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Die
Erfindung betrifft einen Anschlussstutzen für Verteilervorrichtungen
von Wärme- und Kälte-Versorgungsanlagen.
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Aus
der
EP 0 903 543 B1 ,
der
DE 202 04 658 U1 und
der
DE 103 04 676
A1 sind Verteilervorrichtungen gattungsgemäßer
Art bekannt. Solche Verteilervorrichtungen sind für einen
mit einem flüssigen Medium betriebenen Kreislauf einer
Wärme- oder Kälte-Versorgungsanlage, beispielsweise
einer Warmwasserheizungsanlage, zum Aufteilen des Mediums in einzelne
Kreisläufe mit je einem Verteilerrohr für den
Vorlauf und für den Rücklauf sowie mit den einzelnen
Kreisläufen zugeordneten Regel- und Absperrorganen bestimmt.
Solche Verteilervorrichtungen sind rohrförmig ausgebildet
und weisen mindestens einen Anschlussstutzen auf, die an den Rohrleitungen
des Heiz- oder Kühlsystems angeschlossen werden können,
beispielsweise Vorlaufleitungen oder Rücklaufleitungen
eines Heiz- oder Kühlkreises. Bei den bekannten Lösungen
wirkt der Anschlussstutzen mit einem beispielsweise thermostatisch
betätigten Ventil zusammen, so dass der Durchfluss durch
den Anschlussstutzen geregelt werden kann. In einer Extremstellung
ist der Durchgang durch den Anschlussstutzen durch den entsprechenden
Ventilkörper verschlossen.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine sensiblere Regelungsmöglichkeit für Wärme-
und Kälte-Versorgungsanlagen zur Verfügung zu
stellen. Dabei soll eine einfache und kompakte Realisierung möglich
sein, die auch einfach in bestehende Systeme zu integrieren ist.
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Zur
Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor,
dass der Anschlussstutzen einen Bypass aufweist.
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Durch
die erfindungsgemäße Ausbildung ist eine Bypassfunktion
in den Anschlussstutzen integriert. Diese Bypassfunktion tritt in
Kraft, wenn beispielsweise der Ventilkörper eines Ventileinsatzes der
Verteilervorrichtung, der zur Regelung des Heizkreisdurchflusses
oder Kühlkreisdurchflusses mit dem Anschlussstutzen zusammenwirkt
und diesen absperrt. Wird dieser durch das Ventil abgesperrt, so ist
der Hauptdurchfluss durch den Anschlussstutzen abgesperrt. Der integrierte
Bypass ermöglicht am abgesperrten Anschlussstutzen vorbei
einen Nebendurchfluss, so dass quasi eine ständige Durchströmung
des Heiz- oder Kühlsystems mit dem entsprechenden Medium
erreicht ist. Im Zusammenwirken mit dem Hauptdurchfluss durch den
Anschlussstutzen ergibt sich hieraus eine sensiblere Regelungsmöglichkeit
für den gesamten Heiz- oder Kühlkreis der Wärme-
oder Kälte-Versorgungsanlage.
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Bevorzugt
ist vorgesehen, dass der Anschlussstutzen ein rohrförmiges
Teil aufweist, das an eine erste Anschlussöffnung einer
Verteilervorrichtung anschließbar ist und am ersten Ende,
das in Einbaulage in die Verteilervorrichtung mündet, einen Sitz
für einen Ventilkörper bildet, der Bestandteil
eines Ventileinsatzes ist, der in eine zweite Anschlussöffnung
der Verteilervorrichtung einsetzbar ist, wobei das zweite Ende des
rohrförmigen Teils zum Anschluss einer Rohrleitung der
Versorgungsanlage bestimmt ist.
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Mit
Ausnahme des Bypass ist eine derartige Ausbildung im Stand der Technik
an sich bekannt.
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Des
Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass in das rohrförmige
Teil des Anschlussstutzens als Bypass ein Kanal integriert ist,
dessen erstes Ende mit dem von der Verteilervorrichtung gebildeten Strömungskanal
in Verbindung steht und dessen zweites Ende mit dem zweiten Ende
des Anschlussstutzens in eine angeschlossene Rohrleitung mündet.
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Diese
Ausbildung ist für die kompakte Bauform des gesamten Anschlussstutzens
samt Bypass förderlich, wobei auch die Installation eines
derartigen Anschlussstutzens samt Bypass äußerst
einfach durchzuführen ist. Eine besonders vorteilhafte
Ausbildung hierzu wird darin gesehen, dass das rohrförmige
Teil des Anschlussstutzens aus einem ersten Teilkörper
besteht, der den oder einen Ventilsitz bildet oder aufweist, Anschlussmittel
zum Anschluss an eine oder die erste Anschlussöffnung der
Verteilervorrichtung aufweist, sowie nahe des Ventilsitzes Zuströmöffnungen
für den Bypass aufweist, dass das rohrförmige
Teil aus einem zweiten Teilkörper besteht, der ein oder
das zweite Ende des rohrförmigen Teiles bildet, das zum
Anschluss einer Rohrleitung der Versorgungsanlage bestimmt ist,
der den Bypass aufweist oder einen den Bypass bildenden Kanal, wobei
die beiden Teilkörper miteinander verbunden sind und gemeinsam
das rohrförmige Teil bilden, und die Zuströmöffnungen
für den Bypass mit dem diesen zugewandten Ende des Bypass
in offener Verbindung stehen.
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Vorteilhafterweise
ist dabei vorgesehen, dass die Verbindung zwischen den Zuströmöffnungen
und dem Ende des Bypass durch einen Ringkanal gebildet ist, der
am Außenmantel des zweiten Teilkörpers ausgebildet
ist.
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Um
die Fertigung zu vereinfachen und eine ordnungsgemäße
Funktion sicherzustellen ist vorgesehen, dass der erste Teilkörper
eine Stufenbohrung aufweist, in die der passend abgestufte Bereich
des zweiten Teilkörpers eingesteckt ist.
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Aus
dem gleichen Grunde ist bevorzugt vorgesehen, dass der zweite Teilkörper
eine den mittels des Ventilkörpers absperrbaren Kanal bildende
erste Kammer und eine den Bypass bildende zweite Kammer aufweist,
wobei die zweite Kammer einerseits zu den Zuströmöffnungen
des ersten Teilkörpers hin gegebenenfalls über
den Ringkanal offen ausmündet und andererseits über
einen Wandungsdurchbruch in der Trennwand zwischen den beiden Kammern
in die erste Kammer mündet.
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Besonders
bevorzugt ist zudem vorgesehen, dass der Bypass mit einem Mittel
zur Einstellung und/oder Absperrung des Durchflusses ausgestattet ist.
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Hierdurch
wird erreicht, dass der integrierte Bypass, der am abgesperrten
Sitzbereich des Anschlussstutzens einen Nebendurchfluss zulässt, selbst
noch eine Ventilfunktion besitzt, die sowohl eine Einstellung des
Nebendurchflusses als auch eine Absperrung des Nebendurchflusses
ermöglicht.
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Vorzugsweise
ist dabei vorgesehen, dass der Bypass mit einem Bypassventil ausgestattet
ist.
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Des
Weiteren ist dabei vorgesehen, dass der zweite Teilkörper
ein Bypassventil aufweist, das mit einem Ventilsitz zusammenwirkt,
der an der Abströmöffnung des Bypass zum zweiten
Ende des rohrförmigen Teils ausgebildet ist.
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Eine
besonders bevorzugte Ausbildung wird darin gesehen, dass der zweite
Teilkörper am ersten Teilkörper um die Mittellängsachse
des aus diesem gebildeten rohrförmigen Teils drehbar befestigt
ist.
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Hierbei
ist bevorzugt vorgesehen, dass der zweite Teilkörper einen
radial abragenden Stutzen aufweist, der das Bypassventil aufnimmt.
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Diese
Anordnung ermöglicht es, den zweiten Teilkörper
in eine relative Lage zu drehen, in der das an dem zweiten Teilkörper
angeordnete Bypassventil handhabungsgeeignet zugänglich
ist.
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Durch
die erfindungsgemäße Ausbildung wird eine montagetechnisch
günstige Lösung erreicht, wenn der Anschlussstutzen
zweiteilig ausgeführt ist, wobei der erste Teilkörper
den Ventilsitz für die Hauptströmung mit einer
Bypasszuströmöffnung sowie einen Aufnahmebereich
für den zweiten Teilkörper aufweist. Dieser erste
Teilkörper ist drehfest in die Verteilervorrichtung einschraubbar.
Der zweite Teilkörper ist axial fixiert und dicht in den
ersten Teilkörper eingefügt, wobei durch die Strömungskanäle für
die Hauptströmung und die Nebenströmung ein entsprechender
Strömungsverlauf erreicht ist. Dabei weist der zweite Teilkörper
sowohl den Ventilanschlussstutzen für ein Bypassventil
zur Einstellung des Nebenvolumenstroms auf, als auch den Anschlussbereich
für die Herstellung der Rohrverbindung zu dem entsprechenden
Heizkreis oder Kühlkreis.
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Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und im Folgenden näher beschrieben.
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Es
zeigt:
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1 einen
Schnitt durch eine Verteilervorrichtung mit Anschlussstutzen und
Ventileinsatz;
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2 den
Anschlussstutzen in Einzeldarstellung ebenfalls im Mittellängsschnitt
gesehen;
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3 den
zweiten Teilkörper des Anschlussstutzens in der Ansicht
analog 2 gesehen;
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4 den
ersten Teilkörper des Anschlussstutzens in der Ansicht
gemäß 2 gesehen;
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5 eine
Einzelheit des Anschlussstutzens in Ansicht, teilweise geschnitten.
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In 1 ist
ein Anschlussstutzen 1 für eine Verteilervorrichtung
von Wärme- oder Kälte-Versorgungsanlagen gezeigt,
und zwar in der Einbausituation, in der der Anschlussstutzen in
eine entsprechende Aufnahmeöffnung des kanalartig ausgebildeten
Verteilergehäuses 2 dicht eingesetzt ist, wobei dem
Anschlussstutzen 1 gegenüberliegend ein Ventileinsatz 3 in
eine entsprechende Aufnahme des Verteilergehäuses 2 eingesetzt
ist.
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Eine
Besonderheit besteht darin, dass der Anschlussstutzen 1 einen
Hauptdurchgangskanal 4 aufweist, der durch den Ventileinsatz 3 absperrbar ist,
sowie einen Bypass 5, der auch bei abgesperrtem Hauptdurchgang
durch den Anschlussstutzen 1 den Durchfluss von Wärme-
oder Kältetransportmittel zulässt.
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Der
Anschlussstutzen 1 ist dabei als rohrförmiges
Teil ausgebildet, welches an eine erste Anschlussöffnung
der Verteilervorrichtung 2 angeschlossen ist, wobei das
rohrförmige Teil am ersten Ende 6, das in Einbausolllage
in die Verteilervorrichtung 2 mündet, einen Sitz
für einen Ventilkörper 7 bildet, der
Bestandteil des Ventileinsatzes 3 ist. Dieser Ventileinsatz 3 ist
in eine zweite Anschlussöffnung der Verteilervorrichtung 2 eingesetzt.
Das zweite Ende des rohrförmigen Teils, das den Anschlussstutzen 1 bildet,
ist bei 8 angegeben und dient zum abgedichteten Anschluss
der Rohrleitung der Versorgungsanlage. In dieses rohrförmige
Teil des Anschlussstutzens 1 ist als Bypass 5 ein
Kanal integriert, dessen erstes Ende (in der Zeichnung oben) mit
dem von der Verteilervorrichtung 2 gebildeten Strömungskanal
in Verbindung steht und dessen zweites Ende (in der Zeichnung unten)
mit dem zweiten Ende des Anschlussstutzens 1 in eine angeschlossene
Rohrleitung ausmündet. Im Ausführungsbeispiel
ist das rohrförmige Teil des Anschlussstutzens 1 aus
einem ersten Teilkörper 9 gebildet, der in 4 als
Einzelheit dargestellt ist, sowie aus einem zweiten Teilkörper 10,
der in 3 als Einzelheit dargestellt ist. Der erste Teilkörper 9 weist
den Ventilsitz 6 auf sowie die Anschlussmittel 11,
zum Beispiel ein Gewinde, zum Anschluss an die entsprechende Anschlussöffnung
der Verteilervorrichtung 2. Zudem weist dieser Teilkörper 9 nahe
des Ventilsitzes 6 Zuströmöffnungen 12 zu
dem Bypass 5 auf.
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Der
zweite Teilkörper 10 bildet das zweite Ende des
rohrförmigen Teiles, welches zum Anschluss einer Rohrleitung
der Versorgungsanlage bestimmt ist (bei 8). Dieser zweite
Teilkörper 10 weist zudem den Bypass 5 in
Form eines Kanales auf. Die beiden Teilkörper sind miteinander
dicht verbunden und bilden gemeinsam das rohrförmige Teil.
Die Zuströmöffnungen 12 stehen mit dem
diesen zugewandten Ende des Bypass 5 in leitungsoffener
Verbindung. Die Verbindung zwischen den Zuströmöffnungen 12 und
dem entsprechenden Ende des Bypass 5 ist durch einen Ringkanal 13 gebildet,
der am Außenmantel des zweiten Teilkörpers 10 vorgesehen ist
und zwar im Bereich der Zuströmöffnungen 12.
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Im
Ausführungsbeispiel weist der erste Teilkörper 9 eine
Stufenbohrung auf, in deren durchmessergrößeren
Bereich ein Ende des zweiten Teilkörpers 9 dicht
eingesteckt und befestigt ist, wobei im durchmesserkleineren Bereich
das verjüngte Ende des zweiten Teilkörpers 10 ebenfalls
dicht eingesteckt ist. Entsprechende Dichtungen sind bei 14 beziehungsweise 19 angegeben.
Die Befestigung kann beispielsweise mittels eines Sprengringes 15 erfolgen.
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Im
Ausführungsbeispiel weist der zweite Teilkörper 10 eine
den mittels des Ventilkörpers 7 absperrbaren Kanal 4 bildende
erste Kammer und eine den Bypass 5 bildende zweite Kammer
auf, wobei die zweite Kammer einerseits zu den Zuströmöffnungen 12 des
ersten Teilkörpers 9 hin über den Ringkanal 13 offen
ausmündet und andererseits über einen Wandungsdurchbruch 16 der
Trennwand zwischen den beiden Kammern in die erste Kammer mündet.
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Der
Bypass 5 ist mit einem Mittel zur Einstellung oder Absperrung
des Durchflusses ausgestattet. Im Ausführungsbeispiel ist
dieses Mittel durch ein Bypassventil 17 gebildet. Das Bypassventil 17 ist
am zweiten Teilkörper 10 befestigt und wirkt mit
einem Ventilsitz zusammen, der an der Abströmöffnung 16 oder durch
die Abströmöffnung 16 des Bypass 5 zum zweiten
Ende des rohrförmigen Teils (bei 8) ausgebildet
ist. Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist der
zweite Teilkörper 10 relativ zum ersten Teilkörper 9 um
die Mittellängsachse des aus diesen gebildeten rohrförmigen
Teiles drehbar befestigt, wobei der zweite Teilkörper 10 einen
radial abragenden Stutzen 18 aufweist, in den das Bypassventil 17 dicht
eingeschraubt ist. Durch diese Anordnung ist eine Ausrichtung des
zweiten Teilkörpers 10 möglich, der für
die Handhabung des Bypassventils 17 förderlich
ist. Das Bypassventil 17 ist im Prinzip durch eine Einstellspindel
gebildet, die gewindemäßig in dem Stutzen 18 verstellbar
ist, so dass sie eine Position einnehmen kann, wie sie beispielsweise
in 1 gezeigt ist, in der der Bypass abgesperrt ist,
oder wie sie in 2 gezeigt ist, in der der Bypass
zum Durchgangskanal 4 hin offen ist. Vorzugsweise weist
diese Einstellspindel an ihrem freien Ende eine Kegelkontur auf,
wie aus 5 ersichtlich, so dass nicht
nur eine Öffnung und Absperrung der entsprechenden Öffnung 16 ermöglicht
ist, sondern auch eine Voreinstellung des Nebenvolumenstromes durch
diese Öffnung 16.
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Die
Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt,
sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach variabel.
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Alle
neuen, in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarten Einzel-
und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentlich angesehen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 0903543
B1 [0002]
- - DE 20204658 U1 [0002]
- - DE 10304676 A1 [0002]