-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug, insbesondere einen
zweitürigen Sportwagen, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außerdem eine Schwellerblende
für ein derartiges Kraftfahrzeug.
-
Aus
der
DE 100 47 731
A1 ist eine Seitenwand für einen Personenkraftwagen,
insbesondere für einen der Sportwagengattung bekannt, wobei
die Seitenwandung in ihrem vorderen und hinteren Bereich die Außenwandung
je eines Radhauses für ein Vorderrad und ein Hinterrad
bildet. Zur Verbesserung eines in einem Heckbereich des Personenkraftwagens
angeordneten Motors ist eine Luftleitvorrichtung mit einer Luftzuführungseinrichtung
vorgesehen, welche Bestandteil der Seitenwand vor dem Radhaus des
Hinterrades ist. Ein zwischen der Luftleitvorrichtung und der Luftzuführungseinrichtung
liegender Wandbereich der Seitenwand ist dabei als Luftleitkanal
ausgebildet.
-
Aus
der
US-D 356,757 ist
ein Kraftfahrzeug bekannt, welches in einem unteren und in Fahrtrichtung
vorderen Bereich eines hinteren Radhauses eine in das Radhaus integrierte
Lufteinlassöffnung aufweist. Die Lufteinlassöffnung
und der sich daran anschließende Luftleitkanal sind dabei
im Kotflügel ausgebildet.
-
Aus
der
DE 103 09 634
A1 ist ein hinterer Kotflügel eines Kraftfahrzeuges
bekannt, welcher mehrstückig aufgebaut ist. Der Kotflügel
bildet dabei zusammen mit einem mit dem Kotflügel verbindbaren Formteil
einen Luftleitkanal.
-
Aus
der
US-D 449 254 ist
wiederum ein Kraftfahrzeug bekannt, welches einen seitlichen Lufteinlass
im Bereich eines hinteren Kotflügels aufweist. Eine Außenwandung
des Lufteinlasses wird dabei vom Kotflügel selbst gebildet.
-
Schließlich
ist aus
DE 103 59
769 B3 ein Zuluftkanal für einen Kühler
eines Kraftfahrzeuges bekannt, wobei ein seitlicher Lufteinlass
des Zuluftkanals in Fahrtrichtung vor einem hinteren Radhaus des
Kraftfahrzeuges angeordnet ist. Eine Außenwandung des Luftleitkanals
wird dabei durch den Kotflügel gebildet.
-
Die
vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem,
für ein Kraftfahrzeug der gattungsgemäßen
Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, welche
sich insbesondere durch eine flexible Gestaltung eines seitlichen
Luftleitkanals auszeichnet.
-
Erfindungsgemäß wird
dieses Problem durch die Gegenstände der unabhängigen
Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
-
Die
Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, ein seitliches Verkleidungsteil,
nämlich eine Schwellerblende zur Verkleidung des seitlichen Schwellers
derart bezüglich ihrer Form zu verändern, dass
diese zusammen mit einem Seitenwandbereich eines Kraftfahrzeuges
einen Luftleitkanal bildet. Das Kraftfahrzeug, welches insbesondere
als zweitüriger Sportwagen ausgebildet sein kann, weist
dabei besagten Seitenwandbereich mit einem Kotflügel auf, welcher
zumindest teilweise die Außenwandung eines Radhauses bildet.
Die Schwellerblende, welche üblicherweise den seitlichen
und in der Höhe des Fahrzeugbodens angeordneten Schweller
verkleidet, ist an zumindest einem ihrer Längsenden nach
oben gezogen und überdeckt mit diesem nach oben gezogenen
Bereich den insbesondere in diesem Bereich nach innen gezogenen
Seitenwandbereich, so dass die Schwellerblende in an den Seitenwandbereich angebautem
Zustand zumindest eine Außenwand des Luftleitkanals bildet,
während der Seitenwandbereich selbst eine Innenwandung
des Luftleitkanals bildet. Der nach oben gezogene Bereich der Schwellerblende
kann auch die Außenwand und die Innenwand des Luftleitkanals
bilden. Durch den Umstand, dass zumindest die Außenwand
des Luftleitkanals durch die Schwellerblende gebildet wird, ergibt
sich eine weitgehend freie stylistische Gestaltungsmöglichkeit
für einen Designer, wodurch insbesondere bei einem Modellwechsel
ein sogenanntes „Facelift" einfach durch eine Umgestaltung
der Schwellerblende erreicht werden kann. Darüber hinaus
kann durch die erfindungsgemäße Schwellerblende
zudem eine üblicherweise am Schweller angeordnete PVC-Beschichtung
bzw. eine Steinschlagschutzfolie entfallen, wodurch Fertigungskosten
eingespart werden können. Den Steinschlagschutz kann bei
der erfindungsgemäßen Ausführungsform
die Schwellerblende übernehmen.
-
Zweckmäßig
ist die Schwellerblende aus Kunststoff ausgebildet. Eine aus Kunststoff
ausgebildete Schwellerblende bietet zum einen den großen Vorteil,
eine gewichtsoptimierte Lösung zur Bildung des Luftleitkanals
bereitzustellen und zum anderen die flexible Handhabung der Form
der Schwellerblende. Eine aus Kunststoff ausgebildete Schwellerblende
lässt sich insbesondere bei einem „Facelift" durch die
Verwendung eines neuen Spritzwerkzeuges leicht und kostengünstig
umgestalten, wodurch die Umrüstkosten bei einem derartigen „Facelift"
reduziert werden können. Insbesondere im Sportwagenbau
besteht jedoch der überwiegende Vorteil in der leichten
Ausführung einer derartigen Schwellerblende, wodurch das
Gewicht und damit auch der Kraftstoffverbrauch des Kraftfahrzeuges
reduziert werden können.
-
Zweckmäßig
weist die Schwellerblende im Bereich des Luftleitkanals Stege auf, über
welche sie sich am Seitenwandbereich abstützt. Derartige
Stege, welche gemäß einer besonderen Ausführungsform
auch als Strömungsleitelemente ausgebildet sein können,
lassen sich bei einer aus Kunststoff ausgebildeten Schwellerblende
an dieser anformen, und insbesondere mit einem entsprechend ausgestalteten
Spritzwerkzeug zusammen, das heißt in einem einzigen Arbeitsschritt,
mit der Schwellerblende herstellen. Die Stege können auch
separat hergestellt und nachträglich mit dem nach oben
gezogenen Bereich der Schwellerblende verbunden sein.
-
Bei
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Lösung mündet der durch den Seitenwandbereich
und die Schwellerblende gebildete Luftleitkanal im Bereich vor dem Radhaus
eines Hinterrades und/oder im Bereich hinter dem Radhaus eines Vorderrades
in die Umgebung und bildet dadurch einen Lufteinlass und/oder einen
Luftauslass. Hierdurch wird deutlich, dass die Schwellerblende sowohl
an ihren beiden Längsenden als auch lediglich an einem
Längsende, vorzugsweise an einem in Fahrtrichtung gesehenen
hinteren Längsende nach oben gezogen ist und mit diesem nach
oben gezogenen Bereich die Außenwand des Luftleitkanals
bildet. Denkbar ist hierbei, dass mit verschiedenen Schwellerblenden
und den zugehörigen Seitenwandbereichen unterschiedlichste
Fahrzeuglinien bzw. Fahrzeugvarianten realisierbar sind, so dass
sich mit einem derartigen Baukasten-System mit verschiedenen Schwellerblenden
und Seitenwandbereichen unterschiedlichste Fahrzeugdesigns erzeugen
lassen.
-
Weitere
wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen, aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen
Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
-
Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils
angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder
in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
-
Bevorzugte
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen
dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche
oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
-
Dabei
zeigen, jeweils schematisch,
-
1 eine
Ansicht auf einen erfindungsgemäßen Seitenwandbereich
mit einer Schwellerblende eines im übrigen nicht dargestellten
Kraftfahrzeuges,
-
2 der
Seitenwandbereich und die Schwellerblende in einer Explosionsdarstellung,
-
3 einen
Horizontalschnitt entlang der Schnittebene III-III,
-
4 einen
Vertikalschnitt entlang der Schnittebene IV-IV,
-
5 einen
Vertikalschnitt entlang der Schnittebene V-V.
-
Entsprechend 1 weist
ein Seitenwandbereich 1 eines im übrigen nicht
dargestellten Kraftfahrzeuges, welches beispielsweise als ein zweitüriger
Sportwagen ausgebildet sein kann, eine Schwellerblende 2 zur
Verkleidung eines seitlichen Schwellers 3 (vgl. 2 obere
Abbildung) auf. Der Seitenwandbereich 1 bildet dabei zumindest
teilweise die Außenwandung eines Radhauses 4,
in dem gemäß 1 dargestellten
Beispiel eines Radhauses 4 eines Hinterrades. Bei einem
als Sportwagen ausgebildeten Kraftfahrzeug ist ein Antriebsmotor
oftmals in einem Heckbereich desselben angeordnet und kann zur Kühlungsunterstützung über
Luftleitkanäle 5 zusätzlich mit Kühlluft
versorgt werden. Bei dem gemäß 1 dargestellten
Beispiel mündet der Luftleitkanal 5 in Fahrrichtung 6 gesehen
vor dem hinteren Radhaus 4, so dass dieses Kraftfahrzeug über
einen seitlichen Lufteinlass 7 verfügt. Um den
Lufteinlass 7 und damit das optische Design des Kraftfahrzeuges äußerst
flexibel, das heißt frei gestalten zu können,
ist gemäß der Erfindung vorgesehen, dass die Schwellerblende 2 in
an den Seitenwandbereich 1 angebautem Zustand zumindest
eine Außenwand des Luftleitkanals 5 bildet. Dabei
kann der durch den Seitenwandbereich 1 und die Schwellerblende 2 gebildete Luftleitkanal 5 – wie
in 1 dargestellt – im Bereich vor dem Radhaus 4 eines
Hinterrades und/oder – wie nicht dargestellt – im
Bereich hinter dem Radhaus eines Vorderrades in die Umgebung münden
und dadurch den Lufteinlass 7 und/oder einen Luftauslass bilden.
Letztere Variante ist insbesondere bei Sportwagen vorgesehen, bei
welchen das Antriebsaggregat in einem Frontbereich angeordnet ist.
-
Wie
der 1 weiter zu entnehmen ist, ist die Schwellerblende 2 in
ihrem in Fahrtrichtung 6 gesehenen hinteren Bereich nach
oben gezogen und bildet ausschließlich in diesem nach oben
gezogenen Bereich zumindest die Außenwand des Luftleitkanals 5,
während der Seitenwandbereich 1 in diesem Bereich
eine Innenwand des Luftleitkanals 5 bildet. Der nach oben
gezogene Bereich der Schwellerblende 2 kann auch die Außenwand
und die Innenwand des Luftleitkanals 5 bilden. Im Vergleich
zu herkömmlichen Schwellerblenden ist dabei die erfindungsgemäße
Schwellerblende 2 deutlich größer ausgestaltet
und übernimmt zusätzlich zu einer Schutzfunktion
des Schwellers 3 zusätzlich auch die Funktion,
zumindest bereichsweise den Luftleitkanal 5 zu begrenzen.
-
Um
die Schwellerblende 2 designerisch möglichst gefällig
in die Außenkontur des Kraftfahrzeuges einzubinden, kann
diese im Bereich des Luftleitkanals 5 bündig zur
das Radhaus 4 bildenden Außenwandung des Seitenwandbereiches 1 verlaufen. Im
konkreten Fall bedeutet dies, dass die Schwellerblende 2 im
Bereich einer Fuge 8 bündig, das heißt fluchtend
zum Seitenwandbereich 1 in diesen übergeht. Um
diesen bündigen Übergang zwischen dem Seitenwandbereich 1 und
der Schwellerblende 2 im Bereich der Fuge 8 realisieren
zu können und zugleich durch den Seitenwandbereich 1 und
die Schwellerblende 2 den Luftleitkanal 5 ausbilden
zu können, kann der Seitenwandbereich 1 im Bereich des
Luftleitkanals 5 nach innen gezogen sein. Dieser nach innen
gezogene Bereich des Seitenwandbereiches 1 kann dabei in
einer Fahrzeugtür 9 – wie dies in 1 dargestellt
ist – seine Fortsetzung finden.
-
Um
die Schwellerblende 2 einerseits kostengünstig
und andererseits mit hohem designerischen Freiheitsgrad herstellen
zu können, ist diese vorzugsweise aus Kunststoff ausgebildet
und im Spritzgussverfahren hergestellt. Dies ermöglicht
insbesondere eine einfache Anpassung der Schwellerblende 2,
sofern diese beispielsweise bei einem sogenannten „Facelift"
geändert werden soll.
-
Wie
in der 1 und insbesondere in der unteren Abbildung der 2 dargestellt
ist, kann die Schwellerblende 2 im Bereich des Luftleitkanals 5 zumindest
einen Steg 10 aufweisen, über welchen sie sich
am Seitenwandbereich 1 abstützt und welcher gleichzeitig
der Aussteifung der Schwellerblende 2 dienen kann. Selbstverständlich
ist darüber hinaus denkbar, dass der Steg 10 als
Strömungsleitelement ausgebildet ist und dadurch einen
strömungsleitenden Effekt im Luftleitkanal 5 erzeugt.
Der zumindest eine Steg 10 kann dabei in einem Arbeitsschritt,
das heißt zusammen mit der Schwellerblende 2 hergestellt
werden oder auch separat.
-
Betrachtet
man die 3, so ist erkennbar, dass die
Schwellerblende 2 im Bereich des Lufteinlasses 7 abgeknickt
ausgeführt ist, wodurch insbesondere die Strömungseigenschaften
am Lufteinlass 7 positiv beeinflusst werden können.
Verbunden ist die Schwellerblende 2 mit dem Seitenwandbereich 1 beispielsweise über
zumindest eine nicht dargestellte Schraub- und/oder Clipsverbindung.
Der Seitenwandbereich 1 kann wie in 3 dargestellt
auch eine B-Säule 11 nach außen abdecken.
Ebenso kann ein Luftleitelement 12, beispielsweise eine
Luftleitschaufel, vorgesehen sein, welche die über den
Lufteinlass 7 in den Luftleitkanal 5 eintretende
Luftströmung hinsichtlich ihrer Strömungsrichtung
beeinflusst bzw. lenkt. Dieses Luftleitelement 12 kann
als separates Bauteil oder als Bestandteil des Seitenwandbereichs 1 bzw.
der Schwellerblende 2 ausgebildet sein.
-
Wie
der 3 weiter zu entnehmen ist, kann die Schwellerblende 2 im
Bereich des Radhauses 4 den Seitenwandbereich 1 zu
dem Fahrzeugrad hin überdecken und dadurch diesen vor einem
Steinschlag schützen.
-
Entsprechend
den 4 und 5 wird deutlich, dass die Schwellerblende 2 den
Schweller 3 nicht nur zur Seite hin, sondern auch nach
unten abdeckt, so dass dieser ebenfalls vorzugsweise vollständig
vor einem Steinschlag durch die ihn überdeckende Schwellerblende 2 geschützt
ist. Ebenso sind in den 4 und 5 die exemplarisch
dargestellten Luftleitelemente 12 eingezeichnet, welche
die über den Lufteinlass 7 entgegen der Fahrtrichtung 6, also
gemäß den 4 und 5 senkrecht
in die Bildebene hinein in den Luftleitkanal 5 einfallende Luftströmung
in Richtung des im Heckbereich des Kraftfahrzeugs angeordneten Verbrennungsmotors umlenken.
Insbesondere in 5 kann dabei in einem in Fahrtrichtung
gesehenen hinteren Bereich des Luftleitkanals 5 vorgesehen
sein, dass ein derartiges Luftleitelement 12 die Außenwandung
des Luftleitkanals 5 bildet.
-
Durch
die erfindungsgemäße Schwellerblende 2,
welche zusammen mit dem Seitenwandbereich 1 des Kraftfahrzeuges
die Wandung eines Luftleitkanals 5 bildet, lassen sich
somit folgende Vorteile erzielen:
- – weitgehend
freie designerische Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere
bei einer aus Kunststoff ausgebildeten Schwellerblende 2,
- – Gewichtsreduzierung durch ein zumindest teilweisen
Wegfall einer Schwellerform im Seitenwandbereich,
- – Reduktion der Teilevielfalt durch eine Integration von
Bauelementen, wie einem Luftleitelement 12, Drallblechen,
Finnen, etc.,
- – ein eventueller Wegfall einer PVC-Beschichtung des
Schwellers 3,
- – ein eventueller Wegfall einer Steinschlagschutzbeschichtung,
insbesondere einer Steinschlagschutzfolie für den Schweller 3.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10047731
A1 [0002]
- - US 356757 D [0003]
- - DE 10309634 A1 [0004]
- - US 449254 D [0005]
- - DE 10359769 B3 [0006]