-
Die
Erfindung betrifft eine Streichstation zur Beschichtung einer laufenden
Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn mit wenigstens einem
flüssigen bis pastösen Auftragsmedium, umfassend
einen oberhalb der Faserstoffbahn und von ihr beabstandet angeordneten
Auftragskopf eines Vorhang-Auftragswerkes, der das wenigstens eine
Auftragsmedium in Form eines Vorhangs an die Faserstoffbahn abgibt, wobei
dem Auftragswerk ein Vakuum- Entlüfter zur Entgasung bzw.
Entlüftung des wenigstens einen Auftragsmediums vorgeschaltet
ist, wobei eine Abzugsleitung für entgastes Auftragsmedium,
eine Vakuumerzeugungseinrichtung und eine Abzugsleitung für
abgetrennte Luft bzw. Gas vorhanden ist und dem Vakuum-Entlüfter
eine Mischer und/oder Vorratsbehälter enthaltende Aufbereitungsstation
vorgeschaltet ist.
-
Alle
Streichstationen benötigen eine solche Aufbereitungsstation.
Hohe Gas- bzw. Luftgehalte in den Auftragsmedien, d. h. in den Streichfarben
führen meist in Verbindung mit hohen Streichmaschinengeschwindigkeiten
zum gefürchteten "skip coating", d. h. zu Löchern
und Kratzern im aufgebrachten Strich, was natürlich die
Qualität der Auftragsschicht negativ beeinträchtigt.
Hohe Gasgehalte resultieren vor allem aus der Streichfarbenrezeptur,
der Streichfarbenaufbereitung und der Kreislaufführung,
der schon angesprochenen Maschinengeschwindigkeit und dem verwendeten
bzw. beabsichtigten Auftragssystem und aus weiteren Einflussgrößen.
-
Bei
konventionellen Streichverfahren, wie dem Klingen- oder Filmstrich
wird Streichfarbe (allgemein gesagt das Auftragsmedium) im vielfachen Überschuss
aufgebracht und anschließend mit einem Rakelelement dosiert.
Beim modernen Vorhangstreichen entfällt die Dosierung,
weil es keinen Überschuss gibt. Das heißt beim
Vorhangstreichen werden nur die Mengen aufgebracht, die im Endeffekt auf
dem Substrat verbleiben sollen. Folglich sind die Farbmengen, die
dem Vorhang-Auftragswerk zugeführt werden müssen
sehr gering. Allerdings erfordert das Vorhangstreichen eine nahezu
vollständige Entlüftung der Streichfarbe, weil
der vom Auftragswerk erzeugte und abzugebende Vorhang sehr empfindlich
ist. Auch verursachen Gas- bzw. Luft-Gehalte schon im Vorfeld vor
der eigentlichen Beschichtung Probleme im System.
-
Vom
Unternehmen der Anmelderin wurden deshalb Vorschläge unterbreitet,
dergestalt, dass eine möglichst große Oberfläche
an zu entgasendem bzw. zu entlüftendem Medium geschaffen
wird, wodurch sich die Entlüftungswirkung verbessern lässt. Außerdem
wird die Entlüftung unter Einwirkung eines Vakuums vorgenommen.
Hierzu wird auf die
DE-A1-10
2005 060 848 verwiesen, in der die Entgasung bzw. Entlüftung
in einem Vakuum-Entlüfter beschrieben ist. Zur Verbesserung
der Entlüftungswirkung ist vor dem Vakuum-Entlüfter
noch eine Entlüftung in einem Zyklon-Entlüfter
vorgesehen. Das entlüftete Auftragsmedium ist vorzugsweise
für ein Vorhangstreichverfahren vorgesehen.
-
Bei
der
DE-A1 103 52 807 ist
ebenfalls eine Lösung für das Vorhangstreichen
beschrieben, bei der zwei nacheinander angeordnete Vakuum-Entlüfter
vorgesehen sind.
-
-
Beim
Vorhangstreichen ist es überdies notwendig, dass das System
sauber gehalten wird. Vor allem bei einem Auftragsmediumswechsel
ist eine penible, aufwändige Reinigung erforderlich. Bei
den angegeben bekannten Lösungen ist der Reinigungs- und
der Vorrichtungsaufwand und außerdem Mediumsverluste bei
Sortenwechsel sehr hoch.
-
Es
ist daher Aufgabe der Erfindung eine kompakte Streichstation zur
Entlüftung bzw. Entgasung anzugeben, bei der die Nachteile
des Standes der Technik nicht auftreten.
-
Die
Aufgabe der Erfindung wird mit den Merkmalen der Vorrichtungsansprüche
1 und 4 gelöst.
-
Erfindungsgemäß ist
gemäß der ersten Lösung (Vorrichtungsanspruch
1) vorgesehen, dass der vorgesehene an sich bekannte Vakuum-Entlüfter
einen zusätzlichen Arbeitsraum (ohne Einbauten) enthält.
Der sonst notwendige zusätzliche ortsnah zum Auftragswerk
angeordnete Arbeitsbehälter – um einen kurzen
Leitungsweg zu erreichen – wird dabei erfindungsgemäß komplett
weggelassen, weshalb das erforderliche Arbeitsvolumen in den hier
etwas vergrößerten Entlüftungsbehälter
integriert ist.
-
Eine
besonders zweckmäßige Ausbildung des mit dem Vakuumprinzip
arbeitenden Entlüfters ergibt sich, indem das Gesamtvolumen
des Entlüfters in zwei Bereiche aufgeteilt ist.
-
Der
obere Bereich dient der Entlüftung. In diesem oberen Bereich
ist also das zu entlüftende Medium von der Gasphase umgeben.
-
Der
untere Bereich, also der zusätzliche Arbeitsraum ist zur
Speicherung des entlüfteten Mediums vorgesehen und ist
durch eine Niveauregelung im Betrieb bis zur gewünschten
Füllhöhe vollständig mit dem Auftragsmedium
gefüllt. Mit diesem hier vorhandenen entlüfteten
Austragsmedium kann das nachfolgende Auftragswerk arbeiten. Dieser
Raum enthält nahezu 100% Auftragsmedium. als Speicher. Das
benötigte Auftragsmedium wird über eine Austragspumpe
je nach Bedarf entnommen. Es erfolgt dabei eine solche Regelung,
gemäß der das entsprechend zu entlüftende
Medium in den oberen Bereich eingeleitet und dort entlüftet
wird. Dieses entlüftete Medium füllt anschließend
den unteren bereich wieder auf. Der Vorteil dieser Lösung
ist, dass die hier vorgenommene Speicherung unter Entlüftungsdruck erfolgt,
womit sich eine konstant gute Qualität des Auftragsmediums,
d. h. Streichfarbe, erreichen lässt.
-
Eine
sehr zweckmäßige Ausbildung der Streichstation
ergibt sich, indem im oberen Bereich des Entlüftungsbehälters
beispielsweise bekannte kaskadenartigen Einbauten mit z. B. Drehtellern, Rücklaufblechen
usw., die eine mehrfache Entgasung bzw. Entlüftung vollziehen,
angeordnet sind. Das Auftragsmedium ist dabei nur als dünner
Film bzw. Farbtröpfchen existent. Das Volumen dieses oberen
Bereiches wird nur von ca. 5% flüssigen Auftragsmedium
plus Feststoffanteile und ca. 95% Gasphase (Luft und/oder Wasserdampf)
bei dieser Ausführung ausgefüllt.
-
Als
Vorteile ergeben sich bei der erfindungsgemäßen
Lösung mit in den Entlüfter integrierten Arbeitsraum:
- – insgesamt weniger Platzbedarf
- – weniger Rohrleitungs- und Behälteraufwand
- – verkürzte Reinigungszeiten
- – geringe Farbverluste bzw. weniger streichfarbenhaltige
Abwässer
- – geringe Kosten
- – bessere Entlüftungswirkung, da das Auftragsmedium
auch im Standby-Betrieb unter Vakuum steht.
-
Gemäß der
zweiten Lösung (Vorrichtungsanspruch 4) ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass sowohl mindestens eine Zufuhrleitung von der mindestens einen
Auftragsmediums-Aufbereitungsstation aus, als auch mindestens eine
Rücklaufleitung vom Vorhang-Auftragswerk aus, jeweils direkt
in den mindestens einen Vakuum-Entlüfter münden.
-
Wenn
hier von „direktem" Kreislauf gesprochen wird, so bedeutet
das, dass dennoch Filter, Messstellen, wie Gasgehaltsmessgeräte,
Ventile, Pumpen, Pulsationsdämpfer, sonstige Rohrbögen usw.
in diesen Kreislauf eingebunden sein können.
-
Auf
jeden Fall ist aber der beim Stand der Technik vorhandene zusätzliche
Arbeitsbehälter (der ortsnah zum Auftragswerk angeordnet
ist und der bisher auch den Rücklauf vom Entlüfter
aufnahm) auch bei dieser Lösung komplett weggelassen.
-
Als
besonderer Vorteil ist der nur kurze Rücklauf (das ist
der Mediumsanteil, der vom Bahnrand ferngehalten wird, sowie über
eine Bypassleitung rückgeführt wird und solches
Medium, welches in Beschichtungspausen weiter vom Auftragswerk abgegeben,
aufgefangen und rückgeführt wird) zwischen Auftragswerk
und dem Entlüfter anzusehen. Dadurch kann das rückgeführte
Auftragsmedium sehr schnell entgast bzw. entlüftet werden,
bevor es wieder zu einer Durchmischung kommt.
-
Weitere
Vorteile sind:
- – weniger Auftragsmedium
(z. B. Streichfarbe) im System,
- – schnelle Auftragsmediums-Wechselzeiten bei Sortenwechsel
möglich,
- – weniger Mediumsverluste treten auf,
- – schnellerer Start des Auftragsvorganges ist möglich,
- – geringer Reinigung- und Vorrichtungs-(Maschinen-)Aufwand.
-
Um
einen Lufteintrag vermeiden zu können, ist in die Rücklaufleitung,
d. h. bevor das rückgeführte Medium wieder dem
Vakuum-Entlüfter zugeführt, eine Leerlaufabsicherung
bzw. Aufstauregelung vorgesehen. Diese umfasst ein Sammelelement,
z. B. einen Sammelbehälter von geringem Volumen, dem ein
Regelventil nachgeschaltet ist.
-
Im Übrigen
kann bei mehreren aufzutragenden Auftragsmedien bzw. Streichfarben
die Streichstation mehrere Mischer und evtl. mehrere zugehörige Vorratsbehälter
umfassen.
-
Da
jeder Mischer und der besagte Vorratsbehälter sich außerhalb
der Streichstation, sogar außerhalb des die Streichstation
beherbergenden Gebäudes befinden kann, ist bei erfindungsgemäß nicht mehr
vorhandenem separatem Arbeitsbehälter ein damit verkürzter
Kreislauf vom Mischer bzw. Vorratsbehälter zum Entlüfter
besonders bedeutsam.
-
Es
kann mindestens ein Entlüfter pro aufzutragendem Medium
vorhanden sein. Demzufolge ist es möglich, mehrere Entlüfter
für nur ein einziges Auftragsmedium zu verwenden. Die letztgenannte Möglichkeit
ist bei sehr breiten Maschinen sinnvoll.
-
Eine
weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltungsvariante der erfindungsgemäßen
Streichstation ergibt sich dadurch, wenn deren einzelnen Baueinheiten,
wie Vakuum-Entlüfter, Filter und Messeinrichtungen auf
einem gemeinsamen Rahmen montiert sind. Damit lässt sich
nämlich eine sehr kompakte Arbeitsstation schaffen. Diese
lässt sich auch in bestehende Papier-Herstellungsmaschinen
nachträglich ein- und auch wieder ausbauen. Der Wartungs-,
Reinigungs- und Maschinenaufwand ist insgesamt wesentlich geringer
als bisher. Außerdem ist damit die Zugänglichkeit
zu den einzelnen Baueinheiten verbessert und auch eine ortsnahe
Anordnung zum Auftragswerk geschaffen.
-
Bei
mehreren Auftragsmedien können auch mehrere Rahmen vorhanden
sein.
-
Hinsichtlich
der Verweilzeit und der Entlüftungswirkung ist es vorteilhaft,
wenn der Arbeitsraum (unterer Bereich) des Vakuum-Entlüfters
ein Arbeitsvolumen von ca. 100 bis 2000 l, vorzugsweise 200 bis
1500 l Medium aufweist.
-
Vorteilhaft
ist es auch, wenn in die Abzugsleitung für das entlüftete
Auftragsmedium und/oder in die Rücklaufleitung zwischen
dem Vakuum-Entlüftungsbehälter und dem Auftragswerk
ein Filter eingebaut ist.
-
Dafür
bieten sich beispielsweise handelsübliche, relativ preisgünstige
und wirksame Patronenfilter oder Rotationsfilter an.
-
Sinnvoll
ist auch der Einbau von Durchfluss- und Luftgehaltsmessgeräten
nach dem Vakuum-Entlüftungsbehälter. Zweckmäßig
sind solche, die auf Sonarbasis arbeiten. Zum Beispiel sind derartige
Geräte unter dem Namen „Sonartrac" auf dem Markt
erhältlich.
-
Erwähnt
soll sein, dass mit dem Vorhang-Auftragswerk sowohl ein einschichtiger,
als auch ein mehrschichtiger Vorhangauftrag auf eine Papier-Karton
oder andere Faserstoffbahn möglich ist. Demzufolge kann
entsprechend der Anzahl an auf die Faserstoffbahn aufzubringenden
Auftragsmedien bzw. Streichfarbenschichten eine entsprechend Anzahl
an Vakuum-Entlüftern sowie Mischern und/oder Vorratsbehältern
pro zu entlüftender Streichfarbe vorgesehen sein. Das bedeutet
aber auch, dass ein einziger Entlüftungsbehälter,
ein einziger Mischer und Vorratsbehälter auch mehrere Zufuhrkammern
des Auftragswerkes bedienen kann.
-
Der
Vorteil der erfindungsgemäßen Streichstation besteht
darin, dass sie zum einen sehr kompakt ist und dennoch wenig Platz,
weniger Reinigungs- und Vorrichtungsaufwand erfordert und zum anderen,
dass bei Sortenwechsel Streichfarbenverluste geringer als bisher
sind.
-
Nachfolgend
wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert.
-
Es
zeigen in schematischer Darstellung:
-
1 eine
erste Variante einer kompakten Streichstation
-
2 eine
zweite Variante einer kompakten Streichstation
-
1 zeigt
eine kompakte Streichstation 1 zur Beschichtung einer in
Richtung L laufenden Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn 2 mit
einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium 3.
-
Die
Streichstation 1 umfasst ein Vorhang-Auftragswerk 4 mit
einem oberhalb der Faserstoffbahn 2 und von ihr beabstandet
angeordneten Vorhangs-Auftragskopf 5. Der Auftragskopf 5,
der das Auftragsmedium (d. h. eine Streichfarbe) 3 in Form
eines Vorhangs 6 an die Faserstoffbahn 2 abgibt,
ist maschinenbreit ausgeführt.
-
Der
Auftragskopf 5 weist für jedes aufzubringende
Auftragsmedium 3 für einen Mehrschichtauftrag
eine eigene Auftragskammer 7a bis 7n auf, die jeweils
in einen Zufuhrspalt 8a–8n mit entsprechender
Austrittsdüse 9a–9n übergeht.
Die Austrittsdüse(n) mündet(n) an der Oberfläche 10 des
im Beispiel als Düsenblock (slide die, d. h. Gleitschichtdüse)
ausgebildeten Auftragskopfes 5, wobei sich bei Mehrschichtauftrag
die von den Austrittsdüsen 9a–9n abgegebenen
Medien auf der Oberfläche 10 übereinander
legen und einen mehrschichtigen Vorhang erzeugen. Der ablaufende
Vorhang 6 erzeugt danach jeweils eine Auftragsmediumsschicht 11 entsprechend der
gewünschten Anzahl an Auftragsschichten auf der Faserstoffbahn 2.
-
Dem
Auftragswerk 4 bzw. dem Auftragskopf 5 ist ein
Vakuum-Entlüfter 12 vorgeschaltet, dem wiederum
eine Auftragsmediums-Aufbereitungsstation 13 vorgeschaltet
ist. Diese Auftragsmediums-Aufbereitungsstation 13 umfasst
wenigstens einen Mischer 13.1 und wenigstens einen Vorratsbehälter 13.2.
Der Mischer 13.1 enthält ein starkes Rührwerk
und besitzt in der Regel auch mehrere Zuläufe. Der Vorratsbehälter
dient nur der Lagerung des jeweiligen Auftragsmediums und enthält
nur ein einfaches Rührwerk zur Umwälzung. Mischer
und Vorratsbehälter können gegenüber
dem Auftragswerk räumlich weit auseinander liegen. Entsprechend
lang sind dann die verbindenden Rohrleitungen auszuführen.
-
Mit
diesem in der Station 13 aufbereitetem Medium 3 wird
der Entlüftungsbehälter 12 über
einen Zufuhrstrang 14 und eine Pumpe 15 auf direktem Wege
befüllt.
-
Die
Aufbereitung des Auftragsmediums kann kontinuierlich erfolgen, wozu
man vorzugsweise ohne Vorratsbehälter 13.2 auskommt.
Das Auftragsmedium wird dabei direkt vom Mischer 13.1 aus
dem Entlüfter 12 zugeführt.
-
Die
Aufbereitung des Auftragsmediums kann aber auch diskontinuierlich
erfolgen, was als „batchweise" bezeichnet wird. Hierzu
arbeitet man aber mit dem Vorratsbehälter 13.2,
aus dem dann das Auftragsmedium direkt dem Entlüfter 12 zugeführt
wird.
-
Aus
der 1 ist entnehmbar, dass der Vakuum-Entlüfter 12 in
seinem oberen Bereich 16 mit kaskadenartigen Einbauten 17 zur
mehrfachen Entgasung bzw. Entlüftung des Auftragsmediums 3 versehen
ist. Diese kaskadenartigen Einbauten 17 sind als Drehteller 17a ausgebildet
und werden über einen gemeinsamen Motor 18 über
eine Vertikalwelle 19 angetrieben. Dabei wird eine Drehzahl
von ca. 1500 min–1 erreicht. Infolge
der schnellen Rotation wird das zu entlüftende Auftragsmedium 3 von
jedem Drehteller 17a bzw. jeder Kaskade aus nach außen
hin an die Behälterwand 12a geschleudert, prallt
dort auf und gelangt danach von da aus über schräge
Führungen 17b nach unten zum nächsten
Drehteller, wodurch das Auftragsmedium 3 im selben Modus
weiter entlüftet wird. Das erfolgt solange, bis das teilentgaste
Auftragsmedium einen unteren Bereich 20 des Entlüftungsbehälters 12 erreicht
hat.
-
Dieser
Bereich 20 dient als zusätzlicher Arbeitsraum 21.
Er weist ein Arbeitsvolumen von durchschnittlich ca. 1000 l Medium
(pro Entlüfter) auf, was unmittelbar für das Auftragswerk
zur Verfügung steht. Der Vakuum-Entlüfter 12 ist
deshalb sehr ortsnah zum Auftragswerk 5 angeordnet und
nimmt auch dessen Rücklauf auf. Diese sehr kurzen Kreisläufe vom
Mischer/Vorratsbehälter zum Entlüfter sowie vom Auftragswerk
zum Entlüfter sind dabei sehr vorteilhaft.
-
Das
nahezu vollständig entlüftete Auftragsmedium 3a wird über
eine Abzugsleitung 22 dem Auftragswerk 5 bzw.
dem Vorhang-Auftragskopf sozusagen blasenfrei mittels einer Austragspumpe 23 zugeführt.
-
Zwischen
dem Vakuum-Entlüfter 12 und dem Auftragskopf 5 ist
im gezeigten Beispiel noch ein Filter 24, d. h. ein handelsüblicher
Patronenfilter, eingebaut, so dass auch Verunreinigungen im Auftragswerk
nahezu ausgeschlossen sind, wodurch eine qualitativ hochwertige
und gleichmäßig geschlossen ausgebildete Auftragsschicht 11 auf
der Faserstoffbahn 2 erreicht wird.
-
Zu
erwähnen ist, dass im gezeigten Beispiel in die Abzugsleitung 22 unmittelbar
nach dem Vakuum-Entlüfter 12 und noch vor dem
Filter 24 eine Luftgehaltsmesseinrichtung 25 eingebaut
ist.
-
Außerdem
sind am Kopf des Entlüfters 12 eine Vakuumerzeugungseinrichtung 27 und
eine Abzugsleitung 28 für abgetrennte Luft bzw.
Gas sowie eine Leerlaufabsicherung 29 in eine vom Auftragswerk 4 ausgehende
und in den Kopf des Vakuum-Entlüfters 12 mündende
Rücklaufleitung 26 vorhanden. Die Leerlaufabsicherung 29 umfasst
eine Aufstauregelung mit einem Sammelelement 29.1 (z. B.
kleiner Behälter) und einem nachgeordneten Regelventil 29.2 oder
Eintragspumpe.
-
Der
Vakuum-Entlüfter 12 und weitere Baueinheiten,
wie Filter 24 und Messstelle 26 usw. sind im Übrigen
auf einem gemeinsamen Rahmen 30 montiert, so dass sich
eine eng beieinander liegende, einfach vorzumontierende Kompaktarbeitsstation
ergibt. Von Vorteil sind auch hierbei die kurzen Kreisläufe
des Mediums und auch der damit verbunden Rohrleitungsaufwand.
-
Bei
z. B. drei aufzutragenden Medien könnten auch drei Rahmen 30 vorhanden
sein.
-
Nachzutragen
ist, dass in der gezeigten 1 ein Beispiel
mit einschichtigem Auftrag des Auftragsmediums 3 (siehe
Zufuhr über Leitung 22 zur mittleren Auftragskammer 8 und
Bypassleitung 26 aus dieser Auftragskammer zurück
in den Entlüfter 12) dargestellt ist. Dieser Auftrag
könnte aber auch mehrschichtig, beispielsweise zwei-, drei-
oder n-schichtig sein, weshalb in diesen Fällen die Anzahl der
Auftragsmediumskammern mit Zufuhrspalten und Austrittsdüsen
und auch die Anzahl der Entlüfter 12, Mischer 13.1 und
Vorratsbehälter 13.2 entsprechend vermehrt sein
könnte.
-
Dargestellt
ist rein beispielhaft nur ein einziger Entlüftungsbehälter 12 für
das Auftragsmedium 3.
-
In 2 ist
eine weitere Variante der Streichstation 1 dargestellt.
Sie entspricht im Wesentlichen jener von 1, weshalb
die Bezifferung ebenfalls im Wesentlichen der von 1 entspricht
und eine entsprechende Erläuterung hier nicht wiederholt wird.
Lediglich ist in die Rücklaufleitung 26, ausgehend
vom Auftragswerk 4 zum Entlüfter 12 ein
weiterer Filter 31 eingebunden, der zugleich als Sammelbehälter
dient. Dieser Filter 31 kann ein beliebiger, bekannter
Filter, wie z. B. ein Rotationsfilter oder ein Patronenfilter sein.
Aber auch andere Bauformen kommen infrage.
-
Vor
dem Entlüfter 12 ist in die besagte Leitung 26 ein
Regelventil 32 eingebaut, welches einem kontrollierten
Dosieren des Auftragsmediums dient. Es regelt den Füllstand
im Filter 31 oder den Füllstand in einer Rohrleitung.
-
Der
Filter 24 hingegen fungiert nur als sogenannter Polizeifilter
und ist von kleinerer Bauart.
-
In 2 ist
außerdem eine gestrichelt gezeichnete weitere Zuleitung 33 eingezeichnet,
die vom Zufuhrstrang 14 in den Entlüfter 12 (durchgezogene
Linie) abzweigt und in den Filter 31 führt. Diese Zuführung
ist alternativ anwendbar, um zusätzlich noch frisches Auftragsmedium
bzw. frische Streichfarbe aus der Auftragsmediums-Aufbereitungsstation 13 in
den Filter 31 zu leiten. Nach der Filterung wird der Vakuum-Entlüfter 12 mit
diesem gefilterten Auftragsmedium über die besagte Leitung 26 und
das Regelventil 32 wie gesagt, anstelle der direkten Zuleitung
mittels durchgezogener Zuleitung 14, versorgt.
-
Nicht
eingezeichnet, aber optional anwendbar ist die Einbindung eines Wärmetauschermoduls und
temperierbarer Rohrleitungen an wenigstens einer Stelle im System.
-
Versuche
wurden mit der erfindungsgemäßen Streichstation,
wobei als Auftragsmedium z. B. eine Mikrokapseln enthaltene Strechfarbe
mit einem Feststoffgehalt von 32% und einer Viskosität
von 240 mPas entlüftet wurde. Vor der Entlüftung
betrug der Gasgehalt in der Streichfarbe 2–25% und nach
der Entlüftung weniger als 0,2%.
-
- 1
- Streichstation
- 2
- Faserstoffbahn
- 3
- Auftragsmedium
- 4
- Vorhang-Auftragswerk
- 5
- Vorhang-Auftragskopf
- 6
- Vorhang
- 7a–7n
- Auftragskammer
- 8a–8n
- Zufuhrspalt
- 9a–9n
- Austrittsdüse
- 10
- Oberfläche
- 11
- Auftragsmediumsschicht
- 12
- Vakuum-Entlüfter
- 12a
- Behälterinnenwand
- 13
- Auftragsmediums-Aufbereitungsstation
- 13.1
- Mischer
- 13.2
- Vorratsbehälter
- 14
- Zufuhrstrang
- 15
- Pumpe
- 16
- oberer
Bereich
- 17
- kaskadenartige
Einbauten
- 17a
- Drehteller
- 17b
- schräge
Führungen
- 18
- Motor
- 19
- Vertikalwelle
- 20
- unterer
Bereich
- 21
- zusätzlicher
Arbeitsraum
- 22
- Abzugsleitung
- 23
- Austragspumpe
- 24
- Filter
- 25
- Messeinrichtung
- 26
- Bypassleitung
- 27
- Vakuumerzeugungseinrichtung
- 28
- Abzugsleitung
für abgetrennte Luft bzw. Gas
- 29
- Leerlaufabsicherung
- 29.1
- Sammelelement
- 29.2
- Regelventil
- 30
- Rahmen
- 31
- Filter
- 32
- Regelventil
- 33
- Zuleitung
- L
- Laufrichtung
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 102005060848
A1 [0004]
- - DE 10352807 A1 [0005]
- - DE 102005060853 A1 [0006]
- - DE 102007000705 A1 [0006]
- - DE 102007000706 A1 [0006]
- - DE 102007000708 A1 [0006]