DE102008006094A1 - Orthodontisches Schraubimplantat - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein orthodontisches Schraubimplantat mit einem länglichen Körper, der ein Gewinde (10) zur Verankerung in einem Kieferknochen hat und einen Kopf (1) trägt, der einen Außenmehrkant (2) hat und auf einer bestimmungsgemäß aus dem Kieferknochen herausragenden Endfläche zwei sich kreuzende Schlitze (3) aufweist, wobei sich die Schlitze (3) in einer Ausnehmung (21) kreuzen, die sich in Längsrichtung und in Umfangsrichtung des Körpers erstreckende Randflächen (22) aufweist, die von den Schlitzen (3) unterbrochen sind. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Ausnehmung (21) einen Durchmesser hat, der mindestens das Doppelte der Breite der Schlitze (3) beträgt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein orthodontisches Schraubimplantat mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen. Ein derartiges Schraubimplantat ist aus der
DE 202 12 843 U1 bekannt. - Derartige Schraubimplantate haben einen Kopf mit einem Kreuzschlitz, an welchem eine Apparatur zur Zahnstellungskorrektur verankert werden kann. In den Kreuzschlitz kann ein Drahtbogen eingelegt werden, über den Kraft zur Zahnfehlstellungskorrektur ausgeübt werden kann. Üblicherweise wird der Drahtbogen zusätzlich von einem oder mehreren Brackets, die auf Zähne geklebt sind, geführt.
- Aufgabe der Erfindung ist es, ein orthodontisches Schraubimplantat zu schaffen, das die Behandlung von Zahnfehlstellungen für Patienten und Kieferorthopäden erleichtert.
- Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Schraubimplantat mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Bei einem erfindungsgemäßen Schraubimplantat werden durch eine zentrale Ausnehmung, deren Durchmesser mindestens doppelt so groß wie die Schlitzbreite ist, scharfe Ecken in dem Kreuzschlitz vermieden. Ein Draht kann deshalb in dem Kreuzschlitz mit einem größeren Biegeradius gebogen werden, was einen geringeren Kraftaufwand beim Einlegen bzw. Biegen des Drahtbogens erforderlich macht und deshalb einem Kieferorthopäden die Arbeit erleichtert. Zudem wurde im Rahmen der Erfindung festgestellt, dass durch das Vermeiden eines scharfen Knicks der Draht wesentlich weniger belastet wird. Die Verwendung eines erfindungsgemäßen Schraubimplantats zur Aufnahme eines gebogenen, insbesondere um 90° gebogenen, Drahtes in den sich in der Ausnehmung kreuzenden Schlitzen wirkt sich deshalb positiv auf die Dauerstabilität des Drahtes aus.
- Bei dem aus der
DE 202 12 843 U1 bekannten Schraubimplantat, das dazu bestimmt ist, einen Drahtbogen ähnlich wie ein Bracket linear zu führen, sind die Kanten des Kreuzschlitzes durch eine kleine zentrische Bohrung geglättet. Solche Bohrungen werden typischerweise zum Entgraten vorgenommen, sind jedoch zu klein, um das Biegen eines Drahtes beim Einlegen merklich zu erleichtern. - Um scharfe Kanten bei einem Kreuzschlitz zu beseitigen, kann man beispielsweise eine zentrische Fräsung vornehmen, so dass sich eine zylindrische Ausnehmung ergibt, von der vier Teilschlitze des Kreuzschlitzes ausgehen. Zwischen den Teilschlitzen befinden sich dann konvex gebogene Randflächen der Ausnehmung.
- Bevorzugt haben die Schlitze eine Breite, welche die Hälfte oder weniger des Abstandes zwischen gegenüberliegenden Randflächen der Ausnehmung beträgt. Der Durchmesser der Ausnehmung beträgt also mindestens das Doppelte der Schlitzbreite. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass ein Draht in dem Kreuzschlitz mit einem größeren Radius gebogen und deshalb weniger stark belastet wird. Die Gefahr eines Drahtbruchs lässt sich so reduzieren.
- Bevorzugt hat die Ausnehmung einen Durchmesser von mindestens 1 mm. Für die Schlitzbreite sind 0,45 mm bis 0,6 mm, insbesondere 0,5 mm bis 0,6 mm, günstig.
- Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines Ausführungsbeispiels der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert.
-
1 zeigt stark vergrößert eine orthodontische Ankerschraube in einer Seitenansicht, -
2 zeigt dieselbe Ankerschraube in einer gegenüber der1 um 90° gedrehten Seitenansicht, -
3 zeigt den Querschnitt A-A durch die Ankerschraube gemäß1 , und -
4 zeigt die Draufsicht auf den Kopf der Ankerschraube gemäß1 . - In den
1 bis ist eine Ankerschraube als Ausführungsbeispiel eines orthodontischen Schraubimplantats dargestellt. Die Ankerschraube hat einen länglichen Körper, der ein Gewinde10 zur Verankerung in einem Kieferknochen hat und auf einer bestimmungsgemäß aus dem Kieferknochen herausragenden Endfläche zwei sich kreuzende Schlitze3 zur Aufnahme eines Drahtbogens aufweist. Die Endfläche mit dem Kreuzschlitz3 ist auf einem Kopf1 der Ankerschraube angeordnet, der einen Außensechskant2 trägt, an welchem ein Schraubenschlüssel angreifen kann. Andere Gestaltungen, die eine Drehmomentübertragung mittels eines Formschlusses ermöglichen, sind ebenfalls möglich, z. B. ein Außenachtkant, allgemein ein Außenmehrkant. - Wie
4 zeigt kreuzen sich die Schlitze3 , deren Breite 0,55 mm beträgt, in einer zylindrischen Ausnehmung21 , die sich in Längsrichtung des Körpers erstreckende Randflächen22 aufweist, die von den Schlitzen3 unterbrochen sind. Die Ausnehmung21 hat einen Durchmesser von 1,1 mm und lässt sich durch Ausfräsen des Zentrums des Kreuzschlitzes3 ausbilden. In4 ist die Ausnehmung21 mit einem in den Kreuzschlitz3 eingesetzten Drahtbogen23 dargestellt. Die Randflächen22 der Ausnehmung21 sind von der Biegung des Drahtbogens23 beabstandet, so dass der Drahtbogen23 möglichst wenig belastet wird. - Die Ausnehmung
21 hat einen Mittelpunkt, der mit dem Mittelpunkt des Kreuzschlitzes übereinstimmt. - Unter der Abdeckung
4 hat der Kopf1 eine außen liegende Ringnut5 . Mit Hilfe der Ringnut5 und des Kreuzschlitzes3 lässt sich an dem Kopf der Ankerschraube mittels eines Drahtes eine orthodontische Apparatur verankern. Die Ausnehmung21 kann sich durch die Abdeckung4 hindurch erstrecken. Möglich ist es auch, dass der Kreuzschlitz3 unter der Abdeckung4 aufgebohrt ist. - An den Außensechskant
2 schließt sich ein Kragen6 an, welcher als Anschlag für einen Schraubenschlüssel dient. An den Kragen6 schließt sich ein glatter, konischer Abschnitt7 an, welcher in einen glatten zylindrischen Schaft8 übergeht. An den Schaft8 schließt ein weiterer konischer Abschnitt9 an, der in ein Gewindeteil10 übergeht, welches an einer Spitze11 endet. - Der Gewindeteil
10 hat – abgesehen von seiner Spitze11 – einen über seine Länge gleich bleibenden Kerndurchmesser D. Um den Kern12 windet sich ein eingängiges, selbstfurchendes Gewinde herum, dessen Flanken13 bzw. Gewindetäler15 ein unsymmetrisches Profil haben. Alternativ kann auch ein mehrgängiges Gewinde vorgesehen sein. In jeder an die Spitze11 anschließenden Windung14 ist im Tal15 zwischen je zwei Flanken13 eine Schneidkante16 ausgebildet, welche in einer radialen Ebene liegt, welche die Längsachse19 der Ankerschraube enthält und in der Darstellung der1 senkrecht auf der Zeichenebene steht und in der Darstellung der2 mit der Zeichenebene zusammenfällt. Die Schneidkante16 ist ein Rand einer Ausnehmung, die durch eine Fläche17 , welche Teil einer Zylindermantelfläche ist, deren Achse20 Abstand von der Längsachse19 der Ankerschraube hat und durch eine ebene Endfläche18 begrenzt ist, welche rechtwinklig zur Zylindermantelfläche17 ausgerichtet ist. Alternativ kann die Endfläche18 aber auch um einen kleinen positiven oder negativen Winkel, vorzugsweise nicht mehr als ±10°, von der rechtwinkligen Orientierung abweichen. Alle Schneidkanten liegen in einer gemeinsamen Ebe ne und durchqueren die Flanken13 nicht. Die Schneidkanten könnten aber auch in unterschiedlichen Ebenen liegen. -
- 1
- Kopf
- 2
- Außensechskant
- 3
- Kreuzschlitz
- 4
- Abdeckung
- 5
- Ringnut
- 6
- Kragen
- 7
- Abschnitt
- 8
- Schaft
- 9
- Abschnitt
- 10
- Gewindeteil
- 11
- Spitze
- 12
- Kern
- 13
- Flanken
- 14
- Windung
- 15
- Gewindetal
- 16
- Schneidkante
- 17
- Zylindermantelfläche
- 18
- Endfläche
- 19
- Längsachse
- 20
- Achse
von
17 - 21
- Ausnehmung
- 22
- Randflächen
- 23
- Drahtbogen
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 20212843 U1 [0001, 0006]
Claims (12)
- Orthodontisches Schraubimplantat mit einem länglichen Körper, der ein Gewinde (
10 ) zur Verankerung in einem Kieferknochen hat und einen Kopf (1 ) trägt, der einen Außenmehrkant (2 ) hat und auf einer bestimmungsgemäß aus dem Kieferknochen herausragenden Endfläche zwei sich kreuzende Schlitze (3 ) aufweist, wobei sich die Schlitze (3 ) in einer Ausnehmung (21 ) kreuzen, die sich in Längsrichtung und in Umfangsrichtung des Körpers erstreckende Randflächen (22 ) aufweist, die von den Schlitzen (3 ) unterbrochen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (21 ) einen Durchmesser hat, der mindestens das Doppelte der Breite der Schlitze (3 ) beträgt. - Schraubimplantat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (
21 ) einen Durchmesser von mindestens 1 mm hat. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (
21 ) zylindrisch ist. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (
21 ) einen Mittelpunkt hat, der mit dem Mittelpunkt des Kreuzschlitzes (3 ) übereinstimmt. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (
3 ) eine Breite von 0,45 mm bis 0,6 mm haben, vorzugsweise eine Breite von 0,5 mm bis 0,6 mm. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (
21 ) gefräst ist. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde (
10 ) ein selbstfurchendes oder selbstschneidendes Profil hat, von denen das selbstfurchende Profil besonders bevorzugt ist. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (
1 ) einen Durchmesser hat, der größer ist als der Außendurchmesser des Gewindes (10 ). - Schraubimplantat nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenmehrkant (
2 ) ein Außensechskant oder Außenachtkant ist. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Endfläche und dem Gewinde (
10 ) ein gewindefreier, zylindrischer oder konischer Schaft (8 ) vorgesehen ist. - Schraubimplantat nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine außen liegende Ringnut (
5 ) zur Aufnahme eines Drahtbogens (23 ). - Verwendung eines Schraubimplantats nach einem der vorstehenden Ansprüche zur Aufnahme eines gebogenen, insbesondere um 90° gebogenen, Drahtes (
23 ) in den sich in der Ausnehmung (21 ) kreuzenden Schlitzen (3 ).
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Effective date: 20150210 |