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Die
Erfindung betrifft eine Gießvorrichtung, welche
eine Auslassöffnung
aufweist, aus der ein Gießstrahl
austritt.
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Schmelzvorrichtungen
sind zum Beispiel als Schmelzofen bzw. als Vakuuminduktionsschmelzofen
(VIM-Ofen) bekannt. Beispielsweise können mit dem VIM-Ofen hochwertige
Qualitätsstähle, bevorzugt
Edelstähle
bzw. Edelstahllegierungen sowie Nickel- und Cobaldbasissuperlegierungen
erzeugt werden. Gießvorrichtungen
können
als Trichter, Gießrinnen
und/oder Gießwannen
ausgeführt
sein. Bei dem so genannten fallenden Guss wird der erschmolzene Stahl
aus der Schmelzvorrichtung in die Gießvorrichtung eingeleitet, und
von hier direkt aus der Auslassöffnung
strömend
in eine Kokille gegossen. Die Gießvorrichtung z. B. in der Ausgestaltung
als Gießrinne oder
auch Gießwanne
soll eine möglichst
gleichmäßige Gießgeschwindigkeit
und einen möglichst
konstanten Volumenstrom aufrechterhalten. Zudem dient sie als Puffergefäß sowie
zur Verbesserung des Reinheitsgrades, da sie mit Filtern, Wehren
oder ähnlichen
geeigneten Maßnahmen
ausgestattet werden kann.
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Um
den Gießprozess
möglichst
kontinuierlich aufrecht zu erhalten, ist es bekannt, dass mehrere
Gießformen
bzw. Kokillen auf einem rotierbaren Drehtisch oder einem anderem
Fördergerät gelagert sind.
Ist eine Kokille mit dem erschmolzenen Stahl gefüllt, wird ein Kokillenwechsel
vorgenommen, indem z. B. der Drehtisch weitergedreht wird, so dass eine
zu befüllende
Kokille unter den Gießstrahl
gelangt. Die Kokillen sind auf dem Drehtisch aber etwas beabstandet
zueinander angeordnet. Hierdurch ergibt sich in nachteiliger Weise
der Effekt, dass bei einem Kokillenwechsel, also dem Weiterdrehen
des Drehtisches um die gefüllte
Kokille aus dem Gießstrahl
heraus und eine zu füllende
Kokille in den Gießstrahl
hinein zu befördern,
Spritzverluste auftreten. Das bedeutet, dass der Gießstrahl
ohne in eine Kokille zu gelangen eben in den Spalt zwischen benachbarten
Kokillen und/oder auf Wände
der Kokillen selbst gegossen wird, was beispielhaft in 1 dargestellt
ist. Spritzverluste bedeuten demnach hohe Materialverluste, was
insbesondere bei hochwertigen Legierungen enorme wirtschaftliche
Verluste bedeutet, da die Spritzverluste wirtschaftlich nicht verwertbar
sind. Um dem Gießstrahl
zu unterbrechen kann ein mechanischer Stopfen wegen möglicher
Verunreinigungen der hochwertigen Legierungsschmelze oder aus konstruktiven
Gründen
nicht eingesetzt werden.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde eine Gießvorrichtung
der Eingangs genannten Art mit einfachen Mitteln so zu verbessern,
dass Spritzverluste zumindest weitgehend vermieden werden.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe durch eine Gießvorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, wobei an der Auslassöffnung zumindest
ein Element, das ein elektromagnetisches Feld erzeugt, so angeordnet
und ausgeführt
ist, dass der Gießstrahl
zeitweise zumindest einschnürbar
ist. In bevorzugter Ausgestaltung ist das zumindest eine, das elektromagnetische
Feld erzeugende Element als Induktor ausgeführt, wobei diese Bezeichnung
im Folgenden beibehalten wird.
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Mittels
des Induktors wird im Sinne der Erfindung ein magnetisches Feld
erzeugt, welches den Gießstrahl
berührungslos
unterbrechen, zumindest aber einschnüren kann. Dies ist besonders
vorteilhaft im fallenden Guss, wenn ein Kokillenwechsel erforderlich
ist. Die Gießvorrichtung
zum Beispiel in der Ausgestaltung als Gießrinne oder Gießwanne wird üblicherweise
nicht bis zum Rande gefüllt,
sondern weist noch gewisse Aufnahmekapazitäten auf.
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Wird
nun ein Kokillenwechsel durchgeführt, wird
gleichzeitig der Induktor bestromt, so dass ein magnetisches Feld
erzeugt wird. Dies ist mit geeigneten Einrichtungen, z. B. Steueranlagen
gleichzeitig steuerbar. Ein Kokillenwechsel ist z. B. in einer sehr kurzen
Zeitspanne von 1 bis 1,5 Sekunden durchgeführt, weswegen das magnetische
Feld auch nur für die
Zeit des Kokillenwechsels, also zeitweise erzeugt wird. Das magnetische
Feld bewirkt zumindest ein Einschnüren des aus der Auslassöffnung der
Gießvorrichtung
austretenden Gießstrahls
in dessen Umfangsrichtung gesehen. Der Gießstrahl wird also während des
Kokillenwechsels zumindest dünner,
so dass zumindest wenige Spritzverluste auftreten. Vorteilhaft wird
unterstützend
der elektrotechnische Pinch-Effekt ausgenutzt, um zumindest eine
Gießstrahleinschnürung zu
erzielen und somit Spritzverluste zu minimieren oder zu vermeiden.
Da die Gießvorrichtung
noch genügend
Aufnahmekapazität
hat, und aufgrund der kurzen Zeitspanne ist die kurzfristige Unterbrechung
oder zumindest Einschnürung nicht
weiter schädlich
für die
Legierung. Denn das kurzfristige Unterbrechen oder zumindest das
kurzfristige Reduzieren des Gießstrahlvolumens
wirkt sich nicht nachteilig auf die vorgesehene Funktion bzw. Funktionalität der Gießvorrichtung
aus, im Vergleich zum Nichtanliegen eines elektromagnetischen Feldes.
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Der
Induktor kann ein- oder mehrwindig, beispielsweise zweiwindig ausgeführt sein.
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Üblicher
Weise weist die Gießvorrichtung
in der Ausgestaltung als Gießrinne
oder Gießwanne
einen Boden und zwei sich winklig davon wegerstreckende Wände auf.
Der Induktor ist in bevorzugter Ausgestaltung vorteilhaft direkt
unterhalb der Auslassöffnung
an dem Boden angeordnet, und umfasst die Auslassöffnung bzw. den Gießstrahl
in bevorzugter Ausgestaltung vollumfänglich.
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Zum
Festlegen des Induktors an dem Boden der Gießvorrichtung kann eine Einsenkung
in dem Boden der Gießvorrichtung
eingebracht werden, in welcher der Induktor hinreichend befestigbar
ist. In bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Induktor
mit geeigneten Befestigungselementen form- oder kraftschlüssig mit
dem Boden der Gießvorrichtung
verbunden ist.
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Um
den Induktor zum Beispiel vor der Wärmestrahlung des Gießstrahls
zu schützen,
und um ein Ausbrechen des Gießstrahls
bei dem Anlegen des elektromagnetischen Feldes zu vermeiden, ist vorteilhaft
vorgesehen, die Auslassöffnung über den Boden
hinaus, von diesem weg orientiert mit einem Verlängerungselement zu verlängern.
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Das
Verlängerungselement
kann in einer ersten beispielhaften Ausgestaltung als separates, keramisches
Schutzrohr ausgeführt
sein. In einer weiteren Ausgestaltung kann das Verlängerungselement
als an der Gießvorrichtung
im Bereich der Auslassöffnung
angeformte Düsenverlängerung
ausgeführt
sein. Die Auslassöffnung
wird auch als Düse
bezeichnet. Die Düsenverlängerung
kann eine Längserstreckung
aufweisen, welche etwa einem Drittel der Längserstreckung des Induktors
entspricht. Natürlich
kann die Düsenverlängerung
auch länger
oder kürzer
sein.
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In
bevorzugter Ausgestaltung weist das Verlängerungselement in der Ausgestaltung
als separates, keramisches Schutzrohr eine an den Induktor angepasste
Längserstreckung
auf, kann aber auch etwas über
die zum zu dem Boden orientierte Seite des Induktors gegenüberliegende
freie Seite des Induktors überstehen.
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Denkbar
ist aber auch, wenn das Verlängerungselement
in der Ausgestaltung als angeformte Düsenverlängerung oder zusätzlich mit
einem separaten keramischen Schutzrohr kombiniert ist. Die angeformte
Düsenverlängerung
könnte
dann zusätzlich zu
den oben genannten Schutzfunktionen quasi als Hilfslager dienen,
an welchem sich gegebenenfalls das keramische Schutzrohr anlegen
lässt.
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Um
den Induktor bzw. seine elektrische Isolation auch an seiner dem
Gießstrahl
abgewandten Seite, und auch an seiner Ober- und Unterseite vor der
Wärmestrahlung
zu schützen,
ist vorteilhaft vorgesehen, den Induktor mit einer thermischen Schutzhülle zu versehen.
Die thermische Schutzhülle
weist bevorzugt keramisches Material auf. Die Schutzhülle ist
mehrteilig aufgebaut, und weist ein äußeres Formteil sowie eine faserkeramische
Isolation auf. Das äußere Formteil
kann in bevorzugter Ausführung
im Querschnitt gesehen z-förmig
mit einem zwischen einem Kopfsteg und einem Fußsteg senkrecht verlaufenden
Basissteg ausgeführt
sein. Der Fußsteg
umfasst die Unterseite des Induktors in Richtung zum Gießstrahl,
wobei der Kopfsteg dazu gegenüberliegend
an der Unterseite des Bodens der Gießvorrichtung anliegen kann.
Der Kopfsteg ist zum Fußsteg entgegen
gesetzt orientiert. Der Basissteg liegt an einer dem Gießstrahl
gegenüberliegenden
Außenseite des
Induktors an. Die faserkeramische Isolation ist zwischen dem keramischen
Schutzrohr und der zum Gießstrahl
orientierten Seite des Induktors angeordnet, und im Querschnitt
gesehen L-förmig
mit einem senkrechten Basissteg und einem Quersteg ausgeführt. Der
Quersteg liegt an dem Boden der beispielhaften Gießrinne an,
und ist mit seiner Dicke an die Ausgestaltung des Kopfsteges des äußeren Formteils
angepasst. Der Basissteg liegt an dem Induktor an, und schließt bündig mit
der Außenseite
des Fußsteges
ab. Der Induktor mit seinem Hohlprofil und der elektrischen Isolation
ist so quasi vollständig
von der thermischen Hülle
eingehaust. Das keramische Schutzrohr kann somit auch als inneres,
keramisches Formteil bezeichnet werden. Selbstverständlich kann
vorgesehen sein, den Induktor mit einer Kühlflüssigkeit (Kühlmittelkreislauf) zu kühlen. Das äußere Formteil
kann auch als Befestigungselement zur Fixierung des Induktors unterhalb
der Gießvorrichtung
dienen.
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Das äußere keramische
Formteil hat zudem die Funktion den Induktor gegen die Schwerkraft
und gegen elektromagnetische Rückkräfte abzustützen. Vorteilhafter
Weise müssen
diese Kräfte
daher nicht über
einen Stromanschluss, auf den weiter unten näher eingegangen wird, aufgenommen
werden. Dies ist insbesondere bei einem mehrwindigen Induktor von
Vorteil, wobei die Kraftkompensation durch die starren Anschlussleitungen
vermieden ist.
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In
bevorzugter Ausgestaltung sind die Befestigungen des äußeren Formteils
als Steckverbindung, z. B. mit keramischen Bolzen und Splinten ausgeführt. Das
innere Formteil, also das separate keramische Schutzrohr besteht
bevorzugt aus einem Material, welches keine Verunreinigung der Schmelze bewirken
kann. Beispielhaft kann das innere Formteil aus Al2O3 gebildet sein.
Das äußere Formteil
dagegen kann aus einem Material mit geeigneten mechanischen und
thermischen Eigenschaften hergestellt sein.
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Günstig im
Sinne der Erfindung ist, wenn der Induktor so angeordnet und ausgeführt ist,
dass der Gießstrahl
bevorzugt unmittelbar am Ausgang der Auslassöffnung bzw. am Düsenausgang
mittels des erzeugten elektromagnetischen Feldes zumindest eingeschnürt oder
gar vollständig
abgeschnürt
wird.
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Zur
Stromversorgung des Induktors sind natürlich entsprechend dimensionierte
Anschlusselemente erforderlich, welche zum Induktor geführt sind. In
einem Vakuuminduktionsschmelzofen z. B. sind günstiger Weise Vakuumdurchführungen
zur Kokillenkammer vorgesehen, wobei eine oder mehrere Stromschienen
zweckmäßig sind.
Die Stromschienen können
seitlich zu der Gießvorrichtung
bzw. zur Gießrinne
angeordnet sein. Mittels Schleifkontakten kann eine Verbindung zum
Induktor hergestellt werden. Für
die Anschlussleitungen zum Induktor sind zweckmäßiger Weise Aussparungen in
dem äußeren Formteil
vorgesehen. Günstig
im Sinne der Erfindung ist, wenn die Aussparungen übereinander
angeordnet sind.
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Mit
der Erfindung wird eine Gießvorrichtung zur
Verfügung
gestellt, welche den aus der Auslassöffnung austretenden Gießstrahl
mittels eines elektromagnetischen Feldes zumindest einschnürt. Das elektromagnetische
Feld wird aber nur für
die Dauer eines Kokillenwechsel angelegt, so dass Spritzverluste
bei einem Kokillenwechsel zumindest reduziert sind, da der Gießstrahl
in seinem Volumen während des
Kokillenwechsels zumindest reduziert ist.
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Die
erfindungsgemäße Gießvorrichtung
mit dem an der Auslassöffnung
angeordneten Induktor ist besonders vorteilhaft an Schmelzvorrichtungen, zum
Beispiel an einem Vakuuminduktionsschmelzofen einsetzbar. In dem
Vakuuminduktionsschmelzofen können
hochwertige Qualitätsstähle, bevorzugt Edelstähle bzw.
Edelstahllegierungen sowie Nickel- und Cobaldbasissuperlegierungen
erzeugt werden, welche im fallenden Guss über die Gießvorrichtung in Kokillen gegossen
werden. Bei einem Kokillenwechsel können durch die Einschnürung oder
gar Abschnü rung
Spritzverluste vermieden oder zumindest reduziert werden. Der Gießstrahl
wird aber nur zeitweise, nämlich
nur für
die Dauer des Kokillenwechsels zumindest eingeschnürt.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und
der folgenden Figurenbeschreibung offenbart. Es zeigen:
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1 eine
Gießvorrichtung
nach dem Stand der Technik,
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2 eine
Gießvorrichtung
gemäß der Erfindung
in einer prinzipiellen Ansicht,
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3 eine
Gießvorrichtung
im Querschnitt in einer ersten Ausgestaltung,
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4 eine
Gießvorrichtung
im Querschnitt in einer zweiten Ausgestaltung,
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5 prinzipiell
eine Stromzuführung
zum Induktor, und
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6 ein
Diagramm Stromstärke
gegenüber dem
Durchfluss.
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In
den unterschiedlichen Figuren sind gleiche Teile stets mit denselben
Bezugszeichen versehen, weswegen diese in der Regel auch nur einmal beschrieben
werden.
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1 zeigt
den gegenwärtigen
Zustand eines fallenden Gusses bei einem Kokillenwechsel (Stand
der Technik). Aus einer nicht dargestellten Schmelzvorrichtung,
z. B. in der Ausgestaltung eines Vakuuminduktionsschmelzofens gelangt
eine erschmolzene Legierung in eine Gießvorrichtung 1, welche
zum Beispiel als Gießrinne
ausgeführt
ist. Die Gießvorrichtung 1 z.
B. in der Ausgestaltung als Gießrinne
oder auch Gießwanne
soll eine möglichst gleichmäßige Gießgeschwindigkeit
und einen möglichst
konstanten Volumenstrom aufrechterhalten. Zudem dient sie als Puffergefäß sowie
zur Verbesserung des Reinheitsgrades, da sie mit Filtern, Wehren oder ähnlichen
geeigneten Maßnahmen
ausgestattet werden kann.
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Die
Gießvorrichtung
weist an ihrem Gießende
eine Auslassöffnung
auf. Die Auslassöffnung
ist symbolisch mittels des Pfeils 2 dargestellt, welcher gleichzeitig
einen Gießstrahl
symbolisiert, weswegen der Pfeil noch das Bezugszeichen 3 trägt. Der
Gießstrahl
strömt
direkt in eine unter der Auslassöffnung angeordnete
Kokille 4. Ist die Kokille 4 gefüllt, muß eine ungefüllte Kokille 4 unter
die Auslassöffnung 2 transportiert
werden. Dies geschieht bekannter Weise zum Beispiel mittels eines
Drehtisches, auf welchem eine Vielzahl von Kokillen 4 aufstehen.
Die Kokillen 4 sind zueinander beabstandet. Bei einem Kokillenwechsel
gelangt der kontinuierlich fließende Gießstrahl 3 so
in den Zwischenraum zwischen den benachbarten Kokillen 4.
Dadurch entstehen bei einem Kokillenwechsel Spritzerverluste 5.
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2 zeigt
denselben Zustand wie 1, also einen Kokillenwechsel
bei einem fallenden Guss. Erfindungsgemäß ist an der Gießvorrichtung 1 ein,
ein elektromagnetisches Feld erzeugendes Element 6 angeordnet,
wobei das angelegte elektromagnetische Feld den Gießstrahl 3 bei
einem Kokillenwechsel wie dargestellt abschnüren kann, zumindest aber einschnürt. Das
Element 6 ist bevorzugter Weise als Induktor 6 ausgeführt, und
wird im Folgenden als Induktor 6 bezeichnet. Das elektromagnetische Feld
wird nur zeitweise, also nur bei einem Kokillenwechsel angelegt.
Durch die Abschnürung
bzw. durch die zumindest erreichte Einschnürung sind Spritzverluste wie
in 1 dargestellt erfolgreich vermeidbar, zumindest
aber reduzierbar. Denn wird der Gießstrahl 3 nicht wie
dargestellt abgeschnürt,
sondern eingeschnürt,
reduziert sich auch dessen Strömungsvolumen.
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Der
Induktor 6 ist an eine Stromversorgung 7 angeschlossen,
auf die weiter unten näher
eingegangen wird.
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In 3 ist
ein Querschnitt durch die Gießvorrichtung 1 gezeigt,
wobei lediglich ein Boden 8 der Gießvorrichtung 1 dargestellt
ist. Seitenwände
der Gießvorrichtung 1 sind
nicht dargestellt. Die Gießvorrichtung 1 ist
als Gießrinne
ausgeführt,
welche mit der Legierungsschmelze 9 nicht vollständig gefüllt ist. Die
Oberfläche
der Legierungsschmelze 9 ist gewellt dargestellt.
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An
dem Boden 8 ist die Auslassöffnung 2 angeordnet,
welche trichterartig ausgeführt
ist. Die Auslassöffnung 2 weist
einen sich von der schmelzseitigen Bodenseite 11 konisch
verjüngenden
Einströmbereich 12 auf,
welcher an einen im Querschnitt gesehen zylindrischen Ausströmbereich 13 anschließt. Der
Ausström bereich 13 mündet an
der zur schmelzseitigen Bodenseite 11 bzw. Innenseite 11 gegenüberliegenden
Außenseite 14 des
Bodens 8.
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In
dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Induktor 6 beispielhaft
zweiwindig ausgeführt.
Die Auslassöffnung 2 bzw.
der Ausströmbereich 13 ist
mit einem Verlängerungselement 16 verlängert. Das
Verlängerungselement 16 gemäß dem Ausführungsbeispiel
nach 3 ist als separates keramisches Schutzrohr 17 ausgeführt, welches in
Einkerbungen 18 des Bodens 8 kraftschlüssig gehalten
ist.
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Bei
dem in 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist als Verlängerungselement 16 eine
Düsenverlängerung 19,
die auch als Rüssel
bezeichnet werden kann, an den Boden 8 angeformt. Die Düsenverlängerung 19 weist
bevorzugt denselben lichten Durchmesser auf, wie der Ausströmbereich 13.
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An
der Düsenverlängerung 19 liegt
ein separates keramisches Schutzrohr 21 an.
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Der
Induktor 6 ist von einer thermischen Isolationshülle 22 umfasst.
Die thermische Isolationshülle 22 weist
ein äußeres keramisches
Formteil 23 und eine faserkeramische Isolation 24 auf.
Das äußere keramische
Formteil 23 ist im Querschnitt gesehen z-förmig mit
einem Basissteg 26, einem Fußsteg 27 und einem
Kopfsteg 28 ausgeführt.
Der Basissteg 26 verläuft
im Querschnitt gesehen senkrecht zwischen dem Kopfsteg 28 und
dem Fußsteg 27.
Der Kopfsteg 28 ist entgegen gesetzt zum Fußsteg 27 orientiert. Die
faserkeramische Isolation 24 ist im Querschnitt gesehen
L-förmig
mit einem senkrechten Basissteg 29 und einem Quersteg 30 ausgeführt. Der
Quersteg 30 liegt wie der Kopfsteg 28 des äußeren keramischen
Formteils 23 an dem Boden 8 der Gießvorrichtung 1 an.
Der Basissteg 29 liegt an der zum Gießstrahl 2 orientierten
Seite des Induktors 6 an. Das separate, keramische Schutzrohr 21 kann
auch als inneres Formteil bezeichnet werden. Die thermische Isolationshülle 22 und
das separate keramische Schutzrohr 21 schützen den
Induktor 6 vor der Wärmestrahlung
der Schmelze.
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Zudem
hat das separate keramische Schutzrohr 21 die Funktion,
ein Ausbrechen des Gießstrahles 2 bei
dem Anlegen des elektromagnetischen Feldes zu vermeiden. Diese Funktion
kann auch mittels der angeformten Düsenverlängerung 19 erreicht
werden. Das äußere keramische
Formteil 23 hat zu dem die Aufgabe, den Induktor 6 gegen
die Schwerkraft und gegen elektromagnetische Rückkräfte abzustützen.
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Die
Düsenverlängerung 19 weist
wie dargestellt in etwa eine Längserstreckung
auf, die einem Drittel der Höhenerstreckung
des Induktors 6 entspricht. Natürlich kann die Düsenverlängerung 19 auch
länger
oder kürzer
als dargestellt ausgeführt sein.
Beispielsweise könnte
die Düsenverlängerung 19 so
ausgeführt
sein, dass diese bündig
mit der thermischen Isolationshülle 22 abschließt, oder
diese überragt.
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Mittels
geeigneter Befestigungsvorrichtungen ist der Induktor 6 an
dem Boden 8 form- oder kraftschlüssig festlegbar. In 3 ist
eine besondere thermische Hülle
nicht dargestellt. Diese könnte
natürlich ähnlich zur
thermischen Isolationshülle 22 gemäß 4 ausgeführt sein.
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In 5 ist
die Stromversorgung 7 des Induktors 6 dargestellt.
Die Stromversorgung 7 weist beispielhaft Stromschienen 31 und
Schleifkontakte 32 auf. Beispielsweise bei einem Vakuuminduktionsschmelzofen
sind geeignete Vakuumdurchführungen im
Kokillenkammerdeckel 33 vorgesehen. Dem Induktor 6 kann
ein Übertrager
zugeordnet sein, der mit dem Induktor 6 über starre
Zuleitungen fest verbunden ist. Vor einem seitlichen Verschieben
der Gießvorrichtung
sollte der Übertrager
nebst Induktor demontierbar sein. Damit eine Wiedermontage schnell und
positionsgenau durchführbar
ist, kann eine justierbare Grundplatte an der Gießvorrichtung 1 angeordnet
werden, auf welcher der Übertrager
mit dem damit verbundenen Induktor vorzugsweise mittels eines Schnellverschlusses
befestigt werden kann. Aufgrund des starken elektromagnetischen
Feldes ist für die
Grundplatte und andere Befestigungselemente bevorzugt Material einzusetzen,
welches nicht oder nur in sehr geringem Maße in Wechselwirkung mit dem
elektromagnetischen Feld tritt.
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6 zeigt
ein Diagramm bei welchem die Stromstärke I/A gegenüber dem
Durchfluss Q/Qg der Schmelze aus der Auslassöffnung aufgetragen ist, wobei
die durchgezogene Linie theoretische Werte darstellt und tatsächliche
Messpunkte in der Praxis nach einem beispielhaften Versuchsaufbau
ermittelt sind. Beispielhaft ist zu sehen, dass mit steigender Stromstärke (also
dem abrupten Anlegen des elektromagnetischen Feldes während des
Kokillenwechsels) der Durchfluss aufgrund der zumindest erreichten
Einschnürung
des Gießstrahls
zumindest reduziert ist.
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- 1
- Gießvorrichtung
- 2
- Auslassöffnung
- 3
- Gießstrahl
- 4
- Kokille
- 5
- Spritzverluste
- 6
- Element/Induktor
- 7
- Stromversorgung
- 8
- Boden
von 1
- 9
- Legierungsschmelze
- 10
-
- 11
- Innenseite
- 12
- Einströmbereich
- 13
- Ausströmbereich
- 14
- Außenseite
von 8
- 15
-
- 16
- Verlängerungselement
- 17
- Keramisches
Schutzrohr
- 18
- Einkerbungen
in 8
- 19
- Düsenverlängerung
- 20
-
- 21
- Keramisches
Schutzrohr
- 22
- Thermische
Isolationshülle
- 23
- Äußeres keramisches
Formteil
- 24
- Faserkeramische
Isolation
- 25
-
- 26
- Basissteg
von 23
- 27
- Fußsteg
- 28
- Kopfsteg
- 29
- Basissteg
von 24
- 30
- Quersteg
- 31
- Stromschiene
- 32
- Schleifkontakte
- 33
- Kokillenkammerdeckel