in der bereits zuvor bereits beschriebenen Weise ein heißer Rohabgasstrom 17 erzeugt wird, der dann dem Partikelfilter 3 zu dessen Regeneration zugeführt wird.
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Für den Fall, dass zum Beispiel durch die Zugabe des Kraftstoffes 12 in der Zuführleitung 5 der Restsauerstoffgehalt im Abgasstrom 16 zu stark abnehmen sollte und damit keine vollständige Oxidation der Kohlenwasserstoffe am HC-Oxidationskatalysator 8 erfolgt, kann die Drosselklappe 14 mehr oder weniger geschlossen und die Drosselklappe 13 geöffnet werden, wodurch der Rohabgasstrom 15' durch den Leitungsabschnitt 4' stark gedrosselt wird, so dass eine größere Abgasmenge 16 und damit eine größere Sauerstoffmenge über die Zuführleitung 5 und damit über den HC-Oxidationskatalysator 8 zum Partikelfilter 3 strömt.
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Ebenso kann, wie durch die strichliert eingezeichnete Frischluftleitung 19 symbolisiert, während des Regenerationsbetriebes ein ladeluftseitiger Frischluftstrom in den zu erhitzenden Abgasstrom 16 eingemischt werden, um die Heizleistung zu vorgegebenen Zeiten bzw. bei Erreichen vorgegebener Abgasstromtemperaturen und/oder Unterschreiten eines vorgegebenen Lambdawerts bzw. Sauerstoffwerts durch Anheben der zur Verfügung stehenden Sauerstoffmenge nochmals weiter zu erhöhen.
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Im vorliegenden Beispielfall ist dem Partikelfilter 3 zudem noch ein NOX-Reduktionskatalysator 23, zum Beispiel ein SCR-Katalysator, nachgeschaltet.
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Des Weiteren kann, wie dies in der 1 lediglich strichliert eingezeichnet ist, stromab der Mündungsstelle 7 und stromauf des Partikelfilters 3 auch ein weiterer HC-Oxidationskatalysator 18 vorgesehen sein, mittels dem hohe Kohlenwasserstoffkonzentrationen stromab des Partikelfilters 3 zuverlässig vermieden werden können. Alternativ oder zusätzlich hierzu ist es auch möglich, den Partikelfilter 3 selbst mit einer entsprechenden Aktivkomponente zu versehen.
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In der 2 ist schematisch und beispielhaft eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Regenerationsvorrichtung 1 gezeigt, bei der für eine besonders kompakte und damit platzsparende Bauweise der HC-Oxidationskatalysator 8 innerhalb eines den HC-Oxidationskatalysator 8 ringförmig umschließenden Rohabgasleitungsbereiches angeordnet und aufgenommen ist. Konkret wird der über einen ersten Leitungsabschnitt 4 der Rohabgasleitung 21 in Richtung zu dem HC-Oxidationskatalysator strömende Rohabgasstrom 15 hier durch ein oder mehrere Strömungsleitelemente 24 in einen lediglich den Leitungsabschnitt 4' der Rohabgasleitung 21 durchströmenden ersten Abgasstrom 15' sowie in einen lediglich den HC-Oxidationskatalysator 8 durchströmenden, zu erhitzenden zweiten Abgasstrom 16 aufgeteilt. Wie dies aus der 3 ersichtlich ist, kann zum Beispiel analog zur Ausführungsform nach 1 mittels einer im Bereich einer Mündungsöffnung 20 der Strömungsleitelemente 24 ausgebildeten bzw. angeordneten Drosselklappe 13 die Menge des abgezweigten, zu erhitzenden zweiten Abgasstroms 16 in der Regenerationsphase bzw. in der Nicht-Regenerationsphase gesteuert werden.
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Die Masse des durch den HC-Oxidationskatalysator 8 strömenden zweiten Abgasstroms 16 wird somit durch die Geometrie der Strömungsleitelemente 24 und/oder durch die Stellung der zum Beispiel an dieser gelagerten Drosselklappe 13 vorgegeben. Die Ansteuerung der Drosselklappe 13 erfolgt wiederum über die elektronische Steuer- und/oder Regeleinrichtung 10, und zwar in Abhängigkeit von vorgegebenen Regenerations- bzw. Betriebsparametern, analog zur zuvor in Verbindung mit den Ausgestaltungen der 1 geschilderten Ansteuerung der Drosselklappe 13.
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Unmittelbar vor der Mündungsöffnung 20 der Strömungsleitelemente 24 ist hier wiederum eine Einspritzdüse 11 einer Zudosiereinrichtung 9 angeordnet, mittels der Kraftstoff 12 in den zweiten Abgasstrom 14 eingedüst werden kann, so dass im HC-Oxidationskatalysator 8 eine exotherme Reaktion stattfindet und ein den HC-Oxidationskatalysator 8 verlassender heißer Abgasstrom 16' zusammen mit dem Rohabgasstrom 15' zu einem heißen Abgasstrom 17 vermischt wird. Dieser heiße Abgasstrom 17 strömt dann durch den Partikelfilter 3 sowie anschließend durch einen NOx-Reduktionskatalysator 23, wie dies bereits zuvor in Verbindung mit der 1 beschrieben worden ist.
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Die durch die Strömungsleitelemente 24 ausgebildeten Strömungsbereiche bilden hier dann analog zu den Ausgestaltungen nach den 1 und 2 wiederum einen von dem Leitungsabschnitt 4 abzweigenden Leitungsabschnitt 4' und eine „Zuführleitung“ 5 aus, die dann im Bereich stromab des HC-Oxidationskatalysators 8 wieder zu einem gemeinsamen Leitungsabschnitt 4'' zusammengeführt werden.
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Im Bereich der Leitungsabschnitte 4' können dann analog zur Ausgestaltung der 1 wiederum Drosselklappe(n) 14 vorgesehen sein, mittels denen die Ringraumgeometrie mehr oder weniger verschließbar ist. Die gewählte Darstellung zweier Drosselklappen 14 berücksichtigt diese Ringraumgeometrie nicht und dient nur der schematischen Darstellung.