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GEBIET
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Die
vorliegende Offenbarung bezieht sich auf Verfahren und Systeme für Motoren
mit Kraftstoff-Direkteinspritzung.
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HINTERGRUND
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Die
Aussagen in diesem Abschnitt liefern lediglich Hintergrundinformationen
bezüglich
der vorliegenden Offenbarung und stellen nicht unbedingt den Stand
der Technik dar.
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Das
Steuern der Menge an Kraftstoff und Luft, die bei einem Viertakt-Verbrennungsmotor
pro Zylinder abgegeben werden soll, ist wichtig, um eine optimale
Leistung zu erzielen. Ein korrektes zeitliches Ansteuern der Einlass-
und Auslassventile sorgt ebenso für eine bessere Leistung. Herkömmliche Motoren
umfassen Nockenwellen, die das zeitliche Ansteuern der Ventile regulieren.
Die Drehung der Nockenwelle kann so gesteuert werden, dass eine korrekte
zeitliche Ansteuerung eines jeden Ventils sichergestellt ist. Zusätzlich können Nockenwellenverstellvorrichtungen
aufgenommen sein, um die Stellung der Nockenwelle relativ zu der
Kurbelwelle zu verändern,
was weitere Gelegenheiten zum korrekten Einstellen der zeitlichen
Ansteuerung eines jeden Ventils verschafft.
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Die
Anordnung von Kraftstoffeinspritzvorrichtungen innerhalb des Motors
und die Steuerung der Kraftstoffeinspritzzeiten beeinflussen gleichfalls die Motorleistung.
Bei Motoren mit Funkenzündung und
Direkteinspritzung (SIDI) ist eine Kraftstoffeinspritzvorrichtung
pro Zylinder vorgesehen, die direkt über dem Zylinderkopf angebracht
ist. Jede Einspritzvorrichtung wird zum direkten Einspritzen von Kraftstoff
in den Zylinder individuell gesteuert.
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Herkömmliche
Verfahren des Steuerns von Kraftstoff während Leerlaufzuständen bei
einem SIDI-Motor umfassen das absichtliche Verzögern des Zündzeitpunkts, um ein Reservedrehmoment
bereitzustellen. Der Zündzeitpunkt
wird dann vorverlegt, wenn eine Anforderung nach Drehmoment ausgelöst wird.
Dadurch kann der Motor auf Lastanforderungen während des Leerlaufbetriebs
ansprechen. Die Verzögerung
des Zündfunkens
bei Leerlauf ergibt einen suboptimalen Wirkungsgrad.
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Andere
Verfahren der Kraftstoffeinspritzsteuerung umfassen das Herbeiführen mehrerer
Kraftstoffeinspritzereignisse pro Zylinder und pro Verbrennungszyklus.
Ein Motor mit Direkteinspritzung kann unter speziellen Betriebsbedingungen
zwei Einspritzereignisse pro Zylinder und pro Verbrennungszyklus verwenden,
um zusätzliche
Energie für
das Anspringen des Katalysators zu verschaffen, für einen
sanften Leerlauf zu sorgen und das Motorklopfen zu reduzieren. Leider
erzeugt die Betriebsart mit Zweifacheinspritzung höhere Kohlenwasserstoffemissionen
und mehr Kohlenwasserstoffpartikel. Wegen der Emissionen kann daher
eine Motorsteuerung in erster Linie das Herbeiführen eines Einspritzereignisses pro
Zylinder und pro Verbrennungszyklus umfassen. Das Verfahren der
Zweifacheinspritzung kann bei speziellen Betriebsbedingungen sparsam
angewandt werden.
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Die
Zweifacheinspritzung pro Zylinder und pro Verbrennungszyklus erzeugt
bei dem gleichen Motor unter ähnlichen
Betriebsbedingungen ein größeres oder
ein kleineres Drehmoment als eine Betriebsart mit Einfacheinspritzung.
Daher kann das Fahrverhalten, wenn die Kraftstoffabgabebetriebsart von
einer Betriebsart mit Einfacheinspritzung zu einer Betriebsart mit
Mehrfacheinspritzung und umgekehrt wechselt, durch plötzliche Änderungen
des Motorausgangsdrehmoments beeinträchtigt werden.
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ZUSAMMENFASSUNG
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Daher
wird ein Kraftstoffeinspritzsystem für einen Motor mit Kraftstoff-Direkteinspritzung
geschaffen. Das System umfasst ein Einspritzbetriebsartmodul, das
entweder eine Betriebsart mit Einfacheinspritzung oder eine Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung als Kraftstoffeinspritzbetriebsart auswählt, und
ein Kraftstoffeinspritzbefehlsmodul, das durch Verändern der
Zeitpunkte von Kraftstoffeinspritzereignissen relativ zu einer Kurbelwellenstellung
das Wechseln zwischen den Betriebsarten der Einfacheinspritzung
und der Zweifacheinspritzung veranlasst.
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Außerdem wird
ein Kraftstoffeinspritzverfahren für einen Motor mit Kraftstoff-Direkteinspritzung geschaffen.
Das Verfahren umfasst das Betreiben des Motors in einer Betriebsart
mit Einfacheinspritzung, das Befehlen einer Kraftstoffabgabe bei
einer ersten Kurbelwellenstellung, das Empfangen einer Anforderung
zum Übergehen
von einer Betriebsart mit Einfacheinspritzung zu einer Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung und das Übergehen zu der Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung durch Befehlen einer Kraftstoffabgabe bei
einer zweiten Kurbelwellenstellung und bei einer dritten Kurbelwellenstellung, wobei
während
nachfolgender Verbrennungszyklen die dritte Kurbelwellenstellung
inkrementell verändert wird,
bis ein Ziel für
die dritte Kurbelwellenstellung erreicht ist.
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Weitere
Anwendungsgebiete werden aus der hier gegebenen Beschreibung deutlich.
Die Beschreibung und die spezifischen Beispiele sind selbstverständlich lediglich
zum Zweck der Veranschaulichung gedacht und nicht dazu gedacht,
den Umfang der vorliegenden Offenbarung zu begrenzen.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
hier beschriebenen Zeichnungen dienen lediglich zur Veranschaulichung
und sollen den Umfang der vorliegenden Offenbarung keineswegs begrenzen.
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1 ist
ein funktionaler Blockschaltplan, der ein Verbrennungsmotorsystem
zeigt, das eine Hardware für
Kraftstoff-Direkteinspritzung umfasst;
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2 ist
ein Datenflussdiagramm, das ein Kraftstoffeinspritzsystem veranschaulicht;
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3 ist
ein Ablaufplan, der ein Verfahren des Wechselns zwischen einer Betriebsart
mit Einfacheinspritzung und einer Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
zeigt; und
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4 umfasst
Zeitdiagramme, die das Planen von Kraftstoffeinspritzereignissen
während
einer Betriebsart mit Einfacheinspritzung, einer Betriebsart mit
Zweifacheinspritzung und Übergängen dazwischen
veranschaulichen.
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GENAUE BESCHREIBUNG
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Die
folgende Beschreibung ist dem Wesen nach lediglich beispielhaft,
wobei keineswegs beabsichtigt ist, die Offenbarung, ihre Anwendung
oder ihre Verwendungen zu beschränken.
Der Klarheit wegen werden in den Zeichnungen die gleichen Bezugszeichen
zur Kennzeichnung von gleichen Elementen benutzt. Die Begriffe "Modul" und/oder "Vorrichtung", wie sie hier verwendet
werden, beziehen sich auf eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung
(ASIC), eine elektronische Schaltung, einen Prozessor (gemeinsam
genutzt, eigens zugewiesen oder für eine Gruppe) mit Speicher,
der ein oder mehrere Software- oder Firmwareprogramme ausführt, eine
kombinatorische Logikschaltung oder andere geeignete Komponenten,
die die beschriebene Funktionalität verschaffen.
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In 1 umfasst
nun ein Motorsystem 10 einen Motor 12, der ein
Luft- und Kraftstoffgemisch
verbrennt, um ein Antriebsmoment zu erzeugen. Durch eine Drosselklappe 16 wird
Luft in einen Ansaug- bzw. Einlasskrümmer 14 angesaugt.
Die Drosselklappe 16 reguliert den Massen-Luftdurchfluss
in den Einlasskrümmer 14.
Die Luft in dem Einlasskrümmer 14 wird
in Zylinder 18 verteilt. Obwohl ein einziger Zylinder 18 gezeigt
ist, kann der Motor selbstverständlich
mehrere Zylinder einschließlich,
jedoch nicht darauf begrenzt, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12 und 16 Zylinder besitzen.
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Zum
Einspritzen von Kraftstoff in den Zylinder 18 wird eine
Kraftstoffeinspritzvorrichtung 20 elektronisch gesteuert.
Der Kraftstoff wird mit der Luft kombiniert, wenn diese durch den
Ansaugkanal in den Zylinder 18 angesaugt wird. Um den Eintritt
der Luft in den Zylinder 18 zu ermöglichen, öffnet und schließt sich
ein Einlassventil 22 wahlweise. Die Einlassventilstellung
wird durch eine Einlassnockenwelle 24 reguliert. Ein Kolben
(nicht gezeigt) komprimiert das Luft/Kraftstoff-Gemisch in dem Zylinder 18.
Eine Zündkerze 26 löst die Verbrennung
des Luft/Kraftstoff-Gemischs aus, wodurch der Kolben in dem Zylinder 18 angetrieben
wird. Der Kolben treibt eine Kurbelwelle (nicht gezeigt) an, so
dass ein Antriebsmoment erzeugt wird. Verbrennungsabgas in dem Zylinder 18 wird
durch einen Abgaskrümmer 28 gezwungen,
wenn sich ein Auslassventil 30 in einer geöffneten
Stellung befindet. Die Auslassventilstellung wird durch eine Auslassnockenwelle 32 reguliert. Das
Abgas kann dann in einem Abgassystem (nicht gezeigt) behandelt werden.
Obwohl ein einziges Einlassventil 22 und ein einziges Auslassventil 30 gezeigt
sind, kann der Motor 12 selbstverständlich mehrere Einlassventile 22 und
Auslassventile 30 pro Zylinder 18 enthalten.
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Ein
Kurbelwellensensor 34 erfasst eine Stellung der Kurbelwelle
und erzeugt ein Kurbelwellensignal. Ein Steuermodul 36 empfängt das
Kurbelwellensignal, interpretiert das Signal als Grad Umdrehung
und plant auf der Grundlage der Interpretation des Signals Kraftstoffeinspritzereignisse.
Das Steuermodul 36 schickt ein Kraftstoffeinspritzsignal
zu der Kraftstoffeinspritzvorrichtung, um die Menge und den Zeitpunkt
der Kraftstoffabgabe zu steuern. Das Kraftstoffeinspritzsignal kann
ein impulsbreitenmoduliertes Signal sein, wobei die Impulsbreite
die an den Zylinder abgegebene Kraftstoffmenge reguliert.
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Um
auf 2 Bezug zu nehmen, schafft die vorliegende Offenbarung
ein Steuerverfahren und ein Steuersystem, die die Übergänge zwischen
einer Betriebsart der einfachen Kraftstoffeinspritzung und einer
Betriebsart der zweifachen Kraftstoffeinspritzung regeln. Ein Datenflussdiagramm
zeigt ein Kraftstoffeinspritzsystem, das in dem Steuermodul 36 eingebettet
sein kann. Verschiedene Ausführungsformen
von Kraftstoffeinspritzsystemen gemäß der vorliegenden Offenbarung
können
irgendeine Anzahl von Submodulen umfassen, die in dem Steuermodul 36 eingebettet
sind. Die ge zeigten Submodule können
kombiniert und/oder weiter unterteilt sein, um in ähnlicher
Weise die Übergänge zwischen
der Betriebsart mit Einfacheinspritzung und der Betriebsart mit
Zweifacheinspritzung während
des Motorbetriebs zu regeln.
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In
verschiedenen Ausführungsformen
umfasst das Steuermodul 36 aus 2 ein Einspritzbetriebsartmodul 50 und
ein Kraftstoffeinspritzbefehlsmodul 52. Das Einspritzbetriebsartmodul 50 empfangt
Motor- und Fahrzeugbetriebsdaten 54 als Eingabe. Wohlgemerkt
können
die Eingaben an das Einspritzbetriebsartmodul 50 von dem
System 10 erfasst werden, von anderen Steuermodulen (nicht
gezeigt) in dem System empfangen werden oder von anderen Submodulen
in dem Steuermodul 36 ermittelt werden. 3 liefert
einen Ablaufplan mit einem beispielhaften Verfahren des Wechselns
zwischen einer Betriebsart mit Einfacheinspritzung und einer Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung, wobei die Fahrzeugbetriebsdaten 54 die
Kühlmitteltemperatur,
die Motordrehzahl und die Fahrzeuggeschwindigkeit umfassen. Dieses
beispielhafte Verfahren wird nachstehend ausführlicher beschrieben.
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Anhand
der Betriebsdaten 54 wählt
das Einspritzbetriebsartmodul 50 entweder eine Betriebsart mit
Einfacheinspritzung oder eine Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
als Einspritzbetriebsart 56 aus. Das Kraftstoffeinspritzbefehlsmodul 52 empfangt
die Einspritzbetriebsart 56 und eine Kurbelwellenstellung 58 als
Eingaben. Das Kraftstoffeinspritzbefehlsmodul 52 plant
Kraftstoffeinspritzereignisse und liefert einen Kraftstoffbefehl 60 auf
der Grundlage der Einspritzbetriebsart 56 und der Kurbelwellenstellung 58.
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Während der
Betriebsart mit Zweifacheinspritzung werden pro Zylinder und pro
Verbrennungszyklus zwei Einspritzereignisse geplant. Dies er zeugt
eine Änderung
des Drehmoments, ohne den Kraftstoffverbrauch zu erhöhen. Das
Kraftstoffeinspritzbefehlsmodul 52 wechselt den Motorbetrieb sanft
zwischen den Betriebsarten der Einfacheinspritzung und der Zweifacheinspritzung.
Drehmomentschwankungen oder "Drehmomentstöße" während Betriebsartübergängen werden
minimiert.
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In 3 veranschaulicht
der Ablaufplan ein beispielhaftes Verfahren des Wechselns zwischen den
Betriebsarten der Einfacheinspritzung und der Zweifacheinspritzung.
In diesem Beispiel kann es vorteilhaft sein, von einer Betriebsart
mit Einfacheinspritzung zu einer Betriebsart mit Zweifacheinspritzung überzugehen,
um ein Anspringen des Abgaskatalysators zu bewirken. Das Anspringen
des Abgaskatalysators kann kurz nach dem Motorstarten in Kraft gesetzt
werden, um den Katalysator in dem Abgaskatalysator schnell zu erwärmen, um
die Motoremission zu reduzieren. Das Abgaskatalysatoranspringen
ist ein Beispiel für
eine Unterbetriebsart der Zweifacheinspritzung, die durch das Einspritzbetriebsartmodul 50 bestimmt
werden kann. Sobald diese Unterbetriebsart eingenommen ist, ermittelt
der Steuerblock 66 die Temperatur des Motorkühlmittels. Der
Steuerblock 68 stellt fest, ob die Kühlmitteltemperatur kleiner
als eine vorgegebene Konstante K1 ist. K1 kann so gewählt sein, dass sie eine Temperatur
repräsentiert,
die einen Motor auszeichnet, der am Hochlaufen ist oder für eine sehr
kurze Zeitspanne gelaufen ist. Wenn die Kühlmitteltemperatur größer oder
gleich K1 ist, kehrt die Steuerung zum Entscheidungsblock 66 zurück. Wenn
die Kühlmitteltemperatur
kleiner als K1 ist, ermittelt der Steuerblock 70 die
Motorbetriebsdrehzahl.
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Der
Steuerblock 72 stellt fest, ob die Motordrehzahl kleiner
als eine vorgegebene Konstante K2 ist. Wenn
der Motor mit einer relativ niedrigen Drehzahl in der Nähe des Leerlaufs
arbeitet, kann ein Anspringen des Abgaskatalysators wünschenswert sein.
Wenn der Motor mit einer höheren Drehzahl
arbeitet, kann der Abgaskatalysator bereits ausreichend mit Energie
und zusätzlichem
Kraftstoff versorgt sein, so dass kein zusätzlicher Kraftstoff bereitgestellt
werden muss. Wenn die Motordrehzahl größer oder gleich K2 ist,
kehrt demgemäß die Steuerung
zum Steuerblock 66 zurück.
Wenn die Motordrehzahl kleiner als K2 ist,
ermittelt der Steuerblock 74 die Fahrzeuggeschwindigkeit.
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Wenn
sich das Fahrzeug schneller als mit einer im Voraus festgelegten
Geschwindigkeit bewegt, ist ein Anspringen des Abgaskatalysators
nicht wünschenswert,
weil ein sofortiges Ansprechen des Motors auf eine Drehmomentanforderung
erwünscht
ist. Somit stellt der Entscheidungsblock 76 fest, ob die Fahrzeuggeschwindigkeit
kleiner als die vorgegebene Konstante K3 ist.
Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit größer oder gleich K3 ist,
kehrt die Steuerung zum Steuerblock 66 zurück. Wenn
die Fahrzeuggeschwindigkeit kleiner als K3 ist,
führt der
Steuerblock 78 die Motorkraftstoffeinspritzung aus der
Betriebsart mit Einfacheinspritzung in die Betriebsart mit Zweifacheinspritzung über. Die
während
des Übergangs unternommenen
spezifischen Schritte werden nachstehend ausführlicher beschrieben.
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Sobald
ein Wechsel von der Betriebsart mit Einfacheinspritzung zu der Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung abgeschlossen ist, ermittelt der Entscheidungsblock 80 die
Zeitspanne, in der der Motor in der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
gearbeitet hat. Der Entscheidungsblock 82 ermittelt, ob
die Betriebszeit in der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung größer als
eine vorgegebene Konstante K4 ist. Wenn
der Motor nicht für
länger
als K4 in der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
gearbeitet hat, kehrt die Steuerung zum Steuerblock 80 zurück. Wenn
die Betriebszeit der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung K4 übersteigt,
berechnet der Steuerblock 84 eine Energiemenge, die dem
Abgaskatalysator durch den Betrieb in der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
hinzugefügt
worden ist.
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Der
Entscheidungsblock 86 stellt fest, ob die hinzugefügte Energie
einen vorgegebenen Schwellenwert K5 überschreitet.
Wenn der Energieschwellenwert nicht erreicht worden ist, kehrt die
Steuerung zum Steuerblock 84 zurück. Wenn der Energieschwellenwert
K5 überschritten
worden ist, ist das Anspringen des Abgaskatalysators abgeschlossen
worden und veranlasst der Steuerblock 88 einen Wechsel
von der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung zu der Betriebsart
mit Einfacheinspritzung.
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In 4 sind
nun Zeitdiagramme für
das Planen von Kraftstoffeinspritzereignissen gemäß der vorliegenden
Offenbarung gezeigt. In dem gezeigten Beispiel beginnt die Steuerung
in der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung, die allgemein bei 100 gezeigt ist.
Während
der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung werden pro Zylinder und
pro Verbrennungszyklus zwei Einspritzereignisse geplant. Wenn das
Einspritzbetriebsartmodul 50 feststellt, dass geeignete Bedingungen
existieren, schaltet die Steuerung zu einer Betriebsart mit Einfacheinspritzung
um, die allgemein bei 200 gezeigt ist.
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Das
Einspritzbetriebsartmodul 50 kann durch Auswertung der
Betriebsdaten 54 ermitteln, dass eine Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
eingenommen werden sollte. Beispiele, die sich auf spezielle Betriebzustände, wo
ein Betriebsartumschalten vorteilhaft wäre, beziehen, umfassen Unterbetriebsarten
der Zweifacheinspritzung wie etwa die oben beschriebene Unterbetriebsart
für das
Abgaskatalysatoranspringen sowie eine Unterbetriebsart für die Steigerung
des Leerlauf-Kraftstoffwirkungsgrads, eine Unterbetriebsart für Leerlaufstabilität und eine Unterbetriebsart
für die
Reduktion des Motorklopfens. Obwohl diese Unterbetriebsarten nicht
näher beschrieben
werden, sei angemerkt, dass der Eintritt in diese Unterbetriebsarten
der Zweifacheinspritzung und der Austritt aus diesen, wie zuvor
beschrieben worden ist, Drehmomentschwankungen verursachen können. Somit
schafft die vorliegende Offenbarung eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Minimieren von Drehmomentschwankungen während eines Übergangs
zwischen den Betriebsarten der Einfacheinspritzung und der Zweifacheinspritzung.
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Kraftstoffeinspritzereignisse
können
entsprechend der Kurbelwellenstellung, die in Grad Kurbelwellenumdrehung
angegeben wird, geplant werden. Ein Kurbelwellensignal kann als
Stellung in Kurbelwellengrad interpretiert werden. Jedes Diagramm zeigt
die Stellung der Kurbelwelle in Kurbelwellengrad während Ansaug-
und Kompressionszyklen. Der Kolben beginnt einen Ansaugtakt bei
dreihundertundsechzig (360) Grad Kurbelwellenumdrehung vor dem oberen
Totpunkt bei 110. Der Kolben beginnt einen Kompressionstakt
bei hundertundachtzig (180) Grad Kurbelwellenumdrehung vor dem oberen
Totpunkt (was auch als unterer Totpunkt (UT) bezeichnet wird) bei 120.
Der Kolben beendet den Kompressionstakt am oberen Totpunkt oder
bei null (0) Grad Kurbelwellenumdrehung, was bei 130 gezeigt
ist. Das Zünden
des Funkens sowohl bei der Betriebsart mit Einfacheinspritzung 200 als
auch bei der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung 100 erfolgt
typischerweise in der Nähe
des oberen Totpunkts des Kompressionstaktes bei 140. In
dem in 4 gezeigten Beispiel erfolgt das Zünden zwischen
zehn (10) und null (0) Kurbelwellengrad vor dem oberen Totpunkt.
Jedoch kann, wie noch beschrieben wird, der Zündzeitpunkt ebenfalls verändert werden,
um einen sanften Übergang
zwischen den Betriebsarten der Einfacheinspritzung und der Zweifacheinspritzung
zu verschaffen.
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Wie
oben erwähnt
worden ist, führt
die Betriebsart der Zweifacheinspritzung zwei Kraftstoffeinspritzereignisse
pro Zylinder und pro Kompressionszyklus herbei. Das erste Einspritzereignis
wird früh
in dem Ansaugzyklus geplant, wobei es irgendwo zwischen zweihundertundfünfzig (250)
und dreihundertundachtzig (380) Kurbelwellengrad vor dem oberen
Totpunkt geplant werden kann. Ein beispielhafter Bereich für das Planen
der ersten Kraftstoffabgabe liegt zwischen zweihundertundsiebzig
(270) und dreihundertunddreißig
(330) Kurbelwellengrad vor dem oberen Totpunkt, wie bei 160 gezeigt
ist.
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Das
zweite Kraftstoffeinspritzereignis wird in einem der Ansaug- und
Kompressionszyklen geplant, wobei es irgendwo zwischen null (0)
dreihundertundsechzig (360) Kurbelwellengrand vor dem oberen Totpunkt
geplant werden kann. Ein beispielhafter Bereich für das Planen
der zweiten Kraftstoffabgabe liegt zwischen hundertundzwanzig (120)
und zweihundertundsiebzig (270) Kurbelwellengrad vor dem oberen
Totpunkt, wie bei 170 gezeigt ist. Das zweite Einspritzereignis
spritzt die Restmenge an für den
Verbrennungszyklus erforderlichem Kraftstoff ein.
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Wenn
eine Änderung
der Einspritzbetriebsart angefordert wird, wird die Einspritzbetriebsart
mit der Zeit in die Betriebsart für Zweifacheinspritzung 200 überführt, wo
ein Einfacheinspritzungsereignis früh in dem Ansaugzyklus geplant
wird. Das Einspritzereignis wird früh in dem Ansaugzyklus geplant,
wobei es irgendwo zwischen zweihundertundfünfzig (250) und dreihundertundachtzig
(380) Kurbelwellengrad vor dem oberen Totpunkt geplant werden kann. Ein
beispielhafter Bereich für
das Planen der Kraftstoffabgabe liegt zwischen zweihundertundsiebzig (270)
und dreihundertunddreißig
(330) Kurbelwellengrad vor dem oberen Totpunkt, wie bei 180 gezeigt ist.
Die Betriebsart mit Einfacheinspritzung 200 gibt bei den
gleichen Bedingungen ein größeres oder
ein kleineres Drehmoment als die Zweifacheinspritzung ab, jedoch
ermöglicht
sie das Legen des Zündzeitpunktes
in die Nähe
des minimal besten Drehmoments (MBT) oder der Klopfgrenze (KBL),
um den Wirkungsgrad zu verbessern.
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4 umfasst
weitere Zeitdiagramme, die Einspritzimpulszeitpunkte während des Übergangs zwischen
der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung 100 und der Betriebsart
mit Einfacheinspritzung 100 zeigen. Insbesondere zeigt
das Zeitdiagramm 210 den Beginn des Übergangs von der Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung 100 zu der Betriebsart mit Einfacheinspritzung 200.
Im ersten Schritt des Übergangs
in dem Zeitdiagramm 210 wird zu der gleichen oder ähnlichen
Zeit, wie mit Bezug auf die Betriebsart mit Einfacheinspritzung 100 beschrieben
worden ist, die erste Kraftstoffabgabe 160 ausgeführt, während ein
zweites Kraftstoffeinspritzereignis um zehn Grad gegenüber der
früheren
zweiten Einspritzung vorverlegt wird, wie bei 220 gezeigt
ist. Das Zeitdiagramm 230 repräsentiert die nächsten Ansaug-
und Kompressionstakte für
einen gegebenen Zylinder, wobei der Ereignisplan für die erste
Einspritzung konstant bleibt, während
das zweite Einspritzereignis um weitere zehn Kurbelwellengrad vorverlegt
worden ist, wie bei 240 gezeigt ist. Die Zeitdiagramme 250 und 270 zeigen
zweite Einspritzereignisse 260 bzw. 280. Das zweite
Einspritzereignis 260 tritt um zehn Kurbelwellengrad gegenüber dem
zweiten Einspritzereignis 240 vorverlegt ein. Das zweite
Einspritzereignis 280 tritt um zehn Kurbelwellengrad gegenüber dem
zweiten Einspritzereignis 260 vorverlegt ein. Nachdem das
Zeitdiagramm 270 implementiert worden ist, schaltet die
Steuerung in die Betriebsart mit Einfacheinspritzung 200.
Um von der Betriebsart mit Einfacheinspritzung 200 zu der
Betriebsart mit Zweifacheinspritzung 100 überzugehen,
wird das zuvor beschriebene Verfahren umgekehrt.
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Wie
oben erwähnt
worden ist, kann der Zündfunkenabgabezeitpunkt
während
des Einspritzbetriebsartumschaltens gleichfalls verändert werden. Die
Zündzeitpunktmodifikation
basiert auf der Unterbetriebsart der Zweifacheinspritzung. In der
Unterbetriebsart für
die Steigerung des Leerlauf-Kraftstoffwirkungsgrads
liegt der Zündzeitpunkt
bei der Betriebsart der Zweifacheinspritzung typischerweise nahe
bei MBT. Während
des Übergangs
von der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung zu der Betriebsart
mit Einfacheinspritzung wird der Zündzeitpunkt um etwa fünf bis zehn
Grad verzögert,
damit Drehmomentschwankungen minimiert werden. Die Frühzündung wird
während Übergängen von
der Betriebsart mit Einfacheinspritzung zu der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
in Richtung MBT verzögerungsgefiltert.
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Die
Unterbetriebsarten für
Leerlaufstabilität und
Abgaskatalysatoranspringen umfassen während der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
das Verzögern
des Zündzeitpunkts
hinter den oberen Totpunkt. Beim Übergehen von der Betriebsart
mit Zweifacheinspritzung zu der Betriebsart mit Einfacheinspritzung
wird der Zündzeitpunkt
in Richtung des Ziel-Zündzeitpunkts
bei Einfacheinspritzung mit einer Rate von etwa zwei Grad pro Zylinder-Verbrennungsereignis
vorverlegt. Dieser Prozess wird während des Übergangs von der Betriebsart
der Einfacheinspritzung zu der Betriebsart der Zweifacheinspritzung umgekehrt.
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Die
Unterbetriebsart für
die Reduktion des Motorklopfens wird eingenommen, um das Ausbleiben
von Motorklopfen sicherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird
die Betriebsart mit Zweifacheinspritzung eingenommen. Während des Übergangs
von der Betriebsart mit Einfacheinspritzung zu der Betriebsart mit
Zweifacheinspritzung wird der Zündzeitpunkt
in Richtung eines Zündzeitpunktziels bei
Zweifacheinspritzung ver zögerungsgefiltert.
Der Ziel-Zündzeitpunkt
wird weniger verzögert,
als möglich
wäre, um
die Reduktion des Motorklopfens zu gewährleisten.
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Es
sollte deutlich geworden sein, dass ein Übergang zwischen der Betriebsart
mit Einfacheinspritzung und der Betriebsart mit Zweifacheinspritzung
durch bloße
Einstellung des Zeitpunkts des zweiten Einspritzereignisses vollzogen
werden kann, wie in 4 gezeigt ist, was aber auch
in Kombination das Modifizieren des Zündzeitpunkts während des Übergangs
umfassen kann. Außerdem
können
nun Fachleute auf dem Gebiet aus der obigen Beschreibung erkennen,
dass die weit reichenden Lehren der vorliegenden Offenbarung in
verschiedenen Formen implementiert werden können. Daher soll, obwohl diese
Offenbarung in Verbindung mit bestimmten Beispielen von ihr beschrieben
worden ist, der wahre Umfang der Offenbarung nicht darauf begrenzt
sein, da dem erfahrenen Praktiker nach einem Studium der Zeichnungen,
der Patentbeschreibung und der folgenden Ansprüche weitere Abänderungen
offenbar werden.