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DE102008034316A1 - Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs und Kraftfahrzeug - Google Patents

Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs und Kraftfahrzeug Download PDF

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DE102008034316A1
DE102008034316A1 DE200810034316 DE102008034316A DE102008034316A1 DE 102008034316 A1 DE102008034316 A1 DE 102008034316A1 DE 200810034316 DE200810034316 DE 200810034316 DE 102008034316 A DE102008034316 A DE 102008034316A DE 102008034316 A1 DE102008034316 A1 DE 102008034316A1
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wheel
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braking
roadway
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GM Global Technology Operations LLC
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    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
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    • B60T8/17Using electrical or electronic regulation means to control braking
    • B60T8/1755Brake regulation specially adapted to control the stability of the vehicle, e.g. taking into account yaw rate or transverse acceleration in a curve
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
    • B60T2201/00Particular use of vehicle brake systems; Special systems using also the brakes; Special software modules within the brake system controller
    • B60T2201/16Curve braking control, e.g. turn control within ABS control algorithm

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  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs in Kurvenfahrt auf einer Fahrbahn, bei welchem ein momentaner Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs mittels eines Lenkwinkelsensors erfasst und für zumindest ein Rad eine während einer Bremsung einwirkende Bremskraft so eingestellt wird, dass für eine vom Rad auf die Fahrbahn übertragbare maximale Gesamtkraft eine dem momentanen Lenkwinkel entsprechende maximale Seitenführungskraft übertragen werden kann. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein zur Durchführung des Verfahrens geeignet eingerichtetes Kraftfahrzeug.

Description

  • Gebiet der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik und betrifft ein Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs, sowie ein zur Durchführung des Verfahrens geeignet eingerichtetes Kraftfahrzeug.
  • Stand der Technik
  • Moderne Kraftfahrzeuge sind in der Regel mit einem als ”Antiblockiersystem (ABS)” bezeichneten Bremsassistenzsystem ausgerüstet, durch das einem Blockieren der Räder bei einer Vollbremsung über eine automatische Reduzierung des Bremsdrucks entgegen gewirkt wird. Die ABS-Regelung macht sich hierbei die Tatsache zu Nutze, dass eine maximale Verzögerung nicht bei blockierenden Rädern entsprechend einem Bremsschlupf von 100%, sondern bei einem Bremsschlupf im Bereich von einigen zehn Prozent erzielt werden kann. Erreicht wird dies durch eine Erfassung von momentanen Drehzahlen der Räder mittels Drehzahlsensoren und einer den gewünschten Bremsschlupf bewirkenden Beaufschlagung der Radbremszylinder mit Bremsflüssigkeit.
  • Nun hängt die während einer Kurvenfahrt beim Bremsen erreichbare maximale Verzögerung nicht nur vom Bremsschlupf sondern auch von den durch die Räder auf die Fahrbahn übertragenen Seitenführungskräften ab. Dieser Zusammenhang kann durch ein Längs-/Seitenkraft-Diagramm, den so genannten Kammschen Kreis anschaulich dargestellt werden.
  • In 2 ist ein Kammscher Kreis (K) beispielhaft gezeigt. Demnach ergibt sich die an einem Rad übertragbare Gesamtkraft (Fges) als Vektorsumme aus einer in Abrollrichtung des Rads maximal übertragbaren Längskraft (Fl) und einer quer zur Abrollrichtung maximal übertragbaren Seitenkraft (Fs). Die den Radius des Kammschen Kreises bestimmende Gesamtkraft gibt die maximale Haft- bzw. Haltekraft des Rads an. Deren Größe hängt von der Haftreibung des Rads ab, die sich ihrerseits aus dem Anpressdruck des Rads auf die Fahrbahn (Normalkraft) und den Materialeigenschaften der Materialpaarung Reifen/Fahrbahn, beschrieben durch eine Haftreibungszahl (Haftreibungskoeffizient), ergibt. Gemäß dem Kammschen Kreis nimmt bei einer gleichen Gesamtkraft die maximal übertragbare Längskraft mit zunehmender Seitenführungskraft ab und umgekehrt. Bei voller Ausnutzung der maximal übertragbaren Längskraft beim Beschleunigen oder Bremsen reduziert sich demnach die Seitenführungskraft auf Null. Umgekehrt kann ohne einwirkende Längskraft die volle Seitenführungskraft auf die Fahrbahn übertragen werden.
  • Bei einer ABS-Regelung erfolgt eine Variation der Bremskraft lediglich mit dem Ziel, einen für die Bremswirkung in Abrollrichtung optimalen Bremsschlupf bereit zu stellen. Die bei einer Kurvenfahrt zu übertragenden Seitenführungskräfte werden hierbei nicht berücksichtigt, so dass bei einer Vollbremsung in Kurvenfahrt der Fall eintreten kann, dass die für die Kurvenfahrt erforderlichen Seitenführungskräfte nicht auf die Fahrbahn übertragen werden können, mit der Folge, dass die Räder seitlich rutschen, das Fahrzeug über- oder untersteuert und gegebenenfalls ins Schleudern gerät.
  • Bei einem als ”elektronische Stabilitätskontrolle (ESC)” bezeichneten Fahrerassistenzsystem kann durch gezieltes Bremsen einzelner Räder und gegebenenfalls einer Drosselung der Motorleistung einem Über- und Untersteuern bzw. Schleudern des Fahrzeugs entgegengewirkt werden. Erreicht wird dies durch die sensorgestützte Ermittlung einer Reihe von Kenngrößen zur Beschreibung des momentanen Fahrzeugzustands, wie Räderdrehzahl, Gierrate und Beschleunigung, und einem Vergleich der ermittelten Kenngrößen mit Sollwerten entsprechend einem auf einem Fahrerwunsch basierenden Sollzustand für das Fahrzeug, welcher beispielsweise über den momentanen Lenkeinschlag ermittelt wird. Bislang erfolgt durch eine solche ESC-Regelung lediglich eine Erhöhung des Bremsdrucks einzelner Räder, um die Beherrschbarkeit des Fahrzeugs sicherzustellen, so dass bei einer Vollbremsung eine Reduzierung der Bremskraft nicht möglich ist.
  • Aufgabenstellung
  • Demgegenüber besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs anzugeben, durch das während einer Vollbremsung in Kurvenfahrt maximale Seitenführungskräfte von den gebremsten Rädern auf die Fahrbahn übertragen werden können.
  • Lösung der Aufgabe
  • Diese und weitere Aufgaben werden nach dem Vorschlag der Erfindung durch ein Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs in Kurvenfahrt sowie durch ein zur Durchführung des Verfahrens geeignet eingerichtetes Kraftfahrzeug mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche angegeben.
  • Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs auf einer Fahrbahn in Kurvenfahrt gezeigt. In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein momentaner Lenkwinkel (Lenkeinschlag) eines Lenkrads zur Lenkung des Fahrzeugs mittels eines Lenkwinkelsensors erfasst. Bei einer Bremsung, insbesondere bei Vollbremsung, wird für zumindest ein Rad, insbesondere für alle gebremsten bzw. bremsbaren Räder, des Kraftfahrzeugs eine auf das Rad einwirkende Bremskraft so eingestellt, dass für eine vom Rad auf die Fahrbahn übertragbare maximale Gesamtkraft eine dem erfassten momentanen Lenkwinkel entsprechende maximale Seitenführungskraft übertragen werden kann.
  • Als eine vom Rad auf die Fahrbahn übertragene Gesamt- bzw. Haftkraft (bei Haftreibung) ist im Sinne der Erfindung, wie üblich, die vektorielle Summe aus einer in Abrollrichtung auf die Fahrbahn übertragenen Längskraft und einer quer zur Abrollrichtung auf die Fahrbahn übertragenen Seitenkraft zu verstehen.
  • Eine Regelung der Bremskraft erfolgt erfindungsgemäß somit in der Weise, dass die Bremskraft für das gebremste Rad so eingestellt wird, dass höchstens die für einen momentanen Lenkwinkel und für die maximal übertragbare Gesamtkraft maximal übertragbare Verzögerung (im Sinne des Kammschen Kreises) bewirkt wird. Vorteilhaft, jedoch nicht zwingend, wird die Bremskraft so eingestellt, dass die für einen momentanen Lenkwinkel und für die maximal übertragbare Gesamtkraft maximal übertragbare Verzögerung bewirkt wird.
  • Erfindungemäß kann die Seitenkraft, welche für die dem momentanen Lenkwinkel entsprechende Kurvenfahrt erforderlich ist, von dem gebremsten Rad auf die Fahrbahn übertragen werden. Das erfindungsgemäße Verfahren verhindert somit in vorteilhafter Weise ein Ausbrechen bzw. Schleudern des gebremsten Fahrzeugs während einer Kurvenfahrt.
  • Die Erfindung erstreckt sich weiterhin auf ein Kraftfahrzeug, das mit einer regelbaren Bremsanlage, die eine Einstellung voneinander verschiedener Bremskräfte an allen gebremsten Rädern ermöglicht, einem Lenkwinkelsensor zur Erfassung eines momentanen Lenkwinkels, sowie einem mit der Bremsanlage und dem Lenkwinkelsensor datentechnisch verbundenen Steuergerät ausgerüstet ist. Das Steuergerät ist zur Durchführung eines wie oben Verfahrens programmtechnisch geeignet eingerichtet.
  • Ausführungsbeispiel
  • Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, wobei Bezug auf die beigefügten Figuren genommen wird. Es zeigen:
  • 1 ein Kraftfahrzeug zur Veranschaulichung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens;
  • 2 einen Kammschen Kreis zur Veranschaulichung der von einem Rad während einer Kurvenfahrt auf die Fahrbahn übertragenen Kräfte.
  • 2 wurde bereits in der Beschreibungseinleitung eingehend erläutert, so dass sich hier eine weitere Beschreibung erübrigt.
  • In 1 ist zur Veranschaulichung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens ein Kraftfahrzeug 1 auf einer gekurvten Fahrbahn 2 gezeigt. Die Fahrbahn 2 weist eine gleichmäßige Krümmung auf, was durch die beiden Seitenlinien 3 schematisch dargestellt ist.
  • Das Kraftfahrzeug 1 ist mit einer nicht näher dargestellten, regelbaren, hydraulischen Bremsanlage ausgerüstet, die eine Einstellung voneinander verschiedener Bremskräfte an allen gebremsten Rädern ermöglicht. Eine Regelung der Bremskräfte erfolgt hierbei über eine Änderung des Bremsdrucks in den Rädern jeweils zugeordneten Radzylindern, wobei der Bremsdruck über eine gezielte Zuleitung von Bremsflüssigkeit zu den Radzylindern eingestellt werden kann. Über einen ebenfalls nicht näher dargestellten Lenkwinkelsensor kann ein momentaner Lenkwinkel des Lenkrads des Kraftfahrzeugs 1 erfasst werden. Der Lenkwinkelsensor und die Bremsanlage sind jeweils mit einem nicht dargestellten Steuergerät datentechnisch verbunden, wobei durch den Lenkwinkelsensor momentane Lenkwinkel entsprechende Ein gangssignale dem Steuergerät zugeführt werden und die Bremsanlage über Ausgangssignale des Steuergeräts steuerbar ist.
  • In 1 wird das Fahrzeug 1 während der Kurvenfahrt einer Vollbremsung unterworfen, wobei das Fahrzeug 1 dem kurvigen Verlauf der Fahrbahn 2 ohne auszubrechen folgt. Zu diesem Zweck wird von dem Lenkwinkelsensor periodisch, jeweils nach Ablauf einiger Zehntelsekunden, ein momentaner Lenkwinkel erfasst, wobei der Lenkwinkel durch den Fahrer hier so eingestellt ist, dass das Fahrzeug 1 dem Verlauf der Fahrbahn 2 folgt. Bei der Vollbremsung erfolgt für alle gebremsten Räder, hier beispielsweise alle vier Räder des Fahrzeugs 1, durch das Steuergerät eine Regelung des Bremsdrucks der Radzylinder der Bremsanlage in der Weise, dass für den eingestellten Lenkwinkel eine maximal mögliche Verzögerung entsprechend der von den Rädern bei Kurvenfahrt auf die Fahrbahn 2 übertragbaren Gesamtkraft erreicht wird. Die gebremsten Räder rollen in diesem Fall mit Haftreibung auf der Fahrbahn 2 ab, ein seitliches Rutschen der Reifen wird vermieden.
  • Eine solche Regelung kann beispielsweise in Form einer Kennfeldsteuerung auf Basis eines auf empirisch oder theoretisch ermittelten Daten beruhenden Kennfelds erfolgen. In dem Kennfeld sind für eine maximal übertragbare Gesamtkraft die bei den jeweiligen Lenkwinkeln von den Rädern auf die Fahrbahn 2 maximal übertragbaren Verzögerungen angegeben. Die von den Rädern auf die Fahrbahn 2 maximal übertragbare Gesamtkraft basiert in wesentlicher Weise auf dem Anpressdruck der Räder auf die Fahrbahn sowie auf Eigenschaften der Materialpaarung Reifen/Fahrbahn. Der Anpressdruck der Räder hängt vom Fahrzeuggewicht und der Reifenaufstandsfläche, sowie von gegebenenfalls eingesetzten luftlenkenden Strukturen (Spoiler) ab. Für eine Materialpaarung Gummi/Asphalt könnte ein Reibungskoeffizient beispielsweise einen Wert im Bereich von 0,8 bis 0,9 haben.
  • Denkbar wäre auch, dass im Kennfeld für verschiedene maximal übertragbare Gesamtkräfte die jeweils bei verschiedenen Lenkwinkeln von den Rädern auf die Fahrbahn 2 maximal übertragbaren Verzögerungen angegeben sind. Beispielsweise könnte über einen Regen- bzw. Feuchtigkeitssensor der Zustand der Fahrbahn 2 erfasst und eine automatische Auswahl einer maximal übertragbaren Gesamtkraft erfolgen, die dann als Basis für die Bremskraftregelung dient. Die maximal übertragbare Gesamtkraft bei nassem Asphalt könnte für eine Materialpaarung Gummi/Asphalt beispielsweise auf einem Reibungskoeffizienten im Bereich von 0,4 bis 0,5 basieren. Ebenso wäre denkbar, dass über entsprechende Sensoren nicht nur der Zustand der Fahrbahn, sondern auch die Art und Beschaffenheit der Fahrbahn erfasst wird. So könnten beispielsweise maximal übertragbare Gesamtkräfte und deren zugehörige maximalen Verzögerungen bei verschiedenen Lenkwinkeln beispielsweise für Asphalt, Beton, Schotter, Kies, Sand und dergleichen im Kennfeld enthalten sein.
  • Das Kraftfahrzeug 1 ist weiterhin mit einem nicht dargestellten Bremsanforderungssensor ausgerüstet, durch den eine vom Fahrer gestellte Bremsanforderung erfasst werden kann. Ein solcher Bremsanforderungssensor kann beispielsweise in Form eines Bremspedalsensors zur Erfassung einer momentanen Stellung des Bremspedals ausgebildet sein. Falls anstelle einer Vollbremsung des Kraftfahrzeugs 1 eine Bremsung mit einer die Räder im Zustand der Haftreibung belassenden Bremskraft erfolgt, kann erfindungsgemäß eine Regelung der Bremskraft in der Weise erfolgen, dass die Bremskraft höher oder niedriger als die durch die Bremsanforderung vorgegebene Bremskraft ist, solange sichergestellt ist, dass die dem momentanen Lenkeinschlag entsprechenden maximalen Seitenkräfte an den gebremsten Rädern auf die Fahrbahn übertragen werden können. Vorteilhaft erfolgt in diesem Fall jedoch eine Regelung der Bremskraft in der Weise, dass höchstens eine der Bremsanforderung entsprechende Bremswirkung erzielt wird. Die durch die Bremsanforderung geforderte Bremswirkung stellt somit einen Grenzwert für die durch das Steuergerät eingestellte Bremskraft dar.
  • Als Variante wäre auch denkbar, dass nicht alle gebremsten Räder so geregelt werden, dass für den eingestellten Lenkwinkel eine maximal mögliche Verzögerung entsprechend der von Rädern bei Kurvenfahrt auf die Fahrbahn 2 übertragbaren Gesamtkraft erreicht wird. Vielmehr wäre auch möglich, dass einzelne Räder gezielt blockiert werden, um ein Schleudern in der durch den Lenkeinschlag vorgegebenen Richtung aktiv auszulösen. Falls, wie in 1 angegeben, das Kraftfahrzeug 1 in einer Linkskurve an einem beispielsweise stehenden Objekt vorbeifahren soll, könnte beispielsweise das rechte hintere Rad zum Blockieren gebracht werden, währenddessen die Bremskraft der anderen gebremsten Räder in der oben angegebenen Weise geregelt wird. Anschließend könnte das Kraftfahrzeug 1 durch gezieltes stärkeres Bremsen an dem links vorne befindlichen Rad abgefangen werden. Insbesondere könnte zu diesem Zweck auch ein Blockieren des links vorne befindlichen Rads erfolgen und die anderen gebremsten Räder in der oben angegebenen Weise geregelt werden, um ein Gegenschleudern auszulösen. Das Kraftfahrzeug 1 würde in diesem Fall zuerst nach links schleudern, anschließend nach rechts schleudern, um auf diese Weise an dem Objekt vorbei zu gelangen. Durch einen am Kraftfahrzeug 1 angebrachten Objekterkennungssensor könnte ein in Fahrtrichtung voraus befindliches Objekt und insbesondere dessen Relativabstand bzw. Relativgeschwindigkeit zum Kraftfahrzeug 1 erfasst werden, um ein solches aktives Schleudern des Kraftfahrzeugs 1 auf Basis der von dem Objekterkennungssensor gelieferten Daten auszulösen.
  • Gleichermaßen wäre es auch möglich, dass ein durch den Fahrer vorgegebener Lenkwinkel durch einen Aktuator, durch den ein momentaner Lenkwinkel verstellt werden kann, vergrößert wird, um hierdurch das aktive Schleudern des Kraftfahrzeugs 1 zu unterstützen.
  • Ebenso wäre denkbar, dass durch einen Sensor zum Erfassen einer möglichen Ausweichstrecke zum Passieren eines in Fahrtrichtung voraus befindlichen Objekts eine Ausweichstrecke erfasst und dem Fahrer über eine durch einen Aktuator bewirkte Ruckbewegung am Lenkrad angezeigt wird. Der Fahrer könnte dann den Lenkeinschlag in entsprechender Weise vornehmen, um dem Objekt auszuweichen.
  • Zum Vergleich ist in 1 das Fahrzeug 1 in verschiedenen mit einem Strich gekennzeichneten Stellungen gezeigt, bei denen keine Regelung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt wird. Während der Vollbremsung, die durch eine entsprechende Bremsanforderung durch den Fahrer ausgelöst wird, tritt wie üblich ein Blockieren der gebremsten Räder ein, was zur Folge hat, dass die Räder vom Zustand der Haftreibung in den Zustand der Gleitreibung übergehen, in dem die übertragbaren Seitenführungskräfte stark vermindert sind, so dass das Fahrzeug 1' in der Kurvenfahrt untersteuert und dem Kurvenverlauf nicht mehr folgen kann.
  • Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs auf einer Fahrbahn in Kurvenfahrt angegeben, das in vorteilhafter Weise ein Ausbrechen des Fahrzeugs verhindert, indem sichergestellt wird, dass die für die Kurvenfahrt erforderlichen Seitenführungskräfte an den Rädern übertragen werden können.
  • 1, 1'
    Kraftfahrzeug
    2
    Fahrbahn
    3
    Seitenlinie

Claims (9)

  1. Verfahren zum Abbremsen eines Kraftfahrzeugs (1) in Kurvenfahrt auf einer Fahrbahn (2), bei welchem ein momentaner Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs mittels eines Lenkwinkelsensors erfasst und für zumindest ein Rad eine während einer Bremsung einwirkende Bremskraft so eingestellt wird, dass für eine vom Rad auf die Fahrbahn (2) übertragbare maximale Gesamtkraft (Fges) eine dem momentanen Lenkwinkel entsprechende maximale Seitenführungskraft (Fs) vom Rad auf die Fahrbahn (2) übertragen werden kann.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem die auf das Rad einwirkende Bremskraft so eingestellt wird, dass für eine vom Rad auf die Fahrbahn (2) übertragbare maximale Gesamtkraft (Fges) eine dem momentanen Lenkwinkel entsprechende maximale Verzögerung (Fl) vom Rad auf die Fahrbahn übertragen wird.
  3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, bei welchem ein Fahrbahnzustand mittels eines Fahrbahnzustandssensors erfasst wird und eine Einstellung der Bremskraft in Abhängigkeit des erfassten Fahrbahnzustands erfolgt.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 3, bei welchem eine Bremsanforderung mittels eines Bremsanforderungssensors erfasst und die auf das wenigstens eine Rad einwirkende Bremskraft so eingestellt wird, dass eine der erfassten Bremsanforderung entsprechende Bremskraft nicht überschritten wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem wenigstens ein Rad des Kraftfahrzeugs blockiert wird, derart, dass das Kraftfahrzeug (1) in einer durch den Lenkwinkel vorgegebenen Richtung schleudert.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, bei welchem wenigstens ein Rad des Kraftfahrzeugs (1) blockiert wird, derart, dass das Kraftfahrzeug während des Schleuderns in einer durch den Lenkwinkel vorgegebenen Richtung durch Schleudern in einer zu der durch den Lenkwinkel vorgegebenen Richtung entgegen gesetzten Richtung abgefangen wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 6, bei welchem durch einen Aktuator zum Verstellen des Lenkwinkels eine Vergrößerung des momentanen Lenkwinkels erfolgt.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei welchem durch einen Ausweichstreckenerfassungssensor eine Ausweichstrecke zum Passieren eines in Fahrtrichtung voraus befindlichen Objekts ermittelt und durch einen Aktuator am Lenkrad Ruckbewegungen entsprechend der Ausweichstrecke ausgelöst werden.
  9. Kraftfahrzeug, welche eine regelbare Bremsanlage, die eine Einstellung voneinander verschiedener Bremskräfte an allen gebremsten Rädern ermöglicht, einen Lenkwinkelsensor zur Erfassung eines momentanen Lenkwinkels, sowie eine mit der Bremsanlage und dem Lenkwinkelsensor datentechnisch verbundenene Steuereinrichtung umfasst, wobei die Steuereinrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem Ansprüche 1 bis 8 programmtechnisch geeignet eingerichtet ist.
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