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Die
Erfindung beschreibt ein durch ein Redoxinitiatorsystem härtendes
Zwei- oder Mehrkomponenten-System mit steuerbarer Topfzeit sowie
dessen Anwendung.
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Insbesondere
bezieht sich die Erfindung auf Zwei- oder Mehrkomponentensysteme,
bei denen die Aktivatorkomponente des Redoxinitiatorsystems zusammen
mit der Peroxidkomponente gelagert werden kann. Zweckmäßig
werden bei einem erfindungsgemäßen Zweikomponentensystem
bis auf wenigstens einen Bestandteil der Monomerkomponente alle
anderen Bestandteile bis zur Anwendung gemeinsam gelagert und sind
dabei stabil. Die Polymerisation wird erst durch Zugabe eines Monomerbestandteils
ausgelöst. Schließlich bezieht sich die Erfindung
auch auf die verschiedenen Anwendungen der Zwei- oder Mehrkomponentensysteme.
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Durch
Redoxinitiierung härtende Zweikomponentensysteme auf Basis
von radikalisch polymerisierbaren Monomeren sind seit langem bekannt.
In der Regel geht man so vor, dass einem flüssigen Monomer
oder Monomergemisch, das eine Redoxkomponente enthalten kann, vor
der Anwendung die fehlenden Redoxsystemkomponenten bzw. alle Redoxsystemkomponenten
zugesetzt werden.
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Daneben
werden Systeme beschrieben, die zusätzlich ein im Monomer
oder Monomergemisch gelöstes Polymer enthalten. Vor allem
von Dentalanwendungen sind weiterhin Systeme bekannt, bei denen
flüssiges Monomer, ein Perlpolymerisat und ein Redoxinitiatorsystem
vor der Anwendung zu einer hochviskosen Masse gemischt werden.
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Beispielhaft
für eine Vielzahl von Veröffentlichungen zum Thema
seien die
DE 43 15 788 ,
DE OS 1 544 924 und die
DE 27 10 548 genannt. Allen
diesen Systemen wohnt der Nachteil inne, dass nach dem Zusammenmischen
der Komponenten die für die Verarbeitung zur Verfügung
stehende Zeit (Topfzeit) beschränkt ist, oder dass bei
der Applikation Energie, beispielsweise in Form von Mahl- und Reibkräften
eingebracht werden muss. Zwar lässt sich durch Reduzierung
der Redoxkomponentenkonzentration die Topfzeit bedingt verlängern,
dem sind jedoch Grenzen gesetzt, da mit sinkender Redoxkomponentenkonzentration
die Aushärtung beeinträchtigt wird. Ein weiterer
Nachteil der Formulierungen aus dem Stand der Technik besteht darin,
dass die maximalen Konzentrationen am Arbeitsplatz (MAK-Werte) von
leichtflüchtigen Monomeren, wie beispielsweise Methacrylsäuremethylester, überschritten
werden können. Diesem anwendungstechnischen Nachteil kann
man nur begrenzt durch die Verwendung von schwerer flüchtigen
Monomeren begegnen, da die beispielsweise häufig eingesetzten
Peripolymerisate durch schwerer flüchtigen Monomere nicht
mit ausreichender Geschwindigkeit angequollen werden. Ferner ist
die Sauerstoffinhibierung der Polymerisation beim Einsatz der schwerer
flüchtigen Monomeren stärker ausgeprägt
als bei der Verwendung von Methacrylsäuremethylester.
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DE 100 51 762 stellt Monomer-Polymersysteme
auf Basis wässriger Dispersionen zur Verfügung,
die neben guten mechanischen Eigenschaften den Vorteil bieten, keine
oder nur sehr wenig Monomere zu emittieren und darüber
hinaus einfach handhabbar zu sein und über eine hohe Lagerstabilität
zu verfügen. Hierzu werden Mischungen von wässrigen
Dispersionen verwendet, deren Teilchen mit einem ethylenisch ungesättigten
Monomer angequollen worden sind, das jeweils eine der Redoxkomponenten
enthielt. Diese angequollenen wässrigen Systeme sind praktisch
unbegrenzt lagerstabil und härten erst nach Verdunsten
des Wassers und der nachfolgenden Filmbildung aus. Der Nachteil
dieser Systeme ist, dass die Aushärtung durch die erforderliche
Verdunstung des Wassers, insbesondere bei dickeren Schichten, lange
dauert und größere Anteile Wasser bei einer Reihe
von Anwendungen wie Reaktivklebern stören.
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WO 99/15592 beschreibt
Reaktiv-Plastisole, die nach thermischer Gelierung und Aushärtung
zu Filmen mit guten mechanischen Eigenschaften führen.
Diese Plastisole bestehen aus einem bekannten Basispolymerisat,
vorzugsweise in Form eines sprühgetrockneten Emulsionspolymerisats,
einem reaktiven Monomeranteil, bestehend aus mindestens einem monofunktionellen
(Meth)acrylatmonomeren, einem Weichmacher sowie gegebenenfalls weiteren
vernetzenden Monomeren, Füllstoffen, Pigmenten und Hilfsstoffen.
Das Basispolymerisat kann einen Kern/Schale-Aufbau haben und von
0–20% an polaren Comonomeren enthalten. Die Plastisole
sind über Wochen lagerstabil und müssen zur Verfilmung
auf hohe Temperaturen (z. B. 130°C) erhitzt werden.
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Die
DE 103 39 329 A1 beschreibt
ein durch ein Redoxinitiatorsystem härtendes Zweikomponenten-System
mit steuerbarer Topfzeit, bestehend aus einem Emulsionspolymerisat
oder mehreren Emulsionspolymerisaten und einem ethylenisch ungesättigten
Monomer oder einer Monomermischung aus ethylenisch ungesättigten
Monomeren, wobei sowohl das Emulsionspolymerisat als auch das Monomer
oder die Monomermischung eine der Komponenten eines Redoxinitiatorsystems
enthalten können. Die Steuerung der Topfzeit erreicht man
durch Absorption wenigstens einer Komponente des Redoxinitiatorsystems
am Polymeren. Dabei wird die niedermolekulare Initiatorkomponente
physikalisch in Polymerteilchen verkapselt, welche durch Emulsionspolymerisation
hergestellt werden. Kommt das verkapselte Polymer bei der Anwendung
des Zweikomponenten-Systems mit Monomer zusammen quillt das Polymer,
die ehemals verkapselte und/oder absorbierte Initiatorkomponente
wird frei und kann ihre Wirkung entfalten. Obwohl diese ”Verkapselung” einer
Komponente des Initiatorsystems im Polymer bereits eine sehr günstige
und variable Steuerung der Topfzeit erlaubt, ist eine derartige
Regelung doch noch in mancherlei Hinsicht verbesserungswürdig.
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Hierbei
handelt es sich einerseits um die Sicherheit der Anwendung. Durch Überlagerung,
dass heißt zu lange Lagerung, kann beispielsweise die Konzentration
der im Polymer verkapselten Komponente sinken, etwa durch Migration.
In der Folge kann die Reaktivität des Systems gegebenenfalls
von den Sollwerten abweichen.
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Andererseits
ist es bereits an sich schwierig, bei dem in der
DE 103 39 329 A1 beschriebenen
System eine hohe Beladung des Polymers mit der verkapselten Komponente
zu erreichen. In der Praxis zeigen sich bei höheren Beladungen,
z. B. 5% oder darüber, Effekte, die auf nicht vollständigen
Einschluss des Aktivators schließen lassen. Nun kann es
jedoch sein, dass man besonders reaktive Systeme benötigt,
so dass ein sehr hoher Beladungsgrad von teilweise bis zu 40% (w/w)
oder sogar darüber (> 40%
[w/w]) erwünscht ist.
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Schließlich
muss auch bei einem hohen Beladungsgrad und gerade dann die Langzeit-Sicherheit
des Beladungsgrades gewährleistet werden.
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Daneben
kommt bei vielen Systemen der Anwendungssicherheit eine immer größer
werdende Bedeutung zu. Die Bestandteile des Redoxinitiatorsystems,
im Wesentlichen also die Aktivatorkomponente und die peroxidische
Komponente sind wesentlich für die Geschwindigkeit der
Aushärtung des Gesamtsystems. Soweit die beiden genannten
speziellen Bestandteile bis zur Härtung getrennt voneinander
gelagert werden müssen, besteht immer die Gefahr, dass
es durch Fehldosierung einer der beiden Komponenten zu einer nicht
erwünschten zu langsamen oder zu schnellen Härtungsreaktion
kommt.
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In
Anbetracht des eingangs genannten und diskutierten Standes der Technik
war es Aufgabe der Erfindung, bei Raumtemperatur härtende
Zwei- oder Mehrkomponenten-Systeme zur Verfügung zu stellen,
deren Topfzeit in weiten Grenzen einstellbar ist und die trotzdem
zu einem definierten Zeitpunkt ohne Energiezufuhr oder äußeren
mechanischen Impuls schnell und vollständig aushärten.
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Ferner
bestand die Aufgabe darin, auch in dünnen Schichten ohne
Luftausschluss eine vollständige Aushärtung zu
erreichen.
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Eine
weitere erfindungsgemäß zu lösende Aufgabe
besteht darin, geruchliche Belästigungen zu minimieren
und bei der Anwendung die Konzentration an Monomer in der Luft unter
den für das jeweilige Monomer gültigen Grenzwerten
zu halten.
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Eine
weitere Aufgabe war es, einen großen Variationsbereich
der Aktivatorkonzentration zu ermöglichen.
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Weiterhin
sollte die Topfzeit unabhängig von der Lagerdauer des Zwei-
oder Mehrkomponentensystems gemacht werden. So werden Topfzeiten
häufig durch eine bestimmte Konzentration an Inhibitoren
eingestellt. Nach längerer Lagerung unter ungünstigen
Bedingungen können die Inhibitoren teilweise verbraucht sein,
so dass die Topfzeit kürzer ist als gewünscht.
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Unter
anderem war es auch Aufgabe der Erfindung ein System anzugeben,
dass dem vorgenannten Spektrum an Eigenschaften in Summe genügen
kann und dennoch einfach und sicher handhabbar ist.
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Auch
die Angabe von Verwendungen für das erfindungsgemäße
System war zu leisten.
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Ferner
bestand die Aufgabe der Erfindung auch darin, die Zahl der Komponenten
des Mehrkomponentensystems soweit wie möglich zu reduzieren,
nach Möglichkeit also drei oder mehr Mehrkomponentensysteme
zu vermeiden und nach Möglichkeit Zweikomponentensysteme
einzusetzen.
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Schließlich
war es auch Aufgabe der Erfindung ein System anzugeben, das die
Dosiersicherheit der beiden Komponenten im Hinblick auf die Vermischung
von Aktivator und Peroxid gewährleistet. Dabei soll das Verhältnis
von Aktivator zu Peroxid nach Möglichkeit durch den Anwender
nicht abgeändert werden können, um Schwierigkeiten
bei der Initiierung der Härtung des Gesamtsystems ausschließen
zu können.
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Die
erfindungsgemäßen Aufgaben oder Teilaspekte der
erfindungsgemäßen Aufgaben werden gelöst durch
ein neues mittels eines Redoxinitiatorsystems härtendes
Zwei- oder Mehrkomponenten-System mit steuerbarer Topfzeit umfassend
- A) 0,8–69,94 Gew.-% eines Emulsionspolymerisats
erhältlich durch Polymerisation einer Mischung aufweisend
a)
5 bis 99,9 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl von Monomeren mit einer
Wasserlöslichkeit < 2
Gew.-% bei 20°C ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus monofunktionellen (Meth)acrylatmonomeren, Styrol und Vinylestern;
b)
0 bis 70 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl mit den Monomeren a) copolymerisierbaren
Monomeren;
c) 0 bis 20 Gew.-% einer oder einer Mehrzahl zweifach
oder mehrfach vinylisch ungesättigter Verbindungen;
d)
0 bis 20 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl polarer Monomere mit einer
Wasserlöslichkeit > 2
Gew.-% bei 20°C; und
e) 0,1–95 Gew.-% wenigstens
eines Aktivators der Formel I, worin
– R1
Wasserstoff oder Methyl ist;
– X eine lineare oder
verzweigte Alkandiylgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen ist, die
ein oder mehrfach mit Hydroxylgruppen und/oder mit C1-C4 Alkoxygruppen
substituiert sein kann;
– R2 Wasserstoff
oder einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen
bedeutet, der gegebenenfalls ein oder mehrfach mit Hydroxylgruppen
oder C1-C4-Alkoxygruppen substituiert ist, wobei die Hydroxylgruppen
partiell mit (Meth)acrylsäure verestert sein können;
– R3, R4, R5,
R6 und R7 unabhängig
voneinander Wasserstoff oder eine lineare oder verzweigte Alkyl-
oder Alkoxygruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen bedeuten, die ein
oder mehrfach mit Hydroxylgruppen substituiert sein können;
und
wobei gegebenenfalls zwei der Reste R3 bis
R7 miteinander zu einem fünf- bis
siebengliedrigen Ring verbunden sind und gegebenenfalls ein kondensiertes
aromatisches Ringsystem mit dem Phenylrest bilden;
wobei der
Aktivator e) über kovalente Bindungen in das Emulsionspolymerisat
eingebaut ist;
wobei das Polymerisat A) dadurch erhältlich
ist, dass man nach Art einer Kern-Schale-Polymerisation die Bestandteile
a) bis e) in einer ersten Stufe als Kern polymerisiert und daran
anschließend in wenigstens einer weiteren Stufe als Schale
eine Mischung der Bestandteile a) bis d); und
wobei die Komponenten
a) bis e) zusammen 100 Gew.-% der
polymerisierbaren Bestandteile
der Mischung A) ergeben;
- B) 30–99,14 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl ethylenisch
ungesättigter Monomere;
- C) 0,05–10 Gew.-% Peroxide; gegebenenfalls
- D) 0–60 Gew.-% ungesättigte Oligomere; gegebenenfalls
- E) 0–2 Gew.-% eines Polymerisationsinhibitors; und
gegebenenfalls
- F) 0–800 Gewichtsteile Hilfs- und Zusatzstoffe;
wobei
die Summe der Bestandteile A) + B) + C) + D) + E) 100 Gew.-% ergibt
und sich die Menge von F) auf 100 Gewichtsteile der Summe A) + B)
+ C) + D) + E) bezieht,
wobei das System dadurch gekennzeichnet
ist, dass
die Komponente A) und die Komponente C) gemeinsam
gelagert werden und wenigstens ein Bestandteil der Komponente B)
von den Komponenten A) und C) getrennt gelagert wird, wobei der
getrennt gelagerte Bestandteil der Komponente B) so gewählt
wird, dass das Quellvermögen dieses Bestandteils der Komponente B)
für das Polymerisat A) so hoch ist, dass der polymerfixierte
Aktivator e) des Polymerisats A) mit der Komponente C) zur Umsetzung
gelangen kann.
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In
der Regel liegen beim System der Erfindung die Komponenten A) und
C) gemeinsam in Mischung vor. Dies überrascht besonders,
da die Aktivatorkomponente e) und das Peroxid C) das Redoxinitiatorsystem bilden,
welches regelmäßig die Härtung auslöst.
Erreicht wird die Lagerstabilität durch die Verkapselung
der Aktivatorkomponente im Kern des Kern-Schale-Emulsionspolymerisats,
so dass für die Peroxid-Komponente erst dann eine Reaktionsmöglichkeit
mit der Aktivatorkomponente gegeben ist, wenn das Emulsionspolymerisat
durch Monomere mit ausreichend hohem Quellvermögen angequollen
worden ist.
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Ein
wichtiger Vorteil der Erfindung besteht unter anderem auch darin,
dass man in aller Regel mit einem Zweikomponentensystem auskommt.
Lager man Peroxid und verkapselte Aktivatorkomponente nicht zusammen,
so kann man gegebenenfalls gezwungen sein, auf ein Dreikomponentensystem
auszuweichen. Dies ist jedoch weniger zweckmäßig
als ein Zweikomponentensystem. Eine gemeinsame Lagerung von Peroxid und
Monomer wäre ebenfalls keine bevorzugte Alternative, da
hierdurch eine mangelhafte Lagerstabilität resultieren
würde.
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Beim
erfindungsgemäßen Zwei- oder Mehrkomponentensystem
liegen die Komponenten A), C), D), E) und F) bevorzugt als lagerfähige
Mischung vor, während die Komponenten B) dieser Mischung
vor der Anwendung zugemischt werden.
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Andererseits
kann es auch bevorzugt sein, die Komponenten A), B), C), D), E)
und F) zusammenzulagern, mit Ausnahme nur eines Bestandteils der
Komponente B), welcher über ein hinreichend hohes Quellvermögen
verfügt, um das Emulsionspolymersiat A) soweit anzuquellen,
dass die kovalent am Kern des Polymerisats A) gebundene Aktivatorkomponente
e) für die Umsetzung mit der Peroxidkomponente C) zur Verfügung
steht. Auf diese Weise gelingt es beispielsweise, die Topfzeit in
Abhängigkeit eines einzigen Monomeren einzustellen, ohne
dass die Härtungszeit des Systems verändert wird.
Dies eröffnet den erfindungsgemäßen Systemen
ein breites Anwendungsfeld.
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Erfindungsgemäße
Zwei- oder Mehrkomponentensysteme lassen sich mit großem
Vorteil in Klebstoffen, Gießharzen, Bodenbeschichtungen,
Massen für Reaktivdübel, Dentalmassen oder in
Abdichtmassen einsetzen.
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Mit
den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen lässt
sich ein breiter Bereich der Konzentration des Aktivators (Variationsbereich)
realisieren. Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass bei hohen
Aktivatorkonzentrationen in Komponente A weniger von A vor der Anwendung
zum Zwei- oder Mehrkomponentensystem zugemischt werden muss.
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Auch
die Möglichkeit zur Variation der Reaktivität
ist vorteilhaft. Bei gleich bleibender Zusatzmenge der Komponente
A kann die Reaktivität durch verschieden hohe Konzentrationen
des Aktivators in A variiert werden.
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Die
Komponente A ist erhältlich durch Polymerisation einer
Mischung aufweisend
- a) 5 bis 99,9 Gew.-% eines
oder einer Mehrzahl von Monomeren mit einer Wasserlöslichkeit < 2 Gew.-% bei 20°C
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus monofunktionellen
(Meth)acrylatmonomeren, Styrol und Vinylestern;
- b) 0 bis 70 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl mit den Monomeren
a) copolymerisierbaren Monomeren;
- c) 0 bis 20 Gew.-% einer oder einer Mehrzahl zweifach oder mehrfach
vinylisch ungesättigter Verbindungen;
- d) 0 bis 20 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl polarer Monomere
mit einer Wasserlöslichkeit > 2 Gew.-% bei 20°C; und
- e) 0,1–95 Gew.-% wenigstens eines Aktivators,
wobei
die Bestandteile a) bis e) zusammen 100 Gew.-% der polymerisierbaren
Bestandteile der Mischung ergeben, nach welcher das Emulsionspolymerisat
= Komponente A resultiert,
wobei
e1) der Aktivator eine
Verbindung der Formel I ist, 
worin - – R1 Wasserstoff oder Methyl ist;
- – X eine lineare oder verzweigte Alkandiylgruppe mit
1 bis 18 Kohlenstoffatomen ist, die ein oder mehrfach mit Hydroxylgruppen
und/oder mit C1-C4 Alkoxygruppen substituiert sein kann;
- – R2 Wasserstoff oder einen
linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen
bedeutet, der gegebenenfalls ein oder mehrfach mit Hydroxylgruppen
oder C1-C4-Alkoxygruppen substituiert ist
- – R3, R4,
R5, R6 und R7 unabhängig voneinander Wasserstoff
oder eine lineare oder verzweigte Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1
bis 8 Kohlenstoffatomen bedeuten, die ein oder mehrfach mit Hydroxylgruppen
substituiert sein können, wobei die Hydroxylgruppen partiell
mit (Meth)acrylsäure verestert sein können;
und
wobei gegebenenfalls zwei der Reste R3 bis
R7 miteinander zu einem fünf- bis
siebengliedrigen Ring verbunden sind und gegebenenfalls ein kondensiertes
aromatisches Ringsystem mit dem Phenylrest bilden;
e2) wobei
der Aktivator e) über kovalente Bindungen in das Emulsionspolymerisat
eingebaut ist;
und wobei das Polymerisat A) dadurch erhältlich
ist, dass man nach Art einer Kern-Schale-Polymerisation die Bestandteile
a) bis e) in einer ersten Stufe als Kern polymerisiert und daran
anschließend in wenigstens einer weiteren Stufe als Schale
eine Mischung der Bestandteile a) bis d).
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Die
Schreibweise (Meth)acrylat umfasst hier sowie im gesamten Kontext
der Erfindung sowohl Methacrylat, wie z. B. Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat
usw., als auch Acrylat, wie z. B. Methylacrylat, Ethylacrylat usw.,
sowie Mischungen aus beiden.
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Das
Emulsionspolymerisat = Komponente A) ist vorzugsweise im Wesentlichen
aus (Meth)acrylatmonomeren sowie Styrol und/oder Styrolderivaten
und/oder Vinylestern aufgebaut.
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Besonders
bevorzugt ist der Aufbau aus mindestens 80% Methacrylat- und Acrylatmonomeren,
ganz besonders bevorzugt ist der Aufbau aus ausschließlich
Methacrylat- und Acrylatmonomeren.
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Beispiele
für monofunktionelle Methacrylat- und Acrylatmonomere mit
einer Wasserlöslichkeit < 2 Gew.-%
bei 20°C (Komponente Aa)) sind Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat,
Propyl(meth)acrylat, Isopropyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat,
Isobutyl(meth)acrylat, tert.-Butyl(meth)acrylat, Hexyl(meth)acrylat, Ethylhexyl(meth)acrylat,
Isodecylmethacrylat, Laurylmethacrylat, Cyclohexyl(meth)acrylat,
Tetrahydrofurfuryl(meth)acrylat, Isobornyl(meth)acrylat, Benzyl(meth)acrylat,
Phenyl(meth)acrylat, Phenylethyl(meth)acrylat, 3,3,5-Trimethylcyclohexyl(meth)acrylat.
Methoden zur Bestimmung der Wasserlöslichkeit von organischen Verbindungen
sind dem Fachmann geläufig.
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Unter
Styrolderivaten versteht man beispielsweise -Methylstyrol, Chlorstyrol
oder p-Methylstyrol. Beispiele für Vinylester sind Vinylacetat
und längerkettige Derivate wie Vinylversatat.
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Bevorzugt
werden Methacrylatmonomere, insbesondere Methylmethacrylat, eingebaut,
um eine höhere Glastemperatur zu erreichen, Methacrylate
mit einer C-Zahl > 4
in der Seitenkette und Acrylate, um die Glastemperatur abzusenken.
Vorteilhafterweise werden die Monomeren so kombiniert, dass eine
Glastemperatur über 60°C resultiert, bevorzugt über
80 °C und insbesondere über 100°C, wenn
das Emulsionspolymerisat A) durch Trocknung isoliert werden soll.
Die Glastemperaturen werden gemessen nach EN ISO 11357.
Soll das Emulsionpolymerisat A) dem Zwei- oder Mehrkomponenten-System
als wässrige Dispersion zugesetzt werden, so kann die Glastemperatur
niedriger liegen. Um den Monomeren B) einen ausreichend hohen Anquellwiderstand
entgegenzusetzen ist meist eine Glastemperatur oberhalb Raumtemperatur
vorteilhaft. Bevorzugt liegt sie über 30°C, besonders
bevorzugt über 40°C, insbesondere über
60°C.
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Damit
ist nicht ausgeschlossen, dass in bestimmten Fällen Glastemperaturen
unterhalb Raumtemperatur vorteilhaft sein können. Das kann
beispielsweise der Fall sein, wenn die Lösekraft der für
Komponente B) verwendeten Monomeren niedrig ist, so dass die Anquellung
zu lange dauert.
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Bei
bekannter Glastemperatur von Homopolymeren lassen sich die Glastemperaturen
der Copolymeren nach folgender Formel von Fox in erster Näherung
berechnen:
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Dabei
bedeuten: Tg die Glastemperatur des Copolymerisats (in K), TgA, TgB, TgC usw. die Glastemperaturen der Homopolymerisate
der Monomere A, B, C usw. (in K). wA, wB, wC usw. stellen
die Massenanteile der Monomere A, B, C, usw. im Polymer dar.
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Je
höher die Glastemperatur des Polymeren ist, desto größer
ist der Anquellwiderstand gegenüber den vor der Anwendung
zugesetzten Monomeren und somit die Topfzeit. Ebenso bewirkt eine
steigende Molmasse/ein steigendes Molekulargewicht des Polymerisats
im Allgemeinen eine Erhöhung des Anquellwiderstands.
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Insofern
sind besonders bevorzugte Polymerisate dadurch gekennzeichnet, dass
a) aus ein oder mehreren Methacrylatmonomeren und/oder Acrylatmonomeren
besteht. Ganz besonders zweckmäßig ist a) Methylmethacrylat.
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Beispiele
für die Komponente A b) sind Maleinsäureanhydrid,
Itakonsäureanhydrid sowie Ester der Itakon- und Maleinsäure.
Ihr Anteil am Emulsionspolymerisat kann bis zu 70 Gew.-% betragen,
vorzugsweise sind von 0–30 Gew.-%, insbesondere 0–10
Gew.-% enthalten. Ganz besonders bevorzugt wird auf Komponente A
b) verzichtet.
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Der
Einbau höherer Anteile an zweifach und/oder mehrfach ungesättigten
Monomeren (Vernetzer = Komponente A c)) beschränkt den
erreichbaren Quellungsgrad in der Formulierung und kann auf nanoskaliger Ebene
zu einem inhomogen Polymerisat führen. Dies muss nicht
in jedem Fall nachteilig sein, wird aber bevorzugt nicht angestrebt.
Deshalb wird der Gehalt an mehrfach ungesättigten Monomeren
vorzugsweise auf 20 Gew.-%, bezogen auf Komponente A), beschränkt,
noch mehr bevorzugt liegt er unter 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
unter 2 Gew.-%, insbesondere unter 0,5 Gew.-% oder es wird ganz
auf mehrfach ungesättigte Monomere verzichtet.
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Zu
im Rahmen der Erfindung mit Erfolg einsetzbaren mehrfach ungesättigten
Monomeren (Vernetzern) gehören unter anderem Ethylenglykoldi(meth)acrylat
sowie Diethylenglykoldi(meth)acrylat, Triethylenglykoldi(meth)acrylat
und deren höheren Homologe, 1,3- und 1,4-Butandioldi(meth)acrylat,
1,6-Hexandioldi(meth)acrylat, Trimethylolpropandi(meth)acrylat oder
(Meth)acrylate von ethoxiliertem Trimethylolpropan, Triallylcyanurat
und/oder Allyl(meth)acrylat.
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Der
Anquellwiderstand kann auch durch den Einbau polarer Monomere (Komponente
A d)), wie Methacrylamid oder Methacrylsäure in das Emulsionspolymerisat
gesteuert werden. Dieser steigt mit wachsender Menge Methacrylamid
bzw. Methacrylsäure an.
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Beispiele
für weitere polare Monomere sind Acrylsäure, Acrylamid,
Acrylnitril, Methacrylnitril, Itakonsäure, Maleinsäure
oder N-Methacryloyloxyethylethylenharnstoff und N-Methacryloylamidoethylethylenharnstoff.
Auch N-Methylolacrylamid oder N-Methylolmethacrylamid und deren
Ether sind denkbar, sofern ihr Anteil so beschränkt wird,
dass trotz Vernetzung der Dispersionsteilchen deren Anquellung hinreichend
möglich ist und die Auslösung der Polymerisation
nicht beeinträchtigt wird.
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Der
Anteil an N-Methylolacrylamid oder -methacrylamid sollte 10 Gew.-%,
bezogen auf Komponente A), möglichst nicht überschreiten.
Bevorzugt ist ein Gehalt unter 5 Gew.-%, besonders bevorzugt unter
2 Gew.-%, insbesondere 0 Gew.-%.
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Weitere
polare Monomere sind Hydroxyethyl(meth)acrylat, Hydroxypropyl(meth)acrylat,
Homologe des Alkoxypolyethylenglykolmethacrylat, des Alkoxypolypropylenglykolmethacrylat,
des Methacryloyloxypolyethylen- und -polypropylenglykol sowie von
Vinyloxypolyethylen- und polypropylenglykol. Alle genannten Monomeren
können auch als Mischform von Ethylen- und Propylenglykolwiederholungseinheiten
vorliegen. Der Polymerisationsgrad kann 2 bis 150 betragen, bevorzugt
2 bis 25. Alkoxy steht in erster Linie für Methyl-, Ethyl- und
Butylreste. Längere Alkylketten, wie z. B. C18, sind auch
möglich, aber nicht bevorzugt. Besonders bevorzugt ist
ein Methylrest.
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Der
Anteil der polaren Monomeren hängt in erster Linie von
der angestrebten Topfzeit der Formulierung ab, er ist aber auch
mit der Glastemperatur des Polymeren verknüpft. Je niedriger
die Glastemperatur liegt, desto höher ist der benötigte
Anteil an polaren Monomeren, um einen bestimmten Anquellwiderstand
zu erreichen. Weiterhin ist der Anteil an polaren Monomeren auf
die Lösekraft der in der Formulierung eingesetzten Monomeren
B abzustimmen.
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In
der Regel liegt der Anteil an polaren Monomeren im Bereich von 0
und 20 Gew.-%, bevorzugt von 1 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
von 2 bis 5 Gew.-%, insbesondere von 3 bis 5 Gew.-%, bezogen auf Komponente
A). Sind kurze Topfzeiten gewünscht, beispielsweise wenige
Minuten, oder ist die Lösekraft der Monomeren in Komponente
B) gering, so kann es vorteilhaft sein, den Gehalt auf unter 2%
zu beschränken oder ganz auf polare Monomere zu verzichten.
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Methacrylamid
und Acrylamid sowie Methacrylsäure und Acrylsäure
sind besonders wirksam und werden deshalb bevorzugt, wenn lange
Topfzeiten angestrebt werden. Besonders bevorzugt ist eine Kombination aus
Methacrylamid oder Acrylamid mit Methacrylsäure oder Acrylsäure
in den Gewichtsverhältnissen von 3 zu 1 bis 1 zu 3.
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Die
im Rahmen der Erfindung mit Erfolg einzusetzende Komponente Ae)
gehorcht der oben bezeichneten allgemeinen Formel I. Für
die Offenbarung der Erfindung versteht man unter einer linearen
oder verzweigten Alkandiylgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
einen unverzweigten oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 1
bis 18 Kohlenstoffatomen, wie z. B. den Methandiyl- (=Methylengruppe),
Ethandiyl-, Propandiyl-, 1-Methylethandiyl-, 2-Methylpropandiyl-,
1,1-Dimethylethandiyl-, Pentandiyl-, 2-Methylbutandiyl-, 1,1-Dimethylpropandiyl-,
Hexandiyl-, Heptandiyl-, Octandiyl-, 1,1,3,3-Tetramethylbutandiyl-,
Nonandiyl-, Isononandiyl-, Decandiyl-, Undecandiyl-, Dodecandiyl-
oder Hexadecandiylrest.
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Unter
dem Begriff linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen
versteht man für die Erfindung Reste wie z. B. den Methyl-,
Ethyl-, Propyl-, 1-Methylethyl-, 2-Methylpropyl, 1,1-Dimethylethylrest,
Pentyl-, 2-Methylbutyl-, 1,1-Dimethylpropyl-, Hexyl-, Heptyl-, Octyl-,
oder den 1,1,3,3-Tetramethylbutylrest.
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Unter
dem Begriff linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen
versteht man für die Erfindung Reste mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen
wie zuvor beschrieben sowie z. B. den Nonyl-, Isononyl-, Decyl-,
Undecy- oder den Dodecylrest.
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Unter
dem Begriff C1-C4-Alkoxygruppen werden für die Erfindung
Alkoxygruppen verstanden, bei denen der Kohlenwasserstoffrest ein
verzweigter oder unverzweigter Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4
Kohlenstoffatomen ist, wie z. B. der Methyl-, Ethyl-, Propyl-, 1-Methylethyl-,
2-Methylpropyl oder 1,1-Dimethylethylrest.
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Unter
dem Begriff lineare oder verzweigte Alkoxygruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen
werden für die Erfindung Alkoxygruppen verstanden, bei
denen der Kohlenwasserstoffrest ein verzweigter oder unverzweigter
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ist, wie z.
B. der Methyl-, Ethyl-, Propyl-, 1-Methylethyl-, 2-Methylpropyl,
1,1-Dimethylethylrest, Pentyl-, 2-Methylbutyl-, 1,1-Dimethylpropyl-,
Hexyl-, Heptyl-, Octyl-, oder der 1,1,3,3-Tetramethylbutylrest.
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Wie
die Formel (I) zeigt handelt es sich bei den möglichen
Aktivatorkomponenten Ae) allgemein um (meth)acryloyl-funktionalisierte
Aminabkömmlinge. Dabei geht man generell bei den Aktivator-
oder Beschleunigerkomponenten von modifizierten Aminen, wie 2-N-(Ethylanilino)ethanol
oder 2-N-(Ethylanilino)propanol, aus und setzt diese Amine zu polymerisierbaren
Beschleuniger-/Aktivatorkomponenten um, vorzugsweise durch Einführung
von (Meth)acrylatgruppen. Entsprechend können beispielsweise
auch m-Toluidin- sowie Xylidinderivate oder weitere Derivate als
Ausgangspunkt zum Erhalt der Aktivator- oder Beschleunigerkomponente
eingesetzt werden.
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Zu
bevorzugt einsetzbaren Aktivator-/Beschleunigerkomponenten Ae) gehören
unter anderem folgende Verbindungsklassen: N-((Meth)acryloyl(poly)oxyalkyl)-N-alkyl-(o,m,p)-(mono,di,tri,tetra,penta)alkylanilin, N-((Meth)acryloyl(poly)oxyalkyl)-N-(arylalkyl)-(o,m,p)-(mono,di,tri,tetra,penta)alkylanilin,
N-((Meth)acryloyl(poly)oxyalkyl)-N-alkyl-(o,m,p)-(mono,di,tri,tetra,penta
usw.)alkylnaphthylamin, N-((Meth)acrylamidoalkyl)-N-alkyl-(o,m,p)-(mono,di,tri,tetra,penta)alkylanilin.
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Beispiele
für weitere Amine sind N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat,
Diethylaminoethyl(meth)acrylat, 3-Dimethylamino-2,2-dimethylpropyl(meth)acrylat,
tert.-Butylaminoethyl(meth)acrylat, N-Vinylimidazol und Dimethylaminopropyl(meth)acrylamid.
Bevorzugt werden. N-((Meth)acryloyloxyethyl)-N-methylanilin, N-((Meth)acryloyloxypropyl)-N-methylanilin,
N-((Meth)acryloyloxypropyl)-N-methyl-(o,m,p)-toluidin, N-((Meth)acryloyloxyethyl)-N-methyl-(o,m,p)-toluidin,
N-((Meth)acryloylpolyoxyethyl)-N-methyl-(o,m,p)-toluidin. Diese
Stoffe werden einzeln oder in Mischung von zwei oder mehreren eingesetzt.
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Besonders
zweckmäßige Emulsionspolymerisate für
die Zwecke der Erfindung sind methacryloylfunktionalisierte Substanzen,
d. h. solche Verbindungen der Formel (I) worin R1 Methyl
ist.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kennzeichnen
sich die Polymerisate dadurch, dass in der Formel (I) X eine Ethandiyl-,
also eine Ethylengruppe -CH2-CH2-
ist.
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In
einer anderen besonders bevorzugten Ausführungsform ist
das Emulsionspolymerisat dadurch gekennzeichnet, dass X in der Formel
(I) eine hydroxylsubstituierte Propandiylgruppe, nämlich
eine 2-Hydroxypropylengruppe -CH2-CH(OH)-CH2- ist.
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Weitere
bevorzugte Aktivatoren ergeben sich dadurch, dass der Rest R2 in der Formel (I) ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus Methyl, Ethyl und 2-Hydroxyethyl.
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Bevorzugt
enthält e1) nur eine (Meth)acryloylgruppe. Möglich,
wenn auch nicht bevorzugt, ist eine mehrfache Unsättigung
durch partielle Veresterung der Hydroxylgruppen in R2 mit
(Meth)acrylsäure, die bei der Synthese nicht immer ganz
vermieden werden kann. Ein Gehalt an solchen vernetzend wirkenden
Strukturen ist unkritisch, solange er die Verwendbarkeit der Emulsionspolymerisate
A) in den Zwei- oder Mehrkomponentensystemen nicht beeinträchtigt,
beispielsweise durch nicht mehr ausreichende Quellbarkeit des Emulsionspolymerisats
in Komponente B) aufgrund eines zu hohen Vernetzungsgrades. Typischerweise
ist ein Anteil an mehrfach ungesättigtem Aktivatormonomer
unter 5 Gew.-% bezogen auf die Polymerzusammensetzung nicht unbedingt
prohibitiv, bevorzugt sind unter 3, insbesondere unter 1 Gew.-%.
Höhere Gehalte sind allerdings nicht ausgeschlossen. Der
Fachmann kann leicht bestimmen, ob das Monomer geeignet ist, indem
er beispielsweise prüft, ob ein damit hergestelltes Emulsionspolymerisat
A) im Zwei- oder Mehrkomponentensystem die Polymerisation im gewünschten
Zeitintervall auslöst und ob die Polymerisation schnell
und vollständig abläuft und das Polymerisat die
gewünschten Eigenschaften besitzt.
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Ebenfalls
bevorzugt sich solche Polymerisate als Aktivatoren, bei denen einer
der Reste R3 bis R7 Methyl
ist während die verbleibenden vier Reste Wasserstoff sind.
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Außerdem
sind solche Polymerisate zweckmäßig, die dadurch
gekennzeichnet sind, dass in der Formel (I) zwei der Reste R3 bis R7 Methyl sind
während die verbleibenden drei Reste Wasserstoff sind.
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Der
Anteil des polymerisierbaren Aktivators A e) in Komponente A) kann
zwischen 0,1 und 95 Gew.-% betragen. Vorzugsweise wird er möglichst
hoch gewählt, beispielsweise zwischen 5 und 60 Gew.-%,
besonders bevorzugt 10–60 Gew.-%, insbesondere 20–50
Gew.-%. Die obere Grenze wird durch das Verhalten des ausgewählten
Aktivators bei der Emulsionspolymerisation bestimmt. Der Fachmann
wird darauf achten, dass durch einen zu hohen Anteil weder nicht
akzeptable Mengen Koagulat gebildet werden, noch zu hohe Restmonomergehalte
verbleiben. Es kann auch sein, dass die spezifische Wirksamkeit
des Aktivators mit steigender Einbaumenge abnimmt. Da der polymerisierbare
Aktivator eine eher teure Monomerkomponente darstellt, wird der
Fachmann bestrebt sein, ein Kompromiss zwischen möglichst
hoher Einbaumenge und Wirtschaftlichkeit zu finden.
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Das
Emulsionspolymerisat A) ist für die Zwecke der Erfindung
als Kern-Schale-Polymer aufgebaut
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Kern-Schale-Polymer
steht hier für ein Polymerisat, das durch eine zwei- oder
mehrstufige Emulsionspolymerisation hergestellt wurde, ohne dass
der Kern-Schale-Aufbau beispielsweise elektronenmikroskopisch gezeigt
wurde. Wird der polymerisierbare Aktivator nur im Kern, also in
der ersten Stufe, eingebaut, so trägt ein solcher Aufbau
dazu bei, dass der Aktivator bis zur Anquellung nicht für
das Peroxid zugänglich ist und somit eine vorzeitige Polymerisation
verhindert wird. Eine besondere Ausführungsform der Erfindung
bezieht sich darauf, dass die polaren Monomeren auf die Schale beschränkt
werden, Kern und Schale, abgesehen vom polymerisierbaren Aktivator
im Kern, aber ansonsten gleich aufgebaut sind. In einer anderen
Ausführungsform können Kern und Schale sich in
der Monomerzusammensetzung wesentlich unterscheiden, was sich beispielsweise
auf die jeweilige Glastemperatur auswirkt. In diesem Fall ist es
vorteilhaft, wenn die Glastemperatur der Schale oberhalb der des
Kerns liegt, vorzugsweise oberhalb 60°C, besonders bevorzugt
oberhalb von 80°C, insbesondere oberhalb von 100°C.
Zusätzlich können auch in dieser Ausführungsform
die polaren Monomeren auf die Schale beschränkt sein. Speziell
durch den Kern-Schale-Aufbau werden besonders vorteilhafte Eigenschaften
erzielt. Hierzu gehört unter anderem der bessere Schutz
des Aktivators gegen vorzeitigen Kontakt mit dem Peroxid durch eine
Schale oder eine Mehrzahl von Schalen. Das Aktivatormonomer wird
dabei vorzugsweise in den Kern eingebaut. Ebenso kann es darum gehen,
die ausgehärteten Polymerisate flexibler zu machen. In
solchen Fällen wird der Kern mit relativ niedriger Glastemperatur
eingestellt. Die Schale mit höherer Glastemperatur hat
dann die Aufgabe, den gewünschten Anquellwiderstand und
ggf. die Isolierung als Feststoff zu gewährleisten. Das
Gewichtsverhältnis von Kern zu Schale hängt davon
ab, wie gut der Aktivator geschützt werden soll oder welche
Effekte durch diesen Aufbau erwartet werden. Im Prinzip kann es
zwischen 1:99 und 99:1 liegen, d. h. es ist in der Regel unkritisch,
solange der Zweck des Emulsionspolymerisats A), die Polymerisation
des Zwei- oder Mehrkomponentensystems in der gewünschten
Weise zu aktivieren, nicht beeinträchtigt wird.
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Ist
beabsichtigt durch die Schale den Aktivator zu schützen,
so wird man den Schalenanteil in der Regel auf das notwendige Maß beschränken,
um einen hohen Aktivatoranteil im Emulsionspolymerisat zu ermöglichen.
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Sollen
durch den Aufbau besondere Effekte, z. B. eine Flexibilisierung
der ausgehärteten Polymersysteme durch ein Kern-Polymer
mit niedriger Glastemperatur, erreicht werden, so ist das Kern-Schale-Verhältnis auf
die gewünschten Effekte abzustimmen. Meist wird der Fachmann
den Schalenanteil zwischen 10 und 50 Gew.-% einstellen, vorzugsweise
zwischen 20 und 40 Gew.-%, insbesondere zwischen 25 und 35 Gew.-%.
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Insofern
betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung eines
erfindungsgemäßen Emulsionspolymerisats, bei welchem
man die Bestandteile a) bis e) der Komponente A) in wässriger
Emulsion polymerisiert.
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Die
Emulsionspolymerisation wird dabei in einer dem Fachmann im Allgemeinen
bekannten Art und Weise durchgeführt. Die Durchführung
einer Emulsionspolymerisation ist beispielhaft in
EP 0376096 B1 beschrieben.
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Vorzugsweise
wird ein Initiator gewählt, der mit dem polymerisierbaren
Aktivator A e) kein Redoxsystem bildet. Geeignet sind beispielsweise
Azoinitiatoren wie das Na-Salz der 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure).
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Der
Feststoff der Komponente A) kann durch bekannte Verfahren aus der
Dispersion gewonnen werden. Hierzu zählen Sprühtrocknung, Gefrierkoagulation
mit Abnutschen und Trocknen sowie das Abpressen mittels Extruder.
Bevorzugt wird das Polymerisat durch Sprühtrocknung gewonnen.
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Für
die Zwecke der vorliegenden Erfindung ist es jedoch bei weitem bevorzugt,
dass die Komponente A) nicht isoliert wird. Da gewisse Menge Wasser
in den angestrebten Anwendungen im Allgemeinen nicht stören,
kann Komponente A) auch als wässrige Dispersion dem System
zugesetzt werden.
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Die
Molmasse der Komponente A) ausgedrückt als Gewichtsmittel
des Molekulargewichts MW beeinflusst in
gewissem Maße den Anquellwiderstand. Hohe Gewichtsmittel
des Molekulargewichts MW wirken tendenziell
erhöhend auf den Anquellwiderstand, während niedrigere
Gewichtsmittel des Molekulargewichts MW senkend
wirken. Damit ist die erwünschte Topfzeit unter anderem
dafür maßgebend, ob der Fachmann eine hohe Molmasse
wählt oder eine eher niedrige.
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Wenn über
die Molmasse keine besonderen Effekte erzielt werden sollen, so
wird der Fachmann die Molmasse in der Regel zwischen 10.000 g/mol
und 5.000.000 g/mol, bevorzugt zwischen 50.000 g/mol und 1.000.000
g/mol und ganz besonders bevorzugt zwischen 100.000 g/mol und 500.000
g/mol einstellen. Die Molmasse wird mittels Gelpermeationschromatographie
bestimmt. Die Messung erfolgt in THF, als Eichstandard dient PMMA.
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Der
Anquellwiderstand kann auch durch die Wahl der Teilchengröße
eingestellt werden. Je größer der Teilchendurchmesser
desto geringer ist die Anquellgeschwindigkeit.
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Die
Primärpartikelgröße der Komponente A)
beträgt in der Regel zwischen 50 nm und 2 Mikrometer, bevorzugt
zwischen 100 nm und 600 nm und ganz besonders bevorzugt zwischen
150 nm und 400 nm. Die Teilchengröße wird mit
einem Mastersizer 2000 Version 4.00 gemessen.
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In
einer besonders bevorzugten Abwandlung des Verfahrens der Erfindung
geht man so vor, dass man die Bestandteile a) bis e) für
den Kern und die Bestandteile a) bis d) für die Schale
so wählt, dass im resultierenden Polymerisat die Glastemperatur
TGS mindestens einer Schale größer
als die Glastemperatur TGK des Kerns ist,
wobei die Glastemperaturen TG nach EN
ISO 11357 bestimmt werden.
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Noch
eine weitere Verfahrensmodifikation sieht vor, dass man die Bestandteile
a) bis d) für die Schale so wählt, dass im resultierenden
Polymerisat die Glastemperatur TGS mindestens
einer Schale größer als 80, bevorzugt größer
als 100°C ist, wobei die Glastemperatur TGS nach EN
ISO 11357 bestimmt wird.
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Die
Emulsionspolymerisation ist grundsätzlich als Batch- oder
Zulaufpolymerisation möglich, Zulaufpolymerisation ist
bevorzugt. Ebenso ist die Herstellung von A) über eine
Miniemulsionspolymerisation möglich. Die Vorgehensweisen
sind dem Fachmann bekannt.
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Die
Topfzeit der Formulierung aus den Komponenten A), B), C), D), E)
und F) kann durch die Anquellkraft der eingesetzten Monomeren in
Komponente B) beeinflusst werden. Während Methyl(meth)acrylat
eine hohe Anquellkraft besitzt und damit zu relativ niedrigen Topfzeiten
führt, erhöhen stärker hydrophobe Monomere,
wie beispielsweise 1,4-Butandioldi(meth)acrylat und Monomere mit
hohem Molekulargewicht, wie beispielsweise Ethyltrigykol(meth)acrylat
in der Regel die Topfzeit.
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Grundsätzlich
kann eine große Vielfalt von Monomeren, die in gewisser
Weise anquellend wirken, für die Erfindung eingesetzt werden.
Wichtig ist, dass das oder dass die eingesetzte(n) Monomer(e) hinsichtlich des
Anquellvermögens für die Komponente A) ausgewählt
und eingesetzt wird/werden. Hierbei gelingt es dem Fachmann in Kenntnis
der vorliegenden Erfindungen mit wenigen Routineversuchen zuverlässig
die Komponente B) auf die Komponente A) abzustimmen und so ein System
mit der gewünschten Topfzeit zur Verfügung zu
stellen.
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Als
Monomere können grundsätzlich alle Methacrylat-
und Acrylatmonomeren und Styrol sowie deren Mischungen eingesetzt
werden. Untergeordnete Anteile an anderen Monomeren wie Vinylacetat,
Vinylversatat, Vinyloxypolyethylenglykol, Malein- und Fumarsäure
und deren Anhydride oder Ester sind möglich, solange die
Copolymerisation nicht gestört wird, sind aber nicht bevorzugt.
Kriterien für die Auswahl der Monomeren sind deren Lösekraft,
Polymerisationsschrumpf, Haftung auf dem Substrat, Dampfdruck, toxikologische
Eigenschaften und Geruch. Beispiele für (Meth)acrylate
sind Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat, Propyl(meth)acrylat,
Isopropyl(meth)acrylat, Butyl(meth)acrylat, Isobutyl(meth)acrylat,
Hexyl(meth)acrylat, Ethylhexyl(meth)acrylat, Cyclohexyl(meth)acrylat,
Tetrahydrofurfuryl(meth)acrylat, Isobornyl(meth)acrylat, Benzyl(meth)acrylat,
Phenyl(meth)acrylat, Phenylethyl(meth)acrylat), 3,3,5-Trimethylcyclohexyl(meth)acrylat,
Hydroxethyl(meth)acrylat, Hydroxypropyl(meth)acrylat, Methyl- oder
Ethyltriglykolmethacrylat, Butyldiglykolmethacrylat, Ethylenglykoldi(meth)acrylat
sowie Diethylenglykoldi(meth)acrylat, Triethylenglykoldi(meth)acrylat und
deren höheren Homologe, Dipropylenglykoldi(meth)acrylat,
Tripropylenglykoldi(meth)acrylat und deren höheren Homologe,
1,3- und 1,4-Butandioldi(meth)acrylat, 1,6-Hexandioldi(meth)acrylat,
1,12-Dodecandioldi(meth)acrylat, Glycerindi(meth)acrylat, Trimethylolpropantri(meth)acrylat,
Trimethylolpropandi(meth)acrylat, Tri(meth)acrylat eines ethoxilierten
Trimethylolpropan mit 3–10 Mol Ethylenoxid, Di(meth)acrylat
eines ethoxilierten Eisphenol-A mit 2–20 Mol Ethylenoxid,
bevorzugt 2–10 Mol Ethylenoxid und/oder einem Polyethylenglykoldimethacrylat
mit 1–15 Ethylenoxid-Einheiten und Allyl(meth)acrylat.
Weitere Beispiele sind (Meth)acrylsäure, (Meth)acrylamid,
N-Methylol(meth)acrylamid, Monoester der Malein- und Bernsteinsäure
mit Hydroxyethylmethacrylat und der Phosphorsäureester
von Hydroxyethyl(meth)acrylat, deren Anteil meist untergeordnet
ist.
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Unter
anderem bevorzugt ist für die Komponente B) eine oder eine
Mehrzahl von Verbindungen ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Ethyltriglykolmethacrylat, Tetrahydrofururylmethacrylat, Benzylmethacrylat,
Isobornylmethacrylat, 1,4-Butandioldimethacrylat, Hydroxypropylmethacrylat,
Trimethylolpropantrimethacrylat, Trimethacrylat eines ethoxilierten
Trimethylolpropan mit 3–10 Mol Ethylenoxid, Dimethacrylat
eines ethoxilierten Eisphenol-A mit 2–10 Mol Ethylenoxid
und/oder einem Polyethylenglykoldimethacrylat mit 1–10
Ethylenoxid-Einheiten.
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Besonders
bevorzugt sind (Meth)acrylate mit einem Molekulargewicht oberhalb
140 g/mol, besonders bevorzugt oberhalb 165 g/mol und insbesondere
oberhalb 200 g/mol.
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Methacrylate
erhalten gegenüber Acrylaten auch aus toxikologischen Gründen
den Vorzug.
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Neben
langen Topfzeiten aufgrund geringer Anquellgeschwindigkeit haben
Monomere mit hohem Molekulargewicht noch den Vorteil geringer Emissionen.
Andererseits steigt ihre Viskosität mit der Molmasse in der
Regel an und die Lösekraft für das Emulsionspolymerisat
sinkt, so dass, insbesondere wenn Polymere oder Oligomere in nennenswerten
Anteilen mitverwendet werden, ein Kompromiss eingegangen werden muss.
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Das
Peroxid C) ist der Partner des Aktivators im Redoxsystem. Sein Anteil
beträgt in der Regel zwischen 0,05 und 10 Gew.-%, bevorzugt
0,1 bis 5 Gew.-%. Meist wird ein Anteil von 0,5–5 Gew.-%
gewählt, bevorzugt 0,5–3, insbesondere 0,5–2
Gew.-%. Maßgebend für den Peroxidanteil ist, dass
bei der vorgesehenen Anwendung eine vollständige Aushärtung
in der gewünschten Zeit erfolgt und das ausgehärtete
System die auf den Einsatzzweck abgestimmten Eigenschaften aufweist.
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Das
Peroxid liegt in der Regel phlegmatisiert z. B. in Weichmacher oder
Wasser oder einem anderen Medium vor.
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Besonders
bevorzugt für die Erfindung liegt der peroxidische Initiator
in wässriger Phase vor.
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Typische
Peroxidgehalte dieser Peroxidformulierung liegen bei 20-60 Gew.-%.
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Als
Peroxide kommen besonders bevorzugt Dibenzoylperoxid und Dilaurylperoxid
in Betracht. Noch zweckmäßiger sind wässrige
Phasen dieser beiden Peroxide, entweder allein oder in Mischung
miteinander oder weiteren nicht einzeln genannten Peroxidverbindungen.
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Eine
weitere Variante besteht darin, das Peroxid in einem Emulsionspolymerisat
zu absorbieren (Komponente C'). In einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung besteht Komponente C also aus einem Emulsionspolymerisat
enthaltend ein Peroxid (Komponente C'). Das Emulsionspolymerisat
der Komponente C' kann gleich oder verschieden aufgebaut sein wie
Komponente A, enthält aber keinen polymerisierbaren Aktivator als
Comonomer. Typische Peroxidgehalte in Komponente C' liegen unter
20, insbesondere unter 10 Gew.-%.
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Nach
Mischung aller Komponenten startet die Polymerisation erst dann,
wenn die Polymerteilchen beider Komponenten A und C' angequollen
sind.
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Dabei
ist es in der Regel unkritisch, ob die Emulsionspolymerisate A und
C' gleich oder unterschiedlich zusammengesetzt sind, solange sich
eine eventuelle Unverträglichkeit nicht nachteilig auswirkt.
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Als
Oligomere (Komponente D)) können ungesättigte
Polyester, sowie Polyurethan-(Meth)acrylate basierend auf Polyether-,
Polyester-, oder Polycarbonat-diolen, sowie Mischungen derselben
eingesetzt werden. Ferner können vinylterminierte Präpolymere
auf Basis von Acrylnitril und Butadien eingesetzt werden. Ferner können
Epoxid(meth)acrylate und auch sternförmige Copolymerisate
eingesetzt werden, wie sie beispielsweise durch Polymerisation von
(Meth)acrylaten in Gegenwart von mehrfunktionellen Mercaptanen zugänglich sind.
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Vorzugsweise
sind die Oligomeren mehrfach ungesättigt.
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Es
können ferner auch Polymere auf Basis von Polyacrylaten,
Polyestern, Polyethern, Polycarbonaten oder den entsprechenden Copolymeren
eingesetzt werden. Diese können sowohl gesättigt
als auch ungesättigt sein. Das Mischungsverhältnis
sowie die Einsatzmenge ist von der angestrebten Anwendung abhängig. Die
Polymere bzw. ihr Anteil werden in der Regel so ausgewählt,
dass die Viskosität der Mischung nicht negativ beeinflusst
wird.
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Die
Molmasse der ungesättigten Oligomeren beträgt
typischerweise 500 bis 20.000, insbesondere 1.000 bis 5.000 g/mol.
Gesättigte Polymere haben typischerweise Molmassen oberhalb
20.000, beispielsweise 50.000–200.000 g/mol. Es handelt
sich in allen Fällen um Gewichtsmittelwerte des Molekulargewichts.
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Der
Polymerisationsinhibitor (Komponente E)) wird optionell für
die Gewährleistung einer ausreichenden Lagerstabilität
der Mischung der Komponenten B), D), E) und F) benötigt.
Die Wirkung der Inhibitoren besteht meist darin, dass sie als Radikalfänger
für die bei der Polymerisation auftretenden freien Radikale
wirken. Für weitere Details wird auf die gängige
Fachliteratur, insbesondere auf das Römpp-Lexikon
Chemie; Herausgeber: J. Falbe, M. Regitz; Stuttgart, New York; 10.
Auflage (1996); Stichwort ”Antioxioxidantien” und
die an dieser Stelle zitierten Literaturstellen verwiesen.
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Geeignete
Inhibitoren umfassen u. a. ggf. substituierte Phenole, ggf. substituierte
Hydrochinone, wie beispielsweise Hydrochinonmonomethylether (HQME),
ggf. substituierte Chinone, ggf. substituierte Brenzcatechine, Tocopherol,
tert.-Butylmethoxyphenol (BHA), Butylhydroxytoluol (BHT), Octylgallat,
Dodecylgallat, Ascorbinsäure, ggf. substituierte aromatische
Amine, ggf. substituierte Metallkomplexe eines aromatischen Amins,
ggf. substituierte Triazine, organische Sulfide, organische Polysulfide,
organische Dithiocarbamate, organische Phosphite und organische
Phosphonate, Phenothiazin und 4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-1-oxyl.
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Ggf.
substituierte Hydrochinone und ggf. substituierte Phenole werden
bevorzugt eingesetzt. Besonders bevorzugt werden Hydrochinon, Hydrochinonmonomethylether
und 4-Methyl-2,6-di-tert-butylphenol.
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In
der Regel sind 0,2 Gew.-% Inhibitor ausreichend, meist liegt der
Anteil deutlich niedriger, beispielsweise bei 0,05 Gew.-% oder darunter.
Die Topfzeit des Systems nach Zumischung der Komponenten A und C wird
erfindungsgemäß über die Anquellung der
Komponente A gesteuert. Höhere Anteile als 0,2 Gew.-% Inhibitor,
z. B. 1 Gew.-% oder höher, die bei Systemen des Standes
der Technik manchmal zur Verlängerung der Topfzeit eingesetzt
werden, sind deshalb meist nicht notwendig, sollen aber nicht ausgeschlossen
werden. Bevorzugt ist ein Gehalt von maximal 0,2 Gew.-%, insbesondere
maximal 0,05 Gew.-%.
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Die
Formulierung kann neben den beschriebenen Komponenten übliche
partikuläre Füllstoffe (Komponente F), wie beispielsweise
Titandioxyd, Ruß oder Siliziumdioxyd, Glas, Glasperlen,
Glaspulver, Zement, Quarzsand, Quarzmehl, Sand, Korund, Steingut,
Klinker, Schwerspat, Magnesia, Calciumkarbonat, Marmormehl oder
Aluminiumhydroxyd, mineralische oder organische Pigmente und Hilfsstoffe
(Komponente F)) enthalten.
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Hilfsstoffe
können beispielsweise sein: Weichmacher, Wasser, Verlaufshilfsmittel,
Verdickungsmittel, Entschäumer, Haftmittel oder Netzmittel.
Vorzugsweise ist neben eventuell für die Phlegmatisierung
des Peroxids eingesetzten Weichmacher kein weiterer Weichmacher
enthalten.
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Die
partikulären Füllstoffe weisen üblicherweise
einen Korndurchmesser von ca. 0,001 mm bis ca. 6 mm auf.
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Auf
ein Gewichtsteil Polymer werden üblicherweise 0 bis 8 Gewichtsteile
Füllstoffe eingesetzt.
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Die
Erfindung betrifft ein Zwei- oder Mehrkomponentensystem. Dies bedeutet,
dass im Sinne eines ”kit of parts” vor der eigentlichen
Anwendung des gesamten Systems wenigstens zwei Teilsysteme vorliegen,
die zur eigentlichen Anwendungen des Systems miteinander vermischt
werden.
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Der
besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Systems
besteht dabei darin, dass die Bestandteile des Redoxinitiatorsystems
miteinander eine lagerstabile Mischung ausbilden. Insbesondere vorteilhaft
ist dabei das Vorliegen der Komponenten A) und C) in einer lagerstabilen
wässrigen Phase. Weiterhin kann die eine Mischung mit den
Komponenten A) und C) auch noch Teile der Komponente B) umfassen,
genauso wie alle weiteren Komponenten D), E) und F), vorausgesetzt,
dass der zusammen mit den Komponenten A) und C) aufbewahrte Monomerbestandteil
B) nicht in der Lage ist, die Komponente A) in hinreichendem Maße
anzuquellen. Die eigentliche Härtung des Gesamtsystems
wird dann erst durch Vermischung mit einem geeigneten Monomeren
B) erzielt.
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Zur
Anwendung geht man in der Regel so vor, dass man alle Komponenten
A) bis F) des Systems miteinander vermischt. Das Polymerisat A)
wird innerhalb eines bestimmten Zeitraums durch das Monomer oder die
Monomere B) angequollen. Damit wird die polymerfixierte Aktivatorkomponente
Ae) für das Peroxid zugänglich und somit die Polymerisationsreaktion
gestartet.
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Aus
den langen Topfzeiten nach der Mischung der Komponenten ist zu schließen,
dass der polymerfixierte Aktivator Ae) hinreichend im Polymerteilchen
verborgen ist. Überraschend ist der schnelle und starke Temperaturanstieg
zu einem bestimmten Zeitpunkt, der zeigt, dass mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine lange Topfzeit eingestellt werden kann, ohne dass
die spätere Polymerisation beeinträchtigt wird.
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Das
Mischungsverhältnis ist von der angestrebten Anwendung
abhängig. Diese bestimmt die eingesetzte Menge der Komponenten
A–F. Das Mischungsverhältnis der eingesetzten
Komponenten ist bevorzugt so zu wählen, dass eine vollständige
Polymerisation des gegebenen Systems erreicht wird. Insbesondere
soll zweckmäßig eine ausreichende Menge eines
Redoxinitiatorsystems zur Verfügung stehen, wobei der Aktivator zumindest überwiegend
in Form eines Emulsionspolymerisats (Komponente A) zur Verfügung
gestellt wird.
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Da
der Anteil des polymerisierbaren Aktivators A e) in Komponente A)
in breiten Grenzen gewählt werden kann, besteht auch für
die Einsatzmenge der Komponente A) ein breiter Spielraum. So kann
der Anteil der Komponente A) zwischen 0,8 und 69,94 Gew.-% betragen,
und selbst wiederum 0,1 bis 95 Gew.-% des polymerisierbaren Aktivators
enthalten. In der Regel wird die Aktivatormenge auf den eingesetzten
Anteil des Peroxids abgestimmt. Das Peroxid ist der Partner des
Aktivators im Redoxsystem. Sein Anteil beträgt in der Regel zwischen
0,05 und 10 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 5 Gew.-%. Meist wird ein Anteil
von 0,5–5 Gew.-% gewählt, bevorzugt 0,5–3,
insbesondere 0,5–2 Gew.-%. Maßgebend für
den Peroxidanteil und den Anteil der Komponente A ist, dass bei
der vorgesehenen Anwendung eine im erwünschten Maße
vollständige Polymerisation in der gewünschten
Zeit erfolgt und das ausgehärtete System die auf den Einsatzzweck
abgestimmte Performance leistet
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Der
Anteil eines ethylenisch ungesättigten Monomeren (Komponente
B)) kann zwischen 30 und 99,14 Gew.-% betragen. Vorzugsweise beträgt
er 40–94,89 Gew.-%, insbesondere 40–80 Gew.-%.
Der Anteil eines Oligomeren bzw. Polymeren (Komponente D) beträgt
0–60 Gew.-%, vorzugsweise 0–40 Gew.-%, insbesondere
0–30 Gew.-%.
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Ferner
kann die Mischung zwischen 0 und 800 Gewichtsteile, bezogen auf
die Summe von A–D zu 100 Gewichtsteilen, an Füllstoffen,
Pigmenten und sonstigen Hilfsstoffen enthalten.
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Bevorzugte
Zwei- oder Mehrkomponenten-Systeme gemäß der Erfindung
umfassen
- A) 0,8–69,94 Gew.-% eines
Polymerisats wie hierin oben beschrieben mit polymerfixierter Aktivatorkomponente;
- B) 30–99,14 Gew.-% eines oder einer Mehrzahl ethylenisch
ungesättigter Monomere;
- C) 0,05–10 Gew.-% Peroxide; gegebenenfalls
- D) 0–60 Gew.-% Oligomere;
- E) 0,01–2 Gew.-% eines Polymerisationsinhibitors; und
gegebenenfalls
- F) 0–800 Gewichtsteile Hilfs- und Zusatzstoffe;
wobei
die Summe der Bestandteile A) + B) + C) + D) + E) 100 Gew.-% ergibt
und sich die Menge von F) auf 100 Gewichtsteile der Summe A) + B)
+ C) + D) + E) bezieht.
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Weiters
sind auch Systeme bevorzugt enthaltend 5 bis 45 Gew.-% Komponente
A),
40 bis 94,89 Gew.-% Komponente B),
0,1 bis 5 Gew.-%
Komponente C),
0–30 Gew.-% Komponente D);
0,01–0,2
Gew.-% Komponente E)
und
0 bis 800 Gewichtsteile Komponente
F),
wobei die Summe der Bestandteile A) + B) + C) + D) + E)
100 Gew.-% ergibt und sich die Menge von F) auf 100 Gewichtsteile
der Summe A) + B) + C) + D) + E) bezieht.
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Noch
mehr bevorzugt sind Systeme enthaltend
5 bis 45 Gew.-% Komponente
A),
40 bis 94,89 Gew.-% Komponente B),
0,5 bis 5 Gew.-%
Komponente C),
0 bis 30 Gew.-% Komponente D),
0,01–0,2
Gew.-% Komponente E)
und
0 bis 800 Gewichtsteile Komponente
F),
wobei die Summe der Bestandteile A) + B) + C) + D) + E)
100 Gew.-% ergibt und sich die Menge von F) auf 100 Gewichtsteile
der Summe A) + B) + C) + D) + E) bezieht
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Besonders
bevorzugt beträgt der Gehalt der Komponente D) 0 bis 30
Gew.-%.
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In
besonders zweckmäßiger Ausgestaltung umfasst die
Erfindung ein System, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass Komponente
A) und Komponente C) gemeinsam gelagert werden und bis zur Anwendung
des Systems wenigstens ein Bestandteil der Komponente B) getrennt
von A) und C) gelagert wird, wobei das Quellvermögen des
getrennt gelagerten Bestandteils der Komponente B) für
das Polymerisat A) so hoch ist, dass der polymerfixierte Aktivator
des Polymerisats A) mit der Komponente C) zur Umsetzung gelangen kann.
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Das
System eignet sich grundsätzlich für alle Zwei-Komponentensysteme
wie Klebstoffe, Gießharze, Bodenbeschichtungen und sonstige Reaktivbeschichtungen,
Abdichtmassen, Imprägniermassen, Einbettmassen, Reaktivdübel,
Dentalmassen, Herstellung von künstlichem Marmor oder anderen
Kunststeinen, poröse Kunststoffformen für keramische
Objekte und ähnliche Anwendungen. Es ist auch geeignet
für den Einsatz in ungesättigten Polyesterharzen
und deren typischen Anwendungen.
-
Besonders
bevorzugt ist die Anwendung des beschriebenen Zwei- oder Mehrkomponentensystems
in Klebstoffen, Gießharzen, Bodenbeschichtungen, Massen
für Reaktivdübel, Dentalmassen oder Abdichtmassen.
-
In
einer Anwendung als Gießharz kann ein hoher Polymeranteil
(Komponente A), beispielsweise zwischen 30 und 70 Gew.-%, vorteilhaft
sein. Der Anteil des Aktivators in Komponente A kann dann beispielsweise auf
0,1 bis 5 Gew.-% bezogen auf Komponente A beschränkt werden.
Die Komponenten B und D zusammengenommen liegen dann zwischen 69,9
und 30 Gew.-%. Der Peroxidanteil beträgt vorzugsweise 0,1
bis 5 Gew.-%.
-
Im
Bereich hochvernetzter Systeme kann es sinnvoll sein, den Gehalt
an Polymer (Komponente A) zu begrenzen und nur als Träger
eines Aktivators einzusetzen. Der Anteil der Komponente A ist daher
vorzugsweise entsprechend gering und liegt beispielsweise zwischen
1 und 10 Gew.-%. Der Anteil des in Komponente A polymerfixierten
Aktivators ist entsprechend hoch zu wählen und kann 10
oder sogar bis zu 60 Gew.-%, in Einzelfällen auch bis zu
95 Gew.-% bezogen auf Komponente A betragen. Die Komponenten B und
D zusammengenommen liegen dann zwischen 98,9 und 90 Gew.-%. Der
Peroxidanteil beträgt vorzugsweise 0,1 bis 5 Gew.-%.
-
Die
nachfolgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele dienen zur weiteren
Erläuterung der Erfindung
-
Herstellung der Emulsionspolymerisate
-
Alle
Emulsionspolymerisate wurden im Zulaufverfahren hergestellt.
-
Die
Vorlage wurde im Reaktionsgefäß 5 min bei 80°C
gerührt. Anschließend wurde der restliche Zulauf 1 über
einen Zeitraum von 3 h und Zulauf 2 über einen Zeitraum
von 1 h zugegeben. Die Zuläufe 1 und 2 wurden vor Zugabe
zur Reaktionsmischung emulgiert. Es wurde demineralisiertes Wasser
verwendet. Die Ansätze sind in Tabelle 1 aufgeführt. Tabelle 1
| Versuch Nr. | Vorlage | Zulauf
1 | Zulauf
2 | Charakterisierung |
| 1 | 341,0
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure ), Na-Salz-Lösung
400,0
g MMA
400,0 g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
38,8%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 158 nm
pH-Wert: 6,1 |
| 2 | 341,5
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure ), Na-Salz-Lösung
396,0
g MMA
4,13 g 2-N-(Ethylanilino)-ethylmethacrylat 400,0 g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
39,0%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 171 nm
pH-Wert: 6,1 |
| 3 | 341,5
g Wasser 0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure ), Na-Salz-Lösung
392,0
g MMA 8,20 g 2-N-(Ethylanilino)-ethylmethacrylat 400,0 g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA 20,0 g MAS 400,0 g Wasser | FG:
38,7%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 176 nm
pH-Wert: 6,0 |
| 4 | 341,0
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
388,0
g MMA
12,38 g 2-N-(Ethylanilino)-ethylmethacrylat
400,0
g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
38,9%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 189 nm
pH-Wert: 6,1 |
| 5 | 341,0
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
384,0
g MMA
16,50 g 2-N-(Ethylanilino)-ethylmethacrylat
400,0
g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
38,6%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 167 nm
pH-Wert: 5,9 |
| 6 | 342,2
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
376,0
g MMA
24,80 g 2-N-(Ethylanilino)-ethylmethacrylat
400,0
g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
39,1%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 183 nm
pH-Wert: 6,1 |
| 7 | 342,2
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
368,0
g MMA
33,03 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
400,0
g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
39,0%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 165 nm
pH-Wert: 6,3 |
| 8 | 342,2
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
360,0
g MMA
41,30 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
400,0
g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
38,8%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 236 nm
pH-Wert: 6,0 |
| 9 | 343,9
g Wasser
0,72 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
6,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
340,0
g MMA
62,40 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
400,0
g Wasser | 12,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
24,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
380,0
g MMA
20,0 g MAS
400,0 g Wasser | FG:
38,7%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 198 nm
pH-Wert: 6,1 |
| 10 | 262,5
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
240,0
g MMA
62,10 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
285,0
g MMA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
38,7%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 289 nm
pH-Wert: 5,3 |
| 11 | 263,4
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
225,0
g MMA
77,60 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
285,0
g MMA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
38,0%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 283 nm
pH-Wert: 5,2 |
| 12 | 264,1
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
210,0
g MMA
93,1 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
285,0
g MMA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
38,9%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 340 nm
pH-Wert: 6,8 |
| 13 | 264,9
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
195,0
g MMA
108,0 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
285,0
g MMA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
39,3%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 161 nm
pH-Wert: 5,2 |
| 14 | 177,05
g Wasser
0,36 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
3,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 6,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
12,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
120,0
g MMA
82,70 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
200,0
g Wasser | 6,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
12,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
190,0
g MMA
10,0 g MAS
200,0 g Wasser | FG:
38,7%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 173 nm
pH-Wert: 5,3 |
| 15 | 177,6
g Wasser
0,36 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
3,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 6,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
12,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
110,0
g MMA
93,10 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
200,0
g Wasser | 6,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
12,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
190,0
g MMA
10,0 g MAS
200,0 g Wasser | FG:
38,7%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 164 nm
pH-Wert: 5,4 |
| 16 | 260,1
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
210,0
g MMA
92,9 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
285,0
g MMA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
38,2%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 229 nm
pH-Wert: 6,1 |
| 17 | 260,1
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
210,0
g MMA
92,9 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
270,0
g MMA
15,0 g MAA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
39,0%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 255 nm
pH-Wert: 5,5 |
| 18 | 260,1
g Wasser
0,54 g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
4,5
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
210,0
g MMA
92,9 g 2-N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat
300,0
g Wasser | 9,0
g 10%ige C15-Paraffinsulfonat, Na-Salz-Lösung
18,0
g 10%ige 4,4'-Azobis-(4-cyanovaleriansäure), Na-Salz-Lösung
285,0
g MMA
15,0 g MAS
300,0 g Wasser | FG:
39,1%
mittlere Teilchengröße, Gerät
Mastersizer: 227 nm
pH-Wert: 5,3 |
-
In
Tabelle 1 verwendete Abkürzungen:
- MMA: Methylmethacrylat
- MAS: Methacrylsäure
- FG: Feststoffgehalt
-
Herstellung einer Monomer-Polymer-Mischung
und Bestimmung der Anquellzeit
-
20
g (= 40 Gew.-%) des jeweiligen Polymeren (Komponente A) werden in
einem Becher (0,2 l) vorgelegt. 30 g (= 60 Gew.-%) eines ethylenisch ungesättigten
Monomeren bzw. einer Monomermischung (Komponente B) zugegeben und
mit einem Holzspatel solange gerührt bis die Mischung als
nicht mehr verarbeitbar angesehen wird. Diese Zeit wird als Anquell-
bzw. Topfzeit angegeben.
-
Die
Ergebnisse sind in Tabelle 2 aufgeführt. Die Versuche ohne
Aushärtung zeigen, wie durch Einbau von polaren Monomeren
der Anquellwiderstand erhöht werden kann.
-
Gelierzeitmessung mit dem
GELNORM – Gel Timer
-
Gerätebeschreibung:
-
Der
GELNORM-Gel-Timer ist ein automatisches Gerät zur Bestimmung
der Gelierzeit von Reaktionsharzen in Anlehnung an die DIN
16945, Blatt 1 und DIN 16916.
-
Geräteaufbau:
-
- Klemmhalter, Rändelschraube, Messstempel, Mikroschalter,
Haltefeder, Reagenzglas, Reagenzglashalterung
-
Durchführung:
-
Die
in den Versuchen 1–19 (Tabelle 1) erhaltenen Dispersionen
wurden aufgetrocknet und der resultierende Feststoff wurde pulverisiert.
Dann wurde eine Mischung aus 5 g Pulver und 7,5 g Monomer hergestellt. Die
Mischung wurde ca. 1 Min. mit einem Holzspatel gerührt
und in ein Reagenzglas 160 mm × ∅ 16 mm (Eigengewicht
ca. 10 g) eingefüllt. Das Gesamtgewicht von Reagenzglas
und Prüfmischung sollte stets 22 g betragen, um eine gute
Reproduzierbarkeit der Messergebnisse zu gewährleisten.
-
Das
Reagenzglas inklusive Haltefeder und Prüfmischung wurde
in die Halterung des Messkopfes gestellt und gleichzeitig die Haltefeder
am Mikroschalter eingehängt. Anschließend wurde
der Messstempel in die Mischung eingetaucht und am Klemmhalter befestigt.
Danach wurde der Versuch bei Raumtemperatur gestartet.
-
Beim
Erreichen des Gelierpunktes wurde die Zeitmessung mittels Mikroschalter
durch das Hochziehen des Reagenzglases gestoppt. Das Gerät
hat eine Ablesegenauigkeit von einer Sekunde. Tabelle 2
| Versuch Nr. | Zusammensetzung | | Monomer Komponente | Anquellzeit [min] | Gelierzeit [min] | Polyzeit [min] | Spitzentemp. [°C] |
| | Kern
50% | Schale 50% | | | | | |
| 1 | 100%
MMA | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 31 | 17 | - | - |
| 2 | 99%
MMA
1% 2-(N-Ethylanilino)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 20 | 13 | 144 | 26,5 |
| 3 | 98%
MMA
2% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 24 | 37 | 1440 | 24 |
| 4 | 97%
MMA
3% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 30 | 47 | 215 | 47 |
| 5 | 96%
MMA
4% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 50 | 38 | 130 | 61 |
| 6 | 94%
MMA
6% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 34 | 43 | 101 | 68 |
| 7 | 92%
MMA
8% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 30 | 38 | 79 | 70 |
| 8 | 90%
MMA
10% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 60 | 19 | 123 | 80 |
| 9 | 85%
MMA
15% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 60 | 17 | 98 | 97 |
| 10 | 80%
MMA
20% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 60 | 39 | 60 | 99 |
| 11 | 75%
MMA
25% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 36 | 52 | 66 | 102 |
| 12 | 70%
MMA
30% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 43 | 63 | 73 | 112 |
| 13 | 65%
MMA
35% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 15 | 21 | 35 | 116 |
| 14 | 60%
MMA
40% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 12 | 22 | 26 | 114 |
| 15 | 55%
MMA
45% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 21 | 20 | 46 | 111 |
| 16 | 70%
MMA
30% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAA | THFMA | 125 | nicht messbar | 188 | 80 |
| 17 | 70%
MMA
30% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 90% MMA
5%
MAA
5% MAS | THFMA | > 450 | nicht messbar | > 450 | 22 |
| 18 | 70%
MMA
30% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 95% MMA
5%
MAS | THFMA | 61 | 61 | 90 | 100 |
| 19 | 70%
MMA
30% 2-(N-Ethylaniliono)-ethylmethacrylat | 98% MMA
2%
MAS | 1,4-BDDMA:HP MA
= 1:1 | 20 | 36 | 24 | 144 |
-
In
Tabelle 2 verwendete Abkürzungen:
- MMA: Methylmethacrylat
- MAS: Methacrylsäure
- MAA: Methacrylamid
- THFMA: Tetrahydrofurfurylmethacrylat
- 1,4-BDDMA: 1,4 Butandioldimethacrylat
- HPMA: Hydroxypropylmethacrylat
-
Aushärtung von Filmen in dünner
Schicht:
-
Durchführung:
5 g des jeweiligen Polymeren (Komponente A) werden in einem Becher
(0,2 l) vorgelegt und mit unterschiedlichen Mengen MMA versetzt.
Die Mischungen wurden mit jeweils 1,3 g BP-50-FT versetzt.
-
Folgende
Mischungsverhältnisse wurden untersucht:
| Polymer
(Komponente
A) | Methylmethacrylat | Mischungsverhältnis
(Gew.-%/Gew.-%) | BP-50-FT |
| 5
g | 11,65
g | 30:70 | 1,3
g |
| 5
g | 15,00
g | 25:75 | 1,3
g |
| 5
g | 20,00 | 20:80 | 1,3
g |
-
Die
erzeugten Mischungen wurden zu Filmen gerakelt. Die Schichtdicke
variierte dabei zwischen 0,85 mm und 0,07 mm. Die Aushärtung
der Filme erfolgte an Luft und war innerhalb von 60 min vollständig
abgeschlossen.
-
Bestimmung der Polymerisationszeiten:
-
Polymerisationsverfahren:
Benzoylperoxid BP-50-FT (BP-50-FT ist ein weißes fließfähiges
Pulver, Gehalt 50 Masse-% Dibenzoylperoxid, mit einem Phthalsäureester
phlegmatisiert) wird in zum Aktivator äquimolaren Mengen
mit den Monomeren B und Komponente A gemischt.
-
Alle
Polymerisationen wurden im gleichen Mischungsverhältnis,
wie schon bei der Bestimmung der Topfzeit beschrieben durchgeführt.
-
Die
Polymerisationszeit ist definiert als die Zeit, die ein Ansatz vom
Polymerisationsstart (Zugabe der Initiatoren), bis zum Erreichen
der Polymerisationsspitzentemperatur benötigt. Als Ergebnis
werden die benötigte Zeit und die Spitzentemperatur angegeben.
Die Messung erfolgt mittels Kontaktthermometer unter Aufzeichnung
des Temperaturverlaufs. Lagerversuche von 2-N-ethylanilino-ethylmethacrylat-haltigen
Polymerdispersionen in Gegenwart in Gegenwart von Benzoylperoxid
Es wurden Kern-Schale Emulsions-Polymerisate wie oben beschrieben
im Zulaufverfahren hergestellt, bei denen 2-N-ethylanilino-ethylmethacrylat
als aminische Komponente in den Kern eingebaut wurde. Diese dienen
als aminische Komponente in einem Monomer-Polymer-System, welches
mit einem Peroxid-Amin-Redoxinitiatorsystem ausgehärtet
werden kann. Die Emulsionspolymerisate haben die in der Tabelle
3 unten angegebene Zusammensetzung.
-
Die
Lagerversuche von Dispersionen in Gegenwart einer Benzoylperoxid-Suspension
wurden bei einem Verhältnis 2-N-ethylanilino-ethylmethacrylat:
BPO = 1:1 (molar) durchgeführt. Hierzu wurde in einer 100 ml
Weithalsflasche soviel Dispersion eingewogen, wie einer Menge von
10 g Pulver entsprechen würde und 7,8 g Benzoylperoxid
(20%ig in Wasser) dazu gewogen.
-
Die
Lagerstabilität der Proben wurde täglich visuell
geprüft. Ferner wurden die Proben täglich neu
aufgerührt, um eine gute Durchmischung mit der BPO-Suspension
zu gewährleisten. Die endgültige Beurteilung erfolgte
nach Zusatz von MMA, indem Anquellung und Polymerisationsverhalten überprüft
wurden.
-
Alle
Dispersionen waren nach einer Lagerzeit von 42 Tagen unverändert
stabil (siehe Tabelle 3).
-
Für
die Lagerversuche von Dispersionen in MMA im Verhältnis
Dispersionsfeststoff: MMA 1:3 mit Benzoylperoxid im Verhältnis
1:1 molar zu 2-N(Ethylanilino)-ethylmethacrylat (siehe Tab. 4) wurden
in einer 100 ml Weithalsflasche soviel Dispersion eingewogen, wie
einer Menge von 5 g Pulver entsprechen würde. Dazu wurden
3,9 g Benzoylperoxid (20%ige Suspension in Wasser) und eine definierte
Menge an MMA eingewogen.
-
Alle
Dispersionen sind innerhalb von 3–4 Stunden polymerisiert
(siehe Tabelle 4), d. h. es ist eine Anquellung durch MMA erfolgt,
die aminische Komponente wurde freigesetzt und Redox-Polymerisation
wurde gestartet.
-
Als
Fazit ergibt sich, dass 2-N-ethylanilino-ethylmethacrylat-haltige,
wässrige Dispersionen mit K/S-Aufbau (Anilinokomponente
im Kern) in Gegenwart von BPO-Suspensionen lagerstabil sind. Bei
Zugabe eines anquellenden Monomeren zum wässrigen System
erfolgt Aushärtung. Tabelle 3: Lagerversuche von wässrigen Dispersionen
mit Benzoylperoxid (wässrige Suspension) im Verhältnis
1:1 (molar) zu Ethylanilinoethylmethacrylat
| Nr. | Zusammensetzung | Stabilität |
| 20
= Nr. 18 aus Tab. 1 u. 2 | Kern:
70%
MMA
30% Ethylanilinoethylmethacrylat
Schale:
95%
MMA
5% MAS | Nach
42 Tagen stabil |
| 21
= Nr. 17 aus Tab. 1 u. 2 | Kern:
70%
MMA
30% Ethylanilinoethylmethacrylat
Schale:
90%
MMA
5% Methacrylsäure,
5% Methacrylamid | Nach
42 Tagen stabil |
| 22
= Nr. 16 aus Tab. 1 u. 2 | Kern:
70%
MMA
30% Ethylanilinoethylmethacrylat
Schale:
95%
MMA
5% Metacrylsäure | Nach
42 Tagen stabil |
Tabelle 4 Anquell-/Polymerisationsversuche von wässrigen
Dispersionen in MMA im Verhältnis Dispersionsfeststoff: MMA
1:3 mit Benzoylperoxid im Verhältnis 1:1 molar zu Ethylanilinoethylmethacrylat
| Nr. | Zusammensetzung | Stabilität |
| 23
= Nr. 20 | Kern:
70%
MMA
30% Ethylanilinoethylmethacrylat Schale :
95% MMA
5% MAS | Nach
5 Stunden polymerisiert |
| 24
= Nr. 21 | Kern:
70%
MMA
30% Ethylanilinoethylmethacrylat
Schale:
90%
MMA
5% Methacrylsäure,
5% Methacrylamid | Nach
4 Stunden polymerisiert |
| 25
= Nr. 22 | Kern:
70%
MMA
30% Ethylanilinoethylmethacrylat
Schale:
90%
MMA
5% Methacrylsäure | Nach
5 Stunden polymerisiert |
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 4315788 [0005]
- - DE 1544924 [0005]
- - DE 2710548 [0005]
- - DE 10051762 [0006]
- - WO 99/15592 [0007]
- - DE 10339329 A1 [0008, 0010]
- - EP 0376096 B1 [0073]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - EN ISO 11357 [0036]
- - EN ISO 11357 [0081]
- - EN ISO 11357 [0082]
- - Römpp-Lexikon Chemie; Herausgeber: J. Falbe, M. Regitz;
Stuttgart, New York; 10. Auflage (1996) [0103]
- - DIN 16945, Blatt 1 [0134]
- - DIN 16916 [0134]