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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Kontaktpaarung,
die ein elektrisch leitendes Kontaktelement und ein mit dem Kontaktelement
an wenigstens einer Kontaktstelle in elektrischen Kontakt bringbares,
ebenfalls elektrisch leitendes Gegenkontaktelement umfasst, wobei
das Kontaktelement und/oder das Gegenkontaktelement wenigstens an der
Kontaktstelle ein zinnhaltiges Material aufweisen und eine vorbestimmte
Normalkraft vorgesehen ist, durch welche im Betrieb das Kontaktelement
und das Gegenkontaktelement gegeneinander gedrückt sind.
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Ferner
betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer elektrischen
Kontaktpaarung, die ein elektrisch leitendes Kontaktelement und
ein an das Kontaktelement angrenzendes, ebenfalls elektrisch leitendes
Gegenkontaktelement umfasst, sowie ein Verfahren zur Kontaktierung
eines elektrisch leitendes Kontaktelementes mit einem elektrisch
leitenden Gegenkontaktelement an wenigstens einer Kontaktstelle,
wobei an der Kontaktstelle die Oberflächen des Kontaktelementes und/oder
des Gegenkontaktelementes mit wenigstens einem Krümmungsradius
versehen sind.
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Elektrisch
leitende Kontaktelemente können beispielsweise
in Steckverbindungen angeordnet sein, die mehrfach gesteckt und
gelöst
werden. Des Weiteren können
Kontaktelemente auf Leiterplatten, beispielsweise in Form eines
Durchgangslochs zur Aufnahme eines Einpresskontaktes oder in Form
eines aufgebrachten Fortsatzes, angeordnet sein.
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Üblicherweise
werden Kontaktelemente mit einer zinnhaltigen Schutzschicht versehen,
die garantieren soll, dass das Kontaktelement elektrischen und mechanischen
Anforderungen genügt.
Ein bekannter Nachteil von Zinnoberflächen ist ihre Neigung zur Bildung
sogenannter „Whisker”, d. h.
nadelförmiger
Zinn-Einkristalle, die bis zu einigen 100 Mikrometern lang werden
können.
Werden Whisker lang genug, um den Spalt zwischen den Anschlüssen von
Bauelementen zu überbrücken, können Kurzschlüsse und
Defekte auftreten.
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Eine
bekannte Ursache der Whisker-Bildung sind mechanische Spannungen
innerhalb der Zinnschicht, die einen Relaxationsprozess auslösen. Durch
die Spannungen erfolgt ein Materialtransport der Zinnatome via Korngrenzendiffusion
zu Positionen geringerer Spannung, weshalb eine bis zur Oberfläche durchgehende
Versetzung die Bildung nadelförmiger
Kristalle verursacht. Konventionelle Zinnoberflächen weisen nach einer Lagerzeit
von sieben Wochen bei Raumtemperatur bereits Whisker mit einer Länge von
30 μm bis
mehr als 100 μm
auf.
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Die
Bildung von Whiskern an zinnhaltigen Oberflächen konnte in der Vergangenheit
durch die Zugabe von Blei unterdrückt werden. Während Schutzschichten
bisher aus Zinn-Blei-Legierungen hergestellt
wurden, ist inzwischen aufgrund der bekannten Toxizität des Bleis
sowie der zunehmenden Menge deponierten Elektronikschrotts durch
die Gesetzgebung vieler Länder
der Einsatz von Blei beschränkt
worden. Die in diesem Zusammenhang erforderliche Umstellung von
Zinn-Blei- auf bleifreie Zinnschichten verschärft die Problematik der Whisker-Bildung,
da einige der favorisierten bleifreien Alternativen gegenüber Zinn-Blei-Lösungen stärker zur Whisker-Bildung neigen.
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Die
Verkleinerung elektronischer Baugruppen, die mit einer Verringerung
der Leiterbahn- und Pinabstände einhergeht,
erhöht
zusätzlich
das Risiko, dass im Falle einer Bildung von Whiskern ein elektrischer
Kurzschluss zwischen benachbarten Bauelementen entsteht.
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Folglich
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Zuverlässigkeit
elektrischer, zinkhaltiger Kontaktpaarungen zu erhöhen.
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Diese
Aufgabe wird für
eine elektrische Kontaktpaarung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst,
dass an der Kontaktstelle die Oberflächen des Kontaktelementes und/oder
des Gegenkontaktelementes mit wenigstens einem Krümmungsradius
versehen sind, und dass die mit der dritten Wurzel der zwischen
Kontaktelement und Gegenkontaktelement wirkenden Normalkraft multiplizierte
Summe der Kehrwerte der Krümmungsradien
kleiner 3,3 ist. Die Einheit der Normalkraft ist dabei [N], die
Einheit der Krümmungsradien
[mm]:
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Eine
derartige Gestaltung der Kontaktelemente bietet den Vorteil, dass
der Spannungsgradient in dem zinnhaltigen Material der Kontaktelemente unterhalb
eines kritischen Schwellwerts bleibt, unterhalb dessen das Wachstum
der Whisker deutlich verringert ist.
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Mit „Krümmungsradius” ist der
Radius einer tatsächlichen,
messbaren Krümmung
bezeichnet. Ein Fläche
mit einem rechnerisch unendlich großen Krümmungsradius entspricht einer
Ebene und weist nach der obigen Definition keinen Krümmungsradius auf.
An der Kontakt stelle, an welcher ein Krümmungsradius vorgesehen ist,
ist folglich wenigstens eine der Oberflächen des Kontaktelementes und/oder
des Gegenkontaktelementes in mindestens einer Richtung gekrümmt.
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Für die Bestimmung
der Krümmungsradien werden
an jedem Punkt der Kontaktstelle die Krümmungsradien der Schnittkurven
der Oberfläche
an der Kontaktstelle mit den in diesem Punkt errichteten Normalebenen
betrachtet, d. h. die Oberfläche
senkrecht schneidenden Ebenen.
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Für die oben
genannte Bedingung sind insbesondere der maximale und der minimale
Krümmungsradius
heranzuziehen, deren Kehrwerte die Hauptkrümmungen der Oberfläche an der
Kontaktstelle definieren. Die entsprechenden Krümmungsrichtungen stehen senkrecht
aufeinander. Bei einer abwickelbaren oder zylindrischen Fläche existiert
nur ein Krümmungsradius,
während
der zweite Krümmungsradius
rechnerisch unendlich groß und
die entsprechende Hauptkrümmung
gleich Null ist.
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Die
Krümmungsradien
der Hauptkrümmungen
der Oberfläche
eines Kontakt- oder Gegenkontaktelementes können an der Kontaktstelle auch gleich
groß sein.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Oberfläche an der
Kontaktstelle von einem symmetrischen Ende eines elliptischen Paraboloids oder
einer Kugeloberfläche
gebildet ist.
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Die
Krümmung
an einem beliebigen Punkt einer Kontaktstelle kann durch jeweils
zwei Radiusvektoren beschrieben werden, die auf zueinander senkrecht
verlaufenden Normalebenen liegen. Dabei können den Krümmungsradien auch negative
Werte zugeordnet werden.
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Die
Bedingung
kann vorzugsweise für beliebige
Schnittebenen durch die aneinander angrenzenden Abschnitte der Oberflächen des
Kontaktelementes und des Gegenkontaktelementes, d. h. durch die
Kontaktstelle, erfüllt
sein. Bei einer Schnittebene, die von der Normalebene abweicht,
kann entsprechend die auf dieser Schnittebene liegende Komponente
der Normalkraft in die Bedingung eingesetzt werden.
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Die
Oberfläche
des Kontaktelementes und/oder des Gegenkontaktelements kann an der Kontaktstelle
konvex und/oder konkav gekrümmt oder
ohne Krümmungsradius
ausgeführt
sein. Die Paarung einer gekrümmten
mit einer entsprechend gekrümmten
oder einer ebenen Oberfläche
ermöglicht
einen verlässlichen
Kontakt, auch wenn Kontakt- und Gegenkon taktelement gegeneinander
verdreht sind, da bis zu einem bestimmten Verdrehwinkel die Auflageflächen der
aneinander angrenzenden Abschnitte nicht verringert wird.
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Die
elektrische Kontaktpaarung weist vorzugsweise Oberfächenpaarungen
mit einer konvexen und einer ebenen, einer konvexen und einer konkaven
oder mit zwei konvexen Oberflächen
auf.
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Die
Oberfläche
des Kontakt- und/oder Gegenkontaktelementes kann an ihren an das
Kontakt- oder Gegenkontaktelement angrenzenden Abschnitten beispielsweise
zylindrisch geformt sein. Bei einer konvexen Krümmung der Oberfläche bildet
diese zumindest einen Abschnitt der Außenfläche eines Zylinders, bei einer
konkaven Krümmung
zumindest einen Abschnitt der Innenfläche eines Hohlzylinders.
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Alternativ
kann die Oberfläche
des Kontakt- und/oder Gegenkontaktelementes an ihren an das Kontakt-
oder Gegenkontaktelement angrenzenden Abschnitten kugelförmig sein.
Bei einer konvexen Krümmung
der Oberfläche
bildet diese zumindest einen Abschnitt der Außenfläche einer Kugel, bei einer konkaven
Krümmung
zumindest einen Abschnitt der Innenfläche einer Kugel.
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Eine
konvexe Krümmung
der Oberfläche
an der Kontaktstelle eines Kontaktelementes, d. h. eine Wölbung nach
außen,
entspricht einem positiven Krümmungsradius.
Eine ebene Fläche,
d. h. eine fehlende Krümmung
der Oberfläche
des Kontaktelementes, wird rechnerisch durch einen unendlichen Krümmungsradius
beschrieben. Hingegen weist eine konkave Oberfläche des Kontaktelementes, d.
h. eine nach innen gewölbte
Krümmung,
einen negativen Krümmungsradius
auf. Wird eine konkav gekrümmte
Oberfläche
mit einer konvex gekrümmten Oberfläche gepaart,
ist der Betrag des Krümmungsradius
der konkaven Krümmung
vorteilhaft größer als der
Betrag des Krümmungsradius
der konvexen Krümmung.
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Gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausgestaltung können die aneinander angrenzenden
Abschnitte des Kontaktelementes und/oder des Gegenkontaktelementes
mit reinem Zinn beschichtet sein. Auf diese Weise können das
Kontakt- und/oder das Gegenkontaktelement problemlos mit Bauelementen kombiniert
werden, die herkömmliche,
bleihaltige Zinnlegierungen aufweisen. Zudem sind Beschichtungen
aus reinem Zinn aufgrund ihrer Härte
relativ unempfindlich gegen mechanische Belastungen und das Lötverhalten
von reinem Zinn ist bekannt.
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Das
Kontaktelement und/oder das Gegenkontaktelement kann als Stanzteil
aus Blech gefertigt sein, um eine kostengünstige Massenfertigung der Kontaktelemente
zu ermöglichen.
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Für eine integrierte,
platzsparende Bauweise kann das Kontakt- oder das Gegenkontaktelement auf
einer Leiterplatte angeordnet sein, beispielsweise in Form eines
gewölbten
Lötpunktes
oder eines Durchgangslochs.
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Für das eingangs
genannte Verfahren zur Herstellung einer elektrischen Kontaktpaarung
wird die Aufgabe gelöst,
indem die Oberflächen
des Kontaktelementes und/oder des Gegenkontaktelementes an ihren
aneinander angrenzenden Abschnitten mit Krümmungsradien versehen werden,
wobei die Summe der Kehrwerte der Krümmungsradien multipliziert mit
der dritten Wurzel der zwischen Kontaktelement und Gegenkontaktelement
vorgesehenen Normalkraft kleiner 3,3 ist.
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Für das eingangs
genannte Verfahren zur eines elektrische leitenden Kontaktelements
mit einem elektrisch leitenden Gegenkontaktelement wird die Aufgabe
gelöst,
indem eine das Kontaktelement (
2) und das Gegenkontaktelement
(
3) gegeneinander drückende
Normalkraft (N) aufgebracht wird, die der Bedingung
genügt. Auf diese Weise bleibt
die aufgebrachte Normalkraft N unter einem für die Whisker-Bildung kritischen
Schwellwert.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand unterschiedlicher Ausführungsformen
mit Bezug auf die Figuren beispielhaft erläutert. Dabei stellen die beschriebenen
Ausführungsformen
lediglich mögliche Ausgestaltungen
dar, die für
den jeweiligen Anwendungsfall modifiziert werden können. Einzelne,
für sich
vorteilhafte Merkmale können
gemäß der obigen Beschreibung
der vorteilhaften Ausgestaltungen einer jeweils beschriebenen Ausführungsform
hinzugefügt
oder weggelassen werden.
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Es
zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der Erfindung;
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2 eine
schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der Erfindung,
das sich von dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel
durch den Krümmungsradius
des Gegenkontaktelementes unterscheidet;
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3 eine
schematische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels der Erfindung,
das sich von dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel durch
den negativen Krümmungsradius
des Gegenkontaktelementes unterscheidet;
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4 eine
schematische Vorderansicht eines Einpresskontaktes;
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5 eine
perspektivische Ansicht des 4 Einpresskontaktes
der 4;
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6 eine
erfindungsgemäße elektrische Kontaktpaarung,
die eine Leiterplatte sowie einen Einpresskontakt gemäß 4 umfasst,
wobei die Schnittdarstellung den Einpresskontakt entlang der Geraden
A-A der 4 zeigt;
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7 eine
schematische Schnittdarstellung der elektrischen Kontaktpaarung
gemäß 6 entlang
der Geraden VII-VII.
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1 zeigt
eine elektrische Kontaktpaarung 1, die ein elektrisch leitendes
Kontaktelement 2 sowie ein an das Kontaktelement 2 angrenzendes,
ebenfalls elektrisch leitendes Gegenkontaktelement 3 umfasst.
Von dem Kontaktelement 2 und dem Gegenkontaktelement 3 sind
jeweils nur Ausschnitte gezeigt. Das Kontaktelement 2 ist
von einem Kontaktstift gebildet, das Kontaktelement 3 von
einem mit einer Leiterbahn verbundenen Kontaktpunkt auf einer Leiterplatte.
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Auf
das Kontaktelement 2 sowie das Gegenkontaktelement 3 wirkt
eine Normalkraft N, durch welche das Kontaktelement 2 und
das Gegenkontaktelement 3 an einer Kontaktstelle C gegeneinander
gedrückt
sind. Das Kontaktelement 2 weist eine Oberfläche 4 auf,
die auch an dem an das Gegenkontaktelement 3 angrenzenden
Abschnitt mit einem Krümmungsradius
R1 versehen ist. Die Oberfläche 5 des Gegenkontaktelementes 3 weist
hingegen keinen Krümmungsradius
auf, d. h. der hier symbolisch dargestellte Krümmungsradius R2 ist unendlich
groß.
In Betrachtungsrichtung sind die Oberflächen 4, 5 nicht gekrümmt, d.
h. die Oberfläche 4 des
Kontaktelementes 2 ist an dem an das Gegenkontaktelement 3 angrenzenden
Abschnitt zylindrisch geformt, während die
Oberfläche 5 an
dem an das Kontaktelement 2 angrenzenden Abschnitt eben
geformt ist. Die weiteren, hier nicht dargestell ten Radien R3, R4,
welche die Krümmung
der aneinander angrenzenden Abschnitte der Oberflächen 4, 5 beschreiben,
sind wie der Radius R2 unendlich groß.
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Insbesondere
bei unedlen Zinnoberflächen müssen die
zwischen Kontaktelement 2 und Gegenkontaktelement 3 aufgebrachten
Normalkräfte
N groß genug
sein, um die durch die Oxidation des Zinns entstehende Oxidschicht
durch plastische Deformation der Oberflächen 4, 5 aufbrechen
zu können,
da nur so ein verlässlicher
elektrischer Kontakt entsteht. Gleichzeitig sollen die Normalkraft
N und der unter den aneinander angrenzenden Abschnitten der Oberflächen 4, 5 entstehende
Spannungsgradient unterhalb einer zur Whisker-Bildung kritischen Schwelle
bleiben. Um die Whisker-Bildung innerhalb der Lebensdauer der elektrischen
Kontaktpaarung 1 unter einem kritischen Maß zu halten,
ist die Bedingung eingehalten, dass die Summe der Kehrwerte der
Radien multipliziert mit der dritten Wurzel der Normalkraft N oder
Kontaktkraft N kleiner 3,3 ist, wobei die Kontaktpaarung lediglich
einen Krümmungsradius
R1 aufweist. Damit bleibt der maximal auftretende Spannungsgradient
der Kontaktpaarung 1 unter einem Wert von 6,5 Gigapascal
pro Mikrometer, so dass eine Whisker-Bildung vermieden wird. Die Einheit
der Normalkraft ist dabei [N], die Einheit der Krümmungsradien
[mm].
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1 zeigt
eine Ansichtsebene, die durch die Kontaktstelle C und senkrecht
zur Längserstreckung
des durch die Oberfläche 4 gebildeten
Zylinders verläuft.
Die zylindrische Fläche
weist in Längsrichtung
L keine Krümmung
auf. Rechnerisch können die
weiteren, als konstruktive Merkmale nicht vorhandenen Krümmungsradien
der elektrischen Kontaktpaarung, nicht berücksichtigt oder als unendlich
groß gesehen
werden. Der gezeigte Krümmungsradius
R1 beschreibt daher vollständig
die Krümmung
der Oberfläche
des Kontaktelements 2, d. h., der Kehrwert des Radius R1
multipliziert mit der dritten Wurzel der Normalkraft N ist kleiner
3,3.
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Werden
die Radien in einer ersten Schnittebene durch die Kontaktstelle
C abgelesen, die eine schräg
zur Längserstreckung
der zylindrischen Fläche
und damit schräg
zur Längsrichtung
L durch die Kontaktstelle C verlaufende Normalebene bildet, können für die Beschreibung
der Krümmung
der Oberfläche
des Kontaktelementes 2 zwei Radien abgelesen werden, wobei
der zweite Radius des Kontaktelements 2 auf einer zweiten
Schnittebene liegt, die orthogonal zur ersten Schnittebene durch
die Kontaktstelle C verläuft.
Die obige Bedingung ist auch für
jede weitere beliebige Schnittebene durch die aneinander angrenzenden
Abschnitte des Kontaktelementes und des Gegenkontaktelementes erfüllt.
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2 zeigt
eine elektrische Kontaktpaarung 1 mit zwei kugelförmigen Kontaktelementen 2, 3.
Die kugelförmigen
Kontaktelemente 2, 3 sind in einer Schnittdarstellung
gezeigt, wobei die Schnittebene der Schnittdarstellung durch die
Kontaktstelle C und die Mittelpunkte der Radien R1, R2 verläuft. Da
die Kontaktelemente 2, 3 im Gegensatz zu den in
zylindrischen bzw. ebenen Kontaktelementen 2, 3 der 1 in
jeder Schnittebene, welche die Mittelpunkte der Radien R1, R2 schneidet,
Radien aufweisen, wird für
die Bedingung zur Verringerung der Whisker-Bildung jeder Radius
zweimal berücksichtigt:
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Die
Kontaktzonen sind also derart ausgeführt, dass die Summe des zweifachen
Kehrwertes des Radius R1 und des zweifachen Kehrwertes von R2 multipliziert
mit der dritten Wurzel der Normalkraft N kleiner 3,3 ist.
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Eines
der Kontaktelemente 2, 3 oder beide Kontaktelemente 2, 3 können auch
eine Teilfläche
eines Ellipsoids umfassen. Auch bei Ausführung eines oder beider Kontaktelemente 2, 3 Teilfläche eines
Ellipsoids ist vorzugsweise an jeder beliebigen Berührstelle
zwischen den Kontaktelementen 2, 3 die Bedingung
zu erfüllen,
dass die Summe der Kehrwerte aller Krümmungsradien multipliziert
mit der dritten Wurzel der Normalkraft N kleiner 3,3 ist. Bei einer
dreidimensionalen Krümmung
der Kontaktelemente 2, 3, bei der die Kontaktstelle
C zumindest im entspannten, unbelasteten Zustand an ihren an das
jeweils andere Kontaktelement 2, 3 angrenzenden
Abschnitten keine Gerade umfasst, ist jeweils wenigstens ein zweiter
Radius zu berücksichtigen,
um die Whisker-Bildung mit der oben genannten Bedingung zu verringern.
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Ist
ein Kontaktelement 2, 3 als Ellipsoid geformt,
wobei die Längserstreckung
des Ellipsoids parallel zu den aneinander angrenzenden Abschnitten der
Oberfläche 4, 5 des
Kontaktelementes 2 und des Gegenkontaktelementes 3 verläuft, kann
beispielsweise der auf der quer zur Längsrichtung verlaufenden Mittenebene
liegende Radius sowie der auf der entlang der Längsrichtung verlaufenden Mittenebene liegende
Radius in die Bedingung zur Verringerung der Whisker-Bildung eingesetzt
werden.
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3 zeigt
eine Schnittansicht eines dritten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Kontaktpaarung 1.
Ein konvexes, d. h. nach außen
gekrümmtes
Kontaktelement 2 ist mit einem konkaven, d. h. nach innen
gekrümmten
Kontaktelement 3 gepaart. In Betrachtungs richtung der in 3 gezeigten
Schnittansicht weisen die Oberflächen 4, 5 der Kontaktelemente 2, 3 keinen
Krümmungsradius
auf, d. h. die Oberflächen 4, 5 sind
zylindrisch geformt. Der Radius R2 der konkaven, d. h. nach innen
gekrümmten
Oberfläche 5 des
Kontaktelementes 3 ist negativ, d. h. R2 ist kleiner 0.
Damit ist
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4 zeigt
einen Einpresskontakt 6, der neben einem Anschlussabschnitt 7,
einem Befestigungsabschnitt 8 und einem Einführabschnitt 9 einen Einpressabschnitt 2 aufweist,
der als Kontaktelemente 2 dient. Über den Einführabschnitt 9 kann
der Einpresskontakt 6 in ein Durchgangsloch einer gedruckten
Leiterplatte eingeführt
werden. Das zwischen dem Befestigungsabschnitt 8 und dem
Einführabschnitt 9 angeordnete
Kontaktelement 2 weist zwei Bögen 2a, 2b auf,
die einen elliptischen Schlitz 2c umschließen. Wird
der Einpresskontakt 6 in ein Durchgangsloch einer gedruckten
Leiterplatte eingepresst, werden die Bögen 2a, 2b des
Kontaktelementes 2 zusammengedrückt und verformt, so dass die Bögen 2a, 2b gegen
die Wände
des Durchgangsloch der Leiterplatte drücken und eine sichere elektrische Verbindung
herstellen.
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Der
Befestigungsabschnitt 8 kann beispielsweise mit weiteren
Einpresskontakten 6 in entsprechend ausgestaltete Befestigungslöcher eines
aus isolierendem Material gefertigten Gehäuses eingesetzt werden, so
dass die Position des Einpresskontaktes 6 gegenüber der
Leiterplatte stabilisiert ist.
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5 zeigt
zur Veranschaulichung des in 4 gezeigten
Einpresskontaktes eine perspektivische Ansicht des Einpresskontaktes 6.
Die Oberfläche 4 des
Kontaktelementes 2 ist in zwei Richtungen gekrümmt, d.
h., die Oberfläche 4 ist
sowohl in Einführrichtung
E als auch quer zur Einführrichtung
E mit einem Krümmungsradius
R1, R3 versehen.
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6 zeigt
eine Schnittansicht eines Ausschnitts einer Leiterplatte 10 mit
einem Durchgangsloch 3, welches das Gegenkontaktelement 3 bildet.
In das Durchgangsloch 3 ist ein Einpresskontakt 6 entsprechend 4, 5 eingepresst.
Der Einpresskontakt 6 ist in einer Schnittdarstellung gezeigt,
die einem Schnitt an der Stelle A-A der 4 entspricht. Die
Schnittebene der 6 entspricht einer Normalebene
durch die Kontaktstelle C.
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Aufgrund
der elastischen Verformung der Bögen 2a, 2b wirken
zwischen dem Durchgangsloch 3 und den Bögen 2a, 2b an
den jeweils aneinander angrenzenden Abschnitten Normalkräfte N, die
den elektrischen Kontakt zwischen dem Einpresskontakt 2 und
der Leiterplatte 10 herstellen. Auch die in 6 dargestellte
Kontaktpaarung 1 weist Krümmungsradien entsprechend Anspruch
1 auf, wobei der Radius R2 des Durchgangslochs 3 aufgrund
seiner konkaven, d. h. nach innen gekrümmten Gestaltung negativ ist.
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7 zeigt
eine Schnittansicht entlang der Geraden VII-VII der 6.
Auch die Schnittebene der 7 entspricht
einer Normalebene durch die Kontaktstelle C. In dieser Ebene weist
die Oberfläche 4 des
Kontaktelementes 2 einen Krümmungsradius R3 auf, während die
Oberfläche 5 des
Kontaktelementes 3 geradlinig verläuft bzw. mit einem rechnerisch
unendlich großen
Krümmungsradius
R4 versehen ist. Auch die Radien R3 und R4 dieser zweiten Normalebene
sind bei der Ausgestaltung der Kontaktpaarung 1 berücksichtigt,
so dass
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