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Die
vorliegende Erfindung betrifft mehrschichtige Verbundmaterialien,
umfassend als Komponenten:
- (A) textiles Flächengebilde,
- (B) gegebenenfalls mindestens eine Verbindungsschicht und
- (C) eine Polyurethanschicht, die Kapillaren aufweist, die über
die gesamte Dicke der Polyurethanschicht gehen,
wobei
textiles Flächengebilde (A) und Polyurethanschicht (C)
miteinander direkt oder über Verbindungsschicht (B) verbunden
sind.
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Außerdem
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
der erfindungsgemäßen mehrschichtigen Verbundmaterialien
und ihre Verwendung.
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Textilien
finden über Bekleidungsstücke hinaus an zahlreichen
Stellen Anwendung, die teilweise oder überwiegend dekorativen
Zwecken dienen. Zu nennen sind beispielsweise Vorhänge,
Textilien auf Sitzen wie beispielsweise Autositzen oder Sitzmöbeln,
Innenverkleidungen von Fahrzeugen wie beispielsweise Automobilen,
Textiltapeten und vielen anderen mehr. Ein gefälliges Aussehen
ist daher von essentieller Bedeutung.
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Weiterhin
ist von großer Bedeutung, dass derartige Textilien leicht
zu reinigen sein sollen, beispielsweise von Staub und Fetten. Textilien
können leicht anschmutzen. Das Waschen der betreffenden Textilien
ist im Falle von Vorhängen zwar möglich, erfordert
jedoch, dass das jeweilige Textil zunächst entfernt wird
und zumindest zeitweilig nicht am Platze ist. Außerdem
kann insbesondere bei großflächigen Textilien
das Entfernen und Waschen sehr umständlich sein, beispielsweise
bei Vorhängen für Theater.
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Insbesondere
samtartige Textilien sind in manchen Fällen nur schlecht
zu waschen.
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Durch
Beschichtung mit Folien aus Kunststoff kann man zwar erreichen,
dass Textilien abwaschbar werden, jedoch lassen dann die haptischen
Eigenschaften erheblich zu wünschen übrig, und
man beobachtet in vielen Fällen einen so genannten „Plastikgriff”,
der unerwünscht ist.
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Es
bestand also die Aufgabe, textile Flächengebilde so zu
verarbeiten, dass sie ein ansprechendes optisches Äußeres
und eine angenehme Haptik aufweisen und unempfindlich sind gegen
Fingerabdrücke, Schweißflecken und Feuchtigkeit.
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Dementsprechend
wurden die eingangs definierten mehrschichtigen Verbundmaterialien
gefunden. Sie umfassen als Komponenten:
- (A)
ein textiles Flächengebilde,
- (B) gegebenenfalls mindestens eine Verbindungsschicht und
- (C) eine Polyurethanschicht, die Kapillaren aufweist, die über
die gesamte Dicke der Polyurethanschicht gehen,
wobei
textiles Flächengebilde (A) und Polyurethanschicht (C)
miteinander direkt oder über Verbindungsschicht (B) verbunden
sind.
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Textile
Flächengebilde (A), die im Rahmen der vorliegenden Erfindung
auch Textil (A) oder Textilien (A) genannt werden, können
verschiedene Erscheinungsformen aufweisen. Geeignet sind beispielsweise
Gewebe, Filz, Gestricke (Strickwaren), Gewirke, Watten, Gelege und
Mikrofasergewebe.
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Vorzugsweise
handelt es sich bei Textil (A) um Gewebe, Gewirke oder Gestricke.
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Textile
Flächengebilde (A) können hergestellt sein aus
Leinen, Schnüren, Seilen, Garnen oder Zwirnen. Textilien
(A) können natürlichen Ursprungs sein, beispielsweise
Baumwolle, Wolle oder Flachs, oder synthetisch, beispielsweise Polyamid,
Polyester, modifizierte Polyester, Polyestermischgewebe, Polyamidmischgewebe,
Polyacrylnitril, Triacetat, Acetat, Polycarbonat, Polyolefine wie
beispielsweise Polyethylen und Polypropylen, Polyvinylchlorid, weiterhin
Polyestermikrofasern und Glasfasergewebe. Ganz besonders bevorzugt
sind Polyester, Baumwolle und Polyolefine wie beispielsweise Polyethylen und
Polypropylen sowie ausgewählte Mischgewebe, gewählt
aus Baumwolle-Polyester-Mischgewebe, Polyolefin-Polyester-Mischgewebe
und Polyolefin-Baumwolle-Mischgewebe.
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Textile
Flächengebilde (A) können unbehandelt sein oder
behandelt, beispielsweise gebleicht oder gefärbt. Vorzugsweise
sind textile Flächengebilde auf nur einer Seite beschichtet
oder nicht beschichtet.
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Textile
Flächengebilde (A) können ausgerüstet
sein, insbesondere sind sie pflegeleicht und/oder flammfest ausgerüstet.
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Textile
Flächengebilde (A) können ein Flächengewicht
im Bereich von 10 bis 500 g/m2 aufweisen,
bevorzugt sind 50 bis 300 g/cm2.
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Erfindungsgemäßes
mehrschichtiges Verbundmaterial umfasst weiterhin mindestens eine
Polyurethanschicht (C), die die Kapillaren aufweist, die über
die gesamte Dicke der Polyurethanschicht gehen. Polyurethanschicht
(C), die Kapillaren aufweist, die über die gesamte Dicke
der Polyurethanschicht gehen, wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch
kurz als Polyurethanschicht (C) bezeichnet.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethanschicht (C) eine mittlere Dicke im Bereich von 15 bis
300 µm, bevorzugt von 20 bis 150 µm, besonders
bevorzugt von 25 bis 80 µm auf.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist Polyurethanschicht (C) Kapillaren auf, die über die
gesamte Dicke (Querschnitt) der Polyurethanschicht (C) gehen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethanschicht (C) im Mittel mindestens 100, bevorzugt mindestens
250 Kapillaren pro 100 cm2 auf.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen
die Kapillaren einen mittleren Durchmesser im Bereich von 0,005
bis 0,05 mm, bevorzugt 0,009 bis 0,03 mm auf.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die
Kapillaren gleichmäßig über Polyurethanschicht
(C) verteilt. In einer bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung sind die Kapillaren jedoch ungleichmäßig über
die Polyurethanschicht (C) verteilt.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die
Kapillaren im Wesentlichen gebogen. In einer anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weisen die Kapillaren einen im Wesentlichen
gradlinigen Verlauf auf.
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Die
Kapillaren verleihen der Polyurethanschicht (C) eine Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit,
ohne dass eine Perforierung erforderlich wäre. In einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die Wasserdampfdurchlässigkeit
der Polyurethanschicht (C) über 1,5 mg/cm2·h
liegen, gemessen nach DIN 53333. So ist es möglich,
dass Feuchtigkeit wie beispielsweise Schweiß durch die
Polyurethanschicht (C) hindurch migrieren kann.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethanschicht (C) zusätzlich zu den Kapillaren noch
Poren auf, die nicht über die gesamte Dicke der Polyurethanschicht
(C) gehen.
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In
einer Ausführungsform weist Polyurethanschicht (C) eine
Musterung auf. Die Musterung kann beliebig sein und beispielsweise
die Musterung eines Leders oder einer Holzoberfläche wiedergeben.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann
die Musterung ein Nubukleder wiedergeben.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethanschicht (C) eine samtartige Erscheinung auf.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die
Musterung einer Samtoberfläche entsprechen, beispielsweise
mit Härchen mit einer mittleren Länge von 20 bis
500 µm, bevorzugt 30 bis 200 µm und besonders
bevorzugt 60 bis 100 µm. Die Härchen können
beispielsweise einen kreisförmigen Durchmesser aufweisen.
In einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
haben die Härchen eine kegelförmige Form.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethanschicht (C) Härchen auf, die in einem mittleren
Abstand von 50 bis 350, bevorzugt 100 bis 250 µm zueinander
angeordnet sind.
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Für
den Fall, dass die Polyurethanschicht (C) Härchen aufweist,
beziehen sich die Angaben über die mittlere Dicke auf die
Polyurethanschicht (C) ohne die Härchen.
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Die
Polyurethanschicht (C) ist mit Textil (A) vorzugsweise über
mindestens eine Verbindungsschicht (B) verbunden.
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Bei
Verbindungsschicht (B) kann es sich um eine durchbrochene, das heißt
nicht vollflächig, ausgeprägte Schicht handeln,
vorzugsweise eines gehärteten organischen Klebstoffs.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt
es sich bei Verbindungsschicht (B) um eine punktförmig,
streifenförmig oder gitterförmig, beispielsweise
in Form von Rauten, Rechtecken, Quadraten oder einer Bienenwabenstruktur
aufgebrachte Schicht. Dann kommt Polyurethanschicht (C) mit Textil
(A) an den Lücken der Verbindungsschicht (B) in Berührung.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt
es sich bei Verbindungsschicht (B) um eine Schicht eines gehärteten
organischen Klebstoffs, beispielsweise auf Basis von Polyvinylacetat, Polyacrylat
oder insbesondere Polyurethan, vorzugsweise von Polyurethanen mit
einer Glastemperatur unter 0°C.
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Dabei
kann die Härtung des organischen Klebstoffs beispielsweise
thermisch, durch aktinische Strahlung oder durch Altern erfolgt
sein.
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In
einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
handelt es sich bei Verbindungsschicht (B) um ein Klebenetz.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Verbindungsschicht (B) eine maximale Dicke von 100 µm,
bevorzugt 50 µm, besonders bevorzugt 30 µm, ganz
besonders bevorzugt 15 µm auf.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann Verbindungsschicht
(B) Mikrohohlkugeln enthalten. Unter Mikrohohlkugeln sind im Rahmen
der vorliegenden Erfindung kugelförmige Partikel mit einem
mittleren Durchmesser im Bereich von 5 bis 20 µm aus polymerem
Material, insbesondre aus halogeniertem Polymer wie beispielsweise
Polyvinylchlorid oder Polyvinylidenchlorid oder Copolymer von Vinylchlorid
mit Vinylidenchlorid, zu verstehen. Mikrohohlkugeln können
leer sein oder vorzugsweise gefüllt mit einer Substanz,
deren Siedepunkt geringfügig tiefer liegt als die Zimmertemperatur,
beispielsweise mit n-Butan und insbesondere mit Isobutan.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann Polyurethanschicht
(C) mit Textil (A) über mindestens zwei Verbindungsschichten
(C) verbunden sein, die eine gleiche oder unterschiedliche Zusammensetzung
aufweisen. So kann die eine Verbindungsschicht (B) ein Pigment enthalten
und die andere Verbindungsschicht (B) pigmentfrei sein.
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In
einer Variante kann die eine Verbindungsschicht (B) Mikrohohlkugeln
enthalten und die andere Verbindungsschicht (B) nicht.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann erfindungsgemäßes
mehrschichtiges Verbundmaterial mindestens eine Zwischenschicht (D)
umfassen, die zwischen Textil (A) und Verbindungsschicht (B), zwischen
Verbindungsschicht (B) und Polyurethanschicht (C) oder zwischen
zwei Verbindungsschichten (B), die gleich oder verschieden sein
können, liegt. Dabei wird Zwischenschicht (D) gewählt
aus Papier, Metallfolien und Kunststofffolien.
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Matrizen
sind keine Ausführungsformen von Zwischenschichten (D)
im Rahmen der vorliegenden Erfindung.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
kann erfindungsgemäßes mehrschichtiges Verbundmaterial
keine weiteren Schichten aufweisen.
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In
den Ausführungsformen, in denen erfindungsgemäßes
mehrschichtiges Verbundmaterial mindestens eine Zwischenschicht
(D) aufweist, kommt Polyurethanschicht (C) nicht direkt mit Textil (A)
in Berührung, sondern mit Zwischenschicht (D).
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann Zwischenschicht
(D) einen mittleren Durchmesser (Dicke) im Bereich von 0,05 mm bis
5 cm, bevorzugt 0,1 mm bis 0,5 cm, besonders bevorzugt 0,2 mm bis
2 mm aufweisen.
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Vorzugsweise
weist Zwischenschicht (D) eine Wasserdampfdurchlässigkeit
im Bereich von größer als 1,5 mg/cm2·h
auf, gemessen nach DIN 53333.
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Erfindungsgemäße
mehrschichtige Verbundmaterialien weisen eine hohe mechanische Festigkeit
und Echtheiten auf. Weiterhin weisen sie eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit
auf. Tropfen von verschütteter Flüssigkeit können
leicht entfernt werden, beispielsweise mit einem Lappen. Außerdem weisen
erfindungsgemäße mehrschichtige Verbundmaterialien
ein gefälliges Aussehen und einen sehr angenehmen weichen
Griff auf.
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Erfindungsgemäße
mehrschichtige Verbundmaterialien lassen sich zur Dekoration verwenden, beispielsweise
als Dekorationsmaterial. Außerdem kann man erfindungsgemäße
mehrschichtige Verbundmaterialien hinterschäumen oder hinterformen und
so hergestellte Bauteile vielseitig verwenden, beispielsweise im
Automobilsektor.
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Weiterhin
lassen sich erfindungsgemäße mehrschichtige Verbundmaterialien
als oder zur Herstellung von Heimtextilien wie beispielsweise Vorhängen
oder Wandbehängen verwenden. Derartige Vorhänge
oder Wandbehänge lassen sich leicht reinigen, ohne dass
man sie abnehmen muss, und sie haben einen sehr angenehmen Griff.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren
zur Herstellung von erfindungsgemäßen mehrschichtigen
Verbundmaterialien, im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch als erfindungsgemäßes
Herstellungsverfahren bezeichnet. In einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens geht
man so vor, mit Hilfe einer Matrize eine Polyurethanschicht (C)
bildet, mindestens einen organischen Klebstoff vollflächig oder
partiell auf Textil (A) und/oder auf Polyurethanschicht (C) aufbringt
und dann Polyurethanschicht (C) mit Textil (A) punktförmig,
streifenartig oder flächig verbindet.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung stellt
man erfindungsgemäßes mehrschichtiges Verbundmaterial
durch ein Beschichtungsverfahren her, indem man zunächst
einen Polyurethanfilm (C) bereitstellt, mindestens ein Textil (A) oder
den Polyurethanfilm (C) oder beides auf je einer Fläche
teilweise, beispielsweise musterförmig, mit organischem
Klebstoff bestreicht und dann die beiden Flächen miteinander
in Kontakt bringt. Danach kann man noch das so erhältliche
System aneinanderpressen oder thermisch behandeln oder unter Erwärmen
aneinanderpressen.
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Der
Polyurethanfilm (C) bildet die spätere Polyurethanschicht
(C) des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Verbundmaterials.
Den Polyurethanfilm (C) kann man wie folgt herstellen.
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Man
bringt eine wässrige Polyurethan-Dispersion auf eine Matrize
auf, die vorgewärmt ist, lässt das Wasser verdunsten
und überführt danach den sich so bildenden Polyurethanfilm
(C) auf Textil (A).
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Das
Aufbringen von wässriger Polyurethan-Dispersion auf die
Matrize kann nach an sich bekannten Methoden erfolgen, insbesondere
durch Aufsprühen, beispielsweise mit einer Sprühpistole.
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Die
Matrize kann eine Musterung, auch Strukturierung genannt, aufweisen,
die man beispielsweise durch Lasergravur erzeugt oder durch Abformen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung stellt
man eine Matrize bereit, die eine elastomere Schicht oder einen
Schichtverbund aufweist, umfassend eine elastomere Schicht auf einem Träger,
wobei die elastomere Schicht ein Bindemittel sowie gegebenenfalls
weitere Zusatz- und Hilfsstoffe umfasst. Die Bereitstellung einer
Matrize kann dann die folgenden Schritte umfassen:
- 1) Aufbringen eines flüssigen Bindemittels, das gegebenenfalls
Zusatz- und/oder Hilfsstoffe enthält, auf eine gemusterte
Oberfläche, beispielsweise eine andere Matrize oder ein
Originalmuster,
- 2) Aushärten des Bindemittels, beispielsweise durch
thermisches Aushärten, Strahlungshärtung oder
durch Alternlassen,
- 3) Trennen der so erhältlichen Matrize und gegebenenfalls
Aufbringen auf einen Träger, beispielsweise eine Metallplatte
oder einen Metallzylinder.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung geht man
so vor, dass man ein flüssiges Silikon auf ein Muster aufgibt,
das Silikon altern und somit aushärten lässt und
dann abzieht. Die Silikonfolie wird dann auf einem Aluträger
geklebt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
stellt man eine Matrize bereit, die eine lasergravierbare Schicht
oder einen Schichtverbund aufweist, umfassend eine lasergravierbare Schicht
auf einem Träger, wobei die lasergravierbare Schicht ein
Bindemittel sowie gegebenenfalls weitere Zusatz- und Hilfsstoffe
umfasst. Die lasergravierbare Schicht ist vorzugsweise außerdem
elastomer.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Bereitstellung
einer Matrize die folgenden Schritte:
- 1) Bereitstellen
einer lasergravierbaren Schicht oder eines Schichtverbunds, umfassend
eine lasergravierbare Schicht auf einem Träger, wobei die
lasergravierbare Schicht ein Bindemittel sowie vorzugsweise Zusatz-
und Hilfsstoffe umfasst,
- 2) thermochemische, photochemische oder aktivische Verstärkung
der lasergravierbaren Schicht,
- 3) Eingravieren einer der Oberflächenstruktur der oberflächenstrukturierten
Beschichtung entsprechenden Oberflächenstruktur in die
lasergravierbare Schicht mit einem Laser.
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Die
lasergravierbare Schicht, die vorzugsweise elastomer ist, oder der
Schichtverbund können auf einem Träger vorliegen,
vorzugsweise liegen sie auf einem Träger vor. Beispiele
für geeignete Träger umfassen Gewebe und Folien
aus Polyethylenterephthalat (PET), Polyethylennaphthalat (PEN),
Polybutylenterephthalat (PBT), Polyethylen, Polypropylen, Polyamid
oder Polycarbonat, bevorzugt PET- oder PEN-Folien. Ebenfalls als
Träger geeignet sind Papiere und Gewirke, beispielsweise
aus Cellulose. Als Träger können auch konische
oder zylindrische Röhren aus den besagten Materialien,
so genannte Sleeves, eingesetzt werden. Für Sleeves eignen
sich auch Glasfasergewebe oder Verbundmaterialien aus Glasfasern
und polymeren Werkstoffen. Weiterhin geeignete Trägermaterialien
sind metallische Träger wie beispielsweise massive oder
gewebeförmige, flächige oder zylindrische Träger
aus Aluminium, Stahl, magnetisierbarem Federstahl oder anderen Eisenlegierungen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der
Träger zur besseren Haftung der lasergravierbaren Schicht
mit einer Haftschicht beschichtet sein. In einer anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist keine Haftschicht erforderlich.
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Die
lasergravierbare Schicht umfasst mindestens ein Bindemittel, das
ein Präpolymer sein kann, welches im Zuge einer thermochemischen
Verstärkung zu einem Polymer reagiert. Geeignete Bindemittel
kann man je nach den gewünschten Eigenschaften der lasergravierbaren
Schicht bzw. der Matrize, beispielsweise im Hinblick auf Härte,
Elastizität oder Flexibilität, auswählen.
Geeignete Bindemittel lassen sich im Wesentlichen in 3 Gruppen einteilen, ohne
dass die Bindemittel hierauf beschränkt sein sollen.
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Die
erste Gruppe umfasst solche Bindemittel, die über ethylenisch
ungesättigte Gruppen verfügen. Die ethylenisch
ungesättigten Gruppen sind photochemisch, thermochemisch,
mittels Elektronenstrahlen oder mit einer beliebigen Kombination
dieser Prozesse vernetzbar. Zusätzlich kann eine mechanische
Verstärkung mittels Füllstoffen vorgenommen werden.
Derartige Bindemittel sind beispielsweise solche, die 1,3-Dien-Monomere
wie Isopren oder 1,3-Butadien einpolymerisiert enthalten. Die ethylenisch
ungesättigte Gruppe kann dabei einmal als Kettenbaustein
des Polymeren fungieren (1,4-Einbau), oder sie kann als Seitengruppe
(1,2-Einbau) an die Polymerkette gebunden sein. Als Beispiele seien
Naturkautschuk, Polybutadien, Polyisopren, Styrol-Butadien-Kautschuk,
Nitril-Butadien-Kautschuk, Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) Copolymer,
Butyl-Kautschuk, Styrol-Isopren-Kautschuk, Polychloropren, Polynorbornen- Kautschuk,
Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) oder Polyurethan-Elastomere mit
ethylenisch ungesättigten Gruppen genannt.
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Weitere
Beispiele umfassen thermoplastisch elastomere Blockcopolymere aus
Alkenylaromaten und 1,3-Dienen. Bei den Blockcopolymeren kann es sich
sowohl um lineare Blockcopolymere oder auch um radiale Blockcopolymere
handeln. Üblicherweise handelt es sich um Dreiblockcopolymere
vom A-B-A-Typ, es kann sich aber auch um Zweiblockpolymere vom A-B-Typ
handeln, oder um solche mit mehreren alternierenden elastomeren
und thermoplastischen Blöcken, z. B. A-B-A-B-A. Es können auch
Gemische zweier oder mehrerer unterschiedlicher Blockcopolymere
eingesetzt werden. Handelsübliche Dreiblockcopolymere enthalten
häufig gewisse Anteile an Zweiblockcopolymeren. Dien-Einheiten können
1,2- oder 1,4-verknüpft sein. Es können sowohl
Blockcopolymere vom Styrol-Butadien wie vom Styrol-Isopren-Typ eingesetzt
werden. Sie sind beispielsweise unter dem Namen Kraton® im
Handel erhältlich. Weiterhin einsetzbar sind auch thermoplastisch
elastomere Blockcopolymere mit Endblöcken aus Styrol und
einem statistischen Styrol-Butadien-Mittelblock, die unter dem Namen
Styroflex® erhältlich
sind.
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Weitere
Beispiele von Bindemitteln mit ethylenisch ungesättigten
Gruppen umfassen modifizierte Bindemittel, bei denen vernetzbare
Gruppen durch Pfropfungsreaktionen in das polymere Molekül
eingeführt werden.
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Die
zweite Gruppe umfasst solche Bindemittel, die über funktionelle
Gruppen verfügen. Die funktionellen Gruppen sind thermochemisch,
mittels Elektronenstrahlen, photochemisch oder mit einer beliebigen
Kombination dieser Prozesse vernetzbar. Zusätzlich kann
eine mechanische Verstärkung mittels Füllstoffen
vorgenommen werden. Beispiele geeigneter funktioneller Gruppen umfassen
-Si(HR1)O-, -Si(R1R2)O-, -OH, -NH2,
-NHR1, -COOH, -COOR1, -COHN2, -O-C(O)NHR1, -SO3H oder -CO-. Beispiele von Bindemitteln
umfassen Silikonelastomere, Acrylat-Kautschuke, Ethylen-Acrylat-Kautschuke, Ethylen-Acrylsäure-Kautschuke
oder Ethylen-Vinylacetat-Kautschuke sowie deren teilweise hydrolysierte Derivate,
thermoplastisch elastomere Polyurethane, sulfonierte Polyethylene
oder thermoplatisch elastomere Polyester. Dabei sind R1 und – so
vorhanden – R2 verschieden oder
vorzugsweise gleich und gewählt aus organischen Gruppen
und insbesondere C1-C6-Alkyl.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man
Bindemittel einsetzen, die sowohl über ethylenisch ungesättigte
Gruppen als auch über funktionelle Gruppen verfügen.
Beispiele umfassen additionsvernetzende Silikonelastomere mit funktionellen
und ethylenisch ungesättigten Gruppen, Copolymere von Butadien
mit (Meth)acrylaten, (Meth)acrylsäure oder Acrylnitril,
sowie weiterhin Copolymere bzw. Blockcopolymere von Butadien oder Isopren
mit funktionelle Gruppen aufweisenden Styrolderivaten, beispielsweise
Blockcopolymere aus Butadien und 4-Hydroxystyrol.
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Die
dritte Gruppe von Bindemitteln umfasst solche, die weder über
ethylenisch ungesättigte Gruppen noch über funktionelle
Gruppen verfügen. Zu nennen sind hier beispielsweise Polyolefine
oder Ethylen/Propylen-Elastomere oder durch Hydrierung von Dien-Einheiten
erhaltene Produkte, wie beispielsweise SEBS-Kautschuke.
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Polymerschichten,
die Bindemittel ohne ethylenisch ungesättigte oder funktionelle
Gruppen enthalten, müssen in der Regel mechanisch, mit
Hilfe energiereicher Strahlung oder einer Kombination daraus verstärkt
werden, um eine optimal scharfkantige Strukturierbarkeit mittels
Laser zu ermöglichen.
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Man
kann auch Gemische zweier oder mehrerer Bindemittel einsetzen, wobei
es sich dabei sowohl um Bindemittel aus jeweils nur einer der geschilderten
Gruppen handeln kann oder um Gemische von Bindemitteln aus zwei
oder allen drei Gruppen. Die Kombinationsmöglichkeiten
sind nur insofern beschränkt, als die Eignung der Polymerschicht
für den Laserstrukturierungsprozess und den Abformvorgang
nicht negativ beeinflusst werden darf. Vorteilhaft kann beispielsweise
ein Gemisch von mindestens einem elastomeren Bindemittel, welches
keine funktionellen Gruppen aufweist, mit mindestens einem weiteren
Bindemittel, welches funktionelle Gruppen oder ethylenisch ungesättigte
Gruppen aufweist, eingesetzt werden.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt
der Anteil des oder der Bindemittel in der elastomeren Schicht bzw.
der betreffenden lasergravierbaren Schicht 30 Gew.-% bis 99 Gew.-% bezüglich
der Summe aller Bestandteile der betreffenden elastomeren Schicht
bzw. der betreffenden lasergravierbaren Schicht, bevorzugt 40 bis
95 Gew.-%, und ganz besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew.-%.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bildet
man Polyurethanschicht (C) mit Hilfe einer Silikonmatrize. Unter
Silikonmatrizen werden im Rahmen der vorliegenden solche Matrizen
verstanden, zu deren Herstellung mindestens ein Bindemittel eingesetzt
wird, das mindestens eine, bevorzugt mindestens drei O-Si(R1R2)-O-Gruppen pro
Molekül aufweist, wobei die Variablen wie vorstehend definiert
sind.
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Optional
kann die elastomere Schicht bzw. lasergravierbare Schicht reaktive
niedermolekulare oder oligomere Verbindungen umfassen. Oligomere Verbindungen
weisen im Allgemeinen ein Molekulargewicht von nicht mehr als 20.000
g/mol auf. Reaktive niedermolekulare und oligomere Verbindungen sollen
im Folgenden der Einfachheit halber als Monomere bezeichnet werden.
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Monomere
können einerseits zugesetzt werden, um die Geschwindigkeit
der fotochemischen oder thermochemischen Vernetzung oder der Vernetzung
mittels energiereicher Strahlung zu erhöhen, sofern dies
gewünscht wird. Bei Verwendung von Binde mitteln aus der
ersten und zweiten Gruppe ist der Zusatz von Monomeren zur Beschleunigung
im Allgemeinen nicht zwingend notwendig. Bei Bindemitteln aus der
dritten Gruppe ist der Zusatz von Monomeren im Regelfalle empfehlenswert,
ohne dass dies zwingend in jedem Falle notwendig wäre.
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Unabhängig
von der Frage der Vernetzungsgeschwindigkeit können Monomere
auch zur Steuerung der Vernetzungsdichte eingesetzt werden. Je nach
Art und Menge der zugesetzten niedermolekularen Verbindungen werden
weitere oder engere Netzwerke erhalten. Als Monomere können
einerseits bekannte ethylenisch ungesättigte Monomere eingesetzt
werden. Die Monomeren sollen mit den Bindemitteln im Wesentlichen
verträglich sein und mindestens eine fotochemisch oder
thermochemisch reaktive Gruppe aufweisen. Sie sollten nicht leichtflüchtig
sein. Bevorzugt beträgt der Siedepunkt von geeigneten Monomeren
mindestens 150°C. Besonders geeignet sind Amide der Acrylsäure
oder Methacrylsäure mit mono- oder polyfunktionellen Alkoholen,
Aminen, Aminoalkoholen oder Hydroxyethern und -estern, Styrol oder
substituierte Styrole, Ester der Fumar- oder Maleinsäure
oder Allylverbindungen. Beispiele umfassen n-Butylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat,
Laurylacrylat, 1,4-Butandioldi(meth)acrylat, 1,6-Hexandioldiacrylat,
1,6-Hexandioldimethacrylat, 1,9-Nonandioldiacrylat, Trimethylolpropantrimethacrylat,
Trimethylolpropantriacrylat, Dipropylenglykoldiacrylat, Tripropylenglykoldiacrylat,
Dioctylfumarat, N-Dodecylmaleimid und Triallylisocyanurat.
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Insbesondere
für die thermochemische Verstärkung geeignete
Monomere umfassen reaktive niedermolekulare Silikone wie beispielsweise
zyklische Siloxane, Si-H-funktionelle Siloxane, Siloxane mit Alkoxy-
oder Estergruppen, schwefelhaltige Siloxane und Silane, Dialkohole
wie beispielsweise 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol,
1,9-Nonandiol, Diamine wie beispielsweise 1,6-Hexandiamin, 1,8-Octandiamin,
Aminoalkohole wie beispielsweise Ethanolamin, Diethanolamin, Butylethanolamin,
Dicarbonsäuren wie beispielsweise 1,6-Hexandicarbonsäure,
Terephthalsäure, Maleinsäure oder Fumarsäure.
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Es
können auch Monomere eingesetzt werden, die sowohl ethylenisch
ungesättigte Gruppen wie funktionelle Gruppen aufweisen.
Als Beispiele seinen ω-Hydroxyalkyl(meth)acrylate genannt,
wie beispielsweise Ethylenglykolmono(meth)acrylat, 1,4-Butandiolmono(meth)acrylat
oder 1,6-Hexandiolmono(meth)acrylat.
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Selbstverständlich
können auch Gemische verschiedener Monomerer eingesetzt
werden, vorausgesetzt die Eigenschaften der elastomeren Schicht
werden durch die Mischung nicht negativ beeinflusst. Im Regelfalle
beträgt die Menge zugesetzter Monomere 0 bis 40 Gew.-%
bezüglich der Menge aller Bestandteile der elastomeren
Schicht bzw. der betreffenden lasergravierbaren Schicht, bevorzugt
1 bis 20 Gew.-%.
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In
einer Ausführungsform kann man ein oder mehrere Monomere
mit einem oder mehreren Katalysatoren einsetzen. So ist es möglich,
Silikonmatrizen durch Zugabe von einer oder mehrerer Säuren oder
durch Organozinnverbindungen den Schritt 2) der Bereitstellung der
Matrize zu beschleunigen. Geeignete Organozinnverbindungen können
sein: Di-n-butylzinndilaureat, Di-n-butylzinndiactanoat, Di-n-butylzinndi-2-ethylhexanoat,
Di-n-octylzinndi-2-ethylhexanoat und Di-n-butylbis(1-oxoneodecyloxy)stannan.
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Die
elastomere Schicht bzw. die lasergravierbare Schicht kann weiterhin
Zusatz- und Hilfsstoffe wie beispielsweise IR-Absorber, Farbstoffe,
Dispergierhilfsmittel, Antistatika, Weichmacher oder abrasive Partikel
umfassen. Die Menge derartiger Zusatz- und Hilfsstoffe sollte im
Regelfalle 30 Gew.-% bezüglich der Menge aller Komponenten
der elastomeren Schicht bzw. der betreffenden lasergravierbaren
Schicht nicht überschreiten.
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Die
elastomere Schicht bzw. die lasergravierbare Schicht kann aus mehreren
Einzelschichten aufgebaut werden. Diese Einzelschichten können von
gleicher, in etwa gleicher oder von unterschiedlicher stofflicher
Zusammensetzung sein. Die Dicke der lasergravierbaren Schicht bzw.
aller Einzelschichten zusammen beträgt im Regelfalle zwischen 0,1
und 10 mm, bevorzugt 0,5 bis 3 mm. Die Dicke kann man abhängig
von anwendungstechnischen und maschinentechnischen Prozessparametern
des Lasergravurvorgangs und des Abformvorgangs geeignet auswählen.
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Die
elastomere Schicht bzw. die lasergravierbare Schicht kann optional
weiterhin eine Oberschicht mit einer Dicke von nicht mehr als 300 µm aufweisen.
Die Zusammensetzung einer solchen Oberschicht kann man im Hinblick
auf optimale Gravierbarkeit und mechanische Stabilität
auswählen, während die Zusammensetzung der darunter
liegenden Schicht im Hinblick auf optimale Härte oder Elastizität
ausgewählt wird.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
Oberschicht selbst lasergravierbar oder im Zuge der Lasergravur
zusammen mit der darunter liegenden Schicht entfernbar. Die Oberschicht umfasst
mindestens ein Bindemittel. Sie kann weiterhin einen Absorber für
Laserstrahlung oder auch Monomere oder Hilfsmittel umfassen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt
es sich bei der Silikonmatrize um eine mit Hilfe von Lasergravur
strukturierte Silikonmatrize.
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Von
ganz besonderem Vorteil werden für das erfindungsgemäße
Verfahren thermoplastisch elastomere Bindemittel oder Silikonelastomere
eingesetzt. Bei Verwendung thermoplastisch elastomerer Bindemittel
erfolgt die Herstellung bevorzugt durch Extrudieren zwischen eine
Trägerfolie und eine Deckfolie oder ein Deckelement gefolgt
von Kalandrieren, wie beispielsweise für Flexodruckelemente in
EP-A 0 084 851 offenbart.
Auf diese Art und Weise lassen sich auch dickere Schichten in einem
einzigen Arbeitsgang herstellen. Mehrschichtige Elemente können
mittels Coextrusion hergestellt werden.
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Wünscht
man die Matrize mit Hilfe von Lasergravur zu strukturieren, so ist
es bevorzugt, die lasergravierbare Schicht vor der Lasergravur durch
Erwärmen (thermochemisch), durch Bestrahlen mit UV-Licht
(photochemisch) oder durch Bestrahlen mit energiereicher Strahlung
(aktinisch) oder einer beliebigen Kombination davon zu verstärken.
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Anschließend
wird die lasergravierbare Schicht oder der Schichtverbund auf einen
zylindrischen (temporären) Träger, beispielsweise
aus Kunststoff, glasfaserverstärktem Kunststoff, Metall oder
Schaum, beispielsweise mittels Klebeband, Unterdruck, Klemmvorrichtungen
oder Magnetkraft, aufgebracht und wie oben beschrieben graviert.
Alternativ kann auch die plane Schicht bzw. der Schichtverbund wie
oben beschrieben graviert werden. Optional wird während
des Lasergravurvorgangs die lasergravierbare Schicht mit einem Rundwascher
oder einem Durchlaufwascher mit einem Reinigungsmittel zur Entfernung
von Gravurrückständen gewaschen.
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Auf
die beschriebene Weise kann die Matrize als Negativmatrize oder
als Positivmatrize hergestellt werden.
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In
einer ersten Variante weist die Matrize eine Negativ-Struktur auf,
so dass die mit Textil (A) verbindbare Beschichtung direkt durch
Auftragen eines flüssigen Kunststoffmaterials auf die Oberfläche der
Matrize und anschließender Verfestigung des Polyurethans
erhalten werden kann.
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In
einer zweiten Variante weist die Matrize eine Positiv-Struktur auf,
so dass zunächst eine Negativ-Matrize durch Abformung von
der laserstrukturierten Positivmatrize hergestellt wird. Von dieser
Negativ-Matrize kann die mit einem flächigen Träger verbindbare
Beschichtung anschließend durch Auftragen eines flüssigen
Kunststoffmaterials auf die Oberfläche der Negativmatrize
und anschließender Verfestigung des Kunststoffmaterials
erhalten werden.
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Vorzugsweise
werden in die Matrize Strukturelemente mit Abmessungen im Bereich
von 10 bis 500 µm eingraviert. Die Strukturelemente können
als Erhebungen oder Vertiefungen ausgebildet sein. Vorzugsweise
haben die Strukturelemente eine einfache geometrische Form und sind
beispielsweise Kreise, Ellipsen, Quadraten, Rauten, Dreiecken und
Sterne. Die Strukturelemente können ein regelmäßiges
oder unregelmäßiges Raster bilden. Beispiele sind
ein klassisches Punktraster oder ein stochastisches Raster, beispielsweise
ein frequenzmoduliertes Raster.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung arbeitet
man zur Strukturierung der Matrize mit Hilfe eines Lasers Näpfchen
in die Matrize ein, die eine mittlere Tiefe im Bereich von 50 bis
250 µm aufweisen und einen Mittenabstand im Bereich von
50 bis 250 µm.
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Beispielsweise
kann man die Matrize so gravieren, dass sie „Näpfchen” (Vertiefungen)
aufweist, welche einen Durchmesser im Bereich von 10 bis 500 µm
an der Oberfläche der Matrize aufweisen. Vorzugsweise beträgt
der Durchmesser an der Oberfläche der Matrize 20 bis 250 µm
und besonders bevorzugt 30 bis 150 µm. Der Abstand der
Näpfchen kann beispielsweise 10 bis 500 µm, vorzugsweise
20 bis 200 µm, besonders bevorzugt bis 80 µm betragen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
die Matrize vorzugsweise neben einer Oberflächen-Grobstruktur
noch eine Oberflächen-Feinstruktur auf. Sowohl Grob- als
auch Feinstruktur können durch Lasergravur erzeugt werden. Die
Feinstruktur kann beispielsweise eine Mikrorauhigkeit mit einer
Rauhigkeitsamplitude im Bereich von 1 bis 30 µm und einer
Rauhigkeitsfrequenz von 0,5 bis 30 µm sein. Bevorzugt liegen
die Dimensionen der Mikrorauhigkeit im Bereich von 1 bis 20 µm, besonders
bevorzugt 2 bis 15 µm und besonders bevorzugt 3 bis 10 µm.
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Zur
Lasergravur eigenen sich insbesondere IR-Laser. Es können
aber auch Laser mit kürzeren Wellenlängen eingesetzt
werden, vorausgesetzt der Laser weist eine ausreichende Intensität
auf. Beispielsweise kann ein frequenzverdoppelter (532 nm) oder
frequenzverdreifachter (355 nm) Nd-YAG-Laser eingesetzt werden,
oder auch ein Excimer-Laser (z. B. 248 nm). Zur Lasergravur kann
beispielsweise ein CO2-Laser mit einer Wellenlänge
von 10640 nm eingesetzt werden. Besonders bevorzugt werden Laser mit
einer Wellenlänge von 600 bis 2000 nm eingesetzt. Beispielsweise
können Nd-YAG-Laser (1064 nm), IR-Diodenlaser oder Festkörperlaser
eingesetzt werden. Besonders bevorzugt sind Nd/YAG-Laser. Die einzugravierende
Bildinformation wird direkt aus dem Lay-Out-Computersystem zur Laserapparatur übertragen.
Die Laser können entweder kontinuierlich oder gepulst betrieben
werden.
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Im
Regelfall kann die erhaltene Matrize nach der Herstellung direkt
eingesetzt werden. Falls gewünscht, kann die erhaltene
Matrize noch nachgereinigt werden. Durch einen solchen Reinigungsschritt werden
losgelöste, aber eventuell noch nicht vollständig
von der Oberfläche entfernte Schichtbestandteile entfernt.
Im Regelfalle ist einfaches Behandeln mit Wasser, Wasser/Tensid,
Alkoholen oder inerten organischen Reinigungsmitteln ausreichend, die
vorzugsweise quellungsarm sind.
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In
einem weiteren Schritt bringt man eine wässrige Formulierung
von Polyurethan auf die Matrize auf. Das Aufbringen kann vorzugsweise
durch Aufsprühen erfolgen. Die Matrize sollte erwärmt
sein, wenn man die Formulierung von Polyurethan aufbringt, beispielsweise
auf Temperaturen von mindestens 80°C, bevorzugt mindestens
90°C. Das Wasser aus der wässrigen Formulierung
von Polyurethan verdampft und bildet die Kapillaren in der sich
verfestigenden Polyurethanschicht.
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Unter
wässrig wird im Zusammenhang mit der Polyurethandispersion
verstanden, dass sie Wasser enthält, aber weniger als 5
Gew.-%, bezogen auf die Dispersion, bevorzugt weniger als 1 Gew.-% organisches
Lösungsmittel. Besonders bevorzugt lässt sich
kein flüchtiges organisches Lösungsmittel nachweisen.
Unter flüchtigen organischen Lösungsmitteln werden
im Rahmen der vorliegenden Erfindung solche organischen Lösungsmittel
verstanden, die bei Normaldruck einen Siedepunkt von bis zu 200°C
aufweisen.
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Die
wässrige Polyurethandispersion kann einen Feststoffgehalt
im Bereich von 5 bis 60 Gew.-% auf, bevorzugt 10 bis 50 Gew.-% und
besonders bevorzugt 25 bis 45 Gew.-% aufweisen.
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Polyurethane
(PU) sind allgemein bekannt, kommerziell erhältlich und
bestehen im allgemeinen aus einer Weichphase aus höhermolekularen
Polyhydroxylverbindungen, z. B. aus Polycarbonat, Polyester- oder
Polyethersegmenten, und einer Urethan-Hartphase, gebildet aus niedermolekularen
Kettenverlängerungsmitteln und Di- oder Polyisocyanaten.
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Verfahren
zur Herstellung von Polyurethanen (PU) sind allgemein bekannt. Im
allgemeinen werden Polyurethane (PU) durch Umsetzung von
- (a) Isocyanaten, bevorzugt Diisocyanaten mit
- (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen, üblicherweise
mit einem Molekulargewicht (Mw) von 500
bis 10.000 g/mol, bevorzugt 500 bis 5.000 g/mol, besonders bevorzugt
800 bis 3.000 g/mol, und
- (c) Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht
von 50 bis 499 g/mol gegebenenfalls in Gegenwart von
- (d) Katalysatoren
- (e) und/oder üblichen Zusatzstoffen hergestellt.
-
Im
Folgenden sollen beispielhaft die Ausgangskomponenten und Verfahren
zur Herstellung der bevorzugten Polyurethane (PU) dargelegt werden.
Die bei der Herstellung der Polyurethane (PU) üblicherweise
verwendeten Komponenten (a), (b), (c) sowie gegebenenfalls (d) und/oder
(e) sollen im Folgenden beispielhaft beschrieben werden:
Als
Isocyanate (a) können allgemein bekannte aliphatische,
cycloaliphatische, araliphatische und/oder aromatische Isocyanate
eingesetzt werden, beispielsweise Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta- und/oder
Oktamethylendiisocyanat, 2-Methyl-pentamethylen diisocyanat-1,5,
2-Ethyl-butylen-diisocyanat-1,4, Pentamethylen-diisocyanat-1,5,
Butylen-diisocyanat-1,4, 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanato-methyl-cyclohexan
(Isophorondiisocyanat, IPDI), 1,4- und/oder 1,3-Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan
(HXDI), 1,4-Cyclohexan-diisocyanat, 1-Methyl-2,4- und/oder -2,6-cyclohexan-di-isocyanat und/oder
4,4'-, 2,4'- und 2,2'-Dicyclohexylmethan-diisocyanat, 2,2-, 2,4'-
und/oder 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat (MDI), 1,5-Naphthylendiisocyanat
(NDI), 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI), Diphenylmethandiisocyanat,
3,3'-Dimethyldiphenyl-diisocyanat, 1,2-Diphenylethandiisocyanat
und/oder Phenylendiisocyanat. Bevorzugt wird 4,4'-MDI verwendet.
Bevorzugt sind zudem aliphatische Diisocyanate, insbesondere Hexamethylendiisocyanat
(HDI), und besonders bevorzugt sind aromatische Diisocyanate wie
2,2'-, 2,4'- und/oder 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat (MDI) und Mischungen
der vorstehend genannten Isomere.
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Als
gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen (b) können
die allgemein bekannten gegenüber Isocyanaten reaktiven
Verbindungen eingesetzt werden, beispielsweise Polyesterole, Polyetherole und/oder
Polycarbonatdiole, die üblicherweise auch unter dem Begriff „Polyole” zusammengefasst
werden, mit Molekulargewichten (Mw) im Bereich
von 500 und 8.000 g/mol, bevorzugt 600 bis 6.000 g/mol, insbesondere
800 bis 3.000 g/mol, und bevorzugt einer mittleren Funktionalität
gegenüber Isocyanaten von 1,8 bis 2,3, bevorzugt 1,9 bis
2,2, insbesondere 2. Bevorzugt setzt man Polyetherpolyole ein, beispielsweise
solche auf der Basis von allgemein bekannten Startersubstanzen und üblichen
Alkylenoxiden, beispielsweise Ethylenoxid, 1,2-Propylenoxid und/oder 1,2-Butylenoxid,
bevorzugt Polyetherole basierend auf Polyoxytetramethylen (Poly-THF),
1,2-Propylenoxid und Ethylenoxid. Polyetherole weisen den Vorteil
auf, dass sie eine höhere Hydrolysestabilität
als Polyesterole besitzen, und sind bevorzugt als Komponente (b),
insbesondere zur Herstellung von weichen Polyurethanen Polyurethan
(PU1).
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Als
Polycarbonatdiole sind insbesondere aliphatische Polycarbonatdiole
zu nennen, beispielsweise 1,4-Butandiol-Polycarbonat und 1,6-Hexandiol-Polycarbonat.
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Als
Polyesterdiole sind solche zu nennen, die sich durch Polykondensation
von mindestens einem primären Diol, vorzugsweise mindestens
einen primären aliphatischen Diol, beispielsweise Ethylenglykol,
1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Neopentylglykol oder besonders bevorzugt
1,4-Dihydroxymethylcyclohexan (als Isomerengemisch) oder Mischungen von
mindestens zwei der vorstehend genannten Diole einerseits und mindestens
einer, bevorzugt mindestens zwei Dicarbonsäuren oder ihren
Anhydriden andererseits herstellen lassen. Bevorzugte Dicarbonsäuren
sind aliphatische Dicarbonsäuren wie Adipinsäure,
Glutarsäure, Bernsteinsäure und aromatische Dicarbonsäuren
wie beispielsweise Phthalsäure und insbesondere Isophthalsäure.
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Polyetherole
werden bevorzugt durch Anlagerung von Alkylenoxiden, insbesondere
Ethylenoxid, Propylenoxid und Mischungen daraus, an Diole wie beispielsweise
Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,2-Butylenglykol, 1,4-Butandiol,
1,3-Propandiol, oder an Triole wie beispielsweise Glycerin, in Gegenwart
von hochaktiven Katalysatoren hergestellt. Derartige hochaktive
Katalysatoren sind beispielsweise Cäsiumhydroxid und Dimetallcyanidkatalysatoren, auch
als DMC-Katalysatoren bezeichnet. Ein häufig eingesetzter
DMC-Katalysator ist das Zinkhexacyanocobaltat. Der DMC-Katalysator
kann nach der Umsetzung im Polyetherol belassen werden, vorzugsweise
wird er entfernt, beispielsweise durch Sedimentation oder Filtration.
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Statt
eines Polyols können auch Mischungen verschiedener Polyole
eingesetzt werden.
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Zur
Verbesserung der Dispergierbarkeit kann man als gegenüber
Isocyanaten reaktive Verbindungen (b) anteilig auch ein oder mehr
Diole oder Diamine mit einer Carbonsäuregruppe oder Sulfonsäuregruppe
(b') einsetzen, insbesondere Alkalimetall- oder Ammoniumsalze von
1,1-Dimethylolbutansäure, 1,1-Dimethylolpropionsäre
oder
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Als
Kettenverlängerungsmittel (c) werden an sich bekannte aliphatische,
araliphatische, aromatische und/oder cycloaliphatische Verbindungen
mit einem Molekulargewicht von 50 bis 499 g/mol und mindestens zwei
funktionellen Gruppen, bevorzugt Verbindungen mit genau zwei funktionellen
Gruppen pro Molekül, eingesetzt, beispielsweise Diamine und/oder
Alkandiole mit 2 bis 10 C-Atomen im Alkylenrest, insbesondere 1,3-Propandiol,
Butandiol-1,4, Hexandiol-1,6 und/oder Di-, Tri-, Tetra-, Penta-,
Hexa-, Hepta-, Okta-, Nona- und/oder Dekaalkylenglykole mit 3 bis
8 Kohlenstoffatomen pro Molekül, bevorzugt entsprechende
Oligo- und/oder Polypropylenglykole, wobei auch Mischungen an Kettenverlängerungsmitteln
(c) eingesetzt werden können.
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Besonders
bevorzugt handelt es sich bei den Komponenten (a) bis (c) um difunktionelle
Verbindungen, d. h. Diisocyanate (a), difunktionelle Polyole, bevorzugt
Polyetherole (b) und difunktionelle Kettenverlängerungsmittel,
bevorzugt Diole.
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Geeignete
Katalysatoren (d), welche insbesondere die Reaktion zwischen den
NCO-Gruppen der Diisocyanate (a) und den Hydroxylgruppen der Aufbaukomponenten
(b) und (c) beschleunigen, sind an sich bekannte tertiäre
Amine, wie z. B. Triethylamin, Dimethylcyclohexylamin, N-Methylmorpholin, N,N'-Dimethylpiperazin,
2-(Dimethylaminoethoxy)-ethanol, Diazabicyclo-(2,2,2)-octan („DABCO”) und ähnliche tertiäre
Amine, sowie insbesondere organische Metallverbindungen wie Titansäureester, Eisenverbindungen
wie z. B. Eisen-(III)-acetylacetonat, Zinnverbindungen, z. B. Zinndiacetat,
Zinndioctoat, Zinndilaurat oder die Zinndialkylsalze aliphatischer
Carbonsäuren wie Dibutylzinndiacetat, Dibutylzinndilaurat
oder ähnliche. Die Katalysatoren werden üblicherweise
in Mengen von 0,0001 bis 0,1 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile Komponente
(b) eingesetzt.
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Neben
Katalysator (d) können den Komponenten (a) bis (c) auch
Hilfsmittel und/oder Zusatzstoffe (e) hinzugefügt werden.
Genannt seien beispielsweise Treibmittel, Antiblockmittel, oberflächenaktive
Substanzen, Füllstoffe, beispielsweise Füllstoffe
auf Basis von Nanopartikeln, insbesondere Füllstoffe auf
Basis von CaCO3, weiterhin Keimbildungsmittel,
Gleithilfemittel, Farbstoffe und Pigmente, Antioxidantien, z. B.
gegen Hydrolyse, Licht, Hitze oder Verfärbung, anorganische
und/oder organische Füllstoffe, Verstärkungsmittel
und Weichmacher, Metalldeaktivatoren. In einer bevorzugten Ausführungsform
fallen unter die Komponente (e) auch Hydrolyseschutzmittel wie beispielsweise
polymere und niedermolekulare Carbodiimide. Bevorzugt enthält
das weiche Polyurethan Triazol und/oder Triazolderivat und Antioxidantien
in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht
des betreffenden weichen Polyurethans. Als Antioxidantien sind im
allgemeinen Stoffe geeignet, welche unerwünschte oxidative
Prozesse im zu schützenden Kunststoff hemmen oder verhindern.
Im allgemeinen sind Antioxidantien kommerziell erhältlich.
Beispiele für Antioxidantien sind sterisch gehinderte Phenole, aromatische
Amine, Thiosynergisten, Organophosphorverbindungen des trivalenten
Phosphors, und Hindered Amine Light Stabilizers. Beispiele für
sterisch gehinderte Phenole finden sich in Plastics Additive
Handbook, 5th edition, H. Zweifel, ed, Hanser Publishers, München,
2001 ([1]), S. 98–107 und S. 116–S. 121.
Beispiele für aromatische Amine finden sich in [1]
S. 107–108. Beispiele für Thiosynergisten sind
gegeben in [1], S. 104–105 und S. 112–113.
Beispiele für Phosphite finden sich in [1], S.
109–112. Beispiele für Hindered Amine
Light Stabilizer sind gegeben in [1], S. 123–136.
Zur Verwendung im Antioxidantiengemisch eignen sich bevorzugt phenolische Antioxidantien.
In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Antioxidantien,
insbesondere die phenolischen Antioxidantien, eine Molmasse von größer
350 g/mol, besonders bevorzugt von größer 700
g/mol und einer maximalen Molmasse (Mw)
bis maximal 10.000 g/mol, bevorzugt bis maximal 3.000 g/mol auf.
Ferner besitzen sie bevorzugt einen Schmelzpunkt von maximal 180°C.
Weiterhin werden bevorzugt Antioxidantien verwendet, die amorph oder
flüssig sind. Ebenfalls können als Komponente (e)
auch Gemische von zwei oder mehr Antioxidantien verwendet werden.
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Neben
den genannten Komponenten (a), (b) und (c) und gegebenenfalls (d)
und (e) können auch Kettenregler (Kettenabbruchsmittel), üblicherweise mit
einem Molekulargewicht von 31 bis 3000 g/mol, eingesetzt werden.
Solche Kettenregler sind Verbindungen, die lediglich eine gegenüber
Isocyanaten reaktive funktionelle Gruppe aufwei sen, wie z. B. monofunktionelle
Alkohole, monofunktionelle Amine und/oder monofunktionelle Polyole.
Durch solche Kettenregler kann ein Fließverhalten, insbesondere bei
weichen Polyurethanen, gezielt eingestellt werden. Kettenregler
können im allgemeinen in einer Menge von 0 bis 5, bevorzugt
0,1 bis 1 Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile der Komponente
(b) eingesetzt werden und fallen definitionsgemäß unter
die Komponente (c).
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Neben
den genannten Komponenten (a), (b) und (c) und gegebenenfalls (d)
und (e) können auch Vernetzungsmittel mit zwei oder mehr
gegenüber Isocyanat reaktiven Gruppen gegen Schluss der
Aufbaureaktion eingesetzt werden, beispielsweise Hydrazinhydrat.
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Zur
Einstellung der Härte von Polyurethan (PU) können
die Komponenten (b) und (c) in relativ breiten molaren Verhältnissen
gewählt werden. Bewährt haben sich molare Verhältnisse
von Komponente (b) zu insgesamt einzusetzenden Kettenverlängerungsmitteln
(c) von 10:1 bis 1:10, insbesondere von 1:1 bis 1:4, wobei die Härte
der weichen Polyurethane mit zunehmendem Gehalt an (c) ansteigt. Die
Umsetzung zur Herstellung von Polyurethan (PU) kann bei einer Kennzahl
von 0,8 bis 1,4:1, bevorzugt bei einer Kennzahl von 0,9 bis 1,2:1,
besonders bevorzugt bei einer Kennzahl von 1,05 bis 1,2:1 erfolgen.
Die Kennzahl ist definiert durch das Verhältnis der insgesamt
bei der Umsetzung eingesetzten Isocyanatgruppen der Komponente (a)
zu den gegenüber Isocyanaten reaktiven Gruppen, d. h. den aktiven
Wasserstoffen, der Komponenten (b) und gegebenenfalls (c) und gegebenenfalls
monofunktionellen gegenüber Isocyanaten reaktiven Komponenten als
Kettenabbruchsmitteln wie z. B. Monoalkoholen.
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Die
Herstellung von Polyurethan (PU) kann nach an sich bekannten Verfahren
kontinuierlich, beispielsweise nach One-shot oder dem Prepolymerverfahren,
oder diskontinuierlich nach dem an sich bekannten Prepolymerprozess
erfolgen. Bei diesen Verfahren können die zur Reaktion
kommenden Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) und/oder
(e) nacheinander oder gleichzeitig miteinander vermischt werden,
wobei die Reaktion unmittelbar einsetzt.
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Polyurethan
(PU) kann man nach an sich bekannten Verfahren in Wasser dispergieren,
beispielsweise indem man Polyurethan (PU) in Aceton löst oder
als Lösung in Aceton herstellt, mit Wasser versetzt und
danach das Aceton entfernt, beispielsweise durch Abdestillieren.
In einer Variante stellt man Polyurethan (PU) als Lösung
in N-Methylpyrrolidon oder N-Ethylpyrrolidon her, versetzt mit Wasser
und entfernt das N-Methylpyrrolidon bzw. N-Ethylpyrrolidon.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthalten
erfindungsgemäße wässrige Dispersionen
zwei verschiedene Polyurethane Polyurethan (PU1) und Polyurethan
(PU2) auf, von denen Polyurethan (PU1) ein so genanntes weiches
Polyurethan ist, das wie oben als Polyurethan (PU) beschrieben aufgebaut
ist, und mindestens ein hartes Polyurethan (PU2).
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Hartes
Polyurethan (PU2) kann man im Grundsatz analog zu weichem Polyurethan
(PU1) herstellen, jedoch wählt man andere gegenüber
Isocyanaten reaktiven Verbindungen (b) oder andere Mischungen von
gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen (b), im Rahmen
der vorliegenden Erfindung auch als gegenüber Isocyanaten
reaktiven Verbindungen (b2) oder kurz Verbindung (b2) bezeichnet.
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Beispiele
für Verbindungen (b2) sind insbesondere 1,4-Butandiol,
1,6-Hexandiol und Neopentylglykol, entweder in Mischung miteinander
oder in Mischung mit Polyethylenglykol.
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In
einer Variante der vorliegenden Erfindung wählt man als
Diisocyanat (a) und Polyurethan (PU2) jeweils Mischungen von Diisocyanaten,
beispielsweise Mischungen von HDI und IPDI, wobei man zur Herstellung
von hartem Polyurethan (PU2) größere Anteile an
IPDI wählt als zur Herstellung von weichem Polyurethan
(PU1).
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethan (PU2) einen Shore-Härte A im Bereich von über
60 bis maximal 100 auf, wobei die Shore-Härte A nach DIN
53505 nach 3 s bestimmt wurde.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethan (PU) einen mittleren Partikeldurchmesser im Bereich
von 100 bis 300 nm, bevorzugt 120 bis 150 nm auf, bestimmt durch
Laserlichtstreuung.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
weiches Polyurethan (PU1) einen mittleren Partikeldurchmesser im
Bereich von 100 bis 300 nm, bevorzugt 120 bis 150 nm auf, bestimmt durch
Laserlichtstreuung.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Polyurethan (PU2) einen mittleren Partikeldurchmesser im Bereich
im Bereich von 100 bis 300 nm, bevorzugt 120 bis 150 nm auf, bestimmt durch
Laserlichtstreuung.
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Die
wässrige Polyurethandispersion kann weiterhin mindestens
einen Härter, der auch als Vernetzer bezeichnet werden
kann, aufweisen. Als Härter sind Verbindungen geeignet,
die mehrere Polyurethanmoleküle miteinander vernetzen können,
beispielsweise bei thermischer Aktivierung. Besonders geeignet sind
Vernetzer auf Basis von trimeren Diisocyanaten, insbesondere auf
Basis von aliphatischen Diisocyanaten wie Hexamethylendiisocyanat.
Ganz besonders bevorzugt sind Vernetzer der Formel Ia oder Ib, im
Rahmen der vorliegenden Erfindung auch kurz Verbindung (V) genannt,
wobei R
3,
R
4 und R
5 verschieden
oder vorzugsweise gleich sein können und gewählt
werden aus A
1-NCO und A
1-NH-CO-X,
wobei
A
1 ein Spacer mit 2 bis 20 C-Atomen
ist, gewählt aus Arylen, unsubstituiert oder substituiert
mit einer bis vier C
1-C
4-Alkylgruppen,
Alkylen und Cycloalkylen, beispielsweise 1,4-Cyclohexylen. Bevorzugte
Spacer A
1 sind Phenylen, insbesondere para-Phenylen,
weiterhin Toluylen, insbesondere para-Toluylen, und C
2-C
12-Alkylen wie beispielsweise Ethylen (CH
2CH
2), weiterhin
-(CH
2)
3-, -(CH
2)
4-, -(CH
2)
5-, -(CH
2)
6-, -(CH
2)
8-, -(CH
2)
10-, -(CH
2)
12-.
X gewählt
wird O(AO)
xR
6, wobei
AO
ist C
2-C
4-Alkylenoxid,
beispielsweise Butylenoxid, insbesondere Ethylenoxid (CH
2CH
2O) oder Propylenoxid
(CH(CH
3)CH
2O) bzw.
(CH
2CH(CH
3)O),
x
ist eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 50, bevorzugt 5 bis 25,
und
R
6 ist gewählt aus Wasserstoff
und C
1-C
30-Alkyl,
insbesondere C
1-C
10-Alkyl
wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl,
tert.-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, sec.-Pentyl, neo-Pentyl, 1,2-Dimethylpropyl,
iso-Amyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, sec.-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl,
n-Nonyl, n-Decyl, besonders bevorzugt C
1-C
4-Alkyl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl,
n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl und tert.-Butyl.
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Besonders
bevorzugte Verbindungen (V) sind solche, bei denen R3,
R4 und R5 jeweils
gleich (CH2)4-NCO,
(CH2)6-NCO oder
(CH2)12-NCO sind.
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Wässrige
Polyurethandispersionen können weitere Bestandteile enthalten,
beispielsweise
(f) eine Silikonverbindung mit reaktiven Gruppen,
im
Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Silikonverbindung (f) genannt.
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Beispiele
für reaktive Gruppen im Zusammenhang mit Silikonverbindungen
(f) sind beispielsweise Carbonsäuregruppen, Carbonsäurederivate wie
beispielsweise Carbonsäuremethylester oder Carbonsäureanhydride,
insbesondere Bernsteinsäureanhydridgruppen, und besonders
bevorzugt Carbonsäuregruppen.
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Beispiele
für reaktive Gruppen sind weiterhin primäre und
sekundäre Aminogruppen, beispielsweise NH(iso-C3H7)-Gruppen, NH(n-C3H7)-Gruppen, NH(cyclo-C8H11)-Gruppen und
NH(n-C4H9)-Gruppen, insbesondere
NH(C2H5)-Gruppen
und NH(CH3)-Gruppen, und ganz besonders
bevorzugt NH2-Gruppen.
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Weiterhin
sind Aminoalkylaminogruppen bevorzugt wie beispielsweise -NH-CH2-CH2-NH2-Gruppen,
-NH-CH2-CH2-CH2-NH2-Gruppen, -NH-CH2-CH2-NH(C2H5)-Gruppen, -NH-CH2-CH2-CH2-NH(C2H5)-Gruppen, -NH-CH2-CH2-NH(CH3)-Gruppen, -NH-CH2-CH2-CH2-NH(CH3)-Gruppen.
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Die
reaktive Gruppe bzw. die reaktiven Gruppen sind an Silikonverbindung
(f) entweder direkt oder vorzugsweise über einen Spacer
A2 gebunden. A2 wird
gewählt aus Arylen, unsubstituiert oder substituiert mit
einer bis vier C1-C4-Alkylgruppen,
Alkylen und Cycloalkylen wie beispielsweise 1,4-Cyclohexylen. Bevorzugte
Spacer A2 sind Phenylen, insbesondere para-Phenylen,
weiterhin Toluylen, insbesondere para-Toluylen, und C2-C18-Alkylen wie beispielsweise Ethylen (CH2CH2), weiterhin
-(CH2)3-, -(CH2)4-, -(CH2)5-, -(CH2)6-, -(CH2)8-, -(CH2)10-, -(CH2)12-, -(CH2)14-, -(CH2)16- und -(CH2)18-.
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Zusätzlich
zu den reaktiven Gruppen enthält Silikonverbindung (f)
nicht-reaktive Gruppen, insbesondere Di-C1-C10-alkyl-SiO2-Gruppen
oder Phenyl-C1-C10-Alkyl-SiO2-Gruppen, insbesondere Dimethyl-SiO2-Gruppen, und gegebenenfalls eine oder mehrere
Si(CH3)2-OH-Gruppen
oder Si(CH3)3-Gruppen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Silikonverbindung (f) im Mittel ein bis vier reaktive Gruppen pro
Molekül auf.
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In
einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist Silikonverbindung (f) im Mittel ein bis vier COOH-Gruppen
pro Molekül auf.
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In
einer anderen speziellen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung weist Silikonverbindung (f) im Mittel ein bis vier Aminogruppen
oder Aminoalkylaminogruppen pro Molekül auf.
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Silikonverbindung
(f) weist kettenförmig oder verzweigt angeordnete Si-O-Si-Einheiten
auf.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
Silikonverbindung (f) ein Molekulargewicht Mn im
Bereich von 500 bis 10.000 g/mol auf, bevorzugt bis 5.000 g/mol.
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Wenn
Silikonverbindung (f) mehrere reaktive Gruppen pro Molekül
aufweist, so können diese reaktiven Gruppen – direkt
oder über Spacer A2 – über mehrere
Si-Atome oder paarweise über dasselbe Si-Atom an der Si-O-Si-Kette
gebunden sein.
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Die
reaktiven Gruppen bzw. die reaktive Gruppe kann an einem oder mehreren
der terminalen Si-Atome von Silikonverbindung (f) – direkt
oder über Spacer A2 – gebunden
sein. In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist die reaktive Gruppe bzw. sind die reaktiven Gruppen
an einem oder mehreren der nicht terminalen Si-Atome von Silikonverbindung
(f) – direkt oder über Spacer A2 – gebunden.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
wässrige Polyurethandispersion weiterhin
ein Polydi-C1-C4-Alkylsiloxan
(g), das weder Aminogruppen noch COOH-Gruppen aufweist, vorzugsweise
ein Polydimethylsiloxan, im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch
kurz Polydialkylsiloxan (g) bzw. Polydimethylsiloxan (g) genannt.
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Dabei
kann C1-C4-Alkyl
in Polydialkylsiloxan (g) verschieden oder vorzugsweise gleich sein
und gewählt aus Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl,
iso-Butyl, sec.-Butyl und tert.-Butyl, wobei unverzweigtes C1-C4-Alkyl bevorzugt
ist, besonders bevorzugt ist Methyl.
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Bei
Polydialkylsiloxan (g) und vorzugsweise bei Polydimethylsiloxan
(g) handelt es sich vorzugsweise um unverzweigte Polysiloxane mit
Si-O-Si-Ketten oder um solche Polysiloxane, die bis zu 3, bevorzugt
maximal eine Verzweigung pro Molekül aufweisen.
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Polydialkylsiloxan
(D) und insbesondere Polydimethylsiloxan (g) kann eine oder mehrere Si(C1-C4-Alkyl)2-OH-Gruppen aufweisen.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
wässrige Polyurethandispersion
insgesamt im Bereich
von 20 bis 30 Gew.-% Polyurethan (PU), bzw. insgesamt im Bereich
von 20 bis 30 Gew.-% Polyurethane (PU1) und (PU2),
im Bereich
von 1 bis 10, bevorzugt 2 bis 5 Gew.-% Härter,
im
Bereich von 1 bis 10 Gew.-% Silikonverbindung (f),
im Bereich
von null bis 10, bevorzugt 0,5 bis 5 Gew.-% Polydialkylsiloxan (g).
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
wässrige Polyurethandispersion
im Bereich von 10 bis
30 Gew.-% weiches Polyurethan (PU1) und
im Bereich von null
bis 20 Gew.-% hartes Polyurethan (PU2).
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
erfindungsgemäße wässrige Dispersion
einen Feststoffgehalt von insgesamt 5 bis 60 Gew.-% auf, bevorzugt
10 bis 50 Gew.-% und besonders bevorzugt 25 bis 45 Gew.-%.
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Dabei
bezeichnen Angaben in Gew.-% jeweils den Wirkstoff bzw. Feststoff
und sind auf die gesamte erfindungsgemäße wässrige
Dispersion bezogen. Der zu 100 Gew.-% fehlende Rest ist vorzugsweise
kontinuierliche Phase, beispielsweise Wasser oder ein Gemisch von
einem oder mehreren organischen Lösemitteln und Wasser.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
wässrige Polyurethandispersion mindestens einen Zusatz
(h), gewählt aus Pigmenten, Mattierungsmitteln, Lichtschutzmitteln,
Antistatika, Antisoil, Antiknarz, Verdickungsmitteln, insbesondere
Verdickungsmitteln auf Basis von Polyurethanen, und Mikrohohlkugeln.
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In
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
wässrige Polyurethandispersion insgesamt bis zu 20 Gew.-%
an Zusätzen (h).
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Wässrige
Polyurethandispersion kann außerdem ein oder mehrere organische
Lösemittel enthalten. Geeignete organische Lösemittel
sind beispielsweise Alkohole wie Ethanol oder Isopropanol und insbesondere
Glykole, Diglykole, Triglykole oder Tetraglykole und zweifach oder
vorzugsweise einfach mit C1-C4-Alkyl
veretherte Glykole, Diglykole, Triglykole oder Tetraglykole. Beispiele
für geeignete organische Lösemittel sind Ethylenglykol,
Propylenglykol, Butylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol,
Tetraethylenglykol, Dipropylenglykol, 1,2-Dimethoxyethan, Methyltriethylenglykol
(„Methyltriglykol”) und Triethylenglykol-n-butylether
(„Butyltriglykol”).
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Zur
Herstellung von wässrigen Polyurethandispersionen kann
man Polyurethan (PU), Härter und Silikonverbindung (f)
mit Wasser und gegebenenfalls einem oder mehreren der vorstehend
genannten organischen Lösemittel vermischen. Weiterhin
vermischt man, falls gewünscht, mit Polydialkylsiloxan (g)
und Zusätzen (h). Das Vermischen kann man beispielsweise
durch Verrühren durchführen. Dabei ist die Reihenfolge
der Zugabe von Polyurethan (PU), Härter, Silikonverbindung
(f) und Wasser und gegebenenfalls einem oder mehreren der vorstehend
genannten organischen Lösemittel sowie – falls
gewünscht – Polydialkylsiloxan (g) und Zusätzen
(h) beliebig.
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Bevorzugt
geht man von einem in Wasser oder einem Gemisch aus Wasser und organischem Lösemittel
dispergierten Polyurethan (PU) oder von dispergiertem weichem Polyurethan
(PU1) und hartem Polyurethan (PU2) aus und gibt, vorzugsweise unter
Rühren, Härter und Silikonverbindung (f) sowie, falls
gewünscht, Polydialkylsiloxan (g) und gegebenenfalls ein
oder mehrere organische Lösemittel zu. Vorzugsweise unterlässt
man jedoch die Zugabe von organischem Lösemittel.
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In
einer speziellen Ausführungsform gibt man Verdickungsmittel
als Beispiel für einen Zusatz (h) als letztes zu und stellt
so die gewünschte Viskosität der wässrigen
Polyurethandispersion ein.
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Nach
dem Aushärten der Polyurethanschicht (C) trennt man sie
von der Matrize, beispielsweise durch Abziehen, und erhält
einen Polyurethanfilm (C), der in erfindungsgemäßem
mehrschichtigem Verbundmaterial die Polyurethanschicht (C) bildet.
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In
einem weiteren Arbeitsgang des erfindungsgemäßen
Herstellverfahrens bringt man vorzugsweise organischen Klebstoff
auf Polyurethanfilm (C) oder Textil (A) auf, und zwar nicht vollflächig,
beispielsweise in Form von Punkten oder Streifen. In einer Variante
der vorliegenden Erfindung bringt man einen vorzugsweise organischen
Klebstoff auf Polyurethanfilm (C) und einen vorzugsweise organischen Klebstoff
auf Textil (A) auf, wobei sich die beiden Klebstoffe unterscheiden,
beispielsweise durch einen oder mehrere Zusätze oder dadurch,
dass es sich um chemisch verschiedene vorzugsweise organische Klebstoffe
handelt. Anschließend verbindet man Polyurethanfilm (C)
und Textil (A), und zwar so, dass die Schicht(en) von Klebstoff
zwischen Polyurethanfilm (C) und Textil (A) zu liegen kommen. Man
härtet den Klebstoff bzw. die Klebstoffe aus, beispielsweise thermisch,
durch aktinische Strahlung oder durch Alterung, und erhält
erfindungsgemäßes mehrschichtiges Verbundmaterial.
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Vorzugsweise
sind keine Zwischenschichten zwischen Textil (A) und Polyurethanschicht
(C). Dadurch sind textiles Flächengebilde (A) und Polyurethanschicht
(C) miteinander direkt oder über Verbindungsschicht (B)
verbunden.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
von erfindungsgemäßen mehrschichtigen Verbundmaterialien
als oder zur Herstellung von Dekorationsmaterialien. Ein weiterer
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Dekorationsmaterialien,
bestehend aus oder hergestellt unter Verwendung von erfindungsgemäßen mehrschichtigen
Verbundmaterialien. Beispiele sind Girlanden und Kaschierungen.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
von erfindungsgemäßen mehrschichtigen Verbundmaterialien
als oder zur Herstellung von Heimtextilien. Ein weiterer Gegenstand
der vorliegenden Erfindung sind Heimtextilien, bestehend aus oder
hergestellt unter Verwendung von erfindungsgemäßen
mehrschichtigen Verbundmaterialien. Als Heimtextilien sind beispielhaft Vorhänge
und Wandbehänge zu nennen. Auch Vorhänge für
beispielsweise Theater sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung
unter dem Begriff „Heimtextilien” subsumiert.
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Weiterhin
ist die Verwendung von erfindungsgemäßen mehrschichtigen
Verbundmaterialien zur Herstellung von Sitzen, beispielsweise für Fahrzeuge,
als Gegenstand der vorliegenden Erfindung zu nennen, beispielsweise
für Boote, Schiffe, Flugzeuge, Eisenbahnwagen und insbesondere
Automobile, aber auch für Sitzmöbel oder Liegemöbel. Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Sitze, Sitzmöbel
und Liegemöbel, hergestellt unter Verwendung von erfindungsgemäßen
mehrschichtigen Verbundmaterialien.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Teile im Automobilinnenbereich,
beispielsweise Türverkleidungen, Mittelkonsolen und Hutablagen,
hergestellt unter Verwendung von erfindungsgemäßen
mehrschichtigen Verbundmaterialien.
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Die
Erfindung wird durch Arbeitsbeispiele weiter erläutert.
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I. Herstellung der Ausgangsmaterialien
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I.1 Herstellung einer wässrigen
Polyurethandispersion Disp.1
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In
einem Rührgefäß vermischte man unter Rühren:
7
Gew.-% einer wässrigen Dispersion (Partikeldurchmesser:
125 nm, Feststoffgehalt: 40%) eines weichen Polyurethans (PU1.1),
hergestellt aus Hexamethylendiisocyanat (a1.1) und Isophorondiisocyanat (a1.2)
im Gew.-Verhältnis 13:10 als Diisocyanate und als Diole
einem Polyesterdiol (b1.1) mit einem Molekulargewicht M
w von
800 g/mol, hergestellt durch Polykondensation von Isophthalsäure,
Adipinsäure und 1,4-Dihydroxymethylcyclohexan (Isomerengemisch) in
einem Molverhältnis von 1:1:2,5 Gew.-% 1,4-Butandiol (b1.2),
sowie 3 Gew.-% einfach methyliertem Polyethylenglykol (c.1) sowie
3 Gew.-% H2N-CH2CH2-NH-CH2CH2-COOH, Gew.-% jeweils bezogen auf Polyesterdiol
(b1.1),
Erweichungspunkt von weichem Polyurethan (PU1.1): 62°C,
Erweichung beginnt bei 55°C, Shore-Härte A 54,
65
Gew.-% einer wässrigen Dispersion (Partikeldurchmesser:
150 nm) eines harten Polyurethans (PU2.2), erhältlich durch
Umsetzung von Isophorondiisocyanat (a1.2), 1,4-Butandiol, 1,1-Dimethylolpropionsäure,
Hydrazinhydrat und Polypropylenglykol mit einem Molekulargewicht
M
w von 4200 g/mol, Erweichungspunkt von
195°C, Shore-Härte A 86,
3,5 Gew.-% einer
70 Gew.-% Lösung (in Propylencarbonat) von Verbindung (V.1),
6 Gew.-% einer 65 Gew.-%
wässrigen Dispersion der Silikonverbindung nach Beispiel
2
aus
EP-A 0 738 747 (f.1)
2
Gew.-% Ruß,
0,5 Gew.-% eines Verdickungsmittels auf
Polyurethanbasis,
1 Gew.-% Mikrohohlkugeln aus Polyvinylidenchlorid, gefüllt
mit Isobutan, Durchmesser 20 µm, kommerziell erhältlich
z. B. als Expancel
® der Fa. Akzo
Nobel.
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Man
erhielt wässrige Dispersion Disp.1 mit einem Feststoffgehalt
von 35% und einer kinematischen Viskosität von 25 Sek.
bei 23°C, bestimmt nach DIN EN ISO 2431,
Stand Mai 1996.
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I.2 Herstellung einer wässrigen
Formulierung Disp.2
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In
einem Rührgefäß vermischte man unter Rühren:
7
Gew.-% einer wässrigen Dispersion (Partikeldurchmesser:
125 nm), Feststoffgehalt: 40%) eines weichen Polyurethans (PU1.1),
hergestellt aus Hexamethylendiisocyanat (a1.1) und Isophorondiisocyanat (a1.2)
im Gew.-Verhältnis 13:10 als Diisocyanate und und als Diole
einem Polyesterdiol (b1.1) mit einem Molekulargewicht Mw von
800 g/mol, hergestellt durch Polykondensation von Isophthalsäure,
Adipinsäure und 1,4-Dihydroxymethylcyclohexan (Isomerengemisch)
in einem Molverhältnis von 1:1:2, 5 Gew.-% 1,4-Butandiol
(b1.2), 3 Gew.-% einfach methyliertem Polyethylenglykol (c.1) sowie
3 Gew.-% H2N-CH2CH2-NH-CH2CH2-COOH, Gew.-% jeweils bezogen auf Polyesterdiol
(b1.1),
Erweichungspunkt von 62°C, Erweichung beginnt
bei 55°C, Shore-Härte A 54, 65 Gew.-% einer wässrigen Dispersion
(Partikeldurchmesser: 150 nm) eines harten Polyurethans (α2.2),
erhältlich durch Umsetzung von Isophorondiisocyanat (a1.2),
1,4-Butandiol (PU1.2), 1,1-Dimethylolpropionsäure, Hydrazinhydrat
und Polypropylenglykol mit einem Molekulargewicht Mw von
4200 g/mol (b1.3), Polyurethan (PU2.2) hatte einen Erweichungspunkt
von 195°C, Shore-Härte A 90,
3,5 Gew.-% einer
70 Gew.-% Lösung (in Propylencarbonat) von Verbindung (V.1),
NCO-Gehalt 12%,
2 Gew.-% Ruß.
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Man
erhielt eine Polyurethandispersion Disp.2 mit einem Feststoffgehalt
von 35% und einer kinematischen Viskosität von 25 Sek.,
bestimmt nach bei 23°C nach DIN EN ISO 2431,
Stand Mai 1996.
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II. Herstellung einer Matrize
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Ein
flüssiges Silikon wurde auf eine Unterlage gegossen, die
das Muster eines vollnarbigen Kalbsleders aufwies. Man ließ aushärten,
indem man eine Lösung von Di-n- butylbis(1-oxoneodecyloxy)stannan
als 25 Gew.-% Lösung in Tetraethoxysilan als sauren Härter
dazu gab, und erhielt eine im Mittel 2 mm starke Silikonkautschukschicht,
die als Matrize diente. Die Matrize wurde auf einen 1,5 mm dicken
Aluminiumträger aufgeklebt.
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III. Auftragung von wässrigen
Polyurethandispersionen auf Matrize aus II.
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Die
Matrize aus II. wurde auf eine beheizbare Unterlage gelegt und auf
91°C erwärmt. Anschließend wurde durch
eine Sprühdüse Disp.1 aufgesprüht, und
zwar 88 g/m2 (nass). Das Auftragen erfolgte
ohne Luftbeimengung mit einer Sprühdüse, die einen
Durchmesser von 0,46 mm besaß, bei einem Druck von 65 bar.
Man ließ bei 91°C verfestigen, bis die Oberfläche
nicht mehr klebrig war.
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Die
Sprühdüse war in einer Höhe von 20 cm von
der durchlaufenden Unterlage in Bewegungsrichtung derselben mobil
angeordnet und bewegte sich quer zu der Bewegungsrichtung der Unterlage. Die
Unterlage hatte nach etwa 14 Sekunden die Sprühdüse
passiert und besaß eine Temperatur von 59°C. Nach
einer etwa zweiminütigen Beaufschlagung mit trockener,
85°C warmer Luft war der so hergestellte, netzartig aussehende
Polyurethanfilm (C.1) nahezu wasserfrei.
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In
einer analogen Anordnung wurde unmittelbar im Anschluss auf die
so beschichtete Matrize 50 g/m2 nass von
Disp.2 als Verbindungsschicht (B.1) aufgetragen und anschließend
trocknen gelassen.
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Man
erhielt eine mit Polyurethanfilm (C.1) und Verbindungsschicht (B.1)
beschichtete Matrize.
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Ein
Polyestergewebe (A.1) mit einem Flächengewicht von 180
g/m2 wurde mit Disp.2 besprüht,
und zwar mit 30 g/m2 (nass). Man ließ die
so besprühte Polcarbonatfolie mehrere Minuten antrocknen.
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IV. Herstellung eines erfindungsgemäßen
mehrschichtigen Verbundmaterials
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Anschließend
wird Polyestergewebe (A.1). mit der besprühten Seite auf
die noch warme Verbindungsschicht (B.1), die sich zusammen mit Polyurethanfilm
(C.1) auf der Matrize befindet, gelegt und in einer Presse bei 4
bar und 110°C für 15 Sekunden verpresst. Anschließend
entnimmt man das so erhaltene erfindungsgemäße
mehrschichtige Verbundmaterial MSV.1 aus der Presse und entfernt
die Matrize.
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Das
so erhaltene erfindungsgemäße mehrschichtige Verbundmaterial
MSV.1 zeichnet sich aus durch eine angenehme Haptik, eine Optik,
die identisch mit einer Lederoberfläche ist, sowie Atmungsaktivität
aus. Außerdem lässt sich das erfindungsgemäße mehrschichtige
Verbundmaterial MSV.1 leicht von Verschmutzungen wie beispielsweise
Staub reinigen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 0084851
A [0083]
- - EP 0738747 A [0161]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - DIN 53333 [0022]
- - DIN 53333 [0044]
- - Plastics Additive Handbook, 5th edition, H. Zweifel, ed, Hanser
Publishers, München, 2001 ([1]), S. 98–107 und
S. 116–S. 121 [0110]
- - [1] S. 107–108 [0110]
- - [1], S. 104–105 und S. 112–113 [0110]
- - [1], S. 109–112 [0110]
- - [1], S. 123–136 [0110]
- - DIN 53505 [0120]
- - DIN EN ISO 2431 [0162]
- - DIN EN ISO 2431 [0164]