-
Die
Erfindung betrifft eine in einen Formzylinder eines Druckwerks einer
Rotationsdruckmaschine integrierbare Spanneinrichtung für Druckplatten
sowie einen mit einer solchen Spanneinrichtung ausgerüsteten Formzylinder
für ein
Druckwerk einer Rotationsdruckmaschine.
-
Druckwerke
von Rotationsdruckmaschinen, wie z. B. von Rollenrotationsdruckmaschinen,
verfügen über einen
Formzylinder, einen Übertragungszylinder,
ein Farbwerk sowie in der Regel über
ein Feuchtwerk. Auf dem Formzylinder sind üblicherweise Druckplatten angeordnet,
weshalb die Formzylinder auch als Plattenzylinder bezeichnet werden.
Auf den Übertragungszylindern
sind üblicherweise
Gummitücher
bzw. Gummituchplatten positioniert, weshalb die Übertragungszylinder auch als
Gummizylinder bezeichnet werden.
-
Zum
Anordnen bzw. Spannen von Druckplatten am Umfang des Formzylinders
dienen Spanneinrichtungen, die in einen Spannkanal des Formzylinders
integriert sind. Mit Hilfe einer solchen Spanneinrichtung kann ein
Vorlaufende und/oder ein Nachlaufende mindestens einer zu spannenden
Druckplatte im Spannkanal geklemmt werden.
-
Aus
der Praxis bekannte Spanneinrichtungen verfügen über ein Klemmelement sowie
ein Betätigungselement,
wobei sowohl das Klemmelement als auch das Betätigungselement in einen Spannkanal
eines Formzylinders integriert sind. Mit Hilfe des Betätigungselements
kann das Klemmelement zwischen zwei Positionen verlagert werden,
nämlich zwischen
einer ersten Position, in welcher das Klemmelement das Vorlaufende
und/oder das Nachlaufende der oder jeder Druckplatte klemmt, und
einer zweiten Position, in welcher das Klemmelement das Vorlaufende
und/oder das Nachlaufende der oder jeder Druckplatte freigibt.
-
Durch
den jüngsten
Trend zur Automatisierung des Plattenwechsels ist es erforderlich,
die Spanneinrichtung für
ein automatisches Auflegen und Spannen auf dem betreffenden Formzylinder bzw.
automatisches Lösen
und Abnehmen von dem betreffenden Formzylinder zu optimieren.
-
Ferner
ist bei Formzylindern, damit diese gemäß den jüngsten Entwicklungen einen
hohen Schlankheitsgrad aufweisen können, wie es beispielsweise
bei einem Formzylinder mit einer einzigen stehenden oder liegenden
auf dem Umfang anordenbaren Druckseite und vier stehenden oder liegenden
nebeneinander entlang der Ballenlänge anordenbaren Druckseiten
der Fall ist, der Spannkanal bzw. Klemmspalt sehr eng auszubilden.
Auch bei einem solchen Formzylinder muss ein automatisches oder
halbautomatisches Beschicken des Spannkanals, d. h. Auflegen und
Spannen von Druckplatten auf dem betreffenden Formzylinder bzw.
Lösen und Abnehmen
dieser von dem betreffenden Formzylinder, gewährleistet sein.
-
Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spanneinrichtung und
einen damit ausgerüsteten
Formzylinder zu schaffen, die für
einen automatischen Plattenwechsel angepasst sind.
-
Dies
wird mit einer Spanneinrichtung gemäß Anspruch 1 bzw. einem Formzylinder
gemäß Anspruch
10 erreicht. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
-
Gemäß einem
ersten Aspekt der Erfindung weist eine Spanneinrichtung zum Spannen
von Druckplatten auf einem Formzylinder eines Druckwerks einer Rotationsdruckmaschine
auf: erste Spannmittel mit einem Schlitz, wobei die ersten Spannmittel
derart eingerichtet sind, dass sich bei Integration in den Formzylinder
der Schlitz schräg
zur Radialrichtung des Formzylinders erstreckt, so dass in dem Schlitz
ein spitzwinklig abgekantetes Vorlaufende mindestens einer Druckplatte
aufnehmbar ist, und zweite Spannmittel mit einem Klemmelement und
einem Betätigungselement,
wobei die zweiten Spannmittel derart eingerichtet sind, dass bei
Integration in den Formzylinder das Betätigungselement ausschließlich in
Axialrichtung des Formzylinders verstellbar ist und durch axiales
Verstellen des Betätigungselements
das Klemmelement ausschließlich in
Radialrichtung des Formzylinders in einem Klemmspalt zwischen einer
ersten Position, in welcher das Klemmelement ein einen Abkantwinkel
von 90 Grad (± etwaiger
Fertigungstoleranzen) einschließendes Nachlaufende
der mindestens einen Druckplatte klemmen kann, und einer zweiten
Position verstellbar ist, in welcher das Klemmelement das Nachlaufende der
wenigstens einen Druckplatte freigeben kann.
-
Dadurch,
dass sich bei Integration der ersten Spannmittel in den Formzylinder
der Schlitz schräg zur
Radialrichtung des Formzylinders erstreckt, so dass in dem Schlitz
ein spitzwinklig abgekantetes Vorlaufende mindestens einer Druckplatte
aufnehmbar ist, kann beim automatischen Plattenwechsel eine neu
auf einen mit der erfindungsgemäßen Spanneinrichtung
ausgerüsteten
Formzylinder zu spannende Druckplatte mit ihrem Vorlaufende sicher
an dem Formzylinder fixiert werden, ohne dass zusätzliche
Fixiermittel bzw. Andrückmittel
erforderlich sind, welche zusätzlichen
Bauraum im Druckwerk beanspruchen und die Kosten erhöhen würden.
-
Das
Vorlaufende kann somit z. B. mittels eines Roboterarms einfach in
den Schlitz der ersten Spannmittel eingehängt werden, wobei danach wenigstens
eine Andrückrolle
an den Formzylinder angestellt wird, welche die Druckplatte rundherum
an den Formzylinder anlegt, während
der Formzylinder relativ zu der Andrückrolle in Richtung der Abwinklung
des Vorlaufendes um seine Rotationsachse gedreht wird.
-
D.
h., der Formzylinder wird dabei so um seine Rotationsachse gedreht,
dass sich die Andrückrolle
kontinuierlich auf der Oberfläche
der Druckplatte von deren Vorlaufende aus in Richtung zu deren Nachlaufende
hin bewegt. Durch die dabei in Bezug auf den Formzylinderumfang
tangential angreifende und auf die Druckplatte ausgeübte Zugkraft
wird das Vorlaufende der Druckplatte in den Schlitz der ersten Spannmittel
hineingezogen und ist damit ohne zusätzliche Fixiermittel bzw. Andrückmittel
sicher fixiert.
-
Sobald
das Nachlaufende die zweiten Spannmittel erreicht hat, kann es aufgrund
seiner Abwinklung einfach in den Klemmspalt der zweiten Spannmittel
hineingedrückt
werden und dann mittels des von dem Betätigungselement verstellten
Klemmelements in dem Klemmspalt festgeklemmt werden. Der Winkel
des Nachlaufendes ist bevorzugt so gewählt, dass der in den Klemmspalt
einzubringende Schenkel auf der Position des Klemmspalts in etwa
in einem Winkel von 90 Grad (± etwaiger
Fertigungstoleranzen) zur Umfangsfläche des Formzylinders ausgerichtet
ist. Dadurch lässt
sich das Nachlaufende besonders einfach in den Klemmspalt einbringen
und wieder aus diesem entfernen.
-
Besonders
bevorzugt weist das Nachlaufende einen Abkantwinkel von 90+2 Grad auf. Dadurch lässt sich das Nachlaufende besonders
einfach aus dem Klemmspalt lösen.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung sind die zweiten Spannmittel derart eingerichtet,
dass bei Integration in den Formzylinder das Klemmelement abhängig von
der axialen Relativposition des Betätigungselements zum Klemmelement entweder
bedingt durch eine Federkraft mindestens einer Klemmfeder zum Klemmen
des Nachlaufendes der wenigstens einen Druckplatte radial nach außen in die
erste Position verlagert oder entgegen der Federkraft zum Freigeben
des Nachlaufendes der wenigstens einen Druckplatte radial nach innen
in die zweite Position verlagert ist.
-
Durch
die Federkraft wird somit eine definierte Spannkraft bereitgestellt,
welche eine einfache, wartungsfreie und betriebssichere Klemmung
der Druckplatte gewährleistet.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist der Schlitz der ersten Spannmittel so ausgebildet,
dass das Vorlaufende unter Klemmspannung in diesem aufnehmbar ist.
-
Damit
wird in vorteilhafter Weise die ausfallsichere Fixierung des Vorlaufendes
unterstützt.
Gemäß der Erfindung
kann z. B. der in den Schlitz einzubringende Schenkel des Vorlaufendes
eine tellerfederförmige
Ausbauchung aufweisen und kann der Schlitz in seiner Weite etwas
kleiner als eine durch die Ausbauchung definierte Dicke des Schenkels
des Vorlaufendes sein. Durch die Federwirkung der Ausbauchung kann
der Schenkel des Vorlaufendes mit definierter Kraft in den Schlitz
eingeschoben und aus diesem entfernt werden.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist der Schlitz der ersten Spannmittel von einem Wandabschnitt
begrenzt, der an das Klemmelement angrenzt und an dem eine Schulter
ausgebildet ist zum Begrenzen einer radial nach außen gerichteten Verlagerung
des Klemmelementes in der ersten Position.
-
Damit
wird auf einfache und kostengünstige Weise
ein ausfallsicheres in Position halten des Klemmelementes gewährleistet.
Bevorzugt wirkt der Wandabschnitt zusätzlich als Führungsfläche für das Klemmelement
bei dessen radial gerichteter Verstellbewegung.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung sind die ersten Spannmittel von einem ersten Einsetzelement
gebildet, das demontierbar in den Formzylinder integrierbar ist.
-
Dies
hat die Vorteile, dass das Einsetzelement z. B. als Zulieferteil
beziehbar ist und bei Verschleiß oder
Beschädigung
in einfacher Weise austauschbar ist.
-
Natürlich können die
ersten Spannmittel erfindungsgemäß auch integral
in den Formzylinder eingeformt sein.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung weisen die zweiten Spannmittel ein zweites Einsetzelement
auf, das demontierbar in den Formzylinder integrierbar ist.
-
Dies
hat die Vorteile, dass das Einsetzelement z. B. als Zulieferteil
beziehbar ist und bei Verschleiß oder
Beschädigung
in einfacher Weise austauschbar ist. Ferner wird auf diese Weise
die Montage der Spanneinrichtung in dem Formzylinder erleichtert.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung sind in den Schlitz der ersten Spannmittel Führungsmittel
integriert zum axialen Ausrichten der wenigstens einen Druckplatte
auf dem Formzylinder.
-
Auf
diese Weise lässt
sich die Druckplatte in einfacher Weise registergetreu auf dem Formzylinder montieren.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist eine Spannkante der zweiten Spannmittel mit einem
Absatz, so dass bei Integration der Spanneinrichtung in den Formzylinder
eine Biegekante für das
Nachlaufende der Druckplatte im Bereich des Absatzes hohlliegend
aufnehmbar ist, und einer Schrägfläche ausgebildet,
die sich bei Integration der Spanneinrichtung in den Formzylinder
von dem Absatz aus schräg
zur Radialrichtung des Formzylinders erstreckt, so dass das Nachlaufende
der Druckplatte beim Klemmen dessen in Richtung einer Abkantwinkelwinkelverkleinerung
verformt wird.
-
Durch
den Absatz wird in vorteilhafter Weise vermieden, dass eine ggf.
auf den Formzylinder aufgebrachte Korrosionsschutz-Beschichtung
im Bereich der Spannkante abplatzen kann. Ferner wird gewährleistet,
dass das Nachlaufende, auch wenn im Bereich der Spannkante eine
Verdickung in Form einer Materialansammlung von Korrosionsschutz-Beschichtung
vorhanden ist, trotzdem problemlos bzw. behinderungsfrei in den
Spannkanal bzw. Klemmspalt eingefädelt werden kann.
-
Durch
die Kombination von Absatz und Schrägfläche, zwischen denen eine Übergangskante gebildet
ist, über
welche das Nachlaufende beim Klemmen dessen elastisch verformt wird,
wird ein Moment erzeugt, welches die Druckplatte auf dem Formzylinder
straffzieht, so dass eine optimale Aufspannung dieser gewährleistet
ist.
-
Gemäß einem
zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Formzylinder für ein Druckwerk
einer Rotationsdruckmaschine bereitgestellt, wobei in den Formzylinder
eine Spanneinrichtung gemäß einer
oder mehrerer der vorhergehenden Ausführungsformen integriert ist.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung anhand einer Ausführungsform und unter Bezugnahme
auf die beigefügten
Figuren detaillierter beschrieben.
-
1 zeigt
einen schematisierten Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Formzylinder
im Bereich der in den Formzylinder integrierten, erfindungsgemäßen Spanneinrichtung,
wobei das Vorlaufende einer Druckplatte in den Schlitz der ersten
Spannmittel eingeschoben dargestellt ist und sich das Klemmelement
in der ersten Position befindet.
-
2 zeigt
den Formzylinder von 1, wobei die Druckplatte mittels
wenigstens einer Andrückrolle
nahezu vollständig
um den Formzylinder herum angelegt wurde und sich deren Nachlaufende
nun über
dem Klemmspalt befindet, wobei sich das Klemmelement in der zweiten
Position befindet.
-
3 zeigt
den Formzylinder von 1, wobei das Nachlaufende mittels
der wenigstens einen Andrückrolle
in den Klemmspalt eingeschoben wurde.
-
4 zeigt
den Formzylinder von 1, wobei das Klemmelement in
die erste Position gestellt ist, wodurch das Nachlaufende im Klemmspalt
geklemmt ist.
-
5 zeigt
den Formzylinder von 1 in einer anderen Schnittebene
geschnitten, wobei die wenigstens eine Andrückrolle von dem Formzylinder abgestellt
ist.
-
6 zeigt
eine perspektivische Ansicht auf Baugruppen der erfindungsgemäßen Spanneinrichtung
in der ersten Position derselben.
-
7 zeigt
eine perspektivische Ansicht auf Baugruppen der erfindungsgemäßen Spanneinrichtung
in der zweiten Position derselben.
-
8 zeigt
eine perspektivische Ansicht auf Baugruppen der erfindungsgemäßen Spanneinrichtung
in der ersten Position derselben.
-
9 zeigt
eine Ausführungsform
der zweiten Spannmittel der erfindungsgemäßen Spanneinrichtung.
-
Die 1 bis 5 zeigen
jeweils einen schematisierten Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Formzylinder 1 im
Bereich einer in den Formzylinder 1 integrierten, erfindungsgemäßen Spanneinrichtung 10.
Die 6 bis 8 zeigen jeweils in perspektivischer
Ansicht Baugruppen der erfindungsgemäßen Spanneinrichtung 10.
-
Wie
in den 1 bis 5 gezeigt, weist die in den
Formzylinder 1 integrierte Spanneinrichtung 10 erste
Spannmittel 100 und zweite Spannmittel 200 auf.
-
Die
ersten Spannmittel 100 sind gemäß der dargestellten Ausführungsform
integral in den Formzylinder eingeformt und weisen einen Schlitz 110,
einen den Schlitz 110 begrenzenden Wandabschnitt 120 und
eine Spannkante 130 auf.
-
Der
Schlitz 110 ist sich schräg zur Radialrichtung des Formzylinders 1 erstreckend
in diesen eingearbeitet, so dass, wie in den 1–5 dargestellt,
in dem Schlitz 110 ein spitzwinklig abgekantetes Vorlaufende 21 einer
Druckplatte 20 aufnehmbar ist.
-
In
den Schlitz 110 sind nicht dargestellte Führungsmittel
in Form von Passerstiften integriert, die mit nicht dargestellten
Aussparungen im Vorlaufende 21 der Druckplatte 20 zusammenpassbar
sind zum axialen Ausrichten der Druckplatte 20 auf dem Formzylinder 1.
-
Der
Schlitz 110 der ersten Spannmittel 100 ist so
ausgebildet, dass eine an dem Vorlaufende 21 ausgebildete,
tellerfederförmige
Ausbauchung 21a unter Klemmspannung in diesem aufnehmbar
ist.
-
Die
zweiten Spannmittel 220 weisen ein Klemmelement 210,
ein Betätigungselement 220,
einen Klemmspalt 230, eine Klemmfeder 240, Anschläge 250 und
ein Einsetzelement 260 auf.
-
Das
Klemmelement 210 dient zum Klemmen eines einen Abkantwinkel
von etwa 90 Grad (bevorzugt 90+2 Grad) einschließenden Nachlaufendes 22 der
Druckplatte 20. Das Betätigungselement 220 dient
dem Betätigen
des Klemmelements 210 zum Überführen desselben zwischen zwei
Positionen, nämlich
zwischen einer ersten Position, in der das Klemmelement 210 das
Nachlaufende der Druckplatte 20 klemmt, und einer zweiten
Position, in welcher das Klemmelement 210 das Nachlaufende 22 der Druckplatte 20 freigibt.
-
Im
Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist das Klemmelement 210 ausschließlich in
radialer Richtung des Formzylinders 10 verstellbar. Das
Betätigungselement 220 ist
hingegen ausschließlich
in axialer Richtung des Formzylinders 10 verstellbar. Abhängig von
der axialen Relativposition des Betätigungselements 220 relativ
zum Klemmelement 210 nimmt das Klemmelement 210 eine
der beiden Positionen ein, also entweder die erste Position, in
welcher das Klemmelement 210 das Nachlaufende 22 der
Druckplatte 20 klemmt, oder die zweite Position, in welcher
das Klemmelement 210 das Nachlaufende 22 der Druckplatte 20 freigibt.
-
Hierzu
wirkt mit dem Klemmelement 210 mindestens eine Klemmfeder 240 zusammen,
die an einer radial innen liegenden Fläche des Klemmelements 210 angreift
und dasselbe bedingt durch die Federkraft radial nach außen in die
erste Position, in welcher das Klemmelement 210 das Nachlaufende 22 der
Druckplatte 20 klemmt, drückt. Durch Verschieben des
Betätigungselements 220 in
axialer Richtung ist das Klemmelement 210 entgegen der Federkraft
der Klemmfeder 240 zum Freigeben des Nachlaufendes 22 der
Druckplatte 20 radial nach innen in die zweite Position
verlagerbar.
-
Im
gezeigten Ausführungsbeispiel
sind dem Betätigungselement 220 erste
Lager 221 zugeordnet, die mit dem Klemmelement 210 zugeordneten Führungskurven 211 zusammenwirken.
Die Führungskurven 211 sind
zusammen mit dem Klemmelement 210 ausschließlich in
radialer Richtung verlagerbar. Die ersten Lager 221 sind
zusammen mit dem Betätigungselement 220 ausschließlich in
axialer Richtung verlagerbar.
-
Dann,
wenn wie in 1 und den 4 bis 6 dargestellt,
das Betätigungselement 220 zum Klemmelement 210 und
damit die ersten Lager 221 relativ zu den Führungskurven 211 eine
axiale Relativposition einnehmen, in welchen die ersten Lager 221 mit
Tiefpunkten der Führungskurven 211 fluchten,
drückt
die Klemmfeder 240 das Klemmelement 210 radial
nach außen
in die erste Position, in welcher das Klemmelement 210 das
Nachlaufende 22 der Druckplatte 20 klemmt.
-
Gemäß 6 liegen
in dieser axialen Relativposition die ersten Lager 221 nicht
an den Führungskurven 211 an,
so dass die Federkraft der Klemmfeder 240 voll wirksam
ist und das Klemmelement 210 mit maximaler Federkraft radial
nach außen
gedrückt
werden kann.
-
Dann
hingegen, wenn durch axiales Verlagern des Betätigungselements 220 relativ
zum Klemmelement 210 die ersten Lager 221 an den
Führungskurven 211 zur
Anlage kommen und im Sinne der 2, 3 und 7 mit
Hochpunkten der Führungskurven 211 fluchten,
wird das Klemmelement 210 über das Betätigungselement 220 entgegen
der Federkraft der Klemmfeder 240 radial nach innen in
die zweite Position gedrückt,
in welcher das Klemmelement 210 das Nachlaufende 22 der
Druckplatte 20 freigibt.
-
Wie
bereits erwähnt,
ist das Klemmelement 210 ausschließlich in radialer Richtung
des Formzylinders 10 verlagerbar, wobei die Axialposition
des Klemmelements 210 durch seitliche Anschläge 250 fixiert
ist. Die Anschläge 250 dienen
weiterhin als seitliche Anschläge
für das
Betätigungselement 220 in
Umfangsrichtung des Formzylinders 1.
-
Das
Betätigungselement 220 ist
ausschließlich
in Axialrichtung des Formzylinders 1 verlagerbar, wobei
dessen Radialposition durch einen eine Spannkante 261 definierenden
Abschnitt des Einsetzelements 260 und eine an dem Wandabschnitt 120 der
ersten Spannmittel 100 ausgebildete Schulter 121 fixiert
ist. Die Schulter 121 dient ferner dazu, eine radial nach
außen
gerichtete Verlagerung des Klemmelementes 210 in der ersten
Position zu begrenzen. Der die Spannkante 261 definierende
Abschnitt des lösbar
an den Formzylinder 1 montierten Einsetzelements 260 deckt
das Betätigungselement 220 radial von
außen
her ab.
-
Die
Spannkante 261 des Einsetzelements 260 begrenzt
zusammen mit der an den Wandabschnitt 120 angeformten Schulter 121 einen Klemmspalt 230,
in welchen zum Klemmen des Nachlaufendes 22 der Druckplatte 20 ein
Vorsprung 212 des Klemmelements 210 in der ersten
Position desselben (siehe insbesondere 4 und 5) eingreift.
-
Um
die axiale Verschiebbarkeit des Betätigungselements 220 relativ
zum Klemmelement 210 zu erleichtern, umfasst das Betätigungselement 220 neben
den ersten Lagern 221, die mit den Führungskurven 211 des
Klemmelements 210 zusammenwirken, weiterhin zweite Lager 222, 223.
Die zweiten Lager 222 sind radial innen und die zweiten
Lager 223 sind radial außen positioniert. Die zweiten
Lager 222 rollen bei der axialen Verstellung des Betätigungselements 220 relativ
zum Klemmelement 210 auf einer radial innen liegenden Fläche 271 einer
in den Formzylinder 1 eingearbeiteten Ausnehmung 270 ab.
Die zweiten Lager 223 rollen bei der axialen Verstellung des
Betätigungselements 220 relativ
zum Klemmelement 210 auf einer Fläche 262 des Einsetzelements 260 ab.
Dies kann am besten 5 entnommen werden. Die zweiten
Lager 222, 223 dienen der radialen Fixierung bzw.
Lagerung des Betätigungselements 220.
-
Das
Klemmelement 210 und das Betätigungselement 220 sind
derart in die Ausnehmung 270 in dem Formzylinder 10 integriert,
dass dieselben in Umfangsrichtung gesehen nebeneinander positioniert
sind. Die ersten Lager 221 sind dem Betätigungselement 220 und
die Führungskurven 211 dem Klemmelement 210 an
sich gegenüberliegenden,
benachbarten Seitenflächen
derselben zugeordnet.
-
Im
gezeigten Ausführungsbeispiel
sind die Führungskurven 211 dem
Klemmelement 210 und die ersten Lager 221 dem
Betätigungselement 220 zugeordnet.
Im Unterschied hierzu ist es auch möglich, dass die Führungskurven dem
Betätigungselement
und die ersten Lager dem Klemmelement zugeordnet sind.
-
Nun
wird unter Bezugnahme auf die 1 bis 5 beispielhaft
das Aufspannen einer Druckplatte 20 auf den Formzylinder 1 beschrieben.
-
Zuerst
wird die aufzuspannende Druckplatte 20 mittels eines Roboterarms
eines automatischen Plattenwechselsystems mit ihrem Vorlaufende 21 in den
Schlitz 110 eingehängt.
Danach wird wenigstens eine Andrückrolle 30 an
den Formzylinder 1 angestellt, so dass die Druckplatte
wie in 1 gezeigt auf den Umfang des Formzylinders 1 gedrückt wird.
-
Dann
wird, wie in 2 gezeigt, der Formzylinder
in Bezug auf die Andrückrolle 30 so
um seine Rotationsachse gedreht, dass sich die Andrückrolle 30 kontinuierlich
auf der Oberfläche
der Druckplatte 20 von deren Vorlaufende 21 aus
in Richtung zu deren Nachlaufende 22 hin bewegt.
-
Kurz
bevor die Andrückrolle 30 das
Nachlaufende 22 erreicht wird das Klemmelement 210 in
die zweite Position gestellt, so dass der Klemmspalt 230 zur
Aufnahme des Nachlaufendes 22 freigegeben ist (siehe 2).
-
Dann
wird, wie in 3 gezeigt, der Formzylinder 1 weitergedreht,
bis die Andrückrolle 30 das Nachlaufende 22 der
Druckplatte 20 vollständig
in den Klemmspalt 230 hineingedrückt hat.
-
In
diesem Zustand wird, wie in 4 gezeigt, das
Klemmelement 210 in die erste Position gestellt, so dass
das Nachlaufende 22 der Druckplatte 20 sich zwischen
dem Klemmelement 210 und dem die Spannkante 261 definierenden
Abschnitt des Einsetzelements 260 festgeklemmt ist.
-
Danach
wird, wie in 5 gezeigt, die Andrückrolle 30 vom
Formzylinder 1 abgestellt, so dass der Druckprozess beginnen
kann.
-
Dem
Fachmann ist klar, dass die vorhergehende Beschreibung des Aufspannens
von nur einer Druckplatte 20 lediglich der Erläuterung
der Erfindung dient und im Rahmen der Erfindung natürlich auch
mehrere in Axialrichtung des Formzylinders 1 nebeneinander
angeordnete Druckplatten 20 gleichzeitig aufgespannt werden
können.
-
Nun
wird unter Bezugnahme auf 9 eine Weiterbildung
der beschriebenen Ausführungsform der
Erfindung erläutert.
-
Wie
in 9 gezeigt, ist die Spannkante 261 der
zweiten Spannmittel 200 bzw. des Einsetzelements 260 mit
einem Absatz 263, so dass die Biegekante für das Nachlaufende 22 der
Druckplatte 20 im Bereich des Absatzes 263 hohlliegend
aufgenommen ist, und einer Schrägfläche 264 ausgebildet,
die sich von dem Absatz 263 aus schräg zur Radialrichtung des Formzylinders 1 erstreckt,
so dass das Nachlaufende 22 der Druckplatte 20 beim
Klemmen dessen in Richtung einer Abkantwinkelwinkelverkleinerung
verformt wird.
-
Durch
den Absatz 263 wird in vorteilhafter Weise vermieden, dass
eine ggf. auf den Formzylinder 1 aufgebrachte Korrosionsschutz-Beschichtung im
Bereich der Spannkante 261 abplatzen kann. Ferner wird
gewährleistet,
dass das Nachlaufende 22, auch wenn im Bereich der Spannkante 261 eine
Verdickung in Form einer Materialansammlung von Korrosionsschutz-Beschichtung
vorhanden ist, trotzdem problemlos bzw. behinderungsfrei in den
Klemmspalt 230 eingefädelt
werden kann.
-
Durch
die Kombination von Absatz 263 und Schrägfläche 264, zwischen
denen eine Übergangskante
gebildet ist, über
welche das Nachlaufende 22 beim Klemmen dessen elastisch
verformt wird, wird ein Moment M erzeugt, welches die Druckplatte 20 auf
dem Formzylinder 1 straffzieht, so dass eine optimale Aufspannung
dieser gewährleistet
ist.
-
- 1
- Formzylinder
- 10
- Spanneinrichtung
- 100
- erste
Spannmittel
- 110
- Schlitz
- 120
- Wandabschnitt
- 121
- Schulter
- 130
- Spannkante
- 200
- zweite
Spannmittel
- 210
- Klemmelement
- 211
- Führungskurve
- 212
- Vorsprung
- 220
- Betätigungselement
- 221
- erste
Lager
- 222
- zweite
Lager
- 223
- zweite
Lager
- 230
- Klemmspalt
- 240
- Klemmfeder
- 250
- Anschlag
- 260
- Einsetzelement
- 261
- Spannkante
- 262
- Fläche
- 263
- Absatz
- 264
- Schrägfläche
- 270
- Ausnehmung
- 271
- Fläche
- 20
- Druckplatte
- 21
- Vorlaufende
- 21a
- Ausbauchung
- 22
- Nachlaufende
- M
- Moment
- 30
- Andrückrolle