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Die
Erfindung betrifft ein Seitenschubgerät für ein
Flurförderfahrzeug mit einer Gabel in einem handbedienten
Lager, das als Anbaugerät zur seitlichen Entnahme von Paletten
aus Regalen oder dergleichen vorgesehen ist.
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Herkömmliche
Flurförderfahrzeuge mit Gabelzinken weisen zur Vergrößerung
der Lastaufnahme und der Verlagerung des Schwerpunktes vergleichsweise
große Abmessungen in Längsrichtung auf. Aus diesem
Grund sind sie für den Einsatz in schmalen Gängen
nicht geeignet. In einem handbedienten Lager werden überwiegend
Elektro-Deichselstapler eingesetzt, die ein möglichst geringes
Gewicht aufweisen sollen. Die seitliche Lastaufnahme ist daher aufgrund
der Schwerpunktverlagerung mit besonderen Schwierigkeiten verbunden.
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In
der
DE 1053409 ist ein
motorgetriebenes Flurförderfahrzeug mit einem Hebeaufsatz
als Baueinheit zur seitlichen Entnahme beschrieben, das auf einer
minimalen Gangfläche eingesetzt wird, die der Fahrzeugbreite
entspricht. Die Hebevorrichtung ist auf einem horizontalen Rahmen
mit einer Drehtafel angeordnet, die um eine vertikale Achse mittels
Kugellager drehbar gelagert ist. Die Gabelzinken laufen mit Rädern
in U-förmigen Führungsschienen. Die vorderen Räder
sind derart ausgestaltet, dass sie bei der Querverschiebung am Boden
stehen, wodurch der Schwerpunkt der Ladung immer zwischen den Führungsrädern
liegt.
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Die
drehbar auf einem Drehteller befestigten Führungsschienen
erfordern ein großes Kugellager mit großem Durchmesser,
was vergleichsweise konstruktiv aufwendig ist. Auf diese Weise können
die Gabelzinken der Hebevorrichtung in verschiedene Richtungen gedreht
werden, insbesondere nach rechts und nach links, so dass beide Seiten
des Lagergestells in einem Durchgang bedient werden können.
Für das seitliche Ausschieben der Gabelzinken ist eine
hydraulische Antriebsvorrichtung vorgesehen. Beim Ausschieben der
Hebevorrichtung treten die vorderen Führungsräder
aus den Führungsschienen heraus. Das Absenken der Führungsräder
auf den Boden wird mit Hilfe eines Stangenmechanismus vorgenommen.
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Eine
Drehvorrichtung als Anbaugerät für einen Gabelstapler
wird in der
DE 7033925
U1 beschrieben. Der Gabelstapler soll in engen Durchgängen
eingesetzt werden, in denen es schwierig ist das Fahrzeug in Fahrtrichtung
zu drehen. Die Drehvorrichtung besteht aus zwei auf die Gabel des
Gabelstaplers aufschiebbaren Befestigungsteilen, auf denen ein um
eine vertikale Achse schwenkbarer Dreharm angeordnet ist, an dessen
Stirnseite wiederum Gabeln befestigt sind. Die Plattform und die auf
ihr aufliegende Unterseite des Dreharms sind als Lagerfläche
ausgebildet. Wenn eine Ladung in einem engen Durchgang aufgenommen
werden soll, wird lediglich der Schwenkarm von Hand um den notwendigen
Winkel gedreht. Eine Palette oder dgl. wird mit den Gabeln aufgenommen
oder abgesetzt. Das Aufnehmen erfordert mehrmaliges Rangieren mit
den lenkbaren Hinterrädern. Dabei ist das Manövrieren einer
Ladung in und aus dem Laderaum durch Vor- und Rückwärtsfahren
des Staplers unter Drehung der hinteren Räder offensichtlich
nicht einfach, weil ein Seitenschubgerät nicht vorhanden
ist.
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Eine
vergleichbare Einrichtung mit einem auf den Gabelzinken aufmontierten
Lagerbock wird in der
DE
31 49 002 A1 beschrieben. Mit einer Gelenkeinrichtung mit
schwenkbaren Greifeinrichtungen kann jeder Punkt in einem Umkreis
des Gabelstaplers erreicht werden. Die Seitenverschiebung erfolgt manuell
auf einem Bogenkreis, während die Bewegung in Hubrichtung
mit den Gabelzinken des Hubstaplers vorgenommen wird.
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In
der
DE 10 2005
009 361 A1 wird ein Flurförderfahrzeug mit einem
Paar Gabelzinken beschrieben, die höhenverstellbar an einem
Hubmast angeordnet sind. Der Hubmast insgesamt ist an einer Gelenkanordnung
mit einem Querlenker und einem Längslenker angebracht.
Durch Betätigung der Schwenklager können beliebige
Positionen im Raum zum Abstapeln einer Palette oder zum Kommissionieren
angesteuert werden. Die Schwenkbewegungen der Gelenkarmglieder erfordern
eine gesteuerte und koordinierte Bewegung mittels einer Steuereinrichtung,
um eine geradlinige Verschiebebewegungen einer Lasttraggabel zu
realisieren. Aufgrund der größeren Reichweite
des Lastaufnahmemittels besteht der Nachteil einer geringeren Stabilität
im Bereich der Seitenschubbewegung.
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In
der
DE 3141215 A1 wird
ebenfalls ein Fördergerät mit einer Seitenschubeinrichtung
vorgeschlagen, die schwenkbar an einer Hubplatte montiert ist. Diese
Ausführung hat ebenfalls zum Nachteil, dass der Auslegerarm
beim Seitenschub stabilisiert werden muss. Des Weiteren sind Anbaugeräte
an Flurförderfahrzeugen bekannt, die mit einem am Fahrwerk
angeordneten Seitenschieber ausgerüstet sind. In der
DE 10104910 A1 wird
eine Seitenschiebereinrichtung für Hubstapler mit einem
Hubmast beschrieben, die mit einer ersten Rahmenanordnung und mit
einer zweiten, gegenüber der ersten Rahmenanordnung waagrecht
verschiebbare Rahmenanordnung versehen ist. Diese Seitenschiebereinrichtungen
weisen Antriebe für die Relativbewegung der beiden Rahmenanordnungen
auf. Die Seitenschiebereinrichtungen sind zur seitlichen Verschiebung
einer Last oder zum Verstellen des Gabelabstandes vorgesehen. Durch
die Bautiefe und das Eigengewicht des Anbaugerätes wird
die Tragfähigkeit der Seitenschiebereinrichtung begrenzt.
Darüber hinaus sind die bekannten Seitenschiebereinrichtungen
vergleichsweise konstruktiv aufwendig.
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Die
Erfindung bezweckt für ein Flurförderfahrzeug
mit einer Gabel ein konstruktiv einfaches Seitenschubgerät,
das als Anbaugerät zur seitlichen Entnahme von Paletten
aus Regalen oder dergleichen geeignet ist. Das Seitenschubgerät
soll die seitliche Entnahme von Paletten erleichtern und gewährleisten,
dass beim Ausstapeln und Einstapeln quer zur Fahrtrichtung des Flurförderfahrzeugs
keine zusätzlichen Kippmomente auftreten können.
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Erfindungsgemäß weist
das Seitenschubgerät einen U-förmigen Grundrahmen
auf, der aus einem hinteren Querrahmenteil und seitlichen Führungsschienen
für einen rollengeführten Gabelwagen gebildet
wird, der quer zur Fahrtrichtung gesehen verschiebbar und einerseits
mit einem Paar Gabelzinken zur Lastaufnahme einer Palette und auf
der gegenüberliegenden Seite mit einer handbetätigten Schubstange
versehen ist. Das handbetätigte Seitenschubgerät
weist einen vergleichsweise konstruktiv einfachen Aufbau auf. Auf
diese Weise kann das Seitenschubgerät ohne größeren
Aufwand zusammen mit einem vorhandenen Flurförderfahrzeug
eingesetzt werden.
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Gegenüber
bekannten Seitenschiebereinrichtungen besteht der Vorteil, dass
die Tragfähigkeit bei seitlicher Lastaufnahme verbessert
werden kann. Bei manueller Betätigung des Seitenschubgeräts
mit einer verlängerten am Gabelwagen angelenkten Schubstange
kann die seitliche Verlagerung des Schwerpunkts durch die Gegenkraft
der bedienenden Person zumindest teilweise ausgeglichen werden.
Aufgrund der manuellen Betätigung mittels Schubstange wird
eine konstruktiv einfache Herstellung ermöglicht und eine
kippsichere seitliche Lastaufnahme bewerkstelligt. Durch den Anbau
eines Seitenschubgerätes mit Gabelzinken zur seitlichen Entnahme
kann der Einsatzbereich eines herkömmlichen Flurförderfahrzeugs
ohne konstruktive Änderungen erweitert werden.
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Die
Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert
werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen. Im Einzelnen zeigt
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1 das
Seitenschubgerät in der Draufsicht,
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2 das
Seitenschubgerät in einer Seitenansicht in schematischer
Darstellung.
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Das
in 1 schematisch dargestellte Seitenschubgerät
weist einen U-förmigen Grundrahmen auf. Der Grundrahmen
wird durch ein hinteres Querrahmenteil 1 und zwei seitliche
Führungsschienen 2 gebildet. Das hintere Querrahmenteil 1 ist
ein stabiles Rechteckprofil an dem zwei U-Profile als Führungsschienen 2 befestigt
sind. Auf der Unterseite der Führungsschienen 2 sind
gleichmäßig und mittig beabstandet zwei Gabeltaschen 3 für
die Gabel 4 eines Flurfördergerätes angeordnet.
Die Gabel 4 des Flurfördergeräts ist
in 2 angedeutet. Das Flurförderfahrzeug
ist nicht weiter dargestellt. Bei dem Flurförderfahrzeug
handelt es sich im Wesentlichen um einen Elektro-Deichselstapler,
der bevorzugt in einem handbetätigten Lager eingesetzt
wird. Den Gabeltaschen 3 zugeordnet ist eine in 2 ersichtliche Klemmeinrichtung 5 zum
Arretieren der Gabel 4. In dem Ausführungsbeispiel
besitzt die Klemmeinrichtung 5 eine Klemmschraube 6 mit
einem Klemmschuh 7 und einer Feststellmutter 8,
mit welcher der Grundrahmen des Seitenschubgeräts an der
Gabel 4 des Flurförderfahrzeugs festgeklemmt,
gesichert und das vorhandene vertikale Spiel zwischen der Gabel 4 und
den Gabeltaschen 3 aufgehoben wird. Somit ist eine horizontale
Neigung der Führungsschienen 2 ausgeschlossen
und die Last wird sicher geführt.
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In
den U-Profilen der Führungsschiene 2 ist ein rollengeführter
Gabelwagen 9 quer zur Fahrtrichtung des Flurfördergerätes
gesehen verschiebbar gelagert. Der Gabelwagen 9 besteht
aus einem viereckigen Rahmengestell mit einer Vorderstrebe 11 und
einer hinteren Querstrebe 12 sowie mit zwei rechtwinklig
angeordneten Seitenstreben 13. Die Vorderstrebe 11 ist
zur Lastaufnahme einer Palette mit zwei Gabelzinken 14 versehen.
Die Seitenstreben 13 weisen jeweils zwei Radachsen 15 für
Spurkranzräder 16 auf. Wenigstens zwei Spurkranzräder 16 sind
in der Verschieberichtung hintereinander angeordnet, um ein leichtes
und störungsfreies Verschieben des Gabelwagens 9 zu
ermöglichen.
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Die
hintere Querstrebe 12 ist mit einer Befestigungseinrichtung 17 zur
Arretierung und schwenkbeweglichen Lagerung der Schubstange 18 versehen.
Die Befestigungseinrichtung 17 weist mindestens einen Schwenkbolzen 19 für
die Schubstange 18 und Steckbolzen 21 auf, mit
dem die Schubstange 18 in Radialrichtung in unterschiedlichen
Winkelstellungen arretierbar ist. Die unterschiedlichen Winkelstellungen
sind erforderlich, um die Betätigung der Schubstange 18 bei
verschiedenen Hubhöhen des Flurförderfahrzeugs
zu ermöglichen. Außerdem kann die Schubstange 18 mit
Knickgelenken 22 versehen werden. Durch die Knickgelenke 22 wird
das Einschlagen der Schubstange 18 in unterschiedlichen Richtungen
nach oben und nach unten ermöglicht, so dass diese beim
Transport nicht weiter hinderlich ist. Darüber hinaus kann
die Schubstange teleskopierbar ausgebildet werden. Zur Sicherung
des Transports ist der Gabelwagen 9 mit einer Verriegelungseinrichtung 23 versehen,
die an der hinteren Querstrebe 12 angreift. Die Verriegelungseinrichtung 23 ist
beispielsweise eine in 2 ersichtliche federgespannte
Sperrklinke. Mit der Sperrklinke ist ist der Gabelwagen 9 bezüglich
des Grundrahmens in der Transportstellung fixierbar. Eine zweite
Sicherungseinrichtung 24 kann am Gabelwagen 9 angeordnet
werden.
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Um
die seitliche Lastaufnahme einer Palette vom Boden und von Regalen
zu ermöglichen, wird in folgenden Arbeitsschritten vorgegangen.
Zunächst erfolgt die Aufnahme des Seitenschubgerätes
mit dem Flurförderfahrzeug. Die Aufnahme des Seitenschubgerätes
ist davon abhängig, ob die Regale einer Regalwand von rechts
oder von links befüllt oder entfacht werden müssen.
Die Gabel 4 des Flurförderfahrzeugs wird soweit
angehoben, dass diese in die Gabeltaschen 3 des Seitenschubgeräts
einfahren kann. Danach wird die Klemmschraube 6 der Klemmeinrichtung 5 fest
angezogen. Vor dem Verfahren des Flurförderfahrzeugs ist
zu kontrollieren, dass der Gabelwagen 9 mit Hilfe der Verriegelungseinrichtung 23 und
der Sicherungseinrichtung 24 tatsächlich arretiert
ist.
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Das
Seitenschubgerät wird auf einen geringen Abstand an die
Regalwand herangefahren. Der Abstand zwischen dem Seitenschubgerät
und der zu bestückenden Regalwand darf nicht mehr als 100 mm
betragen. In der vorgesehenen Position wird das Seitenschubgerät
in die entsprechende Hubhöhe angehoben. In der vorgesehenen
Hubhöhe muss der Hubmotor des Flurförderfahrzeugs
aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Vor dem Bestücken der
Regalwand wird die Verriegelungseinrichtung 23 und die
Sicherungseinrichtung 24 gelöst. Damit wird der
Gabelwagen 9 freigegeben. Durch Betätigung der
Schubstange 18 kann der Gabelwagen 9 mit der Palette
in das Regal eingefahren werden. Das vollständige Absetzen
erfolgt durch das Absenken der Gabel 4 des Flurförderfahrzeugs.
Durch eine weitere Betätigung der Schubstange 18 wird
abschließend der Gabelwagen 9 aus dem Regal gezogen
bis die Verriegelungseinrichtung 23 einrastet. Danach kann das
Seitenschubgerät abgesenkt werden. Das Ausfachen erfolgt
in umgekehrter Reihenfolge.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 1053409 [0003]
- - DE 7033925 U1 [0005]
- - DE 3149002 A1 [0006]
- - DE 102005009361 A1 [0007]
- - DE 3141215 A1 [0008]
- - DE 10104910 A1 [0008]