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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Träger-/Montageelement zur Befestigung einer Baugruppe an einer Karosserie eines Kraftfahrzeuges gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außerdem ein mit einem derartigen Träger-/ Montageelement ausgestattetes Kraftfahrzeug.
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Aus der
DE 102 12 336 A1 ist ein gattungsgemäßes Träger-/ Montageelement in Form eines im Querschnitt geschlossenen Hohlprofils bekannt, welches eine einfache und zugleich kostengünstige Montage und Demontage von innerhalb desselben angeordneten Baueinheiten zulässt. Um dabei nicht zu vermeidende Profilschwächungen wenigstens minimieren zu können, weist das Trägerelement wenigstens eine Montageöffnung auf, durch die wenigstens eine auf einer Trägerplatte fest angeordnete Baueinheit in den vom Hohlprofil des Trägerelements umschlossenen Raum einbringbar ist. Die Trägerplatte überdeckt dabei die Montageöffnung und ist mit dem Trägerelement fest verbunden.
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Die
US 4 546 998 A zeigt und beschreibt eine Befestigungs- bzw. Führungsvorrichung für Sicherheitsgurte in Kraftfahrzeugen mit einem am Mitteltunnel am Fahrzeugboden angeordneten Trägerelement, an dem der Gurtabroller verschraubt angeordnet ist.
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Die
DE 601 30 276 T2 offenbart eine Sicherheitsgurtaufrollvorrichtung, die an der B- oder C-Säule bzw. alternativ an einem Sitzrahmenelement eines Kraftfahrzeugs in einer besonders ausgeformten Halterung anbringbar ist.
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Ein gattungsgemäßes Träger-/Montageelement ist aus der japanischen Offenlegungsschrift
JP H07- 165 013 A bekannt. Aber auch dieses Träger-/Montageelement bedingt noch einen hohen Montageaufwand des Gurtautomaten.
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Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für ein Träger-/Montageelement der gattungsgemäßen Art, eine verbesserte oder zumindest eine andere Ausführungsform anzugeben, mit welcher insbesondere ein Montagevorgang zur Befestigung einer Baugruppe an einer Karosserie eines Kraftfahrzeuges vereinfacht und trotzdem eine äußerst belastbare Verbindung der Baugruppe mit der Karosserie des Kraftfahrzeuges erreicht werden kann.
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Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, ein Träger-/Montageelement zur Befestigung eines Gurtautomatens an einer Karosserie eines Kraftfahrzeuges so auszubilden, dass der Gurtautomat über das Träger-/Montageelement einerseits an einer B-Säule und andererseits an einem Sitzquerträger des Kraftfahrzeugs fixierbar ist, wobei das Träger-/Montageelement in montiertem Zustand eine den Gurtautomaten aufnemende Mulde bzw. Ausnehmung der B-Säule abdeckt. Mit dem erfindungsgemäßen Träger-/Montageelement ist es somit möglich, den Gurtautomaten, welcher insbesondere in Unfallsituationen hohen Belastungen ausgesetzt ist, äußerst zuverlässig an Karosseriekomponenten des Kraftfahrzeuges zu befestigen. Durch die Befestigung des Gurtautomatens über das Träger-/Montageelement einerseits am Sitzquerträger und andererseits an der B-Säule der Karosserie des Kraftfahrzeuges, ist somit im Vergleich zu aus dem Stand der Technik bekannten Träger-/Montageelementen, auch ein Befestigen an zwei unterschiedlichen Karosseriekomponenten möglich, welche zudem im Wesentlichen rechtwinkelig zueinander angeordnet sind, so dass das Träger-/Montageelement an einer biegesteifen Ecke der Karosserie befestigt und dadurch äußerst belastbar mit der Karosserie verbunden ist. Darüber hinaus ermöglicht das erfindungsgemäße Träger-/Montageelement eine Vormontage des Gurtautomatens an demselben, so dass der Gurtautomat in einem späteren Montageschritt zusammen mit dem Träger-/Montageelement am Sitzquerträger und an der B-Säule des Kraftfahrzeuges befestigt werden kann, wodurch sich der Montagevorgang insgesamt vereinfacht und dadurch kostengünstiger realisieren lässt. Dadurch, dass das Träger-/Montageelement eine Ausnehmung aufweist, in welcher ein entsprechendes Eingriffselement des Gurtautomatens zur Vormontage desselben am Träger-/Montageelement einhängbar bzw. einclipsbar ist. Durch eine derartige Clip- bzw. Einhängeverbindung zwischen dem Träger-/Montageelement einerseits und dem Gurtautomaten andererseits, kann dieser bereits mit wenigen Handgriffen, d.h. besonders einfach, am Träger-/Montageelement positioniert und vorfixiert werden, wobei anschließend zusätzliche Verbindungsmittel, beispielsweise Schrauben, zur Verbindung des Gurtautomatens mit dem Träger-/Montageelement eingeschraubt werden. Insbesondere eine Clipsverbindung, bei welcher beispielsweise entsprechende gurtautomatenseitige Clipselemente in komplementär dazu ausgebildete und trägerelementseitig angeordnete Ausnehmungen eingreifen bzw. in diesen verclipst werden, bieten eine äußerst einfache Möglichkeit der schnellen Fixierung und der lagegenauen Positionierung des Gurtautomatens am Träger-/Montageelement, so dass dieser Vormontagevorgang selbst von angelernten Kräften schnell und richtig durchführbar ist.
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Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung, ist das Träger-/Montageelement aus Metall oder aus Kunststoff ausgebildet. Bei einer Ausbildung aus Metall sind insbesondere Leichtmetalle zu bevorzugen, welche beispielsweise in einem Gieß- und/oder Pressverfahren hergestellt werden können. Denkbar ist aber auch eine Ausbildung des Träger-/Montageelementes aus Kunststoff, wodurch ebenso wie bei einer Ausbildung aus Leichtmetall, ein besonders hinsichtlich seines Gewichtes optimiertes Träger-/Montageelement geschaffen werden kann, was insbesondere im Sportwagenbau von großer Bedeutung ist. Besonders ein aus Kunststoff ausgebildetes Träger-/Montageelement ermöglicht dabei eine nahezu freie Formgebung sowie eine äußerst kostengünstige Herstellung desselben, wodurch sich zusätzliche Vorteile erzielen lassen.
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Zweckmäßig weist das Träger-/Montageelement im Bereich des Sitzquerträgers eine zu diesem komplementär ausgebildete Anlegekontur auf. Eine derartige Anlegekontur kann beispielsweise mittels einer U-förmigen Ausnehmung realisiert werden, welche eine komplementär zur Außenkontur des Sitzquerträgers ausgebildete Innenkontur aufweist und sich dadurch beim Montagevorgang flächig an den Sitzquerträger anlegt. Im Unterschied zu einer rein kraftschlüssigen, beispielsweise mittels Schrauben realisierter, Verbindung zwischen dem Träger-/Montageelement einerseits und dem Gurtautomaten andererseits, kann mit der erfindungsgemäßen Anlegekontur zusätzlich auch ein Formschluss zwischen diesen beiden Elementen erreicht werden, wodurch die Verbindung insbesondere steifer ausgebildet werden kann.
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Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
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Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
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Es zeigen, jeweils schematisch,
- 1 eine Ansicht auf einen Karosserieinnenraum mit einem erfindungsgemäß montierten Träger-/Montageelement,
- 2a eine Detaildarstellung der in der 1 gezeigten Einbausituation mit einem transparent ausgestaltetem Träger-/Montageelement,
- 2b eine Darstellung wie in 2a, jedoch mit nicht transparent ausgestaltetem Träger-/Montageelement,
- 3 eine Darstellung wie in 2b, jedoch bei einem anders ausgebildeten Träger-/Montageelement,
- 4 eine Ansicht entgegen der Fahrtrichtung des Kraftfahrzeuges auf das Träger-/Montageelement, jedoch ohne Sitzquerträger.
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Entsprechend der 1, weist ein Karosserieinnenraum eines lediglich teilweise dargestellten Kraftfahrzeuges 1, eine B-Säule 2 sowie einen dazu im Wesentlichen in Fahrzeugquerrichtung verlaufenden Sitzquerträger 3 auf, der an einem unteren Ende der B-Säule 2 mit derselben oder mit einem Seitenschweller 4 verbunden ist. In diesem Bereich wird auch ein Gurtautomat 5 (vgl. die 2-4) in einer Ausnehmung 7 der B-Säule 2 angeordnet. Der Gurtautomat 5 kann dabei beispielsweise als Gurtaufroller bzw. als Gurtstraffer ausgebildet sein. Erfindungsgemäß ist nun ein Träger-/Montageelement 6 zur Befestigung des Gurtautomatens 5 an einer Karosserie des Kraftfahrzeuges 1 vorgesehen, wobei das Träger-/Montageelement 6 derart ausgebildet ist, dass über dieses der Gurtautomat 5 einerseits an der B-Säule 2 und andererseits am Sitzquerträger 3 des Kraftfahrzeuges 1 festlegbar ist.
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Das Träger-/Montageelement 6 kann dabei mit dem Sitzquerträger 3 bzw. mit der B-Säule 2 verschraubt und alternativ aus Metall oder aus Kunststoff ausgebildet sein. Insbesondere eine Ausbildung aus Kunststoff bietet dabei den großen Vorteil, dass das Träger-/Montageelement 6 bezüglich seiner Formgebung nahezu beliebig gestaltbar und darüber hinaus kostengünstig herstellbar ist.
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Wie den 1 und 2 zu entnehmen ist, deckt das Träger-/Montageelement 6 in montiertem Zustand eine den Gurtautomaten 5 aufnehmende Mulde 7 bzw. Ausnehmung 7 der B-Säule 2 ab. Dabei kann das erfindungsgemäße Träger-/Montageelement 6 nicht nur zur zuverlässigen Fixierung des Gurtautomatens 5 dienen, sondern zugleich auch einen Montagevorgang desselben erleichtern, da beispielsweise der Gurtautomat 5 in einem Vormontageschritt zunächst am Träger-/Montageelement 6 und anschließend zusammen mit diesem an der Karosserie, d.h. konkret an der B-Säule 2 und am Sitzquerträger 3 befestigt wird. Hierzu kann beispielsweise das Träger-/Montageelement 6 eine Ausnehmung 8 aufweisen, in welche ein entsprechendes Eingriffselement 9, beispielsweise eine Rastkontur, des Gurtautomatens 5 einhängbar bzw. einclipsbar ist. So kann der Gurtautomat 5 in einer Vormontage schnell und einfach über die Eingriffs- bzw. Clipselemente 9 am Träger-/Montageelement 6 vorfixiert werden. Zur endgültigen Fixierung am Träger-/Montageelement 6 kann dieses mit dem Gurtautomat 5 verschraubt werden.
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Um dabei nicht nur eine mittels der Schrauben herzustellende kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Träger-/Montageelement 6 und dem Sitzquerträger 3 realisieren zu können, weist das Träger-/Montageelement 6 im Bereich des Sitzquerträgers 3 eine zu diesem komplementär ausgebildete Anlegekontur, welche gemäß der 1 U-förmig ausgebildet ist, auf. Damit ist es möglich, dass das Träger-/Montageelement 6 den Sitzquerträger 3 U-förmig umfasst und an den beiden U-Schenkeln mit diesem verschraubt wird. Darüber hinaus kann das Träger-/Montageelement 6 Verstärkungskonturen 10, beispielsweise in der Art von Verstärkungsrippen, aufweisen, welche vorzugsweise einteilig, das heißt zusammen mit dem Träger-/Montageelement 6 ausgebildet bzw. hergestellt sind. Derartige Verstärkungskonturen 10 steifen das Träger-/Montageelement 6 zusätzlich aus, wodurch darüber hinaus zusätzlich eine Aussteifung einer aus dem Sitzquerträger 3, dem Seitenschweller 4 sowie der B-Säule 2 gebildeten Karosserierahmenecke realisierbar ist.
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Mit dem erfindungsgemäßen Träger-/Montageelement 6 ist somit nicht nur die Montage des Gurtautomatens 5 deutlich zu vereinfachen, sondern es können zusätzliche Effekte erzielt werden. Insbesondere ist dadurch auch eine Befestigung des Gurtautomatens 5 sowohl an der B-Säule 2 als auch am Sitzquerträger 3 und damit besonders stabil möglich.