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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Gassackes aus zumindest zwei Gewebezuschnitten, wobei der Gassack eine obere und eine untere Kammer aufweist, die in strömungstechnischer Verbindung miteinander stehen und zwischen denen eine Trennebene angeordnet ist sowie einen Gassack mit einer Öffnung zum Einführen eines Gasgenerators oder von Entfaltungsgas mit einer im Inneren angeordneten Trennebene.
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Gassäcke oder Airbags, insbesondere Seitenairbags, die sich neben einen Fahrzeuginsassen erstrecken sollen, müssen im Normalzustand zusammengelegt innerhalb des Fahrzeuges untergebracht werden, um einen Fahrzeuginsassen nicht zu stören und gleichzeitig eine sichere Entfaltung zu gewährleisten. Dazu sind die Gassäcke oder Airbags eingerollt oder zusammengefaltet und an dafür geeigneten Stellen innerhalb der Fahrzeugkarosserie untergebracht. Bei Vorliegen entsprechender Sensordaten wird ein innerhalb des Gassackes angeordneter oder mit diesem verbundener Gasgenerator aktiviert und leitet Entfaltungsgas in den Gassack ein, so dass sich dieser entfaltet und sich zwischen den Fahrzeuginsassen und einer Fahrzeugstruktur bewegt. Insbesondere bei einem Seitenairbag ist es aufgrund der geringen Abstände eines Fahrzeuginsassen zur Seitenwand notwendig, dass sich der Gassack möglichst schnell entfaltet. Ebenfalls ist es wichtig, dass sich der Gassack in die richtige Richtung entfaltet und eine ausreichende Stabilität aufweist.
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Zum Erreichen einer ausreichenden Stabilität kann es vorgesehen, dass in einem Gassack ein Fangband angeordnet ist, um eine Ausdehnung des Gassackes beim Entfaltungsvorgang in einer bestimmten Richtung zu begrenzen.
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Die
DE 10 2005 043 308 A1 beschreibt einen Gassack, insbesondere zum Schutz des Kniebereiches eines Fahrzeuginsassen. Der Gassack wird durch Falten und Verbinden der Kanten eines einteiligen Zuschnittes hergestellt. Zur Vereinfachung der Herstellung weist der Zuschnitt neben einem Gassackabschnitt zumindest einen Abschnitt auf, der nach dem Verbinden ein Zusatzteil darstellt, zum Beispiel ein Fangband. Der Gassack ist als einkammeriger Gassack ausgebildet.
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Die
DE 10 2005 007 196 A1 betrifft einen einkammerigen Gassack, der aus zwei Lagen eines Gewebes ausgebildet ist. Im zusammengelegten Zustand ist der Gassack in eine Hülle gebracht, die als eine Tasche aus einem Teil des die Kammer bildenden Gewebes ausgebildet ist. Die Tasche wird über eine Reißnaht ausgebildet.
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Die
DE 102 23 380 A1 betrifft einen Gassackzuschnitt, der zur Herstellung eines Gassackes mit zwei voneinander getrennten Kammern ausgebildet ist. Die Kammern weisen nach dem Aufblasen des Gassackes unterschiedliche Drücke auf. Die beiden Kammern müssen nicht vollständig gasdicht voneinander getrennt sein, sondern können mittels einer oder mehrerer Öffnungen in einer Trennwand miteinander kommunizieren.
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Neben den Abmessungen und der Anordnung des Gassackes spielt für die möglichst störungsfreie und schnelle Entfaltung auch die Art und Weise der Faltung und des Zusammenlegens des Gassackes eine Rolle. Darüber hinaus ist es notwendig, dass der Gassack stabil und sicher in der Normalposition gelagert werden kann. Ebenfalls soll der Gassack möglichst einfach herzustellen sein.
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Um dieses zu erreichen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Gassack aus zumindest zwei Gewebezuschnitten hergestellt wird, wobei der Gassack eine obere und eine untere Kammer aufweist, die in strömungstechnischer Verbindung miteinander stehen und zwischen denen eine Trennebene angeordnet ist, indem zunächst zwei Gewebebereiche auf den Gewebezuschnittsinnenseiten auf Höhe der auszubildenden Trennebene angeordnet werden. Die Gewebebereiche, die die spätere Trennebene ausbilden, sind bevorzugt klappsymmetrisch ausgebildet und können als überstehende Abschnitte des Gewebezuschnitts oder an jeweils einem Gewebezuschnitt angeordnet sein. Dabei können die Gewebebereiche an einem Gewebezuschnitt für die obere oder untere Kammer angeordnet oder ausgebildet sein, grundsätzlich ist es auch möglich, dass die Gewebebereiche durch ein Umschlagen und Falten des oder der Gewebezuschnitte ausgebildet werden. Die Gewebebereiche können auch an dem Gewebezuschnitt befestigt werden. Dieses Befestigen kann beispielsweise durch Vernähen, Verkleben oder Verschweißen erfolgen. Unter Innenseite wird dabei diejenige Seite des Gewebezuschnittes verstanden, die sich im entfalteten Zustand des Gassackes innen befindet. Dieses Befestigen erfolgt zweckmäßigerweise dann, wenn der Gassackzuschnitt einlagig ausgebreitet auf einer Arbeitsunterlage liegt, eine solche Anordnung ist jedoch nicht unbedingt zwingend. Anschließend werden die Gewebezuschnittsaußenseiten zumindest für die obere Kammer aufeinander gelegt. Die Innenseiten der Gewebezuschnitte liegen somit außen. Entweder erfolgt das Aufeinanderlegen durch Umklappen eines Gewebezuschnittes beispielsweise entlang einer Klapplinie oder durch Aufeinanderlegen zweier separater Zuschnitte.
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Der Umfang des Gassackes zumindest im Bereich der oberen Kammer wird geschlossen, so dass sich bis auf den Durchgang zwischen der oberen und unteren Kammer und einer Öffnung in der unteren Kammer ein geschlossener, jedoch kein abgeschlossener Gassack ergibt. Es können auch jetzt schon die Seiten der unteren Kammer geschlossen werden, beispielsweise durch Vernähen, Verschweißen oder Verkleben.
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Anschließend wird eine Reißnaht zwischen den Gewebebereichen zur Ausbildung der Trennebene und einer Unterkante des Gassackes angebracht, wobei diese Reißnaht sich nicht über die gesamte Breite des Gassackzuschnittes erstrecken muss. Der Gassack kann in dem Stadium des Anbringens der Reißnaht soweit geschlossen sein, dass ein zumindest teilweise geschlossener Sack ausgebildet wird. Die Reißnaht befindet sich in der Regel in der unteren Kammer, zwischen der Trennebene und der der Trennebene gegenüberliegenden Unterkante des Gassackes. Nach dem Anbringen der Reißnaht wird der Gassackabschnitt oberhalb der Reißnaht, also derjenige Gassackabschnitt, der jenseits der Öffnung zum Einleiten von Entfaltungsgas oder zum Einführen eines Gasgenerators angeordnet ist, zusammengelegt, beispielsweise gefaltet oder gerollt. Die Größe der Faltung richtet sich dabei nach der Größe desjenigen Gassackbereiches, der sich unterhalb der Reißnaht befindet, da nach dem Zusammenlegen des oberen Gassackabschnittes dieser in den unteren Gassackabschnitt hineingestülpt wird, beispielsweise indem der untere Gassackabschnitt über die Reißnaht hinweg über den zusammengelegten Gassackabschnitt hinüber gelegt wird. Die obere Kammer wird also in die untere Kammer in Richtung auf die Reißnaht hineingestülpt, wodurch die Gewebebereiche über die Ebene, in der die Trennebene liegen soll, hinausstehen. Die Gewebebereiche werden dann an ihren Rändern miteinander verbunden, insbesondere vernäht, verklebt oder verschweißt, wodurch sich die Trennebene ausbildet, die in diesem Zustand wie ein Dach oder Deckel die mit der Innenseite nach außen befindliche untere Kammer verschließt. Es besteht auch die Möglichkeit, erst zu diesem Zeitpunkt die Seitenkanten der unteren Kammer zu verschließen.
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Um die für die Außenseite vorgesehen Seite des Gewebezuschnittes auch außen zu haben, wird der Gewebezuschnitt der unteren Kammer, in dem sich der Gewebezuschnitt der oberen Kammer in einer Art Tasche befindet, die oben durch die verbundenen Gewebebereiche und unten durch die Reißnaht begrenzt ist, umgeschlagen oder umgestülpt, so dass die Außenseite außen zu liegen kommt.
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Sofern dies notwendig ist, werden offene Abschnitte des unterhalb der Reißnaht gelegenen Gassackabschnittes verschlossen, beispielsweise vernäht, so dass der fertig zusammengelegte Gassack an einer Seite von der Reißnaht begrenzt wird, den zusammengelegten oberen Gassackabschnitt in sich aufnimmt und zusätzlich eine Öffnung für das Einleiten des Entfaltungsgases oder Einführen des Gasgenerators aufweist.
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Für die obere und unter Kammer können jeweils zwei oder mehr Gewebezuschnitte verwendet werden, die an ihren Rändern an den dazu vorgesehenen Abschnitten miteinander verbunden werden. Alternativ können für die obere und untere Kammer je ein klappsymmetrischer Gewebezuschnitt verwendet werden, der nur noch an dem offenen Teil am Rand verbunden werden muss.
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Der Gewebebereich, der zur Bildung der Trennebene verwendet wird, kann einstückig mit dem Gewebezuschnitt oder den Gewebezuschnitten ausgebildet sein.
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Um einen stabilen Gassack zu erhalten, kann in der oberen Kammer ein Fangband an der Innenseite es Gewebezuschnittes angeordnet werden. Dies geschieht bevorzugt dadurch, dass ein erstes Ende des Fangbandes auf der Innenseite des Gewebezuschnittes befestigt wird. Dieses Befestigen kann beispielsweise durch Vernähen, Verkleben oder Verschweißen erfolgen und erfolgt zweckmäßigerweise dann, wenn der Gassackzuschnitt einlagig ausgebreitet auf einer Arbeitsunterlage liegt, eine solche Anordnung ist jedoch nicht unbedingt zwingend. Anschließend wird das zweite Ende des Fangbandes an der Innenseite des Gewebezuschnittes unter Umfassung eines Verbindungsbereiches befestigt. Dieser Verbindungsbereich ist derjenige Bereich des Gewebezuschnittes des Gassackes, der sich zwischen den Enden des Fangbandes befindet. Anschließend muss sichergestellt werden, dass die Gewebezuschnittsaußenseiten aufeinander liegen, also dass das Fangband sich außerhalb des Gewebezuschnittes, der bevorzugt klappsymmetrisch ausgebildet ist und aufeinander liegt, angeordnet ist. Die Innenseiten der Gewebezuschnitte liegen somit außen, das Fangband umgibt einen Teil des bereits zweilagig aufeinander liegenden Gewebezuschnitts, beispielsweise an einer Verbindungsnaht oder entlang einer Klapplinie.
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Sofern der Gewebezuschnitt einstückig ausgebildet ist, kann der Verbindungsbereich durch Zusammenklappen des Gewebezuschnittes ausgebildet werden. Dabei werden die Gewebezuschnittsaußenseiten aufeinander gelegt, wobei der Gewebezuschnitt klappsymmetrisch ausgebildet ist, um keine Gewebeüberstände nach dem Vernähen bzw. Verbinden der beiden Lagen des Gewebezuschnittes zu erhalten. Die Klapplinie, entlang derer der Gewebezuschnitt geklappt wird, erspart eine entsprechende Verbindungsnaht. Dabei wird zunächst an einem Flügel des klappsymmetrischen Gewebezuschnittes das Fangband auf der Innenseite aufgenäht, der Gewebezuschnitt zusammengeklappt und anschließend nach dem Umlegen des Fangbandes um den Verbindungsbereich das zweite Ende auf dem anderen Flügel des Gewebezuschnittes befestigt, beispielsweise angenäht, angeschweißt oder verklebt.
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Alternativ können zwei oder mehrere Gewebezuschnitte verwendet werden, um den Gassack zu bilden. Dabei werden zwei im Wesentlichen identische Gewebezuschnitte außenseitig aufeinander gelegt, so dass die Gewebezuschnittsinnenseiten außen liegen. Nach dem Verbinden zumindest einer Seitenkante miteinander wird dann das Fangband, wie oben beschrieben, an beiden Innenseiten befestigt und anschließend der Gewebezuschnitt verschlossen oder zumindest teilweise verschlossen. Das Schließen erfolgt um den Umfang des Gewebezuschnittes insoweit, dass das Fangband sich im Bereich des geschlossenen Gassackzuschnittes befindet. Der geschlossene Umfang sollte sich bis zur Reißnaht erstrecken.
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Da der Verbindungsbereich in der Regel größer als die Länge des Fangbandes ist, ist es vorgesehen, dass der Verbindungsbereich zusammengefaltet oder eingerollt wird, bevor das zweite Ende des Fangbandes befestigt wird. Ein Teil des Gassackzuschnittes wird somit von dem Fangband umfasst.
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Der Verbindungsbereich nimmt in der Regel nur einen Teil des Gassackumfanges ein. Der Rest des Gassackumfanges kann dann nach Befestigung des zweiten Endes des Fangbandes unter Ausbildung einer Öffnung an der Unterkante des Gassackzuschnittes verschlossen werden. Dies ermöglicht es, dass auch das zweite Ende des Fangbandes befestigt werden kann, wenn das Fangbandende flach auf einem einlagigen Gewebezuschnitt aufliegt.
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An dem unteren Ende des Gewebezuschnittes kann eine Öffnung zum Einführen eines Gasgenerators oder einer Zuleitung eines Entfaltungsgases offen gelassen werden, gegebenenfalls können die Gewebezuschnittsabschnitte, die sich unterhalb der Reißnaht befinden, erst nach dem Umlegen und Umhüllen des zusammengefalteten oberen Gassackabschnittes verschlossen werden, um so das Hineinstülpen zu erleichtern.
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Zwischen der Reißnaht und dem Fangband ist die Trennebene angeordnet, die den Gassack in zwei Kammern trennt, wobei diese Trennebene bevorzugt durchlässig für das Entfaltungsgas ist. Die überstehenden Gewebebereiche der Gewebezuschnitte können durch Verbinden mehrerer Gewebeteile ausgebildet werden, beispielsweise durch das Verbinden entsprechender Zuschnitte für einen oberen Gassackabschnitt und einen unteren Gassackabschnitt, so dass auf eine einfache Art und Weise ein entsprechender Gewebebereich vorgesehen werden kann. Bei einer Klapplösung werden dann zwei oder drei Gewebeteile benötigt, während bei einem flächigen Aufeinanderlegen und Zusammennähen insgesamt vier Gewebeteile benötigt werden.
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Der Gassack mit einer Öffnung zum Einführen eines Gasgenerators oder von Entfaltungsgas, bei dem im zusammengelegten, nicht entfalteten Zustand ein Gassackabschnitt, der im entfalteten Zustand der Öffnung gegenüberliegt, in einer von dem Gewebezuschnitt gebildeten Tasche untergebracht ist, wobei die Tasche an einer Seite von einer Reißnaht begrenzt ist, sieht vor, dass im Inneren des Gassackes eine Trennebene, durch die der Gassack in eine untere und eine obere Kammer geteilt ist, mit zumindest einer Durchtrittsöffnung für Entfaltungsgas vorgesehen ist, wobei die Reißnaht in der unteren Kammer zwischen der Trennebene und der der Trennebene gegenüberliegenden Unterkante des Gassackes angeordnet ist. Der in der Tasche befindliche Gassackabschnitt kann ein Fangband aufweisen, das zur Begrenzung der Ausdehnung des gefüllten Gassackes dient.
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Der Gassackabschnitt ist in die Tasche hineingestülpt und die Innenseite des Gewebes des Gassackabschnittes liegt der Innenseite des Gewebes der Tasche gegenüber. Dadurch wird gewährleistet, dass die in der Regel beschichteten Innenseiten der Gewebeabschnitte oder, bei einem einteiligen Gewebezuschnitt, die beschichtete Innenseite des Gewebes einander gegenüberliegt und die Außenseite des Gassackgewebes hineingestülpt und zusammengefaltet innerhalb einer Tasche untergebracht ist.
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Zwischen dem Fangband und der Reißnaht kann eine Trennebene angeordnet sein, die zumindest eine Durchtrittsöffnung für das Entfaltungsgas aufweist, so dass ein zweikammeriges System für den Gassack ausgebildet wird. Dies ist insbesondere bei Seitenairbags von Vorteil, um unterschiedliche Entfaltungsgeschwindigkeiten, Füllungsgrade und Standzeiten für einen Kopfairbag und einen Thoraxairbag oder einen Thorax-Pelvis-Airbag bereitzustellen.
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Zwischen Befestigungsstellen des Fangbandes an dem Gewebe des Gassackes, wobei das Fangband an der Innenseite des Gewebes angenäht ist, kann ein Verbindungsbereich des Gassackes angeordnet sein, der eingerollt oder zusammengelegt ist, damit das in der Regel kurze Fangband den Gewebeabschnitt umgeben kann, der im entfalteten Zustand einen Teil der Gassackaußenwandung bildet.
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Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Gleiche Bezugzeichen in den Figuren bezeichnen gleiche Elemente. Es zeigen:
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1 bis 6 – verschiedene Stadien des Verfahrens in einer ersten Ausgestaltungsform mit einem zweikammerigen Airbag; sowie
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8 bis 14 – verschiedene Stadien des Verfahrens in einer Variante mit einem einkammerigen Airbag.
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In der 1 ist schematisch ein Gassack 1 in einem Anfangsstadium seiner Herstellung gezeigt. Der Gassack 1 weist einen ersten Gewebezuschnitt 2 für eine Thoraxkammer und einen zweiten Gewebezuschnitt 3 für eine Kopfkammer auf. Es ist ebenso vorgesehen, dass der Gassack als ein Thorax-Pelvis-Airbag eingesetzt wird, die Erfindung ist nicht auf die Anwendung als Kopf-Thorax-Airbag beschränkt. Beide Gewebezuschnitte 2, 3 sind über eine Naht 4, beispielsweise eine Nähnaht, Klebenaht oder Schweißnaht miteinander verbunden. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Gassack 1 aus insgesamt vier Gewebezuschnitten hergestellt, da die Kopf- und die Thoraxkammer aus je zwei Gewebezuschnitten hergestellt werden. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sowohl die Kopfkammer als auch die Thoraxkammer aus je einem Gewebezuschnitt hergestellt werden, die entlang einer Falzlinie gefaltet und aufeinander gelegt werden. Um dann eine Kammer herzustellen, muss ein Vernähen nicht mehr über den gesamten Außenumfang erfolgen, vielmehr kann die Naht entlang der Falzlinie wegfallen.
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In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist an dem Gewebezuschnitt 3 für die Kopfkammer ein Fangband 5 in Gestalt eines Gewebestreifens über eine erste Befestigungsnaht 6 festgelegt. Das Fangband 5 kann vor oder nach dem Befestigen des Gewebezuschnittes 3 für die Kopfkammer an dem Gewebezuschnitt 2 für die Thoraxkammer befestigt werden. Aus Gründen einer verbesserten Handhabkarkeit ist es zweckmäßig, das Fangband 5 vor dem Befestigen des Gewebezuschnittes 3 an dem Gewebezuschnitt 2 anzubringen.
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Der Gewebezuschnitt 2 ist so gestaltet, dass nach dem Befestigen des Gewebezuschnittes 3 ein Gewebebereich 7 übersteht, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine halbmondförmige Kontur aufweist. Der Gewebebereich 7 dient zur Ausbildung einer Trennebene zwischen der Kopfkammer und der Thoraxkammer. Der Gewebebereich 7 wird durch die Naht 4 in Richtung Thoraxkammer begrenzt. In der 1 ist die Ansicht auf die Innenseite der Gewebezuschnitte 2, 3 gezeigt. Eine Kombination zweier, im Wesentlichen identischer Gewebezuschnitte wird angefertigt, ohne jedoch das Fangband 5 vorzusehen. Diese Kombination der zweiten Gewebezuschnitte wird dann auf die als Außenseite vorgesehene Seite als zweite Gewebelage aufgelegt. Die so mit ihren Außenseiten aufeinander liegenden Gewebezuschnitte werden an dem Kopfbereich mit einer ersten Naht 31 miteinander verbunden. Diese Naht 31 erstreckt sich ungefähr über die Hälfte des Gewebezuschnittes 3 für die Kopfkammer. Alternativ zu der Verbindungsnaht 31 kann in diesem Bereich auch der Gewebezuschnitt 3 gefaltet werden.
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Der Bereich mit der Verbindungsnaht 31 oder der Falznaht wird dann eingerollt oder gefaltet, anschließend wird das Fangband 5 auf die zweite Lage des Gewebezuschnittes 3 bzw. auf den zweiten Gewebezuschnitt 30 aufgelegt, wie es in der 3 in einer Schnittdarstellung gezeigt ist. Das Fangband 5 wird dann mittels einer zweiten Befestigungsnaht 8 an der zweiten Lage des Gewebezuschnittes 3 bzw. an dem zweiten, korrespondierend zu dem ersten Gewebezuschnitt 3 ausgebildeten zweiten Gewebezuschnitt 30 befestigt. Zwischen den beiden Befestigungsnähten 6, 8 des Fangbandes 5 ist ein Verbindungsbereich 16 ausgebildet, der bereits einen Teil des geschlossenen Gassackes, vorliegend einen Teil der Kopfkammer, ausbildet.
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Nach dem Zusammenrollen oder Zusammenfalten des Verbindungsbereiches 16 und dem Befestigen des Fangbandes 5 mittels der zweiten Befestigungsnaht 8 wird über eine zweite Naht 32 die Kopfkammer geschlossen. Optional kann eine Reißnaht 9 angebracht werden, die oberhalb der Naht 4 angeordnet ist. Dies ist in der 4 dargestellt. In der 4 ist ebenfalls gezeigt, dass der Gewebezuschnitt 2 für die Thoraxkammer an seinen Seiten durch Verbindungsnähte 21, 22 an den Seitenkanten geschlossen wird. An dem unteren Ende ist die Thoraxkammer mit einer Öffnung 23 versehen. In dem Fertigungszustand, wie er in der 4 dargestellt ist, ist der Gassack 1 an seinem äußeren Umfang vollständig geschlossen, lediglich an dem unteren Ende an der Unterkante ist eine Öffnung 23 ausgebildet. Die Gewebebereiche 7 für die Ausbildung einer Trennebene sind noch nicht miteinander verbunden und befinden sich wie zwei Klappen auf einander gegenüberliegenden Seiten des Gassackes.
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In der 5 ist eine mögliche Faltung der Kopfkammer gezeigt, die entlang dreier Faltlinien 10, 11, 12 im Rahmen einer Zickzackfaltung oder einer anderen Faltung zusammengelegt werden kann. Vorher kann ein Teil der Kopfkammer entlang einer diagonalen Achse eingeklappt werden, so dass eine im Wesentlichen dreieckige Kontur entsteht. Eine solchermaßen zusammengefaltete Kopfkammer wird dann nach innen in die Thoraxkammer hineingestülpt. Anschließend werden beide Gewebebereiche 7 aufeinander gelegt, so dass die Außenseiten aufeinander liegen. Anschließend wird durch eine Umfangsnaht 24 eine Verbindung zwischen den Gewebebereichen 7 hergestellt. In den Gewebebereichen 7 oder in der Umfangsnaht 24 können Durchtrittsöffnungen für Entfaltungsgas aus der Thoraxkammer in die Kopfkammer vorgesehen sein.
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In der 6 ist der Zustand gezeigt, in dem die Gewebebereiche 7 miteinander verbunden sind und die zusammengefaltete Kopfkammer 20 sich innerhalb der Thoraxkammer 2 befindet. Oberhalb der Öffnung 23 kann eine Reißnaht 13 vorgesehen sein, um zu verhindern, dass die Kopfkammer 20 zu weit in die Thoraxkammer hineingeschoben wird. Durch das Verbinden der Gewebebereiche 7 wird eine Trennebene 17 zwischen der Kopfkammer 20 und der Thoraxkammer ausgebildet. Um den Gassack fertigzustellen, wird der untere Bereich der Thoraxkammer 2, der sich unterhalb der Reißnaht 13 befindet, nach oben umgeschlagen, wie durch die Pfeile angedeutet ist. Dadurch wird die Reißnaht 13 zu einer innen liegenden Abschlussnaht und die Innenseiten des Gewebezuschnittes 2 werden auf den oben liegenden Bereich oberhalb der Reißnaht 13 aufgelegt. Die Reißnaht 13 ist dabei so angeordnet, dass der Bereich unterhalb der Reißnaht 13 vollständig über den Bereich oberhalb der Reißnaht 13 gestülpt werden kann. Es wird so eine Tasche durch die Reißnaht 13 und den unteren Teil der Thoraxkammer 2 ausgebildet, in der der übrige Gassackuntergebracht ist.
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Der Zustand, in dem die Kopfkammer 20 und der obere Teil der Thoraxkammer mit den zusammengenähten Gewebebereichen 7 in dem Gewebezuschnitt 2 der Thoraxkammer hineingestülpt ist, ist in der 7 dargestellt. Anders ausgedrückt wird der untere Teil der Thoraxkammer umgestülpt und nimmt den oberen Teil des Gassackes auf. Die Unterkante mit der Öffnung 23 befindet sich in der Darstellung der 7 nunmehr oben und wird durch eine Abschlussnaht 14 verschlossen, so dass sich ein zusammengelegtes Paket ergibt. Gegebenenfalls kann noch eine Öffnung für das Einführen eines nicht dargestellten Gasgenerators in dem Paket ausgebildet sein, die nach dem Einführen eines Gasgenerators verschlossen wird. Die Unterkante des Gassackes ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel dasjenige Ende der Thoraxkammer, das der Kopfkammer gegenüberliegt.
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Die 8 bis 14 zeigen Stadien der Herstellung eines einkammerigen Gassackes 1. Die 8 ist eine Draufsicht auf einen ersten Gewebezuschnitt 3, an dem ein Fangband 5 in Gestalt einer Stoffbahn über eine erste Befestigungsnaht 6 befestigt ist. Dargestellt ist die Innenseite des Gewebezuschnittes 3. Auf der Rückseite, Außenseite an Außenseite anliegend, ist ein zweiter Gewebezuschnitt 30 aufgelegt, der identisch zu dem ersten Gewebezuschnitt 3 ausgebildet ist. Beide Gewebezuschnitte 3, 30 werden entlang einer ihrer Seitenkanten über eine Naht 31 miteinander verbunden, insbesondere vernäht. Die Verbindungsnaht 31 erstreckt sich entlang einer Seitenkante und im Wesentlichen über die Hälfte des oberen Querbereiches der Gewebezuschnitte 3, 30. Unterhalb des Fangbandes 5 wird eine Reißnaht 13 angebracht, die sich zwischen dem Fangband 5 und dem unteren Ende des Gassackes 1 erstreckt. Nach dem Zusammennähen der beiden Gewebezuschnitte 3, 30 wird der Bereich mit der ersten Verbindungsnaht 31 in Richtung auf die Befestigungsnaht 6 des Fangbandes 5 zusammengefaltet oder zusammengerollt. Anschließend wird das Fangband 5 über den zusammengerollten oder zusammengelegten Verbindungsbereich 16 des Gassackes 1 übergeschlagen und mit einer zweiten Befestigungsnaht 8 an dem zweiten Gewebezuschnitt 30 befestigt. Dieser Zustand ist in Schnittdarstellung in der 10 dargestellt. Die 11 zeigt diesen Zustand in schematischer, perspektivischer Darstellung, wobei die beiden Gewebezuschnitte 3, 30 aufgeklappt sind. Anschließend werden die beiden Gewebezuschnitte 3, 30 aufeinander gelegt, so dass die Außenseiten der Gewebezuschnitte 3, 30 aufeinander liegen. Anschließend wird eine zweite Naht 32 ausgeführt, um die zweiten Seitenkanten der Gewebezuschnitte 3, 30 miteinander zu verbinden. Dabei wird an der Unterkante des Gassackes eine Öffnung 23 offen gelassen. In dem in der 12 dargestellten Zustand ist der Gassack bis auf die Öffnung 23 an der Unterkante geschlossen. Zwischen der Unterkante und dem Fangband 5 ist die Reißnaht 13 angeordnet.
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Entlang der Faltlinien 10, 11, 12 kann anschließend der Gassack zusammengefaltet werden. Der obere Teil des Gassackes liegt dann zusammengefaltet aufeinander und der untere Teil des Gassackes, also derjenige Teil, der sich zwischen der Reißnaht 13 und der Unterkante des Gassackes befindet, wird, wie in 13 angedeutet, über den bereits zusammengefalteten oberen Teil des Gassackes übergestülpt. Die Außenseite des Gassackes liegt somit außen, während die Reißnaht 13 einen Abschluss des Paketes bildet. Die Öffnung 23 kann durch eine Abschlussnaht 14 teilweise oder vollständig verschlossen werden. Gegebenenfalls kann eine Öffnung zum Einführen eines Gasgenerators verbleiben.
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Statt einer Ausgestaltung aus zwei Gewebezuschnitten 3, 30 kann der Gassack auch aus einem einzigen Gewebezuschnitt ausgebildet sein, der entlang einer Seitenkante umgelegt wird, wobei sich diese Falzkante in einem Bereich erstreckt, der dem der ersten Verbindungsnaht 31 entspricht. Sofern es erforderlich ist, kann noch ein Teil am oberen Ende mit einer Naht verschlossen werden, um einen halb geschlossenen Zustand, so wie in der 8 dargstellt, zu erzeugen.
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Ebenfalls ist es möglich, den vernähten Gassack, so wie er in den 7 oder 14 dargestellt ist, weiter zu falten, um ihn auf das gewünschte Packmaß zu bringen.