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Die
Erfindung betrifft einen Gassack für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem
eines Fahrzeugs und ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem mit
einem solchen Gassack und einem starren Fahrzeugteil.
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Es
sind Fahrzeuginsassen-Rückhaltesysteme mit einem Gassack
bekannt, der sich im Falle einer abrupten Fahrzeugverzögerung
entfaltet, um einen Fahrzeuginsassen abzufangen. Bei Belastung des
Gassacks durch den Insassen im Rückhaltefall kann der Gassack
nur eine gute Rückhaltewirkung erzielen, wenn er die Möglichkeit
hat, den auftretenden Kräften entgegenzuwirken. Ein Gassack,
insbesondere ein Gassack für einen Beifahrer, stützt
sich dafür an einer Fahrzeugoberfläche, beispielsweise an
der Windschutzscheibe, ab. Bei schräg stehenden Fahrzeugoberflächen,
wie zum Beispiel der Windschutzscheibe, wirken die durch den aufprallenden Insassen
auf den Gassack übertragenen Kräfte nicht senkrecht
auf die Fahrzeugoberfläche. Aus der
DE 20 2004 019 705 U1 ist
ein Gassack bekannt, dessen Form an die Wölbung der Windschutzscheibe
angepaßt ist, um die Lagefixierung des Gassacks zu optimieren.
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Ziel
der Erfindung ist es, die Abstützung eines Gassacks an
einer Fahrzeugoberfläche und auf diese Weise das Rückhalteverhalten
des Rückhaltesystems zu verbessern.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Gassack
für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem eines
Fahrzeugs gelöst, der im aufgeblasenen Zustand mit einer
Teilfläche seines Mantels an einer zum Fahrzeug gehörenden
Oberfläche anliegt. Diese Teilfläche des Gassacks
weist zumindest abschnittsweise eine Reibfläche mit höherer
Reibung als benachbarte Flächen des Gassacks auf. Auf grund
der erhöhten Reibung zwischen Reibfläche und der
Oberfläche des Fahrzeugs wird einem Abgleiten des Gassacks
entgegengewirkt. Auf diese Weise ist eine definierte Positionierung
des Gassacks und eine bessere Abstützung durch den Gassack
möglich.
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Der
Gassack und seine Reibfläche sind beispielsweise so ausgebildet,
daß die Reibfläche eine Fahrzeugscheibe, insbesondere
die Windschutzscheibe, kontaktiert. Diese Anordnung ist besonders für
ein Rückhaltesystem eines Beifahrers von Vorteil.
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Am
Gassack können auch mehrere Reibflächen vorgesehen
sein. Auf diese Weise kann beispielsweise eine optimale Entfaltung
des Gassacks gewährleistet werden, oder unterschiedliche
Reibflächen können unterschiedliche Fahrzeugoberflächen kontaktieren.
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Gemäß einer
der bevorzugten Ausführungsformen ist die gesamte Teilfläche,
mit der der Mantel an der zum Fahrzeug gehörenden Oberfläche
anliegt, als Reibfläche ausgeführt, wodurch die
Größe der Reibfläche maximiert und die
Reibung erhöht wird.
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Die
Reibfläche kann als Teil des Mantels des Gassacks ausgeführt
oder mit dem Mantel des Gassacks verbunden sein, wodurch die Flexibilität
in den Ausführungsformen der Erfindung erhöht
wird.
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Vorzugsweise
ist die Reibfläche Teil eines Gewebes, wodurch sich die
Reibfläche einfach mit dem Gassack falten läßt.
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Die
Erhöhung der Reibung kann beispielsweise durch zumindest
ein Gewebeteil mit erhöhter Reibung erreicht werden. Dies
erlaubt eine einfache Ausführung der Erfindung durch Verwendung
von unterschiedlichen Geweben.
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Es
ist möglich, daß die Teilfläche des Gassacks
mehrere Gewebeteile mit erhöhter Reibung aufweist. Die
Anordnung der verschiedenen Gewebeteile kann damit für
die Faltung und Entfaltung des Gassacks und/oder für die
Anordnung gegenüber der zum Fahrzeug gehörenden
Oberfläche optimiert werden.
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Die
Reibfläche ist beispielsweise auf einem Gewebeteil ausgeführt.
Auf diese Weise lassen sich die Herstellungsschritte des Gassacks
und der Reibfläche trennen, und bestehende Gassäcke
können auf ihren Gewebeteilen mit einer Reibfläche
versehen werden.
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Gemäß einer
der bevorzugten Ausführungsformen wird die Erhöhung
der Reibung durch eine Beschichtung auf dem Gewebeteil bewirkt.
Die Art der Beschichtung kann optimal für die zu kontaktierende
Fahrzeugoberfläche gewählt werden, und es können
einfach verschiedene Geometrien für die Ausführung
der Reibfläche gewählt werden.
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Es
ist auch möglich, daß ein Gewebeteil mehrere Reibflächen
aufweist. Die Anordnung der verschiedenen Reibflächen kann
wiederum optimal für die Faltung und Entfaltung des Gassacks und/oder
die Anordnung gegenüber der zum Fahrzeug gehörenden
Oberfläche gewählt werden.
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Vorzugsweise
ist das Gewebeteil als Abnäher auf dem Mantel des Gassacks
angebracht. Auf diese Weise ist es möglich, die Herstellungsprozesse von
Abnäher und Mantel des Gassacks weitgehend zu trennen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Gewebeteil
Teil des Mantels des Gassacks. Auf diese Weise kann Material eingespart werden,
und der Gassack benötigt im zusammengefalteten Zustand
weniger Volumen und Gewicht.
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Das
erfindungsgemäße Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem
weist einen oben beschriebenen Gassack und ein starres Fahrzeugteil
auf, wobei die Reibfläche so zu einer Fahrzeugoberfläche
ausgerichtet ist, daß die Reibfläche die Fahrzeugoberfläche
im Rückhaltefall kontaktiert. Durch die erhöhte Reibung
zwischen Fahrzeugoberfläche und der Reibfläche
des Gassacks wird einem Abgleiten des Gassacks an der Fahrzeugoberfläche
entgegengewirkt und das Rückhalteverhalten des Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems
verbessert.
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Vorzugsweise
ist die Oberfläche des Fahrzeugs eine Fahrzeugscheibe,
insbesondere die Windschutzscheibe. Diese Anordnung ist vorteilhaft für
Fahrzeuginsassen-Rückhaltesysteme eines Beifahrers oder
von Rückhaltesystemen, die vor einem Seitenaufprall schützen
und deren Gassäcke sich an den Seitenfenstern abstützen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben. In diesen zeigen:
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1 eine
schematische Seitenansicht eines Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems
nach dem Stand der Technik und einen Fahrzeuginsassen im Rückhaltefall;
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2 eine
Vorderansicht des Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems nach
dem Stand der Technik;
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3 eine
Vorderansicht des erfindungsgemäßen Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems
mit einem erfindungsgemäßen Gassack; und
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4 zwei
Ausführungsformen der Reibfläche eines erfindungsgemäßen
Gassacks.
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1 zeigt
ein Rückhaltesystem 10' nach dem Stand der Technik
für einen Fahrzeuginsassen 12 mit einem Gassack 14' im
aufgeblasenen Zustand. Der Gassack 14' liegt mit einer
Teilfläche 16' seines Mantels 18' an
der Windschutzscheibe 20 des Fahrzeuges an. Der Gassack 14' ist
mit der durchgezogenen Linie kurz vor der Belastung durch den Fahrzeuginsassen 12 gezeigt.
Die Position des Gassacks 14' kurz nach der Belastung durch
den Fahrzeuginsassen 12 ist durch die gestrichene Linie
angedeutet.
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Bei
Aufprall des Fahrzeuginsassen 12 gegen den Gassack 14',
wird eine Kraft 15 in der Bewegungsrichtung des Fahrzeuginsassen 12 auf
den Gassack 14' übertragen. Ein Gassack 14' gemäß dem
Stand der Technik kann dabei an der Teilfläche 16' in
Richtung 17' entlang der Windschutzscheibe 20 abgleiten.
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In 2 ist
eine Frontansicht des Fahrzeugs 22 gezeigt. Der Gassack 14' nach
dem Stand der Technik ist analog zu 1 in der Position
vor Belastung mit durchgezogener Linie gezeigt und in der belasteten
Position mit gestrichenen Linien gezeigt.
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Die
Erfindung wird in 3 gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform als Rückhaltesystem 10 für
einen Beifahrer gezeigt, wobei eine Teilfläche 16 des
Mantels 18 des Gassacks 14 mit einer Reibfläche 24 versehen
ist und der Gassack 14 mit der Teilfläche 16 die
Windschutzscheibe 20 des Fahrzeuges 22 kontaktiert.
Es ist grundsätzlich möglich, daß der Mantel 18 des
Gassacks 14 mit einer Teilfläche 16 und
der daran vorgesehenen Reibfläche 24 eine andere
starre Oberfläche des Fahrzeugs 22 (z. B. Armaturentafel)
kontaktiert. Ein erfindungsgemäßer Gassack 14 kann
natürlich auch an anderer Stelle im Fahrzeug 22 angebracht
sein, beispielsweise als Schutz vor Seitenaufprall und kann dabei
an anderen Fahrzeugoberflächen anliegen.
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3 zeigt
eine Frontansicht des Fahrzeugs 22 mit einem erfindungsgemäßen
Rückhaltesystem 10 mit einem erfindungsgemäßen
Gassack 14. Der aufgeblasene Gassack 14 liegt
mit einer Teilfläche 16 seines Mantels 18 an
der Windschutz scheibe 20 des Fahrzeugs 22 an.
Innerhalb der Teilfläche 16 weist der Mantel 18 eine
Reibfläche 24 auf, die auf einen z. B. silikonbeschichteten
Abnäher 26 ausgeführt ist.
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In 4 sind
zwei verschiedene Ausführungsformen der Reibfläche 24 gezeigt.
Die Teilfläche 16, in der der Gassack 14 die
Windschutzscheibe 20 kontaktiert, ist durch die gestrichene
Linie gezeigt. Auf der linken Seite ist ein silikonbeschichteter Abnäher 26 gezeigt,
der dem Abnäher 26 in 3 entspricht.
Die Fläche des Abnähers 26 ist möglichst groß,
um eine möglichst hohe Reibung zu erzielen, die einem Abgleiten
des Gassacks 14 auf der Windschutzscheibe 20 möglichst
effizient entgegenwirkt. Der Abnäher 26 ist auf
seiner gesamten Fläche mit Silikon beschichtet.
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Es
kann aber auch vorgesehen sein, daß der Abnäher 26 beispielsweise
in seinem Randbereich unbeschichtet ist.
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Es
ist natürlich auch möglich, daß die Fläche des
Abnähers 26 größer als die Teilfläche 16 ist,
um sicherzustellen, daß die gesamte Teilfläche 16 als Reibfläche 24 ausgebildet
ist.
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Auf
der rechten Seite von 4 sind mehrere kleinere Reibflächen 24 gezeigt,
die voneinander beabstandet auf der Teilfläche 16 angeordnet
sind. Die Reibflächen 24 sind hier auf einem Gewebeteil des
Mantels 18 des Gassacks 14 durch Beschichtung
oder einem Abnäher ausgeführt. Die Anordnung der
einzelnen Reibflächen 24 ist vorteilhaft für
die platzsparende Faltung und die schnelle Entfaltung des Gassacks 14 gewählt.
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Der
Mantel 18 kann gleichermaßen Gewebeteile mit erhöhter
Reibung aufweisen, beispielsweise in Silikon getränkte
Gewebe oder Gewebeabschnitte. Der Abnäher 26 kann
auch aus einem solchen Gewebe mit erhöhter Reibung gefertigt
sein.
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Bei
Aktivierung des Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems 10 entfaltet
sich der Gassack 14 und kontaktiert mit einer Teilfläche 16 des
Mantels 18 und der darauf vorgesehenen Reibfläche 24 die Windschutzscheibe 20.
Aufgrund der erhöhten Reibung zwischen Reibfläche 24 und
Windschutzscheibe 20 wird einem Abgleiten des Gassacks 14 entlang der
Windschutzscheibe 20 entgegengewirkt, und der Gassack 14 kann
sich an der Windschutzscheibe 20 besser abstützen,
wodurch das Rückhalteverhalten des Rückhaltesystems 10,
und damit der Schutz des Fahrzeuginsassen 12, verbessert
wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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U1 [0002]