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Die
Erfindung betrifft eine Führungsvorrichtung
für einen
Schiebeflügel
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Aus
der
EP 0 675 252 A1 ist
eine Vorrichtung zur Führung
von Schiebeelementen, insbesondere von Türen, Fenstern, Trennwänden, Schiebeläden und
Abdeckungen, bekannt, die an einer Seite in einer ersten Führung verschiebbar
gelagert und an der gegenüberliegenden
Seite durch eine mit dem Boden oder einer Seitenwand verbundenen
Zusatzführung geführt sind.
Die Zusatzführung
weist mindestens ein elastisches Element auf, das direkt oder über Mittel, die
zur Kraftübertragung
vorgesehen sind, derart gegen die zugehörige Seite des Schiebeelementes
andrückt,
dass das Schiebeelement von der Zusatzführung spielfrei gehalten wird.
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Die
DE 199 54 111 A1 offenbart
eine Schiebetürführung mit
einem bodenseitig befestigbaren Stützteil, das zwei Stützelemente
aufweist, wobei das Stützteil
in eine Längsführung der
Schiebetür eingreift,
und wobei die Stützelemente
in der Längsführung an
in Schieberichtung verlaufenden, einander gegenüberliegenden Gegenflächen anlegbar
und an diesen quer zur Schieberichtung abstützbar sind. Das Stützteil weist
eine Stellvorrichtung auf, die eines der Stützelemente trägt, wobei
dieses Stützelement mittels
der Stellvorrichtung quer zur Schieberichtung der Schiebetür verschwenk-
oder verschiebbar ist, und die Stützelemente gleichzeitig an
den Gegenflächen
der Längsführung anliegen
und mittels einer Spannfeder federvorgespannt an diese angepresst sind.
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Nachteilig
bei diesen Vorrichtungen ist die Abstützung des Flügels mit
elastischen oder federbelasteten Elementen. Dadurch ist der Flügel nur
bedingt geführt,
und es ist ein Ausweichen des Flügels möglich. Für unterschiedliche
Montagearten sind unterschiedliche Führungsvorrichtungen notwendig.
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Aus
der
DE 10 2004
037 938 B3 ist ein Führungselement
für eine
Schiebetür
bekannt, welche aus einem Grundkörper
und einem eine Führungsnut definierenden
Führungseinsatz
besteht. Der Führungseinsatz
ist gegenüber
dem Grundkörper
durch Drehung verstellbar, wodurch eine Anpassung der Breite der
Führungsnut
möglich
ist.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Führungsvorrichtung für einen
Schiebeflügel
zu schaffen, welche auf den Flügel
einstellbar und universell verwendbar ist.
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Die
Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
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Die
Unteransprüche
bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
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Schiebeflügel, insbesondere
von Türen,
Toren, Fenstern und Trennwänden
sowie von Fensterläden
und Schattierungseinrichtungen, werden meist im oberen Bereich in
einer Führung
verschiebbar gelagert und sind an der Unterseite mit einer im unteren Bereich
des Schiebeflügels
angeordneten Führungsvorrichtung
versehen, welche ein seitliches Schwenken bei der Betätigung oder
durch Winddruck auf den Schiebeflügel verhindert.
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Die
vorgeschlagene Führungsvorrichtung
ist universell einsetzbar und kann alternativ am Schiebeflügel selbst
oder an einem Gebäudeteil,
wie dem Fußboden,
einer Wand oder der Fassade angeordnet sein. Die Führungsvorrichtung
weist zur Befestigung einfache Bohrungen auf und ist mit geeigneten
Befestigungsmitteln, beispielsweise handelsüblichen Schrauben, am Schiebeflügel, am
Fußboden
oder auf Montagewinkeln, die an der Wand, der Fassade oder einem
weiteren Schiebeflügel
festgelegt sind, befestigbar.
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Die
Führungsvorrichtung
wirkt mit einem Führungselement
zusammen, das die Führungsvorrichtung
umgreifend oder in die Führungsvorrichtung eingreifend
ausgebildet sein kann. Das Führungselement
kann dabei durch den Schiebflügel
selbst gebildet sein. Zum Eingriff eines Führungselements ist in der Führungsvorrichtung
eine Aufnahme vorgesehen.
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Die
Führungsvorrichtung
ist auf das Führungselement
einstellbar, so dass der Schiebeflügel nahezu spielfrei geführt ist.
Dazu ist ein Einstellelement vorgese hen, das beispielsweise als
Schraube ausgebildet sein kann und so angeordnet ist, dass das Einstellelement
auch nach der Montage des Schiebeflügels zugänglich ist, um die Einstellung
vorzunehmen.
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Die
Einstellbarkeit wird durch zwei schwenkbare Gleitbacken realisiert,
die elastische Zungen aufweisen, welche an einem Einstellbock angeordnet sind.
Der Einstellbock weist eine Aufnahme für das Einstellelement auf,
wobei das Einstellelement eine selbstschneidende Schraube sein kann,
die beim Eindrehen in eine Bohrung das ihr zugeordnete Gewinde selbst
erzeugt. Vorteilhaft ist die Führungsvorrichtung
dabei als einstückiges
Kunststoff- oder Metallgussteil hergestellt. Die Schraube drängt sich beim
Eindrehen mit ihrem Schaft zwischen die Gleitbacken, wodurch die
beiden Gleitbacken gespreizt und durch die Schraube abgestützt werden.
Dabei schwenkt eine Gleitbacke in den Bereich der Aufnahme für das Führungselement,
wobei die andere Gleitbacke seitlich über die Kontur der Führungsvorrichtung
hinaus verschwenkt wird. Dadurch ist es möglich die Führungsvorrichtung universell
sowohl für
die Führungsvorrichtung
umgreifende als auch für
in die Führungsvorrichtung
eingreifende Führungselemente
zu verwenden. Dadurch sind Kombinationen von unterschiedliche Führungselemente
aufweisenden Schiebeflügeln
mit nur einer Führungsvorrichtung möglich. Damit
reduziert sich die Lagerhaltung und die Verfügbarkeit vor Ort ist optimiert.
In Verbindung mit Montagewinkeln sind Anordnungen mit mehreren Schiebeflügeln möglich, wobei
die Führungsvorrichtungen
gegen Verunreinigung oder Bewitterung geschützt, optisch vorteilhaft nahezu
vollständig
verdeckt anordenbar sind.
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Es
ist auch eine Führungsvorrichtung
für besonders
schmale Schiebeflügel
vorgesehen, wobei die Führungsvorrichtung
auf eine Anordnung mit einem die Führungsvorrichtung umgreifenden
Führungselement
reduziert ist, wobei die Gleitbacken symmetrisch in dem Führungselement
durch das Einstellelement spreizbar sind. Dadurch wird der Schiebeflügel beim
Einstellen vorteilhaft nicht aus seiner senkrechten Lage geschwenkt.
Das Einstellelement greift in der Führungsvorrichtung dabei im
Bereich der Befestigungsbohrungen durch, wodurch eine minimale Baugröße erzielt
wird.
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Im
Nachfolgenden werden Ausführungsbeispiele
in der Zeichnung anhand der Figuren näher erläutert.
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Dabei
zeigen:
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1 eine
Führungsvorrichtung
für einen Schiebeflügel, welche
am Boden montiert ist und in eine am Schiebeflügel angeordnetes Führungselement
eingreift, wobei der Schiebeflügel
im Bereich der Führungsvorrichtung
geschnitten ist;
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2 eine
dreidimensionale Ansicht auf einen Ausschnitt des Schiebeflügels gemäß 1;
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3 eine
weitere Ausführung,
wobei die Führungsvorrichtung
zur Montage am Schiebeflügel vorgesehen
ist;
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4 eine
Schnittdarstellung des Schiebeflügels
gemäß 3 mit
Darstellung des Eingriffs der Führungsvorrichtung
in eine im Boden eingelassene Führungsschiene;
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5a eine
dreidimensionale Darstellung der Führungsvorrichtung;
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5b die
Führungsvorrichtung
nach 5a mit teilweise eingedrehtem Einstellmittel in der
Draufsicht;
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5c die
Führungsvorrichtung
nach 5b mit weiter eingedrehtem Einstellmittel, wobei die
Gleitbacken gespreizt sind;
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6 eine
Ausführung
eines an einem senkrechten Fassadenelement abgestützten Schiebeflügels;
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7 eine
weitere Ausführung
mit zwei an einem senkrechten Fassadenelement abgestützten Schiebeflügeln, die
unabhängig
voneinander verschiebbar angeordnet sind;
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8a ein
weiteres Ausführungsbeispiel
einer Führungsvorrichtung
für besonders
schmale Schiebeflügel;
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8b die
Führungsvorrichtung
nach 8a mit teilweise eingedrehtem Einstellmittel in der
Draufsicht;
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8c die
Führungsvorrichtung
nach 8b mit weiter eingedrehtem Einstellmittel, wobei die
Gleitbacken gespreizt sind.
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Die 1 und 2 zeigen
einen Schiebeflügel 2 mit
einer im unteren Bereich des Schiebeflügels angeordneten Führungsvorrichtung 1.
In 1 ist der Schiebeflügel 2 im Bereich um
die Führungsvorrichtung 1 geschnitten
dargestellt, so dass die Montage der Führungsvorrichtung mit Befestigungsmitteln 11 und
Dübeln 12 beispielsweise
am Fußboden
zu erkennen ist. Die 2 zeigt einen Ausschnitt des
Schiebeflügels 2 mit
einer Ansicht auf die Schmalseite des Schiebeflügels 2. Die Führungsvorrichtung 1 greift
dabei in ein Führungselement 3 ein, das
als ein u-förmiges
Profil in einer Aussparung im Schiebeflügel 1 angeordnet ist.
Das Führungselement 3 kann
aber auch direkt durch die Aussparung im Schiebeflügel 2 gebildet
sein. Weiterhin ist das als Schraube ausgebildete Einstellelement 9 für die Führungsvorrichtung 1 gezeigt,
welches auch nach der Montage des Schiebeflügels 1 zur Einstellung
zugänglich
ist.
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In
den 3 und 4 ist eine weitere Anordnung
der Führungsvorrichtung 1 gezeigt,
wobei zwei Führungsvorrichtungen 1 an
der Unterseite des Schiebeflügels 2 mit
Befestigungsmitteln 11 am Schiebeflügel 2 festgelegt sind.
Die Führungsvorrichtungen 1 sind
dabei jeweils so angeordnet, dass die Einstellelemente 9 von
der zugeordneten senkrechten Schmalseite des Schiebeflügels 2 aus
zugänglich sind.
In 4 ist ein Schnitt dargestellt, wobei eine an der
Unterseite des Schiebflügels 2 angeordneten Führungsvorrichtung 1 in
ein im Fußboden
versenkt eingelassenes Führungselement 3 eingreift.
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Die 5a zeigt
die Führungsvorrichtung 1 als
dreidimensionales Schrägbild.
Die Führungsvorrichtung 1 weist
zwei an einem Einstellbock 6 schwenkbar angeordnete Gleitbacken 4, 4' auf. Jede Gleitbacke 4, 4' weist dabei
eine elastisch biegbare Zunge 10 auf, mit welcher die Gleitbacke 4, 4' am Einstellbock 6 festgelegt
ist. Im Einstellbock 6 ist eine Bohrung vorhanden, in welche
das Einstellelement 9, beispielsweise eine Schraube, einbringbar
ist. Dabei kann die Schraube selbstschneidend beim Eindrehen in
die Bohrung ein Gewinde im Einstellbock 6 herstel len. Vorteilhaft
ist dabei die Führungsvorrichtung 1 einstückig als
Kunststoffteil ausgebildet. Durch Eindrehen des Einstellelements 9 in
den Einstellbock 6 drängt
dieses zwischen die Zungen 10 der Gleitbacken 4, 4'. Dadurch schwenkt
die eine Gleitbacke 4 in Richtung des Pfeils A nach außen und
die andere Gleitbacke 4' in
Richtung des Pfeils B auf den an der Führungsvorrichtung 1 angeordneten
Führungssteg 5 zu.
Der Führungssteg 5 und
die Gleitbacke 4' bilden in
Verbindung mit dem Einstellbock 6 und einem Führungsbock 7 eine
Aussparung 8 zum Eingriff eines Führungselements 3', wie es in
den 6 und 7 gezeigt ist.
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Die 5b und 5c zeigen
jeweils in der Draufsicht auf die Führungsvorrichtung 1 wie
die Schraube mit ihrem Schaft die Gleitbacken 4, 4' spreizen. Der
Einstellbock 6 und der Führungsbock 7 bilden
zusammen mit dem Führungssteg 5 Gleitflächen aus,
welche die Führung
des Schiebeflügels 2 bei
einer Anordnung der Führungsvorrichtung 1 in
einem umschließenden
Führungselement 3,
wie es in den 1 und 2 gezeigt
ist, begünstigen.
Ebenfalls begünstigen
der Einstellbock 6 und der Führungsbock 7 mit ihrer
der Führung 5 zugewandten Seite
die Führung
des Führungselements 3', wie es in
den 6 und 7 gezeigt ist. Weiterhin sind
an der Führungsvorrichtung 1 Bohrungen 13 zur
Befestigung mit den für
den jeweiligen Anwendungsfall vorteilhaften Befestigungsmitteln 11 vorgesehen.
Die Führungsvorrichtung 1 ist
dabei im Bereich der Bohrungen 13 als vollständiger oder
teilweiser Sechskant ausgebildet, so dass eine gegen Verdrehen gesichert Aufnahme
von Muttern möglich
ist, wodurch die Montage vereinfacht ist.
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Vorteilhaft
ist die einfache Einstellmöglichkeit der
Führungsvorrichtung 1 und
die universelle Verwendbarkeit, wobei alternativ ein Eingriff der
Führungsvorrichtung 1 in
eine Aufnahme 8 möglich
ist, oder dass ein Führungselement 3' in die Führungsvorrichtung 1 eingreift.
Durch die Abstützung
der Gleitbacken 4, 4' am Einstellelement 9 ist
eine Einstellung möglich,
die eine nahezu spielfreie Führung des
Schiebeflügels 2 ermöglicht.
Die universelle Verwendbarkeit der Führungsvorrichtung 1 erlaubt
vielseitige Anordnungen von Schiebeflügeln 2, wie es beispielhaft
insbesondere in den 2, 4, 6 und 7 gezeigt
ist. Darüber
hinaus sind verschiedene weitere Anordnungen denkbar, beispielsweise eine
Anordnung von zwei Schiebeflügeln 2,
wobei an einem Schiebeflügel 2 die
Führungsvorrichtung 1 für den zweiten
Schiebeflügel 2 an
einem Winkel 14 angeordnet ist.
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Die 6 zeigt
einen Schiebeflügel 2 in
einer Anwendung beispielsweise für
verschiebbare Fensterläden
oder Sonnenschutzeinrichtungen. Dabei ist an einer senkrechten Wand 15 oder
einer Außenfassade
ein Winkel 14 montiert, welcher die Führungsvorrichtung 1 für den Schiebeflügel 2 trägt. An der
Unterseite des Schiebeflügels 2 ist
das Führungselement 3' montiert, das
als einfacher Blechwinkel ausgebildet ist, und das in die Aufnahme 8 der Führungsvorrichtung
eingreift.
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Ein
Beispiel für
eine Anordnung von zwei Schiebeflügeln 2 ist in der 7 gezeigt.
Dabei sind jeweils im unteren Bereich der Seiten der Schiebeflügel 2 Winkel 14 angeordnet,
welche die Führungsvorrichtungen 1 tragen.
An der Wand 15 ist ein Führungsträger 16 festgelegt,
welcher zwei versetzt angeordnete Führungselemente 3' zum Eingriff
in die Aufnahme 8 der jeweiligen Führungsvorrichtung 1 trägt. Dadurch
wird eine optisch vorteilhafte verdeckte Anordnung der Führung für die Schiebeflügel 2 erreicht.
Die Führungsvorrichtung 1 und
die Führungselemente 3' sind geschützt angeordnet.
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Die 8a bis 8c zeigen
eine besonders klein bauende Ausführung einer Führungsvorrichtung 1 für besonders
schmale Schiebeflügel 2. Damit
ist es möglich
ein schmales Führungselement 3 in
der u-förmigen
Ausführung,
wie es in den 1 und 2 gezeigt
ist, anzuordnen, in welche die Führungsvorrichtung 1 eingreift.
Die Führungsvorrichtung 1 weist
ebenfalls Bohrungen 13 zur Festlegung der Führungsvorrichtung 1 am
Schiebeflügel 2 oder
beispielsweise am Fußboden
auf. Das Einstellelement 9 greift in eine Bohrung zwischen
den Gleitbacken 4, 4' der Führungsvorrichtung 1 ein.
Die Spreizung erfolgt durch den Kopf des als Schraube ausgebildeten
Einstelleelements 9, welcher die Zungen 10 der
Gleitbacken 4, 4' nach
außen
drängt.
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Diese
Ausführung
stellt eine besonders kostengünstige
und kompakte Führungsvorrichtung 1 dar.
Vorteilhaft ist die symmetrische Verstellung durch das gleichmäßige Spreizen
der Gleitbacken 4, 4', so dass der Schiebeflügel 2 nicht
aus sei ner senkrechten Lage auf eine Seite verlagert wird. Auch
hier ermöglicht
die Abstützung
der Gleitbacken 4, 4' am Einstellelement 9 eine
nahezu spielfreie Führung
des Schiebeflügels 2.
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- 1
- Führungsvorrichtung
- 2
- Schiebeflügel
- 3,
3'
- Führungselement
- 4,
4'
- Gleitbacke
- 5
- Führungssteg
- 6
- Einstellbock
- 7
- Führungsbock
- 8
- Aufnahme
- 9
- Einstellelement
- 10
- Zunge
- 11
- Befestigungsmittel
- 12
- Dübel
- 13
- Bohrung
- 14
- Winkel
- 15
- Wand
- 16
- Führungsträger
- 17
- Verbindungssteg